Beruf + Berufung ist umgezogen. Neu finden Sie die wöchentlich erscheinenden Interviews hier. Viel Lesevergnügen!
Logo

«Es tut gut, von Zeit zu Zeit verletzt zu werden»

Mathias Morgenthaler am Samstag den 11. Mai 2013
Cynthia Odier, Kunstmäzenin

Cynthia Odier, Kunstmäzenin


Seit 10 Jahren hält Cynthia Odier die Genfer Kunstszene mit ihrem «Flux Laboratory» in Atem. Nun hat sich die in Ägypten geborene Griechin im Zürcher Schiffbau eingemietet, um Wirtschaft und Kunst auf eine neue Art zusammenzubringen. «Kunst ist ein Katalysator. Sie kann helfen, verkrustete Strukturen aufzubrechen», sagt die Frau des höchsten Schweizer Bankers.

Interview: Mathias Morgenthaler

Frau Odier, haben Sie oft gegen Vorurteile zu kämpfen?

CYNTHIA ODIER: Haben wir das nicht alle?

Sie sind die Frau des höchsten Bankers der Schweiz und Kunst-Mäzenin. Das klingt, als dürften Sie einfach das Geld ausgeben, das Ihr Mann verdient.

Das ist nicht falsch. Die Frage ist, was man daraus für Schlüsse zieht. Als ich in Genf vor gut zehn Jahren mit dem Kunstprojekt «Flux Laboratory» begann, wurde ich nicht ernst genommen. Die traditionsbewussten Genferinnen und Genfer tun sich schwer mit Innovationen, sie reagieren erst einmal mit Desinteresse oder Ablehnung. Die Leute hier hätten mich lieber irgendwo in einer Boutique sehen wollen, wie es dem Klischee entsprechen würde. Das hat mich verletzt – aber es tut gut, von Zeit zu Zeit verletzt zu werden. Daraus erwächst zusätzliche Energie. Ich mietete eine ehemalige Schlosserei, um dort in sehr unterschiedlichen Räumen Kunst-Events zu veranstalten. Als Mäzenin gab ich jeweils nur die Thematik vor und liess den angestellten und eingeladenen Künstlern freie Hand bei der Umsetzung.

Sie investierten jährlich rund eine halbe Million Franken in das Projekt. Was soll dieses Geld bewirken?

Kunst ist ein Medium der Verständigung über elementare Themen. Gerade eine relativ verschlossene Gesellschaft wie jene in Genf braucht frische Impulse von aussen. Ich schuf einen neutralen Ort, eine Plattform für den Austausch zwischen Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Natürlich gab es jede Saison ein neues Programm, aber wir blieben immer offen für spontane Aktionen. Wir wollten rasch auf neue Themen reagieren können. Als Mäzenin bin ich unabhängig, habe keine Interessenskonflikte wie viele Galeristinnen es kennen. Wir holten auch zahlreiche Unternehmen an Bord. Es gab Kunstperformances bei KPMG, sogar ein Tanzprojekt mit den Auditoren, um deren Körpersprache zu verbessern.

Vor einem Monat haben Sie ein neues Projekt im Zürcher Schiffbau lanciert. Ist das die beste Möglichkeit, Ihren Mann regelmässig zu sehen, der als Präsident der Bankiervereinigung und Vize-Präsident von Economiesuisse oft in Zürich tätig ist?

Das spielte tatsächlich in meine Überlegungen hinein. Als mein Mann mir sagte, er gedenke seine Aufgaben weiterzuführen, hatte ich zwei Optionen: In Genf sitzen und mich bedauern oder in Zürich etwas aufbauen. Zum Glück gab es gute Argumente für das neue Projekt in Zürich. Ich will hier Kunst und Wirtschaft auf eine neue Art und Weise zusammenbringen, einen experimentellen Ort und eine Begegnungsstätte schaffen. Zürich ist die Wirtschaftshauptstadt der Schweiz, aber viele Unternehmen stecken in einer Identitätskrise. Sie können die Kunst als Kommunikationskanal nutzen.

Das passiert doch schon lange. Jede Bank hat ihre Kunstsammlung, jede Versicherung sponsert Kulturanlässe.

