Das neue Sturmduo

Rrr am Sonntag, den 5. September 2004 um 10:39 Uhr

Deutschland, wir kommen! Nach dem 6:0 über die Färöer-Inseln ist bei der Schweizer Nati wieder alles in Butter.

Unser Funkbild aus Basel: Rey (links) umarmt nach dem 4:0 seinen Sturmpartner Vonlanthen (rechts). Der Pass kam übrigens von Benoit (halbrechts verdeckt).

Serie zur Serie A (3). Die Neuen: Fiorentina

Dr. Eichenberger am Sonntag, den 5. September 2004 um 8:29 Uhr

Wer über Fiorentina Bescheid wissen möchte, muss Wirtschaftsfachmann sein. Wie es der Verein geschafft hat, nach der Pleite, in die ihn sein Besitzer Vittorio Cecchi Gori geritten hat, schon wieder bei den Grossen mitzuspielen (Fiorentina gewann als 6. der Serie B das Ausscheidungsspiel gegen Perugia, den viertletzten der Serie A), ist höchst undurchsichtig. Cecchi Gori, Filmproduzent und Abgeordneter der Partito Popolare, kaufte den Verein 1990, stieg später in das Fernsehgeschäft ein und erwarb die Sender Telemontecarlo, Videomusic und TMC2. Er verstand sich, politisch und fussballmässig, stets als Gegenspieler seines Feindes Sivlio Berlusconi. Just diesem musste er 2001 aber den Lieblingsspieler der Fans, Rui Costa, verkaufen, eine Transaktion, die nicht mehr verhindern konnte, dass der Klub und Checci Goris Imperium bankrott gingen. Fiorentina wurde in die C2 degradiert und machte nach einer Neugründung unter dem Name Florentina Viola einen Neuanfang. Präsidiert wurde die Florentina Viola interimistisch von keinem geringerem als dem linken Sindaco von Firenze, Leonardo Domenici. Der unglückliche Checchi Gori brachte als Präsident immerhin manch illustren Spieler nach Florenz, daruner Batistuta (ihn kaufte er 1991, er blieb 9 Jahre in Florenz), Brian Laudrup, Effenberg, Toldo, Baiano, Baggio, Rui Costa, Heinrich, Edmundo, Oliveira, Torricelli, Mijatovic, Chiesa, Nuno Gomes. Und Angelo Di Livio: der frühere Juve- und 40fache Nati-Spieler kickt seit 1999 in Florenz, machte alle Tiefen des Vereins mit und ist zur Symbolfigur der Violetten geworden. Am direkten Aufstiegen von der C2 in die Serie A mitbeteiligt war auch der Stürmer Christian Riganò (23 Tore letztes Jahr in der Serie B), der sich nun mit 30 Jahren erstmals im Schaufenster der Serie A präsentieren darf. Verstärkt hat sich der Club, der sich heute ACF Fiorentina nennt, mit dem Japaner Nakata (von Bologna), dem Nigerianer Chris Obodo (von Perugia), dem Däne Martin Jorgensen (von Udinese), dem Internationalen Fabrizio Miccoli (von Juve) und dem ausgeliehenen Stürmer Javier Portillo (von Real Madrid). Neu in violett kleidet sich auch der Tscheche Tomas Ujfalusi, 26jähriger Mittelverteidiger vom HSV, der von sich behauptet, stärker zu sein als Nesta. Schnösel! Für all die Neuzuzüge waren im Verein plötzlich wieder über 17 Millionen Euro vorhanden. Ihren Griechen übrigens haben die Florentiner gekauft, als dies noch nicht so in Mode war: Zisis Vryzas kam 2003 von Perugia. Prognose: gesichertes Mittelfeld.

Spuckt grosse Töne: Tomas Ujfalus (links) neben Trainer Mondonico.

Serie zur Serie A (2). Die Neuen: Cagliari

Dr. Eichenberger am Samstag, den 4. September 2004 um 14:02 Uhr

Die blau/roten Tenus von Cagliari Calcio ähneln jenen des FC Barcelona oder des FC Basel. Aber auf Sardinien ist alles ganz anders. Cagliari pendelt regelmässig nicht nur zwischen der Insel und dem Festland, sondern zwischen der Serie A und der Serie B. Die glorreiche Vergangenheit liegt weit zurück: 1970 wurde Cagliari mit dem grossen Gigi Riva Meister, was die ganze Insel in Ekstase versetzte.


