Archiv für die Kategorie ‘Briefkasten’

Der neutrale Zuschauer

Rrr am Mittwoch den 15. Februar 2017

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Rüdisühli, ein Satz des sehr engagierten Reporterteams beim Spiel FC Luzern-BSC Young Boys lässt mich nicht mehr los: “Für den neutralen Zuschauer war das ein sehr gutes Spiel.” Wie muss man sich den neutralen Zuschauer vorstellen? Und wieviele neutrale Zuschauer schauen sich ein Fussballspiel der Super League an und finden ein Spiel einfach schön, weil es Tore gibt, egal für welche Mannschaft? Mit freundlichen Grüssen, V. N. aus Bern

Lieber Vippu, zunächst dies: Der neutrale Zuschauer ist der Sohn von Herr und Frau Schweizer. Der Cousin von Otto Normalverbraucher. Sein Onkel ist der Mann von der Strasse, der seinerseits mit Erika Mustermann verheiratet ist, Hinz und Kunz wohnen gleich um die Ecke, aber ich schweife ab. Also:

Ich konnte kurz mit dem neutralen Zuschauer telefonieren. Er hat mir bestätigt, dass er tatsächlich oft Super-League-Spiele am TV anschaut. Ein Genuss sei das aber nicht, ganz im Gegenteil. Als neutraler Zuschauer sei er ja gleichzeitig hoch erfreut über den Sieg des FC Luzern und tief niedergeschlagen über die Schlappe der Young Boys. Diese innere Zerrissenheit bei jedem Spiel, das nicht unentschieden ausgeht, ist für den neutralen Zuschauer eine grosse Belastung. Bei jedem einzelnen Tor wiederholt sich das Drama. Am liebsten wäre dem neutralen Zuschauer daher ein 0:0.

Ähnlich erging es ihm übrigens am Sonntag bei der Tagesschau. Da ärgerte er sich zu Tode über das klare Nein zur genialen Unternehmenssteuerreform, zugleich war er hocherfreut, dass diese doofe Vorlage so deutlich scheiterte. Selber hat er nicht abgestimmt. Logisch, er ist ja neutral. Genau wie seine grosse Schwester, die schweigende Mehrheit. Ist Ihnen jetzt alles klar? Sonst fragen Sie am besten den Telefonjasser. Beste Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

Neulich in der Gruppenphase

Dr. Rüdisühli am Samstag den 11. Februar 2017

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, um was geht es eigentlich im neuen Züri-West-Lied? U.A.w.g, C.S., B.

Liebe Caroline, ganz einfach: Kuno Lauener besingt den dritten Spieltag in Europa League. Am 20. Oktober 2016 traf Schachtar Donezk in der Gruppe H auf den KAA Gent und siegte 5:0 dank Toren von Kovalenko, Ferreyra, Bernard, Taison und Malyshev. Geniessen Sie nun die fünf sehenswerten Tore in unserer Zusammenfassung.

(Eine Sechs-Minuten-Version mit ukrainischem Originalkommentar gibts hier)

Im Rückspiel zwei Wochen später siegten die Ukrainer auswärts mit 5:3. Beide Mannschaften überstanden schliesslich die Gruppenphase, Donezk als Gruppensieger. Schachtar Donezk trifft nächste Woche in den Sechzehntelfinals auf Celta Vigo (den Bezwinger von Real Madrid im Cup), und Gent bekommt es mit Tottenham zu tun.

Nicht dabei sein wird der Neo-Gentner Yuya Kubo. Der Japaner spielte ja diese Saison bereits europäisch für die Young Boys Bern. Und schoss zwei Tore gegen … Schachtar Donezk. Mit besten Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Reni und Tauli im Steuerschlupfloch

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 9. Februar 2017

#SanogoSigns: Sékou Sanogo verlängert bei YB bis 2020.

