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Archiv für die Kategorie „Regelrecht“

Teil der Spielbewegung

Dr. Rüdisühli am Freitag den 18. April 2014

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ich bin Barca-Fan und nage immer noch an der Niederlage im Cupfinal. Und ich frage mich, ob das Siegestor von Real regulär war. Hatte Bale eigentlich die Erlaubnis vom Schiri erhalten, das Spielfeld wieder zu betreten, nachdem er es verlassen hatte? Visca el Barca, M., Z.

Lieber Marc, im Kommentar zur Regel 3 "Zahl der Spieler" hält die FIFA fest:

"Überschreitet ein Spieler zufällig eine Begrenzungslinie des Spielfelds, gilt dies nicht als Vergehen. Das kurzfristige Verlassen des Spielfelds kann als Teil der Spielbewegung betrachtet werden."

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Das absichtliche Verlassen des Spielfelds ohne Erlaubnis des Schiedsrichters wird zwar mit Gelb geahndet (Regel 12). Aber das kann man Bale beim besten Willen nicht unterstellen, zumal er ja von Bartra abgedrängt wurde. Mit sportlichen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

PS: Gareth Bale hat ein fast identisches Tor übrigens schon einmal geschossen.

Fieser Taschentrick

Rrr am Dienstag den 8. April 2014

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

20140407-083532.jpgSehr geehrter Dr. Rüdisühli, gibt es eine Vorschrift, wo der Schiedsrichter die gelbe und die rote Karte aufbewahren muss? Der Referee bei Real Sociedad-Real Madrid zog am Samstag jeweils beide Karten aus der Brusttasche, wenn er jemanden verwarnen wollte. Das sorgte jedes Mal für Verunsicherung, bis der Referee die gelbe Karte in die Höhe hielt. UAwg, C., B.

Lieber Christian, geübte Fussball-Zuschauer erkennen normalerweise nach einem Foul sofort mit einem Blick auf den Schiedsrichter, was gleich kommen wird: Greift der Ref in die Brusttasche, folgt Gelb - macht er sich an der Gesässtasche zu schaffen, ist Rot in Sicht. Deshalb heisst die rote Karte ja auch "Arschkarte".

Allerdings gibt es keine Vorschrift, wo der Referee die Karten aufbewahren muss. Das hat unser Schiedsrichterexperte Lukas die schwarze Sau auf Anfrage bestätigt. Der Unparteiische kann die rote Karte versorgen, wo er immer will. Und sich einen Spass daraus machen, die Spieler und Fans ein bisschen zu verarschen. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

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Schwierige Dinge

Rrr am Samstag den 15. März 2014

Mit unserer Zeitmaschine fliegen wir heute ins Jahr 1974.

Jungstar Uli Hoeness vom FC Bayern erklärt, wie schwierig er es im Leben hat.


Immer Ärger mit den Formularen von Rrr99

Multitasking in Manchester

Rrr am Samstag den 15. März 2014

Rio Ferdinand zieht den Zorn der Unfallverhüter auf sich.

1Was kann man als Autofahrer noch so gegen die Langeweile tun, wenn alle SMS geschrieben, alle Telefonate geführt und alle Navis gefüttert sind? Richtig, man schiesst ein Selfie. Oder noch besser: Man filmt sich gleich und stellt das Resultat ins Netz.

Rio Ferdinand hatte richtig gute Laune, als er neulich ins Training von ManUtd fuhr - wegen des schönen Wetters, wie er seinen 5,3 Millionen Followern mitteilte: "Sunshine on the way to training does perk me up #livingthedream”

Weniger gute Laune hatte Ed Morrow, der Chef der nationalen Verkehrssicherheitskampagne. "Es ist verantwortungslos, sich als öffentliche Figur und Vorbild so am Steuer zu verhalten", sagte Morrow. "Das ist eine Beleidigung für viele Familien, die einen Angehörigen durch das Fehlverhalten eines Autofahrers verloren haben."

Ed Morrow rief in Erinnerung: "Wer am Steuer ein Handy bedient, geht ein hohes Risiko ein, einen Unfall zu verursachen und jemanden zu töten und schwer zu verletzen."

Rio Ferdinand hat auf die Kritik bislang nicht reagiert.

Auffällige Andeutung

Val der Ama am Freitag den 14. März 2014

Entscheiden Sie mit, liebe Leserinnen oder auch Leser: Regulär oder nicht?

