Archiv für die Kategorie ‘Randregionen’

Tolles Terrain

Herr Maldini am Freitag den 5. Mai 2017

Ältere Leserinnen und Leser erinnern sich: Früher war auf der Gurzelen Fussball gespielt worden.

Das ist lange her: Im Sommer 2015 zog der lokale FC Biel-Bienne in sein neues Stadion um. Der Schweizer Meister von 1947 trägt seine Heimspiele seither in der Tissot Arena aus, nach dem Konkurs im letzten Sommer tut er dies in der 2. Liga regional (er liegt aktuell auf Platz 1 mit 10 Punkten Vorsprung).

“Seit dem Auszug des FC Biel-Bienne wird die 1913 fertiggestellte Gurzelen sicher nicht mehr benutzt”, werden Sie jetzt denken. Das stimmt so nicht ganz. Das Runde Leder scheute weder Auwand noch war es sich zu schade, um eigenhändig nach Biel zu reisen und sich ein Bild des Zwischennutzungsprojekts zu machen.

Der Pendler

Rrr am Samstag den 29. April 2017

Kennen Sie Messi?

Klar. Wir auch.

Aber wussten Sie, dass Messi in Wirklichkeit Reza heisst, 25 Jahre alt ist und auf dem Stadtplanungsamt von Teheran arbeitet? Die iranische Nachrichtenagentur Mehr hat den Fall diese Woche aufgedeckt.

Weltweit bekannt ist Messi durch seine Tätigkeit als Stürmer des FC Barcelona und der argentinischen Nationalmannschaft. Es ist offensichtlich, dass er regelmässig nach Spanien oder gar Südamerika reist, wenn er Spiele zu bestreiten hat. Unter der Woche aber spaziert Messi für gewöhnlich durch Teheran, lässt sich mit Fans fotografieren und verteilt grosszügig Autogramme.

Ein iranischer Fernsehsender hat ihm nun eine Rolle in einer Vorabendserie angeboten. Er werde das Angebot wahrscheinlich annehmen, berichten die Medien – vorausgesetzt, die beruflichen Termine lassen sich weiterhin alle unter einen Hut bringen.

Wende nach der Pause

Rrr am Montag den 10. April 2017

BREAKING NEWS: Basel-Trainer Urs Fischer muss gehen

Juhui, Frühling! 

Aber freuen Sie sich nicht zu früh. Das Spiel dauert immer 90 Minuten. 

Salt Lake City fand sich im Schneesturm besser zurecht und bezwang die Vancouver Whitecaps mit 3:0. Interessant übrigens, dass dieses hässliche Foul ungeahndet blieb.

Lust auf Lustri

Rrr am Sonntag den 9. April 2017

Unser Kolumnist war gestern im schönen Berner Oberland.  

“Hu hu”, flüsterte ich. “Hu hu, Lustrigol, ich bins, Aschi das Abstiegsgespenst.”

Jesses habe ich dem einen Schrecken eingejagt! Und von da an lief gar nichts mehr bei Thun. 

Dabei hatte alles so gut angefangen. Die Thuner gingen gegen Lausanne früh in Führung, da sass ich noch auf der Tribüne der Stockhorn Arena und genoss die herrliche Abendsonne. Aber dann hatte ich plötzlich Lust, ein bisschen herumzugeistern. Ich nahm einen Schluck aus dem Flachmann und machte es mir auf der Thuner Bank gemütlich. 

Dort ist man auch viel näher am Geschehen dran, das ist super! Wie der Kololli übers halbe Spielfeld gesprintet ist und wie der Ben Khalifa ein Goal nach dem anderen erzielt hat – das habe ich alles hautnah miterlebt. Nach dem Abpfiff habe ich noch dem Thun-Präsi ein bisschen den Rücken gestreichelt, bis sich seine Nackenhaare sträubten. 

Ich muss sagen, das ist richtig gemütlich in diesem Thun. Wahrscheinlich bleibe ich bis Ende Saison hier. Aber jetzt muss ich weiter, heute Nachmittag werde ich in Vaduz erwartet. Also, bis bald, Euer Aschi” 

Gewisse Auswärtsschwäche

Rrr am Freitag den 31. März 2017

Endlich Freitag! Das sagt sich auch Jiang Zhipeng.

Es war keine gute Woche für den chinesischen Nationalspieler. Der Aussenverteidiger zeigte beim 0:1 im WM-Qualispiel gegen Iran eine desaströse Leistung.

Anschliessend teilte seine Ehefrau auf Facebook mit, dass aussereheliche Aktivitäten schuld an den miserablen Darbietungen ihres Gatten seien.

