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Neulich in Japan (III)

Natischer am Freitag den 16. Mai 2014

Unser treuer Leser rubensch schaute während seines Japan-Aufenthalts Fussball in drei verschiedenen Städten und zwei verschiedenen Wettbewerben.

J-League 1, Samstag, 19. April 2014, 17.00 Uhr, Saitama Stadium 2002, 35‘239 Zuschauer

Urawa Red Diamonds – Kawasaki Frontale

Anreise
Das Stadion der Urawa Red Diamonds liegt in einem Vorortsbezirk Tokyos. Dorthin gelangt man am einfachsten mit der Saitama Railway Line, welche eine direkte Fortsetzung der Nanbuko Metro Line darstellt. Wer also beispielsweise in Oji in die Metro steigt, kann bis zur Station Urawa-Misono durchfahren, auch wenn die Metro zwischendurch zur S-Bahn wird. Von der Station geht es den Menschenmassen nach, das etwa 1km entfernte Stadion lässt sich kaum verfehlen. Eine englische Wegbeschreibung findet sich hier.

Fankurve Urawa

Stadion
Das Saitama Stadium 2002 wurde, wie es der Name andeutet, für die WM 2002 gebaut. Es sollte dem Vorortbezirk Urawa als Anstoss dienen, die Entwicklung des Gebiets voranzutreiben. Auch heute steht das Stadion aber noch verlassen inmitten einer sonst für den Grossraum Tokyo unüblichen Brache. Im Gegensatz zu vielen anderen Stadien in Japan handelt es sich hier um ein reines Fussballstadion, das zudem durch seine Grösse beeindruckt. Über drei Ränge verteilen sich 63‘700 Sitze. Free-Seating in der gewählten Kategorie gibt’s hier aber nicht. Entsprechend sollte man sich, auch wenn es gerade stürmt, an den Eingang halten, der auf dem Ticket aufgedruckt ist. Sonst endet man im falschen Rang und muss auf die Hilfsbereitschaft eines japanisch sprechenden Zuschauers hoffen, der dem Personal am Stadioneingang erklärt, warum man jetzt mit einem bereits entwerteten Ticket wieder vor dem Stadion steht.

Kawasaki Auswärtsfans

Atmosphäre
Die Urawa Red Diamonds – oder kurz die Urawa Reds – sind das japanische Team mit der grössten Anhängerschaft. Und der Verein scheint sich auch der Liga der ganz Grossen angehörig zu fühlen. Anders lässt sich die massive Lärmbelästigung vor dem Spiel nicht erklären, durch die wohl dem Spiel ein geeigneter Rahmen verliehen werden soll. Während dem Spiel hält sich die unnötige Berieselung mit einer Mischung aus Werbung und Anheizen aber zum Glück auf einem Minimum. Leider bleibt aber auch die Kurve der Urawa Reds bei einem Minimum. Während wir zuerst noch an einen Streik der Kurve glaubten – auch wenn wir uns das in Japan kaum vorstellen konnten – stellte sich im Nachhinein hinaus, dass man in Urawa wirklich so selten singt. Die fehlenden Zaun- und Schwenkfahnen sind eine Spätfolge eines „Japanese Only“-Banners, das die Reds am Eingang zu ihrem Block platziert hatten. Der Verein erlaubt seither nur noch vereinseigene, kleine Schwenkfahnen. Ganz anders als die Fans von Urawa waren aber die Gäste aus Kawasaki glänzend aufgelegt. Ein gefüllter Gästeblock, der im unteren Teil einen beachtlichen Stimmungsblock beinhaltete, der konstant für Stimmung sorgte und auch einige eigene Melodien auf Lager hatte. Optisch wars aber einmal mehr ziemlich kopiert. Die Gästefans hatten zwar über die meiste Zeit des Spiels die Oberhand. Wenn die Reds aber mal loslegen, offenbarten sie ein immenses Potenzial, das man eigentlich besser ausschöpfen müsste. Immerhin waren die Reds die einzige Anhängerschaft, die auch mal einen Gegenspieler mit Pfiffen eindeckten.

