Wir lieben die Berge. Daher interessieren uns auch die Häuser, die dort stehen. Das Casa Baltanás in Galizien ist ein wunderschönes Beispiel eines modernen Berghauses, das trotz seiner Andersartigkeit perfekt in das Dorf und in die Landschaft passt.
Dieses schöne, schlichte Berghaus steht in Paderne, einem galizischen Dorf, und passt in seiner modernen Selbstverständlichkeit perfekt in die Umgebung. Wie die umliegenden traditionellen Häuser und Hütten ist es aus Holz, Stein und Schiefer gebaut.
Der Holzteil steht auf einer Steinbasis und geht in sie über. Das Haus liegt auf einem kleinen Felsvorsprung und bietet durch ein grosses Fenster Ausblick auf die Landschaft.
Das grosse Fensterband entlang der Hausfront sorgt für viel natürliches Licht und verbindet den Innenraum mit der galizischen Landschaft. Der Innenausbau ist vorwiegend aus Holz, und der Raum ist in verschiedene Ebenen unterteilt. Das lässt ihn grosszügig erscheinen.
Im hinteren Teil des Hauses sind die Schlafzimmer mit vielen Schlafmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen. Hier sorgen kleine Fensterluken für Licht.
Der frische und moderne Innenausbau kommt auf diesem Bild besonders gut zur Geltung. Naturbelassenes und weiss gestrichenes Holz, Steinmauern und geschickt verschachtelte Ebenen fügen sich auf leichte und interessante Art zusammen.
Das Berghaus bietet eine unverbaute Sicht auf die Landschaft. Schlicht und symmetrisch und aus lokalen Materialien gebaut, ist seine Modernität eine Bereicherung für das kleine, traditionelle Dorf.
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Ein wenig schade, dass der Architekt auf den kleinen Dachüberstand, wie ihn die traditionellen Häuser rundherum haben, verzichtet hat. “Modern weiterbauen” ist fein, aber auf konstruktiv wichtige Elemente (Fassadenschutz) zu verzichten sollte bessere Gründe als nur ästhetische Abgrenzung haben. Sonst muss man es Manierismus bezeichnen.
Auf den Dachüberstand zu verzichten scheint eine weit verbreitete “Krankheit” bei Architekten zu sein – ist ja nicht das erste Haus, das in diesem Bolg gezeigt wurde und die Ästhetik über alles andere zu stellen scheint…
Schauen Sie sich mal alte Ställe zum Beispiel im Toggenburg an: die haben oft auch keinen Dachvorsprung und wurden ganz bestimmt nicht von “kranken” Architekten geplant. So einfach ist das nicht. Akkurate Konstruktionsprinzipien lassen sich nicht an Äusserlichkeiten festmachen, sondern an der zweckmässigen Lösung von Materialwahl, Verarbeitung und Details.
Allzu üppig fällt der Dachüberstand bei den umliegenden Häusern aber auch nicht aus. Jedenfalls ergeben die paar Zentimeter keinen funktionalen Vorteil. Dann lieber gleich weglassen.
Gion Caminada wird’s wohl kaum sein. Denn der sollte wissen, was konstruktiver Holzschutz ist. Wenn wir schon dabei sind: Die gezeigten Altbauten sind auch nicht gerade Paradabeispiele für eine langwährende Verwendung von Holz: siehe ausgewaschene Tür im ersten Bild.
Bitte schauen Sie genau hin, bevor Sie kritisieren! Vergessen Sie unsere Schweizer Konstruktionsdetails, wenn Sie ausländische Architektur beurteilen!
Die Nachbarhäuser aus Bruchstein verfügen nur über einen minimalen unregelmässigen Dach-Schieferüberstand, der kein Vordach ist und auch keinen Wetterschutz bietet. Dieser Abschluss wäre für eine Holzfassade auch völlig untauglich, da die Fuge zwischen Fassade und Dach nicht regendicht ausgeführt werden kann. Im Gegensatz zu den traditionellen Häuser hat das neue schmucke Häuschen einen Blechabschluss, und es wird durch wasserdichte MDF Platten abgedichtet. Dank dem fehlenden Dachvorsprung wird es durchgehend silbrig vergrauen und keine braune Striemen bekommen.
Ich lese ihre Kolumne mit Begeisterung! Den fehlenden Dachvorsprung bemängle ich ebenso wie Herr Zatelli.
