Archiv für die Kategorie ‘The Home of Football’

¡Gracias, Rafa!

Herr Shearer am Montag den 24. April 2017

Es folgt eine kurze Mitteilung des Nordostengland-Beauftragten.

“Sehr geehrte Leserinnen und Leser, es freut mich ausserordentlich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass der glorreiche Newcastle United FC soeben seine Rückkehr in das Oberhaus des englischen Fussballs besiegelt hat. Im drittletzten Spiel in der Championship schlugen die einzigartigen Magpies den Mittelfeldklub Preston North End mit 4:1 und stehen damit zusammen mit Brighton & Hove Albion als Aufsteiger in die Premier League fest.

Wir bedanken uns herzlich bei Trainer Rafael Benitez für eine im grossen und ganzen ziemlich tolle Saison und stossen auf weitere gute Jahre zusammen an. In diesen schönen Tagen wollen wir aber diejenigen nicht vergessen, welche hier Not leiden; unsere Gedanken sind bei unsern Brüdern vom Sunderland AFC und dem FC Middlesbrough, mögen sie dem Teufel noch von der Schippe springen und dem Nordosten in der nächsten Spielzeit tolle Derbys bereiten. Auf alle Fälle ersparen wir uns jeglichen Hohn und Spott, das gebietet uns der Anstand, und diese gelbwürdige Flugeinlage aus dem vergangenen Jahr haben wir eh schon lange vergessen und verziehen. Und jetzt: Musik!”

Lieblingssong

Harvest am Mittwoch den 19. April 2017

Kolo Touré ist ein Schnulzen-Romantiker.

An einer Pressekonferenz wurde der Innenverteidiger von Celtic Glasgow nach seinem Lieblings-Fangsong gefragt. Herr Touré hat die Frage allerdings nicht ganz richtig verstanden, aber sehen Sie selbst:

Er mag also Whitney Houston. Nachdem er auf seinen Fehler aufmerksam gemacht wurde, konnte er die Frage doch noch korrekt beantworten und zwar bravourös. Bei Manchester City spielte er nämlich einige Jahre mit seinem Bruder Yaya und die Fans widmeten den beiden einen eigenen, wunderbaren Song.

Finde den Feler (XXVIII)

Briger am Donnerstag den 23. März 2017

Garry Neville hat Probleme mit Social Media.

Nevilles Missgeschick erinnert an Sunderlands nigerianischen Stürmer Victor Anichebe, der im Herbst nach einer 0:1-Niederlage gegen West Ham so seine liebe Mühe mit Twitter hatte:

Es ist eben nicht jeder Fussballer ein Scott Sutter.

“Where were you when you were us?”

Briger am Montag den 20. März 2017

Mit dieser philosophischen Frage, gesungen von AFC Wimbledon Fans in Richtung MK Dons, geht unsere England-Berichterstattung am heutigen Montag in die nächste Runde.

Der AFC Wimbledon und die Milton Keynes Dons spielen in dieser Saison in der gleichen Liga, wie Sie an dieser Stelle bereits erfahren haben.

Am 14. März war es soweit, der in die League 1 aufgestiegene Südlondoner Verein empfing auf dem Kingsmeadow Ground seinen eigenen Nachfolger, die Milton Keynes Dons, kurz MK Dons. Es war also in etwa so, also ob das erstemal seit der Trennung im Jahr 2002 der neue Lover der Ex auf der Party auftaucht, oder so ähnlich. Nun, der AFC Wimbledon empfing die Gäste nicht eben freundlich. Zunächst wurde der Führungsetage der MK Dons der Zugang zur “corporate section” verweigert, so dass der bei den Anhängern der alten “Dons” verhasste Vorsitzende der neuen “Dons” Peter Winkelman das Spiel im Gästesektor verfolgen musste.

Zudem verweigerte der AFC den MK Dons auf der elektronischen Anzeige-Tafel den Zusatz “Dons” und so spielte schlicht Wimbledon gegen MK.

Auf dem Cover des Matchprogramms wurde der Gegner dann ganz unterschlagen. Normalerweise wird in Matchprogrammen in England die gegnerische Mannschaft über mehrere Seiten ausführlich porträtiert, die wichtigsten Spieler, der Trainer, das Stadion und die Clubgeschichte werden vorgestellt – doch auch hier, mit keiner Silbe wurden die MK Dons erwähnt. Einzig auf der Rückseite, dort wo die Aufstellungen stehen fand dann das Team von Milton Keynes Erwähnung, erneut ohne Dons.

Für die Fans des AFC kam es noch viel besser: Wimbledon gewann mit 2:0, die MK Dons sind in höchster Abstiegsnot – der Vorsprung an Verlustpunkten auf die Abstiegsplätze beträgt 4 Punkte.

Unbequeme Botschaften

Rrr am Montag den 20. März 2017

Der Trainer muss weg! Nur: Wie sagt man ihm das?

In Bern ist es einfach: Wenn das Runde Leder die Trainerfrage stellt, ist der YB-Trainer in der Regel innert 10 Tagen weg.

Andere Länder, andere Sitten: In Spanien  schwenken die Zuschauer weisse Taschentücher, wenn sie das Gekicke ihrer Lieblinge missbilligen. Die Zeche zahlt dann meist der Trainer.

Der Brauch mit den Taschentüchern kommt vom Stierkampf und heisst “Pañolada”. Das Bernabeu entlässt so die Übungsleiter, das Camp Nou ebenso, und mittlerweile wird der Brauch auch in Italien praktiziert.

Wieder anders ist es in England. Dort haben Fans schon des öftern Kleinflugzeuge gemietet, die während dem Spiel über das Stadion flogen und auf einem Banner den Kopf des Trainers forderten. Am Samstag war es wieder so weit: Arsenal-Fans hatten 2500 Pfund für ein Anti-Wenger-Banner gesammelt. Und so flog dieses Flugzeug während des Spiels über das Stadion von West Bromwich Albion.

Wenger-Befürworter hatten allerdings Wind von der Aktion bekommen. Kurze Zeit später war ein Flugzeug mit diesem Banner zu sehen:

Arsenal verlor das Spiel 1:3. Wenger sagte nach dem Spiel: “Ich weiss, was ich tun werde, und bald werden es auch alle wissen. Sehr bald.” Der Franzose ist seit 21 Jahren Arsenal-Trainer.

Falscher Bruder

Briger am Montag den 13. März 2017

York City kämpft gegen den Abstieg und braucht dringend Verstärkung.

York City stieg letzte Saison aus dem englischen Profifussball ab und kämpft diese Saison in der fünften Liga Englands schon wieder gegen den Abstieg. Am 3. März gelang es dem Team aus Nordostengland einen für einen Fünftligisten dicken Fisch ans Land zu ziehen. Den 22-jährigen Nationalspieler Curacaos, Derwin Martina, der aus der Jugend von Ajax Amsterdam stammt und immmerhin schon für den RKC Waalwijk in der zweiten holländischen Liga spielte. Und, noch viel besser, Derwin Martina sei der Bruder von Southamptons Cuco Martina, verkündeten die Minstermen stolz auf ihrer Homepage. Bereits an seinem zweiten Tag beim neuen Verein wurde Martina beim 3:1-Sieg gegen Eastleigh in den Kader aufgenommen, spielte aber nicht.
Am Dienstag war’s dann endlich so weit, Martina spielte mit Yorks Reserven gegen Hartlepool. Ganze 81 Minuten und nach einem Fehler, der zum 2:1 für Hartlepool führte, war sich Yorks Trainer Gary Mills bewusst, dass der Club mit diesem Transfer daneben gelgen hatte. Der bis Saisonende gültige Vertrag wurde vier Tage nach der Unterschrift wieder aufgelöst und Martina vor die Türe gesetzt.
Im Gespräch mit BBC Radio York gab Derwin Martina dann zu Protokoll, dass er ausser dem Nachnamen in keinster Weise mit Cuco verwandt ist. “Er ist nicht mein Cousin, er ist nicht mein Bruder – nur ein Kollege. In meiner Heimat ist Martina ein weitverbreiteter Name. Viele Menschen dort heissen so.”

Hier noch ein Bild von Cuco:

Bleibt nun noch die Frage, wer den in York erzählt hat, die beiden seien Brüder. Auf der Homepage von York City ist der entsprechende Artikel verschwunden. Zu Martina ist nur noch ein Statement von Trainer Mills zu finden, welches er vor dem Spiel gegen Sutton am Wochenende abgab:

City manager Mills also addressed the case of Derwin Martina, who had joined the Club on non-contract terms last Friday, but was released on Tuesday. Mills believes the situation has become out of hand, with the story gaining national media exposure this week.
“To be honest it’s gone ridiculous,” he explained, “Derwin has come into the Football Club on a sort of trial basis, on a non-contract. He was on the bench for us last week, we’ve had the Reserve game and following the Reserve game I’ve decided not to take it any further, it’s as simple as that.
“When someone’s on a non-contract it is, nine times out of 10, on a trial basis. That’s why Derwin is not with us any longer, because we can terminate that contract at any time.”

Neulich in Leicester

Rrr am Sonntag den 26. Februar 2017

Claudio Ranieri erfüllt letzte Fan-Wünsche. 

Der 63-jährige italienische Trainer wurde am Donnerstag entlassen, 297 Tage nach dem sensationellen Gewinn der Premier League und fünf Wochen nach der Auszeichnung zum Welttrainer des Jahres. 

“Meine drei Premier-League-Titel sind weniger wert als der eine von Ranieri”, sagte ManUtd-Trainer Jose Mourinho. Einer der vielen Berufskollegen, die sich mit Rainieri solidarisierten und den Entscheid des Klubs kritisierten. 

Seit Samstag ist Leicester auch mathematisch aus dem Titelrennen. Der Grund der Entlassung war allerdings ein anderer: Das Team ist akut abstiegsgefährdet. Leicester könnte es schaffen, als Meister abzusteigen – auch das wäre eine Premiere. 

