Willkommen in der Stadtküche

Alle lieben die Landküche, dabei hat die Stadtküche durchaus auch ihren Charme und dabei erst noch viel zu bieten. Hier ein paar feine Rezepte und Einrichtungsideen.
sweet home

Die urbane Küche

Klar liebe ich das Land und die rustikale Küche, die Idee von ländlicher Gemütlichkeit und Idylle. Aber mein Leben findet in der Stadt statt. Meine Küche ist eine Einbauküche, die ich zwar immer wieder versuche gemütlicher zu gestalten und für die ich auch fleissig Ideen und Inspirationen hier poste. Dennoch liebe ich sie und auch mein Leben in der Stadt. Die Busse fahren an meinem Küchenfenster vorbei, und manchmal hupt meine Freundin Dorothée, oder eine Nachbarin winkt. Ich bekomme das Gemüse vom Bauern, wenn ich es auf den Markt schaffe, ansonsten kaufe ich es Bio, denn Bioläden habe ich zwei in der Nähe. So ist eben das urbane Leben hier in Zürich, gar nicht so schlecht, finde ich. (Bild: Fantastic Frank)

sweet home
Lauch mit Linsen
Was macht denn eigentlich den Unterschied aus zwischen der Land- und der Stadtküche? Das Essen auf die urbane Art ist leichter, marktfrisch und hat einen gewissen Chic. Es wird in kleineren Portionen und auf unkomplizierte, elegante Art serviert. Die rustikale Küche ist eher deftig und sieht auch so aus. Eine ländliche Mahlzeit passt gut in Keramikteller und -schalen. Mögen tun wir beide Arten von Essen. Dieses einfache Gericht mit Lauch und Linsen, serviert in einer schlichten weissen Schale, schmeckt herrlich als Lunch oder Abendessen und trägt ein wenig Paris in sich. (Bild über: Wit and delight)

Zutaten für 2 Personen:

Zubereitung:

3 Lauchstängel

2 EL Butter

1 EL Honig

Salz und Pfeffer

300 g schwarze Linsen

2 dl Weisswein

5 dl Gemüsebouillon

1 unbehandelte Zitrone, Saft und abgeriebene Schale

1 Schalotte, fein gehackt

Olivenöl

Parmesan, gerieben

Petersilie gehackt

Brotkrumen, geröstet

Kochen Sie die Linsen auf kleinem Feuer mit Wasser etwa 10 Minuten. In der Zwischenzeit braten Sie die Schalotte in ein wenig Öl an. Nun giessen Sie das Wasser der Linsen ab und geben die Schalotten und das Öl, die abgeriebene Zitronenschale, den Zitronensaft, den Wein und die Bouillon zu den Linsen. Etwa 15–20 Minuten köcheln. Schneiden Sie das Grün vom Lauch ab, und waschen Sie die Lauchstängel gut. Halbieren Sie sie, und braten Sie sie mit der Schnittseite nach unten in der Butter mit Honig an, bis sie leicht goldbraun werden. Wenden und ein wenig Wasser und Salz dazugeben. Zudecken und etwa 20 Minuten köcheln lassen. Nun giessen Sie eventuelle Flüssigkeit von den Linsen ab. Servieren Sie pro Portion je 3 Lauchhälften. Mischen Sie die Linsen mit der gehackten Petersilie und ein wenig geriebenem Parmesan. Servieren Sie die Linsen über dem Lauch, und verteilen Sie einige in Butter und ein bisschen Salz geröstete Brotkrumen darüber.

sweet home

Viel Neues auf dem Küchenregal

In der Stadt setzt man sich gerne mit den neusten Trends auseinander. Das gilt auch in der Küche. In ist gerade alles aus edler Keramik, Holzbretter, handgehäkelte Topflappen sowie Küchenwerkzeug und Besteck in Gold. Auf jedem hippen Küchenregal ist das Kochbuch von Kinfolk und mindestens eines von Ottolengi. Essen tut man gerne aus Schälchen, und Quinoa oder Chiasamen sind abgefüllt in hübsche Gläser. Alle Accessoires sind von Bloomingville.

