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Archiv für die Kategorie „Briefkasten“

Penalty zu zweit

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 22. Juli 2014

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Guten Tag Herr Rüdisühli, ein Freund von mir weilt momentan auf den Färöern und hat mit Erstaunen festgestellt, dass dort bei einem Elfmeter ein dritter Spieler zu Hilfe kommen darf, um den Ball festzuhalten, damit dieser bei hohen Windstärken auf dem Elfmeterpunkt liegen bleibt. Nun meine Frage: Gilt das auch bei europäischen Wettbewerben? Mit freundlichen Grüssen, Ihr Forza Juve

123Lieber Herr Forza Juve, erst einmal: Doktor Rüdisühli. So viel Präzision muss sein. Dann zu Ihrer Frage: Richtig, das ist auf den Färöer Inseln erlaubt. Die Inselgruppe im Nordatlantik wird immer wieder von starken Windböen heimgesucht; der Ball bliebt dann bei einer Spielunterbrechung kaum liegen. Auf Naturrasen könnte man den Ball allenfalls noch in einer Delle fixieren, doch mit zwei Ausnahmen gibt es auf den Faröern nur Kunstrasen.

Die FIFA hat deshalb vor einigen Jahren ihre Zustimmung zur Sonderregelung geben: Der Schiedsrichter darf erlauben, dass beim Penalty ein Mitspieler des Schützen neben dem Punkt kniet, eine Hand auf den Ball legt und diesen so lange festhält, bis der Kollege schiesst. Diese Regelung gilt auch bei internationalen Spielen.

Anderswo ist das natürlich nicht erlaubt. Obwohl zum Beispiel Kasachstan gelegentlich auch froh darum wäre. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Neue Nummern

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 20. Juli 2014

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, habe ich das richtig gesehen? Spielte YB-Verteidiger Marco Bürki gestern mit der Nummer 93? MfG, R.B., O.

111Lieber Rolf, richtig. Marco Bürki trägt seit dieser Saison seinen Jahrgang auf dem Rücken. Möglich macht dies eine Regeländerung der Swiss Football League, die bislang nur die Nummern 1-35 zuliess, neu aber auch die Nummern 36-99.

Von dieser Möglichkeit machen auch andere Spieler Gebrauch, so Nisso Kapiloto (FCSG/Nummer 55), Breel Embolo (Basel/36), Davide Calla (Basel/39), Gilles Yapi (FCZ/37), Adrian Rawyler (Thun/40) und Frank Feltscher (Aarau/88).

Aber klar, an ihn kommt auch nummerntechnisch niemand heran. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Magische Melodie

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 3. Juli 2014

Soeben erreicht uns folgende dringende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, es ist schrecklich - heute ist schon wieder spielfrei! Ich leide bereits unter starken Entzugssymptomen. Was kann ich nur tun? UdAwg, A. G., M.

Lieber Albi, vielleicht ein Buch lesen? Ha ha ha. War nur ein Witz. Wir wissen es auch nicht. Die Stimmung auf der Redaktion nähert sich dem Nullpunkt. Alte Konflikte brechen wieder auf, Herr Pelocorto pöbelt Herrn Shearer wegen irgendwas an, Herr der Ama sollte dringend zum Zahnarzt, Herr Rrr hat seine Steuererklärung noch nicht ausgefüllt, Herr Sohn hängt die halbe Nacht im Kreissaal rum und Herr Baresi sollte endlich den Alfa zum Schrotthändler bringen. Zum Glück gibts morgen wieder WM!

In der Zwischenzeit geniessen Sie eines der überragenden Musikstücke der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Die offizielle FIFA-Einlaufhymne, wie Sie sie in den letzten drei Wochen lieben gelernt haben.

Komponist ist übrigens der Deutsche Franz Lambert, der auch die Einlaufmusik der TV-Serie "Das Traumschiff" komponiert hat und vielen von uns ein Begriff ist durch LPs wie "Happy Hammond 1-3", "King Of Hammond - 56 Evergreens", "Ein Weihnachtsabend mit Franz Lambert an der Wersi Orgel", "Pop Orgel Hitparade 1-7", "Fiesta Brasiliana" (schon 1990 erschienen!) und "Lambertissimo". Wir empfehlen Ihnen dringend, das Gesamtwerk von Herrn Lambert unverzüglich auf iTunes zu erwerben. Mit freundlichen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Optimierung der Kommunikationsmittel

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 22. Juni 2014

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

IMG_1110Lieber Briefkastenonkel, mein Hobby ist das Manipulieren von Fussballspielen. Jetzt bin ich völlig überraschend aufgeflogen, wie Sie der heutigen "SonntagsZeitung" entnehmen können. Was habe ich falsch gemacht? U.A.w.g., F.G., L.