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Dr. Rüdisühli, in der Debatte rund um die Unternehmenssteuerreform III habe ich immer wieder gelesen, dass bei einem Nein privilegiert besteuerte Statusgesellschaften die Schweiz samt ihren Angestellten schon bald verlassen könnten. Frage: Ist meine geliebte FC Basel Holding AG auch eine davon und gibt es noch andere Schweizer Fussballkonzerne, die eine Abwanderung prüfen? Freundlichst, M.H. aus B.-S.

Lieber Manuel, völlig zurecht gehen Sie davon aus, dass der FC Basel im Fall eines Nein zur USR III unser schönes Land verlassen und sich dem Ligabetrieb einer Steueroase anschliessen könnte. Und das ist kein Einzelfall: Es gibt noch eine zweite Schweizer Fussball-Holding, die Sport & Event Holding AG in Bern. Gut möglich, dass der FCB und die Young Boys künftig auf den Cayman-Islands gegeneinander spielen.

Allerdings ist es auch denkbar, dass sich die betroffenen Holdings umstrukturieren, etwa zu gemischten Gesellschaften. Das hiesse im Fall der Young Boys, dass die Mannschaft in Bern bleibt, weil sie sowieso nicht rentiert und also auch keine Gewinnsteuern abliefern muss. Das durchaus rentable Stadion hingegen würde sehr wahrscheinlich auf Jersey oder Guernsey verlegt. Im Fall des FCB verhält es sich gerade umgekehrt. Reni und Tauli könnten dann sehr schnell in einem Steuerschlupfloch verschwinden.

Sie glauben das alles nicht? Das spricht natürlich für eine Ablehnung der Vorlage. Denn nur wenn eine Mehrheit der Stimmberechtigten am Sonntag Nein zur USR III stimmt, werden wir überprüfen können, ob wir mit unserer Prognose richtig lagen. Mit freundeidgenössischen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Wien, Weib und Gesang

Dr. Rüdisühli am Samstag den 17. Dezember 2016

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Liebe Freunde in der Schweiz, was ist das für ein Typ, unser neuer Sportchef? Wie ist er so als Mensch? Bei uns in Österreich ist er gänzlich unbekannt, und im Internet findet man auch nicht viel. UAwg, Audax SK Rapid Fanclub, Wien

Servus, liebe Rapidler! Der Bickel Fredy? Das ist ein Sauglatter, der wird Euch viel Freude bereiten! Also jedenfalls um halb drei Uhr morgens nach der Weihnachtsfeier. Welcher der vier Menschen im nachfolgenden Video der Bickel Fredy ist, müsst Ihr aber schon selber herausfinden. Pfiat eich, Euer Hofrat Rüdisühli

Offensichtliches Offside

Herr Maldini am Mittwoch den 7. Dezember 2016

dr-r-gibt-rat_logo-kleinEiner unserer Leser hatte nach dem 1:4 unseres Ligakrösusses FC Basel eine schlaflose Nacht.

srf-screenshot

Wird durch Klick grösser.

“Lieber Dr. Rüdisühli
Es war doch so eindeutig gestern, und im Studio des Schweizer Farbfernsehens haben es die Experten auch gesagt: Das 2:0 von Arsenal gegen den FCB war eindeutig ein Offside! Ich habe ihnen als Beweis einen Screenshot mitgeschickt und gleich auch noch ein Video. Wie beurteilen Sie die Szene? Gruss, G. H. aus B.”

“Lieber Herr Gäbinho
Das ist eine sehr spannende Frage! Sie haben natürlich recht. Das 2:0 entstand ganz klar aus einer Offside-Situation, das haben die SRF-Experten richtigerweise erkannt. Leider waren die Schiedsrichter zu blöd. Deshalb hier etwas Nachhilfe vom RL:

  1. Das Bild zeigt zwar nicht den Moment der Ballabgabe, das Leder befindet sich nämlich schon auf der Höhe des Fünfmeterraums. Das spielt aber keine Rolle, der Ball bewegt sich ja viel schneller als die Spieler, wir können also davon ausgehen, dass der Spieler Lucas bereits bei der Ballabgabe im Offside stand.
  2. Die Hilfslinie ist auf der Höhe des Unterschenkels von FCB-Verteidiger Michael Lang eingezeichnet. Das ist korrekt, Lang ist Rechtsfüsser und die Position seines linken Beins somit irrelevant. Die Linie dürfte sogar noch etwas nach links rücken, bis zum rechten Knie von Lang. Der Spieler Lucas steht eindeutig im Offside!
  3. Die Spitzfindigen unter ihnen monieren jetzt sicher, dass die Hilfslinie schräg eingezeichnet sei. Das ist zwar richtig, kann aber vorkommen. Die Vorbereitung der erstklassigen Analysen der SRF-Experten ist jeweils eine ziemlich stressige Angelegenheit, da kann sowas schon mal passieren.

Wir halten fest: Alles in allem ist dieses 2:0 klar aus einer Offsideposition des Spielers Lucas entstanden. Schade, haben das die Spielleiter nicht gesehen – wer weiss, zu was dieser FCB noch fähig gewesen wäre, wenn sein Rückstand zur Pause nur ein Tor betragen hätte. Und was das erst für den Schweizer Fussball bedeutete! – wir werden es nie erfahren. Besten Dank trotzdem für die Aufmerksamkeit, Ihr Dr. Rüdisühli.”

Weniger ist mehr

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 4. Dezember 2016

dr-r-gibt-rat_logo-kleinSoeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen wegen gestern! Ist es nicht der füdliblutte Wahnsinn, in Unterzahl ein Spiel gegen den LIGAKRÖSUS zu gewinnen? E. B., R.

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Lieber Edi, das ist zwar erfreulich, aber keineswegs aussergewöhnlich. Bereits letzte Saison feierten lediglich zehn Berner den 4:3-Heimsieg über Basel. Aber klar, der Platzverweis gegen Lecjaks ereignete sich damals kurz vor Schluss (beim Stand von 4:2).

Generell kann man aber feststellen, dass die Unterzahl den Young Boys liegt – jedenfalls in der Super League. Letzte Saison gabs bei 7 Spielen 4 Siege (daheim 4:3 gegen Basel, 2:1 gegen St. Gallen und 3:1 gegen Thun, dazu 3:1 in Sion), dazu kommen 2 Unentschieden (1:1 in St. Gallen und daheim gegen Luzern). Nur einmal ging YB in Unterzahl als Verlierer vom Platz, beim 0:1 im Jakobpark am 25. Oktober 2015.

Anders sieht es in Europa aus: Ohne von Bergen verlor YB 2015 in Karabach, ohne Vilotic 2016 bei Donezk und ohne Mbabu 2016 in Nikosia.

Unseren Exkurs beenden wir mit zwei legendären Unterzahl-Siegen im Wankdorf: Das 3:1 gegen Sion am 2. Dezember 2012 und das 2:1 gegen Zürich am 27. Februar 2010. Diese Siege schmeckten besonders süss, weil YB in Unterzahl einen Rückstand drehten: Gegen Sion flog Ojala vom Platz, worauf Nef und der doppelte Nuzzolo zum Heimsieg trafen. Gegen Zürich musste Mardassi früh runter, ehe Regazzoni in der 84. Minute ausglich. Bienvenu traf in der 94. Minute zum Siegestor. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Iööö!

Val der Ama am Freitag den 14. Oktober 2016

Eine Sonderprämie für Tom Cairney vom FC Fulham.

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Der Mittelfeldspieler aus Schottland erfreut die Fans seines Clubs mit guten Leistungen – und wird dafür belohnt.

Zum Beispiel von einem jungen Herrn, der sich per Brief an den Fussballer wendet. Der kleine Fan gibt zuerst ein paar Tipps (try to do a bicycle kick), bedankt sich bei Cairney und legt wegen Motivation drei englische Pfund in Münzen bei.

