Archiv für die Kategorie ‘Transfermarkt’

Transferbombe

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 15. Juni 2017

Überraschender Neuzugang bei den Berner Young Boys.

Und nein, das ist nicht der OBI Bieber. Es ist Justin Bieber!

Foto: BSC Young Boys

Dr. Rüdisühli erforscht das Publikum. Heute: der Zonk

Herr Shearer am Donnerstag den 30. März 2017

Jeder Klub hat seine Legenden.

“Gestern zum Beispiel würdigten wir in diesem Fachblog den ewigen Totti – er dürfte für die AS Roma wohl der grösste Spieler seiner Vereinshistorie werden. Auch andere Klubs und sind untrennbar mit Spielernamen verbunden: Geni Meier mit YB, Maradona mit Napoli, Günter Netzer mit Gladbach.

Aber eben, nicht jede Transferbombe zündet auch. Zahllos sind die Namen derer, die als Heilsbringer und Zukunftsperspektive transferiert wurden, aber kaum einmal einen Ball sahen. Oder, wenn doch, mit diesem mehr Unheil als Gutes anrichteten. Das englische Fussballmagazin Four Four Two wollte von seinen Leserinnen und Lesern die schlechtesten Spieler ihrer Leibvereine in Erfahrung bringen. Herausgekommen ist diese wunderbare Enzyklopädie des Versagens, für alle 92 Vereine in den vier englischen Profi-Ligen.

Und bei ihrem Klub? Wer war der grösste Fehltransfer, die unglaublichste Geldverschwendung, das unfassbarste Missverständnis? Bitte lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.Ich bin gespannt, welche Namen ihnen noch jetzt einen Schauer über den Rücken jagen.

Herzlich,
Ihr Dr. Rüdisühli”

Symbolbild

Verbrennen verschieben

Val der Ama am Dienstag den 31. Januar 2017

BREAKING NEWS: Motivationsprobleme! Källström verlässt GC per sofort

Feuer weg! West Ham hat da ein Angebot.

Eine schöne Tradition im Fussball: Wenn ein Spieler den Verein verlässt, gehen die Fans nach draussen, vergiessen Benzin und Tränen und dann, wenn die Handykamera aufzeichnet, dann wird das Trikot des Wegreisenden verbrannt.

Das muss nicht sein. Besser so wie bei West Ham: Dort hat der Dimitri Payet nach wochenlangem Streit endlich seinen Wechsel zu seinem Wunschverein Olympique Marseille erzwungen und gleichentags verkündete die Vereinsmitbesitzerin Karren Brady per Twitter folgende Botschaft: “Bringt eure Payet-Shirts zu jedem beliebigen Klub-Shop zurück und ihr erhaltet für 25 Pfund Ersatz.”

Nicht alle Hammers-Fans reagierten begeistert auf die Geste. Einzelne ärgerten sich wegen der 25 Pfund und der Tatsache, dass West Ham so noch mehr Profit mache, andere haderten wohl wegen Voreiligkeit.

Eiskalte Entlassung

Herr Shearer am Donnerstag den 26. Januar 2017

Wer ist schuld an den eisigen Temperaturen? Ken Hare!

Und deshalb hat sein Arbeitgeber auch das einzig richtige gemacht: ihn fristlos entlassen. Weil nämlich Hare, bis letzten Samstag von Beruf Platzwart bei Southend United, es nicht fertig brachte, den Stein und Bein gefrorenen Rasen bespielbar zu bekommen. Eigentlich hätte um 15:00 Uhr das League One-Spiel zwischen Southend und den Bolton Wanderers angepfiffen werden sollen. Um 11:00 Uhr erklärte der Schiedsrichter den vereisten Platz aber für unbespielbar und die sich bereits auf dem Weg befindlichen Fans der Trotters mussten vorzeitig umkehren.

Leider hat Roots Hall, das Stadion der Shrimpers, keine Rasenheizung. Trotzdem kannten die Oberen des Klubs keine Gnade mit dem seit 27 Jahren treu dienenden Hare – er erhielt umgehend die Kündigung. Das warf hohe Wellen. Ron Martin, der Vereinspräsident, liess über einen Sprecher verlauten: “es ist normal, dass Leute ihre Stelle verlieren, wenn sie ihre Arbeit nicht machen. Den Entscheid im Fall von Herrn Hare haben wir nicht leichten Herzens getroffen”.