Ja, aber das sind alles relativ isolierte Aktionen. Man macht ein wenig Sponsoring, ein wenig Mäzenatentum, ein wenig Marketing, ein bisschen Werbung mit Kunstsujets, ein wenig Mitarbeitermotivation und Innovationsworkshops – und in allen Bereichen werden derzeit die Budgets gekürzt. Ich will die Unternehmen dazu motivieren, vermehrt ein Kunstprojekt zu unterstützen und dies in der ganzen Kommunikation einzusetzen. Es macht einen grossen Unterschied, ob man mittels echter Kunst kommuniziert oder einfach einen Werbefilm dreht. Und ob man Kreativität zu befehlen versucht oder sie durch Kunst anregt. Den Unternehmen kann ernsthafte Konfrontation mit der Kunst nur gut tun, weil viele sich neu erfinden müssen – da ist Kunst ein grosser Katalysator. Und viele Künstler sind bereit, mit Firmen zusammenzuarbeiten, Konzessionen zu machen.

Braucht Kunst nicht maximale Freiheit?

L’art pour l’art? Das ist nur ein Teil des Kunstbetriebs. Kunst weitet den Blick, verschafft einen anderen Zugang zu einzelnen Themen – warum soll die Wirtschaft nicht davon profitieren? Es gibt keine absolute Freiheit. Wir leben alle in wechselnden Abhängigkeiten. Entscheidend ist, dass wir im Kopf frei bleiben. Gegen Kooperationen und Kompromisse ist nichts einzuwenden. Ein Beispiel: Wenn Sie den Eingangsbereich einer Bank betreten, dann haben Sie doch das Gefühl, sie seien in einem Gefängnis. Warum sollten nicht Künstler helfen, in dieser erstarrten Welt etwas zu bewegen? Die Wirtschaft dachte lange Zeit, sie habe immer das letzte Wort und könne alles mit Geld und Macht regeln. Jetzt verliert diese Welt an Gewicht, das zeigt sich in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Kunst kann helfen, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen, die Auseinandersetzung mit wichtigen Themen in Gang zu bringen. Jedes Unternehmen bräuchte ein «Laboratoire Flux», einen Raum, in dem hauptsächlich über Emotionen kommuniziert wird. Viele Geschäftsleute wissen ja gar nicht mehr, wer sie sind – sie versuchen bloss noch, unter immer grösserem Druck ihre Rolle zu spielen.

Man kann sich schlecht vorstellen wie Sie beim Diner sitzen mit den Geschäftspartnern Ihres Mannes.

Wissen Sie, warum ich rauche? Damit ich bei Diners ab und zu aufstehen und an die frische Luft gehen kann. (Lacht) Aber ich mag die Konfrontation mit anderen Welten. Ich habe eine ganz andere Geschichte als mein Mann, das macht es ja so spannend. Wir lernen beide viel.

Sie sind Griechin, kamen als Kind aus Ägypten in die Schweiz. Was sind Ihre frühesten Erinnerungen?

Meine Eltern immigrierten aufgrund der politischen Situation in Ägypten in die Schweiz, um uns Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Wir waren überhaupt nicht wohlhabend, kamen mit einem Koffer und vielen Tränen nach Genf. Meine grosse Passion war der Tanz – mit 16 Jahren wurde ich in Genf ins Ballet du Grand Théâtre aufgenommen. Ich heiratete jung, wurde Mutter, lebte später in Lateinamerika und Chicago, wo ich als Tanzlehrerin und Kommunikationsberaterin arbeitete und meine drei Kinder aufzog. Das war eine schwierige Zeit, auch finanziell. Nachträglich sehe ich darin viel Gutes. Ich lernte viel, aber es fehlte mir der Freiraum, eigene Träume zu realisieren. In den USA traf ich erstmals Patrick Odier, und er sagte zu mir: «Du solltest deinen Traum leben können und das tun, was du unbedingt willst.» Ich antworte ihm: «Manchmal geht das eben nicht.» Aber ich vergass seine Bemerkung nicht. Jahre später, in Genf, öffnete mir der Zufall viele Türen. Patrick und ich begegneten uns wieder, wir waren beide ungebunden, und er schenkte mir die Möglichkeit, meine Kunst- und Tanzprojekte umzusetzen.

 

Welche Ziele verfolgen Sie heute?

