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Archiv für die Kategorie „European Must-have-drunk-theres“

Play-Off am Meer

Herr Shearer am Sonntag den 20. April 2014

In unserer lockeren Groundhopping-Serie reisen wir heute nach Belgien.

Eines der faszinierendsten Phänomene des modernen Fussballs ist das belgische System der Playoffs zum Saisonende; ohne ein mehrsemestriges Mathematikstudium erschliesst sich dieses ausgeklügelte Meisterwerk von Spielmodus kaum jemandem. Wie sieht dies nun aber auf dem Feld aus? Wir haben nachgeprüft und sind so lange gen Norden gefahren, bis es nicht mehr weiterging, respektive bis wir am Wasser standen.

Hintertortribüne mit Heimpublikum

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Angekommen sind wir in Oostende. Die Anreise erfolgte in diesem Fall per Zug via Frankreich, Luxemburg und Brüssel. Das Stadion des KV Oostende befindet sich gute drei Kilometer vom Zentrum entfernt, ist aber auch per Küstentram (Haltestelle Northlaan) bequem erreichbar. Das Albertsparkstadion ist irgend ein Zwischending aus traditionellen englischen Stadien (vor allem die Westtribüne mit der niedrigen Stehrampe) und für den Betrieb in der obersten Liga mit Zusatztribünen zurechtgeschusterten Plätzen, wie man Sie auch hierzulande fand oder (in Aarau) noch findet. Hatten Sie in Ihrer Adoleszenzzeit übrigens auch so eine Jamaica-Fahne mit einem fünfblättrigen Kraut an der Wand hängen? Dann ist der KV Oostende ihr Verein, jetzt einfach rein von den Klubfarben her gesehen!

Vor dem Spiel wird dem Zuschauer eine Eröffnungszeremonie zugemutet, in der fahnenschwenkende Cheerleader die Hauptrolle spielen; abgerundet wird das Spektakel durch Schwachstrom-Pyrotechnik. Jetzt aber zum wichtigsten Punkt beim Stadionbesuch – der Verpflegung. Hungrig sollten Sie nicht erscheinen, denn Essbares gibt es im Stadion nicht. Beim Eingang befindet sich ein Bierstand, an dem ein Lagerbier der einheimischen Marke Maes ausgeschenkt wird. Ein Hohn angesichts der belgischen Braukunst, gegenüber den hierzulande in Stadien unter der Bezeichnung „Bier“ angebotenen Spülwassern aber ein klarer Klassenunterschied. Falls Sie sich ein Ticket für die Haupttribüne (15 – 25€) geleistet haben, dann kommt jetzt der grosse Höhepunkt: gehen Sie in den „Club 31“, welcher sich in diesem Teil befindet. Dort erhalten Sie eine ansprechende Auswahl an Offen- und Flaschenbieren, welche ihnen, wie es sich gehört, im Glas serviert werden. Natürlich dürfen Sie damit nicht zurück auf ihren Plastiksitz, allerdings können Sie das Spiel auch in der Bar am TV mitverfolgen. Unser Stadiontester genehmigte sich einige Gläser „Rodenbach“, dieses wunderbare rotbraune Bier, welches ja bekanntlich im Eichenfass reift und den Gaumen mit seiner angenehmen Säure erfrischt. Kostenpunkt für dieses Vergnügen: zwei Euro. Belgien ist ein schönes Land.

Ach so, Sie interessieren sich noch für das Resultat? Die Heimmannschaft siegte gegen die Gäste aus Lierse in einem Spiel der Playoff-Serie 2A, in welchem es offenbar um die Qualifikationsplätze für die Europa League geht, mit 2:0. Die geschätzt 4'000 Zuschauer erlebten ein Spiel auf tiefem Niveau mit vielen Fehlpässen und zwei ziemlich harmlosen Offensivabteilungen.

Oostende und die angrenzenden Ferienorte bieten übrigens kilometerlange traumhafte Sandstrände und ein vielseitiges Vergnügungsangebot. Die Architektur dürfte derweil nicht jedermanns Geschmack sein. Aus dem vielseitigen Angebot an Restaurants in Oostende können wir Ihnen „De Botteltje“ empfehlen. 300 Biere, alle ausschliesslich heimischen Ursprungs, lassen keine Wünsche offen.

Watching The Poolie in Hartlepool

Herr Pelocorto am Dienstag den 14. Januar 2014

Unser Sonderkorrespondet Herr Power ist unermüdlich im Norden Englands unterwegs für uns. In seiner neuesten Reportage berichtet er exklusiv für das Runde Leder über das Fussballspiel zwischen Hartlepool United F.C. und Rochdale A.F.C.