Immerhin, die Fans des Gegners kommen nun zu Hilfe. Bolton-Fans haben eine Petition gestartet, welche die Wiederanstellung des Platzwartes verlangt. Über die fragwürdige Behandlung von unteren Chargen im englischen Fussball hat dieses sozialkritische und gesellschaftlich aufmerksame Fachblog bereits einmal berichten müssen.

 

Was macht eigentlich …

Rrr am Samstag den 14. Januar 2017

… Dimitri Payet?

Nichts, was die Fans von West Ham verzücken würde, muss man sagen.

An der EM 2016 war der Franzose einer der Shooting Stars. Entsprechend begehrt war er im Sommer, doch Payet betonte: “Ich werde zu 100 Prozent bei West Ham bleiben, ich liebe den Verein. Das kann ich den Hammers-Fans versprechen.” Ein halbes Jahr später sieht es anders aus. Nun will der 29-Jährige unbedingt zurück zu seinem Ex-Klub Marseille, der ihn mit etlichen Millionen lockt.

Mit allen Mitteln will sich Payet bei West Ham aus dem bis 2021 laufenden Vertrag hinausdribbeln. Zuerst trat er in einen Trainingsstreik, nun soll er dem Klub mit dem Vortäuschen einer Verletzung gedroht haben, sollte er die Freigabe nicht erhalten.

Trainer Bilic hat genug. Vor dem Spiel gegen Crystal Palace (3:0) stellte er klar, dass Payet nicht mehr für West Ham spielen werde. Verkaufen will man ihn allerdings auch nicht. Sondern einfach zum Nichtstun verdammen.

Gross ist der Ärger der Fans über Payet, wie unser Funkbild zeigt. Sogar einen Gesang widmeten sie dem Abtrünnigen.

Der tönte so.

Uru auf Tour

Rrr am Dienstag den 15. November 2016

Wanderniere nur Hilfsausdruck.

Der Uruguayaner Sebastian Abreu hat einen Weltrekord aufgestellt und zum 28. Mal in seiner Karriere den Klub gewechselt. Der 40-jährige Stürmer unterschrieb einen Vertrag beim brasilianischen Drittligisten Bangu AC.

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Abreu – daheim nennen sie ihn “El Loco”, den Verrückten – hat in neun verschiedenen Ländern gespielt. Er trug das Trikot von 23 Klubs, was leider kein Rekord ist: Der Deutsche Lutz Pfannenstiel stand für 25 Vereine zwischen den Pfosten.

Der eine oder andere unter Ihnen weiss vielleicht nicht mehr auswendig, für welchen Klub Sebastian Abreu wann genau gespielt hat. Kein Problem, hier die vollständige Liste:

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Wechselwirren

Rrr am Dienstag den 30. August 2016

BREAKING NEWS: Super League publiziert Anspielzeiten für Runden 10 bis 18

Obacht, das Transferfenster ist sperrangelweit offen.

sonDas bekommt auch Son Heung-min zu spüren. Der Südkoreaner, der früher für den HSV und Leverkusen spielte, ist seit einem Jahr bei Tottenham. Zurzeit weilt er bei der Nationalmannschaft in Seoul. Dort erreichte ihn die Mitteilung, dass ihn sein Klub verkaufen wolle. Der 20 bis 30 Millionen Franken schwere Deal mit Wolfsburg befindet sich laut verschiedenen deutschen und englischen Medien in fortgeschrittenem Stadium.

Leider kam noch niemand dazu, das dem Spieler mitzuteilen. “Ich habe nichts von einem Transfer gehört”, sagte er unseren Kollegen von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. “Ich will mich auch gar nicht mit solchen Dingen befassen, die sich ausserhalb des Stadions abspielen. Mein Fokus ist ganz aufs Fussballspielen ausgerichtet.”

Bei den Spurs konnte sich Son bislang nicht durchsetzen. Letzte Saison stand er nur 13 Mal in der Startformation. Die Londoner scheinen ihn auch abstossen zu wollen, weil Son in der Heimat immer noch wehrpflichtig ist und dadurch gelegentlich fehlt. Hätte Südkorea in Rio eine Medaille gewonnen, wäre Son von der Wehrpflicht befreit worden.

Das Transferfenster schliesst in den meisten Ländern Ende August – also morgen Mittwoch.

Kulante Kündigung

Val der Ama am Dienstag den 23. August 2016

Wahre Fans verzichten für ihren Verein auf Lohn und Arbeit.

