Archiv für die Kategorie ‘Briefkasten’

Du stohsch im Abseits

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 19. April 2017

Soeben erreicht uns folgende dringende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Doktor, Abseits! Das war doch Abseits gestern in Madrid! Oder etwa nicht? Mit freundlichen Grüssen, F.B., B.

Lieber Frank, doch doch, Sie haben völlig recht: Das zweite Bayern-Tor entstand aus einer klaren Abseitsposition. Müller leitete den Ball weiter zu Lewandowski, dieser stand im Abseits und griff aktiv ins Spielgeschehen ein, ehe Sergio Ramos den Ball ins eigene Tor lenkte. Nicht nur die spanischen Medien erkannten den Regelverstoss, sondern auch deutsche wie der TV-Sender Sky (für Bewegtbild auf Foto klicken):

Der Schiedsrichter hätte das natürlich sehen müssen. Real hätte das vielleicht die mühsame Verlängerung erspart. Ob Cristiano Ronaldo dann zwei Tore aus Abseitsposition schoss, kommt drauf an, wie man die Linie zieht. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Stille Wasser

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 11. April 2017

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Doktor, Sie haben die Schlüsselszene beim Spiel Basel-YB sicher auch mitbekommen, nämlich als kurz nach dem Seitenwechsel der Ko-Kommentator „Eggimann“ dem Hauptkommentator „Ruefer“ ein Becher stilles Wasser vom lokalen Cateringanbieter mitbrachte. Der aufgewühlte Gemütszustand des Herrn Ruefer aufgrund der Catering-Preispolitik am Rheinknie (1 Becher Getränk plus Depot für Fr. 7.- „wo leben wir hier eigentlich?“) war fast eine Minute lang das dominierende Moment während der Liveübertragung.

Daher drängen sich zahllosen besorgten Fussballfreunden folgende Fragen auf:

Haben Kommentator*innen des SRF Anrecht auf Spesenentschädigung während Ausseneinsätzen? Wenn ja, werden diese pauschal pro Jahr oder je Einsatz abgerechnet oder werden ausschliesslich effektiv getätigte Ausgaben entschädigt? Wenn zweiteres zutrifft, müssen Spesen mit einem Kassezedeli belegt werden? Und werden diese zentral in einem Ordner am Leutschenbach gesammelt? Wenn ersteres zutrifft, entsteht dann zwischen den Kommentatoren je nach Einsatzländern nicht ein Ungleichgewicht an ausgegebenen bzw. eingesparten Spesen? Aber schliesslich und vor allem: Ist es der relativ kurzen TV-Erfahrung des Ko-Kommentators „Eggimann“ geschuldet, dass dieser für die zweite Hälfte nur Wasser mitbrachte und nicht Bier?

Ich hoffe, Sie können mit einer Expertise etwas Licht ins Dunkel bringen. Hochachtungsvoll, N. C., B.

Lieber Herr Nacho Catenacho, Sie haben die von Ihnen beschriebene Szene komplett missinterpretiert, sehr wahrscheinlich aus Unwissenheit.

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Unzählige Ungereimtheiten

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 28. März 2017

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Dr. Rüdisühli, in der sehr guten Sendung “Aeschbacher” war der Moderator, Herr Aeschbacher, am vergangenen Sonntagabend zu Gast beim Berner Stadtpräsidenten. Zwei Sachen blieben mir unklar. Erstens: Warum war Herr Aeschbacher so warm angezogen? Wird im Erlacherhof nicht geheizt? Und zweitens: Was hat Herr von Graffenried da für ein YB-Shirt in seinem Büro? UAwg, H. B., O.

Lieber Heinz, besten Dank für Ihre beiden Fragen. Die Antworten hängen inhaltlich in gewisser Weise zusammen.

Erstens: Die Sendung war eine Konserve, sie wurde bereits am Mittwoch, 1. März, aufgezeichnet. An jenem Tag war es wechselnd bewölkt, am Nachmittag zunehmend nass bei maximal 6 Grad. Herr Aeschbacher war also durchaus passend gekleidet.

