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Archiv für die Kategorie „Homestories“

Sweet Home beim Matratzenmacher Heinz Roth und seiner Familie in Niederbipp

Marianne Kohler am Dienstag den 26. August 2014

Gutes, echtes Handwerk ist der Luxus unserer schnellen Zeit. Heinz Roth macht Rosshaarmatratzen, von Hand, in einer kleinen charmanten Werkstatt, darüber wohnt er mit seiner Familie. Sweet Home hat die Familie Roth in ihrem Haus in Niederbipp besucht.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Heinz Roth ist gelernter Tapezierer-Dekorateur. Das Geschäft hat er vom Vater geerbt, gegründet hatte es bereits der Grossvater 1906. Nun führt Heinz Roth es in dritter Generation. Zusammen mit seiner Frau Nicole verkauft er Betten, Vorhänge, Böden und bietet Einrichtungs- und Polsterarbeiten an. Dazu macht er Rosshaarmatratzen von Hand in seiner Werkstatt. Er ist einer der wenigen, die dieses Handwerk noch betreiben. Für das Fotoshooting kamen auch die beiden Töchter der Familie, Claudia (links) und Sandra (auf dem Wagen). Und wo immer die Familie ist, ist auch die Hündin Debbie mit dabei. Die Familie wohnt in einem alten, schönen Haus in Niederbipp, in dem sich auch Atelier und Geschäft befinden und zu dem auch diese Remise gehört, in der wir die ganze Familie für das Foto gruppiert haben. So fliesst Arbeit und Wohnen einerseits ein wenig zusammen und trennt sich aber auch in verschiedene Welten. Das Atelier in den alten Räumlichkeiten ist wunderschön, und genau so, wie man sich eine gemütliche Werkstatt vorstellt. In der Wohnung ist die grosse Liebe zu schönem Design, die auch viel mit gutem Handwerk zu tun hat, spürbar. Heinz Roth entdeckt, sucht oder findet immer wieder Lieblingsstücke, die dann einen besonderen Platz bekommen und die Einrichtung bestimmen. Wir haben für Sweet Home beide Bereiche fotografiert, die Werkstatt, die Lust auf echtes Handwerk macht, und die Wohnung, deren Einrichtung einen Blick in die private Welt der Familie bietet.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Liebe zu Echtem, Ursprünglichem und Handgemachtem spielt wieder eine sehr grosse Rolle, und so sind auch Rosshaarmatratzen begehrt. Diese macht Heinz Roth als einer der wenigen noch von Anfang bis zum Schluss von Hand in seiner idyllischen Werkstatt in Niederbipp. Der Grund für die Rückkehr zum Einfachen ist klar, denn auf den Naturmaterialien schläft es sich besonders gut, und handgemachte Erzeugnisse begleiten einen meist ein Leben lang. Heinz Roth braucht für eine Matratze einen guten Tag. Das Rosshaar bezieht er von der einzigen Rosshaarspinnerei der Schweiz, aus Marthalen, die übrigens auch in die Manufakturen liefert, welche die Matratzen fürs englische Königshaus fertigen. «Es ist reiner Pferdeschweif, aber kein Pferd wird wegen seiner Haare getötet», erklärt der Fachmann. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Das Rosshaar wird in «Dreadlocks» geliefert, welche dann mithilfe einer alten Zupfmaschine gelockert, und gezupft werden. 13 Kilo Rosshaar braucht es pro Matratze. Dazu kommen noch ein Wollvlies und natürlich die Hülle aus edlem Baumwolldamast oder reinem Naturleinen. Diese klassischen Matratzenstoffe bezieht Heinz Roth in Frankreich. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Die Werkstatt strahlt eine saubere, wohlgeordnete Gemütlichkeit aus. Die hellen Farbtöne, mit denen einiges Holzwerk lackiert ist, die weissen Mauern, die Holz- und Linoleumböden möchte man am liebsten gleich mit nach Hause nehmen. Auch Debbie fühlt sich offensichtlich wohl.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

An einer Holzwand sind die schönen Instrumente, mit denen Polsterarbeiten gefertigt werden, arrangiert.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Liebevoll zusammengestellt: Sprungfedern für Sitzmöbel, eine Handwerkerschürze, Fotos und Diplome von früher und im Vordergrund die neuste Matratze, die gerade in Arbeit ist. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Ist die Matratze fertig gefüllt, wird sie mit langen Nadeln von Hand und im Matratzenstich zusammengenäht. Mithilfe von kleinen Zotteln, Bouffetten genannt, steppt der Handwerker die Matratze in verschiedene Abteilungen ab, so, dass das Füllmaterial regelmässig verteilt bleibt.  