An Cagliari haben wir Schweizer besonders gute Erinnerungen. Vor unserem Auge sehen wir, als wäre es gestern gewesen, wie am 14. Oktober 1992 im Stadion Sant’Elio der italienische Torhüter Marchegiani in der 22. Minute beschloss, unseren Stürmer Chapuisat zu umdribbeln. Das ging bekanntlich schief und die Schweiz führte 0:2, nachdem Ohrel schon zum 0:1 getroffen hatte. Roberto Baggio (83.) und Eranio (90.) retteten Italien kurz vor Schluss vor der Blamage. Das Rückspiel gewann die Schweiz im Wankdorf 1:0 (Tor durch Hottiger) und fuhr mit Trainer Roy Hodgson an die WM in die USA. Im gleichen Stadion schnupperte der GC-Spieler Ramon Vega in der Saison 1996/97 während 14 Spielen für Cagliari Serie-A-Luft, bevor er sein Zelt in Tottenham aufbaute. Bref, das denkwürdige Stadion Sant’Elia im sonnigen Cagliari wurde gänzlich ohne schattenspendendes Dach gebaut. Dafür war im Verein lange Feuer unter selbigem. Die Frage, die die Fans nach dem Wiederaufstieg, auf den sie vier Jahre gewartet haben, in Rage brachte, lautete: bleibt Gianfranco Zola oder nicht? Gegen den 38jährigen, der seine ersten Bälle 1984 beim sardischen Verein Nuorese in der C2 trat, bevor er zu einer glanzvollen Karriere aufbrach (Napoli an der Seite von Maradona, Parma, Chelsea, ein Stammplatz in der Nationalmannschaft) und wesentlich am Aufsteig von Cagliari beteiligt war (13 Tore in der letzten Saison) – gegen ihn stellte sich der Präsident Massimo Cellino, der dem Spieler vorwarf, ein zu hohes Gehalt zu fordern und verkündete, er plane die neue Saison ohne Zola. Cagliaria in der Serie A ohne Zola: das war zuviel für die Fans: sie streikten bei der ersten Zusammenkunft der neuen Mannschaft. Die Entwarnung kam Ende Juli, als sich die Parteien doch noch auf einen neuen Vertrag einigen konnten. Für Aufsehen sorgte der Präsident schon kurz nach dem Wiederaufsteig, als er seinen neuen Trainer vorstellte: den unbekannten Daniele Arrigoni, letzte Saison beim Serie C-Klub Frosinone und zuvor je ein Jahr in Sizilien in der Serie B bei Messina und Palermo beschäftigt. Star bei Cagliari ist der Stürmer David Suazo, der 1999 auf die Insel kam – 19 Tore letzte Saison. Treffsicher zeigte sich auch Mauro Esposito: 17 Tore. Spuren hinterlassen hat bei Cagliari die EM in Portugal. Neu soll der Grieche Katergiannakis bei den Sarden das Tor hüten. Ihnen, den Griechen, werden wir in dieser Serie noch einige Male begegnen. Prognose: Abstiegsgefährdet.

Gianfranco Zola bleibt ein Sarde

Papageientaucher

Rrr am Samstag, den 4. September 2004 um 11:13 Uhr

Die Nationalspeise der Färöer Inseln ist übrigens gefüllter Papageientaucher, ein leicht verträgliches Gericht, das man gern zusammen mit Pellkartoffeln und Konftüre verspeist. Man sollte darauf achten, daß man die Vögel halbwegs dicht zunäht, da der Teig ansonsten im Kochwasser herauskommt.

Dann den Kopf, die Flügel und den Schwanz abschneiden. Die Innereien und den Nackenknochen entfernen. Vögel waschen und rupfen. Halsöffnung zunähen, Vögel füllen mit einer Mischung aus Margarine, Zucker, Ei, Mehl, Backpulver und Rosinen.

Die Füllung in die Papageientaucher drücken und auch die Hinteröffnung vernähen. Die Vögel in Salzwasser 1-1,5h kochen. Weitere Fäoer-Rezepte gibts hier.