Zweitens: Mehr Kopfzerbrechen bereitete uns das YB-Trikot. Es handelt sich offensichtlich um eine dreiste Fälschung des aktuellen Trikots 2016/17: Die Nummer 1 trägt in Wirklichkeit Wölfli, und der heisst nicht Alec, sondern Marco. Ausserdem ist das Goalietrikot nicht gelb, sondern rot. Das Gekritzel auf dem Trikotrücken können wir nicht entziffern, vermutlich hat da jemand seinen edding 30 ausprobiert.

Aber warum eigentlich hat Herr von Graffenried so einen gütig-zuversichtlichen Gesichtsausdruck? Richtig, die Filmaufnahme entstand am frühen Nachmittag des 1. März. Das Spiel gegen Winterthur war erst am Abend selbigen Tages. Alles klar? Mit besten Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Der neutrale Zuschauer

Rrr am Mittwoch den 15. Februar 2017

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Rüdisühli, ein Satz des sehr engagierten Reporterteams beim Spiel FC Luzern-BSC Young Boys lässt mich nicht mehr los: “Für den neutralen Zuschauer war das ein sehr gutes Spiel.” Wie muss man sich den neutralen Zuschauer vorstellen? Und wieviele neutrale Zuschauer schauen sich ein Fussballspiel der Super League an und finden ein Spiel einfach schön, weil es Tore gibt, egal für welche Mannschaft? Mit freundlichen Grüssen, V. N. aus Bern

Lieber Vippu, zunächst dies: Der neutrale Zuschauer ist der Sohn von Herr und Frau Schweizer. Der Cousin von Otto Normalverbraucher. Sein Onkel ist der Mann von der Strasse, der seinerseits mit Erika Mustermann verheiratet ist, Hinz und Kunz wohnen gleich um die Ecke, aber ich schweife ab. Also:

Ich konnte kurz mit dem neutralen Zuschauer telefonieren. Er hat mir bestätigt, dass er tatsächlich oft Super-League-Spiele am TV anschaut. Ein Genuss sei das aber nicht, ganz im Gegenteil. Als neutraler Zuschauer sei er ja gleichzeitig hoch erfreut über den Sieg des FC Luzern und tief niedergeschlagen über die Schlappe der Young Boys. Diese innere Zerrissenheit bei jedem Spiel, das nicht unentschieden ausgeht, ist für den neutralen Zuschauer eine grosse Belastung. Bei jedem einzelnen Tor wiederholt sich das Drama. Am liebsten wäre dem neutralen Zuschauer daher ein 0:0.

Ähnlich erging es ihm übrigens am Sonntag bei der Tagesschau. Da ärgerte er sich zu Tode über das klare Nein zur genialen Unternehmenssteuerreform, zugleich war er hocherfreut, dass diese doofe Vorlage so deutlich scheiterte. Selber hat er nicht abgestimmt. Logisch, er ist ja neutral. Genau wie seine grosse Schwester, die schweigende Mehrheit. Ist Ihnen jetzt alles klar? Sonst fragen Sie am besten den Telefonjasser. Beste Grüsse, Ihr Dr. Rüdisühli

Neulich in der Gruppenphase

Dr. Rüdisühli am Samstag den 11. Februar 2017

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, um was geht es eigentlich im neuen Züri-West-Lied? U.A.w.g, C.S., B.

Liebe Caroline, ganz einfach: Kuno Lauener besingt den dritten Spieltag in Europa League. Am 20. Oktober 2016 traf Schachtar Donezk in der Gruppe H auf den KAA Gent und siegte 5:0 dank Toren von Kovalenko, Ferreyra, Bernard, Taison und Malyshev. Geniessen Sie nun die fünf sehenswerten Tore in unserer Zusammenfassung.

