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«Ich arbeite auf einer Insel in einem entschleunigten Beruf»

Mathias Morgenthaler am Samstag den 2. März 2013
David Schäfer, Möbelbauer

David Schäfer, Möbelbauer


Wenn David Schäfer in der Umgebung von Winterthur unterwegs ist, hält er Ausschau nach Baumstämmen, die er in seiner Werkstatt in Tische, Schränke oder Betten verwandeln kann. Der 35-jährige Möbelbauer schätzt es, im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Karrierepläne hat er keine. Sein einziger Wunsch: sein Metier noch möglichst lange ausüben zu können. PDF-Datei zum Download

 

Herr Schäfer, Sie arbeiten als Möbelbauer in eigener Werkstatt. Wie sind Sie auf den Holzweg gekommen?

DAVID SCHÄFER: Ich war als Kind oft in der Natur und hatte viel mit Holz zu tun. Wie fast alle Buben hatte ich ein Töffli und werkelte daran herum, aber am meisten mochte ich mein selbst gebautes hölzernes Modellschiff. Holzspäne reizten mich viel mehr als die Arbeit mit Metall und Kettenöl.

 

Schon zwei Jahre nach der Schreinerlehre haben Sie sich selbständig gemacht. Hatten Sie Mühe, unter einem Chef zu arbeiten?

Nein, aber ich wollte nicht nur in der Werkstatt oder auf Montage sein, sondern einen längeren Prozess begleiten. Heute kommen Kunden mit ihren Wünschen zu mir, ich berate sie, suche das passende Holz, mache Ihnen Vorschläge, gestalte die Form und liefere das Produkt am Ende zu ihnen nach Hause. Das ist eine sehr vielfältige, befriedigende Arbeit.

 

Hatten Sie keine Angst, sich in so jungen Jahren selbständig zu machen? Andere spielen ein Arbeitsleben lang mit dem Gedanken und trauen sich trotzdem nicht.

Vielleicht ist es einfacher, wenn man jung und blauäugig ist. Heute würde ich mir mehr Gedanken machen. Am Anfang habe ich viel herumtelefoniert, um Kunden zu finden. Zum Glück gab es einen Architekten, der mir von Beginn weg vertraute, und ein paar Aufträge von Bekannten und aus der Nachbarschaft als Starthilfe. Zudem konnte ich bei der Verwaltung Böden reparieren. Dann wurden die Aufträge immer vielseitiger und spannender. Manche Sonderwünsche, etwa einen schiefen Schrank zu bauen, der in eine Dachschräge passt, sind sehr knifflig. Wenn man dann eine gute Lösung findet, ist die Befriedigung umso grösser. Die Möbel für meine eigene Wohnung habe ich alle selber gemacht, das ist mein Training.

 

Mit was für Holz arbeiten Sie?

Zu Beginn kaufte ich die Ware in einer Holzhandlung ein. Dort bekommt man im Idealfall Holz aus Deutschland oder Frankreich. Seit einiger Zeit suche ich mir mein Holz in der Natur. Es werden so viele Bäume gefällt und verbrannt, die ein wunderbares Ausgangsmaterial für Möbel hergäben. Hier in der Gegend von Winterthur gibt es einen grossen Bestand an Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Zwetschgenbäumen. Für meine Kundschaft ist das sehr speziell, wenn sie einen Tisch oder einen Schrank kaufen kann, der sozusagen in der Region gewachsen ist.

 

Sie durchstreifen also die nähere Umgebung mit dem Blick eines Jägers und spähen nach schönen Baumstämmen?

Wenn ich sehe, dass Bäume zum Fällen gekennzeichnet sind oder Baumstämme am Boden liegen, dann frage ich nach Möglichkeit bei den Besitzern nach. Ob es gutes Holz ist, weiss ich immer erst, wenn ich den Stamm aufschneide. Das ist wie ein Wunderei, voller Überraschungen. Manche sind morsch oder weisen Verfärbungen auf, andere sind sehr dicht und von klarer Struktur. So oder so ist es ein Metier, das Geduld braucht. Wenn ich den Baum aufschneide, muss ich die Holzplatten nachher mindestens zwei Jahre in der Werkstatt trocken lassen. In der Trockenkammer geht es ein wenig schneller, aber dann wird das Holz unruhig, es verzieht sich.

