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Archiv für die Kategorie „Unsere Helden“

Valis Welt (I): Traumstart!

Rrr am Montag den 1. September 2014

Begrüssen Sie unseren neuen Star-Kolumnisten.

vaa"Liebes Tagebuch, nun bin ich schon einige Wochen weit weg von daheim, und ich kann dir versichern, es läuft mir super! Bei meinem neuen Klub Hertha BSC Berlin bin ich bereits eine Stammkraft.

So stand ich auch im zweiten Saisonspiel an diesem Wochenende in der Startformation und durfte sogar bis zur Pause mitspielen, ehe die Kräfte nachliessen, aber das ist ganz normal nach einer anstrengenden WM.

Also ich muss sagen, diese Bundesliga ist schon eine ganz andere Welt. Irgendwie habe ich es mir zwar grösser vorgestellt, zum Beispiel ist unser Stadion in Wirklichkeit nicht ganz so gross wie es jeweils in der Sportschau ausgesehen hat. Aber immerhin kamen beim unglücklichen 1:2 gegen Viktoria Berlin 436 Zuschauer, das ist schon eindrücklich.

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Nun bin ich froh, dass mich Herr Petkovic für die Nationalmannschaft aufgeboten hat. Hoffentlich bin ich gegen England nicht unterfordert. Aber auf jeden Fall kann ich endlich meine dreckige Wäsche zum Waschen nach Hause bringen. Also, auf bald, Euer Vali

Bern, 3007 (2)

briger am Samstag den 30. August 2014

Lord1

Lieber Fredy Bickel. Für den Fall, dass Hoarau nicht mehr hilft gäbe es in Moskau noch einen guten Stürmer.

Blindgänger

Frans am Samstag den 30. August 2014

Aus unserer neuen Serie "Fehlender Durchblick beim Kick" präsentieren wir heute den bemerkenswerten Fall von Daley Blind (Manchester United).

Tosender Applaus in der Amsterdam ArenA: Daley Blind wird endlich ausgewechselt. So geschehen am 12. August 2012, in der 80. Minute des Heimspiels gegen AZ Alkmaar.

Ausser Trainer de Boer sah kaum einer Qualitäten bei Blind. Vor zwei Jahren gehörte das Auspfeifen des eigenen Linksverteidigers zu den Lieblingsbeschäftigungen der sachkundigen Ajax-Anhängerschaft. Eine Mehrheit (der Verfasser dieses Beitrags nimmt sich nicht zwingend aus) hätte zufrieden geklatscht, wäre er wieder einmal gratis nach Groningen ausgeliehen worden. Oder verkauft für ein Trinkgeld.

Nach einer starken Weltmeisterschaft wurde Blind heute nach Manchester verkauft. Für 17,5 Millionen Euro.

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E tu pensi di riuscire a impressionare Pirlo?

Herr Pelocorto am Mittwoch den 27. August 2014

Sie trauen sich zu, Pirlo zu beeindrucken?

Respekt! Diese hier sind bereits gescheitert. Sie müssen sich also ins Zeug legen!

Kalte Dusche

Rrr am Donnerstag den 21. August 2014

LIVE: Young Boys-Debrecen 3:1 (26. Nuzzolo 1:0, 38. Sidibe 1:1, 67. Steffen 2:1, 87. Frey 3:1)

Alle tun es! Natürlich auch unser Herr der Ama.

Die kolumbianische Fussball-Legende schüttete sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf, um Aufmerksamkeit im Internet zu erregen. Und die Menschen daran zu erinnern, wie heimtückisch die Nervenkrankheit ALS ist.

Promis in aller Welt haben sich bereits am Ice Bucket Contest beteiligt, darunter sind auffallend viele Fussballspieler. Die Stil-Noten sind recht unterschiedlich, aber perfekt macht es ganz sicher ...

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Mittwoch ist nicht der neue Sonntag

Herr Shearer am Donnerstag den 21. August 2014

Ordnung muss sein - auch im Amateurfussball!

Die in ganz Grossbritannien beliebte Sunday League heisst Sunday League, weil deren Teams - lokal oder regional organisiert - ausschliesslich an Sonntagen spielen. Genau so, wie es der Name also sagt. Was jetzt aber grad überhaupt grad gar nicht geht, ist der Kick unter der Woche. Das musste der Malsters Arms FC aus Wales ganz schmerzlich erfahren. Das Team wurde gebüsst, weil es unter der Woche ein Freundschaftsspiel bestritt. Dabei hätte gerade dieser Mittwochs-Match das grösste Erlebnis in den ansonsten bescheidenen sportlichen Karrieren der Hobbykicker darstellen sollen; die Mannschaft hatte das Freundschaftsspiel gegen Max United in einem Wettbewerb der Barclays Bank gewonnen. Damit sollte das Wirken der zahllosen Breitensport-Vereine gewürdigt werden. Gespielt wurde im Stadion von Cardiff City - ein grossartiges Erlebnis also, einmal in einem grossen Stadion aufzulaufen und ins gleiche Tor wie Cristiano Ronaldo zu treffen, auch wenn man an diesem Abend mit 2:7 verlor.

MalstersArmsFC

Aber eben, da ist auch noch ein Verband. Und Fussballfunktionäre, die verstehen bekanntlich keinen Spass. Aber auch grad gar keinen! Malsters Arms wurde mit einer dermassen hohen Busse belastet, dass die frustrierten Fussballer beschlossen, sich aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen und den Club, welchen sie als 16-jährige gegründet hatten, aufzulösen. Begründung des Verbands für die Sanktionen war folgende: die Spieler seien ausschliesslich für Spiele versichert, welche an Sonntagen stattfinden. Am Mittwoch gegen einen Ball zu treten - ausgeschlossen!

Was sagt der zuständige Verband, die SWFA, dazu? "Wir sagen dazu nichts!". Auch in dieser Beziehung steht man also in Südwales den grossen Vorbildern in nichts nach...

Weltfussballer im Wallis

Rrr am Mittwoch den 20. August 2014

Visp steht Kopf: Ronaldo kommt!

IMG_1311.JPGDer dreimalige Weltfussballer und zweifache Weltmeister Ronaldo Luiz Nazario da Lima spielt am kommenden Samstag ab 18.00 Uhr in Visp. Dank Vermittlung von Sepp Blatter tritt der legendäre brasilianische Superstürmer zum 100. Geburtstag des FC Visp in einem Promi-Spiel an. Zur FIFA-Selection gehören auch der belgische Goalie Jean-Marie Pfaff, der Nigerianer Oliseh, der Franzose Cheyrou und vielleicht der Ukrainer Schewtschenko.

Auf der Gegenseite stehen Walliser Cup-Legenden wie Stephan Lehmann, Jean-Paul Brigger, Blaise Piffaretti, Alexandre Rey und David Orlando, die 1991 den Cupfinal gegen Young Boys Bern 3:2 gewannen (nach einer 0:2-Führung der Berner!).

Nach dem Spiel gibt es ein Konzert von der berühmten Walliser Band "z'Hansrüedi Endfrenz".

Tocohuas Trikots

Herr Pelocorto am Montag den 18. August 2014

Aus der Sicht geistig gesunder Menschen pflegt man als Fan durchaus abseitige Beschäftigungen. Willkommen in der Welt von Giovanny Tocohua.

Giovanny Tocohua ist weniger Anhänger eines Clubs, als Anhänger eines Superstars des Fussballs: Ronaldinho Gaúcho ist der Spieler seines Herzens. Mit 78 Trikots hat er alle fussballerischen Stationen Ronaldinhos dokumentiert. Grêmio, Paris Saint-Germain, FC Barcelona, AC Mailand, CR Flamengo und Atlético Mineiro sowie die Trikots der brasilianischen Nationalmannschaft sind in seinem Besitz. Das Bild muss wohl bald aktualisiert werden, denn seit dem 27. Juli 2014 gehen Ronaldinho und Atlético Mineiro getrennte Wege.

Giovanny Tocohua präsentiert seine Ronaldinho-Trikot-Sammlung (Klicken zum Vergrössern)

Danke, Herr Tocohua. Ich dachte immer, ich sei leicht neben den Schuhen mit meinen 21 Trikots. Sie finden in meinem Schrank:
•  Zwei GC-Trikots
•  Sechs Arsenal-Trikots
•  Ein Cambridge-United-Trikot
•  Ein Ebbsfleet-United-Trikot
•  Ein CR Flamengo-Trikot
•  Fünf England-Trikots
•  Drei Argentinien-Trikots
•  Ein Paraguay-Trikot
•  Ein Spanien-Trikot

Was macht eigentlich …

Rrr am Sonntag den 17. August 2014

LIVE: Vaduz-YB 0:2 (21. Frey, 54. Steffen)

... Lars L?

IMG_3056.JPGDer Luzerner arbeitete jahrelang erfolgreich für das Runde Leder. Zu seinen Glanzzeiten moderierte er sogar die Frage der Woche und begeisterte die Leser im World Wide Web mit seinen kniffligen Rätseln.

Bald einmal war das Runde Leder eine Nummer zu klein für den aufstrebenden Starmoderator, die grosse Welt wartete auf ihn. Lars L träumte von Hollywood und vom ganz grossen Ding. Seine Kündigung schmiss er Herrn Rrr hämisch lachend aufs Pult. "Das hab ich doch nicht nötig, mich für einen alten Saufkopf wie Dich zu verdingen."

Heute ist Lars L als Moderator des Meersöili-Roulettes an der Lorraine-Chilbi tätig. Er setzt Meerschweinchen aus zweifelhafter Herkunft auf einer von ihm gestalteten Modell-Landschaft aus, und das Publikum muss dann wetten, in welches von fünf Ställen sich das Tier verziehen wird.

Im Gespräch wirkt Lars L keineswegs verbittert. "Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, und gerade bei den Drei- bis Fünfjährigen und bei älteren Damen kommt meine Moderation sehr gut an." Ausserdem erhalte er vom Veranstalter ein warmes Essen und dürfe in einer Zivilschutz-Unterkunft in der Nähe gratis übernachten. "Für mich stimmt das so, ehrlich."


