Location, Location, Location!

Marianne Kohler am Freitag den 11. Januar 2013

Wenn ich beim Spazieren mit meinem Hündchen Miss C. vom Wald in die Wohnquartiere komme, überfällt mich oft ein kleiner Schock. Wir haben wunderschöne Landschaften, vergleichbar mit all den tollen Locations, in denen sich die Häuser in der Architekturkategorie von Sweet Home oft befinden, aber es scheint, dass die Landschaft meist ignoriert wird und unsensiblen Überbauungen weichen muss. Wie gewaltige Landschaft und moderne Architektur harmonieren können, zeigt das Apple Bay House, ein flaches, diskretes Gebäude, das die Architekten Parsonson in Neuseeland entworfen haben.

Architektur: Parsonson

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Ein Traum von einer Location! Mitten in der saftig grünen Natur, in einer idyllischen Meeresbucht liegt das Apple Bay House der Architekten Parsonson. Es ist im Midcentury-Retrostil gebaut, flach, elegant und respektvoll in die Umgebung eingebettet.

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Das Haus steht mit seinen feinen Linien und neutralen Tönen im Gegensatz zur sanften, weichen Landschaft und den üppigen Naturfarben. Diese Architektur will weder dominieren noch sich anbiedern, sondern sich einfach mit Eigenständigkeit und Eleganz in die Umgebung integrieren.

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Durch die vielen Fensterfronten und die Transparenz wird der Blick auf die Umgebung ein Teil der Architektur. Die Materialien für den Innen- und Aussenbereich harmonieren leider nicht so gut. Aber die Proportionen der Räume wirken harmonisch und alltagstauglich.

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Im Innenbereich hat der Architekt mit verschiedenen Ebenen, Durchsichten und Materialmischungen gearbeitet. Entstanden sind grafische, leicht wirkende Räume mit viel Wohnlichkeit.

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Das Haus ist ein Ferienhaus und wurde auf Land gebaut, das der Familie seit den 30er-Jahren gehört. Die Besitzer, ein Paar, das im Filmbusiness arbeitete und nun eine Kaffeerösterei besitzt, lieben die Theatralik der Umgebung und wollten sie so wenig wie möglich stören. So ist ein Haus entstanden, das aus zwei Pavillons besteht: ein grosser, höher angelegter, der die Wohnräume beinhaltet, und ein kleinerer, tieferer, in dem sich die Schlafzimmer befinden.

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Im neuseeländischen Englisch heissen Ferien- und Wochenendhäuser «Bach» und sind auch so etwas wie Hütten. Unkompliziertheit und Einfachheit ist auch im Apple Bay House wichtig. Das zeigt sich in der einfachen Anlegung der Räumlichkeiten und deren Funktionen.
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Keine Kommentare zu „Location, Location, Location!“

  1. Quentin sagt:

    Da muss ich aber laut lachen. Wir leben seit Jahren hier in Neuseeland. Fragen Sie mal die “Architekten” wie die Haeuser in 15 Jahren aussehen, respektive ob die nach dieser Zeit immer noch stehen. Hier in NZ gilt zu 90% aussen fix und innen nix.
    European Style – A E G

  2. Walter Bossert sagt:

    Genau, dieser Herr Location sieht das schon richtig. Nur stat Neuseeland würde ich diesem Herrn empfehlen heute noch nach Australien zu fliegen, dort hat es, bezw. hatte es einmal auch solche Locations. Die Heizung soll dort gratis sein und das Land günstig!

  3. Filo Sof sagt:

    Die Küchenecke ist ein Graus – lieblos eng, farblich öde, wenig Ablagefläche, Boden dunkel (gut für die Ungeziefer). Auch wenns nur ein Feriendomizil ist, sollte das berücksichtigt werden. Dafür in allen anderen Räumen Fenster so hoch, nur mit Teleskopwischer zu erreichen.

  4. marie sagt:

    ich kann innerhalb ein paar stunden meine 7 sachen packen und dort einziehen. sollte das haus nach ca 10 jahren zusammenbrechen, wäre auch innerhalb ein paar stunden gepackt. aber bis dahin ziehe ich dort ein. schön!

    • Quentin sagt:

      …. sehr gut, und wer bezahlt diese teueren Bruchbuden! Das Land hier ist guenstig, da es sehr viel davon hat. Das Material ist absolut ueberteuert, obwohl es auch aus China kommt und China bekanntlich naeher liegt. Wir auf jeden Fall koennen nur noch lachen, wenn man solche Sachen cool findet. Wir wohnen hier an einer der schoensten Kuesten, sehen viele solcher Blickfaenge und sehen nebenbei auch die gleichen Bauten nach acht und zehn Jahren. Wir sehen, dass Haeuser nach dieser
      Zeit abgerissen und neu gebaut werden muessen, weil das Dach laesst, die Fassade schimmelt und und und…
      Wenn man natuerlich Geld zu aus dem Fenster werfen hat, ist das kein Problem. Wir unsererseits werden hier keinen Rappen mehr fuer diese ach so guten Architekten mehr spenden…..