“Undankbare Engländer”, schimpfte die “Gazzetta dello Sport” derweil auf der Titelseite. Als wären die Gesetze des modernen Fussballs in Italien nicht die genau gleichen. 

1-2-7

Rrr am Mittwoch den 22. Februar 2017

Heute reisen wir ins Jahr 1872.

Am 30. November trifft Schottland auf England. Es ist das erste offzielle Länderspiel der Fussballgeschichte. 4000 Zuschauer sind in Glasgow zugegen. Wir kommen zu den Mannschaftsaufstellungen und zum taktischen Dispositiv:

Richtig, 13 Stürmer standen auf dem Platz. Das Spiel endete 0:0.

Was aus dem 1-2-7 im Lauf der Zeit wurde, können Sie hier nachlesen.

“We’re only here cause we’re single”

Rrr am Mittwoch den 15. Februar 2017

Das sangen die Cardiff-Fans am gestrigen Valentinstag.

Ihr Team war zu Gast bei Derby.

Wie das Spiel ausging? Bitte sehr.

Periscope für Papa

Rrr am Dienstag den 7. Februar 2017

Ein Stream für Dad. Und 139’000 Leute schauen zu.  

Josh Chambers (23) ist Fan von Manchester City und reiste neulich ans Cup-Auswärtsspiel gegen Crystal Palace im Süden von London.

Das Spiel wurde in England nicht live am Fernsehen übertragen. “Mein Papa wollte es aber unbedingt sehen. Also kramte ich mein iPhone hervor und übertrug ihm den Match auf Periscope.” 

Das freute nicht nur Papa, sondern auch einige weitere Verwandte von Josh. Und irgendwie sprach sich das Ganze rasch herum. Schliesslich schauten 139’000 City-Fans aus aller Welt zu. Auch Fans aus den USA und Südkorea waren dabei. Im halbleeren Stadion sassen übrigens nur 13’000 Zuschauer. 

Der englische Fussballverband liess Chambers bislang unbehelligt. Die Premier League hingegen machte deutlich, sie werde Periscope-Übertragungen ihrer Spiele nicht dulden. Die Liga  hat schon vor Jahren eine Firma damit beauftragt, alle illegalen Streams und Bewegtbilder im Internet aufzuspüren und das Material löschen zu lassen. 

Josh Chambers zeigt sich unbeeindruckt. “Ich verstehe die Premier League. Aber Fussballfans wollen einfach ihr Team spielen sehen. Und sie werden immer einen Weg finden, das zu tun.” 

Verbrennen verschieben

Val der Ama am Dienstag den 31. Januar 2017

BREAKING NEWS: Motivationsprobleme! Källström verlässt GC per sofort

Feuer weg! West Ham hat da ein Angebot.

Eine schöne Tradition im Fussball: Wenn ein Spieler den Verein verlässt, gehen die Fans nach draussen, vergiessen Benzin und Tränen und dann, wenn die Handykamera aufzeichnet, dann wird das Trikot des Wegreisenden verbrannt.

Das muss nicht sein. Besser so wie bei West Ham: Dort hat der Dimitri Payet nach wochenlangem Streit endlich seinen Wechsel zu seinem Wunschverein Olympique Marseille erzwungen und gleichentags verkündete die Vereinsmitbesitzerin Karren Brady per Twitter folgende Botschaft: “Bringt eure Payet-Shirts zu jedem beliebigen Klub-Shop zurück und ihr erhaltet für 25 Pfund Ersatz.”

Nicht alle Hammers-Fans reagierten begeistert auf die Geste. Einzelne ärgerten sich wegen der 25 Pfund und der Tatsache, dass West Ham so noch mehr Profit mache, andere haderten wohl wegen Voreiligkeit.

VB-Day

Briger am Montag den 30. Januar 2017

BREAKING NEWS: YB knackt erneut magische 10’000er-Grenze

Beim gestrigen FA-Cup-Spiel gegen Watford (1:0) feierten die Fans von Millwall den VB-Day, den Victory in Bermondsey Day.

Seit 1910 haben die Lions aus dem Londoner Südosten in Bermondsey ihre Höhle. Zuerst spielte der Club in “The Den”, später zogen sie wenige hundert Meter weit weg in “The New Den”, welche seit gut 10 Jahren wieder “The Den” heisst. Nun drohte dem Club, der wegen seiner Anhängerschaft englandweit gefürchtet ist, der Wegzug. 120 Kilometer weg von der Heimat, an die Küste Kents. Für einen Club wie Millwall, der zwischen der Zweiten- und Dritten Liga pendelt, und dort beheimatet ist, wo die Prunkbauten Central-Londons weit weg sind und eine Hightecharena wie beispielsweise das Emirates von Arsenal wie aus einer anderen Welt wirkt, wohl mehr oder weniger der Todesstoss, kommen doch heute schon selten mehr als 10’000 Zuschauer.

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