Wenger

Der FC Arsenal ist mit einem 3:4 gegen Liverpool und einem 0:0 bei Leicester eher schlecht in die neue Saison gestartet. Kein Wunder, meinen Fans und Medien, denn schliesslich habe Arsenal auf die neue Spielzeit kaum Geld in neue Spieler investiert und die braucht es für den seit Jahren ersehnten Meistertitel natürlich unbedingt.

Wir schauen nach und meinen: Stimmt. Die Transferausgaben belaufen sich inkl. Xhaka tatsächlich auf lächerliche 52 Mio. Euro – im Vergleich zur Konkurrenz zum Beispiel aus Manchester nur Kleingeld.

Nach dem Spiel gegen Leicester hat sich Wenger dann den Medien erklärt: „Ich verstehe nicht, warum Sie sagen, ich würde nur ungern Geld ausgeben. (…) Geld bedeutet nicht gleich Qualität. Geld ausgeben und dafür auch einen Top-Spieler bekommen – das ist der Unterschied und dazu sind wir auch bereit. Ich werde 346 Millionen Euro für einen Spieler ausgeben – wenn ich den Spieler finde und wenn ich 346 Mio. Euro habe. Wir sind ein Verein mit rund 600 Mitarbeitern und müssen uns auch entsprechend verantwortungsvoll verhalten“, so der 66-Jährige.

Ein Angestellter des Fanshops hat die Botschaft ziemlich missverstanden und daraufhin spontan seinen Job gekündigt. Auf Twitter publizierte er gestern sein Kündigungsschreiben und dort steht: “Ich verdiene 7,20 Pfund pro Stunde, das ergibt total 14’040 Pfund im Jahr. Walcott verdient in der Woche 10x mehr. Aber jetzt, da der Verein mein Gehalt nicht mehr stemmen muss, hat er hoffentlich Geld für gute Spieler.”

Brief

Wir nehmen mal an, die Geschichte hat sich wirklich so ereignet. Ah, und ab sofort verzichtet auch Herr Rrr auf Honorar und Spesen, weil schliesslich braucht YB noch wen auf hinten rechts.

Angemessenes Anwesen

Herr Shearer am Donnerstag den 18. August 2016

Was tun Spielerberater, wenn das Transferfenster sich langsam schliesst?

Klar, da kann man es wieder etwas gemütlicher angehen lassen und sich zum Beispiel endlich auf Wohnungssuche machen. Mino Raiola, über den wir neulich gerade berichteten, tat genau das. Schliesslich müssen die fetten Provisionen, die der Italiener in den vergangenen Wochen alleine mit den Transfers von Ibrahimovic, Mkitharyan und vor allem Pogba nach Manchester eingestrichen hat, auch irgendwo wieder ausgegeben werden.

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Herr Raiola hat sich nun für etwa 11 Millionen Franken ein hübsches Anwesen im sonnigen Miami gekitscht. Etwas über 560 Quadratmeter, ein privater Strand, Swimmingpool, sieben Schlafzimmer, das ganze auf drei Gebäude verteilt – das sind einige nette Merkmale der ansehnlichen Villa. Und einen prominenten Vorbesitzer hatte die Hütte auch! Von 1928 bis zu seinem Tod 1947 war Raiolas Ferienhaus (wir nehmen mal an, dass er es vornehmlich als solches nutzen wird) im Besitz des berühmt-berüchtigten Mafiabosses Al Capone.

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Herr Capone ist übrigens der Mann ohne Natel, denn das wurde erst kurz nach seinem Ableben erfunden. Anyway, wir wünschen Mino Raiola viel Freude mit seiner neuen Immobilie! Und geben gleichzeitig den wohlgemeinten Tipp, das Unterhaltspersonal sorgfältig auszuwählen und zu instruieren.

 

Minos Moneten

Val der Ama am Donnerstag den 11. August 2016

Sie sind jung und brauchen das Geld? Werden Sie Spielervermittler!

Mino

Sie haben es mitbekommen: Aus Gründen war der englische Fussballverein Manchester United eben bereit, 105 Millionen Euro für den Spieler Paul Pogba an Juventus Turin zu überweisen. Addiert man dazu noch die Preise für die Anschaffungen Henrikh Mkhitaryan und Eric Bailly, kommt man auf eine Gesamtinvestitionssumme von 185,00 Mio. €. Nicht schlecht, denn immerhin haben sich die Engländer auf diese Saison noch den José Mourinho geleistet und mit den eigenen Abgängen bisher noch keinen Cent eingenommen. Ah, und vor ein paar Jahren hat man eben diesen Pogba übrigens gratis an Juve abgegeben. Aber egal.