Lars L in der Lorraine von Rrr99

«Ich denke, also spiele ich.»

Herr Pelocorto am Samstag den 16. August 2014

Herr Pirlo, was ist wirklich wichtig im Leben?

«Prendi qualcuno come Antonio Cassano. Dice che è stato a letto con 700 donne, ma lui non gioca più in Nazionale. Può davvero essere felice? Non vorrei essere al posto suo.»

(«Nehmen Sie jemanden wie Antonio Cassano. Er sagt, er hätte mit 700 Frauen geschlafen, aber er spielt nicht mehr in der Nationalmannschaft. Kann man so wirklich glücklich sein? Ich möchte nicht an seiner Stelle sein.»)

Dank Zlatan an die WM

Rrr am Dienstag den 12. August 2014

Ibra sei Dank: Schweden reist an die Fussball-WM in Brasilien.

schwedens-stuermer-ibrahimovicDie sogenannte "unbekannte Nationalmannschaft" Schwedens, die Fussball-Nati der geistig Eingeschränkten miit einem IQ von maximal 75, hatte sich zwar für die Endrunde qualifiziert - aber kein Geld für die Reise. Der Trainer bat darauf mehrere schwedische Fussballstars, Trikots und Schuhe für eine wohltätige Auktion zu spenden.

"Was zum Teufel wollt Ihr mit einem Trikot? Was kostet denn diese Reise?" antwortete Ibrahimovic - und überwies umgehend den entsprechenden Gesamtbetrag von 350'000 Kronen (fast 50'000 Franken).

"Alle sollen Fussball spielen können, egal welches Geschlecht, welche Behinderung oder was auch immer", sagte Ibrahimovic gegenüber schwedischen Medien. "Als wir die WM verpasst haben, war ich zutiefst enttäuscht. Aber als ich von diesem unbekannten Team gehört habe, habe ich mir selbst gesagt, dass ich alles tun will, um ihnen zu helfen, eine Weltmeisterschaft zu erleben."

Gestern sind die Spieler nach Brasilien abgereist. In der Gruppenphase treffen sie am Freitag auf Japan und am Sonnatg auf Titelverteidiger Saudi-Arabien.

Eine Tafel für Tull

Herr Shearer am Mittwoch den 6. August 2014

Vorgestern vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus.

Zum Gedenken an dieses Ereignis weihte Prinz Henry von Wales am Montag in Folkestone ein Denkmal in Form eines metallenen Bogens ein. Dieser steht am Anfang eines Strässchens, welches vom Stadtzentrum zum Hafen führt. Es soll an die Soldaten erinnern, welche auf diesem Weg auf die Schiffe gelangten, welche sie auf die andere Seite des Ärmelkanals und somit auf die Schlachtfelder von Nordfrankreich brachten. Manche behaupten, dass 90% aller britischen Soldaten dieses schmale Gässchen hinuntermarschiert seien; viele sind nicht wieder zurückgekehrt.

Der Schreiberling konnte am Sonntag einen ersten scheuen Blick über die Abschrankungen auf das Mahnmal werfen. Auf den Seiten wurden Bänke und Gedenktafeln angebracht. Auf letzteren wird jeweilen an zwei Gefallene des Krieges erinnert. Und dann stach da also diese Tafel ins Auge:

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Walter Tull, der erste schwarze Offizier der britischen Armee. Keine Sorge, Sie sind immer noch in einem Fussballfachblog! Aber dieser Walter Tull, das ist eine interessante Figur für uns, denn von Beruf war er Fussballer. Er wurde 1888 in Folkestone geboren und wuchs nach dem frühen Tod seiner Eltern in einen Waisenhaus in London auf. 1908 machte er eine Lehre als Drucker; nebenbei kickte er auch noch für den Clapton FC. Mit diesem Club gewann er in diesem Jahr jeden möglichen Pokal und wurde dabei von Tottenham gescoutet. Für die damals maximal mögliche Transfersumme von zehn Pfund wechselte er den Verein und wurde so hauptberuflich Fussballer (der zweite Spieler schwarzer Hautfarbe überhaupt, nach Arthur Wharton). Sein Gehalt betrug vier Pfund pro Woche, mehr konnte man damals mit Fussball nicht verdienen. 1910 folgte ein Wechsel zu Northampton Town, dort spielte er bis 1914. Eigentlich hätte er nach Schottland zu den Glasgow Rangers wechseln sollen, doch dazu kam es nicht mehr; Walter Tull wurde ins Militär einberufen. Dort nahm er 1916 an der Somme-Offensive teil, fiel seinen Vorgesetzten durch besonderen Mut und Tapferkeit auf (wie das im Militärjargon wohl genannt wird) und wurde zum zweiten Leutnant befördert. 1918 fiel er an der Westfront. Seine Leiche wurde nie geborgen.

Falls Sie sich übrigens mehr für so People-Zeugs als für Krieg und Fussball interessieren, gibt es hier Bilder vom Besuch von Prinz Harry!