In Holland ist das Wasser oft höher als die Landschaft. Viele Kanäle liegen erhöht auf Hügeln und schlängeln sich durch das flache Land. Fliesst ein solcher Wasserstrom doch tief im Flussbett, denken die Niederländer nicht im Traum daran, eine traditionelle Brücke darüber zu bauen. Sie gehen dann noch tiefer, teilen das Wasser und bauen einen Durchgang mitten durch das Wasser. Diese versunkene Brücke dient als Übergang über einen Burggraben und bietet Zugang zum Fort de Roovere.
Das Fort de Roovere wurde zu einer Zeit gebaut, als die Niederlande von vielen Feinden bedroht wurden. Um das Fort herum ist ein grosser Burggraben mit Wasser angelegt. Als man sich entschloss, das Fort Touristen zugänglich zu machen, musste eine Brücke her.
Da der Burggraben ja eigentlich gebaut wurde, um Feinde davon abzuhalten, das Fort einzunehmen, fanden es die Architekten seltsam, eine Brücke dort zu errichten, wo der Feind herkommen würde. So bauten sie kurzerhand eine versteckte Brücke – mitten durchs Wasser!
Mit der versunkenen Brücke ist ein architektonischer Schnitt durch die Landschaft entstanden. Menschen, die über die Brücke gehen, sehen daher so aus, als ob sie durch geteiltes Wasser gingen.
Die Einzigen, die heute mit viel Kraft den Burggraben bezwingen und das Fort erstürmen, sind sportliche Jogger.
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Montag, 4. Juni 2012
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19 Kommentare zu „Wo man durchs Wasser geht – und trocken bleibt“
DANKE Frau Kohler und Team (falls vorhanden), für ihre interessanten, inspirierenden, schönen, erfreuenden, erstaunlichen, bereichernden, positiven, lustvollen, poetischen, horizonterweiternden, appetitanregenden Beiträge und Tipps! Ich geniesse es jeden Tag rein zu schauen!
Cool wäre es, wenn sich die Brücke dem Wasserstand anpassen könnte, also eigentlich im Wasser schwimmt, aber immer so, dass der Rand gerade ein paar Zentimeter über dem Wasserspiegel liegt …
Selbstverständlich wurden Fische und Frösche konsultiert! Was für eine Frage! Das macht man doch immer so. Vorallem bei Burggräben ist das vorgeschrieben.
Der Burggraben muss einen grosszügig dimensionierten Überlauf haben, sonst kann es passieren, dass bei einem heftigen Regenfall die “Brücke” (es ist wohl eher ein Steg) vollläuft und dann mit viel Aufwand wieder leergepumpt und gereinigt werden muss.
In der Zug von Utrecht nach Amsterdam sieht man zur rechten das Amsterdam-Rijnkanaal und zur linken einen Graben mit dem Wasserspiegel höher als dem Kanal.
Das Fort de Roovere ist Unterteil der Hollandse Waterlinie, 1850-1940. Wenn die Franzosen das Herz des Landes drohten zu nähern, würden in den bezogenen Forten die Deichen durchgestossen. Das Wasser kam nicht hoch, aber hinderten die Kriegsheeren. Kanonnen mitschleppen ist schwer im kniehohen Wasser. Seit die Kriegen mithilfe von Flugzeuge gestritten werden, sind diesen Wasserforten nützlos. Erst wurden sie lange verwahrlost. Jetzt sind es Monumenten. Sie sind wunderschön getarnt: in dem grünen, flachen Polder sieht man auf einmal einen bewaldeten kleinen Hügel.
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Marianne Kohler ist Stylistin und Journalistin, sie begann ihre Karriere als Textildesignerin, arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift Annabelle leitete. Heute arbeitet sie für Zeitschriften wie «Glamour» sowie Interior-Firmen im In- und Ausland. Marianne Kohler lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich.
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Cool!
Für so eine Erfahrung muss man nicht nach Holland. Es reicht ein Spaziergang in Zürich am Schanzengraben entlang.
Zürich hat das auch. Am Bellevue unter der Quai-Brücke!
Wirklich? Wirklich dasselbe? – Oder zumindest sehr ähnlich? Könnten wir das Bild dazu haben?
das ist nicht ganz dasselbe… das optische spielt wohl nicht eine zu vernachlässigende rolle
und bei Hochwasser???
Dann wird der Fussweg überflutet, das stört ja nicht, da man auf die Strassenebene ausweichen kann.
Hochwasser? Im Burggraben?
Oh, ich habe gerade Fotos gefunden, wo diese “Brücke” tatsächlich geflutet ist… interessant.
das ist wirklich ein cooles ding <3
Bei Hochwasser….
…. ist die Brücke geschlossen…. Ist ja wahrscheinlich nicht eine Hauptverkehrsader.
Gefällt mir ausgezeichnet, die Idee.
DANKE Frau Kohler und Team (falls vorhanden), für ihre interessanten, inspirierenden, schönen, erfreuenden, erstaunlichen, bereichernden, positiven, lustvollen, poetischen, horizonterweiternden, appetitanregenden Beiträge und Tipps! Ich geniesse es jeden Tag rein zu schauen!
Echt cool. Nur, für eine beschauliche Grachtenfahrt mit einem Boot ist hier wohl Sackgasse.
Cool wäre es, wenn sich die Brücke dem Wasserstand anpassen könnte, also eigentlich im Wasser schwimmt, aber immer so, dass der Rand gerade ein paar Zentimeter über dem Wasserspiegel liegt …
Wurden die Fische und Frösche beim Plangenehmigungsverfahren auch konsultiert? Und wurden auch Bauprofile erstellt?
Selbstverständlich wurden Fische und Frösche konsultiert! Was für eine Frage! Das macht man doch immer so. Vorallem bei Burggräben ist das vorgeschrieben.
Der Burggraben muss einen grosszügig dimensionierten Überlauf haben, sonst kann es passieren, dass bei einem heftigen Regenfall die “Brücke” (es ist wohl eher ein Steg) vollläuft und dann mit viel Aufwand wieder leergepumpt und gereinigt werden muss.
Awesome idea!! I love :)
In der Zug von Utrecht nach Amsterdam sieht man zur rechten das Amsterdam-Rijnkanaal und zur linken einen Graben mit dem Wasserspiegel höher als dem Kanal.
Das Fort de Roovere ist Unterteil der Hollandse Waterlinie, 1850-1940. Wenn die Franzosen das Herz des Landes drohten zu nähern, würden in den bezogenen Forten die Deichen durchgestossen. Das Wasser kam nicht hoch, aber hinderten die Kriegsheeren. Kanonnen mitschleppen ist schwer im kniehohen Wasser. Seit die Kriegen mithilfe von Flugzeuge gestritten werden, sind diesen Wasserforten nützlos. Erst wurden sie lange verwahrlost. Jetzt sind es Monumenten. Sie sind wunderschön getarnt: in dem grünen, flachen Polder sieht man auf einmal einen bewaldeten kleinen Hügel.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nieuwe_Hollandse_Waterlinie#Neue_Holländische_Wasserlinie