Sobald die Fassadenschalung komplett vergraut ist, sieht man erst, wie gut sich das moderne Haus ins Bestehende integriert.
allerdings vergraut die Fassade nur dann gleichmässig, wenn es eben KEINEN Dachvorsprung gibt. Unbehandeltes Holz kann durchaus bewittert werden und dabei sehr schön altern. Die einzige konstruktive Vorkehrung die zu treffen ist, kein stehendes Wasser zuzulassen und die Stirnseiten der verwendeten Hölzer zu schützen – dann kommt das gut.
Ganz so einfach ist es eben nicht. Insbesondere die Pflege und Instandhaltung wird bei solchen Konstruktionen oft unterschätzt und sträflich vernachlässigt.
Wenn die richtige Holzsorte gewählt und einige elementare Regeln beachtet wurden, ist es eben doch recht einfach. Von mir aus können Sie die Fassade noch einmal im Jahr runterbürsten, damit sich keine organischen Rückstände festsetzen, welche Nährboden für Schädlinge sein könnten.
Bitte verwechseln Sie nicht Galicien / galiCisch, das in Nordwestspanien an der Atlantikküste liegt, mit Galizien / galiZisch, die eine polnische Region ist! Dieses Haus steht ca. 150km vom galicischen Santiago de Compostela entfernt.
Viele Grüsse aus dem spanischen Galicien!!!!
Bild 1: das Haus rechts gefällt mir besser. Ergrautes Holz sieht irgendwie schmutzig, brandgefährlich und herunter gekommen aus. Aber das ist total Geschmacksache. Bild 4 mit den Betten: mutet wie eine Jugendherberge an. Gut, vielleicht wird das Haus auch nur für die Ferien und Wochenenden genutzt. Und ohne Dachvorsprung sieht es tatsächlich etwas seltsam aus neben den traditionellen Häusern. Ich liebe grosse Fenster, kleine a la Freilichtmuseum sind mir ein Graus. Jedoch dieses Fenster lässt total ins Familienleben hineingaffen, da würde ich mich auch nicht wohl fühlen.
ach, dachüberstand hin oder her… das haus ist wunderschön, passt gut in die ortschaft und ist funktionell und komfortabel. hätte auch gerne mehr bilder aus dem inneren gesehen: insbesondere badezimmer/dusche und vielleicht noch küche. auch einfache grundriss-pläne dazu wären doch kein luxus, frau kohler?
so oder so, vielen dank für die immer wieder schönen anregungen! Ihre rubrik ist wie das dessert, das ich eigentlich gerne schon vor dem hauptgang geniessen würde.
Das mit dem Vordach ist offenbar ein grosses Problem… aber in windreichen Gegenden wie an Küsten- oder Bergregionen , wo der Regen hauptsächlich horizontal anfällt macht ein grosses Vordach wenig Sinn. Diese Gegenden kann man nicht mit unseren Verhältnissen z. B. im Bernbiet und im Emmental vergleichen. Solche Vordächer würden nicht lange dem dortigen Wind standhalten. Die traditionellen galizischen Vordächer sind nur so gross, dass das Dachwasser nicht direkt über die Fassade geleitet wird. Aber das wird die Architekten mit verdeckten Dachrinnen gelösst haben.
Wenn man die Mentalität der Galizier kennt… ein wirklich passendes und gelungenes Haus.
ich finde vor allem das proletarische geblöcke wegen dem fehlenden dachvorsprung grässlich. man kann doch etwas genau so bauen, wie man will/wie es einem gefällt.
Der Dachüberstand ist nun wirklich nicht notwendig. Warum die ersten 20cm der Fassade schützen und den Rest nicht? So ergibt sich wenigstens ein einheitliches Bild beim Vergrauen. Also ganz bewusst so gemacht. Wie es aussieht, wurde ein kleines Blech auf die Holzschalung aufgebracht, damit sollte dem Schutz Rechnung getragen werden. Ein klassischer Dachüberstand ist nicht notwendig und hätte das Haus in seiner Erscheinung nicht vorteilhaft unterstützt!
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Marianne Kohler ist Stylistin und Journalistin, sie begann ihre Karriere als Textildesignerin, arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift Annabelle leitete. Heute arbeitet sie für Zeitschriften wie «Glamour» sowie Interior-Firmen im In- und Ausland. Marianne Kohler lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich.
