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Züritipp · Das Magazin ·

Archiv für die Kategorie „Transfermarkt“

Falsche Farben

Rrr am Dienstag den 2. September 2014

Jonathan Biabiany hat ein kleines Problem.

Der Rechtsaussen von Parma wollte zu Milan wechseln. Milan wollte ihn unbedingt. Alles schien klar, der Franzose wurde in Milan-Farben gehüllt, das Foto von Milan vertwittert.

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Dumm nur: Die Parteien hatten die Rechnung ohne Cristian Zaccardo gemacht. Der bereits 32-jährige Verteidiger hätte im Gegenzug zu Parma wechseln sollen (und so die Ablösesumme für Biabiany auf 4 Mio Euro drücken). Doch Zaccardo weigerte sich beharrlich, zu Parma zurückkehren, und verweigerte bis zuletzt seine Unterschrift unter den Vertrag. Der Deal scheiterte.

"Es tut mir leid für Biabiany, aber solche Dinge passieren im Fussball", sagte Zaccardo.

Biabiany fragt sich derweil, wie ihn die Parma-Fans wohl beim nächsten Heimspiel begrüssen werden.

Bern, 3007 (2)

briger am Samstag den 30. August 2014

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Lieber Fredy Bickel. Für den Fall, dass Hoarau nicht mehr hilft gäbe es in Moskau noch einen guten Stürmer.

Zahm wie ein Schaf

Lars Sohn am Sonntag den 24. August 2014

Brendan Rodgers sucht einen Torlieferanten ohne Macken.

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Versetzen Sie sich in die Rolle des Liverpool Managers. Er muss Hannibal Lecter Luis Suarez adäquat ersetzen und kann dafür viel Geld vom FC Barcelona einsetzen. Auf seiner Einkaufsliste steht ein «Top Torlieferant». Rodgers sucht einen Stürmer der Extraklasse, einen vor dem ganz Europa und vor allem sein nächster Gegenspieler zittert.

Angreifer dieser Kategorie sind öfter nicht ganz pflegeleicht. Benennen Sie spontan drei verfügbare Fussballer besagter Gattung mit dem gewissen «Spassfaktor». Ich wette, 99% der Leserschaft ist soeben ein Name durch den Kopf geschossen: Mario Balotelli.

Noch vor drei Wochen liess Brendan Rodgers "Ich kann kategorisch ausschließen, dass Mario Balotelli nach Liverpool kommt" verlauten. Der ehemalige Citizen hatte sich während seiner zweieinhalb Jahre in Manchester regelmässig auch neben dem Platz in die Schlagzeilen der Yellow-Press manövriert. Wie also bekommt der FC Liverpool viel Super und wenig Mario, also echten Balotelli aber mit ohne Sturm und Drang?

Damit sich Super Mario auch neben dem Platz und im Training benimmt, hat man in Liverpool als eine Art Absicherung mehrere dem Runden Leder nicht im Detail bekannte Klauseln in den vorbereiteten Vertrag eingebaut. Sollte nebst dem Genie auch Marios Wahnsinn auftreten, würde er entsprechend zur Rechenschaft gezogen.

Korsische Kommunikation

Rrr am Freitag den 22. August 2014

Endlich ein Klub, der Transfer-Gerüchte kommentiert: Der SC Bastia.

corsica-vince-sportingDie Korsen haben dasselbe Problem wie so ziemlich jeder grössere Klub in Europa: Rund um die Uhr werden irgendwelche Spieler mit ihm in Verbindung gebracht, von umtriebigen Spielervermittlern, obskuren Websites, newshungrigen Journalisten und hyperventilierenden Fans.

Als nun auch noch das Gerücht auftauchte, Real Madris Superstar Angel Di Maria könnte nach Bastia wechseln, weil ja Trainer Claude Makelele mal in Madrid spielte, hatte der Presseverantwortliche die Nase voll und setzte ein launiges Communiqué ab.