Lieber Francesco, nach eingehender Analyse Deines Falls kommen wir zum Schluss, dass Du bei der Kontaktaufnahme mit den beiden Lugano-Spielern eventuell auf das falsche Kommunikationsmittel gesetzt hast. Klar, Du gingst davon aus, dass die beiden Spieler Deine Nachricht einfach liken würden, womit der Geschäftsverkehr schon quasi in trockenen Tüchern gewesen wäre. Leider ist das ein bisschen viel Konjunktiv.

Für den nächsten Betrugsversuch ist eine Optimierung der Kommunikationsmittel angezeigt. Konkret empfehlen wir Dir, auf Facebook-Nachrichten zu verzichten und stattdessen das trendige Twitter zu benutzen (Hashtag #Wettbetrug nicht vergessen!). Auch eine Lautsprecher-Durchsage kurz vor Anpfiff würde sicher nicht ungehört verhallen. Und natürlich kannst Du auch jederzeit einen Werbeplatz in der Sideline rechts im Runden Leder buchen (Fr. 500.-/Woche exkl MWST, Fr. 750.- mit Bild und Link auf Deinen Facebook-Account). Alles Gute, Dein Dr. Rüdisühli

Teil der Spielbewegung

Dr. Rüdisühli am Freitag den 18. April 2014

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ich bin Barca-Fan und nage immer noch an der Niederlage im Cupfinal. Und ich frage mich, ob das Siegestor von Real regulär war. Hatte Bale eigentlich die Erlaubnis vom Schiri erhalten, das Spielfeld wieder zu betreten, nachdem er es verlassen hatte? Visca el Barca, M., Z.

Lieber Marc, im Kommentar zur Regel 3 "Zahl der Spieler" hält die FIFA fest:

"Überschreitet ein Spieler zufällig eine Begrenzungslinie des Spielfelds, gilt dies nicht als Vergehen. Das kurzfristige Verlassen des Spielfelds kann als Teil der Spielbewegung betrachtet werden."

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Das absichtliche Verlassen des Spielfelds ohne Erlaubnis des Schiedsrichters wird zwar mit Gelb geahndet (Regel 12). Aber das kann man Bale beim besten Willen nicht unterstellen, zumal er ja von Bartra abgedrängt wurde. Mit sportlichen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

PS: Gareth Bale hat ein fast identisches Tor übrigens schon einmal geschossen.

Attraktive Alternativen

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 6. April 2014

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ich interessiere mich eigentlich nicht für Fussball, aber heute habe ich eine Frage. Ich bin Sicherheitsdirektor einer schweizerischen Hauptstadt und möchte lieber nicht schon wieder einen Cupfinal in Bern. Wegen den Problemen. Fanmarsch und so. Wie werde ich diesen Cupfinal wieder los? U.A.w.g., R.N., B.

1Lieber Reto, in erster Linie ist das Dein Problem, nicht das unsere. Aber im Sinn der christlichdemokratischen Nächstenliebe geben Dir trotzdem gerne einen Tipp. Du musst dem Fussballverband einfach erklären, dass der Cupfinal keineswegs in der Hauptstadt stattfinden muss. Das ist nicht überall so.

Du kannst Spanien als Beispiel anführen: Dort wird der Austragungsort jedes Jahr neu vergeben, je nach Teilnehmer. Einzige Voraussetzung: Der Cupfinal muss an einem neutralen Ort stattfinden. Dieses Jahr, bei Real-Barcelona, zum Beispiel in Valencia.

Gut, das löst Dein Problem erst, wenn YB mal dabei sein sollte. Deshalb solltest Du Dich für die Lösung einsetzen, wie sie bis 2007 in Italien galt: Cupfinal mit Hin- und Rückspiel, je eines im Stadion eines Finalteilnehmers. Im Fall des Schweizer Cups 2014 also je ein Spiel im Jakobpark und im Letzigrund. Wer zuerst Heimrecht geniesst, wird ausgelost.

Voilà. Du siehst, eigentlich wäre alles sehr einfach im Fussball. Wenn es nicht so kompliziert wäre. Toi toi toi, Dein Dr. Rüdisühli

Neulich in Toegoewetan

Natischer am Freitag den 17. Januar 2014

Unser treuer Leser Herr @chm ist derzeit unterwegs in Südostasien.