Zunächst setze ich alles daran, das «Flux Laboratory» in Zürich zum Erfolg zu bringen, auch ökonomisch. Bis jetzt war es so, dass einige Unternehmen die Kunst punktuell nutzten für die Lancierung von Produkten, die Kundenpflege oder die Weiterbildung, aber daraus keine langfristigen Projekte entstanden sind. Das soll sich ändern. Mittelfristig möchte ich mich noch mehr gemeinnützig engagieren. Dafür braucht es aber mehr als Geld. Es geht darum, so zu geben, dass der Empfangende nicht sein Gesicht, seine Würde verliert. Vor einem Monat wurde ich in Athen in einem chicen Quartier von einer älteren Frau angesprochen. Sie sagte mir, sie habe kein Geld, um sich etwas zu essen zu kaufen. Sie hätte meine Mutter sein können. Ich schämte mich, ihr einen Geldschein zu geben. Als ich es dann doch tat, wollte sie mir zum Dank ihren Hochzeitsring überreichen. Auch in Griechenland würden künstlerische Interventionen auf der Strasse viel zur Entkrampfung beitragen.

 

Ist jemand, der nichts zu essen hat, empfänglich für Kunst?

O ja, Kunst ist eine Emotion, sie ist überall. Kunst kann in schwierigen Zeiten eine Ventilfunktion haben und heilsam wirken. Die Kunst hilft uns auch, die Vielschichtigkeit der Dinge zu erfassen. Sie kann uns dafür sensibilisieren, dass wir alle Gebende und Empfangende sind. Griechenland ist finanziell angeschlagen und braucht Unterstützung, das ist richtig. In anderen Bereichen können wir aber viel von den Griechen lernen, etwa in Sachen Lebensfreude oder im Umgang mit älteren Menschen. Die Gesellschaft wird immer älter, und wir delegieren die Betreuung Betagter an Spezialisten in Pflegeheimen und Spitälern. Da kommt eine gewaltige Last auf uns zu. In Griechenland leben die alten Menschen mehrheitlich in ihren Familien – auch das wäre Stoff für ein Kunstprojekt!

 

Information und Kontakt:

www.fluxlaboratory.com

agenda@fluxlaboratory.com

« Zur Übersicht

14 Kommentare zu “«Es tut gut, von Zeit zu Zeit verletzt zu werden»”

  1. Lidija Jametti sagt:

    Leuten die gratis nicht träumen können helfen das zu ermöglichen?
    Wieso sponsert Frau Odier nicht die Schule für Kinder, die Eltern verloren haben?
    Wieso spricht sie von den Griechen, die geldlos sind und hilft ihnen nicht.
    Ich schleppte nach Russland in den Jahren 1990 bis 1995 jahrlich mehrmals Zentner an Lebensmitteln, Kleidung, Medikamente und Zuversicht, dass es eines Tages auch dort besser wird. Ich redete nicht davon ob die Leute sich verletzt fühlen könnten, wenn sie das Geld auch entgegen nehmen müssen um die Winterzeit dort zu überstehen. Ich habe den Banker mit den Taschen voller Geld an meiner Seite nicht, aber ich schleppte mein wenig Geld und die Lebensmittel, das wir beide ich und mein Mann hier verdienten nach Moskau zu den Leuten die es echt brauchten um zu überleben. Frau Odier, mit so viel Geld könnten sie in der Türkei den VERLETZTEN syrischen Flüchtlingen helfen das Trauma zu überwinden anstatt ihren Traum zu leben.

  2. Philipp M. Rittermann sagt:

    ich mag frau odier ja ihr engagement gönnen; nur wage ich zu unterstellen, dass dies, ihr steckenpferd, wohl mehr ihrem eigenen ego zuträglich ist, als irgendeinem gemein-nutzen. natürlich kann sie sich diesen idealismus leisten, welcher wertemässig nicht über die leitung einer privaten kunst-gallerie hinausgeht.

  3. Ike Conix sagt:

    Ich finde es gut, wenn vermögende Leute auch jene an Ihrem Reichtum teilhaben lassen, die materiell nicht so reich gesegnet sind. Sie könnten ja auch einfach Klunker- und pelzbehangen auf ihren Jachten sitzen und sich damit weniger dem Neid der Leute aussetzen. Dabei spielt es meiner Meinung nach auch nicht eine entscheidende Rolle, wie das Geld verwendet wird. Dank Kultur wurden schon manchem armem Schlucker die Augen für Dinge geöffnet, die ihm den Weg aus seiner Misere geebnet haben. Und offensichtlich tut Frau Odier noch manch anderes gutes, worüber der wahre Menschenfreund höflich schweigt.