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…das ist ja grässlich.
Ja, sagst nicht! Die haben voll vergessen das Dach weiter runter zu ziehen xD
Nein im Gegenteil, superschön!
Gut gelungen. Gion Caminada, anyone?
Ein wenig schade, dass der Architekt auf den kleinen Dachüberstand, wie ihn die traditionellen Häuser rundherum haben, verzichtet hat. “Modern weiterbauen” ist fein, aber auf konstruktiv wichtige Elemente (Fassadenschutz) zu verzichten sollte bessere Gründe als nur ästhetische Abgrenzung haben. Sonst muss man es Manierismus bezeichnen.
Auf den Dachüberstand zu verzichten scheint eine weit verbreitete “Krankheit” bei Architekten zu sein – ist ja nicht das erste Haus, das in diesem Bolg gezeigt wurde und die Ästhetik über alles andere zu stellen scheint…
Schauen Sie sich mal alte Ställe zum Beispiel im Toggenburg an: die haben oft auch keinen Dachvorsprung und wurden ganz bestimmt nicht von “kranken” Architekten geplant. So einfach ist das nicht. Akkurate Konstruktionsprinzipien lassen sich nicht an Äusserlichkeiten festmachen, sondern an der zweckmässigen Lösung von Materialwahl, Verarbeitung und Details.
Allzu üppig fällt der Dachüberstand bei den umliegenden Häusern aber auch nicht aus. Jedenfalls ergeben die paar Zentimeter keinen funktionalen Vorteil. Dann lieber gleich weglassen.
Gion Caminada wird’s wohl kaum sein. Denn der sollte wissen, was konstruktiver Holzschutz ist. Wenn wir schon dabei sind: Die gezeigten Altbauten sind auch nicht gerade Paradabeispiele für eine langwährende Verwendung von Holz: siehe ausgewaschene Tür im ersten Bild.
Bitte schauen Sie genau hin, bevor Sie kritisieren! Vergessen Sie unsere Schweizer Konstruktionsdetails, wenn Sie ausländische Architektur beurteilen!
Die Nachbarhäuser aus Bruchstein verfügen nur über einen minimalen unregelmässigen Dach-Schieferüberstand, der kein Vordach ist und auch keinen Wetterschutz bietet. Dieser Abschluss wäre für eine Holzfassade auch völlig untauglich, da die Fuge zwischen Fassade und Dach nicht regendicht ausgeführt werden kann. Im Gegensatz zu den traditionellen Häuser hat das neue schmucke Häuschen einen Blechabschluss, und es wird durch wasserdichte MDF Platten abgedichtet. Dank dem fehlenden Dachvorsprung wird es durchgehend silbrig vergrauen und keine braune Striemen bekommen.
Ich lese ihre Kolumne mit Begeisterung! Den fehlenden Dachvorsprung bemängle ich ebenso wie Herr Zatelli.
Sobald die Fassadenschalung komplett vergraut ist, sieht man erst, wie gut sich das moderne Haus ins Bestehende integriert.
allerdings vergraut die Fassade nur dann gleichmässig, wenn es eben KEINEN Dachvorsprung gibt. Unbehandeltes Holz kann durchaus bewittert werden und dabei sehr schön altern. Die einzige konstruktive Vorkehrung die zu treffen ist, kein stehendes Wasser zuzulassen und die Stirnseiten der verwendeten Hölzer zu schützen – dann kommt das gut.
Ganz so einfach ist es eben nicht. Insbesondere die Pflege und Instandhaltung wird bei solchen Konstruktionen oft unterschätzt und sträflich vernachlässigt.
Wenn die richtige Holzsorte gewählt und einige elementare Regeln beachtet wurden, ist es eben doch recht einfach. Von mir aus können Sie die Fassade noch einmal im Jahr runterbürsten, damit sich keine organischen Rückstände festsetzen, welche Nährboden für Schädlinge sein könnten.
Bitte verwechseln Sie nicht Galicien / galiCisch, das in Nordwestspanien an der Atlantikküste liegt, mit Galizien / galiZisch, die eine polnische Region ist! Dieses Haus steht ca. 150km vom galicischen Santiago de Compostela entfernt.
Viele Grüsse aus dem spanischen Galicien!!!!