Auch in Yogyakarta wartet man gespannt auf die Abstimmungsresultate vom Februar.

ACAB-Indonesia

 

Einleuchtende Erhöhungen

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 3. Dezember 2013

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Doktor Rüdisühli, wieso steigen die YB-Abopreise für das nächste Jahr stärker an als die Krankenkassenprämien? Mehr Service? Mehr Komfort? Noch besserer Fussball? Beste Grüsse von K. aus B.

1Lieber Kudi, wir haben Ihre Frage an YB weitergeleitet. Mediengott Albi Staudenmann antwortet wie folgt: "Wir haben die Eintrittspreise in der Liga verglichen und danach beschlossen, im Hinblick auf das neue Fussball-Jahr eine generelle leichte Anpassung der Abonnementspreise vorzunehmen. Unsere Abonnenten kommen weiterhin in den Genuss von sehr attraktiven Preisen: Der Stehplatz-Bereich im Sektor D wird auch im Jahr 2014 der günstigste der Liga sein. Im Vergleich zu den Einzeltickets bezahlen unsere Dauerkarten-Besitzerinnen und –Besitzer nur zwischen 50 und 60 Prozent."

Recherchen des Runden Leders bestätigen die Angaben. Am stärksten schlägt das Stehplatz-Abo auf, doch hat YB hier mit 250 Franken weiterhin das günstigste Angebot (FCB und FCZ 275, Aarau 290, Lausanne 295, GC 300, Sion und Luzern 320, Thun 345, St. Gallen 350).

Für eine moderate Erhöhung spricht auch, dass YB unter Uli Forte ...

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Alles im Lot

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 11. August 2013

BREAKING NEWS: Uli Forte an den Swiss Football Awards zum Trainer des Jahres gewählt - GC ist Mannschaft des Jahres

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, wir haben hier in Basel einen sehr durchzogenen Saisonstart mit nur 8 Punkten aus 5 Spielen. Sollte mir dies als FCB-Fan zu denken geben? MfG, H.B., B.

Lieber Herr B., nein, keineswegs. Letzte Saison hatte der FCB nach 5 Spielen auch nur 9 Punkte auf dem Konto und wurde am Schluss Meister. Vorletzte Saison waren es sogar bloss 6 Punkte, am Schluss wurde Basel Meister. In der Meistersaison 2010/11 waren es auch bloss 9 Punkte. Und in der Saison 2009/10 waren es wie jetzt 8 Punkte, am Schluss wurde Basel Meister.

Wie, Sie meinen wegen dem 7-Punkte-Abstand auf YB? Seit wann schauen Sie auf die Gegner? Froh zu sein bedarf es wenig, denn wer froh ist, ist ein König. Ihr Dr. Rüdisühli

54 Jahre

Dr. Rüdisühli am Montag den 29. Juli 2013

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, drei Siege zum Saisonstart - ich kann mich nicht erinnern, wann YB dies das letzte Mal geschafft hat. Habe ich Gedächtnisschwund? M.frdl.Gr., H.G., O.

Lieber Heinz, das kommt drauf an, wie alt Sie sind. YB ist erstmals seit der Saison 1959/60 mit drei Siegen in die Meisterschaft gestartet. Damals waren es sogar 7 Siege in Serie, die Eich, Meier, Schneiter und Co. schafften. Wie die Saison damals für YB endete, ist mir leider entfallen.

Drei Startsiege ist aber in der Schweiz generell nicht aussergewöhnlich. Sion gelang dies in der letzten Saison, Basel in der Spielzeit 2010/11. Basel wurde am Schluss Meister, Sion landete auf Rang 6 und schaffte nicht einmal die Europacup-Qualifikation. Mit besten Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Ein feiner Zug

Dr. Rüdisühli am Freitag den 26. Juli 2013

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Doktor Rüdisühli, ich gehe jeweils gerne ins Basler St.-Joggeli zum Fussball. Bisher konnte ich dabei auf mein Auto zählen. Nun ist es aber, naja, ausser Betrieb. Mein Chef sagt zudem, er kenne die ÖV-Verbindungen nicht. Kann ich weiterhin täglich nach Basel zum Fussball? Und was ist ÖV? Bitte antworten Sie schnell, ich muss am Montag wieder hin! Freundliche Grüsse, R.B., S.