sweet home
Crêpe-Lachs-Kuchen
Eine beliebte Mahlzeit in der Stadt ist zum Beispiel der Weekend-Brunch. Dazu passt eine Art Kuchen aus Crêpes und Rauchlachs perfekt. Er gibt aber auch einen feinen Lunch oder ein kleines Mitternachtsfest ab, das am besten mit einem Glas Champagner serviert wird. (Bild über: Basil genovese)

Zutaten:

Zubereitung:

250 g Mehl

4 Eier

5 dl Milch

1 Prise Salz

50 g geschmolzene Butter

2 Becher Crème fraîche

1 Stück Meerrettich, fein gerieben

500 g Rauchlachs in dünnen Tranchen

2 Bund Schnittlauch, in Ringli geschnitten

Salz und Pfeffer

 

Die Eier verrühren, Mehl, Milch und Salz beifügen und gut vermischen. Die zerlassene Butter beifügen und die Masse zu einem Teig verrühren. Den Teig 1 Stunde ruhen lassen. Danach dünne Crêpes in einer flachen, grossen Bratpfanne oder auf einem Crêpeeisen backen. Mischen Sie die Crème fraîche mit den Schnittlauchringli, ein wenig Salz, Pfeffer und dem abgeriebenen Meerrettich. Nun bestreichen Sie die Crêpes mit der Crème-fraîche-Mischung, belegen sie mit Lachstranchen und türmen die belegten Crêpes zu einem Kuchen auf. Zuoberst mit Crème fraîche und Schnittlauch garnieren. Sie können den Crêpes-Lachs-Kuchen  zum Servieren in Stücke schneiden. 

sweet home
Kräuterkartoffeln
Urbane Gerichte sind eigentlich ländlich, bloss mit einer Portion Raffinesse. Diese supereinfachen Kräuterkartoffeln sind ein gutes Beispiel dafür. (Bild: Alexandra cooks)

Und so gehts:

Mischen Sie in einer Küchenmaschine 1 Bund Estragon, 1 Bund Petersilie, 1 EL Dijonsenf, mit 3 EL Schnittlauchringli 1 EL Zitronensaft, 1 Prise Salz und 100 g Butter. Kochen Sie kleine, junge, ungeschälte Kartoffeln, und mischen Sie sie mit der Kräuterbutter. 

sweet home

Platz für gute Flaschen

Die besten Ideen sind immer die, die so einfach sind, dass man sich fragt, weshalb man nicht selbst darauf gekommen ist. So ist das mit diesem genial eingeteilten Regal, entdeckt auf dem Blog Apartment 34. Hier sind Regalflächen verkreuzt diagonal unterteilt und bieten den perfekten Platz für ein paar gute Flaschen Wein.

sweet home
Salat am Stück
Wer sagt denn, dass Salat unbedingt in Blättern gegessen werden muss? Schneiden Sie ihn doch mal in Schnitze, und servieren Sie ihn mit einer feinen Sauce. Chic, elegant und überraschend. (Bild über: Daily visual overdose)

Rezept für eine feine Kräutersalatsauce: 

Geben Sie 2 EL Dijonsenf, 2 EL Weissweinessig und 1 EL Honig mit 1 Bund Estragon, 5 EL Haselnussöl, 2 EL Olivenöl und 3 EL griechischem Joghurt in eine Küchenmaschine, und vermischen Sie alles gut. Nun mischen Sie 1 Prise Salz und 2 EL Schnittlauchringli unter. 

sweet home

Auf Tuchfühlung

Kürzlich war ich in einer wirklich wunderschönen Wohnung, die fantastisch eingerichtet war. Es war die Art von Wohnung, welche sich praktisch jeder wünscht. Aber sie hatte keine Küchentücher, das heisst bloss ein paar alte, löchrige. So hat eben jedes Paradies seine kleinen Holpersteinchen, was auch beruhigend ist, denn Perfektion ist nie charmant. Ich aber finde Küchentücher kann man nie genug haben, vor allem da die neuen Küchentücher, wie diese tollen Exemplare hier von Ferm Living, alles andere als kleinkariert sind. Küchentücher sind übrigens auch gute Mitbringsel, wenn man eingeladen ist zum Brunch oder Dinner. 