“Seit dreieinhalb Jahren in unserer vierjährigen Ehe betrügt er mich und versucht, mich ins Grab zu bringen”, schrieb Xiao Bing und legte Beweisfotos bei. Die Scheidung sei eingereicht. Der Beitrag auf Facebook endet mit offenen Worten an den Präsidenten des chinesischen Fussballverbandes: “Sehr geehrter Herr Cai Zhenhua, ich bitte Sie, Jiang Zhipeng aus der chinesischen Fußballnationalmannschaft zu vertreiben.”

Der chinesische Verband reagierte bislang nicht. Die Medien fragten sich aber, wie eigentlich das iranische Siegestor vor 100’000 Zuschauern in Teheran zustande kam. Richtig, durch einen missglückten Abwehrversuch von Jiang Zhipeng.

Was macht eigentlich …

Herr Maldini am Mittwoch den 22. März 2017

… Josef Martínez?

Sie erinnern sich sicher: Im Januar 2012 wechselte Martínez mit Kumpel Alexander González von Caracas zu YB. Beide waren sie Nationalspieler Venezuelas. Für den damaligen CEO Ilja Kaenzig war es eine “Investition in die Zukunft”. Hamburg, Sevilla, Villareal und Udinese hatten angeblich ebenfalls Interesse, aber sie entschieden sich für die Young Boys. “Sie wollen einen Schritt nach dem anderen machen. Deshalb kamen sie zu uns”, sagte Kaenzig auch noch.

Josef Martínez

González wurde im Sommer 2013 für eine Saison an Aarau und ein Jahr später an Thun ausgeliehen (auch für ein Jahr). Ein halbes Jahr war er noch bei YB (10 Einsätze), ehe es ablösefrei in die zweite spanische Liga zu Huesca ging.

Aber eigentlich geht es hier gar nicht um González, sondern um Martínez. Auch der wurde nach Thun ausgeliehen (Sommer 2013) und ein Jahr danach an den FC Turin gewinnbringend verkauft. Dort wares ihm im Winter offenbar verleidet, immerhin absolvierte er für die Turiner in der aktuellen Spielzeit 24 Einsätze.

Das neue zuhause von Martínez ist die MLS. Der 23-Jährige spielt für die neu gegründete Franchise Atlanta United und ist Teil eines bescheidenen 31-Mann-Kaders. Sein Trainer ist ein gewisser Gerardo Martino (Ex-Barca und Argentinien). Bald wird der Club in einen Stadionneubau mit einem fancy Dach ziehen. Warum ich Ihnen das alles erzähle? Martinez ist mit Atlanta Tabellenführer der Eastern Conference (vor Scotties Orlando), traf in drei Spielen fünfmal und ist damit auch der erfolgreichste Torschütze der Liga. Was für eine Geschichte!

Raucher sind Sieger (Teil 13)

Val der Ama am Dienstag den 7. März 2017

Wo Scott Sutter künftig arbeitet.

Am Sonntag hat der Orlando City Soccer Club seine dritte Saison in der MLS in Angriff genommen. Scott Sutter war noch nicht dabei, weil zum Arbeiten braucht er noch eine Erlaubnis der Behörden dort. Sicherlich weiss er aber bereits, dass sein künftiger Verein eben grad ein neues Heim eröffnet hat: das Orlando City Stadium. 155 Millionen Dollar kostete das Bauwerk, das rund 25 500 Zuschauern Platz bietet.

Die Begeisterung ist gross, denn das Stadion ist drum nicht nur neu und schön, sondern auch violett und laut, berichteten Fans nach der Eröffnung. Herzstück ist die Stehplatztribüne hinter dem einen Tor. Dort hat es Barrieren, damit niemand runterfällt und vor allem hat es dort eine “Smoke Device Area”!

Und wenn geraucht wird, dann schaut das dann so aus.

Zurück zu Sutter: Er wird wohl am 18. März gegen Philadelphia erstmals für Orlando auflaufen können. Und dann wird er vielleicht den ganz speziellen Fan-Gesang …

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Geldregen

Briger am Montag den 6. März 2017

Agustín Marchesín trifft auf seine alte Liebe.

Agustín Marchesín ist Torwart beim mexikanischen Club Améica. Beim Hauptstadtverein steht er seit Dezember 2016 unter Vertrag, zuvor hatte er für Santos Laguna in Torreón gespielt und dort gemacht was alle Fussballer machen – er hat seinem Club die Liebe gestanden und geschworen, nie, aber auch gar nie für Club América aufzulaufen.

