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Archiv für die Kategorie „Kunst und Kultur“

Claudatio

Herr Noz am Mittwoch den 1. Oktober 2014

RL-RezensionenHallo und herzlich willkommen beim beliebten Rundes-Leder-Rezensionsdienst.

Ich musste kurz weg. Aber nun bringe ich frohe Kunde(n): Soeben ist nämlich ein Buch von Pascal Claude erschienen.

VIELE_GRUESSE_AUS_DEM_STADION_coverHerr Claude dürfte älteren Leserinnen und Lesern u.a. noch von diesem kurzweiligen Artikel her bekannt sein. Alles, was damals dort behauptet wurde, gilt im Prinzip noch immer, deshalb können wir es kurz machen: Kaufen Sie auch dieses neue brillante Druckerzeugnis aus dem Hause WOZ. Hier schreibt einer, der es ernst und gut meint mit den vom Fussball Besessenen und den Vereinsfarben Ausgelieferten – also mit uns.

Wenn Sie «Bärtschi & Burren» gern hatten (also vor allem Bärtschi), wenn Sie also magistrale Miszellen, ausgezeichnete Analysen und geistreiche Gedanken voll luzider Lakonie mögen, dann werden Sie das neue Buch von Pascal Claude lieben. (Einen kurzen Vorgeschmack erhalten Sie hier.)

Vernissage mit Lesung von Pascal Claude heute Mittwoch, 1. Oktober, 19:30 Uhr (Türöffnung 18:30), im Helsinki, Geroldstrasse 35, Zürich.


Pascal Claude: Viele Grüsse aus dem Stadion. Neues aus den Randgebieten des Fussballs. Verlag WOZ, Zürich 2014. 118 Seiten. CHF 25.–

Junioren und Senioren

Herr Pelocorto am Samstag den 27. September 2014

Wie lange dauert ein Fussballleben? Lange! Herzlich willkommen zum letzten Teil der Kunst-Matinée.

Mit Fussball beginnen kann man früh. In Tiro Libre zeigt uns Leonardo Funes fünf Knaben beim Freistoss. Funes hat mit seinem Beitrag einen Wettbewerb der Video-Plattform VIMEO gewonnen, bei dem das Video genau eine Minute lang sein musste, aus einer Einstellung bestehen musste und die Ton- und Videospur nicht nachbearbeitet werden durfte.

Dickie Borthwick (79) ist nach einer Krebsbehandlung zurück auf dem Platz. Ales Knowles portraitiert den ältesten Fussballer Englands, der von sich sagt:

I really love the game

Arte poética

Herr Pelocorto am Samstag den 27. September 2014

In zweiten Teil der Kunst-Matinée hat Jorge Luis Borges das Wort.

Der Argentinier Jorge Luis Borges gilt als einer der wichtigsten südamerikanischen Schriftsteller. Mit Fussball hatte der phantastische Geschichtenerzähler allerdings nichts am Hut.

Fussball ist beliebt, weil Dummheit beliebt ist ... Fussball ist eines der grössten Verbrechen, das uns England beschert hat ... Die Idee, dass es einen gibt, der gewinnen muss und einen, der verliert, gefällt mir nicht. Diese Vorstellung von Überlegenheit der Macht finde ich fürchterlich.

Diese Ansichten waren wohl Neels Castillon nicht klar, als er Borges' Gedicht Arte poética filmisch umsetzte. Da taucht der Fussball durchaus auf. Hören Sie Jorge Luis Borges Stimme zu:

Mirar el río hecho de tiempo y agua
y recordar que el tiempo es otro río,
saber que nos perdemos como el río
y que los rostros pasan como el agua.

Sentir que la vigilia es otro sueño
que sueña no soñar y que la muerte
que teme nuestra carne es esa muerte
de cada noche, que se llama sueño.

Ver en el día o en el año un símbolo
de los días del hombre y de sus años,
convertir el ultraje de los años
en una música, un rumor y un símbolo,

ver en la muerte el sueño, en el ocaso
un triste oro, tal es la poesía
que es inmortal y pobre. La poesía
vuelve como la aurora y el ocaso.

A veces en las tardes una cara
nos mira desde el fondo de un espejo;
el arte debe ser como ese espejo
que nos revela nuestra propia cara.

Cuentan que Ulises, harto de prodigios,
lloró de amor al divisar su Itaca
verde y humilde. El arte es esa Itaca
de verde eternidad, no de prodigios.

También es como el río interminable
que pasa y queda y es cristal de un mismo
Heráclito inconstante, que es el mismo
y es otro, como el río interminable.