Drei Pfund entsprechen in etwa dem durchschnittlichen Wocheneinkommen eines durchschnittlichen englischen Knaben, Cairney sollte sich künftig dem Jungen zuliebe so richtig Mühe geben.

Übrigens, liebe Lesende, lassen sich auch Redakteure prima mit kleinen Geldspenden motivieren. Na?

Unbedenkliche Bierdusche

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 19. Mai 2016

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, jetzt sieht man wieder überall die Bilder von frischgebackenen Fussballmeistern, die sich eine sogenannte Bierdusche gönnen. In lebhafter Erinnerung ist noch die Meisterfeier des FC Bayern München vom letzten Samstag. Ist das nicht dekadent, wenn Bier einfach verschüttet statt getrunken wird? UAwg, P. B., Z.

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Lieber Pesche, wir können Entwarnung geben: Für die Bierdusche verwendeten die Bayern nicht herkömmliches Bier, sondern PAULANER HEFE-WEISSBIER ALKOHOLFREI, wie unsere Recherchen ergaben. PAULANER HEFE-WEISSBIER ALKOHOLFREI schmeckt nach unseren Erfahrungen am besten, wenn man es kurz vor dem Konsum durch ein richtiges Bier mit Promille und so ersetzt. Wir nehmen an, dass auch die Bayern diese Regel beherzigt und nach der Ausschüttung im Stadion einen ordentlichen Tropfen in der Garderobe zu sich genommen haben. Anders lassen sich die seltsamen Bilder aus der Bayern-Kabine eigentlich nicht erklären. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Geplatzte Playoff-Partys

Rrr am Samstag den 16. April 2016

(null)Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Doktor Rüdisühli, ich habe in der Zeitung gelesen, dass der SC Bern das Playoff gegen Lugano gewonnen und einen Pokal erhalten hat, und nun am Samstag einen Umzug durch die Stadt machen kann.

Ich kann mich vage erinnern, dass die Young Boys die Playoffs auch schon gewonnen haben. Einmal war das gegen eine dänische Mannschaft namens Midtjylland, einmal gegen den ungarischen Vertreter Debrecen. Wissen Sie, weshalb es in beiden Fällen weder einen Pokal, noch einen Umzug durch die Stadt gegeben hat? Freundliche Grüsse, R.G. aus M.

(null)Lieber Röbi, das liegt daran, dass die Fans der Berner Young Boys grundbescheidene Menschen sind, die wegen eines Playoff-Triumphs nicht gleich die ganze Stadt in den Ausnahmezustand versetzen.

Im Fall von Debrecen gab es seinerzeit zwar tatsächlich einen Umzug, der bestand aber darin, dass zwei YB-Fans durchs Milchgässli wankten und vorne um die Ecke einen kippten, dann gingen sie nach Hause. Nach dem Erfolg über Midtjylland plante ein anderer Fan eine spontane Feier, doch war das Boccia-Hüsli zu.

Der Gewinn eines Pokals ist für einen Young Boy ebenfalls kein Grund zum Durchdrehen. So hat YB im Jahr 2000 einen Meisterpokal gewonnen, ohne dass dies gross für Schlagzeilen gesorgt hätte. Oder können Sie sich daran erinnern, dass dieser Pokal durch die halbe Stadt geschleift und auf dem Bundesplatz präsentiert worden wäre? Voilà. Solches Pussyzeugs überlassen wir doch den Eishockey-Fans. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Satanische Ferse

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 29. März 2016

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Herr Dokter, ich würde gerne so ein Hackentor schiessen wie Jamie Vardy am Samstag gegen die Deutschen. Ist das schwierig? M.R., B.