  4. Oh je! Dass Cynthia Odier hier gleich so runtergezogen werden muss, tut mir echt weh, verletzt mich, als Künstler… Aber eben, GUT so! Auf jede Leidenschaft – speziell wenn sie Bankiersgattin ist – gleich mit dem Laserbeam zündeln…, aus SCHEINBARER Erkenntnis, geglaubtem Wissen (über Kunst), aber eigentlich nichts als BLANKEM NEID heraus!
    Möge sie Flüchtlingskindern HELFEN, möge sie nach Moskau, oder Damaskus etwas Mehl und Reis ankarren, ja, DAS wäre was! Weil einfach… KÜNSTLERN zu helfen, wohl ein WITZ sein darf. A joke! Un blague.
    Künstler: A) von Natur aus zum Hungern erkoren B) eh nur links C) Zahlen kaum Steuern D) haben ein Steckenpferd E) tun nur, was sie wollen (das allergrösste Manko!) F) Seit Wahrhol sind wir eh ALLE Künstler…., ergo G) was SOLL das Ganze?, sollen sie H) sich einen Job als Gipser suchen, oder I) zum Sozialamt gehen, wo eh schon TAUSENDEN von Künstlern ihr Brotgeld zahlen, J) Künstlern, die man NICHT MEHR braucht, weil K) alles Made in China ist I) designet in Kalifornien und ausserdem und VOR ALLEM!!!! J) die SCHWEIZ ihre Kultur fremdbestimmen lässt, weil man sich nicht um BEIDES kümmern kann…. K) Geld und L) Kultur….
    Und genau DAS bringt diese Frau zusammen: Das, was EH zusammengehört: M)… Symbolik mit ERNSTEM Hintergrund (Dollars) und N) Symbolik mit BESCHWINGTEM Hintergrund.

    O)… danke für Ihr Engagement, Frau Odier!

  5. Erika Soler sagt:

    Ja Herr Fehlbaum, Künstler sind halt eine besondere Spezies, die eher nicht zum Nutzen der Gesellschaft etwas beitragen, sondern ihren Spleen ausleben und sich total überschätzen. Eher Leute zum Belächeln.

  6. markus roth sagt:

    es ist gar nicht gut von zeit zu zeit verletzt zu werden, es ist abträglich und unnötig. ich finde masochismus nicht richtig und es gibt viele andere positive wege energie zu bekommen.

  7. Peter Banz sagt:

    @Erika Soler: War das ironisch gemeint? Falls nicht: Möchten sie in einer Welt ohne Bilder, Romane, Spielfilme und Musik leben?