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Typisch an einer handgenähten Matratze sind die schönen Wulste, welche die Kanten der Matratze ausmachen, und die kleinen zotteligen Bouffetten. Auf der Seite sieht man die handgenähte Naht, dank der die Matratze wieder geöffnet werden kann, falls sie mal aufgefrischt werden muss.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Eine Rosshaarmatratze ist ein nachhaltiges Produkt und begleitet einen durch das ganze Leben. Nach einigen Jahren kann sie wieder aufgefrischt werden. Das bedeutet, der gesamte Inhalt wird herausgenommen, gewaschen, neu aufgezupft und mit neuem Stoff wieder eingenäht. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

 An der Werkstattwand hangen, in hübschen Holzrahmen, historische Fotos von Matratzenmachern und alte Werbeanzeigen der Firma Roth. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im gleichen Haus, über Laden und Werkstatt, wohnt die Familie Roth. Die Liebe zu gutem Handwerk zeigt sich auch hier, und so wurde mit schönen, edlen Einzelteilen eingerichtet, die nach und nach gefunden und erstanden wurden. Im Wohnzimmer sind die wichtigsten Stücke das Daybed Alfred Roth, der, wie Heinz Roth erklärt, nicht mit ihm verwandt sei. Es ist original aus den 30er-Jahren. Dabei steht ein Salontisch, der klassische Dreirundtisch von Max Bill aus dem Jahre 1949. Die Sitzgruppe wird ergänzt mit einem Sessel und zusammengehalten mit einem grossen Naturfaserteppich.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im anderen Teil des grossen Wohnraumes ist eine Entspannungsecke eingerichtet. Diese mit schwarz-weissem Stoff bezogene Liege gehört Nicole. Auch sie original aus den 30er-Jahren, von der Mailänder Firma Cova. Dahinter befindet sich ein zeitgenössisches, schlichtes weisses Lowboard, darüber hängt ein grosses Bild der Langenthaler Künstlerin Sonja Jufer – Nicoles Mutter. 

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

In diesen kleinen Barwagen, ein Art-déco-Stück, hat sich Heinz Roth verliebt. Er steht, nicht nur mit Spirituosen, sondern auch mit edlem Teegeschirr bestückt, neben der formschönen Liege.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der zweite Entspannungsstuhl gehört Heinz, es ist Schweizer Vintage-Design aus dem 60er-Jahren. An der Wand hangen in schlichten Holzrahmen Lithografien von Italo Valenti und Hans Arp.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Vestibül stehen weitere formstarke Stücke: ein Schlaufentisch und ein Stahlrohrarmlehnsessel der Schweizer Firma Bigla aus den 50er-Jahren. Mit einem Kokosteppich und einem für Farbe sorgenden Bild von Sonja Jufer ist eine wohnliche, kleine Ecke entstanden.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Dieses Stück Stoff, es ist ein Teppichentwurf von Ursula Böhmer aus dem Jahr 1940, erzählt eine schöne Geschichte: Die Familie Roth sah sich in den Ferien im Tessin einmal die berühmte Casa Camuzzi an, in der auch Hermann Hesse zuweilen wohnte, mit dem wiederum die Böhmers befreundet waren. Gunter Böhmer, der Mann von Ursula, illustrierte viele von Hesses Büchern. Und wie es der Zufall so wollte, schaute Ursula Böhmer zum Fenster raus, kam ins Gespräch mit der Familie und erzählte, dass sie gerade aus dem Haus zügle. So halfen denn die Roths einen Tag lang beim Umzug. Zum Dank bekamen sie das edle Textil.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Im Arbeitszimmer stehen Schweizer Klassiker: zwischen Bücherwand und Sicht in den Garten ein Tisch und ein Korpus von USM Haller, kombiniert mit einem gemütlichen Retro-Bürosessel.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Garten, der zum Haus gehört, bietet eine mit Glyzinien überwachsene Pergola, Apfelbäume und die Sicht auf ein altes industriell anmutendes Gebäude. «Es ist aber keine Fabrik», erklären Heinz und Nicole, «sondern es wurde 1910 als Gastwirtschaft mit Sääli gebaut, kam aber nie in Betrieb, wahrscheinlich fehlte die Bewilligung. So wurde und wird es immer als Lagergebäude benutzt.»

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Der Eingang zu Wohnung und Werkstatt befindet sich bei der schönen Remise, in der ein kleiner Lieferwagen steht. Die Remise dient als Platz für die Gartengerätschaften und den Lieferwagen. Heinz Roth zeigte uns auch ein wunderschönes Foto von 1938, mit Lieferwagen in der Remise, fast so wie dieses hier.

Sweet Home bei Roth, Rosshaarmatratzen©Rita Palanikumar

Und wie alle Hunde findet auch Debbie immer den besten Platz. Sie sitzt auf dem sonnenbeschienenen Arbeitstisch mit guter Sicht auf das Geschehen vor dem Haus.  

Die Webseite von Heinz Roth: www.rosshaarmatratzen.ch

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Ein Blick in Schweizer Schlafzimmer

Marianne Kohler am Sonntag den 24. August 2014

Schlafzimmer sind die privatesten Räume; sie sind meist sehr persönlich eingerichtet und werden nicht oft gezeigt. Wir aber haben Glück und können einen Blick in einige der schönsten, interessantesten und stilvollsten Schweizer Schlafzimmer werfen. Sie stammen alle aus unseren Sweet-Home-Storys und gehören ganz unterschiedlichen Menschen, die aber alle etwas gemeinsam haben: die Liebe zum Wohnen.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home bei Elena Ferro ©Rita Palanikumar

ERWACHSENER PRINZESSINNENTRAUM BEI DER IMMOBILIENEXPERTIN
Ab und zu melden sich Blog-Leser, die so stolz auf ihr Zuhause sind und so viel Freude am Einrichten haben, dass sie Sweet Home zu einer Homestory einladen. So ging es auch der Immobilienexpertin Elena Ferro, die sich nicht nur mit viel Enthusiasmus um die Einrichtung ihres Hauses am Zürichberg gekümmert hat, sondern auch dessen Umbau ohne Architekt selbst an die Hand genommen hat. Sie hat sich dabei Spanien nach Hause geholt und damit südlichen Charme, entspannte Eleganz und viel Ferienstimmung in den Alltag gezaubert. Ihr Schlafzimmer strahlt etwas Märchenhaftes aus: Es ist ein erwachsener Prinzessinnentraum und besteht eigentlich vor allem aus einem alten, mit edlen Stoffen dekorierten Himmelbett. Das Allerschönste: Der Raum öffnet sich zum Garten und bringt damit viel südliches Lebensgefühl. Mehr von Elenas Haus sehen sie hier.