 

Verkaufen die Bauern ihr Holz gerne an den Schreiner?

Das ist unterschiedlich. Manche sind stolz, wenn ich es veredeln kann, andere wollen es lieber verbrennen und manche haben das Gefühl, ihr Holz sei wertvoller als Gold.

 

Was kostet Sie so ein Baumstamm?

Das hängt von vielen Faktoren ab, von der Sorte, vom Alter, von der Grösse, der Krümmung. Es gibt eine Tabelle vom Försterverband, die mir Anhaltspunkte liefert. Bei schönem Holz kostet ein Stamm schon ein paar hundert Franken. Es ist in jedem Fall eine Investition ins Ungewisse: Erst wenn der Baum gefällt, abtransportiert und zersägt ist, sehe ich, was er für mich wert ist. Im schlechtesten Fall kann ich das Holz immer noch fürs Heizen brauchen. Das ist der Vorteil im Vergleich zur Spekulation mit Aktien: der Heizwert ist beim Holz klar höher. (Lacht)

 

Man hat den Eindruck, das Handwerk habe heute einen schweren Stand. Die Leute kaufen entweder Billigmöbel bei internationalen Ketten oder Prestigeobjekte beim Designer. Setzt Sie das unter Druck?

Nein, ich fühle mich sehr wohl in meiner Nische. Natürlich muss ich manchmal erklären, warum meine Möbel teuer sind als die Tische und Schränke bei Ikea, aber viele Kunden schätzen es, dass sie ihre Ideen und Wünsche mit einem Fachmann besprechen können und genau wissen, wo der Baum gewachsen war, bevor er zu einem Möbel verarbeitet wurde. Langlebigkeit gewinnt wieder an Bedeutung, heute, wo das Meiste so kurzlebig ist. Letztes Jahr hat ein 70-jähriger Kunde bei mir ein Birnbaumbett bestellt. Er sagte mir, er möchte seiner Frau ein schönes neues Bett schenken. Das andere hatte die ersten 35 Ehejahre gehalten.

 

Wie lange brauchen Sie für eine solche Arbeit?

Das hängt stark vom Holz ab. In der Regel sechs bis acht Wochen ab Bestellung. Ausser der Kunde bringt eigenes Holz mit, das noch trocknen muss. Ich lasse mich nicht drängen, sondern versuche, im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Das wirkt sich positiv auf die Möbel aus – und natürlich auch auf meine Lebensqualität. Ich arbeite hier auf einer Insel in einem entschleunigten Beruf. Wenn man zu sehr aufs Gaspedal drückt, leidet die Qualität. Deshalb fotografiere ich auch immer noch gerne mit meiner alten Leica. Mir gefällt die analoge Technologie, bei der es aufs Warten und genaue Hinschauen ankommt. Man muss Geduld haben, um den Auslöser im richtigen Moment zu drücken.

 

Ist das nicht ein sehr einsamer Beruf?

Nein. Ich arbeite zwar oft allein, aber ich fühle mich dabei nicht einsam – das Holz stellt mir ja laufend neue Aufgaben, manchmal plagt es mich auch. Ich bin in Balance, auch was die Kundenaufträge angeht. Früher dachte ich manchmal: Was ist, wenn diese Aufträge erledigt sind, kommt dann überhaupt etwas nach? Mit der Zeit merkte ich: Immer, wenn ich anfing, mir ein wenig Sorgen zu machen, kam ein Anruf, ein Auftrag. Darauf kann ich vertrauen. Mein Geschäft ist langsam und organisch gewachsen, wie ein gesunder Baumstamm.

 

Haben Sie Ziele für die nächsten Jahre?

Nein, ich mache keine Karriereplanung. Ich bin ja heute schon Chef, höher aufsteigen geht nicht, aber gleichzeitig bin ich auch Bürolist, Sekretärin, Lehrling. Mein grösster Traum ist, dass ich mit der gleichen inneren Befriedigung so weiterarbeiten kann. Manche arbeiten ein halbes Jahr in einem Projekt und am Ende passiert nichts. Ich kann Baumstämme vor dem Feuer retten und rohe Bretter in schön geschliffene und geölte Möbelstücke verwandeln. Was will man mehr?

Kontakt:
www.flugspan.ch

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18 Kommentare zu “«Ich arbeite auf einer Insel in einem entschleunigten Beruf»”

  1. Lena Stocker sagt:

    Was für ein Lichtblick an diesem Hochnebelmorgen. Danke für das Interview und die Inspiration!

  2. Eric Cerf sagt:

    Alle Achtung vor diesem jungen Mann! Heutzutage drängen doch sonst die meisten Jungen in Berufe, wo sie den ganzen Tag nur vor dem PC sitzen, keine schmutzigen Hände kriegen und schön Geld verdienen können. Kaum vorstellbar, dass Hr. Schäfer mit seiner schönen Buez reich wird. Solange da keine Familie mit Kindern ist, die versorgt werden muss, geht die Rechnung für ihn sicher auf. Aber wehe, wenn es mal anders werden sollte, dann kommen die Sachzwänge! Dann steht auch ihm der Gang ins Hamsterrädli bevor, wie so vielen in der CH. Drücke Hr. Scchäfer fest die Daumen, dass alles so bleibt wie es heute ist, und er hoffentlich ohne fremde Hilfe über die Runden kommt.

  3. Daniel sagt:

    Das lässt sich natürlich aushalten! Genial!

  4. Pius Tschirky sagt:

    Mittelfristig müssen wir alle so eine Einstellung haben, wie dieser Mann!

  5. Gina sagt:

    Seine ganze Einstellung. Das ist für mich ein wahrhaft reicher Mann. Alles Gute für die Zukunft.

  6. Robert sagt:

    Ich kann Hr. Schäfer sehr gut verstehen. Ich befinde mich derzeit noch im CH-Hamsterrädli. Bin aber am Vorsorgen für die Entschleunigung und baue eine Fischfarm in Afrika auf. Eine sehr grosse Befriedigung und Spannung ohne Ende. Ich wünsche Herrn Schäfer alles Gute und viel Glück.

  7. Lukas Aeschbacher sagt:

    Wir haben einige Möbel vom Schreiner machen lassen. Das hatte etliche Vorteile für uns, so entsprechen die Möbel unseren Vorstellungen, sie nutzen den Raum optimal aus (da speziell dafür angepasst), und sie sind von hervorragender Qualität. Kommt hinzu, dass CH-Handwerker beschäftigt waren. Da nehme ich den Aufpreis gegenüber Fertigprodukten gerne in Kauf. Wenn nun – wie von Hrn. Schäfer – sogar lokales Holz verbaut wird, so ist das eigentlich optimal. Ich würde sofort bei ihm bestellen, wenn ich Bedarf hätte. Ich wünsche ihm viel Erfolg für sein Geschäft und viel Freude und Erfüllung bei seiner Tätigkeit.

  8. Ike Conix sagt:

    Obwohl ich es in meiner Jugend mehr mit Kettenöl und Metall zu tun hatte, würde ich diesem Schreiner jederzeit ein Möbelstück abkaufen. Vor allem auch darum, weil er seinen Beruf völlig glaubwürdig und esoterikfrei auszuüben scheint. Nichts von “Mondholz” oder anderem anthroposophischem Hokuspokus, sondern ganz einfach Möbel aus gutem, einheimischem Holz. Und ein 70jähriger, der seiner Frau ein neues Bett schenkt, zeigt wahre Liebe und kann sich darum nicht irren.

  9. Eric Cerf sagt:

    Hand aufs Herz: Wer von uns kann denn so ein Leben führen wie der Möbelbauer Schäfer? Eben. Nur ein kleiner Bruchteil der Arbeitenden in der CH ist nicht angestellt und kann machen was er will und was ihm auch Spass macht. Alle anderen müssen im Laufe eines Angestelltenlebens ihren Charakter total verbiegen, damit sie der Chef nicht sofort rausschmeisst! Nie zeigen was man wirklich denkt, immer schön “sMännli”machen und den Gesslerhut demütig grüssen, ist angesagt. Ob ich aus genau diesen Gründen so viele gefrustete Menschen am Morgen auf dem Weg zur Arbeit im Tram/Bus/Zug antreffe? Den fisteren, gleichgültigen Mienen nach zu schliessen, wohl schon. Aufgepasst: es gibt auch viele Selbständige, die finanziell dermassen unter Druck stehen, dass ihnen das Wasser bis zum Halse steht! Unsere Leistungsgesellschaft ist brutal und sortiert alle gnadenlos aus, die den Druck nicht mehr aushalten können. Es gibt immer mehr Menschen, die nicht mehr können, und deswegen für Hilfe zum Psychiater rennen. Und erhalten dann als Medizin oft nur leeres Geschwätz und billiger Trost, ohne Substanz und Tiefgang. Hr. Schäfer hingegen, hat sehr viel Glück, dass er zur richtigen Zeit mit einer guten Idee, am richtigen Ort ist. Es sei ihm gegönnt.