 Frage

Gleich werden Sie auf einen Link klicken, der Ihnen eine Szene des FA Youth Cup-Spiels zwischen Newcastle United und dem FC Chelsea zeigt. In der Bildmitte werden Sie Newcastles Olivier Kemen in die Lüfte steigen und sein Tor machen sehen.

Nun aber eben die Frage: Hätten Sie als Schiedsrichter den Treffer gegeben? Herr Shearer, zum Beispiel, der zitiert die Website seines Vereins und ist für einmal völlig mit dem Referee einverstanden. Also Tor.

Die Buben von Chelsea waren anderer Meinung und protestierten lautstark. Und vergeblich. Immerhin haben sie dann das Spiel doch noch und verdientermassen mit 3:2 gewonnen.

Ah, und eben hier, der Link.

Lerchs Leitfaden

Rrr am Donnerstag den 13. März 2014

AKTUELL: Basel holt ein 0:0 gegen den FC Salzburg in der Europa League - Entscheidung am nächsten Donnerstag

Rambazamba während der WM? Der Regierungsstatthalter von Bern greift durch.

090517christoph-lerch"Viele Fans werden die Spiele gemeinsam unter freiem Himmel geniessen wollen", weiss Christoph Lerch. "Gleichzeitig gilt es, auf die Ruhebedürfnisse der gesamten Bevölkerung Rücksicht zu nehmen." Denn die gesamte Bevölkerung, das weiss der Sozialdemokrat, will nach 22 Uhr Ruhe und nach 24 Uhr Schlaf.

Lerch empfiehlt den Gemeinden - darunter die Stadt Bern - deshalb umfassende Public-Viewing-Beschränkungen für insgesamt 40 der 64 WM-Spiele.

- Nach 22 Uhr muss der Ton sofort nach Pausenpfiff und Abpfiff abgeschaltet werden. Davon betroffen sind 19 Gruppenspiele, 4 Achtelfinals, zwei Viertelfinals, beide Halbfinals, das Spiel um den 3./4.Platz und das Final.

- Nach 24 Uhr ist Public Viewing verboten. Das betrifft elf weitere Spiele.

Das Abspielen von Musik ist generell verboten, es sei denn, die Musik gehöre zum Originalton der Fussball-Übertragung (bsp. brasilianische Guggenmusiken). Auch in diesem Fall darf der Schallpegel von 85 Dezibel nicht länger als 10 Sekunden überschreiten.

Nun denn, Herr Lerch, das ist alles prima so - an Public Viewings gehen sowieso nur Trauernde in Amerika und Mödeler in der Schweiz.

Und nur unter uns, sagen Sies nicht weiter: Das Runde Leder veranstaltet einen einzigen WM-Event, und zwar natürlich am 15. Juni zum Spiel Elfenbeinküste-Japan. Das Spiel fällt gottseidank nicht unter Lerchs Beschränkungen, denn es beginnt ja bereits um 03.00 Uhr.

Inseits

Herr Pelocorto am Dienstag den 4. März 2014

Im Fussball ist fast alles gesagt und geschrieben. Nur manchmal fehlen die Worte. Das Runde Leder schafft Abhilfe.

Bestimmte Fussballsituationen können in der deutschen Sprache nicht angemessen beschrieben werden. Sehen Sie dazu einen Ausschnitt aus dem Spiel Manchester City gegen Liverpool vom 26. Dezember 2013. Liverpools Sterling erhält den Ball zugespielt und erzielt ein Tor, doch der Linienrichter zeigt an, dass Sterling offside, also im Abseits war. Falsch, falsch, falsch, das konnte man genau sehen. Auf der Insel wird das mit dem schönen Ausdruck «onside» bezeichnet.

Sterling war also nicht abseits. Aber was war er dann? Logisch, sagen Sie, er war eben nicht abseits. Leider kennt die deutsche Sprache kein Pendant zu «onside», deshalb schlage ich das neue Wort inseits vor. Sterling steht inseits oder im Inseits, als der Ball gespielt wird.

«Anseits» war meine erste Idee, das unterscheidet sich aber zu wenig von «Abseits». «Zuseits» wäre eine Alternative, die allerdings etwas seltsam tönt. Ich finde, das «In» bringt am besten zum Ausdruck, dass das Spiel noch im Gang ist.