Franziska Bodmer und Bruno Manchia Zuhause

DIE SCHLAFECKE IN DER LOFT DER FOTOGRAFEN
Die allererste Homestory auf Sweet Home führte uns zum Fotografenpaar Bruno Mancia und Franziska Bodmer. Beide sind Fotografen und bewohnen eine grosse Loft im Zürcher Seefeldquartier. Zu einer Zeit, als es Loftwohnungen nur in New York gab, fanden sie eine leere, mehrstöckige Fabrik. Freunde kauften jeweils ein Stockwerk, das Haus wurde renoviert und zur belebten «Factory» mit einem Mix von Wohnungen und Ateliers. Der grosse Raum ist offen, an einem Ende steht das Bett. Italianità ist hier diskret mit den Farben der Decken inszeniert, denn Bruno  ist gebürtiger Römer. Und über dem Bett hängt eine italienische Flagge als Kunst von Costa Vece, einem Künstler, der ebenfalls in der «Factory» arbeitet. Mehr Bilder daraus finden Sie hier.

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VON DER GARAGE DIREKT INS ITALIENISCHE DESIGNERBETT
Design und Kunst können ganz schön lebensfroh sein. Den Eindruck hatten wir auf jeden Fall bei Ivano Colombo. Sweet Home besuchte die Legende der Schweizer Designermöbelbranche und Mitbesitzer des Möbelgeschäftes Colombo La Famiglia im offenen, stilvollen und sehr persönlich eingerichteten Haus, das selbst im Spätherbst, zum Zeitpunkt unseres Besuches, südlichen Charme und Sommerstimmung ausstrahlte. Der absolute Männertraum ist das Schlafzimmer des Designexperten: Ivano Colombo gelangt von der Garage direkt ins Schlafzimmer. «Wenn es mal spät wird, ist das superpraktisch», sagt er lachend. Klar, dass das Bett ein Designklassiker ist, es heisst Amphibio, ist von Giovanetti und kann auch als Sofa benutzt werden. Die Kunst hinter dem Bett stammt aus einer Ausstellung, für die Ivano Colombo verschiedene Künstler das Thema «Stuhl» interpretieren liess. Mehr von Ivano Colombos Haus sehen Sie hier.

Sweet Home bei Barbara Gehri, ©Rita Palanikumar

EIN WEIBLICHES REFUGIUM
Für die Sweet-Home-Storys besuchen die Fotografin Rita Palanikumar und ich Menschen, die mit Leidenschaft und viel Stil das Wohnen geniessen. Für Barbara Gehri trifft das alles in höchstem Masse zu. Sie hat mit Ihrer Affinität zum Einrichten ihrer Wohnung viel Wärme, Persönlichkeit und ein bisschen französischen Chic verliehen. Ihr individueller Einrichtungsstil und ihre vielen Ideen inspirieren und machen Lust zum Wohnen. Beim Blick ins Schlafzimmer fällt erst mal der wunderschöne schwarz-weisse Bettüberwurf auf: Diesen hat die Einrichtungsbegeisterte in Paris gefunden. «Er ist zwar indisch und in einer aufwendigen Appliqué-Technik gearbeitet, aber in Indien habe ich nie solch schöne Stücke entdeckt. Er ist auf jeden Fall eine Investition, die sich gelohnt hat», sagt Barbara Gehri. Die Wand am Kopfende des Bettes ist in einem warmen Grauton gestrichen und die Ecke neben dem Bett als interessante Patchwork-Bilderwand gestaltet. Weitere Bilder aus Barbara Gehris Wohnung finden Sie hier. 

Sweet Home bei Kevin Fries / Fries Zumbühl ©Rita Palanikumar

DIE MATRATZE AUF DEM BODEN DES MÖBELDESIGNERS
Wollten Sie auch schon immer wissen, wie ein Möbeldesigner selber wohnt? Wir besuchten den Zürcher Designer Kevin Fries vom Designduo Fries & Zumbühl und fanden eine frische, verspielte, typische «Jungswohnung» mit vielen interessanten Einzelstücken, frechen Details, charmantem Ordnungssinn und viel guter Laune. Die Zusammenarbeit mit seinem Designpartner Jakob Zumbühl begann schon bei einer Teamarbeit in der Zürcher Hochschule der Künste. Die beiden gründeten Fries & Zumbühl, arbeiten seit 2003 zusammen und kreieren ganz unterschiedliche Projekte, Möbel und Produkte. Viele davon sind sehr bekannt geworden, wie zum Beispiel die Waldhausleuchte, die Domo-Garderobe oder das Darling-Bett. Letzteres könne er sich leider selbst nicht leisten, antwortet Kevin Fries lachend auf die Frage, weshalb denn seine Matratze auf dem Boden liegt. «Schreib ruhig, dass man als Designer nicht reich werden kann; wir bekommen zwei bis fünf Prozent vom Einkaufspreis», sagt Fries, der sich seinen Lebensunterhalt nebenbei immer wieder mit den verschiedensten Jobs verdient. Mehr von Kevin Fries' Wohnung sehen Sie hier.