(Eine Sechs-Minuten-Version mit ukrainischem Originalkommentar gibts hier)

Im Rückspiel zwei Wochen später siegten die Ukrainer auswärts mit 5:3. Beide Mannschaften überstanden schliesslich die Gruppenphase, Donezk als Gruppensieger. Schachtar Donezk trifft nächste Woche in den Sechzehntelfinals auf Celta Vigo (den Bezwinger von Real Madrid im Cup), und Gent bekommt es mit Tottenham zu tun.

Nicht dabei sein wird der Neo-Gentner Yuya Kubo. Der Japaner spielte ja diese Saison bereits europäisch für die Young Boys Bern. Und schoss zwei Tore gegen … Schachtar Donezk. Mit besten Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Reni und Tauli im Steuerschlupfloch

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 9. Februar 2017

#SanogoSigns: Sékou Sanogo verlängert bei YB bis 2020.

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Dr. Rüdisühli, in der Debatte rund um die Unternehmenssteuerreform III habe ich immer wieder gelesen, dass bei einem Nein privilegiert besteuerte Statusgesellschaften die Schweiz samt ihren Angestellten schon bald verlassen könnten. Frage: Ist meine geliebte FC Basel Holding AG auch eine davon und gibt es noch andere Schweizer Fussballkonzerne, die eine Abwanderung prüfen? Freundlichst, M.H. aus B.-S.

Lieber Manuel, völlig zurecht gehen Sie davon aus, dass der FC Basel im Fall eines Nein zur USR III unser schönes Land verlassen und sich dem Ligabetrieb einer Steueroase anschliessen könnte. Und das ist kein Einzelfall: Es gibt noch eine zweite Schweizer Fussball-Holding, die Sport & Event Holding AG in Bern. Gut möglich, dass der FCB und die Young Boys künftig auf den Cayman-Islands gegeneinander spielen.

Allerdings ist es auch denkbar, dass sich die betroffenen Holdings umstrukturieren, etwa zu gemischten Gesellschaften. Das hiesse im Fall der Young Boys, dass die Mannschaft in Bern bleibt, weil sie sowieso nicht rentiert und also auch keine Gewinnsteuern abliefern muss. Das durchaus rentable Stadion hingegen würde sehr wahrscheinlich auf Jersey oder Guernsey verlegt. Im Fall des FCB verhält es sich gerade umgekehrt. Reni und Tauli könnten dann sehr schnell in einem Steuerschlupfloch verschwinden.

Sie glauben das alles nicht? Das spricht natürlich für eine Ablehnung der Vorlage. Denn nur wenn eine Mehrheit der Stimmberechtigten am Sonntag Nein zur USR III stimmt, werden wir überprüfen können, ob wir mit unserer Prognose richtig lagen. Mit freundeidgenössischen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Wien, Weib und Gesang

Dr. Rüdisühli am Samstag den 17. Dezember 2016

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Liebe Freunde in der Schweiz, was ist das für ein Typ, unser neuer Sportchef? Wie ist er so als Mensch? Bei uns in Österreich ist er gänzlich unbekannt, und im Internet findet man auch nicht viel. UAwg, Audax SK Rapid Fanclub, Wien

Servus, liebe Rapidler! Der Bickel Fredy? Das ist ein Sauglatter, der wird Euch viel Freude bereiten! Also jedenfalls um halb drei Uhr morgens nach der Weihnachtsfeier. Welcher der vier Menschen im nachfolgenden Video der Bickel Fredy ist, müsst Ihr aber schon selber herausfinden. Pfiat eich, Euer Hofrat Rüdisühli

Offensichtliches Offside

Herr Maldini am Mittwoch den 7. Dezember 2016

dr-r-gibt-rat_logo-kleinEiner unserer Leser hatte nach dem 1:4 unseres Ligakrösusses FC Basel eine schlaflose Nacht.

srf-screenshot

Wird durch Klick grösser.

“Lieber Dr. Rüdisühli
Es war doch so eindeutig gestern, und im Studio des Schweizer Farbfernsehens haben es die Experten auch gesagt: Das 2:0 von Arsenal gegen den FCB war eindeutig ein Offside! Ich habe ihnen als Beweis einen Screenshot mitgeschickt und gleich auch noch ein Video. Wie beurteilen Sie die Szene? Gruss, G. H. aus B.”

