Männer wohnen vor allem gerne und nehmen Einrichtung, Design und Stil sehr ernst. Dies beweisen unsere «Sweet Home»-Storys, die wir mit verschiedenen Männern in der Schweiz gemacht haben. Teil 4 der Männerwoche.
Alle Fotos von Rita Palanikumar
MARTIN HAUSER, MÖBELDESIGNER :


Der Wohnraum geht in den Essbereich und in die offene Küche über. Hier hat Martin einen langen Tisch aus seiner Kollektion platziert und Hocker von Max Bill dazu kombiniert. Darunter liegt ein asymmetrischer, handgewebter marokkanischer Teppich in warmem Orange. Ein langes, schmales Regal ist an die Wand montiert. Es dient als Ablagefläche und Stauraum für Geschirr.
Mehr von Martin Hausers Wohnstil sehen Sie auf:Sweet Home bei Martin Hauser, der seine Möbel selbst entwirft
PETER GRÜNBAUM, SAMMLER UND ANTIQUITÄTENHÄNDLER:


Ein anderer Traumberuf – für Grünbaums dritte Karrierephase – wäre Architekt gewesen. «Nur wäre ich als so alter Student nach dem Abschluss wohl nie zu wirklich interessanten Projekten gekommen», meint er. «So konnte ich meine Architekturbegeisterung wenigstens beim Ausbau meiner Loftwohnung ausleben.» Er wollte alles klar, symmetrisch und eckig, sogar die Lichtschalter zeigen keine Abrundungen an den Ecken. Auf beiden Seitenflügeln des grossen Raumes sind Dachschrägen. Hier sind Systeme für Schiebetüren eingebaut. So kann man, wenn man will, den Raum dreiteilen: Küche und Essraum am einen Ende, ein Gäste- oder Arbeitszimmer am anderen.
Mehr von Peter Grünbaums Wohnstil sehen Sie auf:Sweet Home im Loft des Sammlers Peter Grünbaum
ADRIAN HABLÜTZEL, ART DIRECTOR:


Im Zentrum des Wohn-Ess-Zimmers steht ein runder Tisch mit einigen Designerstühlen, an der Wand befinden sich natürlich Regale voll mit Büchern. Die Dinge im Studio und die Dinge zu Hause ähneln sich, da Adrian Hablützel das um sich herum haben möchte, das ihm etwas bedeutet und ihn inspiriert.
Mehr von Adrian Hablützels Wohnstil sehen Sie auf:So wohnt und arbeitet der Art Director Adrian Hablützel
ARTHUR ROOKS, INTERIORDESIGNER UND ANTIQUITÄTENHÄNDLER:


Ein Stückchen Heimat ist in der Whiskybar zu finden. Der gebürtige Amerikaner geniesst gerne einen guten Whisky nach dem Essen. Ganz klar, dass jeder der edlen Tropfen in einer schicken, antiken Glaskaraffe präsentiert wird. Die Flaschen stehen auf einem Holztisch, dahinter lehnt, ganz dekorativ, ein Bild der amerikanischen Flagge an der Wand.
Mehr von Arthur Rooks’ Wohnstil sehen Sie auf:Sweet Home bei Arthur Rooks, der mit Farben und Möbeln spielt
MARIO ROSINUS, ARCHITEKT:


Die Wohnung hat zwei verschiedene Ebenen. Der grosse Wohnraum ist vertieft, das Entree, die Küche, das Schlafzimmer und das Bad sind eine Stufe höher, so hat man beim Eintreten erst mal eine schöne Sicht auf die Wohnung. Getrennt hat Mario Rosinus diesen Bereich mit einem architektonischen Element, welches als praktische Bank neben der Garderobe dient.
Mehr von Mario Rosinus’ Wohnstil sehen Sie auf:Sweet Home bei Mario Rosinus, der sich aus zwei Garagen eine Wohnung baute
RICHARD RAUH, CREATIVE DIRECTOR:


Reisen ist Richard Rauhs Passion, das spiegelt sich in seinem Zuhause wider. Wie bei seinen Idolen Hemingway oder Picasso ist die Faszination für Fremdes, Starkes, Männliches und künstlerisch Relevantes zu spüren. Die Wohnung ist gefüllt mit Sammlungen von afrikanischen Masken, Jagdtrophäen, Schmuck und Kunst. Letztere wurde gekauft, geschenkt oder selbst gemacht. Die vielen Sachen vergrössern die kleine Wohnung, verleihen ihr Bedeutung und Geschichte.
Mehr von Richard Rauhs Wohnstil sehen Sie auf:Sweet Home bei Richard Rauh, der seine Wohnung in ein Kuriositätenkabinett verwandelte
TOBY ALLEYNE-GEE, INTERIORDESIGNER:


Seine kleine Zweizimmerwohnung aus den 70er-Jahren hat Toby Alleyne-Gee so eingerichtet, dass sie auf kleinem Raum all seinen Bedürfnissen gerecht wird. Er liebt es, Gäste zu empfangen, kocht gerne, spielt Klavier und organisiert auch Hauskonzerte. So ist aus dem offenen Wohn-Ess-Raum ein kleiner Salon entstanden, in dem man auf einer perfekt arrangierten Sitzgruppe beieinander sitzen kann. «Es ist wichtig, dass Sofa und Stühle so zueinander stehen, dass eine Unterhaltung überhaupt entstehen kann», meint der Profi. Gekonnt hat er auch ein Farbthema umgesetzt: Blau und Rot sind die Hauptfarben im Raum. Damit diese starken Töne harmonisch zueinander passen, hat Toby die Wände in einem zarten Zitronengelb gestrichen. Die Sitzgruppe, bestehend aus einem grossen, bequemen, mit blauem Samt bezogenen Sofa, antiken, gepolsterten Stühlen aus dem 18. Jahrhundert und einer Sitzbank, wird durch den grossen Vintage-Orientteppich zusammengehalten.
Mehr von Toby Alleyne-Gees Wohnstil sehen Sie auf:Sweet Home bei Toby Alleyne-Gee, der den englischen Landhausstil in seine Wohnung zauberte
IVANO COLOMBO, MÖBELHÄNDLER:


Auch im Haus blühen Pflanzen. Riesige Zimmerpflanzen bringen die Natur ins Haus, grosse, formschöne Töpfe verwandeln die Stube in eine Art Piazza. Die Küche ist offen, schwarz und durch eine Bar getrennt, fast wie ein kleines Strandcafé.
Mehr von Ivano Colombos Wohnstil sehen Sie auf:Sweet Home bei Ivano Colombo, der uns die italienischen Designermöbel brachte
Schlagworte: Männer, Männerwoche
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Marianne Kohler ist Stylistin und Journalistin, sie begann ihre Karriere als Textildesignerin, arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift Annabelle leitete. Heute arbeitet sie für Zeitschriften wie «Glamour» sowie Interior-Firmen im In- und Ausland. Marianne Kohler lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich. 
























































Was fuer ein Beitrag, wieder einmal braucht es eine Menge Geld um solche Wohnungen, meist Raeume, einzurichten. Ein “normaler” kann sie sich nicht leisten. Koennte ich in solchen Wohnungen leben? Sind sie nicht Ausstellungsstuecke? Leblos wirken sie, zu aufgeraeumt, zu gekuenstelt. Fuer mich wenigstens – ich koennte nicht in einer so geschliffenen Wohnung leben, wo finde ich ein Zeichen von “Leben”, von Freizeitarbeit, von Gemuetlichkeit, ein wenig Unordnung?
warum ist unordnung gemütlich? fehlt mir ein irgendein gen, dass ich nicht in einem durchschnittspuff leben möchte? =)
@Kern: Wo liegt eigentlich das Problem, wenn schöne Dinge etwas kosten? Wir leben in einem marktorientierten System in dem jeder (der will) etwas erreichen kann. Es gibt keine “normalen” sondern nur solche die etwas bewegen und solche die sich mit dem Status Quo zufrieden geben. Mir sind übrigens – abgesehen von den Wohnungen von den Herren Hauser und Rosinus – die gezeigten Wohnungen zu unruhig bzw. zu wenig “geschliffen”. Aber jedem so wie er es mag …
und wie wohnt der NORMALE mann, der weder «creative director», noch interiordesigner und antiquitätenhändler ist?
der DURCHSCHNITTLICHE Mann ist entweder zu faul, hat keinen geschmack oder ist aus irgendeinem grund nicht in der lage, sich schön einzurichten: also uninteressant.
JA, das WILL ich auch wissen. Wie wohnt der Student, der Krankenpfleger, der junge Lehrer, der Gleisbauer, der Biologe,…..
das wär mal erfrischend!
“Schlicht und einfach eingerichtet”: täuscht darüber hinweg, dass dieses schlichte Einrichten in der oberen bis obersten Preisklasse angesiedelt ist. Zudem wird die Bezeichnung Designexperte heutzutage inflationär benutzt. Jeder der einen Eames-Stuhl erkennen kann und schon mal was von Breuer, Corbusier und Starck gehört hat ist ein Design-Experte…. :-)
Genau, Ferrari in der Garage und Warhol and er Wand … :D
Aber so ein Vitra Aluminium Chair EA117 möchte ich schon lange, aber ~2500.- sind zuviel und in Ricardo findet man sie immer nur ohne Rollen…
ich warte schon lange auf eine sweet home story von Hans Fischer, Elektroinstallateur.
Wenn ich wissen wollte, wie “normale” Männer wohnen, dann würdei ch ein Buch der Wohnsoziologie lesen oder die Wohnung eines Lokomtivführers, Sachbebearbeiters, Bäckers oder Lehrers besichitigen. Aber ich schaue mir diese Wohnreportage an, weil ich zum Träumen angeregt werden will und Lust habe, das Ungewöhnliche, Glamouröse und Erhabene anzusehen. So sieht es aus …
amen!
Bhüeti Gott, Lisa!
mich würde interessieren, wie hans müller wohnt (monatseinkommen fr. 6000.-, alimentenzahlungen für 2 kinder, alter golf in der garage)
Ich verdiene 9000 Franken, bezahle keine Alimente und fahre Renault. Also bitteschön!
Genau. Warum braucht ihr einen Ferrari in der Garage. Ich habe enen Hyundai 2003er. Der tut es auch. Und meine 11′000 stecke ich in Dinge, die mein Leben bereichern. Alimente gehören sicher nicht dazu. Aber jedem das Seine. Und nicht jammern. Die Lebensplanung könnt ihr selber bestimmen.
Ehrlich gesagt interessiert mich der Durchschnitt nicht. Ich will hier schöne inspirative Häuser und Wohnungen sehen. Und jedermann kann sich ähnlich einrichten… man muss nur entrümpeln, etwas Mut haben, kreativ sein und viel aufräumen und putzen.
Natürlich siehts nicht immer so aus wenn man kleine Kinder hat, aber wenn mal wieder alles durchgeputzt ist, kann man dem schon entsprechen. Und nein, ich will keine Durchscnittswohnungen sehen! Ich finde Sie machen einen tollen Job Frau Kohler (auch wenn es diesmal nur zusammengestückelt war).
Ich finde diese Artikel gut. Wer wissen will, wie Hans Hugentoblerone ab Stange wohnt, der soll einfach wieder mal zu Ikea fahren. Männer mit Geschmack sind gefragt, obs einem gefällt oder nicht, ist eine andere Frage. Schade bei einigen Kommentatoren dieses Artikels ist nur, dass immer das Geld im Vordergrund steht. Ich bin sicher, mit Wille und Kreativität muss es nicht immer der teure Perserteppich sein. Der Ferrari in der Garage ist ein 328, 20 Jahre alt, ein günstiges Modell, aber eines mit sehr viel Stil. Die Monroe von Warhol ist das einzig unpassenden… Es heisst im Blog Sweet Home, nicht Durchschnittszuhause… Und ein kleiner Biss noch zum Kommentar betreffend Unordun: So wies im Aussen aussieht, siehts auch im Inneren eines jeden Menschen aus…
Ich mag unordentliche Menschen. Die mit der Unordnung innen drin.
Sehr geehrter Herr Hegner, Gerne lade ich Sie beim nächsten Einkaufsbummel im IKEA zu einem Gratiskaffee und einem Jorgström Nussgipfel ein! :-)
Ich kann mich den meisten Kommentatoren eigentlich nur anschliessen. Auch musste ich feststellen, meistens ist die Einrichtung nur kühl und sehr, sehr teuer! Ich wohne günstiger und bekomme von meinen Besuchern immer sehr viel Lob über meine Art zu wohnen. Warm, hell und gemütlich, das sind für mich Aspekte.
Will ich sehen! Melden Sie sich doch bei Frau Kohler zwecks Home Story?
Die Werbeagentur Jung von Matt hat einmal das Schweizer Durchschnittswohnzimmer nachgebaut:
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=a9b2bf4d-9ff2-4c6b-bf35-268ab4f07272
Damit dürfte die Frage danach, wie der Schweizer Durchschnittsbürger lebt, beantwortet sein: Spektakulär, insbesondere unter der Annahme, dass in der Garage noch ein Audi Kombi S2 für über 100′000 Franken steht…
Danke für den spannenden Link, war sehr informativ zu sehen, wie der Durchschnittsschweizer wohnt. Ich lese und schaue Sweet Home gerne, weil es viele interessante und auch ausgefallene Ideen hat, die einem gefallen können oder auch nicht. Jedenfalls ist mir das Ausgefallene hier lieber als das Durchschnittliche, auch wenn ich vermutlich zu den Durchschnittsschweizerinnen gehöre ;)
Ein herzliches Dankeschön an Frau Kohler für die immer interessanten, lustigen, ausgefallenen, kreativen Ideen.
Die meisten gezeigten Interieurs wirken allzu verkrampft darauf angelegt, Eindruck zu schinden, unbedingt guten Geschmack zu beweisen, zu zeigen, wie kultiviert man doch ist. Dennoch wirkt fast alles irgendwie bünzlig, weil es allzu gesucht ist und die gewisse Nonchalance und Gemütlichkeit fehlt, die einem Interieur Wärme gibt – und das ist ja nicht bloss eine Frage der Bodenheizung!
Nach Bezahlung seiner Steuern hat ein lediger Normalverdiener mit Sicherheit keine Mittel zu Verfügung, um solche Wohnungen zu mieten, geschweige denn diese teuren Stil- und Designermöbel anzuschaffen. Er kauft bei Otto, Ikea und Conforama, bestenfalls bei Möbelpfister und trotzdem ist seine Wohnung oft sympathischer als die gezeigten Edel-Arzifarzi-Bleiben.
Die meisten Kommentare lassen tief blicken: voll an sauertöpfischem Neid auf Menschen, die sich beruflich und leidenschaftlich mit Architektur, Kunst und interior design beschäftigen. Warum sind wir Schweizer oft so neidisch, griesgrämig und missgünstig?
Eine Zeit lang habe ich geglaubt, Design habe den Nimbus des Elitären verloren. Doch das Gegenteil scheint eher der Fall zu sein. Vieleicht wird Design ja heute einfach anders bewertet und zunehmend in einem sozialkritischen Kontext betrachtet.
ich behaupte, dass Stil nicht eine Frage des Geldes ist !! Wohnlichkeit mit Stil lässt sich auch mit kleinerem Budget erreichen (aber dafür ein bisschen mehr Zeit), wenn es einem denn wichtig ist. Beharrlich an Flohmärkte, Brockenhäuser und bei ricardo reinschauen und Sachen suchen die nicht in jedem schöner Wohnen Magazin zu finden sind, macht doch Spass und gibt zuhause einen individuellen Stil der immer wieder verändert werden kann. ich finde diese Artikel übers Wohnen der anderen dennoch immer sehr interessant und auch anregend.
in keiner dieser Wohnungen würde ich mich wohl fühlen – entweder zu überladen oder zu steril. Naja.
An alle Nörgler: Wieso lest Ihr eigentlich diesen Blog, wenn Ihr Durchschnitt sehen wollt? Wir lieben diesen Blog, weil er eben NICHT den Durchschnitt präsentieriert!
Ja ich muss zugeben, auch mich würde es mehr intressieren wie der Durschnitts- Elektriker/Saniät/Krankenpfleger lebt als sowas. Diese durchdesignten Wohungen mit vile zu teurem Ramsch sehen doch alle wirklich ähnlich aus. Und dann ist da immer diese Bemütheit zu erkennen um jeden Preis hipp und gestylt zu sein, wie langweilig… Genau solche Leute haben warscheinlich auch ein Iphone ;-)
Ich kann stylewatch nur zustimmen, wenn Ihr den Durschnitt sehen wollt, dann seid ihr hier leider falsch.