Serie zur Serie A (1). Die Neuen: Atalanta

Dr. Eichenberger am Freitag, den 3. September 2004 um 17:56 Uhr

Das wie Inter blau-schwarz gestreifte Atalanta ist eine klassische Liftmannschaft Italiens, die regelmässig zwischen der Serie A und der Serie B pendelt. Mehr als 6 A-Saisons in Folge (zwschen 1988 und 1994) brachten Mannen aus Bergamo nicht zustande. Auch in dieser Saison ist der Erhalt der Klassenzugehörigkeit das einzig erstrebenswerte Ziel, der Nichtabstieg würde vom Präsidenten Ruggeri wie ein Titelgewinn gefeiert. Atalanta profitierte Ende Saison davon, dass die Serie A unverständlicherweise von 16 auf 20 Mannschaften aufgestockt wird und schaffte den direkten Aufstieg gerade noch als 5. der Serie B. Teure Transfers kann sich der Verein nicht leisten. Atalanta gilt als Talentschmiede und finanziert sich regelmässig durch den Verkauf von Jungstars aus den eigenen Reihen. Die Hoffnungen von Trainer Andrea Mandorlini, der die Bergamasken in die Serie A führte, ruhen auf drei ehemaligen Milan-Spielern. Der Verteidiger Luigi Sala wechstelte 2001 von Mailand nach Bergamo, spielte letzte Saison in Chievo und findet jetzt zurück. Mit Sala kam der von Milan einst als Stürmertalent verpflichtet Gianni Comandin, der sich aber gegen die Konkurrenz (Shevchenko, Pipo Inzaghi) nicht durchsetzen konnte. Neu trainieren wird unter Mandorlini Demetrio Albertini, der letzte Saison bei Lazio nicht viel zum Einsatz kam, zuvor mit Milan aber alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Prognose: Abstiegsgefahr.


Demetrio Albertini (das ist der Mann rechts im Bild) und sein neuer Präsident.

Erhellendes von Heller

Dr. Eichenberger am Freitag, den 3. September 2004 um 17:36 Uhr

Der Wiener Multimediakünstler und bekennender Sporthasser André Heller soll an der WM 2006 ein Kulturprogramm für 30 Millionen Euro kuratieren. Dass wir uns schon jetzt darauf freuen dürfen, zeigt sein Interview im Spiegel Ein Bonmot daraus: «Ich fand es mutig, einen nicht gerade pflegeleichten, exzentrischen Ausländer wie mich zu nehmen, von dem jeder weiss, dass ihn die Gesellschaft einer anmutigen, wohlriechenden Dame mehr interessiert als elf verschwitzte, Trikot tragende Mannsbilder.»

Unser Bild: André Heller, bis zur Unkenntlichkeit verkleidet als YB-Fan, im Zug von Wien nach Berlin. (Foto: Pinarello)

So wollen sie spielen

Rrr am Freitag, den 3. September 2004 um 14:15 Uhr

Dimmalaetting, die Tageszeitung der Färöer-Inseln, geht davon aus, dass die Färinger morgen in Basel in dieser Aufstellung antreten werden.

Es fällt auf, dass Johannesen in die Innenverteidigung gerückt ist und Joensen das rechte Coulour abdecken wird. Johnsen im Mittelfeld wird viel Laufarbeit leisten müssen, zumal hinter den Sturmspitzen noch Björn Borg spielt, der ja bereits älter ist.

Auf jeden Fall spielt der Färinger ein mutiges 4-4-2-System.

Die Färöer

Rrr am Freitag, den 3. September 2004 um 9:14 Uhr

Am Samstag kommen ja die Färöer nach Basel, und da stellt sich natürlich die Frage: Was macht eigentlich so ein Färinger den ganzen Tag auf seiner Insel?

Nun, es ist leider so, dass der Färinger trotz weltweiter Proteste jedes Jahr hunderte von Pilotwalen, Schnabelwalen und Delfinen grausam abschlachtet, wie der WWF mitteilt. Für Blick-Leser: Die Bilder gibts hier.

Für alle anderen: Es ist schockierend! Und es gibt wohl nur eine Lösung: Kauft keinen Färöer-Fisch mehr! Danke.

Vorfreude

Dr. Eichenberger am Donnerstag, den 2. September 2004 um 14:55 Uhr

Noch neunmal schlafen, bis endlich auch für die Kicker der Serie A der Berufsalltag beginnt. Darauf freuen sich die beiden Neuen von Juventus, Fabio Cannavaro (links) und der Schwede Zlatan Ibrahimovic (ex Ajax).