  10. Wenn sich Angestellte, z.B. von Starbucks, in kleinen Gruppen zusammentun und jede sich eine gute Occasion Kaffeemaschine kauft, kann sie den Kaffeeliebhabern wirklich Handgemachten Kaffee anbieten und erst noch mehr verdienen. Wir müssen daran glauben, dass die grossen Konzerne unnütz sind und Sklaven produzieren was Menschen unglücklich macht. Ich z. B. würde die Milch von einem Kleinbauern kaufen, das Brot von einem Dorfbäcker, vieles andere ebenfalls. Ich möchte mein Gegenüber spüren und auch schwatzen können. Mein Herz sehnt sich danach.

    Ich selber habe begonnen Hunde in New York zu spazieren. Heute habe ich einen Namen und werde empfohlen. Ich habe keine Lust auf eine KARRIEREPLANUNG!, das ist die dümmste Sache der Welt. Heute, weil ich meine Arbeit wirklich liebe, beherberge ich auch Hunde wie Hotelgäste und verkaufe das selbst gemachte, gesunde und natürliche Futter. Ich verbreite mit meiner Stimmung eine gute Atmosphäre, welche die Kunden schätzen und die Hunde lieben. Und, ich verdiene mehr als ein Banker, obwohl ich das nie geplant hatte.

    Wenn man sich natürlich entwickelt, kommt alles richtig, man muss nur seinem Herzen folgen. So wird man zum Beispiel für viele unsichere Menschen

  11. Peter Gyr sagt:

    Chapeau! Ein sehr schönes Beispiel, seinen Weg zu suchen, zu finden und zu begehen. Das macht Mut! Herzliche Gratulation und weiterhin viel Freude bei der Entschleunigungsarbeit!

  12. Angela Nussbaumer sagt:

    Ein Hoffnungsträger. Wie schön!