"Angel Di Maria ist einer von 1287 Namen, die mehr oder weniger seriöse Medien mit uns in Verbindung gebracht haben", teilte Bastia in einer offiziellen Verlautbarung mit. "Nun, sicher ist nur eines: Am kommenden Samstag spielen wir um 20 Uhr gegen Toulouse. Wir gehen jedenfalls davon aus. Es sei denn, Météo-France bestätige das Auftreten eines Hurrikans und einen Sturm von Hagelkörnern in der Grösse von zehn bis zwanzig Zentimetern."

Rodríguez nach Southampton

Frans am Donnerstag den 14. August 2014

Rodríguez darf seine Künste ab dieser Saison regelmässig in England zeigen. Der haarsträubende Transfer ist die unvermeidliche Folge des Wechsels von Feyenoord-Goalgetter Graziano Pellè zu Southampton.

Kapper Rodriguez en Pelle

Iván Rodríguez arbeitet hauptberuflich als Kapper in Rotterdam, wo der Spanier den italienischen Stürmer seit Jahren frisiert.

"In unserem Salon hängen die Bilder früherer Filmstars. Bei seinem ersten Besuch entschied sich Pellè für die Frisur von Clark Gable."

Mit seinem Entscheid setzte der kopfballstarke Italiener in den Niederlanden einen Trend - zuerst bei älteren Herren, dann auch bei der Jugend. Seinen Trendsetter pflegte Frisör Rodríguez stets sorgfältig :

"Ab und zu fiel mir sonntags beim Betrachten eines Feyenoord-Spiels auf, dass Pellès Scheitel nicht mehr perfekt sass. Ich telefonierte ihm umgehend, er müsse bei mir vorbei kommen - was er noch in der selben Woche tat."

Für Pellé war beim Wechsel in die Premier League klar: Nicht ohne meinen Barbier. Iván Rodríguez fliegt nunmehr alle fünf Wochen nach Southampton. Somit ist auch künftig für ästhetische Perfektion gesorgt, von der Sohle bis zum Scheitel.

David in Indien

Herr Pelocorto am Mittwoch den 30. Juli 2014

David Trezeguet geht als "Marquee Player" nach Pune.

In Indien steht eine neue Fussball-Liga am Start. Neben der altbekannten I-League, die es seit 2007 gibt, will die Indian Super League ab Oktober 2014 ihren Betrieb aufnehmen. Die Liga umfasst 8 Teams, jeder spielt gegen jeden ein Hin- und ein Rückspiel, die besten Vier qualifizieren sich für die Final Series, die im KO-System mit Hin-und Rückspiel ausgetragen wird.

Um den Fussball in Indien noch populärer zu machen, muss jedes Team einen sogenannten Marquee Player und sieben weitere Ausländer verpflichten. Zwei können sie direkt engagieren, fünf werden gedraftet. 14 Spieler müssen aus Indien stammen, vier davon aus dem Ort des Clubs.

Der FC Pune City hat nun David Trezeguet als Marquee Player erworben. CEO Gaurav Modwel hat klare Vorstellungen, was Trezeguet bringen soll:

Er muss unser Team anleiten, Tore schiessen und den Titel für uns holen.

Die Teams der Indian Super League haben übrigens tolle Namen! Da spielen Atlético de Kolkata, die Bangalore Titans, die Delhi Dynamos und etwa der Kerala Blasters FC. Meine Inder sind schon ganz aufgeregt!

Ospina kommt!

Herr Pelocorto am Sonntag den 27. Juli 2014

Aber bevor David Ospina zu Arsenal kommt, muss er anderswo gehen. Wir waren dabei.

Sechs Saisons lang hat der kolumbianische Schlussmann David Ospina, den Sie von der WM her kennen, für OGC Nice das Tor gehütet. Seit heute ist der Transfer nach London zu den ‹Gunners› perfekt. Er und Szczęsny werden sich wohl einen harten Kampf um die Nummer 1 im Tor Arsenals liefern. Heute verabschiedete sich David Ospina von seinen Teamkollegen und von Nizzas Staff. Holen Sie ein Taschentuch, bevor Sie auf Play drücken.