Lieber Herr Bobadilla, es freut mich, dass Sie noch ab und an an Bern denken, wie ihre Anfrage zeigt. Am besten tippen Sie auf ihrem Smartphone «sbb.ch» ein, und da finden Sie jeweils Bus und Zug nach Basel. Sie müssen nur zweimal umsteigen, und in nur 35 Minuten sind Sie da! Der kurvenreiche Weg führt übrigens der lauschigen Birs entlang. Sie können zurücklehnen, die Landschaft geniessen und sind erst noch pünktlich um 9 Uhr im Training.

Alternativ bestellen Sie ein Taxi, das kostet weniger als ein Tagessatz. Oder Sie ziehen nach Deutschland, das ist ja auch nahe bei Basel! Und dort können Sie, so schnell Sie wollen. MfG, Ihr Dr. Rüdisühli

Hits in der Hitze

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 24. Juli 2013

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Doktor Rüdisühli, am Sonntag spielen bekanntlich die berühmten YB gegen den FC Thun. Der Wetterbericht meldet bis zu 36 Grad und möglicherweise auch Gewitter. Ist es eigentlich sinnvoll, bei solchen Bedingungen Fussball zu spielen? Und was empfehlen Sie, damit sowohl die zahlreichen Kids wie ihre Eltern dieses Ereignis unbeschadet überstehen? Freundliche Grüsse, M.G., B.

Lieber Herr Mixed Grill, Fussball ist immer sinnvoll. Wichtig ist einfach, dass Sie alle zehn Minuten eine Trinkpause einlegen. Nein, natürlich nicht Bier, sondern Wasser - am besten auf der Toilette, dort ist es gratis.

Verpassen werden Sie nicht allzu viel, denn Hitzespiele sind in der Regel eher ein statisches Gekicke, ausser ein Torhüter erleide einen Sonnenstich oder das Heimteam gerate in einen Spielrausch, so wie grad neulich beim letzten Glutofen-Spiel im Wankdorf. MfG, Ihr Dr. Rüdisühli

Sektorenswitch

Natischer am Freitag den 3. Mai 2013

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

C16Sehr geehrter Herr Prof. Stadler-Wallraff, Ihre Loge hat doch per neuem Jahr vom Sektor D in den Sektor C gewechselt. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen? Würden Sies wieder tun? UAwG, A.B., C.

Lieber Stefan, tatsächlich hat ein inzwischen auf 20 Personen angewachsenes Grüppchen Runde Leser nach 3 Jahren D3 ins C16 gewechselt. Das liegt eigentlich einfach am andern Ende der abgerundeten Wankdorf-Ecke und kostet auch gerade mal CHF 80.- mehr pro Jahr. Davor standen wir mehrere Saisons unten im D-Parterre, immer mehr an den Rand rutschend, weil man wird ja auch älter, aber ich schweife ab.

Was ist im Sektor C anders: Das beginnt schon beim Eingang, der vom «Wale» weitestmöglich entfernt liegt (-). Der selbe ist jedoch deutlich entspannter als die D-Eingänge, man steht weniger an (+), aber das liegt natürlich auch an den etwas zurückgegangenen Zuschauerzahlen. Die Eintrittskontrolle geht zügiger (+), die Kontrollen wohl noch etwas lascher, aber die Pyrobuben verlaufen sich auch selten ins C. Das mit dem weniger Anstehen gilt natürlich genauso für WC (+) und Wurst (+), ausserdem servieren fliegende Händler Kaltgetränke an den Platz (+). Auch schätze ich die neue Sicht aufs Spiel - so sieht nämlich endlich nicht nur Herr Bombadil, ob etwas offside war oder nicht (+). Im C hört man auch die Gesänge der Kurve deutlich besser, und wir wissen endlich sicher, wann wir beim Wechselgesang «Young» - «Boys» dran sind (+).

Paradoxerweise ist uns im C trotzdem noch nicht so richtig wohl. Im Gegensatz zu früher schauen wir jetzt nämlich nicht mehr geradeaus aufs Spielfeld, sondern immer ein bisschen bis sehr nach rechts (-). Wenn ich nun bspw. meine Expertise über die aktuelle Spielsituation Herrn Newfield rechts zuraune und er antwortet darauf, höre ich ihn nicht (-), weil er halt auch nach rechts redet. Dort hört das dann Herr Je, aber wenn einer der beiden meine gerade geäusserte hanebüchene Einschätzung widerlegen möchte, muss er den Blick vom Spielfeld wegbewegen und er verpasst möglicherweise grad das 5:1 (-). Expertengesprächsrunden entstünden anders (-). Unser Umfeld ist zudem deutlich mehr von (weitern) Göpf Egg des Fussballs geprägt, den einen oder andern Nachbarn müssen wir gar des Randsportbesuchs verdächtigen (-).