  5. Francesca Mettier sagt:

    Auuutsch, ist das aber gemütlich hier drin! Es ist nur die hässliche Umgebung, die dieses Wunderwerk der Architektur verschandelt!!!

  6. Dani sagt:

    Muss ein Haus 200 Jahre stehen? Bei alle den hässlichen Bauten hier, wäre es gut, diese würden nach 20 Jahren ersetzt. Die Architekten sollten für ihre Verschandelungen bestraft werden. Heute wird doch nur noch geklotzt! Irgendwelche Beton-Schachteln mit einigen Fenstern, fertig; gleich zur nächsten Schachtel!

    • Francesca Mettier sagt:

      ……die aber immer und auf jeden Fall mit null Aufwand dem “Architekten FSB” (früher schlechter Bauzeichner) einen Haufen Geld einbringt. Aber recht so. Die Minimalisten, denen dieser Stil ( zwar nicht) gefällt, die sich aber vom Irrglauben leiten lassen, mit dem Erstellen solcher Grauslichkeiten besonders cool und trendy zu sein, sollen nur etwas dafür bezahlen, dass sie dazu beitragen, dass die ganze Schweiz langsam zu einem einzigen grässlichen Ghetto verkommt.

  7. Joerg Hanspeter sagt:

    Da sieht man wieder einmal, wie man “Künstler” hochjubeln kann. Das einzige, was ich hier erkennen kann ist die Tatsache, das sich der Erbauer in der Grösse (Höhe) des Hauses beschränkt hat und das Gebäude dadurch recht wenig sichtbar ist. Das wäre aber bei jedem anderen Baustil auch so, nicht nur nur bei neo-blabla, oder mid-gaga Stil. Ein kleines Haus wenig sichtbar in einen bewaldeten Hang zu bauen ist nur wirklich keine Kunst. Meine Kritik richtet sich aber nicht gegen den Erbauer, er hat das meiner Ansicht nach schön gelöst.

  8. Beat sagt:

    Toll wie das in die Landschaft passt. Die Neuseeländer werden sehr wahrscheinlich kaum üpber ein neues Raumplanungsgesetz abstimmen müssen, denn hier in der Schweiz wären auf demselben Bild sicher noch zehn weitere Häuser sichtbar.

  9. Tom Müller sagt:

    Zugegeben, das Haus wurde gut in die Umgebung integriert. Ich finde es trotzdem völlig daneben, eine solch schöne Umgebung mit einem Hausbau zu verschandeln. Offenbar ist auch in Neuseeland die Zersiedelung des Landes gang und gäbe. Einfach nur Schade und vollkommen unnötig! In diesem Punkt muss endlich ein Umdenken stattfinden, bevor es zu spät ist!

  10. Christian Duerig sagt:

    Googlen Sie nach Frank Lloyd Wright “Falling Water” und schauen Sie sich die Bilder an. Kaum etwas hat sich am Stil geändert. Es sind nur neue Materialien hinzgekommen.
    Ein Gebäude für viele 200 Jahre zu bauen gehört der Märchenwelt an. Die Entwicklungen sind so erfolgreich, dass wir uns mehr mit der Funktionalität eines Hauses auseinandersetzen können. Wünsche werden verwirklicht und nicht mehr geträumt. Die Häuser lassen sich leicht umbauen, erweitern und abbauen, ja sogar ersetzen. Sie müssen eines: Dem aktuellen Wunsch entsprechen. (Das kann sogar ein Zelt, Iglu, Kartonbox, Titanbunker uam. sein.)

    • Quentin sagt:

      Es geht nicht um 200 Jahre….. 30 Jahre sind hier schon epochale Wuensche. Aber wir leben ja in einer Wegwerf Gesellschaft… aufbauen einziehen…. abreissen…. oder im Schimmel wegen katastrophaler Bausubstanz ersticken.

  11. Rolf Zeller sagt:

    @Tom Müller,war vor Jahren das erste Mal in Schweden.Mietauto,fahrt in die Scheren von Stockholm und suche nach einem Hotel.Keine Karte einfach so,Landschaft einmalig schön,wunderte mich anfangs,dass es keine Haltebuchten mit “Bänkli” zum verweilen hatte.Da konnte aber ja ein Hotel nicht weit sein.Hatte Glück,fand nach einer Stunde zufällig eines,das Nächste wäre über 60km weiter gewesen.Das kommt, wenn man als Schweizer die Dinge sieht.Sagte später immer, es sah aus wie im schweizer Nationalpark einfach am Meer und überall sind mitten im Wald hübsche Ferienhäuschen,an Orten wo wir nicht vom Weg abweichen und auch kein Feuer machen dürften.Auch was schön und passend ist erlebe ich täglich ,wenn meine Frau sieht was ich angezogen habe, da bleiben dann immer Differenzen in der Sicht der Dinge!