Spiel
Die Reds, die an sich wohl immer den Anspruch stellen, vorne mitzumischen, sind nicht optimal in die Saison gestartet, die hier jeweils erst im Frühling beginnt. Nach den ersten Spielen scheint man sich aber gefangen zu haben und setzt Kurs in Richtung Tabellenspitze. Ein eigentlich eher defensiv ausgerichtetes 3-6-1 entpuppte sich dank des sehr variablen Mittelfelds als gute Waffe gegen die Abwehr von Kawaski. Diese konnten sich nur ab und selber in Szene setzen, vergaben aber sämtliche Chancen. Urawa indes hatte auch Mühe, die Chancen zu verwerten. Erst in der 68. Minute klappte es mit dem ersten und einzigen Tor.

Fazit
Kurzum: Zwiespältig. Von der Fanszene Urawas hätte man sich mehr erwartet. Das offensichtliche Potenzial wird nur sehr selten ausgenützt. Positiv überrascht haben dafür die mitgereisten Anhänger aus Kawasaki. Spielerisch wars vermutlich das beste der drei Spiele.

Herzlichen Dank, Herr rubensch, für diese Japan-Trilogie!
Wenn auch Sie, geschätzte Ledernde, an dieser Stelle von Spielen im nahen oder fernen Ausland berichten möchten, wenden Sie sich bitte jederzeit an unsern zuständigen Redaktör.

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31 Kommentare zu “Neulich in Japan (III)”

  1. Baresi sagt:

    GUTEN MORGEN!

    Schlafen hier alle noch?! Gut, dann ich jetzt auch. So eine Meisterfeier ohne Meistershirt war zwar ungewohnt, aber trotzdem schön. Mal was anders auf jeden Fall.

  2. lapin kulta sagt:

    guten morgen herr oben-ohne-baresi
    geniessen sie den tag, den sonnenschein.
    ihnen und aber auch allen anderen natürlich besonders viel gfröits

  3. Harvest sagt:

    Eigentlich versuchen wir uns schon die ganze Rückrunde vor dieser unsäglichen Dreifachbelastung nächste Saison zu drücken, doch das stellt sich schwieriger heraus als gedacht.

    Herzlich willkommen zur Finalissimazum Trauerspiel, Herr dres.

  4. Briger sagt:

    Danke Herr rubensch! Einmal mehr ein schöner Bericht.

  5. rubensch sagt:

    Herzlichen Dank, Herr rubensch, für diese Japan-Trilogie!

    Ich habe zu danken für die Gelegenheit, diese drei Matchberichte zu veröffentlichen! Natürlich auch ein Danke für die vielen Kommentare!

  6. Lars Sohn sagt:

    Diese Urawa Red Diamonds haben noch eine grosse Muttenzerkurve.

    Der Rest des Stadions scheint auch nicht ohne zu sein.

    Arigatō, rubensch-san!

  7. Frau Götti sagt:

    Danke Herrn Rubensch, danke Herrn Kubo und allen anderen Japanern, danke Herrn Heusler für seine immerwährendes Vertrauen ins Gute im Menschen

  8. Frau Götti sagt:

    danke, danke.
    Jetzt muss ich wieder weinen.

  9. dres sagt:

    Vielen Dank, Herr rubensch! Diese Japanberichte heben sich doch wohltuend vom RSL-Gschtürm ab.

    Herzlich willkommen zur Finalissimazum Trauerspiel, Herr dres.

    Das wird wahrscheinlich ein Gehacke, Herr Harvest. Haben Sie eigentlich gegen GC gut gespielt gestern?
    Weil wir waren super im Fall und wurden einfach vom Schiri und Mvogo benachteiligt.

  10. Rrr sagt:

    Thun war Stuhl, Herr dres.

