Nüchtern durch die Adventszeit

In this image released by Fox Searchlight Pictures, Kate Moss appears in a scene from the film, "Absolutley Fabulous: The Movie." (David Appleby/Fox Searchlight Pictures via AP)

Sie greift sowohl privat wie auch im Film «Absolutely Fabulous: The Movie» gerne zum Glas: Model Kate Moss. (Foto: David Appleby/Fox Searchlight Pictures via AP)

Erinnern Sie sich noch an den Rimuss-TV-Spot? Und an seine Aussage, dass man auch ohne Alkohol ein fröhliches Fest feiern kann? Das Filmchen entlockte mir früher stets ein mitleidiges Lächeln. Mit Traubensaft eine Party, Weihnachten oder gar Silvester feiern? Das geht gar nicht, war ich überzeugt. Ich war zwar nie eine grosse Trinkerin wie beispielsweise Kate Moss, die für ihre Abstürze berüchtigt ist, aber ein Gläschen oder zwei gehörten für mich beim Feiern einfach dazu.

Dann, vor einigen Jahren, entwickelte ich quasi über Nacht eine Allergie. Immer, nachdem ich Weiss- oder Rotwein getrunken hatte, begann ich zu husten. Ein paar Schlucke genügten und aus dem üblen Hustenreiz entwickelte sich ein Asthmaanfall. Anfangs nahm ich die Beschwerden nicht sehr ernst, aber als mir eines Abends gänzlich die Luft wegblieb, wollte ich dem Rätsel auf den Grund gehen. Bei Allergietests im Universitätsspital Zürich wurde festgestellt, dass ich unter einer Sulfit-Allergie leide.

Sulfitfreie Bioweine als Ausweg

Diese Sulfit-Salze der schwefligen Säure, die Weine haltbar machen, verhindern unerwünschte Gärungsprozesse etwa durch eingeschleppte Hefen oder Bakterien. Doch die Substanzen wirken auch im menschlichen Körper: Allergiker wie ich können darauf mit Symptomen reagieren, die von leichtem Schnupfen bis hin zu Herzrasen oder eben bis zu einem Asthmaanfall reichen können. Was tun? Ich könnte vor dem Trinken eine Tablette, ein sogenanntes Antihistaminikum, schlucken. Dies würde die Symptome unterdrücken. Ironischerweise sollte man die Tabletten aber nicht mit Alkohol mischen – also eine suboptimale Lösung. Denn was nützt es, wenn ich zwar keinen Husten mehr habe, dafür die Nebenwirkungen Schwindel und Übelkeit. Eine weitere Möglichkeit wären sulfitfreie Bioweine, die es zunehmend auf dem Markt gibt. Diese würden sich sicher für den Hausgebrauch eignen, aber bei Anlässen und Einladungen kann man nicht erwarten, dass sulfitfreier Wein eingeschenkt wird.

Fazit: Ich verzichte auf Alkohol und sitze auf dem Trockenen. Das ist zurzeit etwas schwierig, da sich im Dezember Party an Einladung reiht, und überall muss ich mein Sprüchli aufsagen: «Nein, ich trinke keinen Alkohol, ich bin allergisch gegen einen Inhaltsstoff.» Manchmal proste ich aus Anstand mit und lasse dann das volle Glas einfach stehen. Mühsam wird es allerdings, wenn mich die Leute andauernd fragen: «Warum trinkst du keinen Wein? Nimm doch einen Schluck, der schadet doch nicht!» Dann verstehe ich alle jene, die, aus welchen Gründen auch immer, auf Alkohol verzichten wollen oder müssen. Irgendwann hat man keine Lust mehr, sich zu rechtfertigen und Worte zu hören wie: «Jaja, ich wusste schon immer, dass du eine trockene Alkoholikerin bist, haha.»

Nüchterne Aussenseiterin

Meine Nüchternheit kann teilweise etwas skurrile Formen annehmen: An meinem Hochzeitsfest im letzten Sommer in Frankreich war ich so ziemlich die einzige Person ohne Schwips. Grund dafür: Der Lieferservice der Weinhandlung hatte meinen ungeschwefelten Biowein vergessen. Während mein Mann und die Gäste immer fröhlicher wurden, fühlte ich mich ein kleines bisschen traurig. Alle waren so ausgelassen und fröhlich, nur ich, irgendwie … so nüchtern. Wenn man als Einzige nicht trinkt, kann einen das schon zum Aussenseiter machen. Während die anderen immer ausgelassener feiern, sieht man seine Umgebung wie unter einem Vergrösserungsglas. Und was man da sieht, gefällt einem nicht immer.