Für alle GewohnheitsseherInnen des Deutschen Sportfernsehens haben wir auf dem Foto 1 Fehler versteckt. Den Unterschied entdecken. Und sofort
anrufen!

Gross in Grosny

Rrr am Donnerstag, den 2. September 2004 um 9:56 Uhr

Im UEFA-Cup hat der FC Basel ein attraktives Los gezogen: Das Team von Christian Gross spielt in der ersten Runde gegen Terek Grosny.

Hinweis für den Chauffeur des FCB-Cars: Grosny ist im Prinzip über drei Zufahrtswege zu erreichen, nämlich aus Norden, Westen oder auch Osten. (siehe Grafik)

Mutti ist immer dabei

Dr. Eichenberger am Mittwoch, den 1. September 2004 um 17:38 Uhr

Ertappt: Ronaldo küsst seine neue Flamme Daniela Cicarelli – mit spitzem Mündchen, wie es Mutti (rechts) gelehrt hat. Ihre zukünftige Schwiegtertochter hat sie schon ins Herz geschlossen, hat doch Daniela, eine begeisterte Freizeitläuferin, Söhnchen Ronaldo zu einem gesünderen Lebensstil mit viel Joggen und ausgewogener Ernährung bewegen können. Braver Junge! Am 8. September trifft sich Familie Ronaldo in Berlin vor dem Länderspiel gegen Deutschland mit Mutter Yakin und Söhnchen Hakan im Café Einstein zu Kaffee und Kuchen.

3. RAFT in Magdeburg (2003)

Natischer am Montag, den 26. Mai 2003 um 23:34 Uhr

TEE-Rail-Alliance-Fussballturnier
Samstag, 07. Juni 2003; Magdeburg

«Geili Sieche!»

«Geili Sieche!»

Schweizer Meister?
Was hatten wir uns für Ziele gesteckt…..!?!? Nach dem triumphalen Erringen des Titels in Frankfurt, der anschliessenden, tragischen Niederlage in Bern und der Teilnahme nur einer CH-Mannschaft am Wiener Turnier sollte der Schweizer Meistertitel unbedingt zurück in VIDEC-Hände! Unsere Mannschaft schien zumindest auf dem Papier um Klassen besser als auch schon. Der Internationale Pädu, eigens zu diesem Turnier aus der Basler Elf entrissen, die am kommenden Wochenende an der Schweizermeisterschaft der offiziellen SBB-Fussballer teilnehmen wird, schien allein schon Garant für einen Podestplatz zu sein. Und da sich diverse Leute dieses Jahr sogar sportlich aufs Turnier vorbereitet hatten, rechneten wir insgeheim schon etwas mit dem Turniersieg. Nun, es kam bisi anders, aber dazu später mehr…

Organisatorisches
Auch dieses Jahr ein dickes Merci an die Herren Weini und Reto, die wiederum für den Schweizer Teil des Organisierens zuständig waren.

Dank auch an die OWAYO GmbH in Regensburg, die das nagelneue, eigens zu diesem Zweck designte VIDEC-Dress nicht rechtzeitig liefern konnte. Zum Glück hatten wir auch noch unser Auswärts-Dress mit im Gepäck und mussten somit nicht nackt aufs Feld. Oh, apropos „nackt“ ….. da fällt mich noch was ein….. aber egal…..vielleicht später mehr dazu…… 

Das grösste „Merci“ hier aber ans OK der Magdeburger unter der Leitung von Thomas Arendt, das zweifellos das bestorganisierte Fussballturnier Europas auf die Beine stellten! Chapeau! Wer fährt schon mit einem Extratram zum Fussballplatz?!!???! *standingovation*

Die Schweizer Dream-Teams

TSV 2000 VIDEC GmbH Seleção (in alphabetical order)
Garbely Adrian P-IT-e
Hofmann Sandro KOM-IK
Schwarz Daniel P-IT-e
Stalder Adrian P-KS-BN
Werlen Ralf P-KS-CC
Wild Patrick P-IT-KS
Zeier Christian P-CS-MCH

Die Nicknames stehen sie dann hoffentlich im näxten Jahr auf den Trikots….