“Lieber Herr Gäbinho
Das ist eine sehr spannende Frage! Sie haben natürlich recht. Das 2:0 entstand ganz klar aus einer Offside-Situation, das haben die SRF-Experten richtigerweise erkannt. Leider waren die Schiedsrichter zu blöd. Deshalb hier etwas Nachhilfe vom RL:

  1. Das Bild zeigt zwar nicht den Moment der Ballabgabe, das Leder befindet sich nämlich schon auf der Höhe des Fünfmeterraums. Das spielt aber keine Rolle, der Ball bewegt sich ja viel schneller als die Spieler, wir können also davon ausgehen, dass der Spieler Lucas bereits bei der Ballabgabe im Offside stand.
  2. Die Hilfslinie ist auf der Höhe des Unterschenkels von FCB-Verteidiger Michael Lang eingezeichnet. Das ist korrekt, Lang ist Rechtsfüsser und die Position seines linken Beins somit irrelevant. Die Linie dürfte sogar noch etwas nach links rücken, bis zum rechten Knie von Lang. Der Spieler Lucas steht eindeutig im Offside!
  3. Die Spitzfindigen unter ihnen monieren jetzt sicher, dass die Hilfslinie schräg eingezeichnet sei. Das ist zwar richtig, kann aber vorkommen. Die Vorbereitung der erstklassigen Analysen der SRF-Experten ist jeweils eine ziemlich stressige Angelegenheit, da kann sowas schon mal passieren.

Wir halten fest: Alles in allem ist dieses 2:0 klar aus einer Offsideposition des Spielers Lucas entstanden. Schade, haben das die Spielleiter nicht gesehen – wer weiss, zu was dieser FCB noch fähig gewesen wäre, wenn sein Rückstand zur Pause nur ein Tor betragen hätte. Und was das erst für den Schweizer Fussball bedeutete! – wir werden es nie erfahren. Besten Dank trotzdem für die Aufmerksamkeit, Ihr Dr. Rüdisühli.”

Weniger ist mehr

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 4. Dezember 2016

dr-r-gibt-rat_logo-kleinSoeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen wegen gestern! Ist es nicht der füdliblutte Wahnsinn, in Unterzahl ein Spiel gegen den LIGAKRÖSUS zu gewinnen? E. B., R.

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Lieber Edi, das ist zwar erfreulich, aber keineswegs aussergewöhnlich. Bereits letzte Saison feierten lediglich zehn Berner den 4:3-Heimsieg über Basel. Aber klar, der Platzverweis gegen Lecjaks ereignete sich damals kurz vor Schluss (beim Stand von 4:2).

Generell kann man aber feststellen, dass die Unterzahl den Young Boys liegt – jedenfalls in der Super League. Letzte Saison gabs bei 7 Spielen 4 Siege (daheim 4:3 gegen Basel, 2:1 gegen St. Gallen und 3:1 gegen Thun, dazu 3:1 in Sion), dazu kommen 2 Unentschieden (1:1 in St. Gallen und daheim gegen Luzern). Nur einmal ging YB in Unterzahl als Verlierer vom Platz, beim 0:1 im Jakobpark am 25. Oktober 2015.

Anders sieht es in Europa aus: Ohne von Bergen verlor YB 2015 in Karabach, ohne Vilotic 2016 bei Donezk und ohne Mbabu 2016 in Nikosia.

Unseren Exkurs beenden wir mit zwei legendären Unterzahl-Siegen im Wankdorf: Das 3:1 gegen Sion am 2. Dezember 2012 und das 2:1 gegen Zürich am 27. Februar 2010. Diese Siege schmeckten besonders süss, weil YB in Unterzahl einen Rückstand drehten: Gegen Sion flog Ojala vom Platz, worauf Nef und der doppelte Nuzzolo zum Heimsieg trafen. Gegen Zürich musste Mardassi früh runter, ehe Regazzoni in der 84. Minute ausglich. Bienvenu traf in der 94. Minute zum Siegestor. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Iööö!