Letzte Woche kehrte Marchesín nun also anlässlich der Copa MX zurück zu seinem alten Verein. Vor dem Spiel gab er sich durchaus optimistisch, was seinen Empfang angeht: “Ich spielte zwei Jahre für Santos. Die Fans wissen, dass ich, als ich dort war, das Trikot des Vereins geliebt habe, ich wollte es! Ich gab immer alles für den Verein.” Nun, das kann sein, immerhin spielte Marchesín im letzten August sogar als Stürmer, weil er an der Hand verletzt war.

Nun, der Empfang bei seiner alten Liebe war dann nicht ganz so warm, wie Marchesín sich das erhofft hatte. In der Halbzeit-Pause warfen einige Anhänger von Santos Falschgeldnoten in Richtung des Torwarts

Und, ein Unglück kommt selten allein. América glich nämlich in der 90. Minute zum 1:1 aus, verlor aber das Spiel doch noch durch ein Gegentor in der 4. Minute der Nachspielzeit. Pech in der Liebe und im Spiel also für Agustín Marchesín.

Gelungene Zungenaktion

Rrr am Sonntag den 26. Februar 2017

Ein Stürmer des Gegners rettet Torhüter Martin Berkovec das Leben.

Berkovec steht bei Bohemians Prag zwischen den Pfosten. Im Spiel gegen den 1. FC Slováko prallte Berkovec bei einem Abwehrversuch mit einem Mitspieler zusammen und blieb regungslos liegen. Der Goalie hatte seine Zunge verschluckt, bekam keine Luft mehr und drohte zu ersticken.

Der erste, der das erkannte, war der Togolese Francis Koné, Stürmer bei Gegner Slováko. Er beugte sich über den gegnerischen Torwart und schaffte es, ihm die Zunge zu lösen. Berkovec überlebte und bedankte sich auf Facebook bei seinem Lebensretter.

Dieser erklärte, warum er so schnell gehandelt hatte. “Ich habe schon drei Spieler vor dem Ersticken gerettet – einmal in Thailand, zweimal in Afrika”, sagte er.

Das Spiel zwischen Slováko und Bohemians Prag endete übrigens 0:0.

Für Menschen mit guten Nerven: Die Bewegtbilder gibts …

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Finde den Feler (XXVII)

Herr Maldini am Freitag den 10. Februar 2017

Höchste honduranische LigaOlimpia gegen Motagua, 94. Minute.

Der letzte Angriff läuft, Olimpia braucht den Ausgleich. Und tatsächlich: Rojas trifft!

Keine Sorge, der Schiedsrichter hat den Treffer gegeben, und der Kommentator hat es auch nicht gesehen.

Die Paarung ist übrigens als Clasico Capitalino oder auch als honduranischer Superclasico bekannt. Sowohl Olimpia wie auch Motagua sind in der Hauptstadt Tegucigalpa beheimatet. Olympia ist der älteste Club des Landes und der Rekordmeister, Motagua hingegen der amtierende Meister. 1929 spielten die beiden Clubs zum ersten Mal gegeneinander. 1949 wechselte Carlos Valladares die Seiten, das kam nicht bei allen gut an: Motagua-Anhänger verbrannten sein Trikot auf dem Spielfeld.

Jetzt wünschen wir Ihnen noch einen schönen Tag.

Alarmierende Anzeichen

Herr Shearer am Donnerstag den 9. Februar 2017

Grosser Test: Wie ernst steht es um meinen Klub?

Der Niedergang des FC Wil erschüttert die Swiss Football League. Einmal mehr wurde ein Traditionsverein von dubiosen Geldgebern in den Abgrund gerissen. Da fragt sich der Fan natürlich: Steht mein eigener Verein eigentlich auf sicherem Fundament? Machen Sie unseren Geldgeber-Selfcheck und finden Sie es heraus!

“Wir haben seit kurzer Zeit einen neuen Besitzer. Schon beim ersten Pressetermin hat er nicht nur von der Champions League gesprochen, sondern darüber, den Kübel gleich zu uns zu holen. Das wird grossartig! OK, es dauert noch etwa zwei Jahre, denn zuerst müssen wir erst noch den Aufstieg schaffen. Aber das sind Peanuts.”

  • Trifft überhaupt nicht zu. (0 Punkte)
  • Ach, die quatschen doch alle ständig vom internationalen Geschäft. (1)
  • Natürlich, think big! (5)

“Bei meinem Verein läuft es derzeit gerade nicht so gut. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen geht das Budget schon seit dem Saisonstart nicht mehr auf. Aber das wird schon wieder, ich habe auch schon ein Hunderternötli gespendet.”

