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Archiv für die Kategorie „Weisheiten“

Dreistufige Verfahren

Rrr am Mittwoch den 20. August 2014

Unser Ganzheit-Analyst greift unter die Gürtellinie.

IMG_5294.JPG"Es gibt Nackt-Selfies von Geri Müller! Zuerst dachte ich, das interessiert doch keinen Schwanz. Aber die Schweizer Medien sind seit Tagen hochgradig erregt. Nun würde ich mich auch gerne empören, doch noch weigern sich der Blick und die Weltwoche, die anstössigen Bilder, die niemand sehen will, endlich zu zeigen. Prüderie pur!

Am besten würde man die Fotos der St. Galler Staatsanwaltschaft übergeben, die dann den bewährten dreistufigen Internet-Pranger zur Anwendung bringen könnte, der schon so manchen YB-WC-Grüsel zur Strecke gebracht hat.

In einer ersten Phase könnte man das Gemächt und das Gesicht von NR M. verpixeln, in einer zweiten Phase nur noch Geris Gemächt, und wenn Geri Müller danach immer noch ein öffentliches Amt bekleidet, lässt man ihm endgültig die Hosen runter. Das ist dann Phase 3, das ist Ihnen als YB-Fan ja geläufig.

Ich schaue jetzt mal im Darknet nach, ob es noch Nackt-Selfies von Christoph Mörgeli in der Asservatenkammer der gestrandeten Politiker hat, und sonst treiben die Zeitungen sicher bald eine neue Sau durchs Dorf. Na ja, mir egal, ich gehe jetzt wieder fischen."

Einst im August (V):
Pamela und die Panik

Rrr am Freitag den 1. August 2014

Sommer wie anno dazumals! Unsere Superserie nimmt kein Ende.

Mann, war das eine Aufregung im 2008! Die Young Boys zogen das Traumlos in der UEFA-kupa, Herr Noz war live dabei. Auch ein Jahr später hatten wir vor lauter brennender Aktualität keine Zeit, den Nationalfeiertag zu begehen. Dafür gabs geile Schweinegrippen-Partys. Damit nicht genug, es gab auch noch bedenkliche Obszönitäten zu bewältigen.

Erst ein Jahr später konnte dann unser Gastreferent Herr Pelocorto einige besinnliche Worte ans Publikum richten, die in ihrer Zeitlosigkeit nichts eingebüsst haben.

Nehmen Sie sich das zu Herzen. Und vergessen Sie, falls YB wieder einmal ein Spiel verlieren sollte, was ja theoretisch nicht unmöglich ist - also dann vergessen Sie bitte nicht, dass es in Zeiten der social media Hilfe auch für Sie gibt.

1aug

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Den ganzen Artikel finden Sie in unserem umfangreichen Archiv.

Neulich am Fan-Forum

Rrr am Freitag den 25. Juli 2014

"Kommt Mascherano zu uns?" fragte ein Napoli-Fan den Trainer Rafa Benitez.

123"Ich stelle Dir eine Gegenfrage", antwortete Benitez gemäss Medienberichten. "Möchtest Du Deine Frau gegen eine andere tauschen? Verstehst Du, was ich meine, bei den beiden Fragen geht es letztlich um dasselbe. Du bist verliebt in Deine Frau, wir sind verliebt in unsere Spieler. Wollen wir unsere Frau gegen Claudia Schiffer tauschen? Klar, vielleicht, das kommt auf die Ehefrau drauf an, bist Du glücklich mit Deiner Frau? Ja? Wie auch immer, der Transfermarkt wird uns die Antwort bringen."

Der Argentinier Javier Mascherano vom FC Barcelona wird seit Monaten mit dem SSC Napoli in Verbindung gebracht.

Weltmeister der Herzen

Rrr am Freitag den 18. Juli 2014

Endlich wissenschaftlich erwiesen: Erfolg macht sympathisch.

Das zeigt eine Umfrage des Reise-App-Anbieters Ulmon unter 1141 Menschen in 10 Ländern. "Weltweit sind die Sympathiewerte der Deutschen um 22 Prozent gestiegen", teilen die Forscher mit. Wieviele Leute die Deutschen schon vor der WM mochten, wird allerdings nicht angegeben.

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Wie auch immer: Selbst in Brasilien sind die Imagewerte für Deutschland gestiegen. Mehr als die Hälfte der Brasilianer mögen nun die Deutschen. Nur die Holländer scheren etwas aus: 31 Prozent gehen davon aus, dass sich Deutsche nach dem Gewinn der Trophäe arroganter als zuvor verhalten werden.

Deutschland ist übrigens zusammen mit Holland das beliebteste Team der WM. Je 14 Prozent fanden die DFB-Auswahl und die Oranje am sympathischsten. Dahinter folgt Costa Rica mit 12 Prozent. Die Schweiz liegt mit 3,5 Prozent auf dem achten Rang, den letzten Platz belegen die früh ausgeschiedenen Bosnier mit 0,1 Prozent.