sweet home
Eggs Benedict
Ich liebe Eggs Benedict, sie erinnern mich immer an New York und an die 80er-Jahre. Die klassischen Eggs Benedict werden auf englischen Muffins mit kanadischem Bacon und Sauce hollandaise serviert. Eine europäische Version entsteht mit Parmaschinken und Ciabatta. Toasten Sie Ciabattascheiben. Kochen Sie verlorene Eier. Bestreichen Sie die Brotscheiben mit Butter, belegen Sie sie mit Parmaschinken, und legen Sie pro Brotscheibe ein verlorenes Ei darauf. Geben Sie über jedes Ei einen guten Esslöffel Sauce Hollandaise, streuen Sie Schnittlauchringli darüber, und würzen Sie mit Meersalz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle. (Bild über: Pantry and table)

Rezept für Sauce Hollandaise:

Zutaten:

Zubereitung:

125 g Butter

2 Eigelb

1 EL Estragonessig

einige Estragonblätter, fein gehackt

1 KL frisch gepresster Zitronensaft

ein wenig Eiswasser

Salz und Pfeffer

Schmelzen Sie die Butter, und entfernen Sie den weissen Schaum, der sich an der Oberfläche bildet. Nun verrühren Sie das Eigelb mit dem Estragonessig, dem gehackten Estragon, dem Zitronensaft, einer Prise Salz, ein wenig Pfeffer und dem Eiswasser. Erhitzen Sie Wasser in einer Pfanne, und geben Sie die Schüssel mit der Eimischung in das warme Wasser. Unter ständigem Rühren mischen Sie nun die Butter darunter.

Sweet home

Kochbuch-Bibliothek

Wer gerne kocht, hat auch die entsprechende Literatur zu Hause. Kochbücher bereichern aber nicht nur das Leben und die Kochkünste, sondern geben einer Küche ein gewisses Flair und Stimmung. Wenn Sie sie auf solche Listenregale stellen wie auf dem Bild, entdeckt auf dem Blog Apartment 34, dann können Sie sie auch aufklappen und somit das Rezept während des Kochens gut lesen.  

sweet home
Muscheln im Sud
Das Schöne am Stadtleben ist, dass man praktisch alles fast immer bekommen kann, und in einer kleinen Stadt wie Zürich ist auch alles in der Nähe. So ist denn dieses Muschelrezept durchaus auch für einen Wochentag eine gute Idee. (Bild über: Daily dose of stuff)

Zutaten:

Zubereitung:

1 kg Vongole Veraci

Olivenöl

2 Schalotten, in Ringe geschnitten

1 Peperoncino, fein gehackt

1 Stange Sellerie, fein gehackt

3 dl trockener Weisswein

1 Bund Petersilie, gehackt

Salz und Pfeffer

Zitrone

Olivenöl in eine Pfanne geben und die Schalotten, den Peperoncino und den Sellerie beigeben. Andünsten. Die gewaschenen und geputzten Muscheln beigeben, und sobald diese beginnen, Flüssigkeit abzugeben, den Wein dazugiessen, Kräuter beigeben, würzen und zudecken. Ab und zu ein wenig schütteln und ca. 10 Minuten kochen, bis sich alle Muscheln geöffnet haben. Die Petersilie dazugeben und mit Baguette servieren.

sweet home

Gittertrick

Damit man einfach Dinge wie Kochwerkzeug zur Hand hat, hilft ein Gitter, an das man sie hängen kann. Da haben gleich auch kleine Kräutertöpfchen Platz. (Bild über: Keltainen talo rannala)

sweet home
Gin Fizz
Meine Küche und mein Haushalt sind zu wenig mondän für Cocktails. Aber ich stelle mir immer vor, dass ich eines Tages eine kleine Cocktailbar habe und ab und zu einen Cocktail mixe, so wie in den amerikanischen Spielfilmen aus den Fifties oder bei «Mad Men». Doch dann denke ich wieder, wie fürchterlich unglücklich die meisten dieser Frauen waren und wie lange es doch braucht, um die Haare zu solch tollen passenden Frisuren zu toupieren! Doch Spass beiseite, einen Cocktail wie den klassischen Gin Fizz kann man immer mixen, wenn man Gin und Zitrone zu Hause hat. (Bild: Chez us)