SBB for Fun (in alphabetical order)
Bachofner Dani P-FV-IP
„Bachofner“ Andrea Profi-Fussballerin?
Hertig Stefan P-RV-MA
Karlen Sara P-FV-FA
Rosetti Gabriel P-FV-PM
Schmalz Jean-Claude P-KS-GE
Staub Reto P-FV-KA
Weingart Stefan P-FV-IP

Das zweite SBB-Team bestand grösstenteils aus Profisportlern – so waren dann auch deren Resultate weniger erstaunlich…

Die Anreise
Die VIDEC Seleção hätte wirklich gerne im Speisewagen der Mitropa reserviert und damit deren Bankrott noch um ein paar Jahre hinaus gezögert, aber bei den Reservationsbedingungen war der Entscheid relativ einfach, selber ein mittelgrosses Frückstücks-, Apero- und Mittagessenbuffet mitzunehmen! So fanden sich kurz vor 10h am Freitag morgen Snacks für viele Hundertschaften Männer auf den Tischen unserer Abteile. Nicht extra zu erwähnen ist wohl die exquisite Weinauswahl, die wir hervorzauberten. Was Werli so alles aus seiner Kühltasche hervorklaubte, erhielt diverse Gault-Millau-Punkte! Nach den ersten Snacks und 1 oder 5 Fläschchen wunderbaren Walliser Weins wurde am Nebentisch die übernächste Samschtig-Jass-Sendung aufgezeichnet. Es gewann wie immer der Telefonjasser. Eine erste Reisegruppe führte uns dann zu der Hymne des Wochenendes: „Wier si alli frisch gituschti“. Chrigu Zeier machte dann schon bald mal den Millionärs-Günther und unsere Nachbarn wurden in die diversen 50‘000-Euro-Fragen integriert. Als exzessiver Sportexperte und Telefonjoker zeichnete sich bald mal Pädi aus, der schlicht a-l-l-e-s über besagtes Thema wusste! Manch einer staunte – vorallem Günther…

In Hannover hiess es zum erstenmal umsteigen. Den kurzen Break nutzten wir zum Refill unseres Getränkedepots. Trotz diverser Bierchen waren wir plötzlich Kleine Feiglinge. Quasi innert Sekunden leerte sich dieser Karton! Im „Aperto“ von Hannover hätten wir übrigens noch viele Euro Dosenpfand zu Gute!

Dann stellte sich heraus, dass auch die Frankfurter Railrunner im selben Zug waren und man konnte die ersten Kontakte (wieder-)herstellen. In Magdeburg angekommen erwartete uns das Empfangskomitee mit rotem Teppich und stracks gings in unser Hotel. Heuer waren mal alle Teams im selben Hotel untergebracht – diese Variante hat sich für weitere Turniere sehr empfohlen! Zufälligerweise fand am selben Abend noch das Magdeburger Stadtfest statt, an dem u.a. ein Autoscooter zum Verkauf stand und eine Achterbahn die Massen faszinierte. Getränke gabs auch immer mal wieder und so fanden die Letzten, die Österreicher, erst gegen 5h morgens zurück ins Hotel. Wir Schweizer sind ja berühmt für unsere seriöse Turniervorbereitung und waren um Stunden früher in den Federn. Das Aufstehen am SA war trotzdem nicht ganz einfach! Dafür konnte man sich schon beim Frühstücksbuffet auf die Gegner einstellen.

Unsere Taktik:
Folgende Punkte, so waren wir überzeugt, würden uns locker den Turniersieg bringen:
– Unser neues Dress blendet die Gegner.
– Biciclette, Fallrückzieher und jede Menge anderer technischer Kabinettstückchen führen zu zahllosen Treffern und zur Demütigung aller Gegner.
– Versuchen, jeden einmal herausgeholten Vorsprung länger als 30 Sekunden zu verteidigen.
– Jeder VIDECler schiesst min. 1 Tor.
– Der VIDEC gewinnt die Mehrzahl der Spiele.
– Alle rennen sich die Lunge aus dem Leib.

(Nun ja, … *hüstel*… vielleicht hätten wir diese Punkte noch konsequenter verfolgen müssen…)

Die Spiele
Eigentlich hatte das OK alles richtig gemacht: Wir wurden am Frühstücksbuffet des Hotels wunderbar verpflegt, der Transport zum Fussballplatz war alleine die Reise wert und der Platz lag herrlich. Trotzdem war die VIDEC Seleção nicht übermässig glücklich als wir den Spielplan sahen: Die drei vermeintlich stärksten Teams warteten gleich zu Turnierbeginn auf uns: Die Wadlbeisser, die ÖBB-Jungs und die zum erstenmal teilnehmenden „Ballchaoten“ aus Berlin. Unsere Standardausrede „So früh am morgen können wir halt noch nicht so….“ griff hier nicht – es war bereits Mittag. So bissen uns die Ersteren schon mal in die Wadl (1-2), die Österreicher überfuhren uns in ihrer bekannten Manier (0-2) und die einzigen Chaoten, die gegen die Berliner auf dem Platz standen, waren mal wieder wir (0-5)!