  11. Briger sagt:

    Thun war Stuhl, Herr dres.

    Wieso war?

  12. Rrr sagt:

    Stimmt, Herr Briger.

  13. dres sagt:

    Chabis, Herr Rrr. Warum musstet Ihr Stolperis eigentlich ausgerechnet gegen uns das beste Spiel der Saison zeigen?

  14. Shearer sagt:

    Guten Morgen. Ein wiederum sehr schöner Bericht, Herr Rubensch! Wenn nur dieses Japan nicht so abgelegen wäre, möchte man grad auch spontan dorthin reisen. Sie haben es natürlich gäbiger, von der Ostschweiz aus ist es schon deutlich weniger weit.

  15. Shearer sagt:

    Sind Sie mit diesem Lüthi verwandt, Herr dres? Sie haben das Grännen schon fast so professionell drauf wie ihr Präsi.

  16. dres sagt:

    Nein, Herr Shearer, aber das haben wir alle bei Ihnen in Bern abgeschaut. Da gab es in den letzten Jahren genug Anschauungsunterricht.

  17. Val der Ama sagt:

    Thun kann nicht mehr absteigen, also alles gut, Herr dres.

  18. Lars Sohn sagt:

    Thun kann nicht mehr absteigen

    Stimmt, Thun nicht.

  19. Max Power sagt:

    Und Hamburg tuts hoffentlich auch nicht.

  20. Rrr sagt:

    Thun kann nicht mehr absteigen

    There’s always next season!

  21. Rrr sagt:

    Der VHS spielt gegen Celtic um den Abstieg? Das wusste ich nicht. Aber grün ist grün, stimmt.

  22. Max Power sagt:

  23. Lars Sohn sagt:

    Hi hi, Herr Rrr.

  24. Lars Sohn sagt:

    Wäck, Herr Power! Machen Sie das wieder weg!

  25. Shearer sagt:

    Warum musstet Ihr Stolperis eigentlich ausgerechnet gegen uns das beste Spiel der Saison zeigen?

    Gut, in Thun ist Fussi noch ganz neu, da muss man ganz von vorne anfangen. Also:

    – In der Kaserne bei Ihnen ist es natürlich extrem wichtig, möglichst viel planlos herumzurennen und herumzuschreien. Effizienz ist dagegen überhaupt nicht gefragt.

    – Beim Fussball ist es genau umgekehrt.

  26. Max Power sagt:

  27. Briger sagt:

    Ich hör irgendwo den Glashaus-Alarm schrillen, Herr Wachtmeister.

  28. Lars Sohn sagt:

    Eins muss man Ihren Rangers lassen, Herr Power, die passen perfekt zum VHS, in so mancher Hinsicht. Aber warum “Bluesbrothers”? Man könnte die beiden auch “Bustbrothers” nennen.

  29. rubensch sagt:

    Guten Morgen. Ein wiederum sehr schöner Bericht, Herr Rubensch! Wenn nur dieses Japan nicht so abgelegen wäre, möchte man grad auch spontan dorthin reisen. Sie haben es natürlich gäbiger, von der Ostschweiz aus ist es schon deutlich weniger weit.

    Leider muss man sich auch aus der Ostschweiz zuerst gen Westen bewegen, um in den Osten zu gelangen. Aber, Herr Shearer, diese Tagesreise ist äusserst angenehm, wenn sie mit Turkish fliegen. Und die Flugpreise lassen Sie dabei nicht glauben, dass Sie den ganzen Flieger kaufen.

  30. dres sagt:

    Ui, Herr Shearer, ich bringe jetzt Ihr Zitat von wegen Effizienz und so nicht noch einmal. Aber ich mag Ihnen den Triumph gegen die Grossen des Schweizer Fussballs, d.h. gegen den FCB und uns, wirklich gönnen, nachdem Sie diese Saison doch sehr viel Schmach einstecken mussten.

  31. turkish sagt:

    sie haben gerufen?

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