Empfinden es die Bewohner auch als Bereicherung des Dorfes oder nur Designer und Architekten?
Eine Augenweide! Vielen Dank für diese Trouvaille – auf dass ihr noch viele folgen mögen – mit oder ohne Kommentare.
Ich finde diese Architektur sehr gelungen. Ich hätte noch etwas mehr vom Inneren gesehen.
Bild 1: das Haus rechts gefällt mir besser. Ergrautes Holz sieht irgendwie schmutzig, brandgefährlich und herunter gekommen aus. Aber das ist total Geschmacksache. Bild 4 mit den Betten: mutet wie eine Jugendherberge an. Gut, vielleicht wird das Haus auch nur für die Ferien und Wochenenden genutzt. Und ohne Dachvorsprung sieht es tatsächlich etwas seltsam aus neben den traditionellen Häusern. Ich liebe grosse Fenster, kleine a la Freilichtmuseum sind mir ein Graus. Jedoch dieses Fenster lässt total ins Familienleben hineingaffen, da würde ich mich auch nicht wohl fühlen.
von aussen schrecklich
von innen sehr speziell
ach, dachüberstand hin oder her… das haus ist wunderschön, passt gut in die ortschaft und ist funktionell und komfortabel. hätte auch gerne mehr bilder aus dem inneren gesehen: insbesondere badezimmer/dusche und vielleicht noch küche. auch einfache grundriss-pläne dazu wären doch kein luxus, frau kohler?
so oder so, vielen dank für die immer wieder schönen anregungen! Ihre rubrik ist wie das dessert, das ich eigentlich gerne schon vor dem hauptgang geniessen würde.
Zum melancholisch werden perfekt ! Dachvorsprung hin oder her.
Dies ist eine der besten Sites von TA on-line, bitte weiter so !
Warum wurden in den letzten 1000 Jahren immer überhängende Dächer gebaut?
Genau… weil es aus verschiedensten Gründen Sinn macht.
Und mich wundert es immer wieder warum Architekten dies seit ein paar Jahren sträflchst missachten!
das Sache mit den überhängende Dächer beschäftigt auch mich. Ist man aus Kostengründen davon abgekommen?
Und was das Häuschen in Spanien betrifft.
interessant wäre doch auch der Preis:
<1000€/m2
2000€/m2
Und wie sieht es ganz banal mit der Wärmedämmung aus ß Gilt hier auch die ENEV??
Das mit dem Vordach ist offenbar ein grosses Problem… aber in windreichen Gegenden wie an Küsten- oder Bergregionen , wo der Regen hauptsächlich horizontal anfällt macht ein grosses Vordach wenig Sinn. Diese Gegenden kann man nicht mit unseren Verhältnissen z. B. im Bernbiet und im Emmental vergleichen. Solche Vordächer würden nicht lange dem dortigen Wind standhalten. Die traditionellen galizischen Vordächer sind nur so gross, dass das Dachwasser nicht direkt über die Fassade geleitet wird. Aber das wird die Architekten mit verdeckten Dachrinnen gelösst haben.
Wenn man die Mentalität der Galizier kennt… ein wirklich passendes und gelungenes Haus.
Furchtbar eng – hoffentlich muss ich so nie wirklich lange wohnen, und das Wetter ist draussen prächtig, damit ich v.a. draussen sein kann.
Das Berhaus ist wunderschön und passt hervorragend in die Landschaft. Die Einrichtung hat Klasse und schliesst sich dem äussern des Hauses an.
ich finde vor allem das proletarische geblöcke wegen dem fehlenden dachvorsprung grässlich. man kann doch etwas genau so bauen, wie man will/wie es einem gefällt.
Galizien liegt auf dem Gebiet des heutigen Polen und der Ukraine. Die hier angepriesene Bretterbude steht in Galicien (Galicia) im Nordwesten Spanien!
Der Dachüberstand ist nun wirklich nicht notwendig. Warum die ersten 20cm der Fassade schützen und den Rest nicht? So ergibt sich wenigstens ein einheitliches Bild beim Vergrauen. Also ganz bewusst so gemacht. Wie es aussieht, wurde ein kleines Blech auf die Holzschalung aufgebracht, damit sollte dem Schutz Rechnung getragen werden. Ein klassischer Dachüberstand ist nicht notwendig und hätte das Haus in seiner Erscheinung nicht vorteilhaft unterstützt!