James abstottern

Herr Pelocorto am Donnerstag den 24. Juli 2014

Real Madrids neuester Star spielt viel ein, schon bevor er spielt.

Die Fans bei Real Madrid drehen völlig durch. In den ersten 48 Stunden seit der Verpflichtung des kolumbianischen Perspektivspielers James Rodríguez haben sie sein Trikot mit der 10, das er von Özil geerbt hat, bereits 345'000 Mal geordert.

Das Trikot kostet im offiziellen Shop € 78.65. Mit anderen Worten, durch den Trikotverkauf wurden bis jetzt über 27 Mio. € in die Kassen Reals gespült.

Über den Kaufpreis für Rodríguez herrscht lautes Stillschweigen, er dürfte zwischen 75 und 80 Mio. € gelegen haben. Das erste Drittel ist also bereits wieder eingenommen. Wenn das so weitergeht, ist Rodríguez am Montag bezahlt.

Oha lätz (LXIV)

Rrr am Sonntag den 11. Mai 2014

In unserer Serie "Oha lätz! Wer findet die 5 Unterschiede?" zeigen wir Ihnen heute bedeutende Persönlichkeiten aus Alpenländern.

Links Hakan Yakin (Schweiz), rechts Conchita Wurst (Österreich).

hakanwurst

Dieser interessante Beitrag wurde Ihnen präsentiert von unserer treuen Leserin Ronaldinha.

Bye Bye, Joe!

Herr Shearer am Mittwoch den 5. Februar 2014

Einer geht, alle jubeln.

Mike-Ashley-Joe-Kinnear

Der Herr links auf dem Bild bleibt, zwangsläufig. Der andere ist weg. Nach dem erschreckend schlechten Auftritt von Newcastle United im Tyne-Wear-Derby vom letzten Samstag und dem darauffolgenden Blues machte gestern schon in aller Früh eine Botschaft wie ein Lauffeuer die Runde und brachte etwas Sonnenschein zurück in diesen düsteren Zeiten: Newcastle Uniteds "Sportdirektor" Joe Kinnear habe seinen Posten geräumt. Kinnear wurde vor acht Monaten vom Besitzer Mike Ashley zum Erschrecken aller Fans der "Magpies" in diesem Amt eingesetzt. Der ehemalige Tottenham-Verteidiger ist im Nordosten Englands kein Unbekannter: bereits 2008 wurde er Trainer von Newcastle United,  nachdem er zwischen 1992 und 1999 mit dem Wimbledon AFC schöne Erfolge feierte, aber von 2004 bis 2008 keine Mannschaft mehr betreute.  Bereits nach kurzer Zeit musste der Ire aber aus gesundheitlichen Gründen (das Herz!) vom Amt zurücktreten. Der Schaden war aber angerichtet, Newcastle stieg am Ende der Saison ab.

Gross war also der Groll der "Toon Army", als Kinnear wiederkehrte. Das Vertrauen in ihn war deutlich unter null. Natürlich half es der Glaubwürdigkeit auch überhaupt nichts, dass Kinnear gleich in einem der ersten Interviews den Spielmacher der Mannschaft, Yohan Cabaye, als Yohan Kebap bezeichnete, aus Hatem Ben Arfa einen Ben Arfree machte und aus den Ameobi-Brüdern die Anamobis. Ältere Leser erinnern sich, mit Namen hatte der Gute schon immer so seine Probleme. "Judge me by my signings", beurteilt mich nach meinen Transfers, versuchte Kinnear die feindseligen Medien und Fans zu beruhigen. Das hat nun offenbar auch Mike Ashley getan, der äusserst unbeliebte Besitzer von Newcastle, welcher sich selbst nie dazu äussert, was er mit dem Club eigentlich vorhat. Schauen wir also, was in den paar Monaten und zwei Transferfenstern unter Kinnear passiert ist: der beste Spieler der Mannschaft, eben dieser Kebap da, wurde für kolportierte 20 Millionen Pfund an PSG verkauft. Ein Ersatz scheiterte, wohl an der Unfähigkeit Kinnears. So bleiben auf der Haben-Seite nur die leihweisen Verpflichtungen von Loïc Rémy vom Absteiger QPR im Sommer und des holländischen Banddrückers Luuk de Jong (Mönchengladbach) letzte Woche.