Heute erinnere ich mich etwas wehmütig an die zahlreichen Büro-Weihnachtsessen, an denen ich mir ein ungeliebtes Vis-à-vis sympathisch getrunken habe. Zwei Gläser reichten dafür hinlänglich. Ein Glas Prosecco, und ich als Tanzmuffel war bereit für eine Rock-’n’-Roll-Einlage. Und die Weihnachtsrede, die ich als Chefin halten musste, lief so auch ziemlich flüssig, sogar das Lampenfieber hielt sich in Grenzen.

Meine Familie und meine Freunde reagieren allerdings gut auf meine Allergie. Bei privaten Einladungen wird jetzt immer öfter ein Biowein kredenzt. Und inzwischen habe ich auch eine Lösung für grössere Festivitäten gefunden. Wenn mich jemand fragt: «Warum trinkst du nicht?», antworte ich: «Ich muss Antibiotika nehmen, die darf ich nicht mit Alkohol mischen.» Diese Aussage macht auch die schlimmsten Sprücheklopfer mundtot.

41 Kommentare zu «Nüchtern durch die Adventszeit»

  • Jens Poschet sagt:

    Es keine Allergie sondern ein Intoleranz. Allergien fuehren zu einem anafylactischen Schock der Unbehandelt toedlich sein kann.

  • Andi sagt:

    Kernaussage des „Artikels“ soll also sein, dass man ohne Alkohol keinen Spass haben kann? Das ist doch einfach nicht wahr. Wenn Sie persönlich nicht dazu in der Lage sind, nüchtern Spass zu haben oder eine Rede zu halten, dann liegt das wohl eher an Ihrem Charakter. Wenn Sie sich nüchtern als Aussenseiterin fühlen, dann behalten Sie das für sich! Sie animieren andere Menschen zum Trinken und sollten sich dafür schämen.

    • Silvia Aeschbach sagt:

      Nein, lieber Andi, dafür schäme ich mich nicht. Ich animiere auch niemanden zum trinken. Aber ich würde gern bei Gelegenheit ein Glas Wein oder Champagner trinken, und bedaure, dass ich das nicht mehr kann. Falls Sie das daran Anstoss nehmen, tut mir das leid. Ich wünsche Ihnen frohe Festtage, mit oder ohne Alkohol!

  • Vera sagt:

    Ich mag Alkohol einfach nicht. Jeder Wein oder Champagner/Sekt schmeckt für mich gleich grässlich. Ich bin nicht Abstinenzlerin oder bleibe dem Alkohol fern aus Überzeugung fern.

    Dennoch passiert es mir immer wieder, dass ich auf mein Nicht-Konsum angesprochen werde. An einem Weihnachtsfest Anfang Dezember sogar mehrmals, mit Kommentare von „Ich finde das super, ich würde auch gerne auf Alkohol verzichten können“ bis hin zu Rechtfertigungen anderer, warum sie gerne trinken. Was mich nicht interessiert, aber ich glaube die „Trinker“ meinen, die „Nicht Trinker“ urteilen über ihren Konsum. Es war mir unangenehm und in Zukunft werde ich immer ein Glas mittrinken.

    Übrigens, mochte ich auch die Oliven beim Apero nicht. Niemand hat mich deswegen angesprochen oder fand dies komisch.

  • Andreas Rüegg sagt:

    Ich bin 63 und habe in meinem Leben noch keinen (!) Tropfen Alkohol konsumiert. Aus purer, innerer Überzeugung! Und obwohl ich häufig an Veranstaltungen, Dinners und ähnlichen, Alkohol freundlichen (auch in diplomatischen Kreisen) Events vertreten bin – niemand wagt, mich auf meinen „nur“ Wasserkonsum anzusprechen oder diesen zu belächeln / zu kommentieren. Eine Frage des Selbstbewusstseins, nein sagen zu können und darauf stolz zu sein.
    Denn niemand wird gezwungen sich an „gesellschaftliche Konventionen“ (wenn man denn Alkoholkonsum dazu zählen will ..) zu halten. So einfach ist das.