Pass It On

Herr Pelocorto am Samstag den 27. September 2014

Herzlich willkommen zur 107. Kunst-Matinée, die ganz im Zeichen des Kurzfilms steht. Wir starten etwas ausserhalb von Kinshasa.

Filmemacher Jerome Thélia hat einem Ballknüpfer im Kongo über die Schulter geschaut. Im Kurzfilm Pass It On entsteht ein kleines Kunstwerk, das viel Freude bereitet.

Jerome Thélia; Pass It On, Kurzfilm 02:53; 2014

La Bombonera

Herr Pelocorto am Samstag den 20. September 2014

Im letzten Teil der Kunst-Matinée besuchen wir einen Hofkünstler.

La Bombonera, das berühmte Stadion der Boca Juniors in Buenos Aires ist aussen und innen geschmückt mit Wandmalereien und Mosaiken des 2008 verstorbenen Künstlers Pérez Celis. Jetzt konnte Boca wieder einen Hofkünstler verpflichten: Gustavo Navone übernimmt das Amt als offizieller Maler der Bombonera. Dass Navone schon seit immer ein Fan der Boca ist, wird Sie nicht überraschen.

Gustavo Navone; La Bombonera

Gustavo Navone; La Bombonera

Navone wurde noch von Pérez Celis in seine Aufgaben eingeführt. Nun kümmert er sich um die Wandmalereien des Stadions und trägt mit seinen eigenen Werken den Ruf Bocas in die Welt.

Gustavo Navone; La Bombonera

Gustavo Navone; La Bombonera

Gustavo Navone; La Bombonera

Gustavo Navone; La Bombonera

Kopfball

Herr Pelocorto am Samstag den 20. September 2014

Im zweiten Teil der Kunst-Matinée bleiben wir bei den Skulpturen, gehen aber unter die Restaurateure.

Um 1496 hat Michelangelo die Marmorstatue eines jugendlichen Johannes des Täufers geschaffen. Giovannino befand sich über lange Jahre in einer Altarnische in einer Kirche in der spanischen Stadt Úbeda. 1936 im spanischen Bürgerkrieg wurde die Statue zerstört; mit dem Kopf der Statue sollen die Soldaten Fussball gespielt haben.

Michelangelo Buonarroti; Giovannino; Fragmente der Marmorskulptur; 1496

1994 begann das Opificio delle Pietre Dure in Florenz, eines der berühmtesten Kunstlabors der Welt, mit der Rekonstruktion der Skulptur. Die 17 vorhandenen Bruchstücke, die weniger als die Hälfte der ehemaligen Figur ausmachten, wurden mit Ergänzungen zu einer neuen alten Skulptur zusammengefügt. So konnten die Schäden des verwerflichen Fussballspiels behoben werden.

Giovannino geflickt! (klicken zum Vergrössern)

Hofkunst im Hardturm

Herr Pelocorto am Samstag den 20. September 2014

Herzlich willkommen zur 106. Kunst-Matinée. Steht das neue Stadion schon?

Nein, noch nicht ganz. Das Gelände des ehemaligen Hardturm-Stadions wird immer noch vom Verein Stadionbrache zwischengenutzt. In den letzten Wochen hat dort der Schweizer Künstler Lukas Hofkunst auf der riesigen Fläche einen gleichzeitig filigranen und monumentalen Skulpturenpark aufgebaut.

Lukas Hofkunst; Work In Progress; Skulturenpark; Armierungseisen, Farbe; 2014

Lukas Hofkunst; Artwork in Progress; Skulpturenpark; Armierungseisen, Farbe; 2014

Lukas Hofkunst; Work In Progress; Skulturenpark; Armierungseisen, Farbe; 2014

Lukas Hofkunst; Artwork in Progress; Skulpturenpark; Armierungseisen, Farbe; 2014

Lukas Hofkunst; Work In Progress; Skulturenpark; Armierungseisen, Farbe; 2014

Lukas Hofkunst; Artwork in Progress; Skulpturenpark; Armierungseisen, Farbe; 2014

Bitte beachten Sie, dass der Skulpturenpark bereits wieder abgebaut ist.
Beste Hardturm-Tradition eben ...

Magnum Football

Lars Sohn am Samstag den 13. September 2014

Herzlich willkommen zum dritten und letzten Teil der heutigen Kunst-Matinée.

Wir schauen uns ein kleines, aber feines Buch mit Fussballfotos ohne Stars an. Die Agentur «Magnum» braucht nicht vorgestellt zu werden. Deren Reporter hielten auf der ganzen Welt Szenen mit Strassenfussball fest, welche der Verlag «Phaidon» als Paperback zusammengefasst hat.