Val der Ama am Freitag den 14. Oktober 2016

Eine Sonderprämie für Tom Cairney vom FC Fulham.

praemie

Der Mittelfeldspieler aus Schottland erfreut die Fans seines Clubs mit guten Leistungen – und wird dafür belohnt.

Zum Beispiel von einem jungen Herrn, der sich per Brief an den Fussballer wendet. Der kleine Fan gibt zuerst ein paar Tipps (try to do a bicycle kick), bedankt sich bei Cairney und legt wegen Motivation drei englische Pfund in Münzen bei.

Drei Pfund entsprechen in etwa dem durchschnittlichen Wocheneinkommen eines durchschnittlichen englischen Knaben, Cairney sollte sich künftig dem Jungen zuliebe so richtig Mühe geben.

Übrigens, liebe Lesende, lassen sich auch Redakteure prima mit kleinen Geldspenden motivieren. Na?

Unbedenkliche Bierdusche

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 19. Mai 2016

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, jetzt sieht man wieder überall die Bilder von frischgebackenen Fussballmeistern, die sich eine sogenannte Bierdusche gönnen. In lebhafter Erinnerung ist noch die Meisterfeier des FC Bayern München vom letzten Samstag. Ist das nicht dekadent, wenn Bier einfach verschüttet statt getrunken wird? UAwg, P. B., Z.

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Lieber Pesche, wir können Entwarnung geben: Für die Bierdusche verwendeten die Bayern nicht herkömmliches Bier, sondern PAULANER HEFE-WEISSBIER ALKOHOLFREI, wie unsere Recherchen ergaben. PAULANER HEFE-WEISSBIER ALKOHOLFREI schmeckt nach unseren Erfahrungen am besten, wenn man es kurz vor dem Konsum durch ein richtiges Bier mit Promille und so ersetzt. Wir nehmen an, dass auch die Bayern diese Regel beherzigt und nach der Ausschüttung im Stadion einen ordentlichen Tropfen in der Garderobe zu sich genommen haben. Anders lassen sich die seltsamen Bilder aus der Bayern-Kabine eigentlich nicht erklären. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Geplatzte Playoff-Partys

Rrr am Samstag den 16. April 2016

(null)Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Doktor Rüdisühli, ich habe in der Zeitung gelesen, dass der SC Bern das Playoff gegen Lugano gewonnen und einen Pokal erhalten hat, und nun am Samstag einen Umzug durch die Stadt machen kann.

Ich kann mich vage erinnern, dass die Young Boys die Playoffs auch schon gewonnen haben. Einmal war das gegen eine dänische Mannschaft namens Midtjylland, einmal gegen den ungarischen Vertreter Debrecen. Wissen Sie, weshalb es in beiden Fällen weder einen Pokal, noch einen Umzug durch die Stadt gegeben hat? Freundliche Grüsse, R.G. aus M.

(null)Lieber Röbi, das liegt daran, dass die Fans der Berner Young Boys grundbescheidene Menschen sind, die wegen eines Playoff-Triumphs nicht gleich die ganze Stadt in den Ausnahmezustand versetzen.

Im Fall von Debrecen gab es seinerzeit zwar tatsächlich einen Umzug, der bestand aber darin, dass zwei YB-Fans durchs Milchgässli wankten und vorne um die Ecke einen kippten, dann gingen sie nach Hause. Nach dem Erfolg über Midtjylland plante ein anderer Fan eine spontane Feier, doch war das Boccia-Hüsli zu.

Der Gewinn eines Pokals ist für einen Young Boy ebenfalls kein Grund zum Durchdrehen. So hat YB im Jahr 2000 einen Meisterpokal gewonnen, ohne dass dies gross für Schlagzeilen gesorgt hätte. Oder können Sie sich daran erinnern, dass dieser Pokal durch die halbe Stadt geschleift und auf dem Bundesplatz präsentiert worden wäre? Voilà. Solches Pussyzeugs überlassen wir doch den Eishockey-Fans. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

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