  13. Markus Troendle sagt:

    Welch ein Zusammentreffen. Eben heute höre ich von zwei CS-Karrierebänkern gegen 40, dass sie sich irgendeine Alternative aufzubauen gedenken – bevor sie den zweiten (!) Burnout erleben oder eben nicht mehr. Es braucht nicht mehr so lange, dass unsere Wirtschaft wieder in Richtung Qualität und Einzelunternehmer geht – so hoffe ich. Die heutige Form bringt zusehends angepasste Unzufriedene oder Leute hervor, die ausgestiegen sind, bevor oder weil sie krank wurden, beides können wir nicht so stehen lassen. Zudem fehlt bei vielen Leuten die Freude an ihrer Arbeit, nicht dass sie nicht gerne arbeiten würden, aber die Grossraumbüros, die ewige Weiterbilderei (wozu?) und stete Unruhe ist wohl nicht das, was wir Menschen brauchen. Dazu kommt die Verbürokratisierung aller Tätigkeiten und nicht enden wollende Umstrukturierungen. Eine Saumode, die von der Privatwirtschaft schon längst auch auf Bund und Kantone übergeschwappt ist. Da gibt es dann solch unmögliche Situationen, dass ein Abwart im Thurgau eine grosse Militäranlage alleine unterhält, weil die anderen beiden des früheren Dreierteams eingespart wurden. Zur Unterstützung erhält er monatlich wechselnde WK-Soldaten, was natürlich für beide Seiten unbefriedigend ist. Dafür lässt letztes Jahr irgend ein grossartiger Informatik-Heini beim Bund dann mal eben 100 oder 150 Millionen den Bach runter in einem dieser Projekte, was halt “passieren kann”. Oder das Führungsunterstützungs-System der Armee, welches mit 700 Millionen Investitionen ein noch stolzeres Flaggschiff des “Change” und der New Technology sein wollte – und nach 10 Jahren still und heimlich beerdigt wird. Zum Glück kenne ich bloss diese beiden Fälle, aber abschliessend ist diese Aufzählung bestimmt nicht. Ich plädiere für einen Wertewandel. Irgend etwas ist aus der Balance geraten im täglichen Leben von Herr und Frau Schweizer. Wo Projektmanager und externe IT-Strategen von einem Tag auf den anderen mehr Gewicht haben, als jahrelange Mitarbeiter und Kenner der Abläufe, da stimmt etwas fundamentales nicht mehr. Mir kommt es so vor, als ob viele Dinge kompliziert und komplexisiert würden, so dass am Schluss die Chefs die Übersicht verlieren und sich mit externen “Fachleuten” aller Couleur umgeben. Den Output kann man dann getrost auf “veränderte Rahmenbedingungen”, “unvorhersehbare Komplikationen” und “technische Unwägbarkeiten” abschieben, die Fachleute sind sowieso nicht in der Linie und als externe Consultants schon beim nächsten Auftrag. Es passt mir nicht mehr zusammen, dass eine Poststelle nach der anderen geschlossen wird oder in eine lächerliche Dorfladenfiliale mit uneinheitlichem, beschnittenene Serviceangebot umgewandelt wird und dies alles unter dem Titel “Kosten”, gleichzeitig die zentralisierte Bürokratie mit unzähligen Accountants ins Unermessliche steigt. Dasselbe bei den SBB, Herr Meier verdient das Doppelte seines Vorgängers und somit das dreifache eines Bundesrates, schafft es aber nicht, saubere WCs zu garantieren und zieht stattdessen das Personal von allen Bahnhöfen ab. Wenn es auch scheint, dass ich hier einige Dinge durcheinander bringe, so will ich zum Schluss kommen: Querbeet durch die Arbeitswelt ist ein Unbehagen auszumachen und viele Leute, die gerne arbeiten wollen, verlieren die Motivation weil durch stete Standardisierung, Zentralisierung und Rationalisierung der Eigenantrieb genommen wird. Oder tönt es für irgendjemanden logisch, gegen eine Milliarde für gescheiterte Informatikprojekte zu verbrennen beim Bund in den letzten 10 Jahren und im Gegensatz dazu unter dem Titel Kosteneinsparungen die Infrastruktur der Armee verlottern zu lassen, in dem man das Personal abzieht? Unter welchem Titel wollen wir Schweizer, dass die Post zwar gegen eine Milliarde Gewinn macht jedes Jahr – der dem Bund als alleinigem Eigner zusteht – anderseits die Pöstler von Mc Kinsey-Beratern geschliffen, mit der Stoppuhr bemessen und jede zweite Filiale dieses Landes geschlossen wird? Wir können dieses Pendel wieder in die andere Richtung ausschlagen lassen. Das Berücksichtigen des lokalen Gewerbes, Qualität statt Quantität und statt Amazon oder ex libris mal wieder in die hoffentlich noch geöffnete Buchhandlung gehen – dies kann ein Anfang sein, die Liste kann jeder nach seinem sicherlich vorhandenen und vielleicht bloss etwas vom Mainstream unterdrückten gesunden Konsumentenempfinden verlängern. Man möge aus der Deckung schreiten!

  14. Josef Schmid sagt:

    glücklicher Schreiner, glückliche Bäume, glückliche Leser…danke Herr Morgenthaler !

  15. Beat sagt:

    … Und plötzlich sieht man den ehemaligen Berufsschulkollegen in der E-Zeitung.
    Gratuliere David! Bleib dran an unserem Beruf!
    Gruss Beat

  16. Ferdi KLOTZ sagt:

    Super Typ.Super Arbeit. Gruss

  17. beat lauper sagt:

    Die meisten Leutchen fragen sich nie, was ihre wirklichen Interessen sind, sondern beantworten die Berufsfrage mit Geldverdienen. Auch ich hatte die Passionsfrage ins Zentrum gestellt, meine Komilitonen landeten alle bei den Banken und Versicherungen. Heute bin ich zwar um ein Vermögen weniger reich, die Rechnungen sind bezahlt, aber ich habe bedeutend mehr Lebensqualität mit der Familie und Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Es braucht Mut auszuscheren.

  18. markus hollenstein sagt:

    Sehr schön alle die Berichte der letzten Wochen nochmals durchzulesen. Von klein und bescheiden bis gross und mächtig…..
    Vielen Dank für die verschiedenen Persönlichkeiten