Manchester City gewann das Spiel übrigens mit 2:1.

Spiel gegen die Armut live am TV
Wer beim 11. Spiel gegen die Armut heute nicht im Stade de Suisse dabei ist, kann das Spiel ab 19:55 Uhr auf SSF mitverfolgen. Die Liste der anwesenden Stars ist beeindruckend lang!

Gegen die Massenauswanderung

Rrr am Samstag den 1. März 2014

Blatter spricht ein Machtwort: Shaqiri & Co dürfen nicht in die Kosovo-Nati wechseln.

1FIFA-Präsident Sepp Blatter hat den kosovarischen Verband FFK an die Regeln des Weltfussballverbandes erinnert: Entsteht ein neues Land, darf dessen Nationalelf zwar auf Spieler zurückgreifen, die im früheren "Mutterland" spielten. In diesem Fall also Serbien. Dagegen sei es nicht zulässig, Spieler mit kosovarischen Wurzeln einzusetzen, die bereits für andere Nationalmannschaften aufliefen.

Der Kosovo bestreitet nächste Woche gegen Haiti sein erstes Länderspiel. Allerdings handelt es sich um ein inoffizielles Spiel, wie man es auch etwa von Katalanien kennt. Deshalb dürfen Spieler mitmachen wie Kaiserslauterns Captain Albert Bunjaku, der 2010 mit der Schweiz an der WM teilnahm.

Die FIFA-Regeln für offizielle Spiele schränken den Kosovo stark ein, wie informierte Kreise berichten. Der Traum von einer WM-Qualifikation mit Xherdan Shaqiri (Bayern München), den Gebrüdern Xhaka (Mönchengladbach/Basel), Valon Behrami (Napoli), Emir Bajrami (Panathinaikos Athen/spielte schon für Schweden), Valon Berisha (RB Salzburg/Norwegen) und Goalie Samir Ujanki (Palermo/Albanien) ist damit ausgeträumt.

Das Freundschaftsspiel gegen Haiti wird nächsten Mittwoch um 15.00 Uhr in Mitrovica angepfiffen. 17.000 Tickets wurden bislang verkauft. Für den Kosovo werden nebst Bunjaku auch der St. Galler Kristian Nushi und der FCB-Verteidiger Arlind Ajeti auflaufen.Trainiert wird das kosovarische Team vom früheren YB-Trainer Tord Grip.

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Schiedsrichter ans Telefon

Rrr am Mittwoch den 26. Februar 2014

Bulgarische Fussballfans ärgern sich über Georgi Tabakov.

refphoneDer Linienrichter griff mitten im Juniorenspiel zwischen Chernomorets und Cherno zum Handy und führte in aller Ruhe ein Gespräch. Na ja, gelegentlich blickte er auf, um zu überprüfen, ob gerade jemand im Abseits -

Konsequenzen? Das ist unklar. Georgis Vater Emil ist ein hoher Verbandsfunktionär. "Egal, ein Telefongespräch mitten im Match ist inakzeptabel, wer immer auch dem sein Vater ist", stellte der erzürnte Schiedsrichter-Obmann Tihomir Bobolov klar.

Der zwölfte Mann

Rrr am Mittwoch den 12. Februar 2014

Wollscheid und Donati dürfen bei Leverkusen nicht mitspielen. Sie sehen trotzdem Gelb.

Erstmals in der Bundesliga-Geschichte verwarnte ein Schiedsrichter zwei Ersatzspieler. Beim Spiel Gladbach-Bayer traf es Philipp Wollscheid schon nach 9 Minuten.

6s41zEin Ball kam geflogen und landete bei Wollscheid auf der Ersatzbank. Gegner Gladbach angelte sich einen anderen Ball und führte den Einwurf aus. Wollscheid warf seinen Ball in diesem Moment aufs Spielfeld (unser Funkbild).

"Das hat er gut gemacht", befand Leverkusens Goalie. "Er hat so einen schnellen Konter des Gegners unterbunden."

Anders sah es Schiedsrichter Florian Meyer - er zeigte dem Reservisten Gelb. Und verwarnte gegen Schluss auch noch Giulio Donati, der beim Warmlaufen den Ball nicht hergeben wollte.

Leverkusen siegte auswärts 1:0.