2014-01-14-hartlepoolAnreise
Hartlepool liegt auf der Zugstrecke zwischen Newcastle und Middlesbrough. Auf dieser Zugstrecke befinden sich Haltestellen, um Fussballspiele der Vereine Newcastle, Sunderland, Hartlepool und Middlesbrough anschauen zu gehen. Dies sind die vier einzigen Teams im Nordosten Englands, welche der Football League oder der Premier League angehören. Vom Flughafen in Newcastle dauert die Reise rund 80 Minuten. Von Newcastle selbst dauert die Reise nur etwa 45 Minuten. Falls Sie aus dem Bernbiet ausschliesslich mit dem Zug anreisen wollen, so wenden sie sich bitte an den werten Herr Shearer. Er kennt sich mit Zugreisen in den Englischen Norden bestens aus.

Stadt
Ich freue mich, an dieser Stelle über Hartlepool und die Umgebung berichten zu können. Hartlepool gehört wie Middlesborough zur Teesside-Gegend im Nordosten Englands. Hartlepool liegt an der Nordseeküste und hat ein grosses unschönes Industriegebiet. Somit ist Hartlepool eine typische nordostenglische Stadt. Das Schöne an der Teesside Gegend sind eben nicht die Städte, sondern die Naherholungsgebiete rund herum. So liegen südlich die North Yorkshire Moores, nördlich der Northumberland National Park und westlich der Lake District. Innerhalb rund 90 Fahrminuten können einige der schönsten Gegenden von England besucht werden.

 

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Obacht, hier kommt Connacht!

Herr Pelocorto am Donnerstag den 9. Januar 2014

SAD NEWS: Der ehemalige YB-Spieler Charles Casali ist im Alter von 90 Jahren verstorben

Unser Sonderkorrespondent Herr Power hat den Jahreswechsel in Irland verbracht. Da während seiner Anwesenheit nicht Fussball gespielt wurde, hat er einen anderen Ballsportanlass besucht und exklusiv für uns diese fesselnde Reportage verfasst!

Obacht, hier kommt Connacht – Eine Rundes Leder Leser-Randsportreportage (Max Power)

Anreise
Die Anreise nach Galway kann auf verschiedene Wege gestaltet werden. Empfehlenswert ist ein Flug nach Dublin und dann von dort aus mit Bus oder Mietwagen weiter nach Galway.

Stadt
Galway ist eine Hafenstadt an der Westküste der Republic of Ireland. Galway eignet sich ausgezeichnet, um von dort aus Tagesausflüge in die spärlich besiedelte Umgebung zu unternehmen. Die Landschaft, Hügel und Klippen sind wirklich atemberaubend. Galway an sich besitzt nicht wirklich Charme, ist aber gut geeignet, um sich einige Pints of Guinness zu genehmigen und um währschaft zu essen.

 

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Bei Señor Bernabéu

Natischer am Freitag den 3. Januar 2014

Auf der Suche nach winterpause-überbrückendem Fussballmethadon reiste unser zuständiger Redaktör kürzlich nach Spanien.

Bernabeu

Anreise
Inkl. viermaligem Umsteigen erreichen Sie Madrid mit dem Zug ab Bern bereits nach gerade mal 12.5 Stunden. Wer betrügt will, fliegt. Beachten Sie, dass in der Altjahreswoche alle Verkehrsmittel recht gut ausgelastet sind und dass gerade auch junge Familien an Weihnachten gern zu ihren (Gross-)Eltern reisen, resp. wieder nach Hause müssen, und nicht überall Ruheabteile verfügbar sind.

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20. Dezember – Bonsai-Töggele

Lars Sohn am Freitag den 20. Dezember 2013

Zum Runden Leder, Geschenkpapier 2013

Sie sind bereits auf Fussball-Entzug? Wir auch! Deshalb wurde in der Redaktion auf jedem Bierharass ein schicker Töggelikasten platziert.

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Die Zeiten, als Sie Bierkisten schleppten wie Hip-Hopper ihre Ghettoblaster und dabei nur über Ihr liebstes Hobby sprechen konnten, sind vorbei! Besorgen Sie für sich, Ihre gesamte Familie und Ihre Patenkinder je einen kleinen Töggelikasten! Eins gegen eins, jawohl. Feilen Sie an Ihrer Dominanz auf den letzten 20 cm. Ob beim gemütlichen Grillieren im Garten, auf dem Campingplatz, vor dem Stadion, oder im Kinderzimmer: dieser kleine Tempo-Kasten zieht subito alle Blicke auf sich und macht viel Freude!