  8. Lidija Jametti sagt:

    @ Fehlbaum
    Wenn man da über die Finanzinstitute im Sinne “sie haben nichts für die bildende Kunst übrig, haben noch nie was für die Musik, Balett und Literatur getan” auslässt und versucht die Wichtigkeit dessen was die Bankinstitute und die Geschäftsleute auf dem Platz Schweiz schon immer taten, nämlich ihre Kunstsammlungen der zeitgenössischer schweizer Kunst aufzubauen, das Opernhaus, das Zürcher Kunsthaus gesponsert und Künstler unterstützt. Es taten viele bekannte und weniger bekannte Mäzene. Die Namen werde ich nicht nennen. Von welchen verkrusteten Strukturen spricht in diesem Interview Frau Odier ist mir nicht ganz klar.
    Grundsätzlich haben die Galeristen keine Interessenkonflikte im Sinne des Interview. Vergisst man, dass nur ganze 2% der Menschheit sich für die Kunst interessiert, merkt man schnell dass es mehr Menschen auf dieser Welt gibt, die sich eher für den Fussball als für die bildende Kunst interessieren. Die Idee des Mäzenatentums ist nicht neu. Die Kunst im öffentlichen Raum ob an der Uni Zürich, ETH Zürich, ETH Lausanne sind keine Kleinigkeiten, die vom Kanton und Stadt seit Jahrzehnten gefördert wird. Dabei spielt das private Engagement geradezu eine überragende Rolle. Ein Verband der Economie Suisse, das jetzt gerade eine Abstimmung zu Minder-Initiative mit einem Fiasko abgeschlossen hat, trotz vielen, vielen Millionen, die sie in die Abstimmung investiert habe packt jetzt die Künstlerische Seite an um sich von der angenehmeren Seite präsentieren zu lassen: als Kunst – und Künstlerfreund. Das hat es ja schon in Zürich in Form und unter der Agide eine Institution die Zürcher Kunsthaus heisst und so nebenbei die Zürcher Kunstfreunde, die unterstützend im Hintergrund agieren. Befasst man sich mir der Kunst kann man sich überall einmitten. Die Künste und die Künstler sind in Zürich geschätzt und unterstützt: von Privaten, Galeristen, Sammler, Museen und ebenso von den Bankhäusern. Zürich ist nicht die Calvinstadt ist aber eine Zwinglistadt. In der Situation einer Krise des Bankensystems Ihre Künstleraugen vor dem Desaster in Syrien verschliessen zu wollen und meinen, dass nur die Organisationen den Kriegsgefangenen, den Hilfslosen helfen sollen ist nicht ganz richtig. Das was dort abläuft tangiert auch den Geist der Kunstschaffenden zweifelsohne. Dem was jetzt an der Mittelmeerküste abläuft kann sich niemand entziehen. Das ausgerechnet in der EU Leute auf die Strasse gehen um gegen unendlich schreckliche Armut zu protestieren, gegen die Arbeitslosigkeit und die Steuernerhöhungen auf viele Jahre verwundert nicht. Spekuliert haben ja die Finanzinstitute in der EU, auch doch in der Schweiz. Man denke nur an die 68 Milliarden CHF, welche der Schweizer Staat der UBS ausleihen musste, weil sich die Bank total mit strukturierten Produkten im Immobilien Bereich verspekulierte und nur dank dem guten Ben Bernanke, dem FED Chef in den USA der den Kredit an die UBS anordnete zu günstigen, sehr günstigen Konditionen, weil eine Bank die zu gross ist um sie Bankrott gehen zu lassen, das würde die ganze Schweiz aber auch die ganze Welt in die Turbulenzen stürzen. Und so sind wir in der Schweiz und natürlich bei den Banken froh, dass die UBS ummer noch gibt. Sie verdient wieder Geld. Zwar hat eine oder die andere Bank Bussen an die US IRS zahlen müssen für etwas, was alle Zeitungen der Welt genauestens beschrieben. Immer noch haben unsere Finanzinstitute mit Problemen zu befassen, weil die US IRS bis jetzt keine Ruhe gab. Die FATCA aus den USA muss man leider auch noch ernst nehmen. In dieser heikler Situation kann natürlich nur die Kunst aushelfen!!!! Oh jehmine!
    Mit “Neid” doch hat das nichts zu tun. Falls die Economie Suisse sich mit den Finanzen, die sie aus dem grossen Topf der Unternehmungen- Mitglieder erhält auch noch die Künste und die Künstler unterstützen möchte kann man das nur begrüssen. Was die Ehefrau des Herrn Schweizer Banken Präsidenten privat tut geht mich nichts an. Der Mäzen oder die Mäzenin agiert meist im Hintergrund, darum die Art ist eher das Sponsertum, weil mit viel Werbung verbunden. Vor einiger Zeit kreierte die UBS Sponserabteilung und entwickelte schon vor Jahren einige sehr interessante Veranstaltungen zu diesem Thema. Meine Kleinigkeit wurde auch eingeladen.
    Mit einem Basching hat das im entferntesten nicht was zu tun. Frau Odier lebt doch ihr Traum in einer Zeit, wenn die Nachbarn in Frankreich, in Spanien hungern, weil auch dort haben sich die Banken verspekuliert. Die rettungsschirme mussten gebunden werden und die Deutschen auch dafür bürgen. Sie dürfte aber trotzdem aufwachen und den Blick nach Griechenland werfen aber auch nach Frankreich.
    Aber wissen Sie in Russland hat es so viele Oligarchen – alles meine Landsleute und so viele Milliarden, die sie in der Schweiz jährlich bis jetzt anlegten. Gemäss der NZZ Wirtschaftsberichten flossen seit gut 15 Jahren aus Russland ca. 50 bis 70 Milliarden US$ per Jahr. Ich nehme an, dass sie das Kapital nicht in Migros anlegten. Es wurde etwa die schweizer Traditionsfirma Sulzer gekauft, die Oerlikon Bürle ehemals von den Russischen Oligarchen Wechselberg. Viele Firmen wie Gasprom, Rostelekom, Alfa Group und viele andere Rohstofftrader aus Russland traden aus der Schweiz aus. Milliarden m3 Gas und Russlands Öl werden gröstenteils über die Schweiz getradet. Dass ich mir nicht zu schade bin dorthin nach Moskau zu gehen, dort wo ich geboren bin und immer noch dort meine Familie habe um den Leuten dort zu helfen, dann wenn es notwendig war. Was mit den Leuten dort passiert interessiert doch diese Milliardäre nicht. Wahrscheinlich interessiert das Frau Odier noch weniger.
    Ich als denkende Person und ehemals Galeristin in Zürich darf auch Sie daran erinnern, dass man sich immer für das Leben der Menschen einsetzen darf, ab und zu sind das die Kunstschaffende, nicht aber explizit. Sie werden wahrscheinlich nie auf die Idee kommen anderen zu helfen, erscheint es Ihnen suspekt anderen zu helfen? Auf diesem christlichen, biblischen Prinzip ist die Neutralität der Schweiz aufgebaut. Ich bin eine Christin und gläubig.