Sweet Home bei Ines Bösch ©Rita Palanikumar

VERSPIELTE LANDHAUSATMOSPHÄRE AM SEE
Das Haus, in dem Ines Boesch mit ihrer Familie wohnt, ist wie aus einer anderen Welt. Kein Wunder, hat sie es doch selbst entworfen – wie vieles im Haus auch. Sie malt, zeichnet, entwirft Stoffe, Keramik, Kleider und Schmuck – eigentlich eine ganze Welt zauberhafter Dinge, die sie ihrem Zürcher Geschäft Ines Boesch & Co. verkauft. Sweet Home hat die Künstlerin in ihrem wunderschönen Zuhause am Murtensee besucht und das gefunden, was Wohnen ausmacht: den Sinn fürs Schöne, für Persönlichkeit und Inspiration. Auffallend: Bei Ines Boesch wirkt alles sehr unkompliziert und selbstverständlich. Im Gästeschlafzimmer steht ein altes, weiss lackiertes Bett und an den Fenstern hängen Vorhänge, die Ines aus Bali mitgebracht hat. Als Leuchten sind im ganzen Haus viele Fotolampen zu entdecken. Sie wirken zufällig und können sehr flexibel eingesetzt werden. An dieser hängen einige Jupes, die Ines entworfen hat. Im eigenen Schlafzimmer ist ein altes Regal aus einer Bäckerei das zentrale Stück. Entdecken Sie es und andere schöne Einrichtungsideen von Ines Boesch hier.

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STRENGER, SINNLICHER CHIC BEIM MANN MIT STIL
Martin Hauser ist ein Möbel- und Designprofi und wohnt in einem 70er-Jahre-Haus des berühmten Schweizer Architekten und Landschaftsgestalters Eduard Neuenschwander. Als einer der Ersten hat Martin Hauser in Zürich Vintagemöbel aus dem 20. Jahrhundert verkauft. In seiner Möbelhalle kombinierte er auf eine neue, persönliche Art Design-Antiquitäten mit ausgewählten, zeitgenössischen Stücken. Möbel sind immer noch seine Passion, nur entwirft er sie heute selbst: Er kreiert Lieblingsstücke, Möbel die er selber gerne haben möchte. Natürlich hat er sich auch sein Haus damit eingerichtet. Und so sieht es aus, wenn ein Mann mit Stil ein Schlafzimmer einrichtet: Das schlichte Bett aus Martin Hausers Kollektion ist mit einem schwarzen Fell zugedeckt und mit violetten Wollkissen dekoriert. Die Vorhänge bestehen aus unifarbenem Wollstoff. Auf beiden Seiten des Bettes stehen klassische Metallleuchten aus den 70er-Jahren und einfache Lackkuben, die Nachttischchen und kleine Bücherregale in einem sind. Mehr von Martin Hausers Haus sehen Sie hier.

Sweet Home Homestory Toby Alley

ENGLISCHER LANDHAUSSTIL IN DER ZWEIZIMMERWOHNUNG
Ein ganz anderes Männerschlafzimmer haben wir beim Interiordesigner Toby Alleyne Gee gefunden. Der Engländer kam vor über 20 Jahren nach Zürich, um hier Germanistik, Italienisch und Kunstgeschichte zu studieren. Sein Heimweh nach England und dem typischen «cosy» Wohnstil hat er ganz einfach in sein Zuhause übertragen und die Wohnungen, in denen er lebte, in kleine Wohnparadiese umgestaltet. Die Freude am Einrichten hat ihn dazu bewogen, eine eigene Interiordesign-Firma, Phoebus Interiors, zu gründen. Heute richtet er Wohnungen, Häuser und manchmal gar kleine Landschlösser ein. Er liebt den typisch englischen und französischen Landhausstil, aber auch klassische und moderne Einrichtungsstile. Seine Studienkenntnisse und die Tatsache, dass er jahrelang als Journalist und Übersetzer im Kulturbereich tätig war, helfen ihm, wenn es darum geht, auf Märkten und Auktionen die richtigen Antiquitäten aufzustöbern, Stile zu erkennen und umzusetzen. Auf sein Bett ist der Designer besonders stolz: Die Krone dafür hat er in einem kleinen Antiquitätengeschäft in Südfrankreich gefunden, den Stoff im Pariser Marché Saint Pierre. Er beweist mit seinen Ideen und Fundstücken, dass ein eleganter Look mit Antiquitäten und edlen Stoffen durchaus realistisch und umsetzbar sein kann. Mehr von Toby Alleyne Gees Wohnung sehen Sie hier.

Sweet Home Homestory Andrea Limberger

PRAKTISCHE LÖSUNGEN BEI DER STYLISTIN
Wissen Sie, wieso gerade Blau so angesagt ist, dass sich Frotteetücher besonders flauschig auf dem Regal präsentieren oder weshalb interessante Möbel im Vintage-Look bei uns einziehen wollen? Andrea Limberger hat es sich zum Beruf gemacht, Firmen in Trendfragen zu beraten. Sweet Home hat die Stylistin in ihrer Dreizimmerwohnung in Zürich-Albisrieden besucht. Da der Platz in der kleinen Wohnung wertvoll ist, hat Andrea überall in der Wohnung raffinierte und gut überlegte Wohnlösungen gefunden, eine davon in ihrem Schlafzimmer, nämlich eine clevere Staulösung. Anstelle eines Schranks, der viel zu schwer und dominant wirken würde, hat sie einfach ein grosses, offenes Industrieregal ans Fussende gestellt, das trennt den Raum, gibt Privatsphäre und wirkt viel luftiger als ein Schrank. Die restlichen Kleider hängen an einer Stange. Mehr von Andrea Limburgers Einrichtungsideen finden Sie hier.