"The Chronicle", das lokale Blatt, welches seit einiger Zeit Zutrittsverbot zum Presseraum von Newcastle United hat, wollte von den Lesern wissen, ob sie den Abgang des Sportdirektors befürworten oder ablehnen. Die Zustimmung erreichte zeitweise 97%...

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Wichtig in solchen Krisenzeiten ist dann einfach, dass die PR-Abteilung des Clubs die Nerven behält und die sozialen Medien richtig bespielt. Was sollen wir Ihnen sagen - auch das ging natürlich wieder tüchtig in die Hosen, wie diese nach Kinnears Rücktritt via Twitter und Facebook veröffentlichte Meldung zeigt.

Gas, Food, Lodging

Herr Pelocorto am Freitag den 10. Januar 2014

Auch in den USA ist das Transferfenster offen. Nicht immer wird cash bezahlt.

Am Dienstag haben die Fort Lauderdale Strikers ihren Mittelfeldspieler Wálter Restrepo an die San Antonio Scorpions verkauft und eine eher unübliche Begleichung vereinbart. Geld sei beim Transfer keines geflossen bestätigen die beiden Clubs, man habe auf Wunsch des Käufers nach einer kreativen Lösung gesucht.

Anstelle einer Transfersumme übernehmen die Scorpions die Transport- und Hotelkosten der Strikers für die zwei Spiele in San Antonio in 2014. In der North American Soccer League, der zweiten Liga, finden pro Jahr zwei Meisterschaften statt, die Spring Season und die Fall Season. Involviert in den Transfer sind die beiden Teamsponsoren Crockett Hotel und Shark Limo.

Am 7. Juni 2014 empfangen die Scorpions die Strikers bei sich zuhause im Toyota Field.

Ein Land sieht rot

Rrr am Montag den 18. November 2013

ACHTUNG: Das Runde Leder hat (wie die anderen Tamedia-Blogs) weiterhin massive technische Probleme, die unsere Kollegen von der IT leider nicht nachhaltig lösen können. Seit Wochen kommt es immer wieder zu stundenlangen Unterbrüchen. Wir verzichten vorderhand auf weitere Beiträge und entschuldigen uns in aller Form bei unseren Leserinnen und Lesern.

WM-Final 2014! Brasilien führt 1:0 gegen Spanien.

costaDie 90. Minute läuft, aber oh Schreck: Spanien kriegt einen Penalty zugestanden. Diego Costa nimmt Anlauf und - verschiesst. Brasilien ist Weltmeister.

Das ist der Inhalt eines neuen populären Radiospots, den VW in Brasilien ausstrahlt. Der Autobauer hat es auch in der Inserate-Kampagne auf Diego Costa abgesehen ("Anders als Diego Costa macht dieses Auto die Brasilianer stolz"). Auf Twitter läuft der Hashtag Chupa, Diego Costa, auf dessen Übersetzung wir aus Jugendschutzgründen verzichten.

Der Topskorer von Atlético Madrid (diese Saison schon 13 Tore in der Primera Division, Platz 2 hinter CR7) hat den Zorn des WM-Gastgebers auf sich gezogen.

Noch im März spielte er für sein Heimatland Brasilien - zwei Kurzeinsätze gegen Italien und Russland. Danach wurde er von Trainer Scolari nicht mehr aufgeboten. Vor einigen Wochen befand Costa, er fühle sich nun wie ein Spanier. Deren Trainer Del Bosque bot ihn umgehend für die Länderspiele am Samstag gegen Guinea und morgen Dienstag gegen Südafrika auf.

Dumm nur: Diego Costa musste wegen Verletzung passen. Trotzdem will er künftig Spanier sein und mit dem Weltmeister in sein Heimatland reisen.