  • Hans Hegetschweiler sagt:

    Ich mag Wein und Bier nicht, Cognac und Whisky nur sehr beschränkt. Ich höre aber fast nie eine Bemerkung, liegt wohl auch daran, dass ich an entsprechende Veranstaltungen, wo alle so munter sind, nicht gerne gehe. In kleineren Kreisen fallen solche Bemerkungen kaum. Im Übrigen sage ich in solchen Fällen einfach, dass mich Wein nicht interessiert. Ist alkoholfreier Schaumwein (Migros hat in Selection einen ziemlich guten) auch geschwefelt?

  • Anh Toàn sagt:

    Sehr geehrte Frau Aeschbach
    Sie bringen die Sache so gut auf den Punkt: Alkohol ist kein Problemlöser, aber er enthemmt und regt uns an, was bis zu einem gewissen Grad den meisten eher zu Gute kommt, als schadet. Mir auch. Würde Alkohol, wie die illegalen Drogen auch, nicht durchaus menschliche Bedürfnisse befriedigen, würde er nicht getrunken, nicht gekauft und nicht verkauft. Und sind die anderen enthemmt und angeregt, und gerade in Festgesellschaften ein paar noch etwas zu sehr, ist es zumindest schwer, sich in den gleichen Gefühlszustand zu versetzen, oder simpler, das Gleiche lustig zu finden.

    Apropos Antibiotika: Ein Pharmazeut hat zu mir gesagt, darfst schon trinken auf Antibiotika, mach einfach langsam, ganz langsam

  • Jacques sagt:

    Wie kommen Sie darauf, dass es im Biowein keine Sulfite drin hat, Frau Aeschbach? Sogar im teuersten Wein der Welt (schon lange biodynamisch und sehr aufwändig produziert) – Romaneé-Conti aus dem Burgund hat es Sulfite drin. (Kupfer und Schwefel sind auch im Bio-Weinbau erlaubt). Problem ist nur: Wer kann sich schon einen Wein von der Domaine Romanée-Conti leisten? Ab 4000-5000 Sfr. die Flasche – und rar. Wein für Multimillionäre. Aber auch auf handelsüblichem gutem Biowein aus F steht: ‚Contains Sulphites‘.
    Auswahl inzwischen aber gross und vielfältig.

  • G. Bacchus sagt:

    Keine Ahnung, wie man diese besinnliche Adventszeit nüchtern überstehen kann. Denke sonst schon zuviel.

  • ruf sagt:

    Mir ist ein Glas Valser Silence oder auch eine Tasse Kaffee viel, viel lieber als ein Glas Wein. Alkohol hat mir nie etwas gesagt. Nunmehr gibt es an vielen Anlässen Orangensaft. Ist sehr begrüssenswert und die Heimfahrt im Auto ist weniger gefährlich.

  • Sigi Neukomm sagt:

    Für wen das ein Problem ist und wer diese Zeit nicht hauptsächlich mit seiner Familie verbringt hat grössere Probleme als Aussenseiter zu sein. Nur Ego-Singles und Beziehungsunfähige über 30 haben dieses Problem. Aber für diese Gruppe gibt es ja die Konsumgesellschaft, Katzen und Kleinhunde, Psychopharmaka usw.

  • Andrea sagt:

    Ich trinke ab und zu ein Glas Wein. Mit meinen Eltern. Mein Vater ist sehr krank und es bedeutet ihm etwas. Also nicht die gemeinschaftliche Trinkerei, aber es ist etwas Spezielles. Ich selbst trinke nicht. Ich war noch nie betrunken, auch als Teenager nicht. Ja, man wird angefeindet. Was Du trinkst nicht? Warum, hattest Du mal einen Entzug? Es macht doch Spass? Nur ein bisschen zum Anstossen? Es nervt. Wir haben keine normale Alkoholgesellschaft mehr.

  • Dionysus sagt:

    Unbekannte tolerieren es kaum, dass ich keinen Alkohol trinke. Es ist also Vorsicht geraten.

    • G. Bacchus sagt:

      Mir ist egal, was andere trinken. Wasser, Milch, Fruchtsäfte (vergoren oder nicht) oder Schnaps. Wein gehört aber zu meinen Lieblingsgetränken. Leide zum Glück an keiner Sulfit- oder Alkohol-Allergie. So nach der ersten Flasche verliere ich alle Gleichgewichtsstörungen. Und spreche mit Engelszung‘. – Umarme und rette die ganze Welt gleichzeitig. Für Sie einen Cognac oder Grappa? Fraternité…

  • Karlhein Jürgenlimke sagt:

    Spirituosen enthalten keine Sulfite. Und ballern auch noch richtig 🙂

  • Carolina sagt:

    Es hat in meinem Leben immer wieder lange Phasen gegeben, in denen ich überhaupt keinen Alkohol getrunken habe – und auch sonst trinke ich wenig und relativ selten, vertrage auch nicht viel. Aber ich kann mich an keine einzige Gelegenheit erinnern, dass jemand eine wirklich blöde Bemerkung gemacht hat – wahrscheinlich ist sie jeweils an mir abgeprallt. Ueberall im Leben, bei jeder Gelegenheit gibt es Mitmenschen, die Sprüche klopfen: muss man dann gleich die grosse Betroffenheit und Traurigkeit auspacken? Das kann einem doch völlig egal sein, man ist doch zu keinerlei Erklärung verpflichtet. Auf die Unsensibilität von anderen mit erhöhter Sensibilität zu reagieren, halte ich für ziemlich anstrengend und überflüssig.

    • Roland K. Moser sagt:

      Das sehe ich auch so.
      Nur vertragen es nicht alle, dass man keinen Alkohol trinkt, und das kann ziemlich penetrant werden.

  • Luise sagt:

    Bald ist Januar und all diese Nervensägen, die Abend für Abend alkoholische Getränke zu sich nahmen verfallen in den Ramadan… Da hab ich lieber immer Ramadan.

  • Luise sagt:

    Für mich ist Alkohol eine angenehme Droge. Aber weil ich Wein und Bier immer schlechter vertragen habe, hörte ich auf damit. Einsteils schade. Aber ich habe gelernt, mich von der Fröhlichkeit anderer anstecken zu lassen. Da kommt mir zum Glück mein südländisches Temperament zugute. Warum sich rechtfertigen oder erklären, wenn man nur Wasser trinkt? Muss man das?

  • Xaver Barmettler sagt:

    Männer regen sich auf, weil man keine Stange mit ihnen trinkt und kommen sich verarscht und verachtet vor.
    Bei Frauen ist es das Gläschen Weisser.
    Na und? Lebt unglücklich mit eurer Paranoia.

  • Renée sagt:

    Was mich interessieren würde: Haben Sie diese Sulfit-Allergiebeschwerden nur bei Wein? Gedörrte Früchte, Pommes und vieles mehr zeigen deutlicher höhere Sulfit-Konzentration. Da könnte man diverse normale Lebensmittel nicht konsumieren.

    • Silvia Aeschbach sagt:

      Liebe Renée, ja , ich habe diese Beschwerden nur bei alkoholischen Getränken. Zum guten Glück kann ich mich so immer noch mit Pommes und Co. «trösten».

  • Ri Kauf sagt:

    Ich habe die letzten 4 Wochen sage und schreibe 3 Gläser Alkohol getrunken. Bin also eine Aussenseiterin. Bin ich sowieso. Und?

    • Waldi Noellmer sagt:

      3 Gläser Alkohol haben Sie getrunken, dass sind bei 200 ml-Gläser also 600 ml Alkohol. 1 Flasche Wein enthält ungefähr 75 ml Alkohol. Wenn Sie 3 Gläser Alkohol getrunken haben (600 ml Alkohol), dann müssen Sie hierfür also 8 Flaschen Wein geschluckt haben. Ob Sie damit eine Außenseiterin sind, das ist reine Ansichtssache.

      • Andrea sagt:

        Hören Sie doch auf mit dieser Rechnerei. Wir wissen ja alle, Sie sind ein ganz Gscheiter. Wenn jemand sagt 3 Gläser, dann sind einfach 3 Gläser gemeint. Nicht 8 Flaschen. Es gilt der übliche Sprachgebrauch.

  • dr house sagt:

    für mich gibts nur champagner an sylvester und am geburtstag und sonst habe ich die feststellung gemacht, dass ich überall viele nachahmer(innen) finde und das schon seit jahrzehnten. schlussendlich hilft mir keiner von denen, die mich dazu animieren wollen, wenn es mir nachher schlecht geht. sowas nennen ich verantwortung übernehmen und zwar ganz einfach für sich selber. wer damit nicht leben kann, soll schauen dass er/sie wegkommt.

  • Marion Maurer sagt:

    Ich habe mein ganzes Leben lang nie Alkohol getrunken. Ich habe keine Probleme damit, die Leute akzeptieren das und ich bin trotzdem fröhlich und fühle mich an Anlässen überhaupt nicht als Aussenseiterin. Mir ist wohl dabei. Ich möchte alle ermutigen zu tun, was sie möchten und dazu zu stehen.