Zutaten:

Zubereitung:

4,5 cl Gin

3 cl frisch gepressten Zitronensaft

1 cl Zuckersirup 

sprudelndes Mineralwasser

Mischen Sie alle Zutaten ausser das Mineralwasser in einem Mixbecher, und giessen Sie den Cocktail in eine schicke Cocktailschale ab. Mit Mineralwasser auffüllen und mit dünnen Zitronenscheiben garnieren.

sweet home

Das Küchenmobil

Praktische Küchenhilfen sind Rollmöbel. Darauf haben Dinge Platz, die man gerne zur Hand hat und die sonst auf keiner Ablage Platz haben. Auch kann man sie einfach wegschieben, wenn sie gerade im Weg stehen. (Bild über: The kitchn)

 

13 Kommentare zu «Willkommen in der Stadtküche»

  • Christel Kohler sagt:

    Liebe Frau Kohler
    Danke für diese wunderbaren Ideen, Bilder und Rezepte! Und vor allem danke für die Druckfunktion, mit der ich die Rezepte schnell zur Hand habe, super!
    Ich lese Ihre verschiedenen Blogs schon lange mit grosser Wonne.
    Freundliche Grüsse aus Basel
    Christel Kohler :-)

  • Lichtblau sagt:

    Wunderbare Rezepte, koche ich gerne nach. Nur der Titel „Stadtküche“ ist etwas schräg. So nannte sich bis vor nicht allzu langer Zeit eine Einrichtung, welche – zumindest in Zürich – eher nicht so raffinierte Mahlzeiten an Kinderhorte und Spitäler lieferte. Ursprünglich hiess das „Volksküche“ und sogar „Armenspeisung“.

  • Ri Kauf sagt:

    Mmmmmmmh! toll! Lauch mit Linsen? Interessant. Muss ich subito nachkochen und morgen auf dem Märt die Zutaten poschten. Stimmt schon, auf dem Land kommt man nicht immer so leicht zu Bio. Das Gemüse vom Markt ist einfach immer viel frischer als aus dem MIGROS, Alnatura oder coop.

  • Barbara Grohé sagt:

    :)) Wenn man diese Gerichte nachkocht, also so richtig kocht dann wird es warm und dampfig und fettig in der Küche. Ich weiss wovon ich rede. Und dann stellt man Teller, Dosen und sämtlichen Deko-Kram in Schränke/Vitrinen. Das gleiche gilt für Kochbücher. Sieht ja alles immer superstylisch aus. Aber was meinen Sie wie die Regale nach 3 Monaten aussehen? Viel Spass beim Putzen!!

    • Lotti sagt:

      Ich will nicht sagen wie alt ich bin, nur dass ich schon immer in offenen Kuechen gekocht habe und noch immer in einer solchen koche. Wenn es keine offene Tablare oder Gestelle gab, haben wir solche neu eingerichtet fuer all meinen Kries-Kram, fuer die handgemalten Teller, die eigenartigen Schalen und Vasen aus aller Welt. Fuer Grosi’s alter Teekrug. Und eine Holzkelle die 200 Jahre alt sein soll. Alles zum bewundern und antasten und immer in Gebrauch am Herd, am Tisch in der Mitte, und auf dem Sofa nebenan. Von fettig keine Rede; vom putzen auch nicht. Aber gemuehtlich ist’s.

  • Astrid Panitz sagt:

    Die Idee mit dem Gitter ist ja super. Aber wie ist es denn bloss befestigt? Wäre froh, wenn mir jemand die Augen öffnen könnte.

  • marie sagt:

    mmmmmhhhh… muscheln. himmlisch!

  • zumfressngern.ch sagt:

    Der Lauch mit Linsen sieht gut aus.

  • Stibe sagt:

    Gute Rezepte, kompliment! Immer eine Freude diesen Blog zu lesen. Ich ändere die Gerichte jeweils nach meinem Gusto ab, denn ich bin ein lustvoller, kreativer Koch und kein Kopierer. https://lustvollkochen.wordpress.com/

  • Uli F sagt:

    Alles wunderbar, aber das Rezept von Sauce Hollandaise ist schon sehr einfach erklärt. Viel Vergnügen beim nachkochen………..

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.