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GEKONNTE DRAMATIK BEIM VINTAGEMÖBELHÄNDLER
Was kann man mit einer ganz normalen Drei- oder Vierzimmerwohnung anstellen? Das ist die Frage, die viele Sweet-Home-Leser immer wieder stellen. Eine Antwort gibt Arthur Rooks, auch er ein Fan des Blogs. Der gebürtige Amerikaner und Wahlzürcher hat eine durchschnittliche Schweizer Mietwohnung in ein superstylisches Refugium verwandelt. Rooks verkauft Vintagemöbel auf Quintessentia.com. Die tollen Stücke findet er auf Flohmärkten und in Brockenhäusern – einige davon zieren sein eigenes Reich, zum Beispiel im Schlafzimmer. Hier macht das Bildhafte, Ornamentale, Erzählerische die Einrichtung aus. Eine Wand ist mit einer üppigen, orientalisch inspirierten Tapete von Osborne and Little bezogen, die anderen sind in einem passenden Farbton gestrichen. Anstelle eines Schrankes hat Arthur Rooks über die ganze Länge des Raumes einen üppigen Seidenvorhang gezogen und dahinter viel Stauraum geschaffen. Raffiniert und dramatisch wirkt auch der Bildervorhang vor dem Fenster. Ein Stoff mit einem grossen Fotoprint eines Waldes ist wie ein Bild in den eigentlichen, weissen Hauptvorhang eingenäht. Die beiden Art-déco-Stehleuchten unterstützen assoziativ die Baummotive. Mehr von Arthur Rooks Wohnung sehen Sie hier.

 

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Ein Blick in Schweizer Wohnzimmer

Marianne Kohler am Sonntag den 13. Juli 2014

Wohnen ist eine private Angelegenheit, und doch – oder gerade deswegen – sieht man gerne in fremde Wohnzimmer rein. So finden Sie auch auf Sweet Home jeden Monat eine neue Homestory von Menschen, die ihre Liebe zum Wohnen gerne auch mit anderen teilen. Die Sweet-Home-Fotografin Rita Palanikumar und ich haben mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, bereits in über 50 Wohnzimmer geschaut. 12 davon sehen Sie hier noch mal. Die Auswahl zeigt, wie Schweizer Wohnprofis sich ihre gute Stube eingerichtet haben, und regt an, das eine oder andere zu kopieren oder sich einfach zu freuen an tollen Einrichtungsideen und Wohnlösungen.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

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1 LEICHTE WEIBLICHKEIT
BEI JEANNETTE UND FRANK URECH VON MOORIS

Kleine Wohnung – was tun? Viel Weiss, haben sich Jeannette und Frank Urech vom Shoppingblog Mooris gedacht. Aber das allein genügt natürlich nicht, um Wohnlichkeit zu schaffen. So haben die beiden Profis auf formschöne Einzelstücke gesetzt und diese in einem frischen Mix kombiniert. Mit frechen Accessoires, Fundstücken, Büchern und persönlichen Lieblingen ist in ihrem Wohnzimmer – wie in der der ganzen Zürcher Dreizimmerwohnung – immer eine Art Wechselausstellung zu sehen. Mittlerweile dürften sich noch Spielsachen dazugesellen, da mit Baby Leon Nachwuchs eingezogen ist.

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2 SKANDINAVISCHER VINTAGESTIL VOM BESTEN
BEI JUKKA MURTO VON NORD 3

Der Finne Jukka Murto kennt alles und noch viel mehr, wenn es um Designmöbel und Designgrössen aus Skandinavien geht. Er handelt nicht nur mit den schönsten Vintagemöbeln aus dem Norden, sondern hat auch viele davon bei sich zu Hause stehen. Die St. Galler Altbauwohnung, welche er mit seiner Frau Anna Röllin und zwei gemeinsamen Kindern bewohnt, ist aber kein Showroom, sondern ein sehr lebendiges und persönliches Zuhause, in dem die schönen Stücke auch gebraucht werden.

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3 DESIGN, IM ALLTAG INTEGRIERT
BEI ANDREAS SCHWARZ VON NEUMARKT 17

Von Design, vor allem von zeitgenössischem, versteht Andreas Schwarz viel. Ihm gehört nämlich der legendäre Neumarkt 17 in Zürich, der viel zum Wohnstil und Designverständnis der Zürcher beigetragen hat. Mit seiner Frau Kersten, drei Jungs und einem freundlichen grossen Labrador wohnt er im Haus, das er mit seinem Bruder Lukas, der Architekt ist, selber geplant und gebaut hat. Natürlich passt da auch der Wohnstil rein, für den er und sein Team vom Neumarkt 17 bekannt sind. Mit viel Stil und Gespür für Farben und Proportionen ist ein komfortables Zuhause entstanden. Bewusst hat Andreas auf starke Farben verzichtet und sanfte Naturtöne gewählt. So erfüllt das Ruhige und Zeitlose das Haus und gibt ihm viel Stil und Qualität.