20140913_3_MagnumFootball

Der Verlag sagt: «Magnum Football is not a book about super-rich professionals; it uses football to illuminate the human condition.» Bei Gefallen können Sie «Magnum Football» hier bestellen. Viel Vergnügen!

Fussball basteln

Lars Sohn am Samstag den 13. September 2014

Herzlich willkommen zum zweiten Teil der 105. Kunst-Matinée.

Bald wollen die nicht mehr ganz so Kleinen mehr als 'nur' etwas anmalen. Die neu erlangte Fingerfertigkeit will angewandt werden. Basteln Sie mit Ihrem Kind einen Fussball aus Papier! Alles was Sie brauchen ist dessen Abwicklung, eine Schere und einen Klebestift.


(Klicken zum Vergrössern)

Fortgeschrittene können einzelne Flächen mit Krepppapier ersetzen und eine offen lassen. Schon entsteht ein Lampenschirm fürs Kinderzimmer.

Fussball ausmalen

Lars Sohn am Samstag den 13. September 2014

Herzlich willkommen zum ersten Teil der 105. Kunst-Matinée.

20140913_1a_FussballAusmalen

20140913_1b_FussballAusmalenHeute lassen wir unsere Kleinen Künstler werden bzw. sein. Es gibt keine kreativen Spieler, die sich nur mit ihren Füssen ausdrücken können. Fördern Sie den eigenen Nachwuchs oder jenen in Ihrem Umfeld mittels Maltraining! Sowohl die Hände als auch die Füsse tun nur, was das Auge sieht. Statten Sie die Kinder mit Zeichen- und Malwerkzeug aus und drucken Sie Fussballbilder zum ausmalen aus. Falls Sie mit den dortigen Sujets nicht zufrieden sind, dürften Sie hier fündig werden.

Going Nuts

Lars Sohn am Samstag den 6. September 2014

Herzlich willkommen zur 104. Kunst-Matinée. Es ist eine Mini-Matinée.

Einerseits, weil sie aus nur einem Beitrag besteht. Andererseits, weil wir uns heute die Arbeiten eines Miniatur-Schnitzers ansehen. Der Ire Quentin Devine würde hier in Bern liebevoll als «Chnüblisiech» bezeichnet. Der Mann hat aus Paranüssen Spielerportraits geschaffen!

20140906_GoingNuts_1

Der TV-Sender Dave hatte Devine vor der WM beauftragt, Portraits der beliebtesten englischen Spieler aus Nüssen zu schnitzen. Welche Spieler erkennen Sie?

20140906_GoingNuts_2

Divine benötigte pro Spieler rund vier Tage, ein Skalpell und ein Vergrösserungsglas. Ihm war klar, dass der anfragende TV-Sender primär Comedy produziert. Mittels einem Iren, der Köpfe berühmter Engländer aus Nüssen schnitzt, dürfte der Komödie Genüge getan worden sein.

Randnotiz an Petkos Rotjacken: To drive some one nuts means to let someone lose his temper and became an irritable person in a certain situation. (Oben sehen Sie Paul Gascoigne, David Beckham, Gary Lineker, Alan Shearer und Wayne Rooney.)

Pappdouble

Herr Pelocorto am Samstag den 30. August 2014

Herzlich willkommen zum einzigen Beitrag der 103. Kunst-Matinée, wo wir uns ebenfalls mit uns selbst beschäftigen.

Der deutsche Künstler Thomas Eller macht oft sich selber zum Motiv seiner Werke. Er fotografiert sich, schneidet sich aus, zieht sich auf Aluplatten auf und inszeniert sich im Raum. Eller staunte nicht schlecht, als er 2002 einen österreichischen Namensvetter entdeckte, der bei Schwarz-Weiss Bregenz spielte. Eller lichtete Eller und Eller ab und schuf das Werk Doppelpass – SELBST.

Die Installation wurde erstmals vor zwölf Jahren in Bregenz präsentiert, wo man über eine Treppen nach oben in den Raum kam und auf Augenhöhe auf das Spielfeld schaute. Über eine weitere Treppe konnte man sich einen Überblick über die ganze Spielsituation verschaffen.

Thomas Eller; THE Doppelpass – SELBST;  34 Figuren; 6 x 10 m; 2002

Thomas Eller; THE Doppelpass – SELBST; 34 Figuren; 6 x 10 m; 2002

Thomas Eller; THE Doppelpass – SELBST; Rauminstallation mit 34 Figuren; 2002

Thomas Eller; THE Doppelpass – SELBST; Rauminstallation mit 34 Figuren; 2002

Thomas Eller; THE Doppelpass – SELBST; Rauminstallation mit 34 Figuren; 2002