  • Waldi Noellmer sagt:

    Ich trinke auch keinen Alkohol, allenfalls alkoholhaltige Getränke wie zum Beispiel Wein, der ja zu rd. 90 Prozent aus Wasser besteht. Habe auch noch nie gehört, dass Leute in einer Gaststätte ein Glas Alkohol bestellten.

  • Hank sagt:

    Alkohol trinken und sich besaufen sind zwei verschiedene Sachen. In den Neunzigerjahren absolvierte ich eine Alkoholentzugskur und heute trinke ich immer wieder mal ein Bier oder ein Glas Wein. Besoffen war ich nie mehr seit dem Entzug. Dennoch bleibt das schlechte Gefühl, jetzt so richtig gesund und vernünftig zu sein.

  • Anita sagt:

    Ich bin 55 und trinke praktisch keinen Alkohol, Wein mag ich nicht. Aber ich hatte noch nie irgendwelche abwertende Bemerkungen zu hören bekommen. Ich sage „nein, danke“ und damit ist die Sache erledigt! Ich fühle mich nicht als Aussenseiterin und amüsiere mich an Feiern wie die „Trinker“. Und wenn ich höre was die anderen über mich sagen, brauche ich keinen Alkohol um lustig und unterhaltsam zu sein.
    Jede und jeder soll es so halten wie es für sie oder ihn passt. Kritik und blöde Bemerkungen sind auf beiden Seiten fehl am Platz!

    • Franz Kaufmann sagt:

      Sie Glückliche, da habe ich andere Erfahrungen gemacht.
      Die Autorin will wohl einfach darauf hinweisen, dass man die Nicht-Trinker (das Wort ist hier nicht gemeint als Säufer sondern als alk. halt. Getränke trinken) nicht anders behandeln soll. Nicht mehr und nicht weniger.
      Selbstverständlich gehört es sich auch umgekehrt, was aber meist der Fall ist.
      Als Minderheit ist man sich eher gewohnt Rücksicht zunehmen. Man könnte so sagen, man wir vom Rest der Gesellschaft sensibilisiert. Dies geht ebenfalls aus dem Artikel hervor, da die Autorin vom Trinker zum Nicht-/Wenig-Trinker wurde.

    • Adrian sagt:

      Richtig und eine Rechtfertigung warum man nicht stimmt, ist absolut nicht nötig. Ich finde das ist Privatsache und soll so bleiben. Passt das anderen Personen nicht, sind wohl diese eher fragwürdig.

  • Roland K. Moser sagt:

    Ich gratulieren Ihnen zum alkoholfreien Leben 🙂
    Ich mache das auch seit ein paar Jahren. Und weil ich so schön angefeindet werde, weil ich keinen Alkohol trinke, macht es richtig Spass.
    Man lernt die Menschen kennen :-), und die Primitiven auch.

  • Christian Gerber sagt:

    Also ich habe noch nie Alkohol getrunken und es fällt mir überhaupt nicht schwer, standhaft zu bleiben. Wenn jemand wissen will warum ich keinen Alkohol trinke sage ich, dass ich die alkoholischen Getränke nicht gern habe und die Sache ist erledigt.

  • Sophie Marten sagt:

    Ich trinke seit Jahren praktisch keinen Alkohol mehr und stelle erfreut fest, dass die Sprüche oft ganz wegfallen, das ewige „jetzt trink doch mit“ nach dem ersten Nein akzeptiert wird und sich meistens noch jemand im Raum befindet, der nicht trinkt und zu fortgeschrittener Stunde als Halt dienen kann.

  • Holger Wahl sagt:

    Nach meiner Erfahrung ist das primär eine Frage der persönlichen Einstellung: befürchte ich, dass meine Umgebung erwartet, das „man“ einfach etwas trinkt? Ich habe Alkohol nie gemocht, egal in welcher Form, und so habe ich ihn einfach nicht getrunken. Anstossen und volles Glas stehenlassen? Kein Problem. Für das Bier, das ich im Sommer ob des herben Geschmacks liebe, gibt es schon lange eine wunderbare Lösung: alkoholfrei. Auf Veranstaltungen und Parties hat mir das nicht Mitleid, sondern Respekt eingebracht. Der kleine Schwips ist heute nicht mehr ein Muss, das Mit-Trinken sehen immer mehr Menschen auch als Schwäche, als Mitläufertum, nicht als gesellschaftliche Notwendigkeit. Also: wer nicht trinken will, kann, darf: einfach nicht trinken.

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