Archiv für die Kategorie „Homestories“

Sweet Home im Neubau von Tamedia

Marianne Kohler am Dienstag den 25. November 2014

Zum 5-Jahr-Jubiläum der Newsnet-Blogs besucht Sweet Home die Blogredaktion. Das erlaubt Ihnen einen Blick hinter die Kulissen: Sie lernen nicht nur die Menschen kennen, welche die Blogs kreiert haben und betreuen, sondern entdecken auch das ganz aussergewöhnliche neue Gebäude der Tamedia-Gruppe. Gebaut wurde es vom japanischen Architekten Shigeru Ban. Der spannende Holzbau an der Werdstrasse in Zürich ist ein Anbau an bestehende Gebäude und zeigt sich aussen und innen leicht, neu, anders und – wie Sweet Home findet – erstaunlich weiblich.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Ein wenig anders als die üblichen Bürogebäude strahlt der Hauptsitz der Tamedia filigran und offen in die Stadtlandschaft hinaus. Das Gebäude basiert auf Holz: raffinierte, formschöne hoch- und quer verlaufende Holzbalken tragen die ganze Last des Gebäudes. «Und das ganz ohne Stahl, Nägel oder Schrauben in den Knoten», erklärt uns Christoph Zimmer, der Leiter der Unternehmenskommunikation. Zimmer war auch Projektleiter des Neubaus und erzählt begeistert von der spannenden Arbeit mit Shigeru Ban. «Der Plan war einfach – wir brauchten schlichtweg mehr Platz für unsere Mitarbeiter. Der ‹Tages-Anzeiger› ist schon seit 1902 hier zu Hause, damals war der Standort noch ausserhalb des Stadtzentrums, nicht mittendrin wie heute.» Verschiedene An- und Neubauten und gar Mietshäuser im Quartier beherbergten die wachsende Zahl der Mitarbeiter von immer neuen Zeitungen, Zeitschriften und digitalen Medien des grossen Verlags. Nun sind alle unter einem Dach in dem patchworkartigen, durch den Neubau homogener wirkenden Medienhaus, das sich entlang der Sihl hinzieht und sich der Stadt und der Zukunft zuwendet.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Stahl, Glas, Spiegel und Männlichkeit sind die üblichen Zutaten, wenn es um neue Bürogebäude geht. Anders bei Shigeru Bans Bau. Hier wurden die Liebe zum Material, die Grosszügigkeit der Räume und das Licht zu den Hauptdarstellern. Beim Eintritt erwarten einen anstelle der üblichen Designklassiker in Schwarz helle Möbel aus Karton und Sperrholz und statt Marmor oder Granit ein getupfter Boden aus Tessiner Flusssteinen. Das Erdgeschoss ist doppelt so hoch wie die anderen Etagen und vermittelt nicht nur sehr viel Leichtigkeit, sondern auch eine Art von ungezwungener Wohnlichkeit. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die Formen, Texturen, Farben, Strukturen und Materialien finden sich spielerisch zusammen. Die puristischen Möbel aus Kartonrollen und Sperrholz hat Shigeru Ban selbst entworfen. Sehr schön ersichtlich ist hier auch die einfache, aber raffinierte Holzkonstruktion, die wie ein überdimensionales Bauklötzchensystem wirkt.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Grosszügig, hell und leicht wirken auch die Räume, in denen sich die Redaktions- und Verlagsmitarbeiter der unterschiedlichen Bereiche treffen können. Zu Essenszeiten wird in diesem Raum der Kantinenbereich erweitert, sonst können hier Besprechungen, Meetings oder Vorträge abgehalten werden. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die Tupfen und der sensible Umgang mit Texturen, Strukturen, Mustern und Farben ziehen sich durch den ganzen Innenbereich hindurch. Für diesen war Anna Paola Supino, die Schwester des Tamedia-Vorsitzenden Pietro Supino, weitgehend verantwortlich.  

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Der wunderschöne Raum kann als erweiterte Kantine benutzt werden und dient als Treffpunkt ausserhalb des Büros. Seiner Schönheit wegen haben wir natürlich einen Zeitpunkt genutzt, an dem er fast leer war. Der hohe, lichtdurchflutete Raum wird einseitig umrahmt mit einer Balustrade, auf der sich kleine Sitzecken befinden.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Damit sich die Grosszügigkeit und Helligkeit voll entfalten können, sind Treppen- und Balustradengeländer aus Glas. Der zarte Grünton, den Glas manchmal ausstrahlt, ist wiederum gebrochen in den Stühlen aufgenommen.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Kartonrollen waren bereits für die Möbel des Architekten Shigeru Bang ein wichtiges Gestaltungselement. Hier hat er sie gleich noch im Grossformat für einen kurvigen Raumtrenner eingesetzt. Auf besonders charmante Art kommen damit Nachhaltigkeit und der Bezug zum Produkt zusammen, denn die Rollen sind nichts Geringeres als die Papierkerne, auf denen das Zeitungspapier des «Tages-Anzeigers» in die Druckerei kam. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Ein wichtiger Raum für den Inhalt der Zeitung ist der Newsroom, welcher zentral eine grosse Leinwand zeigt. Auf dieser sehen die Journalisten, die Dienst haben, rund um die Uhr die Neuigkeiten aus aller Welt und können sich darüber informieren, was andere Medien gerade berichten. Ein ringförmiger Tisch mit Arbeitsplätzen steht als eine Art Kommandozentrale mitten im Raum, umgeben von anderen Arbeitsplätzen. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Sweet Home beschäftigt sich nicht mit den grossen Dingen der Welt, sondern mit den kleinen des Alltags, die das Leben im und ums Haus bestimmen, es schöner, einfacher und lustvoller machen. Als ich mich vor rund 5 Jahren mit einem Büchlein voller Notizen und eingeklebter Fotos bei Michael Marti, dem stellvertretenden Newsnet-Chefredaktor (2. v. r.), vorstellte, wollte ich eigentlich einfach Wohn- und Lifestylegeschichten für die Onlineredaktion schreiben. «Da machen wir doch am besten einen Blog», meinte Marti kurzentschlossen – und ich fand, das klinge gut, obschon ich keine genaue Ahnung hatte, was ein Blog denn wirklich ist. So kam dann nach einigen Planungssitzungen und einem Schnellkurs im Blogprogramm ein paar Wochen später, im März 2010, Sweet Home auf die Welt, und ich bekam damit einen fantastischen Job, den ich bis heute liebe. Michael Marti, heute verantwortlich für den Onlinebereich beim «Tages-Anzeiger», hat sehr früh erkannt, dass Blogs eine Möglichkeit bieten, auf eine ganz persönliche Art Onlinegeschichten zu machen. Und so bietet Sweet Home fast täglich Tipps und Inspirationen rund um das Thema Wohnen, Design und Architektur, Kochen, Alltag und Haushalt. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

 

Sweet Home war der dritte Blog auf Tagesanzeiger.ch, nach Hugo Stamms Sektenblog und dem Mamablog. Gabriela Braun ist die redaktionelle Leiterin aller Blogs. Sie schreibt zusätzlich mit ihren Kolleginnen Jeanette Kuster und Andrea Fischer Schulthess Beiträge im Mamablog.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die grossen, offenen Büros helfen, dass sich die Journalisten der früher getrennten Online- und Printredaktion des «Tages-Anzeigers» näherkommen und enger zusammenarbeiten können. Die Grossraumbüros strahlen durch die lichtdurchflutete und durch Holz bestimmte Architektur eine gewisse Wohnlichkeit aus. Auf dem Boden befindet sich ein Teppich, der an japanische Tatamimatten erinnert.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die Lage des grossen Verlagshauses ist einzigartig. Das Gebäude zieht sich dem Fluss entlang und bietet dadurch von allen Stockwerken aus eine Weitsicht. Am tollsten ist sie natürlich von den Balkonen der obersten Etage aus: Sichtbar sind Uetliberg, Zürichberg, der See und die Stadt.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Unter dem gewölbten Dach, das ein wenig an eine Kathedrale erinnert, befindet sich die Redaktion von «20 Minuten».

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Trotz der sich immer schneller verbreitenden digitalen Medien spielt die Zeitung immer noch eine grosse Rolle – und auch eine schöne, wie dieser hübsche Stapel zeigt. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

In einem Zwischenraum stiessen wir auf eine alte Leuchtschrift, die einmal aussen am Gebäude hing. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Was auf Papier ist, wird auch auf Papier gesammelt und archiviert.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Bilder bewegen, und bewegte Bilder gehören heute ganz selbstverständlich zum Onlinejournalismus. Ganz offenbar wurde dem bei der Planung von gutem Stauraum noch nicht genügend Sorge getragen...

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Wieder einmal auf der Redaktion zu sein, bietet mir die Gelegenheit, mich mit Gabriela Braun über die Blogplanung zu unterhalten. Für solche Sitzungen stehen auf jeder Redaktionsetage einige kleine Räume mit Sesseln und Sofas von Le Corbusier zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit Charlotte Perriand entstanden sind. Die Röhrengestelle sind aber in sanftem, gebrochenem Grün lackiert, und die Polster zeigen sich in Leinen anstelle des Leders. Eine Kombination, die sehr schön zur Architektur passt. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Der Name «Sweet Home Blog» war die Erfindung von Denise Eggenberger, die sich im Verlag auch um die Blogs kümmert. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Wohnen und arbeiten rückt tatsächlich immer näher zusammen. So ist denn nicht nur Homeoffice ein Trend, sondern Büros werden ganz klar wohnlicher gestaltet. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Eine farbenfrohe gemütliche Ecke – vom «Tages-Anzeiger»-Team etwas ironisch «unsere Google-Lounge» genannt – fanden die Fotografin Rita Palanikumar und ich im alten Teil des Gebäudes, welches mit dem Neubau auch eine Renovation bekam, die dafür sorgte, dass die verschiedenen Gebäudekomplexe homogener wirken. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Auch Kunst ist ein Thema, das zur Einrichtung eines Bürohauses gehört. Dieses riesengrosse Bild, «Gerste» von Alexander Geibel, wirkt von weitem wie ein fotorealistisches Bild von einem Gerstenfeld. Bei näherer Betrachtung werden aber Pixel erkennbar.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Das Bild ist die perfekte Ergänzung zur Architektur und zum Innenausbau. Es zeigt den Zugang zur Natur auf eine moderne Art auf und ergänzt das Spiel der Texturen, Strukturen und Materialien.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

 Der übergrosse Print ist auf edles Büttenpapier gedruckt. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Auch Fotos mit alpinen Sujets, gerahmt in Holz, zieren die Wände der Gänge.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Das überhöhte Erdgeschoss bietet nicht nur ein grosszügiges Raumgefühl, sondern nimmt auch die architektonischen Eigenheiten des Quartiers auf. Ich fragte Christoph Zimmer, wie denn Shigeru Ban mit den strengen Bauvorschriften hierzulande zurechtkam. «Shigeru Ban schätzte den Pragmatismus der Schweizer Behörden. In Tokio hätte er kein Gebäude mit einer unbekleideten Holzstruktur bauen können, hier bei uns war das hingegen möglich», sagte der Tamedia-Sprecher. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Shigeru Ban fand auch, dass Holz besonders gut zur Schweiz passt. Holz stelle seiner Meinung nach auch eine Verbindung dar zwischen der schweizerischen und der japanischen Baukunst, denn beide Länder haben eine lange Tradition im Holzbau und legen viel Wert auf  Präzision und Handwerkskunst. So arbeitete Shigeru Ban für die Holzkonstruktion mit Blumer-Lehmann aus Gossau zusammen. Mit dem Unternehmen hatte er bereits die Holzkonstruktion des Centre Pompidou in Metz realisiert, das Tamedia-Gebäude ist sein erster Bau in der Schweiz.  

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Die Holzkonstruktion ist so einfach wie raffiniert. Es wurden dafür etwa 3600 Fichten aus der österreichischen Steiermark verwendet. 

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar 
Tamedia begrüsst ihre Mitarbeiter und Besucher im grossen, sich dem Stauffacherplatz und der Sihl zuwendenden Empfangsraum. Hier stehen die Clubsessel LC2 von Corbusier, die Stühle Carta von Shigeru Ban, die übrigens bei Wohnbedarf produziert werden, und natürlich alle Printprodukte des Verlags, bereitgestellt auf den Schweizer Regalklassikern von USM. Regelmässig bleiben Passanten und Touristen stehen und fotografieren das ausgefallene Gebäude.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Shigeru Ban ist ein wichtiger Vertreter der Gegenwartsarchitektur. Er baut nicht nur grosse Geschäftshäuser, sondern auch Einfamilienhäuser, Kirchen, ganze Wohnkomplexe oder Museumsbauten. Als der Tamedia-Vorsitzende Pietro Supino das Kunstmuseum Centre Pompidou in Metz gesehen hatte, verliebte er sich in die Architektur des Japaners und beauftragte ihn mit dem Neubau in Zürich. Bei allen Konstruktionen von Shigeru Ban sind es nicht pompöse Fassaden, die im Vordergrund stehen, sondern der Charakter eines Hauses und die Bauweise. Trägerstrukturen transparent zu machen, ist dabei zu Shigeru Bans Markenzeichen geworden.

Sweet Home bei Tages Anzeiger ©Rita Palanikumar

Wie eine Skulptur steht das Architekturmodell des Neubaus in der Empfangshalle, transparent, mit kleinen Möbeln, Zimmerpflanzen, Menschen und Autos versehen.

 

 

 

 

 

 

Pin It

Sweet Home im Vier-Jahreszeiten-Haus der Familie Frei Friedrich

Marianne Kohler am Dienstag den 11. November 2014

Es gibt Häuser, in die man sich sofort verliebt – weil sie nicht nur schön, sondern auch wohltuend anders sind. Die Familie Frei Friedrich wohnt in einem solchen Haus. Diskret steht es zwischen grossen Bäumen, die Innenräume sind lichtdurchflutet und bieten eine grossartige Aussicht auf die umliegende Natur. Das Haus wurde in den späten 60er-Jahren gebaut und von der Architektin Gabriele Frei Friedrich mit viel Respekt und Detailliebe so umgebaut und eingerichtet, dass es in die heutige Zeit passt und persönlichen Lebens- und Arbeitsraum für die Familie bietet. 

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Nester sind auch eine Art Häuser. So haben wir die Familie an diesem sonnigen Sonntag vor drei Wochen auch gleich im nestartigen, grossen Loungesessel, der im Garten steht, porträtiert. Es war einer dieser fantastischen Herbsttage, an denen sich die Natur in warmen, goldenen Tönen zeigt; Farben, die dem Haus besonders gut stehen. «Das Wunderbare an diesem Pavillonhaus ist aber, dass es in allen Jahreszeiten schön ist, hier zu leben, weil es einen starken Bezug zur Natur bietet. Das Draussen bestimmt den Innenbereich mit und macht somit Wohnen täglich zum neuen Erlebnis», schwärmt die Familie. Das Thema Wohnen bestimmt auch den beruflichen Alltag von Gabriele Frei und Carlos Friedrich: Gabriele ist Architektin, und Carlos ist als Marketingchef im Einrichtungshaus Pfister tätig. Die ältere Tochter Lucia hat gerade den gestalterischen Vorkurs der Berufsschule für Gestaltung (Medien, Form, Farbe) in Zürich begonnen und plant einen Berufsweg in Richtung Grafik und Fotografie, Aylin geht noch zur Schule, und die Katzen Minka und Chilli sind am liebsten da, wo der Rest der Familie ist. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Für die beiden Wohnprofis Gabriele Frei und Carlos Friedrich dauerte die Suche nach einem geeigneten Haus für die Familie lang, aber sie hat sich gelohnt. Das Pavillonhaus, ursprünglich vom Schweizer Architekten Pierre Zoelly 1969 als Prototyp für ein Systemhaus gebaut, stellte der Architektin genau die Herausforderung, die sie besonders liebt, nämlich die Möglichkeit für ein spannendes Renovations- und Anbauprojekt. So konnten sie und ihr Mann das Haus nicht zuletzt deswegen erwerben, weil sie ein respektvolles Konzept für den Erhalt und die Erweiterung der Architektur vorlegten. Das Haus besteht aus verschiedenen modularen Pavillonkomplexen, die jeweils für die unterschiedlichen Wohnbereiche Raum bieten. Dadurch und mit der gelungenen Kombination von Strenge und Sinnlichkeit mutet es japanisch an und bietet trotz der Offenheit auch viel Geborgenheit und Platz für Persönliches. Gabriele Frei hat die ursprüngliche Wohnfläche mit diskreten Erweiterungen und einem Anbau fast verdoppelt. Auch hat sie Räume geöffnet und somit vergrössert, der Korridor wurde zur Hauptachse mit neuen, an ihn angegliederten Bädern. Eine zweite Etage entstand mit einem sich diskret verbergenden Anbau, dort befindet sich das Atelier der Architektin, die dadurch ihren Doppeljob als Mutter und Berufsfrau einfacher wahrnehmen kann.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die neue Leichtigkeit der vergrösserten Räume wird unterstützt mit einer spielerischen, auf interessanten Einzelstücken basierenden Einrichtung. Helle Töne, viel Weiss und die Lieblingsfarbe Lila als immer wiederkehrender Akzent lassen die Architektur atmen und stehlen den fantastischen Aussichten nicht die Show. Bei der Einrichtung wurde viel Wert auf Individualität gelegt, ein Einrichtungsprinzip, das Carlos Friedrich auch bei seinem Job zum Leitmotiv hat. Damit und mit vielen neuen Ideen entstaubte er tüchtig das Image des Traditionshauses Pfister: So führte er beispielsweise Kataloge ein, in denen man Einrichtungstipps erhält wie in Wohnmagazinen, und initiierte eine inspirierende Website. Auf dem Foto oben besonders schön zu sehen: das Cheminée, eine der vielen Backsteinwände und ein mit quadratischen Rahmen versehenes Fenster, übrigens ein Element, das im ganzen Haus immer wieder anzutreffen ist. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Im Zentrum der Architektur steht ein modulares Pyramidendachsystem. Die Pyramiden waren inwendig ursprünglich türkis gestrichen. Gabriele Frei hat sie selbst mit Silberpapier verkleidet, in liebevoller, langwieriger Handarbeit. Die Fensterfronten wurden mit praktischen Schiebetüren versehen, damit das Haus bei warmem Wetter einfach geöffnet werden kann. Die Schränke sind ein tragender Bestandteil der ursprünglichen Architektur, ein cleveres Prinzip, das Staufläche bietet und Fenster anstelle von Wänden ermöglicht. Das Paar, das sich intensiv mit Wohntrends beschäftigt, liebt Leichtigkeit und bevorzugt ein Einrichtungsprinzip, das Veränderung zulässt. So liegen hier zwei Vintageteppiche von Pfister patchworkartig übereinander, und neue und alte Designersessel gruppieren sich um das Sofa. Darauf sind, wiederum patchworkartig, unterschiedliche Kissen in Pastelltönen platziert. Anstelle eines grossen, schweren Couchtisches stehen hier ein zum Sofa passender Hocker und leichte, formschöne Beistelltischchen in Kupfer. «Man kann so alles auch mal verstellen, ergänzen oder neu kombinieren», sagt Carlos Friedrich.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die weissen Sessel vom Moroso, erhältlich bei Mobitare, lassen sich drehen. So kann man gemütlich zusammensitzen, sich aber auch der fantastischen Aussicht zuwenden. Das Haus hat eine einmalige Lage an der Hangkante eines Tobels, das eine unverbaubare Naturschutzzone darstellt. Da liegen ganz idyllisch eine Weide mit Schafen und ein kleiner Laubwald mit Weiher. Während des Fotoshootings rennen wir immer wieder ans Fenster und beobachten staunend grosse und kleine Wasservögel.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Wo sich einst kleine Zimmer drängten, ist ein offener, heller, grosser Raum entstanden mit Platz für Wohnen, Essen und Kochen. Hier befindet sich auch die Grenze von ursprünglichem Haus und neuem Anbau, verbunden durch einen Glasgang. Die Glasschiebetüre ist die alte, modifizierte Eingangstüre. Sie zeigt die gleichen quadratischen Rahmen, die auch an anderen Orten im Haus eingesetzt sind, bloss sind sie hier auf einer Seite hellgrau lackiert. Das Geld für die Corbusier-Liege, die hier im Wohnraum erkennbar ist, hat sich Gabriele Frei übrigens abgespart mit ihrem ersten Job als Angestellte in einem Architekturbüro. «Ich liebte schon immer schöne starke Einzelstücke, die einen das ganze Leben hindurch begleiten können», so die Architektin.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die offene Küche hat die Architektin selbst entworfen und mit zwei Elementen konzipiert. Das Abgrenzende beinhaltet die Nasszelle mit Schüttstein, Abwaschmaschine und Arbeitsfläche. Dieses ist mit einem hohen Element, das den Kühlschrank enthält, abgegrenzt zum weiterführenden Korridor. Gegenüber wird gekocht – und das mit Aussicht auf den hinter dem Haus liegenden Garten. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die Aussicht zeigt den hinteren Gartenteil, der früher offen zur Strasse war, dem aber die Familie mit einem bewachsenen Zaun mehr Privatsphäre gegeben hat. Der breite Sims des Atriumfensters bietet Platz für Schönes. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Der Durchgang hinter der Küche führt einerseits wieder in den Garten und andererseits in den privaten Bereich der Familie, in welchem sich die Schlafzimmer und die Bäder befinden. Für diese Wand wurde eine graublaue Farbe gewählt, die zugleich auch eine Art Zauberhimmel verkörpert. Köpfe von allerlei interessierten, folkloristischen Holztieren gucken hier in die Räume und schauen dem Familienleben wie aus einer anderen Welt zu. Sie stammen aus Argentinien. Dort hat Carlos Friedrich einen Teil seiner Wurzeln. Die fröhlich-neugierigen Tiere sind also auch Symbole, die ein wenig alte Heimat in die neue bringen.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Hier schauen wir vom Garten in den Essbereich, der sich in einer offenen Nische vom neuen Anbau in den Wohnbereich öffnet. Eine ultramarinblaue Wand dient als Bühnenbild für einen selbst entworfenen nierenförmigen Esstisch, Cherner-Holzstühle und eine Wolkenlampe von Belux bei Mobitare.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Aus dieser Perspektive ist der diskrete neue Anbau des Hauses gut zu sehen. «Ich suchte nach einer ästhetischen Verbindung vom neuen zum alten Gebäude», erklärt Gabriele ihre Arbeit. Der Eingangsbereich des Hauses wurde mit einem zweistöckigen Atelierhaus ergänzt. Ebenerdig befindet sich der Eingang mit einer grossen Garderobe, im oberen Stock das Atelier der Architektin. Auch erhielt das Haus zusätzlichen Raum an der Nordseite. Die alte Backsteinfassade wurde besser isoliert, und mit anthrazitfarbenem Holz wurde das Alte mit dem Neuen optisch zu einer Einheit verbunden.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Ein Glasgang verbindet die beiden Gebäudeteile. Gabriele Freis Inspiration dafür war der Glasgang des Museums Louisiana in Humlebaek, Dänemark: «Wir haben es vor mehreren Jahren einmal besucht, und es ist das allerschönste Museum, das ich je gesehen habe. Es liegt an toller Lage am Meer und bietet Einsichten und Aussichten. An dieses Museum habe ich gedacht, als ich diesen Glasgang konzipierte. Das Bücherregal bietet ein wenig Sichtschutz vor den Nachbarn.»

 Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Das wunderschöne Regal, das Rita und ich am liebsten gleich mit nach Hause genommen hätten, hat ebenfalls Gabriele Frei entworfen, auf Mass natürlich, damit es genau in diese Nische passt.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Gabriele Frei steht auf diesem Bild vor der Eingangstüre mit Blick in den Glasgang. Dahinter befinden sich eine grosse Garderobe und eine Treppe, die in das Atelier der Architektin hinaufführt.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Das Atelier ist ausgestattet mit einem grossen, weissen Arbeitstisch und weiblich wirkenden, weissen Bürostühlen. Als wir zu Besuch waren, malte hier gerade Lucia ihre Hausaufgaben. Der Raum wurde mit einem Regal abgetrennt, dahinter befinden sich Drucker, Apparate und Bürosachen. Die schichtlasierte silberne Wandfarbe unterstützt diese Abgrenzung und verleiht dem Raum eine gewisse Tiefe. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Ein solches Büro kann nur zu guten Ideen beflügeln, finden wir – und es ist das Büro einer Frau, die sich nicht nur mit Architektur, sondern auch mit Wohnen und der Schönheit der Dinge auseinandersetzt. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die mit Spanplatten verkleidete Wand, an der die Treppe ins Atelier hochführt, hat Gabriele silbern gestrichen: Zuweilen spiegelt sich hier, wie in diesem Moment, das Licht ganz zauberhaft.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Auf dem Fenstersims, der lila gestrichen ist, steht ein Modell, das Gabriele für einen Messestand für die Gartenausstellung Giardina angefertigt hat.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Und auf dem Bücherregal entdecken wir unter anderem auch das Modell des Pavillonhauses mit dem neuen Anbau.

 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Lucia hat sich ganz praktisch an Mamas Arbeitstisch eingerichtet und malt hier ihre Hausaufgaben fertig.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die Zimmer der beiden Töchter sind schön, hell und praktisch eingerichtet und haben beide ein grosses Fenster mit Zugang zum Garten.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Instagram, Tumblr und absolut tolle Moodboards sind die Leidenschaften von Lucia und Aylin. So sind denn die Wände beider Zimmer über und über mit Fotos, Bildern und Inspirationen beklebt, hier die Pinnwand von Aylin.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Das formschöne, weisse Holzbett  ist bezogen mit lila Leinenbettwäsche, beides von Pfister – dahinter an der Wand tut sich die Welt auf Richtung Paris, New York und Zukunftsträume.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

In allen Schlafzimmern hat Gabriele die ursprüngliche Farbe Türkis an den Innenseiten der Pyramidendächer belassen. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Das Atrium im Badezimmer wurde um einen wunderschönen, alten Baum herum gebaut. Leider hat ein orkanartiger Sturm diesen Baum im vergangenen Sommer stark beschädigt. Zum Bedauern der ganzen Familie musste er wegen dieses Sturmschadens gefällt werden. Nun stehen im Atrium zwei japanische Ahornbäume, deren Schatten ganz zauberhaft auf der Badezimmerwand tanzen.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Die Farbe Lila zeigt sich im Mädchenbadezimmer von einer besonders schönen Seite. Und für alle, die sich fragen, weshalb es in diesem Teenagerbad so ordentlich ist – die wunderschöne Wand verbirgt ein bisschen etwas, damit das auch klappt mit dem glamourösen Fotomoment!

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Zwischen den zwei Bädern befindet sich das wegen einer wunderschönen Robinie eingeplante Atrium. Da der Baum vom Orkan beschädigt wurde, steht hier nun ein filigraner Ahornbaum. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Durchsichten, Einsichten, Spiegelungen und Aussichten sind die wichtigsten Bausteine dieses aussergewöhnlichen naturnahen Hauses. Aylin verfolgt interessiert, wie die Fotografin Rita Palanikumar das Haus von innen und aussen fotografiert.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Durch den Atelieranbau ist noch mehr gedeckte Sitzfläche entstanden, ausserdem ein atriumartiger Steingarten mit kleinem Biotop. Viele Topfpflanzen sorgen hier für noch mehr Grün. 

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Auch von diesem Sitzplatz aus geniesst man eine atemberaubende Aussicht auf den nahen Wald, die Weide und die goldenen Herbstfarben.

Sweet Home bei Gabriele Frei Friedrich + Carlos Friedrich in Grüningen, ©Rita Palanikumar

Wir beenden unseren spannenden Hausbesuch bei der Familie Frei Friedrich dort, wo wir ihn begonnen haben, nämlich im Garten mit der wunderschönen Einsicht in das offene, freundliche, aussergewöhnliche Haus.

Pin It

Sweet Home beim Starstylisten Philipp Junker

Marianne Kohler am Dienstag den 28. Oktober 2014

Als ich mich mit Philipp Junker im Terrasse in Zürich zum Interview treffe, trägt er denselben Pullover, der bei unserem Besuch in seiner hellen, freundlichen Stadtwohnung im Zürcher Kreis 4 als Lieblingsstück im Schlafzimmer über einem Stuhl liegt. Wir plaudern zuerst über seinen Lieblingsdesigner Dries van Noten, über das Talent von Raf Simons und die Rückkehr von Galliano, und wir finden von da wieder zurück in sein Zuhause und zu seinem Berufsalltag als Modestylist. Das Gespräch verläuft ähnlich wie sein Leben, denn der Stylist, der für grosse Modeproduktionen viel auf Reisen ist, kehrt immer wieder aufs Neue nach Hause. Er geniesst es, in seiner charmanten, persönlichen Altbauwohnung vor allem einfach daheim zu sein.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Philipp Junker ist der beste und gefragteste Modestylist in der Schweiz. Stylisten kombinieren, drapieren und stellen Kleider für Modeproduktionen in Zeitschriften, für Werbekampagnen oder für Filme so zusammen, dass daraus erst wirklich Mode wird. Sie kreieren die Stile, die alle kopieren möchten, sie zeigen uns, was wirklich gut zusammenpasst und wie man ein tolles Stück gekonnt trägt. Sie prägen das Image von Firmen, von Stars, sie beeinflussen die Art, wie wir uns kleiden. Die Reise an die Spitze war für Philipp Junker kein Kurztrip, sie war vor allem mit intensiver Arbeit verbunden. «Das ist mein Fundament», erklärt der Modemann, der seine Karriere mit einer Lehre als Schneider begann und somit alles von der Pike auf gelernt hat. So kann er denn wie kein anderer Kleider stecken und drapieren, sie neu erfinden und begehrenswert machen. Er arbeitet mittlerweile mit den ganz Grossen der Schweizer Modeszene, wird regelmässig gebucht von Stars wie dem Fotografen und Künstler Walter Pfeiffer oder dem Creative Director Beda Achermann. Man holt Junker, wenn ein Topmodel gerade mal kurz in Zürich weilt oder es um eine grosse Kampagne geht. Er reist für bedeutende Schweizer Modeunternehmen wie Grieder oder Globus um die halbe Welt und macht Editorials für «Annabelle» oder das «Z-Magazin». Dabei strahlt seine sanfte, ruhige und kreative Persönlichkeit aus, die man auch in seiner Wohnung, seinem harmonischen, lichten Refugium sehr stark spürt.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Die Zürcher Altbauwohnung befindet sich in einer idyllischen, an Paris anmutenden Strasse, in der Nähe des Helvetiaplatzes. Sie strahlt Ruhe und eine ganz selbstverständliche Art von Eleganz aus. Bei unserem spätherbstlichen Besuch schien die Sonne sanft durch die Fenster, die Balkontüre stand offen und man sah den Nachbarn gegenüber in die Wohnung. «Es ist schön hier, freundlich, wir haben einen guten Kontakt in der Nachbarschaft, man kennt und grüsst sich und sitzt auch mal zum Kaffee zusammen», schwärmt Philipp. Der Hauptraum der Wohnung ist ein grosses Wohnzimmer mit einem kleinen Stadtbalkon und einem gemütlichen, alten Ofen. «Hier waren mal zwei Zimmer», erklärt der Hausherr, «doch zum Glück hat der Besitzer die Wand herausnehmen lassen und sorgte damit für mehr Luftigkeit und Grosszügigkeit.»  Diese Wirkung unterstützt Philipp Junker mit formschönen Möbeln, hellen, beruhigenden Wohnfarben und einem studioartigen Einrichtungsstil. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Die Wände des Wohnzimmers sind in einem hellen Grauton gestrichen. Dazu kombiniert er Holz, Haselnuss- und Milchkaffeetöne. Die formschöne Tischleuchte, die er zusammen mit einer Stehleuchte einfach auf dem Boden stehen hat, fand er einmal in einem Secondhandladen. Und weil ihn danach alle fragten, ob sie denn von der Schweizer Keramikfirma Linck sei, was sie nicht ist, entdeckte er die weissen skulpturalen Linck-Vasen und hat nun einige davon auf dem Tisch stehen. Wichtig sind auch die Fotos. Das grosse Bild im Wohnzimmer ist, wie auch das Bild neben den Magnolien, von Sarah Maurer, einer Fotografin, mit der ihn eine enge Freundschaft verbindet. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Mit Sarah Maurer gründetet er vor kurzer Zeit das Schmucklabel Studio Mason. Sarah begann sich privat mit Schmuck auseinanderzusetzen und stellte interessante Einzelstücke her. Philipp setzte sie als Styling ein, mit Erfolg, denn viele erkundigten sich nach den schlichten, unprätentiösen Schmuckstücken. So entstand Studio Mason. Zusammen entwerfen Philipp und Sarah die Kollektion, die Sarah zuerst als Prototyp umsetzt, bevor sie von Silberschmieden in Georgien von Hand produziert wird. Im September gingen die beiden damit erstmals an die Öffentlichkeit. Sie organisierten einen Event, bei dem mit Begeisterung gekauft wurde. Auch in den Medien erhielt der Schmuck begeisterte Kritiken. Die einzelnen Stücke gibt es in Silber oder vergoldet, man kann sie im Webshop von Studio Mason erstehen und ab dieser Woche auch bei Vestibule in Zürich, verrät Philipp.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

«Ich bin sehr gerne zu Hause und mache hier einfach irgendwas. Gerade hat mir mein Freund das Buch zur Pariser Ausstellung von Dries van Noten geschenkt. Und da nur ich die Ausstellung gesehen habe und er nicht, werden wir heute Abend das Buch zusammen anschauen.» Philipp zeigt mir stolz eine Handyaufnahme von der Ausstellung in Paris: «Ich sammle Dries van Noten – das heisst, ich kaufe mir jeweils einen Look pro Saison oder Jahr, und einige davon sind nun tatsächlich ausgestellt im Museum Les Arts Décoratifs.»

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Philipp liebt seine Trashvideos und ist ganz begeistert, dass wir dieses Foto gemacht haben und es tatsächlich auch zeigen. «Am meisten liebe ich ‹Sex and the City›. Diese Serie verleiht mir ein gemütliches Zuhausegefühl, besonders wenn ich, wie so oft, abends alleine irgendwo auf der Welt in einem Hotelzimmer bin. Dann schaue ich mir gerne eine oder zwei Lieblingsepisoden an und bekomme gute Laune dabei.»

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Diese goldene Porzellanpistole hat Philipp in einem Geschäft in seiner Nachbarschaft gefunden. «Nun ist sie auf einem Bild von Walter Pfeiffer und im Landesmuseum in der Krawattenausstellung zu sehen», sagt Philipp lachend. Einige der tollen Bilder, von Philipp gestylt und Walter Pfeiffer fotografiert, waren erst kürzlich im «Magazin» zu bewundern.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

«Jede Wohnung in diesem Haus ist ein wenig anders. Sie haben unterschiedliche Küchen, Bäder oder Öfen. Ich habe Glück gehabt, bei mir steht ein uralter gemütlicher Ofen, der mir im Winter noch mehr kuschliges Zuhausegefühl vermittelt», sagt Philipp.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Die zwei Leuchten wirken wie Skulpturen, sie sorgen nicht nur für warmes Licht am Abend, sie sind auch sehr dekorativ.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das grosse Bild im Wohnzimmer stammt aus einer Produktion mit seiner Freundin, der Fotografin Sarah Maurer. Die beiden haben schon ganz am Anfang ihrer Karriere miteinander gearbeitet. Dann trennten sich ihre Wege ein wenig, Sarah zog für eine Weile nach Paris. Das Bild ist aus der ersten Produktion nach dem Neustart der Zusammenarbeit, und es zeigt Lucien Thomkins: Er war damals ein Schweizer Nachwuchsmodel und wurde anschliessend von Hugo Boss und anderen grossen Labels gebucht. Humphrey Bogart auf dem Kissen ist Gobelin-gestickt und ein Fundstück.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Der kleine Balkon bietet alles, was es braucht, um glücklich zu sein: Einen attraktiven Platz mit Aussicht auf die Quartierstrasse und der Möglichkeit zu Schwatzkontakten mit den Nachbarn gegenüber; Stühle und Tischchen für Apéros und Frühstück unter freiem Himmel; und hübsch bepflanzte Blumenkistchen, die sich in diesem Jahr besonders lange in Grün zeigen.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Derart gemütliche Küchen findet man gerne in Altbauwohnungen. Philipp unterstützt den Stil der Küche mit antiken, typisch schweizerischen Küchenmöbeln und bringt mit Bildern, Plakaten, edlen Vasen, Schalen und Blumen noch mehr Wohnlichkeit rein.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das Schlafzimmer ist in einer zarten Make-up-Farbe gestrichen, die er zusammen mit der befreundeten Interiorstylistin Aleli Leal gemischt hat. Der Puderton lässt das Weiss der Möbel und des Holzwerks frisch strahlen und vermittelt viel sanfte Leichtigkeit. «Diese Vasenlampe ist nun tatsächlich von Linck», erklärt Philipp, der dank der zufällig gefundenen Tischleuchte im Wohnzimmer auf die Schweizer Keramikfirma gestossen ist.  

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Weiss zeigt sich auch das Bett, daneben steht auf der einen Seite ein gemütlicher kleiner Ofen mit Rohr, auf der anderen ein formstarkes Nachttischchen. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das Bild ist eine Porträtzeichnung von Philipp, die Walter Pfeiffer von ihm angefertigt hat, während einer Pause an einem gemeinsamen Shooting. 

081014SH_Junker_3751web

 

Dieses Foto im Schlafzimmer entstand, wie das Bild im Wohnzimmer neben den Magnolien, aus einer Arbeit, die Philipp Junker mit Sarah Maurer 2009 in Paris gemacht hat. Die beiden haben unter dem Titel «Come as you are» Porträts von Nachwuchs-Models gemacht und diese an einer Vernissage während der Europride 2009 in Zürich zugunsten der Schweizer Aidshilfe verkauft.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Auf diesem Stuhl haben wir ein paar Lieblingssachen von Philipp Junker inszeniert: Vom Kuschelpulli über ein Buch von Modefotogaf Guy Bourdin bis zu feinen Düften, einer vergoldeten Brille von Retrospex, einer Schale von Hermès und natürlich einigen Schmuckstücken des neuen eigenen Labels Studio Mason.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das Nachttischchen aus weiss bezogenem Holz wirkt leicht und frisch – und wie so viele der Einzelstücke in Philipp Junkers Wohnung wie eine Skulptur.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Eines der Zimmer der Dreizimmerwohnung benutzt Philipp als Arbeitsraum und Stylingfundus. Hinter dem übervollen Kleiderständer guckt Kim Wilde hervor, ein Bild des Schweizer Fotografen Hannes Schmid, das der Stylist als Dank für ein Shooting bekommen hat. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Auf einem schlichten, aber praktischen Regal aus hellem Sperrholz befindet sich so ziemlich alles, was ein Stylist zur Arbeit braucht. Es finden sich aber auch einige Erinnerungsstücke, wie zum Beispiel die Oscar-Statue, die ihm das Team von Manor einst nach einem besonders harten und schwierigen Shooting als Auszeichnung mitgegeben hat. «Ein schöner Aspekt an meinem Beruf ist, dass man mit vielen Menschen zu einer Art Familie zusammenwächst. Auf Shootings verbringt man intensiv Zeit mit einem Team, man reist zusammen und meistert oft schwierige Situationen gemeinsam. Man sieht sich zum Frühstück, fliegt stundenlang, wartet bei Regen frierend das schöne Wetter ab oder hat auch mal zusammen Heimweh.» Auf die Frage, ob denn sein Erfolg seine Arbeit verändert habe, antwortet Philipp Junker: «Das Beste am Erfolg ist die Tatsache, dass ich nun die Möglichkeit habe, mit den talentiertesten Artists zu arbeiten, deren Arbeit ich früher nur aus der Ferne bewunderte. Ich lerne von ihnen an jedem Job viel in Sachen Kreativität und Professionalität, das ist sehr inspirierend und erfrischend. Zudem sind die Besten im Business meistens auch die entspanntesten und liebevollsten Menschen. Arroganz und Überheblichkeit, Eigenschaften, die man oft mit der Modewelt verbindet, erlebt man eigentlich nur dort, wo Mittelmass und Unsicherheit hinter Attitüde versteckt wird.»

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Da bleibt Philipp Junker lieber auf dem Boden. Er liebt das Handwerkliche, das Können und die Qualität im Modebereich. Für gute Resultate bereitet er sich intensiv mit Moodboards vor, liest über gewisse Themen ausführlich nach und sammelt Ideen und Inspirationen, die ihm dann auf der Suche nach Stylingideen und den Umsetzungen von Geschichten eine solide Basis bieten.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Resultate von eigenen Werken, andere tolle Bilder, Fotos und Inspiration findet Philipp Junker oft in Zeitschriften. Auf die Frage, wie er denn die momentan so heiss diskutierte Zukunft der Printprodukte sieht, antwortet der Modestylist: «Die Zeitung liest man bestimmt bald nur noch online, schöne Bilder und Inspirationen aber will man immer auch gedruckt sehen. So bleiben denn gute Zeitschriften und Bücher, es werden vielleicht weniger sein, aber solche, die man sammelt und immer wieder gerne anschaut. Es sind sinnliche Produkte, die man in die Hand nehmen kann, und ich finde, dass Gedrucktes auch gut riecht. Für Zusatzinformationen, bewegte Bilder, Shoppinglinks oder auf Reisen sind dann die digitalen Ausgaben perfekt.»

Pin It

Sweet Home in André Hausers formstarkem Haus in Erlenbach

Marianne Kohler am Dienstag den 30. September 2014

Ganz wie in seiner Arbeit als Gestalter und Designer hat André Hauser sein Haus an der Zürcher Goldküste mit dem ihm eigenen Mix von Dramatik und Reduktion gestaltet und eingerichtet. Er hat sich und seiner Familie damit ein wunderschönes, stilvolles Zuhause geschaffen, das trotz seiner Eleganz vor allem eins ist: ein gemütliches Zuhause, in dem die Familie gerne und oft zusammen Zeit verbringt und Wohnen so richtig geniesst.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Kreativität und Erfolg zusammenzubringen, ist André Hausers besonderes Talent. So hatte der gelernte Dekorationsgestalter nach nur wenigen Jahren als Angestellter den Mut und die Energie, eine eigene Firma, Hauser & Partner AG, zu gründen, die innert 30 Jahren zu einem kleinen Imperium angewachsen ist. Klein denken war nichts für den Unternehmergeist. Er ging gleich die grossen Firmen an, wie Geschäfte mit vielen Filialen oder Banken, und bot ihnen einen «full service» an in Sachen Dekoration – von der Idee über die Produktion und Ausführung bis zum Abbau. Hauser gestaltet Schaufenster, Messen, Ausstellungen und Events, und zwar solche, die auffallen und lange in Erinnerung bleiben. So viel Talent macht natürlich nicht vor der eigenen Haustüre halt. So entschied er sich, seinen Firmensitz in Dübendorf neu zu bauen und mitzugestalten, damit das Haus auch aussen das repräsentiert, für das seine Firma bekannt ist, nämlich Stil und starke Wirkung. Mit der gleichen Motivation machte er sich auch an den privaten Hausbau. Die modernistische Villa entstand vor acht Jahren.

Die Familie verbringt nicht nur sehr viel Zeit im Haus, sondern ist teilweise auch in die Firma einbezogen. So kümmert sich Ehefrau Cristina um Personal und Finanzen, und Sohn Carlo beginnt nach einem einjährigen Praktikum als Junior-Projektleiter seinen Eintritt in die Firma. Für unser Fotoshooting hat er den Nachmittag freibekommen. Tochter Giorgina (im Vordergrund) musste ihre Karriere als klassische Balletttänzerin wegen eines Rückenproblems abbrechen. Nun hat sie, ganz mit Papas Unternehmergeist, eine T-Shirt-Firma aufgezogen. Da das aber noch nicht zum Überleben reicht, jobbt Sie noch als DJ. Die jüngste Tochter Anna Carlotta kam von der Schule über den Mittag nach Hause.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Das formstarke modernistisch gebaute Haus steht am Hang in Erlenbach mit grossartiger Sicht über den Zürichsee. André Hauser hat eng mit den Architekten Wild Bär Heule zusammengearbeitet, damit das Haus auch zu dem Zuhause wird, das er sich vorgestellt hat: starke Wirkung, strenge Formen kombiniert mit viel Wohnlichkeit, dazu eine grosszügige Gartenanlage, die eine Weiterführung der Architektur ist.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Die steile Hanglange hat zu einer terrassenartigen Architektur geführt. Für die Familie ist das Haus keine Villa, sie nennen ihr Zuhause Gartenpavillon oder Baumhaus. Und es ist tatsächlich sehr privat in seiner Erscheinung. Beim Hochfahren kommt man zuerst an die Garage, von der aus man selbstverständlich auch ins Haus gelangt. Der Aussenaufgang aber führt diskret seitlich in den zurückhaltenden Haupteingang. Die Gartenanlagen sind formal und reduziert gehalten und bieten viel Platz zur Benutzung.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Die volle Pracht des Hauses entfaltet sich im und um den grossen offenen Wohn-/Essraum, der den grössten und wichtigsten Teil des Hauses einnimmt. Passend zum Architekturstil hat ihn der Innendekorateur André Hauser in monochromer Farbstimmung gehalten. Dunkles Holz kombiniert mit Anthrazit – und Schokoladentöne sind konsequent die einzigen Farben im Wohnbereich.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Dafür spielte André Hauser stark mit Materialien und Formen. Die Polster sind aus Velours, die Kissen aus Leder und Samt. Die Liebe zu Leder zeigt sich gar als Dekoration über dem Couchtisch. Die Sitzgruppe mit schlichten kubischen Polstermöbeln befindet sich eine Stufe unter dem Essbereich und richtet sich zum Cheminée hin, welches sich in einer Tuffsteinwand befindet.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Hier wird schön ersichtlich, wie sich der Wohn- vom Essbereich trennt. Eine Treppenstufe vertieft, bietet er einen Raum im Raum und bekommt so auch ganz ohne Wände eine kuschelige Gemütlichkeit. Damit eine Einheit entsteht, wurden die Stühle um den Esstisch mit dem gleichem Stoff wie die Sitzgruppe bezogen. Ebenfalls eine trennende Funktion hat das grosse, eingebaute Sideboard. Darauf, wie auch auf dem quadratischen Couchtisch, stehen die Lieblinge der Familie: afrikanische Kunstobjekte. André Hausers Talent und Freude zur Dekoration ist überall erkennbar, er teilt es auch mit seiner Familie, die beim Einrichten stark einbezogen war. Besonders harmoniert André Hauser in Sachen Stil mit seiner Frau Cristina Vaucher. «Es kommt oft vor, dass wir beide ganz unabhängig voneinander das Gleiche eingekauft haben», lacht André Hauser. So ist der raffinierte Mix mit Materialien wie Holz, Samt und Leder und besonderen Einzelstücken, wie Hörnern, antiken Kerzenständern, Körben und ethnischen Kunstgegenständen, ein Stil, der gemeinsam erschaffen wurde. 

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Auf dem Esstisch steht dieses hübsch arrangierte Centrepiece: ein grosses quadratisches Holztablett gefüllt mit Hörnern, antiken Holzkerzenständern und dunkelgrauen Kerzen mit Steintextur.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Ein wenig sanfte Weiblichkeit strahlt hier und da zwischen der sinnlich modernistischen Einrichtung hervor. Hier ist es ein rosa Blumenstrauss und ein schicker Modebildband.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Vom grossen Hauptraum führen Seitengänge in den Küchenbereich. Auch hier wurde eingerichtet und dekoriert mit antiken und ethnischen Elementen und der grossen Liebe zum Materialmix.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Die Küche ist eine Art Insel, nicht nur räumlich, sie ist auch der Treffpunkt der Familie. Als wir ankamen, sassen die Hausers mit Freunden der Kinder um den Küchentisch und auf der Theke, diskutierten und tranken Kaffee. Für das Foto haben wir kurz abgeräumt, damit die Sicht auf den edlen und wohnlichen Ausbau frei wurde. Dadurch, dass alles hinter den mit Edelholz verkleideten Schränken praktisch verstaut werden kann, ist auch in der Küche viel Platz für Wohnlichkeit entstanden. Da sind Regale mit Kunst und Büchern, aber auch auf der Theke und der Arbeitsfläche befinden sich Hausers «Signature»-Stücke: afrikanische Kunst, Kerzen und Gegenstände, die durch Struktur und Material spannend sind.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

In der oberen Etage des Hauses befinden sich die Schlafräume. Auch hier ist der Aussenraum zentraler Teil der Architektur. Die Farbigkeit wird auf diesem Stockwerk, das den privaten Bereich der Familie beherbergt, ein wenig leichter und zeigt sanftes Lila, welches sich harmonisch in die Braunwelt einfügt.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Dank der Terrassenlage des Grundstückes war es möglich, auch im oberen Hausbereich eine Gartenanlage einzuplanen. Der Ruhe und Harmonie ausstrahlende Zengarten bestimmt die Architektur in diesem Stockwerk.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Während wir fotografierten, testete Carlo die neue DJ-Anlage der Schwester, die erst kürzlich ausgezogen ist. «Sie kommt aber noch viel nach Hause und ich habe dafür ein immer bereites Gästezimmer in der Stadt gewonnen», freut sich der Bruder.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Trotz vorherrschender Stilstrenge im Haus lebt die jüngste Tochter in ihrem Zimmer den Teenagergeschmack voll aus.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Ganz erwachsen ist dafür der «Master Bedroom»: Das grosse Bett mit gepolstertem Kopfteil aus Samt und perlgrauer Samtdecke steht an einer mokkabraun gestrichenen Wand mit Blick ins Grüne.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Auch ein kleines Arbeitszimmer befindet sich auf dieser Etage, mit je einem Arbeitsplatz für André und Cristina Hauser.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Bei unserem Besuch im Frühsommer schien die Sonne nicht. Was uns aber nicht daran hinderte, zum Gespräch draussen zu sitzen. Denn die Sitzmöglichkeiten im Aussenbereich sind geschickt ums Haus verteilt und so angelegt, dass man sie eigentlich immer nutzen kann. Grosse Schirme, Bäume, und das leicht überlappende Obergeschoss haben schützende Funktion und schaffen es, dass wohnliche Aussenräume entstehen.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Der Baumwald im Hintergrund wurde als «geborgte Sicht» in die Landschaftsarchitektur einbezogen. Das bedeutet, dass der Garten so angelegt wird, dass er Elemente aus der umliegenden Landschaft miteinbezieht und diese somit optisch den Garten vergrössern.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Eine der vielen einladenden, gemütlichen Sitzecken, die bei offenen Türen – alle Fensterfronten sind mit vielen Schiebetüren versehen – das Haus vergrössern.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Eine wunderschöne, akkurat geschnittene Föhre steht am Swimmingpool. Eine zweite befindet sich im Zengarten im oberen Stockwerk.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Der randlose, mit Naturstein ausgekleidete Swimmingpool wirkt wie ein riesengrosser Spiegel und bietet selbstverständlich Seesicht.

Pin It

Meistgelesen in der Rubrik Blogs

Publireportage

Winterschiff

Auf dem Thunersee ist für Sie auch im Winter ein Schiff unterwegs. Wir freuen uns, Sie an Bord begrüssen zu dürfen.

Publireportage

BLS-Tageskarte

Einen Tag lang freie Fahrt mit Bahn, Bus und Schiff. Jeden Tag nur 200 Stück: Sichern Sie sich jetzt Ihre BLS-Tageskarte für Ausflüge durch die halbe Schweiz.

Werbung

Ausgang? Agenda!

Kino. Musik. Kunst. Bühne. Literatur. Feste. Und was sonst noch so läuft in der Region.

Vergleichsdienst

Günstiger in die Ferien!

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

Promotion

Kostenlose Ebooks

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.