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4 STILVOLLES WOHNEN IM LOFT
BEI STEFAN NYFFENEGGER VON INDIVIDUM

In einem Loft wohnen, ist der Traum von vielen. Stefan Nyffenegger, der Möbel aus dem 20. Jahrhundert in seinem Zürcher Geschäft Individum verkauft, konnte sich diesen Traum mit seiner Familie verwirklichen und ist dafür von Zürich nach Windisch gezogen. Wie die meisten Schweizer Loftwohnungen ist auch diejenige der Familie Nyffenegger aus einer Textilfabrik auf dem Land entstanden. So mischt sich urbanes Wohngefühl mit einer grünen, ländlichen und kinderfreundlichen Umgebung. Die Einrichtung ist alltagstauglich, kinderfreundlich und eine gekonnte Mischung von Einzelstücken, Farben und poppigen Tapeten.

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5 VIEL PLATZ UND LICHT
BEI FOTOGRAF ERIC SCHMID UND DESIGNERIN BRITTA PUKALL

Wohnen und Arbeiten verbinden das Paar Eric Schmid, Interiorfotograf, und Britta Pukall, Industriedesignerin in seinem Haus aus den 30er-Jahren in Wädenswil ZH. So unkompliziert und individuell wie das Paar ist auch das Haus, in dem es wohnt und Eric als Fotograf arbeitet. Im Erdgeschoss befindet sich ein grosser, ehemaliger Gewerberaum, der als Fotostudio und öffentlicher Wohnraum genutzt wird. Im oberen Stockwerk hat die Familie, zu der noch zwei Buben und zwei Hunde gehören, ihre privaten Räume.

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6 ENTSPANNTE URBANITÄT
BEIM DESIGNER KEVIN FRIES

Kevin Fries’ Wohnung befindet sich in der Überbauung James in Albisrieden. Er wohnt seit drei Jahren in einer grossen Zweizimmerwohnung. «Ich hatte Glück, denn wahrscheinlich haben viele nicht das Potenzial der Wohnung gesehen. Das grosse Entree gibt eigentlich ein drittes Zimmer ab.» So schwärmt der Designer Kevin Fries, der zusammen mit Jakob Zumbühl das Designstudio Fries&Zumbühl gründete. Die Räume sind grosszügig, die Architektur strahlt zeitlose Moderne aus, wirkt aber warm und wohnlich durch die Holzböden und die schwarzen Türen, Fenster- und Türrahmen. Der grosse Wohn-/Essraum ist offen durch den Eingang betretbar und hat zwei Türen; die eine führt wiederum in den Eingangsbereich, die andere ins Badezimmer.

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7 ELEGANZ UND WELTOFFENHEIT
BEI DER PRODUZENTIN MAYA BAUMGARTNER WEBER

Maya Baumgartner Weber organisiert Produktionen für Fotoshootings und Filme und wohnt zusammen mit ihrem Mann, dem Werber Max Weber, in einer eleganten Altbauwohnung im Zürcher Enge-Quartier. Die beiden haben sich erst später im Leben kennen gelernt und brachten ganz unterschiedliche Möbel und Einrichtungsideen in die gemeinsame Wohnung. Sie schafften es aber, die männliche und weibliche Seite des Wohnens geschickt zu verbinden. So sind zum Beispiel zwei Wohnzimmer entstanden, in diesem hier ist mehr Maya zu spüren, im andern, welches Sie hier anschauen können, hat Max eine strengere Wohnwelt umgesetzt.

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8 EKLEKTISCHER STILMIX
BEI WERNER MÜLLER VON ROST UND GOLD

Ein kleines Wohnmärchen lebt Werner Müller, der in einem klitzekleinen Chalet inmitten eines riesengrossen, gar mit kleinem Wald versehenen Gartens wohnt. Mit Jalousien hat der Interiordesigner das Gartenhausflair des Häuschens unterstützt. Im Wohnzimmer stehen Sessel aus dem 18. Jahrhundert, welche mit aprikosenfarbenem Samt bezogen sind, und ein modernes, schlichtes, weisses Sofa. Die Kissen mit grafischem Schriftdruck sorgen für einen frechen Kontrast. Der Couchtisch ist rustikal, und darauf sind Hortensien in einem Melkkessel platziert. Für eine stimmungsvolle Beleuchtung sorgen ganz verschiedene, punktuell eingesetzte Leuchten. Alle Elemente zeigen einen ganz unterschiedlichen Stil, alles zusammen aber wirkt harmonisch, persönlich und sehr lebendig. Es ist genau dieser gekonnte, lebendige Stilmix, mit dem Werner Müller als Wohnberater und Interiordesigner so erfolgreich ist, und wer solch tolle Einzelstücke sucht, findet viele in seinem Webshop Rost und Gold.

Sweet Home bei Beat Roemmel; Copyright Rita Palanikumar

9 VIEL LIEBE ZUM DETAIL
BEIM INTERIORDESIGNER BEAT ROEMMEL

Im wunderschönen Haus aus dem frühen 18. Jahrhundert in Solothurn hat der Interiordesigner Beat Roemmel gleich mehrere Räume zu Wohnzimmern gestaltet. Hier ist ein kleiner Salon im Erdgeschoss zu sehen, von dem aus man direkt in den Garten gelangt. Er hat dies in der Einrichtung aufgenommen, helle Farben gewählt und Stoffe, die Blumen, Vögel und Ranken zeigen. Beim Einrichten war Beat Roemmel wichtig, dem Esprit des Hauses gerecht zu werden. Es musste aber auch Platz geschaffen werden für moderne Möbel, ein bisschen Improvisation und vor allem für viel Wohnlichkeit. So sind verschiedene, sehr gemütliche Räume entstanden mit vielen Ecken und Nischen und liebevollen Details.