  • Kennen Sie einen Fussballklub ohne Finanzprobleme? Also bitte! (2 Punkte)
  • Unser Präsi ist Bänkler – da kann nichts schiefgehen. (5)
  • Pfft. Wir spielen Champions League. (0)
  • Unsere Besitzer haben zwar einen speziellen Modegeschmack, aber Defizite decken Sie immer klaglos. (2)

“Am Wochenende war ich wieder mal im Stadion, und es ist jetzt total exotisch! Ich könnte zwar auf einer Weltkarte nicht zeigen, wo unser neuer Besitzer herkommt, aber im Pausenprogramm laufen jetzt lustige exotische Tänze.”

  • Das ist mir egal, in der Pause stehe ich sowieso am Bierstand an. (2 Punkte)
  • Bei uns ist halt jetzt fertig mit Provinzgebaren! Auch wenn unser Kaff nur eine vierstellige Einwohnerzahl hat. (4)
  • Nein, bei uns tanzen nur Biber und Autos auf dem Plastikrasen. (1)

“Mein Klub spielt seit über 100 Jahren in den gleichen Farben. Der neue Besitzer aus Fernost ist allerdings abergläubisch und befiehlt einen Tenüwechsel. Mein Team spielt in Zukunft ausgerechnet in den Farben des ärgsten Rivalen.”

  • Das spielt keine Rolle. Bei uns kann man vor lauter Werbeabdrucken sowieso nicht mehr sagen, welche Farbe das Trikot hat. (287 Punkte)
  • Was für den Verein gut ist, stimmt auch für mich. (5)
  • Ich bin eh farbenblind. (3)

Auswertung:

0-1 Punkt: Natürlich, als FCB-Fan kennen Sie solche Sorgen nicht

2-8 Punkte: Alles normal beim Verein Ihres Herzens. Aber wie lange noch?

9-286 Punkte: Tun Sie was! Verkaufen Sie Backsteine und aufblasbare Würste und lassen Sie Ihre Kinder selbstgebackenen Kuchen vor dem Migros verkaufen. Schnell!

287 Punkte und mehr: Es freut uns sehr, dass unser Fachblog auch in Österreich gelesen wird.

Alternativetabelle

Briger am Montag den 16. Januar 2017

Tabellen, in denen der FC Basel nicht erster ist.

Der FC Basel 1893 ist zurzeit die mit Abstand beste Fussballmannschaft der Schweiz und dies zeigt sich nicht nur im Punktestand. Nein, auch bei der Chancenauswertung, den Punktgewinnen nach einem Rückstand oder beim Ballbesitz hat der FC Basel die Nase vorn, ja sogar wenn es darum geht, wer am meisten Legionäre einsetzt, kann niemand dem EFCEBE das Wasser reichen, um nur einige Tabellen zu nennen, welche der Ligakrösus auch anführen würde.

Trotzdem gibt es Tabellen, bei denen der FC Basel nicht an erster Stelle steht. Ein Blick auf transfermarkt.ch zeigt, welche das sind:

Das jüngste Kader:

Am jüngsten waren die Spieler in der bisherigen Saison im Waadtland. Ganze drei Jahre jünger als diejenigen des FC Basel, waren die Spieler des FC Lausanne-Sport im Schnitt, der nur auf Platz 8 landet.

Die Eigengewächse

Am meisten Eigengewächse – d.h. Spieler die spätestens in der U17 zum Verein wechselten – hat der BSC YB im Kader. Der FC Basel liegt nur auf Platz 9.

Die Treuen:

Am treusten (aber nicht blöd) sind die Spieler der FC Luzern Innerschweiz AG. Im Schnitt sind die Spieler seit 900 Tagen in der Leuchtenstadt.

Die gelben Könige

Platz 1 für die Young Boys! Sagenhafte 43 gelbe Karten konnten sich die Young Boys erfoulen, der FC Basel müsste in dieser Tabelle mit läppischen 17 gelben Karten leider den bitteren Gang in die Challange League antreten.

Die meisten eingesetzten Spieler:

Schon wieder haben die Young Boys die Nase vorn: 27 Spieler durften in der Hinrunde für gelb-schwarz auflaufen.

Die SVP-Tabelle:

Zum Abschluss eine spezielle Tabelle: Was wäre wenn der Inländervorrang der SVP im Fussball umgesetzt würde? Was wäre, wenn nur noch Tore von Eidgenossen zählen würden? Der FCB müsste mit sieben Punkten Rückstand in die Rückrunde starten, Leader wäre der FC Luzern Innerschweiz AG.

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