  12. Gerd Fehlbaum sagt:

    Was denn da so angepasst an die Natur sein soll, ist mir schlicht nicht aufgefallen. Ein weiteres Haus der Sorte “Schön von INNEN RAUS zu schauen” (da keine Nachbarn), aber HÄSSLICH von Aussen, weil es ja gerade mit der Natur NICHT harmoniert. Neuseeland wimmelt von diesen aufgeblasenen Pseudohütten. Die HÄSSLICHSTEN Ferienhäuser habe ich diesem Land gesehen, in den Jahren, wo ich dort lebte. Ich sah aber auch die SCHÖNSTEN Ferienhäuser! Es ist aber kaum anzunehmen, dass der Tagi je über ein (Ferien)Haus berichten würde, das A) bescheiden ist, B) von Pflanzen überwuchert,, C) einen krummen Eingang hat… Etc.
    Das einzig schöne am hier portraitierten Haus ist die wilde Natur darum herum! OHNE Haus wäre dieses Photo noch schöner…

  13. Rolf Bänziger sagt:

    Da haben diese “Architekten” schön abgeschaut bzw. kopiert! Schön aber nicht bahnbrechend, schon eher banal. Erstes Semester Architekturstudium…

  14. Markus sagt:

    Ich bin froh, dass wir in der Schweiz trotz viel dichterer Besiedlung als in Neuseeland noch Landschaften haben, in denen keine solchen möchtegern-Designerbauten stehen. Einen alten schiefen Stall finde ich jedenfalls passender in der Landschaft als dieses Haus.

    • Francesca Mettier sagt:

      Und dennoch hat es schon viel zu viele dieser hässlichen Kisten, von denen man den Eindruck hat, dass irgendwelche Architekten ihre perversesten Albträume irgendwie verarbeiten mussten. Ganz zu schweigen von den Bauherrschaften. Wie gaga müssen die wohl sein, um sich für diese mausgrauen Horrorbehausungen auch noch von besagten Architekte fett abzocken zu lassen!

  15. Marcel Zufferey sagt:

    Also den Hinweis auf die lausige Bauqualität in Neuseeland habe ich notiert. Warum zerfallen die Häuser denn so schnell? Schlechte Materialien, schlechter Beton, miese Fenster? Wird nur das billigste Material verbaut? Oder macht das feucht-tropische Klima den (meisten) Häusern schon nach kurzer Zeit den Garaus? Ich plane in absehbarer Zeit ein Haus in Südostasien zu bauen und mache mir eine Menge Gedanken, vor allem zu den verwendeten Materialien und dem Klima. Baulich werde ich mich an der mehrhundertjährigen Traditionen der Region orientieren, vor allem beim Dach. Fenster kommen voraussichtlich aus Polen oder aus der Schweiz. Wer kann mir gute Tips für das Bauen in den Tropen geben?

    • Walter Bossert sagt:

      Achtung, Termiten! Diese Vicher werden jegliche Hölzer aus Europa in kurzer Zeit aufgefressen haben. Selbst einheimische Hölzer, auch oberflächlich behandelte, werden angegriffen. Schutz dagegen schwierig. Zusatztip: Bauen Sie ja nicht in einem Ueberschwemmungsgebiet!

  16. Rolf Schumacher sagt:

    Wenn das ganze Haus so gebaut ist wie der Chemineeabzug, dann steht es wirklich nicht lange. US-Autos, UK-Food, Aussie-Minen (Uranmine offen abgebaut in einem Nationalpark) und NZL-Locations aussen Hui innen Pfui. Na also da bin ich mit meiner Wohnung in der Schweiz zufrieden. Noch was—-wenn sie bei uns einen Elektriker, Maurer, Zimmermann bestellen kommt meistens einer der sein Handwerk versteht (Falls nicht haben sie Rechtsschutz). In den USA-AUS-NZL-CA-UK kommt irgendwer. Vielleicht versteht er etwas von seiner Arbeit und oft sind es gorssspurige Billigbastler. PS: Studiert mal die Energie- und Sicherheitstandards der angelsächsischen Superbauten. UK lebt von der Grossfinanz und der Ausbeutung der Kolonialstaaten. Handwerk, Naturschutz haben das Nachsehen. Makler rennen im Anzug durch Manhatten und lassen unausgebildete Hispanics, Asiaten und Schwarze billig Häuser bauen um sie völlig überteuert zu verkaufen (Immoblase!!!!)…..

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