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10 STARKE FORMENSPRACHE
BEIM MÖBELDESIGNER MARTIN HAUSER

Das Haus, in dem der Möbeldesigner Martin Hauser wohnt, ist vom Schweizer Architekten Eduard Neuenschwander in den 60er-Jahren gebaut worden und besteht aus zwei Stockwerken. Es ist in den Hang gebaut und öffnet sich auf der ersten Etage, dem Hauptteil des Hauses, zum Garten. Martin hat den grossen Wohnraum mit einer schlichten, kubischen Polstergruppe, einer eleganten Liege und einem roten Lacktisch eingerichtet – alles von ihm selbst entworfen. «Meine Möbel sind nicht laute, aufregende Stücke, sondern klassisches Design, welches in verschiedene Lebensräume passt.»

Sweet Home bei Barbara Hinder und ihrer Familie

Marianne Kohler am Dienstag den 24. Juni 2014

Wie ein kleines Stück Sommerferien war unser Besuch bei Barbara Hinder, der Frau hinter dem renommierten Zürcher Einrichtungsgeschäft Artiana. Sie wohnt mit ihrem Mann Philipp und den drei Kindern Louise, Olivia und Marlon in einem Haus aus den 60er-Jahren auf der Forch, das auf eine schlichte Art einen gewissen Hollywoodcharme und viel sommerliche Frische ausstrahlt. Selbstverständlich hat sie es stilvoll, elegant und in dem unverkennbaren Artiana-Stil eingerichtet.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

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Es gibt sie, die Geschäfte, in denen man einfach alles liebt, das drinsteht. Und klar, jeder hat da seinen ganz persönlichen Liebling. Meiner ist die Artiana. Schon das Logo aus den 70er-Jahren finde ich fantastisch, und es ist mir bekannt seit meiner Kindheit, denn die Artiana - wohlgemerkt eine «Sie» - gehörte bereits zu den Lieblingen meiner Mutter. Gegründet wurde das Interiorgeschäft 1957 von Barbara Hinders Eltern, denen es gelang, einen ganz eigenen Stil zu kreieren und sich damit von allen anderen bekannten Wohngeschäften abzuheben. Mit der Artiana entstand eine neue Wohnwelt, in der Stil, Einrichtungsideen und Dekoration sich mit Design und Zeitgeist paarten. Barbara Hinder stieg in den 90er-Jahren in die Firma ein und führte sie erfolgreich in die Gegenwart. Ihr Bruder, der Grafiker Ueli Hinder, hilft beim Einkauf und Gestaltung, sowie als persönlicher Berater mit. Die typische Artiana-Philosophie, nämlich Avantgarde, Klassik und Fundstücke individuell und alltagstauglich zu mischen passt auch heute perfekt.

Barbara Hinder, die viel vom Vater gelernt hat, aber auch eine Schule für Interiordesign in London absolvierte,  hat einen Zugang zum Thema Wohnen, der  zuweilen auch befreiend unschweizerisch ist. Ihre Schaufensterauslagen und Inszenierungen im Geschäft entführen schon mal an kalifornische Pools, in New Yorker Bars, auf Capri oder in ein Kapitel von einem fesselnden Hemingway-Roman. Nicht nur die Möbel, sondern auch die Details und die spannenden Kombinationen spielen Hauptrollen. Da finden sich etwa Polsterkissen mit weissem Waffelstoff bezogen auf Outdoorsesseln, hübsche Keramiknüsse als kleine Schälchen, Wasserkrüge, die so aussehen, als kämen sie direkt aus einer Bar in Florida, asiatische Vasen, die mit ihrer Schlichtheit verführen oder bunte Porzellanpapageien, Keramikfische und goldene Zuckerdosen.

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Das Haus, das die Familie vor drei Jahren fand, zeigt die typische Architektur der 60er-Jahre. Sie liessen nur wenig ändern: die Terrasse vor dem Elternschlafzimmer, die zugleich eine Bedachung im Aussenberich bietet, ist neu angebaut, aber im Stil passend.

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Als wir durch die Wohnräume gingen, erzählte uns Barbara Hinder, dass ihr Vater einst das Haus für den damaligen Besitzer eingerichtet hatte. Sie findet es nun sehr schön und wertvoll, zu wissen, dass der Vater, der vor xx Jahren verstorben ist, auch einmal in diesem Haus war, in dem nun ihre Kinder aufwachsen.  

Das Wichtigste, das die Einrichtungsexpertin im Innenbereich geändert hat, waren die Böden. Auf diese ist sie auch besonders stolz, es ist ein Nadelholzboden, bei dem die Latten auf Raumlänge geschnitten werden können. Das Holz ist nur eingeseift, sehr pflegeleicht und verbindet durch seine Helle und Materialität Wohnlichkeit mit Moderne. 

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Bei der Einrichtung ist das «Artiana-Rezept» erkennbar: die Basis ist leicht und modern, die Mischung eklektisch, die Details persönlich und die Akzente frech. 