Lieber Michi, nein, überhaupt nicht. Sagen Sie Ihrem rechten Flügel einfach, er solle scharf flanken, wobei er den Ball leicht in den Rücken der Abwehr ziehen muss. Nun bewegen Sie sich in Richtung des ersten Pfostens und lassen den Ball durch die Beine durchlaufen, um dann blitzschnell mit der Ferse zuzuschnappen. Fertig! Hier nochmals in aller Ruhe:

Übrigens, wahnsinnig originell sind diese Tore mit der Ferse nicht. Vor drei Wochen schoss Aaron Ramsey für Arsenal gegen die Spurs einen ganz ähnlichen Treffer, wir berichteten.

Als Erfinder des Hackentors gilt übrigens Fritz Walter, Weltmeister von 1954. Genau, wir meinen sein Jahrhunderttor beim 5:3 mit Kaiserslautern gegen Wismut Karl-Marx-Stadt. Im Netz finden Sie auch Treffer jüngeren Datums von Den-Haag-Goalie (!) Martin Hansen, Bochums Tim Hoogland gegen Freiburg und natürlich der Treffer von Rabah Madjer für Porto im Landesmeister-Final 1987 gegen die Bayern. Verglichem mit Vardys Ferse war dieser Treffer aus drei Metern allerdings kinderleicht. Mit hinterhältigen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Kleinkinder auf Kunstrasen

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 22. März 2016

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Geschätzter Herr Dr. Rüdisühli, ich habe ein Luxusproblem: Warum holen die YB-Spieler nach einem siegreichen Wankdorfmatch zum We-love-you-Jubel ihre Kinder aufs Feld? Den Rekord hält wohl Herr Rochat, der nach dem Sittenspiel deren drei in den Strafraum schleppte. Am Kidsday von mir aus, aber sonst …

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Soll die Botschaft lauten: Ich bin Kämpfer, aber auch Mensch, ja gar liebevoller Vater? Oder sagt die Gattin, du könntest auch mal wieder was mit den Gofen machen? Und wie fühlen sich die kinderlosen Mannschaftskollegen dabei?

Und wenns denn schon sein muss, dann soll YB wie für jeden Eckball usw. wenigstens abkassieren. Ein über Je-den Zweifel erhabener Experte hat neulich vorgeschlagen, die Firma “Durex” als diesbezüglichen Sponsor anzufragen. Aber vielleicht trinke ich einfach zu wenig, also im Wankdorf. Hopp YB, Ihr N. aus B.

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Dubiose Definitionen

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 20. März 2016

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ich habe ein Puff im Kopf, und es geht um eine existenzielle Frage: Hands oder nicht Hands? Bei Sion-Basel sagte Dani Wyler vorhin, es spiele keine Rolle, ob die Körperfläche vergrössert sei. “Das ist eine veraltete Regelauslegung”, sagte Wyler. “Es zählt nur die Distanz zum Ball und ob es sich um eine natürliche Bewegung mit der Hand gehandelt hat.”

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Anderseits gab gestern Schiedsrichter Knut Kirchner bei HSV-Hoffenheim einen Penalty genau mit diesem Argument. “In der 30. Minute hatte Hoffenheims Pavel Kaderabek den Ball nach einer Flanke von Ivo Ilicevic an den angelegten Arm bekommen”, schreibt “Spiegel Online”. Schiedsrichter Kircher entschied auf Handelfmeter. “Ich habe es in der Szene so gesehen, dass er seine Körperfläche vergrössert hat.”

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Bitte klären Sie die unübersichtliche Faktenlage! UAwg, N.B., B.

Lieber Nick, es ist ganz einfach. Wie um Himmels Willen soll man denn auf die Schnelle seine Körperoberfläche vergrössern? Das ist physikalisch absolut unmöglich. Sie können sich natürlich einen Bierbauch antrinken, dann nimmt der Bauchumfang zu, aber dass Sie innert Bruchteilen einer Sekunde die Körperfläche vergrössern, ist Humbug. Ich hoffe, Sie sehen nun wieder klar. Dann wissen Sie sicher auch, was eine natürliche Bewegung mit der Hand ist. Mir persönlich erscheint die ganze Diskussion ein bisschen unnatürlich. Mit sportlichen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

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