  9. andreas furrer sagt:

    als pizzakurier betrete ich banken meist durch den personaleingang, trotzdem entgeht einem auch von hier nicht der blick auf die kunst, wenn natürlich auch “nur” von hinten. die froschperspektive wird aber ebenso unter – wie jene der kunst überschätzt. so zumindest mein eindruck.

  10. Frau Jametti: Ich bin kein Christ, vermisse “da” auch nichts, SORRY! Ich lese keine Bibel, auch nicht online. Lange Texte machen mir Kopfweh, es sei denn sie stammen von Nietzsche.

    Zitat: “Sie werden wahrscheinlich nie auf die Idee kommen anderen zu helfen, erscheint es Ihnen suspekt anderen zu helfen?”

    Danke für den Bund Stachelrosen, Frau Jametti! (Verstehe nicht ganz, womit ich ihn verdient habe)

    Ansonsten: Was wollen SIE mir eigentlich genau erzählen hier? Ich verstehe nur Galerie, bzw. Russland! Haben Sie ein Anliegen, das man/frau wissen möge?

  11. Ernesto sagt:

    Frau Odier, ich wage zu bezweifeln, dass jemand mit knurrendem Magen, nicht nur vorübergehend knurrend, auch nur
    den Hauch eines Interesses für Kunst aufbringen kann. Die elementarsten Bedürfnisse des Menschen müssen befriedigt
    sein, bevor er sich für Muse und Kunst öffnen kann. Punkt!

  12. Shelley Morgenstern sagt:

    Ich finde, Frau Odier verbindet mehrere gute Eigenschaften. Sie trägt zur Mulitkulti Gesellschaft in der Schweiz bei. Zudem ist sie eine gute Ehefrau, und sie unterstütz die Kunst mit Ihren Bemühungen. Sie hat, was man am meisten liebt, bei uns in der schönen Schweiz. Sie ist gehorsam, willig und ein gutes Beispiel. Ich lebe schon lange als Ehefrau eines Reichen Geschäftsmannes in Zürich, und habe sehr viel Mitgefühl für Frau Odier. Wir sind sehr ähnlich. Ich bearbeite auch Projekte wie Ausbau von Synagogen, und Ausstellungen über Kunst in allen Ecken der Welt. Genau wie sie bin ich nicht immer für meinen Mann zur Verfügung, aber er hat ja auch sonst immer viel Abwechslung und Spass und kann sich das ja leisten. Daneben tun wir viel für die Gesellschaft, und helfen, wo wir können. Ich bin sicher, ich treffe Frau Odier an einem der vieleln Benefiztgallas, und ich wünsche mir jetzt schon, dass wir uns auf anhieb verstehen. Nicht jeder kann sich in uns einfühle, aber wenn man etwas tolerant ist, kann man das. Ich wünsche Ihr alles Gute, und schönen Nachmittag.

  13. hp sagt:

    Liebe Shelley Morgenstern
    ich habe den leisen Verdacht, dass Sie in Wahrheit Philipp Rittermann heissen und ein wirklich subtiler Satiriker sind.
    Meine Bewunderung!

  14. Bruno Biondi sagt:

    Ich finde es ein Glück für diese Frau, dass Sie durch Ihre Möglichkeiten Raum schafft für Kunst, Raum für Gedanken, Raum für Kritik. Weiter so.