Alle mitlesenden Verteidigungs-Terrier, die sich bereits am quotensichernden Titelteil festgebissen haben, besuchen diese Seite und kaufen den wirklichen Bonsai-Kasten. Machen Sie die Räume eng!

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17. Dezember – Flaschen

Lars Sohn am Dienstag den 17. Dezember 2013

Zum Runden Leder, Geschenkpapier 2013

Sie haben sich bisher immer über Flaschen geärgert? Das muss nicht sein.

Zugegeben, Flaschen unter den Akteuren ihres Teams auf dem Feld machen wenig Spass. Jene Flaschen, die uns aber ans geliebte Spiel auf dem Feld erinnern, hingegen sehr viel!

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Sie erwarten Gäste. Der Tisch ist gedeckt, das Tischtuch und die Servietten haben die Farben Ihres Clubs. Der Braten ist im Ofen, die Teller werden gewärmt, der Wein ist dekantiert. Oh! Ihre Gäste sind Fussballfans und keine Chemiker. Ihre Karaffe sieht aus wie ein Reagenzglas. Das geht gar nicht! Sie brauchen einen 'Torjäger' oder einen 'Fussball'. Oder beide. Ihre Tafel sieht so gleich viel besser aus. Guten Appetit und prost!

Emigrant im Emirat

Herr Shearer am Montag den 2. Dezember 2013

Unser treuer Leser Herr Bueb war neulich an der Wärme und berichtet uns von alten Bekannten.

Dubai ist weit weg, man braucht praktisch ein Flugzeug, wenn man da hin will. Herr Bueb hat sich die Strapazen der langen Reise angetan und erstatttet hiermit nun Bericht.

Dubai

Die Liga

Seit der laufenden Saison wird der Landesmeister der Vereinigten Arabischen Emirate in der Arabischen Golf-Liga ausgemacht, wo es tatsächlich aber um gut bezahlten Fussball geht. Je fünf der 14 Mannschaften haben ihr Domizil in den Emiraten Dubai bzw. Abu Dhabi, zwei in Schardscha und je eine in Adschman sowie Ras al-Khaimah.

Der Klub (Dubai CSC)

Der Dubai Cultural Sports Club wurde 1996 gegründet, mutmasslich als Spielzeug für eines der 17 Kinder des aktuellen und aber auch sportverrückten Emirs von Dubai. Seit Anfang November trainiert Umberto Barberis die Mannschaft, älteren Lesenden ist vielleicht noch sein Vorgänger Martin Rueda ein Begriff.

Das Stadion

Das Dubai Club Stadium fasst 7500 Zuschauer und befindet sich mitten in der Wüste, an der Hauptstrasse nach Hatta. Die Hinfahrt mit dem Taxi kostet etwa 60 Dirham (15 Franken). Ausländischen Besuchern, die sich mit dem Eingangspersonal in unterschiedlich gebrochenem Englisch nicht verständigen können, wird der Eintrittspreis (50 Dirham) erfahrungsgemäss erlassen. Für die Rückreise fragen Sie mangels wartender Taxis am besten einen Spieler des Heimteams, ob er Sie im Privatwagen zurück in die Stadt fährt. Zum Beispiel Gilles Yapi, der macht das gerne.

Die Verpflegung

Gehen Sie weder hungrig noch durstig ins Stadion. Für den gemeinen Besucher gibt es nämlich kein Verpflegungsangebot. Falls Sie VIP sind, stehen Ihnen Wasser, Tee, Früchte, Nüsse und Shishas zur Verfügung. Aufs Bier müssen Sie jedoch verzichten, allerdings nicht wegen eines verschärften Hooligan-Konkordats.

Das Spiel

Dubai CSC liegt nach 7 Runden auf dem letzten Platz der Tabelle. In der Partie gegen Al Wasl fallen 4 Spieler auf: Der unsicher wirkende Torhüter Yousuf Ahmed, Gilles Yapi im defensiven Mittelfeld als Captain und Staubsauger sowie die beiden gross gewachsenen Offensivleute Dramane Traoré (Mali) und Bruno César Correa (Brasilien), die mit hohen, weiten Bällen nach dem Prinzip Hoffnung bedient werden. Bereits nach wenigen Minuten fällt ein Verteidiger verletzt aus, sein Ersatz stolpert bisweilen ungelenk über den Rasen. In der zweiten Halbzeit kann der Heimklub das Spiel ausgeglichen gestalten, verliert am Ende aber 1:3. Mit Umberto Barberis hat Dubai den Turnaround noch nicht geschafft.