Es steht also 6:6 zwischen D und C. Da ein Wechsel zurück aber während des Jahres nicht möglich ist, sitzen wir 2013 wohl aus und überlegen uns gegen Ende Jahr, wo es nächstes Jahr weitergeht.

Etwas, was man beim BSC YB übrigens ganz ähnlich handhabt.

Europäische Floskel

Natischer am Freitag den 5. April 2013

Der FC Basel spielte gestern in London 2:2 gegen Tottenham.

Dazu kann man nur gratulieren. Respekt, tolle Leistung! «Super für den Schweizer Fussball!» jubeln Basler und Boulevard.

Baseler SommerDer YB-Fan in mir hat da gewisse Zweifel. Klar, da ist dieser ominöse UEFA-Koeffizient, der von Basler Erfolgen natürlich positiv beeinflusst wird. Aber wer profitiert denn davon ausser dem FC Basel selber? Natürlich der Zweitplatzierte der Meisterschaft, sagen Sie nun, da dieser auch in die Champions-League-Quali darf. Ketzerische Frage: Spielt es für diesen eine entscheidende Rolle, ob er in der 1. CL-Quali-Runde in Weissrussland scheitert oder in der zweiten Europa-League-Runde in Griechenland? Die ersten Runden jedes internationalen Bewerbs kosten einen Verein in erster Linie einfach nur Geld.

Ist es dann wenigstens gute Werbung für den Schweizer Fussball, wie Herr Streller im Radiointerview feststellt?

Mag sein, dass aufgrund der Basler Erfolge die Schweizer Liga kurzfristig etwas weniger belächelt wird, aber was haben denn Luzern, St. Gallen oder Lausanne davon? Wechseln Spieler aus dem Ausland eher zu Sion, nur weil Basel in London gut aussah? Wohl kaum. Berner Erfolge helfen YB, Walliser Siege dem FC Sitten, Basler Halbfinalteilnahmen dem FC Basel. Und die Schere zwischen dem Krösus und den Habenichtsen öffnet sich weiter.

Derzeit ist der FC Basel in der Super League schlicht eine Klasse für sich, und das ist anzuerkennen, egal, welche Farben man selber trägt. Darüber in Jubel ausbrechen werd ich trotzdem nicht. Mich erinnern die Reaktionen der Schweizer Medien stark an die aktuelle Werbekampagne der Valaiscom. «Einer von uns» und wir gegen den Rest der Welt. Quatsch. Auch jeder Fussballverein ist sich selbst der nächste. Und das ist auch gut so. Meine Meinung.

Blowin' in the wind

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 5. Februar 2013

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Dr. Rüdisühli, warum braucht die Swiss Football League zwei Monate, um Elsad Zverotic wegen "grober Beleidigung eines Gegenspielers" für zwei Spiele zu sperren? UAwG, A.B., C.

Lieber Andreas, das Urteil wurde von der Disziplinarkommission gefällt, einem Laiengremium, das in sporadischen Abständen tagt. Zunächst musste der "Blick" das Bildmaterial beim Runden Leder stehlen und den Spieler anschwärzen. Dann schaute sich die Kommission das Dokument an, konnte aber nicht erkennen, um welchen Spieler es sich genau handelt, weil ja die Rückennummer nicht sichtbar ist.

Die Sekretärin der Kommission kaufte dann eine Gesichtserkennungssoftware, so dass das Gremium nach den Weihnachtsferien und dem Neujahrsurlaub zur Erkenntnis brachte, es müsse sich um Herrn Zverotic handeln. Allerdings wusste niemand von der Kommission, was die Geste des Spielers zum Ausdruck bringen will.

Die Kommissionsmitglieder mussten also umfangreiche Recherchen in diversen Etablissements vornehmen, ehe sie erkannten, worum es sich genau handelt. In der Zwischenzeit ging die Stellungnahme des Gegenspielers Dingsdag verloren, der die Sache als harmlos einstufte. Dann kam noch die Grippe-Epidemie dazwischen. Jetzt liegt die Stellungnahme ja aber rechtzeitig zum Rückrundenstart vor, und die Swiss Football League kann sich nach der Abarbeitung dieses Skandals wieder den Lappalien zuwenden, wie etwa dem laufenden Wettskandal im Schweizer Fussball. Mit freundlichen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli