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Sweet Home beim Starstylisten Philipp Junker

Marianne Kohler am Dienstag den 28. Oktober 2014

Als ich mich mit Philipp Junker im Terrasse in Zürich zum Interview treffe, trägt er denselben Pullover, der bei unserem Besuch in seiner hellen, freundlichen Stadtwohnung im Zürcher Kreis 4 als Lieblingsstück im Schlafzimmer über einem Stuhl liegt. Wir plaudern zuerst über seinen Lieblingsdesigner Dries van Noten, über das Talent von Raf Simons und die Rückkehr von Galliano, und wir finden von da wieder zurück in sein Zuhause und zu seinem Berufsalltag als Modestylist. Das Gespräch verläuft ähnlich wie sein Leben, denn der Stylist, der für grosse Modeproduktionen viel auf Reisen ist, kehrt immer wieder aufs Neue nach Hause. Er geniesst es, in seiner charmanten, persönlichen Altbauwohnung vor allem einfach daheim zu sein.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Philipp Junker ist der beste und gefragteste Modestylist in der Schweiz. Stylisten kombinieren, drapieren und stellen Kleider für Modeproduktionen in Zeitschriften, für Werbekampagnen oder für Filme so zusammen, dass daraus erst wirklich Mode wird. Sie kreieren die Stile, die alle kopieren möchten, sie zeigen uns, was wirklich gut zusammenpasst und wie man ein tolles Stück gekonnt trägt. Sie prägen das Image von Firmen, von Stars, sie beeinflussen die Art, wie wir uns kleiden. Die Reise an die Spitze war für Philipp Junker kein Kurztrip, sie war vor allem mit intensiver Arbeit verbunden. «Das ist mein Fundament», erklärt der Modemann, der seine Karriere mit einer Lehre als Schneider begann und somit alles von der Pike auf gelernt hat. So kann er denn wie kein anderer Kleider stecken und drapieren, sie neu erfinden und begehrenswert machen. Er arbeitet mittlerweile mit den ganz Grossen der Schweizer Modeszene, wird regelmässig gebucht von Stars wie dem Fotografen und Künstler Walter Pfeiffer oder dem Creative Director Beda Achermann. Man holt Junker, wenn ein Topmodel gerade mal kurz in Zürich weilt oder es um eine grosse Kampagne geht. Er reist für bedeutende Schweizer Modeunternehmen wie Grieder oder Globus um die halbe Welt und macht Editorials für «Annabelle» oder das «Z-Magazin». Dabei strahlt seine sanfte, ruhige und kreative Persönlichkeit aus, die man auch in seiner Wohnung, seinem harmonischen, lichten Refugium sehr stark spürt.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Die Zürcher Altbauwohnung befindet sich in einer idyllischen, an Paris anmutenden Strasse, in der Nähe des Helvetiaplatzes. Sie strahlt Ruhe und eine ganz selbstverständliche Art von Eleganz aus. Bei unserem spätherbstlichen Besuch schien die Sonne sanft durch die Fenster, die Balkontüre stand offen und man sah den Nachbarn gegenüber in die Wohnung. «Es ist schön hier, freundlich, wir haben einen guten Kontakt in der Nachbarschaft, man kennt und grüsst sich und sitzt auch mal zum Kaffee zusammen», schwärmt Philipp. Der Hauptraum der Wohnung ist ein grosses Wohnzimmer mit einem kleinen Stadtbalkon und einem gemütlichen, alten Ofen. «Hier waren mal zwei Zimmer», erklärt der Hausherr, «doch zum Glück hat der Besitzer die Wand herausnehmen lassen und sorgte damit für mehr Luftigkeit und Grosszügigkeit.»  Diese Wirkung unterstützt Philipp Junker mit formschönen Möbeln, hellen, beruhigenden Wohnfarben und einem studioartigen Einrichtungsstil. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Die Wände des Wohnzimmers sind in einem hellen Grauton gestrichen. Dazu kombiniert er Holz, Haselnuss- und Milchkaffeetöne. Die formschöne Tischleuchte, die er zusammen mit einer Stehleuchte einfach auf dem Boden stehen hat, fand er einmal in einem Secondhandladen. Und weil ihn danach alle fragten, ob sie denn von der Schweizer Keramikfirma Linck sei, was sie nicht ist, entdeckte er die weissen skulpturalen Linck-Vasen und hat nun einige davon auf dem Tisch stehen. Wichtig sind auch die Fotos. Das grosse Bild im Wohnzimmer ist, wie auch das Bild neben den Magnolien, von Sarah Maurer, einer Fotografin, mit der ihn eine enge Freundschaft verbindet. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Mit Sarah Maurer gründetet er vor kurzer Zeit das Schmucklabel Studio Mason. Sarah begann sich privat mit Schmuck auseinanderzusetzen und stellte interessante Einzelstücke her. Philipp setzte sie als Styling ein, mit Erfolg, denn viele erkundigten sich nach den schlichten, unprätentiösen Schmuckstücken. So entstand Studio Mason. Zusammen entwerfen Philipp und Sarah die Kollektion, die Sarah zuerst als Prototyp umsetzt, bevor sie von Silberschmieden in Georgien von Hand produziert wird. Im September gingen die beiden damit erstmals an die Öffentlichkeit. Sie organisierten einen Event, bei dem mit Begeisterung gekauft wurde. Auch in den Medien erhielt der Schmuck begeisterte Kritiken. Die einzelnen Stücke gibt es in Silber oder vergoldet, man kann sie im Webshop von Studio Mason erstehen und ab dieser Woche auch bei Vestibule in Zürich, verrät Philipp.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

«Ich bin sehr gerne zu Hause und mache hier einfach irgendwas. Gerade hat mir mein Freund das Buch zur Pariser Ausstellung von Dries van Noten geschenkt. Und da nur ich die Ausstellung gesehen habe und er nicht, werden wir heute Abend das Buch zusammen anschauen.» Philipp zeigt mir stolz eine Handyaufnahme von der Ausstellung in Paris: «Ich sammle Dries van Noten – das heisst, ich kaufe mir jeweils einen Look pro Saison oder Jahr, und einige davon sind nun tatsächlich ausgestellt im Museum Les Arts Décoratifs.»

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Philipp liebt seine Trashvideos und ist ganz begeistert, dass wir dieses Foto gemacht haben und es tatsächlich auch zeigen. «Am meisten liebe ich ‹Sex and the City›. Diese Serie verleiht mir ein gemütliches Zuhausegefühl, besonders wenn ich, wie so oft, abends alleine irgendwo auf der Welt in einem Hotelzimmer bin. Dann schaue ich mir gerne eine oder zwei Lieblingsepisoden an und bekomme gute Laune dabei.»

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Diese goldene Porzellanpistole hat Philipp in einem Geschäft in seiner Nachbarschaft gefunden. «Nun ist sie auf einem Bild von Walter Pfeiffer und im Landesmuseum in der Krawattenausstellung zu sehen», sagt Philipp lachend. Einige der tollen Bilder, von Philipp gestylt und Walter Pfeiffer fotografiert, waren erst kürzlich im «Magazin» zu bewundern.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

«Jede Wohnung in diesem Haus ist ein wenig anders. Sie haben unterschiedliche Küchen, Bäder oder Öfen. Ich habe Glück gehabt, bei mir steht ein uralter gemütlicher Ofen, der mir im Winter noch mehr kuschliges Zuhausegefühl vermittelt», sagt Philipp.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Die zwei Leuchten wirken wie Skulpturen, sie sorgen nicht nur für warmes Licht am Abend, sie sind auch sehr dekorativ.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das grosse Bild im Wohnzimmer stammt aus einer Produktion mit seiner Freundin, der Fotografin Sarah Maurer. Die beiden haben schon ganz am Anfang ihrer Karriere miteinander gearbeitet. Dann trennten sich ihre Wege ein wenig, Sarah zog für eine Weile nach Paris. Das Bild ist aus der ersten Produktion nach dem Neustart der Zusammenarbeit, und es zeigt Lucien Thomkins: Er war damals ein Schweizer Nachwuchsmodel und wurde anschliessend von Hugo Boss und anderen grossen Labels gebucht. Humphrey Bogart auf dem Kissen ist Gobelin-gestickt und ein Fundstück.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Der kleine Balkon bietet alles, was es braucht, um glücklich zu sein: Einen attraktiven Platz mit Aussicht auf die Quartierstrasse und der Möglichkeit zu Schwatzkontakten mit den Nachbarn gegenüber; Stühle und Tischchen für Apéros und Frühstück unter freiem Himmel; und hübsch bepflanzte Blumenkistchen, die sich in diesem Jahr besonders lange in Grün zeigen.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Derart gemütliche Küchen findet man gerne in Altbauwohnungen. Philipp unterstützt den Stil der Küche mit antiken, typisch schweizerischen Küchenmöbeln und bringt mit Bildern, Plakaten, edlen Vasen, Schalen und Blumen noch mehr Wohnlichkeit rein.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das Schlafzimmer ist in einer zarten Make-up-Farbe gestrichen, die er zusammen mit der befreundeten Interiorstylistin Aleli Leal gemischt hat. Der Puderton lässt das Weiss der Möbel und des Holzwerks frisch strahlen und vermittelt viel sanfte Leichtigkeit. «Diese Vasenlampe ist nun tatsächlich von Linck», erklärt Philipp, der dank der zufällig gefundenen Tischleuchte im Wohnzimmer auf die Schweizer Keramikfirma gestossen ist.  

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Weiss zeigt sich auch das Bett, daneben steht auf der einen Seite ein gemütlicher kleiner Ofen mit Rohr, auf der anderen ein formstarkes Nachttischchen. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das Bild ist eine Porträtzeichnung von Philipp, die Walter Pfeiffer von ihm angefertigt hat, während einer Pause an einem gemeinsamen Shooting. 

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Dieses Foto im Schlafzimmer entstand, wie das Bild im Wohnzimmer neben den Magnolien, aus einer Arbeit, die Philipp Junker mit Sarah Maurer 2009 in Paris gemacht hat. Die beiden haben unter dem Titel «Come as you are» Porträts von Nachwuchs-Models gemacht und diese an einer Vernissage während der Europride 2009 in Zürich zugunsten der Schweizer Aidshilfe verkauft.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Auf diesem Stuhl haben wir ein paar Lieblingssachen von Philipp Junker inszeniert: Vom Kuschelpulli über ein Buch von Modefotogaf Guy Bourdin bis zu feinen Düften, einer vergoldeten Brille von Retrospex, einer Schale von Hermès und natürlich einigen Schmuckstücken des neuen eigenen Labels Studio Mason.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Das Nachttischchen aus weiss bezogenem Holz wirkt leicht und frisch – und wie so viele der Einzelstücke in Philipp Junkers Wohnung wie eine Skulptur.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Eines der Zimmer der Dreizimmerwohnung benutzt Philipp als Arbeitsraum und Stylingfundus. Hinter dem übervollen Kleiderständer guckt Kim Wilde hervor, ein Bild des Schweizer Fotografen Hannes Schmid, das der Stylist als Dank für ein Shooting bekommen hat. 

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Auf einem schlichten, aber praktischen Regal aus hellem Sperrholz befindet sich so ziemlich alles, was ein Stylist zur Arbeit braucht. Es finden sich aber auch einige Erinnerungsstücke, wie zum Beispiel die Oscar-Statue, die ihm das Team von Manor einst nach einem besonders harten und schwierigen Shooting als Auszeichnung mitgegeben hat. «Ein schöner Aspekt an meinem Beruf ist, dass man mit vielen Menschen zu einer Art Familie zusammenwächst. Auf Shootings verbringt man intensiv Zeit mit einem Team, man reist zusammen und meistert oft schwierige Situationen gemeinsam. Man sieht sich zum Frühstück, fliegt stundenlang, wartet bei Regen frierend das schöne Wetter ab oder hat auch mal zusammen Heimweh.» Auf die Frage, ob denn sein Erfolg seine Arbeit verändert habe, antwortet Philipp Junker: «Das Beste am Erfolg ist die Tatsache, dass ich nun die Möglichkeit habe, mit den talentiertesten Artists zu arbeiten, deren Arbeit ich früher nur aus der Ferne bewunderte. Ich lerne von ihnen an jedem Job viel in Sachen Kreativität und Professionalität, das ist sehr inspirierend und erfrischend. Zudem sind die Besten im Business meistens auch die entspanntesten und liebevollsten Menschen. Arroganz und Überheblichkeit, Eigenschaften, die man oft mit der Modewelt verbindet, erlebt man eigentlich nur dort, wo Mittelmass und Unsicherheit hinter Attitüde versteckt wird.»

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Da bleibt Philipp Junker lieber auf dem Boden. Er liebt das Handwerkliche, das Können und die Qualität im Modebereich. Für gute Resultate bereitet er sich intensiv mit Moodboards vor, liest über gewisse Themen ausführlich nach und sammelt Ideen und Inspirationen, die ihm dann auf der Suche nach Stylingideen und den Umsetzungen von Geschichten eine solide Basis bieten.

Sweet Home bei Philipp Junker, ©Rita Palanikumar

Resultate von eigenen Werken, andere tolle Bilder, Fotos und Inspiration findet Philipp Junker oft in Zeitschriften. Auf die Frage, wie er denn die momentan so heiss diskutierte Zukunft der Printprodukte sieht, antwortet der Modestylist: «Die Zeitung liest man bestimmt bald nur noch online, schöne Bilder und Inspirationen aber will man immer auch gedruckt sehen. So bleiben denn gute Zeitschriften und Bücher, es werden vielleicht weniger sein, aber solche, die man sammelt und immer wieder gerne anschaut. Es sind sinnliche Produkte, die man in die Hand nehmen kann, und ich finde, dass Gedrucktes auch gut riecht. Für Zusatzinformationen, bewegte Bilder, Shoppinglinks oder auf Reisen sind dann die digitalen Ausgaben perfekt.»

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Sweet Home in André Hausers formstarkem Haus in Erlenbach

Marianne Kohler am Dienstag den 30. September 2014

Ganz wie in seiner Arbeit als Gestalter und Designer hat André Hauser sein Haus an der Zürcher Goldküste mit dem ihm eigenen Mix von Dramatik und Reduktion gestaltet und eingerichtet. Er hat sich und seiner Familie damit ein wunderschönes, stilvolles Zuhause geschaffen, das trotz seiner Eleganz vor allem eins ist: ein gemütliches Zuhause, in dem die Familie gerne und oft zusammen Zeit verbringt und Wohnen so richtig geniesst.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Kreativität und Erfolg zusammenzubringen, ist André Hausers besonderes Talent. So hatte der gelernte Dekorationsgestalter nach nur wenigen Jahren als Angestellter den Mut und die Energie, eine eigene Firma, Hauser & Partner AG, zu gründen, die innert 30 Jahren zu einem kleinen Imperium angewachsen ist. Klein denken war nichts für den Unternehmergeist. Er ging gleich die grossen Firmen an, wie Geschäfte mit vielen Filialen oder Banken, und bot ihnen einen «full service» an in Sachen Dekoration – von der Idee über die Produktion und Ausführung bis zum Abbau. Hauser gestaltet Schaufenster, Messen, Ausstellungen und Events, und zwar solche, die auffallen und lange in Erinnerung bleiben. So viel Talent macht natürlich nicht vor der eigenen Haustüre halt. So entschied er sich, seinen Firmensitz in Dübendorf neu zu bauen und mitzugestalten, damit das Haus auch aussen das repräsentiert, für das seine Firma bekannt ist, nämlich Stil und starke Wirkung. Mit der gleichen Motivation machte er sich auch an den privaten Hausbau. Die modernistische Villa entstand vor acht Jahren.

Die Familie verbringt nicht nur sehr viel Zeit im Haus, sondern ist teilweise auch in die Firma einbezogen. So kümmert sich Ehefrau Cristina um Personal und Finanzen, und Sohn Carlo beginnt nach einem einjährigen Praktikum als Junior-Projektleiter seinen Eintritt in die Firma. Für unser Fotoshooting hat er den Nachmittag freibekommen. Tochter Giorgina (im Vordergrund) musste ihre Karriere als klassische Balletttänzerin wegen eines Rückenproblems abbrechen. Nun hat sie, ganz mit Papas Unternehmergeist, eine T-Shirt-Firma aufgezogen. Da das aber noch nicht zum Überleben reicht, jobbt Sie noch als DJ. Die jüngste Tochter Anna Carlotta kam von der Schule über den Mittag nach Hause.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Das formstarke modernistisch gebaute Haus steht am Hang in Erlenbach mit grossartiger Sicht über den Zürichsee. André Hauser hat eng mit den Architekten Wild Bär Heule zusammengearbeitet, damit das Haus auch zu dem Zuhause wird, das er sich vorgestellt hat: starke Wirkung, strenge Formen kombiniert mit viel Wohnlichkeit, dazu eine grosszügige Gartenanlage, die eine Weiterführung der Architektur ist.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Die steile Hanglange hat zu einer terrassenartigen Architektur geführt. Für die Familie ist das Haus keine Villa, sie nennen ihr Zuhause Gartenpavillon oder Baumhaus. Und es ist tatsächlich sehr privat in seiner Erscheinung. Beim Hochfahren kommt man zuerst an die Garage, von der aus man selbstverständlich auch ins Haus gelangt. Der Aussenaufgang aber führt diskret seitlich in den zurückhaltenden Haupteingang. Die Gartenanlagen sind formal und reduziert gehalten und bieten viel Platz zur Benutzung.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Die volle Pracht des Hauses entfaltet sich im und um den grossen offenen Wohn-/Essraum, der den grössten und wichtigsten Teil des Hauses einnimmt. Passend zum Architekturstil hat ihn der Innendekorateur André Hauser in monochromer Farbstimmung gehalten. Dunkles Holz kombiniert mit Anthrazit – und Schokoladentöne sind konsequent die einzigen Farben im Wohnbereich.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Dafür spielte André Hauser stark mit Materialien und Formen. Die Polster sind aus Velours, die Kissen aus Leder und Samt. Die Liebe zu Leder zeigt sich gar als Dekoration über dem Couchtisch. Die Sitzgruppe mit schlichten kubischen Polstermöbeln befindet sich eine Stufe unter dem Essbereich und richtet sich zum Cheminée hin, welches sich in einer Tuffsteinwand befindet.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Hier wird schön ersichtlich, wie sich der Wohn- vom Essbereich trennt. Eine Treppenstufe vertieft, bietet er einen Raum im Raum und bekommt so auch ganz ohne Wände eine kuschelige Gemütlichkeit. Damit eine Einheit entsteht, wurden die Stühle um den Esstisch mit dem gleichem Stoff wie die Sitzgruppe bezogen. Ebenfalls eine trennende Funktion hat das grosse, eingebaute Sideboard. Darauf, wie auch auf dem quadratischen Couchtisch, stehen die Lieblinge der Familie: afrikanische Kunstobjekte. André Hausers Talent und Freude zur Dekoration ist überall erkennbar, er teilt es auch mit seiner Familie, die beim Einrichten stark einbezogen war. Besonders harmoniert André Hauser in Sachen Stil mit seiner Frau Cristina Vaucher. «Es kommt oft vor, dass wir beide ganz unabhängig voneinander das Gleiche eingekauft haben», lacht André Hauser. So ist der raffinierte Mix mit Materialien wie Holz, Samt und Leder und besonderen Einzelstücken, wie Hörnern, antiken Kerzenständern, Körben und ethnischen Kunstgegenständen, ein Stil, der gemeinsam erschaffen wurde. 

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Auf dem Esstisch steht dieses hübsch arrangierte Centrepiece: ein grosses quadratisches Holztablett gefüllt mit Hörnern, antiken Holzkerzenständern und dunkelgrauen Kerzen mit Steintextur.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Ein wenig sanfte Weiblichkeit strahlt hier und da zwischen der sinnlich modernistischen Einrichtung hervor. Hier ist es ein rosa Blumenstrauss und ein schicker Modebildband.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Vom grossen Hauptraum führen Seitengänge in den Küchenbereich. Auch hier wurde eingerichtet und dekoriert mit antiken und ethnischen Elementen und der grossen Liebe zum Materialmix.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Die Küche ist eine Art Insel, nicht nur räumlich, sie ist auch der Treffpunkt der Familie. Als wir ankamen, sassen die Hausers mit Freunden der Kinder um den Küchentisch und auf der Theke, diskutierten und tranken Kaffee. Für das Foto haben wir kurz abgeräumt, damit die Sicht auf den edlen und wohnlichen Ausbau frei wurde. Dadurch, dass alles hinter den mit Edelholz verkleideten Schränken praktisch verstaut werden kann, ist auch in der Küche viel Platz für Wohnlichkeit entstanden. Da sind Regale mit Kunst und Büchern, aber auch auf der Theke und der Arbeitsfläche befinden sich Hausers «Signature»-Stücke: afrikanische Kunst, Kerzen und Gegenstände, die durch Struktur und Material spannend sind.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

In der oberen Etage des Hauses befinden sich die Schlafräume. Auch hier ist der Aussenraum zentraler Teil der Architektur. Die Farbigkeit wird auf diesem Stockwerk, das den privaten Bereich der Familie beherbergt, ein wenig leichter und zeigt sanftes Lila, welches sich harmonisch in die Braunwelt einfügt.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Dank der Terrassenlage des Grundstückes war es möglich, auch im oberen Hausbereich eine Gartenanlage einzuplanen. Der Ruhe und Harmonie ausstrahlende Zengarten bestimmt die Architektur in diesem Stockwerk.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Während wir fotografierten, testete Carlo die neue DJ-Anlage der Schwester, die erst kürzlich ausgezogen ist. «Sie kommt aber noch viel nach Hause und ich habe dafür ein immer bereites Gästezimmer in der Stadt gewonnen», freut sich der Bruder.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Trotz vorherrschender Stilstrenge im Haus lebt die jüngste Tochter in ihrem Zimmer den Teenagergeschmack voll aus.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Ganz erwachsen ist dafür der «Master Bedroom»: Das grosse Bett mit gepolstertem Kopfteil aus Samt und perlgrauer Samtdecke steht an einer mokkabraun gestrichenen Wand mit Blick ins Grüne.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Auch ein kleines Arbeitszimmer befindet sich auf dieser Etage, mit je einem Arbeitsplatz für André und Cristina Hauser.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Bei unserem Besuch im Frühsommer schien die Sonne nicht. Was uns aber nicht daran hinderte, zum Gespräch draussen zu sitzen. Denn die Sitzmöglichkeiten im Aussenbereich sind geschickt ums Haus verteilt und so angelegt, dass man sie eigentlich immer nutzen kann. Grosse Schirme, Bäume, und das leicht überlappende Obergeschoss haben schützende Funktion und schaffen es, dass wohnliche Aussenräume entstehen.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Der Baumwald im Hintergrund wurde als «geborgte Sicht» in die Landschaftsarchitektur einbezogen. Das bedeutet, dass der Garten so angelegt wird, dass er Elemente aus der umliegenden Landschaft miteinbezieht und diese somit optisch den Garten vergrössern.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Eine der vielen einladenden, gemütlichen Sitzecken, die bei offenen Türen – alle Fensterfronten sind mit vielen Schiebetüren versehen – das Haus vergrössern.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Eine wunderschöne, akkurat geschnittene Föhre steht am Swimmingpool. Eine zweite befindet sich im Zengarten im oberen Stockwerk.

Sweet Home bei André Hauser, ©Rita Palanikumar

Der randlose, mit Naturstein ausgekleidete Swimmingpool wirkt wie ein riesengrosser Spiegel und bietet selbstverständlich Seesicht.

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Sweet Home beim Matratzenmacher Heinz Roth und seiner Familie in Niederbipp

Marianne Kohler am Dienstag den 26. August 2014

Gutes, echtes Handwerk ist der Luxus unserer schnellen Zeit. Heinz Roth macht Rosshaarmatratzen, von Hand, in einer kleinen charmanten Werkstatt, darüber wohnt er mit seiner Familie. Sweet Home hat die Familie Roth in ihrem Haus in Niederbipp besucht.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Heinz Roth ist gelernter Tapezierer-Dekorateur. Das Geschäft hat er vom Vater geerbt, gegründet hatte es bereits der Grossvater 1906. Nun führt Heinz Roth es in dritter Generation. Zusammen mit seiner Frau Nicole verkauft er Betten, Vorhänge, Böden und bietet Einrichtungs- und Polsterarbeiten an. Dazu macht er Rosshaarmatratzen von Hand in seiner Werkstatt. Er ist einer der wenigen, die dieses Handwerk noch betreiben. Für das Fotoshooting kamen auch die beiden Töchter der Familie, Claudia (links) und Sandra (auf dem Wagen). Und wo immer die Familie ist, ist auch die Hündin Debbie mit dabei. Die Familie wohnt in einem alten, schönen Haus in Niederbipp, in dem sich auch Atelier und Geschäft befinden und zu dem auch diese Remise gehört, in der wir die ganze Familie für das Foto gruppiert haben. So fliesst Arbeit und Wohnen einerseits ein wenig zusammen und trennt sich aber auch in verschiedene Welten. Das Atelier in den alten Räumlichkeiten ist wunderschön, und genau so, wie man sich eine gemütliche Werkstatt vorstellt. In der Wohnung ist die grosse Liebe zu schönem Design, die auch viel mit gutem Handwerk zu tun hat, spürbar. Heinz Roth entdeckt, sucht oder findet immer wieder Lieblingsstücke, die dann einen besonderen Platz bekommen und die Einrichtung bestimmen. Wir haben für Sweet Home beide Bereiche fotografiert, die Werkstatt, die Lust auf echtes Handwerk macht, und die Wohnung, deren Einrichtung einen Blick in die private Welt der Familie bietet.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Liebe zu Echtem, Ursprünglichem und Handgemachtem spielt wieder eine sehr grosse Rolle, und so sind auch Rosshaarmatratzen begehrt. Diese macht Heinz Roth als einer der wenigen noch von Anfang bis zum Schluss von Hand in seiner idyllischen Werkstatt in Niederbipp. Der Grund für die Rückkehr zum Einfachen ist klar, denn auf den Naturmaterialien schläft es sich besonders gut, und handgemachte Erzeugnisse begleiten einen meist ein Leben lang. Heinz Roth braucht für eine Matratze einen guten Tag. Das Rosshaar bezieht er von der einzigen Rosshaarspinnerei der Schweiz, aus Marthalen, die übrigens auch in die Manufakturen liefert, welche die Matratzen fürs englische Königshaus fertigen. «Es ist reiner Pferdeschweif, aber kein Pferd wird wegen seiner Haare getötet», erklärt der Fachmann. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Das Rosshaar wird in «Dreadlocks» geliefert, welche dann mithilfe einer alten Zupfmaschine gelockert, und gezupft werden. 13 Kilo Rosshaar braucht es pro Matratze. Dazu kommen noch ein Wollvlies und natürlich die Hülle aus edlem Baumwolldamast oder reinem Naturleinen. Diese klassischen Matratzenstoffe bezieht Heinz Roth in Frankreich. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Werkstatt strahlt eine saubere, wohlgeordnete Gemütlichkeit aus. Die hellen Farbtöne, mit denen einiges Holzwerk lackiert ist, die weissen Mauern, die Holz- und Linoleumböden möchte man am liebsten gleich mit nach Hause nehmen. Auch Debbie fühlt sich offensichtlich wohl.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

An einer Holzwand sind die schönen Instrumente, mit denen Polsterarbeiten gefertigt werden, arrangiert.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Liebevoll zusammengestellt: Sprungfedern für Sitzmöbel, eine Handwerkerschürze, Fotos und Diplome von früher und im Vordergrund die neuste Matratze, die gerade in Arbeit ist. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Ist die Matratze fertig gefüllt, wird sie mit langen Nadeln von Hand und im Matratzenstich zusammengenäht. Mithilfe von kleinen Zotteln, Bouffetten genannt, steppt der Handwerker die Matratze in verschiedene Abteilungen ab, so, dass das Füllmaterial regelmässig verteilt bleibt.  

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Typisch an einer handgenähten Matratze sind die schönen Wulste, welche die Kanten der Matratze ausmachen, und die kleinen zotteligen Bouffetten. Auf der Seite sieht man die handgenähte Naht, dank der die Matratze wieder geöffnet werden kann, falls sie mal aufgefrischt werden muss.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Eine Rosshaarmatratze ist ein nachhaltiges Produkt und begleitet einen durch das ganze Leben. Nach einigen Jahren kann sie wieder aufgefrischt werden. Das bedeutet, der gesamte Inhalt wird herausgenommen, gewaschen, neu aufgezupft und mit neuem Stoff wieder eingenäht. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

 An der Werkstattwand hangen, in hübschen Holzrahmen, historische Fotos von Matratzenmachern und alte Werbeanzeigen der Firma Roth. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im gleichen Haus, über Laden und Werkstatt, wohnt die Familie Roth. Die Liebe zu gutem Handwerk zeigt sich auch hier, und so wurde mit schönen, edlen Einzelteilen eingerichtet, die nach und nach gefunden und erstanden wurden. Im Wohnzimmer sind die wichtigsten Stücke das Daybed Alfred Roth, der, wie Heinz Roth erklärt, nicht mit ihm verwandt sei. Es ist original aus den 30er-Jahren. Dabei steht ein Salontisch, der klassische Dreirundtisch von Max Bill aus dem Jahre 1949. Die Sitzgruppe wird ergänzt mit einem Sessel und zusammengehalten mit einem grossen Naturfaserteppich.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im anderen Teil des grossen Wohnraumes ist eine Entspannungsecke eingerichtet. Diese mit schwarz-weissem Stoff bezogene Liege gehört Nicole. Auch sie original aus den 30er-Jahren, von der Mailänder Firma Cova. Dahinter befindet sich ein zeitgenössisches, schlichtes weisses Lowboard, darüber hängt ein grosses Bild der Langenthaler Künstlerin Sonja Jufer – Nicoles Mutter. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

In diesen kleinen Barwagen, ein Art-déco-Stück, hat sich Heinz Roth verliebt. Er steht, nicht nur mit Spirituosen, sondern auch mit edlem Teegeschirr bestückt, neben der formschönen Liege.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der zweite Entspannungsstuhl gehört Heinz, es ist Schweizer Vintage-Design aus dem 60er-Jahren. An der Wand hangen in schlichten Holzrahmen Lithografien von Italo Valenti und Hans Arp.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Vestibül stehen weitere formstarke Stücke: ein Schlaufentisch und ein Stahlrohrarmlehnsessel der Schweizer Firma Bigla aus den 50er-Jahren. Mit einem Kokosteppich und einem für Farbe sorgenden Bild von Sonja Jufer ist eine wohnliche, kleine Ecke entstanden.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Dieses Stück Stoff, es ist ein Teppichentwurf von Ursula Böhmer aus dem Jahr 1940, erzählt eine schöne Geschichte: Die Familie Roth sah sich in den Ferien im Tessin einmal die berühmte Casa Camuzzi an, in der auch Hermann Hesse zuweilen wohnte, mit dem wiederum die Böhmers befreundet waren. Gunter Böhmer, der Mann von Ursula, illustrierte viele von Hesses Büchern. Und wie es der Zufall so wollte, schaute Ursula Böhmer zum Fenster raus, kam ins Gespräch mit der Familie und erzählte, dass sie gerade aus dem Haus zügle. So halfen denn die Roths einen Tag lang beim Umzug. Zum Dank bekamen sie das edle Textil.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Arbeitszimmer stehen Schweizer Klassiker: zwischen Bücherwand und Sicht in den Garten ein Tisch und ein Korpus von USM Haller, kombiniert mit einem gemütlichen Retro-Bürosessel.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Garten, der zum Haus gehört, bietet eine mit Glyzinien überwachsene Pergola, Apfelbäume und die Sicht auf ein altes industriell anmutendes Gebäude. «Es ist aber keine Fabrik», erklären Heinz und Nicole, «sondern es wurde 1910 als Gastwirtschaft mit Sääli gebaut, kam aber nie in Betrieb, wahrscheinlich fehlte die Bewilligung. So wurde und wird es immer als Lagergebäude benutzt.»

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Eingang zu Wohnung und Werkstatt befindet sich bei der schönen Remise, in der ein kleiner Lieferwagen steht. Die Remise dient als Platz für die Gartengerätschaften und den Lieferwagen. Heinz Roth zeigte uns auch ein wunderschönes Foto von 1938, mit Lieferwagen in der Remise, fast so wie dieses hier.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Und wie alle Hunde findet auch Debbie immer den besten Platz. Sie sitzt auf dem sonnenbeschienenen Arbeitstisch mit guter Sicht auf das Geschehen vor dem Haus.  

Die Webseite von Heinz Roth: www.rosshaarmatratzen.ch

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Ein Blick in Schweizer Schlafzimmer

Marianne Kohler am Sonntag den 24. August 2014

Schlafzimmer sind die privatesten Räume; sie sind meist sehr persönlich eingerichtet und werden nicht oft gezeigt. Wir aber haben Glück und können einen Blick in einige der schönsten, interessantesten und stilvollsten Schweizer Schlafzimmer werfen. Sie stammen alle aus unseren Sweet-Home-Storys und gehören ganz unterschiedlichen Menschen, die aber alle etwas gemeinsam haben: die Liebe zum Wohnen.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Elena Ferro ©Rita Palanikumar

ERWACHSENER PRINZESSINNENTRAUM BEI DER IMMOBILIENEXPERTIN
Ab und zu melden sich Blog-Leser, die so stolz auf ihr Zuhause sind und so viel Freude am Einrichten haben, dass sie Sweet Home zu einer Homestory einladen. So ging es auch der Immobilienexpertin Elena Ferro, die sich nicht nur mit viel Enthusiasmus um die Einrichtung ihres Hauses am Zürichberg gekümmert hat, sondern auch dessen Umbau ohne Architekt selbst an die Hand genommen hat. Sie hat sich dabei Spanien nach Hause geholt und damit südlichen Charme, entspannte Eleganz und viel Ferienstimmung in den Alltag gezaubert. Ihr Schlafzimmer strahlt etwas Märchenhaftes aus: Es ist ein erwachsener Prinzessinnentraum und besteht eigentlich vor allem aus einem alten, mit edlen Stoffen dekorierten Himmelbett. Das Allerschönste: Der Raum öffnet sich zum Garten und bringt damit viel südliches Lebensgefühl. Mehr von Elenas Haus sehen sie hier.

Franziska Bodmer und Bruno Manchia Zuhause

DIE SCHLAFECKE IN DER LOFT DER FOTOGRAFEN
Die allererste Homestory auf Sweet Home führte uns zum Fotografenpaar Bruno Mancia und Franziska Bodmer. Beide sind Fotografen und bewohnen eine grosse Loft im Zürcher Seefeldquartier. Zu einer Zeit, als es Loftwohnungen nur in New York gab, fanden sie eine leere, mehrstöckige Fabrik. Freunde kauften jeweils ein Stockwerk, das Haus wurde renoviert und zur belebten «Factory» mit einem Mix von Wohnungen und Ateliers. Der grosse Raum ist offen, an einem Ende steht das Bett. Italianità ist hier diskret mit den Farben der Decken inszeniert, denn Bruno  ist gebürtiger Römer. Und über dem Bett hängt eine italienische Flagge als Kunst von Costa Vece, einem Künstler, der ebenfalls in der «Factory» arbeitet. Mehr Bilder daraus finden Sie hier.

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VON DER GARAGE DIREKT INS ITALIENISCHE DESIGNERBETT
Design und Kunst können ganz schön lebensfroh sein. Den Eindruck hatten wir auf jeden Fall bei Ivano Colombo. Sweet Home besuchte die Legende der Schweizer Designermöbelbranche und Mitbesitzer des Möbelgeschäftes Colombo La Famiglia im offenen, stilvollen und sehr persönlich eingerichteten Haus, das selbst im Spätherbst, zum Zeitpunkt unseres Besuches, südlichen Charme und Sommerstimmung ausstrahlte. Der absolute Männertraum ist das Schlafzimmer des Designexperten: Ivano Colombo gelangt von der Garage direkt ins Schlafzimmer. «Wenn es mal spät wird, ist das superpraktisch», sagt er lachend. Klar, dass das Bett ein Designklassiker ist, es heisst Amphibio, ist von Giovanetti und kann auch als Sofa benutzt werden. Die Kunst hinter dem Bett stammt aus einer Ausstellung, für die Ivano Colombo verschiedene Künstler das Thema «Stuhl» interpretieren liess. Mehr von Ivano Colombos Haus sehen Sie hier.

Sweet Home bei Barbara Gehri, ©Rita Palanikumar

EIN WEIBLICHES REFUGIUM
Für die Sweet-Home-Storys besuchen die Fotografin Rita Palanikumar und ich Menschen, die mit Leidenschaft und viel Stil das Wohnen geniessen. Für Barbara Gehri trifft das alles in höchstem Masse zu. Sie hat mit Ihrer Affinität zum Einrichten ihrer Wohnung viel Wärme, Persönlichkeit und ein bisschen französischen Chic verliehen. Ihr individueller Einrichtungsstil und ihre vielen Ideen inspirieren und machen Lust zum Wohnen. Beim Blick ins Schlafzimmer fällt erst mal der wunderschöne schwarz-weisse Bettüberwurf auf: Diesen hat die Einrichtungsbegeisterte in Paris gefunden. «Er ist zwar indisch und in einer aufwendigen Appliqué-Technik gearbeitet, aber in Indien habe ich nie solch schöne Stücke entdeckt. Er ist auf jeden Fall eine Investition, die sich gelohnt hat», sagt Barbara Gehri. Die Wand am Kopfende des Bettes ist in einem warmen Grauton gestrichen und die Ecke neben dem Bett als interessante Patchwork-Bilderwand gestaltet. Weitere Bilder aus Barbara Gehris Wohnung finden Sie hier. 

Sweet Home bei Kevin Fries / Fries Zumbühl ©Rita Palanikumar

DIE MATRATZE AUF DEM BODEN DES MÖBELDESIGNERS
Wollten Sie auch schon immer wissen, wie ein Möbeldesigner selber wohnt? Wir besuchten den Zürcher Designer Kevin Fries vom Designduo Fries & Zumbühl und fanden eine frische, verspielte, typische «Jungswohnung» mit vielen interessanten Einzelstücken, frechen Details, charmantem Ordnungssinn und viel guter Laune. Die Zusammenarbeit mit seinem Designpartner Jakob Zumbühl begann schon bei einer Teamarbeit in der Zürcher Hochschule der Künste. Die beiden gründeten Fries & Zumbühl, arbeiten seit 2003 zusammen und kreieren ganz unterschiedliche Projekte, Möbel und Produkte. Viele davon sind sehr bekannt geworden, wie zum Beispiel die Waldhausleuchte, die Domo-Garderobe oder das Darling-Bett. Letzteres könne er sich leider selbst nicht leisten, antwortet Kevin Fries lachend auf die Frage, weshalb denn seine Matratze auf dem Boden liegt. «Schreib ruhig, dass man als Designer nicht reich werden kann; wir bekommen zwei bis fünf Prozent vom Einkaufspreis», sagt Fries, der sich seinen Lebensunterhalt nebenbei immer wieder mit den verschiedensten Jobs verdient. Mehr von Kevin Fries' Wohnung sehen Sie hier.

Sweet Home bei Ines Bösch ©Rita Palanikumar

VERSPIELTE LANDHAUSATMOSPHÄRE AM SEE
Das Haus, in dem Ines Boesch mit ihrer Familie wohnt, ist wie aus einer anderen Welt. Kein Wunder, hat sie es doch selbst entworfen – wie vieles im Haus auch. Sie malt, zeichnet, entwirft Stoffe, Keramik, Kleider und Schmuck – eigentlich eine ganze Welt zauberhafter Dinge, die sie ihrem Zürcher Geschäft Ines Boesch & Co. verkauft. Sweet Home hat die Künstlerin in ihrem wunderschönen Zuhause am Murtensee besucht und das gefunden, was Wohnen ausmacht: den Sinn fürs Schöne, für Persönlichkeit und Inspiration. Auffallend: Bei Ines Boesch wirkt alles sehr unkompliziert und selbstverständlich. Im Gästeschlafzimmer steht ein altes, weiss lackiertes Bett und an den Fenstern hängen Vorhänge, die Ines aus Bali mitgebracht hat. Als Leuchten sind im ganzen Haus viele Fotolampen zu entdecken. Sie wirken zufällig und können sehr flexibel eingesetzt werden. An dieser hängen einige Jupes, die Ines entworfen hat. Im eigenen Schlafzimmer ist ein altes Regal aus einer Bäckerei das zentrale Stück. Entdecken Sie es und andere schöne Einrichtungsideen von Ines Boesch hier.

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STRENGER, SINNLICHER CHIC BEIM MANN MIT STIL
Martin Hauser ist ein Möbel- und Designprofi und wohnt in einem 70er-Jahre-Haus des berühmten Schweizer Architekten und Landschaftsgestalters Eduard Neuenschwander. Als einer der Ersten hat Martin Hauser in Zürich Vintagemöbel aus dem 20. Jahrhundert verkauft. In seiner Möbelhalle kombinierte er auf eine neue, persönliche Art Design-Antiquitäten mit ausgewählten, zeitgenössischen Stücken. Möbel sind immer noch seine Passion, nur entwirft er sie heute selbst: Er kreiert Lieblingsstücke, Möbel die er selber gerne haben möchte. Natürlich hat er sich auch sein Haus damit eingerichtet. Und so sieht es aus, wenn ein Mann mit Stil ein Schlafzimmer einrichtet: Das schlichte Bett aus Martin Hausers Kollektion ist mit einem schwarzen Fell zugedeckt und mit violetten Wollkissen dekoriert. Die Vorhänge bestehen aus unifarbenem Wollstoff. Auf beiden Seiten des Bettes stehen klassische Metallleuchten aus den 70er-Jahren und einfache Lackkuben, die Nachttischchen und kleine Bücherregale in einem sind. Mehr von Martin Hausers Haus sehen Sie hier.

Sweet Home Homestory Toby Alley

ENGLISCHER LANDHAUSSTIL IN DER ZWEIZIMMERWOHNUNG
Ein ganz anderes Männerschlafzimmer haben wir beim Interiordesigner Toby Alleyne Gee gefunden. Der Engländer kam vor über 20 Jahren nach Zürich, um hier Germanistik, Italienisch und Kunstgeschichte zu studieren. Sein Heimweh nach England und dem typischen «cosy» Wohnstil hat er ganz einfach in sein Zuhause übertragen und die Wohnungen, in denen er lebte, in kleine Wohnparadiese umgestaltet. Die Freude am Einrichten hat ihn dazu bewogen, eine eigene Interiordesign-Firma, Phoebus Interiors, zu gründen. Heute richtet er Wohnungen, Häuser und manchmal gar kleine Landschlösser ein. Er liebt den typisch englischen und französischen Landhausstil, aber auch klassische und moderne Einrichtungsstile. Seine Studienkenntnisse und die Tatsache, dass er jahrelang als Journalist und Übersetzer im Kulturbereich tätig war, helfen ihm, wenn es darum geht, auf Märkten und Auktionen die richtigen Antiquitäten aufzustöbern, Stile zu erkennen und umzusetzen. Auf sein Bett ist der Designer besonders stolz: Die Krone dafür hat er in einem kleinen Antiquitätengeschäft in Südfrankreich gefunden, den Stoff im Pariser Marché Saint Pierre. Er beweist mit seinen Ideen und Fundstücken, dass ein eleganter Look mit Antiquitäten und edlen Stoffen durchaus realistisch und umsetzbar sein kann. Mehr von Toby Alleyne Gees Wohnung sehen Sie hier.

Sweet Home Homestory Andrea Limberger

PRAKTISCHE LÖSUNGEN BEI DER STYLISTIN
Wissen Sie, wieso gerade Blau so angesagt ist, dass sich Frotteetücher besonders flauschig auf dem Regal präsentieren oder weshalb interessante Möbel im Vintage-Look bei uns einziehen wollen? Andrea Limberger hat es sich zum Beruf gemacht, Firmen in Trendfragen zu beraten. Sweet Home hat die Stylistin in ihrer Dreizimmerwohnung in Zürich-Albisrieden besucht. Da der Platz in der kleinen Wohnung wertvoll ist, hat Andrea überall in der Wohnung raffinierte und gut überlegte Wohnlösungen gefunden, eine davon in ihrem Schlafzimmer, nämlich eine clevere Staulösung. Anstelle eines Schranks, der viel zu schwer und dominant wirken würde, hat sie einfach ein grosses, offenes Industrieregal ans Fussende gestellt, das trennt den Raum, gibt Privatsphäre und wirkt viel luftiger als ein Schrank. Die restlichen Kleider hängen an einer Stange. Mehr von Andrea Limburgers Einrichtungsideen finden Sie hier.

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GEKONNTE DRAMATIK BEIM VINTAGEMÖBELHÄNDLER
Was kann man mit einer ganz normalen Drei- oder Vierzimmerwohnung anstellen? Das ist die Frage, die viele Sweet-Home-Leser immer wieder stellen. Eine Antwort gibt Arthur Rooks, auch er ein Fan des Blogs. Der gebürtige Amerikaner und Wahlzürcher hat eine durchschnittliche Schweizer Mietwohnung in ein superstylisches Refugium verwandelt. Rooks verkauft Vintagemöbel auf Quintessentia.com. Die tollen Stücke findet er auf Flohmärkten und in Brockenhäusern – einige davon zieren sein eigenes Reich, zum Beispiel im Schlafzimmer. Hier macht das Bildhafte, Ornamentale, Erzählerische die Einrichtung aus. Eine Wand ist mit einer üppigen, orientalisch inspirierten Tapete von Osborne and Little bezogen, die anderen sind in einem passenden Farbton gestrichen. Anstelle eines Schrankes hat Arthur Rooks über die ganze Länge des Raumes einen üppigen Seidenvorhang gezogen und dahinter viel Stauraum geschaffen. Raffiniert und dramatisch wirkt auch der Bildervorhang vor dem Fenster. Ein Stoff mit einem grossen Fotoprint eines Waldes ist wie ein Bild in den eigentlichen, weissen Hauptvorhang eingenäht. Die beiden Art-déco-Stehleuchten unterstützen assoziativ die Baummotive. Mehr von Arthur Rooks Wohnung sehen Sie hier.

 

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