Nach der Mittagspause sollte nun alles besser werden: Die einheimischen Magdeburger FunKicker, an den bisherigen Turnieren jeweils die Punktelieferanten, standen uns gegenüber. Diesmal musste es einfach klappen!! Aber… tja….. eben…. der einmal herausgeholte Vorsprung reichte auch hier nicht, aber wir ergatterten den ersten Punkt. Trotzdem war die Enttäuschung gross, hatten die Funkicker doch permanent 2 Frauen auf dem Platz und wir keine. Im Nachhinein stelle ich jedoch gerne fest, dass dies ein gewonnener Punkt war gegen eine Mannschaft, die uns allen noch viel Freude bereiten sollte! (Oder hätten wir sie einfach gewinnen lassen sollen.?!?) Mit Elan gings also weiter in die letzten Spiele, für die wir uns nun „die Wende“ vorgenommen hatten. Doch ernüchternd auch, was folgte: Eine weitere Niederlage gegen Bärbels Railrunner 1.

Nun stand das Derby, die Entscheidung, das vorgezogene Finale auf dem Spiel: SBB for Fun vs. TSV 2000 VIDEC GmbH Seleção. Ein Abnützungskampf sondergleichen mit einem wiederum schwachen Luiz Engarby, der die Vorentscheidung im Alleingang herbeiführte: Dank einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld konnte unser Gegner einfach und locker in Führung gehen. Auf einen weiteren individuellen Fehler folgte gleich das 2-0. Die Entscheidung? Nein! Pädi tankte sich auf der rechten Seite durch und erzielte gegen einen unmotiviert eingreifenden El Muro den Anschlusstreffer! Doch Pädi wollte mehr! Nur Minuten später: Das Station ist mucksmäuschen still als Il Gato sulla Linea seine Linie mal verlassen darf und zum Freistoss auf Höhe Mittellinie antritt… Pädis Fallrückzieher war den gut 80’000 Zuschauern allein der Eintritt wert! x-fache Laola-Wellen brandeten durchs Areal – die Menge tobte! Das Glück schien perfekt!!! – Doch……..leider……. El Muro kannte kein Erbarmen mit dem VIDEC und liess diese Direktabnahme nicht passieren. (El Muro, wir wissen, wo dein Auto steht!) Dass SBB for Fun quasi im Gegenzug das 3-1 markierte, erwähnen wir hier gar nicht.

Zur Ehrrettung schienen uns dann die Railrunner 2 im letzten Spiel gerade recht. Aedu und Luiz wollten unbedingt auch noch ihre Tore schiessen, nachdem bisher nur Säne und Pädi erfolgreich gewesen waren. Doch wurden beide gleich in Manndeckung genommen und kamen kaum zu Chancen. Zum Glück traf Säne zu seinem zweiten persönlichen Treffer, hatte er doch seit Frankfurt nicht mehr getroffen und konnte so seine Quote in der Hall-of-VIDEC erhöhen. Doch hielt dann leider auch dieser Vorsprung wieder nur knapp 30 Sekunden! Brutal dann, wie Luiz knapp vor Spielende beim Matchball im gegnerischen Strafraum rücklinks, ohne Verluste, quasi mit Verletzungsabsicht von den Beinen geholt wurde! Blutüberströmt (am Knie) blieb er liegen, doch der VIDEC kennt bei sowas keinen Gnade: Sächzätüüsig höirunt: Uuuuse!! („16’000 schreien: Raus!“ Übersetzung des Red.) Das wars dann also! Zwei Punkte aus sieben Spielen, fünf Tore geschossen, viele erhalten – mit einem Wort: Wir wurden LETZTE, waren so schlecht wie noch nie und sind damit eigentlich aus dem Internationalen Geschäft abgestiegen.

«Uuuuse!»

«Uuuuse!»