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So einfach geht das: ein übergrosser, antiker Spiegel, davor zwei Sessel Marenco 1970 und ein Beistelltischchen von &tradition, einer der neueren trendy skandinavischen Kollektionen. Im Spiegel sind Corbusiersessel erkennbar, die mit Leinenstoffen bezogen sind und Barbaras momentane Passion: «ein Neonakzent», in diesem Fall ein Hocker von Tom Dixon. 

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Eine andere, grössere Änderung, die vorgenommen wurde, war eine Bodenheizung anstelle von Radiatoren. Das ermöglichte die Idee, breite, niedrige Regale sideboardähnlich unterhalb der Fenster zu installieren und damit viel Staufläche zu schaffen.

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Rundum die grossen Aussichtsfenster, die in den 60ern, anders als heute, nicht auf Bodenhöhe  eingebaut wurden und dadurch wohnlicher wirken. An den Fenstern sind leichte, edle Leinenvorhänge angebracht. Das Sofa, ein Erbstück, ist von Trix und Robert Haussmann, dazu sind Corbusiersessel gestellt, die mit den Leinenpolster leichter und weiblicher wirken, ein Sessel von Casamilano und ein Couchtisch von Established and Sons

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Genauer hinschauen lohnt sich, denn die Details sind zuhause genauso wichtig wie im Geschäft. Sie sind persönlich, liebevoll, reflektieren den Wohnalltag und schaffen auch viel Stil und Eleganz.

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Ein Blick vom Esstisch auf die elegante Sesselecke mit antikem Spiegel, der wiederum die schöne Aussicht auf die umliegende Landschaft der Forch zeigt. 

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Da das Haus in eine Hanglage gebaut ist, befindet sich die Wohnetage einerseits im Parterre, nach vorne hinaus jedoch im ersten Stock. Die Familie wollte unbedingt von der Küche in den Garten gelangen, so entstand die Treppe. Die Küche und der Essraum sind offen zum Wohnzimmer. Für die Küche hat Barbara Hinder Schwarz gewählt, eine wichtige «Artianafarbe». Die Kacheln sind im Stile der Kacheln der New Yorker Subway. Sie sind länglich, es gibt sie auch abgerundet für die Ecken. Um den grossen, langen Esstisch mit Marmorplatte sind ganz unterschiedliche, schwarze Stühle gestellt.

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Auch in der Küche sind bei näherem Hinschauen Stylingideen erkennbar, die man am liebsten sofort kopieren möchte: gläserne Tortenplatten als Fruchtschalen, grüne, französische Trinkgläser und hübsche Rollos aus gestreiften Leinenstoffen.

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Das hübsche und praktische «Vorzeige-Wandregal» bietet Platz für schöne Dinge, Geschirr und Kochbücher. 

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Die selben Subwaykacheln wie in der Küche sind auch in den Toiletten und Badezimmern zu finden. Die Gästetoilette bekam viel Eleganz mit Duftkerzen, Parfums und kleinen Leinenhandtücher, hübsch gestapelt auf schwarzen Glasschalen. Auch hier brechen Leinenvorhänge mit Streifen gekonnt den «slicken» Glamourlook.

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Leichtigkeit und Frische vermitteln die weissen Subwaykacheln im Badezimmer. Dazu sind hier zartrosa Leinenvorhänge an den Fenstern angebracht.

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Schön ersichtlich sind die raffinierten Kacheldetails, wie die schönen Rundungen an Eckpartien und die eingebaute Seifenschale.

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Familienfotos einfach und dekorativ auf einem Magnetpinboard mit Metallrähmchen. 

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Auch im Schlafzimmer lässt sich's wohnen, dank grossem Sessel, Stehleuchte und prakischem Arbeitstisch am Fenster. 

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Mit Neonakzenten spielt Barbara Hinder momentan überall: Hier ist ein gestickter Rand auf edler Leinenbettwäsche in Neonorange.

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Auf dem Gästebett liegen eine grosse Decke aus Waffelstoffdecke und Kissen aus gestreiftem Leinen. Als Nachttischchen dient ein schwarzer Lacksatztisch.  

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Vintage und Antik in harmonischer Nachbarschaft mit Moderne und Alltag.

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Die Kinderzimmer haben hauchzarte Wandfarben, praktische Möbel und Platz zum Spielen und Arbeiten.

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Zartes Grün als Wandfarbe, helle Möbel, und ein vollbepacktes Holzregal: Die Zimmer der Kinder verbinden Schönheit mit praktischem Wohnsinn, so dass einfach Platz und Ordnung zu schaffen ist. 

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Als Vorhänge ist auch hier, in einem Kinderzimmer, wieder der schlichte, feingestreifte Leinenstoff zu entdecken und die neuste Spielleidenschaft, eine rosa Hütte und ein Plüschpferd mit Socken!

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Weil Rita Palanikumar, die Sweet-Home-Fotografin, dieses Bild so liebt, zeige ich hier natürlich gerne nochmal den gelungenen Anbau von Balkon und Treppe. Schön ist auch das weisse Linienspiel der Architektur, das in den Vintage-Korbmöbeln wieder aufgenommen wird.

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Und dieses ist mein Lieblingsschlussbild der wundervollen sommerlichen Sweet-Home-Story mit fröhlichen Kindern, die uns ganz aufgeregt durch Haus und Garten begleiteten; mit sonnigem Wetter; einem sympathischem Familienlunch, zu dem Papa nach Hause gekommen ist - und natürlich vielen Einrichtungsinspirationen, die wir mit nach Hause nehmen können.

Barbara Hinders Webseite: www.artiana.ch

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