Wer bekommt nun was von diesen 105 Millionen? Juves Medienabteilung hats gestern verraten: Pogbas Berater Mino Raiola erhält für Aufwand und Engagement 25 Millionen Euro. Des Spielers ehemalige Vereine Le Havre, US Torcy und US Roissy-en-Brie kriegen gemeinsam zwei Millionen Euro und Juve freut sich auf 72,6 Millionen. Der Rest? Spesen und so.

Was ein Spielerberater für das schöne Honorar eigentlich so tut, erklärte Raiola einst dem Fussballmagazin 11 Freunde:

Ein guter Berater ist viel mehr als ein Vermittler in Vertragsverhandlungen. Er sorgt dafür, dass sich seine Spieler wohl und beschützt fühlen. Ich löse die Probleme meiner Klienten, wie es ein Vater täte. Ich bin ihre Familie. Ich bin derjenige, der ihnen zeigt, wohin ihr Weg gehen kann.

Schön. Und bewundernswert, wenn man dann sieht, wie gross Raiolas Familie ist.

Trinken mit Onkel Sepp

Rrr am Dienstag den 9. August 2016

Blatters süsse Rache: Product Placement für Kronenbourg.

krb

Jahrelang war Sepp Blatter eng mit dem Bierkonzern Anheuser-Busch verbandelt. Die US-Brauer sponserten die FIFA-Weltmeisterschaften mit Millionen. Blatter und Budweiser, das passte zusammen wie Yin und Jang.

Tempi passati! Beim Hausbesuch des ZDF lüftete der gefallene FIFA-Präsident das Geheimnis: Er trinkt gar kein Budweiser, bei ihm steht Kronenbourg aus Frankreich im Kühlschrank. “Ich trinke es zusammen mit Sprite”, sagte Blatter im Interview mit Dunja Hayali.

99Darf Sepp das? Wir konnten kurz mit dem Bierbeauftragten des Runden Leders sprechen, Herrn Natischer. Dieser nimmt wie folgt Stellung:

“Kronenbourg trinkt der Bierkenner wirklich erst nach Monaten in der Wüste, respektive vielleicht noch nach einem YB-Heimspiel. Sprite ins K’bourg ist ok: Sprite ist selber sehr anspruchslos. Aber wer Panaché trinkt, mag eigentlich kein Bier. Ich empfehle Onkel Sepp deshalb eine Limonade.”

Übrigens, wenn wir schon bei Hopfen und Malz sind: Auch Bierliebhaber können Spitzensport treiben, wie britische Medien berichten.

Wut am Vesuv

Herr Maldini am Dienstag den 26. Juli 2016

In Neapel sind die Anhänger der schönsten Nebensache der Welt gerade etwas frustriert.

Kein Wunder: Ihr Liebling Gonzalo Higuaín hat zum Ligakonkurrenten Juventus Turin gewechselt. 90 Millionen Euro liess sich der Serienmeister diesen Transfer kosten. Higuaín ist der drittteuerste Transfer aller Zeiten, aber nur für kurze Zeit, weil Paul Pogba Turin in Richtung Manchester verlassen wird – für über 100 Millionen und als teuerster Spieler aller Zeiten.

UntitledDie italienische Liga wird der Higuaín-Wechsel nicht interessanter machen, dafür aber die Ambitionen von Juve im internationalen Geschäft untermauern. Higuaín ist in der Form seines Lebens, in der abgelaufenen Spielzeit erzielte er 36 Tore und stellte damit den Rekord von Gino Rossetti aus der Saison 1928/29 ein.

Nicht nur die Fans sind sauer, auch das letzte grosse Clubidol in Neapel vor Higuaín ist es. “Diese Higuaín-Geschichte tut mir weh, weil er zu einem direkten Konkurrenten wechselt”, schreibt Maradona auf Facebook. “Wir können dem Spieler keinen Vorwurf machen. Er trägt die Verantwortung für seinen Entscheid, aber es sind in diesem Geschäft die fetten Katzen, die am meisten profitieren. Niemand denkt an die Fans.”

Ja, die Fans. Sie sind wirklich nicht glücklich zurzeit. Und drücken ihren Frust äusserst kreativ aus.

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