WM kompakt

Rrr am Mittwoch den 9. Juli 2014


Alles Wichtige in Kürze von Rrr99

Störende Hegemonie

Val der Ama am Mittwoch den 2. Juli 2014

Unser WM-Kolumnist Kevin Grossenbacher atmet auf.

«Endlich ist die Schweiz ausgeschieden.

Das Spiel gestern hab ich verpasst, ich half Dad beim Grillfest im Garten, weil Ma hatte Geburtstag, und da lädt sie immer halb Muri ein. Dad hat zwar einen Fernseher hingestellt aber unsere Gäste sind da eher urban-international orientiert, als Expats interessieren sie sich für Networking, nicht so für Fussball.

Aber auch ich möchte den Stellenwert der WM deutlich relativieren. Ich denke, nun kann man sich wieder den wesentlichen Problemen unserer Gesellschaft zuwenden. Höchste Zeit, angesichts der Dramen in Syrien, Lampedusa oder auch um den Erasmus-Stopp. Trotzdem gehe ich davon aus, dass die Droge Fussball und die Hegemonie der anglo-europäischen Multis noch bis zum Finale die Bevölkerung der Länder Südamerikas betäuben und von Wirtschaftskrise und sozialer Ungleichheit ablenken wird.

Aus meiner subjektiv ethnozentristischen Sicht sehe ich dieses Ausblenden von Armut und Leid übrigens nicht nur negativ, denn die dortige Begeisterung für den Fussball ist echt, ungleich grösser und deshalb in vielerlei Hinsicht nachhaltiger als hierzulande. Es gibt in Südamerika zum Beispiel Fans, die sich jedes einzelne Spiel der WM angeschaut haben und deswegen viele Probleme verdrängen können.

Diese spannenden Mechanismen stehen im Zentrum des Diskussionsabends, den ich für Sonntagabend, 13. Juli, in der Uni-Mensa plane.»

Rambazamba Toto (IV)

Rrr am Dienstag den 1. Juli 2014

"Hi Fan's, ich bin's, Euer Heinz!

"Hey, wisst Ihr, was ,Messi' auf schwyzerdütsch heisst? ,Shaqiri'! Ha ha ha! Ha ha ha! Der Witz hat mir gestern der Röfe in der Schopfbar erzählt. Läck, ich konnte fast nicht mehr! Und dann hat er auch noch einen Witz über den Typ da wo immer beisst erzählt, aber den habe ich vergessen. Also den Witz. Ich hoffe einfach, dass der Typ heute nicht spielt.

Item, ich habe ein super Feeling für heute Abend, weil eigentlich spricht alles für uns. Der Argentinier muss nämlich unbefreit aufspielen, sagt Röfe, und das ist immer schwierig. Während wir nach dem Dschungelbummel mit der Zaubermaus von Manaus gerade richtig abheben! Wie seht Ihr's, liebe Sportsfreunde? Wie endet das Match? Schreibt Eure Meinung unten hinein und gewinnt ein Rubbellos von Coca Cola mit dem Bild vom Shaqiri drauf.

Der Autokorso durch unser Dorf startet voraussichtlich um 19.55 Uhr, dann fahren wir siebenmal um die Kirche und sechsmal am Hirschen vorbei, nachher gehen wir weitersaufen. Also de, hopp Schwiiz, Euer Heinzinho :-) :-) "

Ottis Top-Team

Rrr am Donnerstag den 26. Juni 2014

Die Schweiz hamstert Punkte für die FIFA-Weltrangliste.

222Am heutigen Tag hat die Schweiz erstmals mehr Punkte als der amtierende Weltmeister Spanien. Das liegt daran, dass WM-Spiele besonders stark gewichtet werden und sich die Schweiz gegenüber 2010 verbessern konnte - während Spanien abstürzte.

Zurzeit weist die Schweiz 1278 Punkte auf und ist damit das drittbeste europäische Team hinter Deutschland und Belgien.

Die nächste FIFA-Weltrangliste erscheint am 17. Juli, also nach dem WM-Final. Die Schweiz dürfte ihren Platz 6 mindestens verteidigen können. In der Momentaufnahme von heute Donnerstag haben nur Kolumbien, Argentinien, Uruguay, Deutschland und Belgien mehr Punkte. Brasilien liegt knapp hinter der Schweiz.

Die höchste Platzierung der Geschichte erreichte die Schweiz 1993 unter Roy Hodgson (Platz 3), die tiefste (Platz 83) im Dezember 1998 unter Gilbert Gress.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das alles sehr seltsam ist.

Rambazamba Toto / 3

Rrr am Mittwoch den 25. Juni 2014

"Hallo Friend's :-) Seid Ihr auch so aufgeregt?"

"Heute geht es um die Wurst, hat der Hene in der Schopfbar gesagt. Obwohl es auch Cotletts hat und Kartoffelsalat. Spielt jetzt aber keine Rolle. Auf jeden Fall sagt Hene, dass wir heute dem Honduria.. Honduresen... Ho -- ist ja gleich, dass wir denen also zeigen, wo Bartli den Most holt, nämlich im Urwald! Wobei, wir haben gar keinen Most, nur Bier ab Fass und Coop Superprix Mineral für die Frauen.