Schamerfüllt gings in die Duschkabinen, die dann aber sofort wieder für gute Laune sorgten. (Neben den Bierchen natürlich, die auch schon seit längerem wieder Eingang in unsere Kehlen fanden.) Die doch schon etwas ältere Anlage verfügte nämlich nur über eine Dusch“landschaft“, die beidergeschlechtlich benutzt werden musste. *sing*: „Wier si alli frisch gituschti“. Freude herrschte da bei manchem „Bäukli“. Nach dieser Orgie gings dann wiederum mit dem Äxtra-Tram zum Mückenwirt, wo es Rangverteilung, 2-3 Bierchen und ein Buffet gab. Gewonnen haben wieder mal die Österreicher, doch der zweite Rang überraschte und freute dafür jeden: Die Magdeburger Gastgeber erreichten Silber!! Jubel und Standing Ovations allenthalben! Zwischen denen und uns lagen auch alle andern Teams, die Reihenfolge weiss jede Mannschaft wohl selber am besten. Nur ein kleiner Hinweis noch am Rande: SBB for Fun, der amtierende Schweizermeister, kam knapp nicht aufs Podest: Verdienter vierter Rang für eine Mannschaft, die uns halt schon etwas überlegen war…

Die gnadenlose Statistik
Job Anzahl Treffer Bemerkungen
Torhüter 1 Nie sah man Werli so regelmässig IM Tor!
Torschützen 2 5 3x Pädi, 2x Säne
Zuschauer Tausende meist den Gegner unterstützend
Zug 5 5 eng, voll, mit Gepäck, unklimatisiert, ausverkauft, Türen zu, usw.
Gegner 7 x zumeist nur körperlich überlegen
Unfälle 0 0 Aerni war ja auch gar nicht da!
Schiedsrichter 2 2 echte FIFA-Leute; pfiffen konsequent gegen uns; mussten abends
aufgehängt werden. 

Spielerbewertung
Da Premiere bekanntlich live übertrug, kommentiert heuer deren Chefexperte Kaiser Franz, der Beckenbauer die Leistungen des VIDEC:

Werli
Ja gut, ääh, das war wohl eine nicht erwartete Neuerung am diesjährigen Turnier: Il Gato sulla Linea war heuer tatsächlich mal sulla linea! Mit lauter Stimme lenkte er die gegnerischen Stürmer an seinen Schienbeinen vorbei. Seine offensiven Ausbrüche in den Sturm blieben nicht nur im Rahmen, sie stellten eine richtige Gefahr dar! War bei den meisten Toren schuld- und machtlos. Sein weltberühmtes Auge liess gar nie Hektik aufkommen.

Dani, der Libero
Ja gut, ääh, wie schon im letzten Jahr war Dani, der Libero der souveräne Mann des Catenaccio: Als Einziger hielt es sich an die Weisungen der Trainer und blieb stabil defensiv. Seine Pässe aus dem Fussgelenk – stark!

Aedu
Ja gut, äähhhh, mit seinem Biertrinkerleiberl passt der doch gut zum FC Bayern! Defensiv sicher, frisch im Antritt, kaum zu bremsen an der Seitenlinie – mir fällt da eigentlich nur Roberto Carlos ein! Sicher hätte er uns mit einem Freistosstor nur zu gerne seine grosse Klasse bewiesen.

Luiz
Ja gut, äähhh, der Luiz hat uns an diesem Turnier eigentlich alle am meisten enttäuscht! Die Mittelfeldrolle, die er sich selber zudachte, erfüllte er nie. Vermutlich wusste er nicht, dass man in dieser Position am meisten läufen müsste… Zwei, drei gute Ansätze seines Spielgenies sahen wir trotzdem. Blieb zum erstenmal ohne Torerfolg. Wird sich für die Qualifikation fürs nächste Turnier aber in den Arsch klemmen müssen!

Säne
Ja gut, ääh, wenn wir jetzt nicht den Mehmet Scholl hätten, dieser Sandro wär da ein guter Ersatz! Defensiv solid, spontan in der Angriffsauslösung und kaltblütig im Abschluss. Zweifellos ein ganz Grosser! Bei verpassten Bällen war immer der Boden schuld! Verwirrte mit Hilfe roter Hosen einen Österreicher massivst…

Pädi
Ja gut, ääähh, da sieht man halt, dass er in seinem Leben schon mal Fussball gespielt hat. Ein Klassestürmer, der uns sicher noch viel Freude bereiten wird. Seine Fallrückzieher sind legendär, seine Soli zwingend und das Lattenkreuz zittert schon, wenn es Pädi nur von weitem kommen sieht. Schade, dass er ein Servettien ist.