Besten Dank für Ihren Bericht, Herr Bueb. Möge Ihre Lieblingsmannschaft in absehbarer Zeit einen Titel gewinnen und Ihnen ein Quell immerwährender Freude sein!

Kick and Rush im Ewood Park

Rrr am Mittwoch den 6. November 2013

Unser Sonderkorrespondent Herr Max Power bereist für Sie das schöne England.

An diesem Wochenende war er zu Gast in Blackburn. Die Rovers empfingen Middlesborough im Ewood Park. Geniessen Sie nun seine packende Reportage.

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Stadt
Blackburn ist eine Stadt im Nordwesten Englands und hat etwas weniger Einwohner als unser geliebtes Bern. Im Gegensatz zu Bern ist eine Stadtbesichtigung nicht unbedingt empfehlenswert. Zudem befindet sich das Stadion etwas ausserhalb des Stadtzentrums.

Club
Die Geschichte der Blackburn Rovers kann im Internet verfolgt werden. Nennenswert in der jüngeren Geschichte ist der Gewinn der Premier League in der Saison 94/95. Mit dem Gewinn dieses Titels befinden sich die Rovers in einem illustren Kreis von nur fünf Teams, welche die 1992 gegründete Premier League gewinnen konnten. Seit dem Abstieg 2012 spielen sie in der zweithöchsten Liga - mit mässigem Erfolg, muss man sagen. Der Wiederaufstieg ist zurzeit kein Thema.

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A Room with a View

Natischer am Sonntag den 14. Juli 2013

Nicht nur Herr Bueb kann Urlaubsfotos aus Russland.

Aus unserer brandaktuellen Serie «Geeignete Hotelzimmer für Fussballfans» berichten wir Ihnen heute vom Zimmer 231 des Courtyard by Marriott in St. Petersburg:

Wir erkennen zweifelsfrei das Petrowsky-Stadion, in dem Zenit St. Petersburg seine Heimspiele austrägt. Die russische Premjer Liga startet - nachdem sie auch auf Wintersaison umgestellt wurde - wie die Super League an diesem Wochenende.

Zenit startet beim Lord und Steven Zuber von ZSKA Moskau. Das erste Heimspiel gibts erst in der dritten Runde am 26. Juli gegen Kuban, dem neuen Verein von Djibril Cissé.

Pünktlich zur WM 2018 spendiert Herr Gazprom ein neues Stadion.

Bern, 15. Juni 2013

Lars: L am Montag den 17. Juni 2013

Sonderkorrespondent Lars: L verbrachte endlich mal wieder einen Samstagabend im Wankdorf Stade de Suisse.

Anreise & Tickets

Idealerweise gehen Sie denselben Weg wie immer ins Wankdorf und kaufen dann einem Langenthaler vor dem Stadion Tickets für einen Drittel des Originalpreises ab. Sie können natürlich auch den Vorverkauf benutzen, da kostet ein Stehplatz aber um 90, ein Sitzplatz 135 Franken.

Spielgeschehen

Trotz fragwürdiger Unterlage (Spritzbeton) und völlig überfülltem Spielfeld entwickelt sich ein kurzweiliges Spiel, das von Bellamy, Wolstenholme und Howard mit internationaler Härte dominiert wird. Die Schlüsselspieler halten sich jedoch meist im eigenen Strafraum auf, nur selten wagt sich einer mit einem Vorstoss in die Platzmitte. Tore fallen folglich keine. Mit Verlängerung dauert das Spiel 140 Minuten.

Stimmung

Obwohl der gesamte Sektor D leer bleibt (Konkordat-Protest?) und zudem Megafone im Stadion nicht zugelassen werden, entwickelt sich eine erfreuliche Stimmung mit meist englischen Gesängen.

Fazit

Insgesamt ein erfreuliches, unterhaltsames Spiel, das manchmal etwas dick aufgetragen wirkte. Der Bierpreis (CHF 5.50/4dl) ist verglichen mit einem ähnlichen Anlass in Barcelona (7€/4dl) vor kurzem äussert fair. Es hatte etwas viele Aargauer im Stadion, was für die kommende Saison nicht besonders hoffnungsfroh stimmt. Zudem störten einige Pfeiler die Sicht, aber das soll in anderen Weltgegenden ganz normal sein.