Item, das wird ein heisser Tanz im Dschungel, aber wir haben Hitzfeld, HA HA HA! Okay, das war jetzt ein Wortspiel. Was wollte ich schon wieder? Ah genau, was denkt Ihr's, wie's ausgeht? Verrät mir Eure Tips, und ich lade Euch ein am Dienstag zum nächsten Spiel. Da spielen wir gegen Argentinien, sagt Hene. Also denn, Honduras zähme! Euer Heinzinho :-) :-) "

Atavistische Aspekte

Rrr am Dienstag den 24. Juni 2014

Unser Kolumnist Kevin Grossenbacher geht auf kritische Distanz.

Bildtitel«Gestern Nachmittag hatte ich eine gute Diskussion in der Uni-Mensa.

"Die WM deckt den Atavismus entfesselter Wilder schonungslos auf", sagte Cora und legte die ZEIT zur Seite. "Wer sich die entblössten Fangzähne der Fans in Kriegsbemalung anschaut oder die Bannflüche sonst durchaus kultivierter Bürgerinnen und Bürger im Ohr hat, hat sich von dieser Veranstaltung längst angewidert abgewendet."

"Mir geht es auch so", erwiderte Dennis. "Fussball ist Kampf, bis auf die Blutgrätsche. Und das archaische Moment im Fussballkrieg ist nicht zu übersehen."

"Aber hallo???", rief Cora aus. "Männer liefern sich Schaukämpfe wie einst rivalisierende Horden, reissen sich im Falle des Sieges die stolzgeschwellte Brust frei, paradieren ihren schweissüberströmten Körper vor den tobenden Massen, während die Verlierer froh sein dürfen, dass sie nicht, wie in der römischen Kampfarena, den gesenkten Daumen und das Schwert zu erwarten haben."

"Völlig klar", warf Florian ein. "Fussball ist die Re-Inszenierung einer anderen Art menschlicher Ur-Situation, nämlich mit einem ballistischen Objekt ein Jagdgut zu treffen, das mit allen Mitteln versucht, sich zu schützen."

"Der wahre Skandal ist, dass diese spannenden Aspekte von den fremdorchestrierten Medien ausgeblendet und so der unkritischen Masse der Fussballfans verborgen bleiben", dachte ich. Aber auch das ist offenkundig ein Charakteristikum von Brot und Spielen.»

Diskursives Viewing

Val der Ama am Freitag den 20. Juni 2014

Kevin Grossenbacher, unser exklusiver WM-Kolumnist, schaut sich das Spiel von heute im Progr an.

IMG_1029"Seit einer Woche dominiert der Fussball das soziale Zusammensein, wo man auch hinschaut. Der Weltfussballverband, die Fifa, orchestriert unser Bedürfnis nach Oberflächlichkeit perfekt und bis in die letzte Konsequenz. Und kaum jemand bemerkt die damit verbundene Maskulinisierung einer Sportart: Enge Shirts, Zeitlupenästethik, männliche Jubelrituale in Endlosschleife. Ist Ihnen aufgefallen, dass hier Frauen überhaupt keine Rolle spielen?

Das Ihnen vielleicht noch nicht bekannte Radio Gelbschwarz des BSC YB kontrastiert diesen Eindruck. Die engagierten Sendungsmacher organisieren heute Abend gemeinsam mit dem Frauenhilfswerk TdF ein Public Viewing des WM-Match Schweiz-Frankreich im Kulturzentrum Progr. Die Moderatoren werden gemeinsam mit der Fussball und Genderexpertin Marianne Meier das Spiel moderieren und Geschlechterstereotypen im und rund um den Fussball analysieren.

Eine gute Sache. Für viele Fussballfans wohl die einmalige Gelegenheit, sich mit neuen Aspekten der Materie Fussball zu befassen und sich selbst in Frage zu stellen. Ich werde auf jeden Fall mit dabei sein und mich voll mit einbringen."

Kevin Grossenbacher ist 23 und studiert Ethnologie, Politologie und Medienwissenschaften an der Uni Bern.

Anti-Littering-Usanz

Lars Sohn am Dienstag den 17. Juni 2014

Japanische Fussballfans sind keine schlechten Verlierer.

Einerseits wird weder Spott noch Häme über den Gegner und dessen Fans geschüttet. Andererseits haben die Anhänger aus Nippon ihren Bereich der Arena Pernambuco nach dem verlorenen Startspiel gegen die Elfenbeinküste selber gereinigt. Die Japaner sind bereits vor dem Anspiel mit Säcken ausgerüstet erschienen. Wollten sie sich etwa wegen der Niederlage selbst kasteien? Nein - das Aufräumen nach einem Spiel gehört zu den japanischen Gepflogenheiten, egal ob zuhause oder auswärts.

Anti-Littering-Kampagne