Chrigu
Ja gut, ähäähh, hat denn der überhaupt gespielt?? 😉 Sass meist lautstark hinterm Tor, bot sich aber immer mal wieder zum Austausch an. Bei seinem einzigen gefährlichen Vorstoss geriet der Ball aufgrund eines lokalen Erdbebens unter statt auf seinen Fuss und so wurde auch aus seinem Torerfolg nichts. War wichtig für die Moral!

Abenz/nachz
Nach dem Essen kam rasch die erste Polonaise, es wurde getanzt, gestrippt und runtergefallen. Wie immer schweigt hier des Sängers Höflichkeit… oder?… äähhhh?….. man könnte ja mal eine Ausnahme machen….? OK, also: Als erstes plädieren wir für zusätzliche Funktionsstufen für Steffu; das Geld reicht bei ihm nicht mal für Shorts! Zum zweiten sagen wir nix mehr zu Steffu, dafür zu Chrigu: Geh nicht davon aus, dass Bier im Glas ist, wenn dus nicht selber geholt hast! Gabi „Batistuta“ Chippendale hielt die Massen dann in Laune und Jean-Claude bezirzte jede Frau auf Platz!
Bei der Resultateübersicht der EM-Qualifikationsspiele, die an dem Abend stattfanden, dann der nächste Grinser: Nach den Färöern schlugen nun auch die Moldawier die Österreichische Nationalelf! Die Deutschen kamen in Glasgow gegen Bertis Schottland nicht über ein Unentschieden hinaus und bei den Schweizern war im Heimspiel gegen Russland der Schiri eindeutig geschmiert worden. Skandalös wie die Schweizer um den Sieg gebracht wurden. Der Abend wurde hingegen immer länger und die letzen verliessen die Disco erst um 5h (oder so).

Die Rückreise
Nach einer kurzen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück inkl. Schampus und 2-3 Panachés gings zurück zum Tram, das uns zum Bahnhof bringen sollte. Dessen Chaffeur befand sich jedoch im Bummelstreik und wir erreichten die Haltestelle beim Magdeburger Hauptbahnhof 3 Minuten vor Zugsabfahrt. Nach einem lockeren Auslaufen (*hüstel*) erwischten tatsächlich alle noch rechtzeitig den Zug – Schwein kä! Rasch ging man wieder zu Bier über und die ersten Rückblicke wurden erstellt. Dani, der Libero brachte nochmals Stimmung mit etwas Literarischem auf. Einige waren HOCHerfreut! Andere dafür trauriger…
Nach dem erneuten Break in Hannover und dem obligaten Auffüllen des Getränkedepots gings im ICE „Türlos“ zurück Richtung Schweiz. Der Speisewagen wurde rasch in Beschlag genommen, doch führte Miraculix, der türkische Speisewagen-Entertainer quasi nix mehr: Nur noch Eintopf und Rotwein! Dann plötzlich hats doch noch ein Curry, dafür keinen Rotwein mehr. Kurz später gibts nur noch Rotkäppchen-Sekt, dafür mit Eintopf. Miraculix ist kurz vorm Nervenzusammenbruch und offeriert noch schnell eine Runde, bevor in Frankfurt neue Ware geliefert werden soll: „Hab isch beschtellt fürr eusch!“ Geliefert wurde zwar nix, Essen war also alle, dafür erzählt uns Miraculix noch ein bisschen aus dem Nähkästchen: „Komm mit in Küsche, wir offerieren einen!“ Unterhaltsam war also heuer sogar die Rückfahrt, auch wenn sie mit 8 Std. am Stück schon etwas lang war.
Mehr oder weniger in Form erreichte also jeder am SO abend sein zuhause und die Träume vom nächsten Turnier konnten beginnen.

Aussichten
Es war schlicht ein g-e-n-i-a-l-e-s Wochenende in Magdeburg und wir freuen uns schon sehr auf das 4. RAFT, das nächsten Frühsommer bei „Bärbel and the Railrunners“ irgendwo in Deutschland stattfinden wird.

Fürs Jubiläumsturnier 2005 konnte bekanntlich der VIDEC als Organisator gewonnen werden.

Spätestens für einen dieser Anlässe haben wir unsern ersten Turniersieg vorgesehen! To be continued……

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