Tankstellen sind nicht nur Futterstationen für das Auto. Sie strahlen eine gewisse Faszination aus, sind Haltestellen zwischen Start und Ziel, Nirgendwo- und Irgendwoplätze. Nie verbinden wir sie mit einem bestimmten Land, einer Gegend oder Landschaft, sondern nur mit der Tatsache, dass wir unterwegs sind. So haben Tankstellen durchaus etwas Futuristisches, Abgehobenes. Ein wunderschönes Beispiel ist die Tankstelle Gazoline im italienischen Cuneo, die das Architekturstudio Damilano entworfen hat. Sie zeigt typische Streamlineformen, die an die 30er- und 50er-Jahre denken lassen, aber auch kontemporäre Modernität mit reduzierten Formen, Farben und stilvollem Design.
Eine futuristisch anmutende Station zwischen dem Hier und Dort. Die Tankstelle Gazoline steht in Cuneo. Sie weckt die Lust, sofort loszufahren. Die Streamline-Formen vermitteln Dynamik und kokettieren mit Retrofeeling.
Die Tankstelle ist so konzipiert, dass sie wirkt, als würde sich die Strasse aufrollen und sich um die Station wickeln, nur um danach weiterzuführen. Ein Stück Poesie mitten auf der Reise.
Die weisse «Schleife», die sich um die Servicestation schlingt, weist nach oben und wirkt dadurch sehr dynamisch.
Auftanken kann man hier nicht nur das Auto. Ein kleines Imbisslokal lädt mit modernem weissen und stilvollen Mobiliar zu einer kleinen Reisepause ein.
Durch die weisse Umhüllung hebt das Gebäude förmlich vom Asphalt der Strasse ab und wirkt schwebend, kraftvoll und energiegeladen.
Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen.
Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.
Man kann als etwas fürs Auge finden. Mir ist ein Zweck wichtiger. Denn es bleibt eine Tankstelle. Schönes oder gar Heimeliges finde ich an einer Tankstelle eigentlich nie, eher Zufälliges, Beliebiges. Es geht mir damit wie bei Hotels. Man braucht sie. Es arbeiten da Menschen. Das ist schön. Man trifft Menschen. Das ist auch schön. In design-gestrickter Solitär-Architektur sehe ich oft eine von weitem umwerfende, aber heterogene Ästhetik, doch kaum je mehr die Nähe, die gewachsene Stadtebilder schaffen.
Formal gefällt mir die Tankstelle sehr gut. Aber meiner Meinung nach reicht die “Gute Form” für die heutige Zeit nicht mehr.
Neue Gebäude müssen zwingend Energie plus Liegenschaften sein. Dach und Fassade mit passenden Fotovoltaik /Solarenergie Elementen verkleiden, beste Isolationen, Erdsonden plus Wärmepumpen usw. Ein weiterer Punkt ist die einstöckige Bauweise. Wir können in der dichtbesiedelten Schweiz auf diese Art kein Land mehr verschwenden. Gewerbe-, Industrie-, Büro- und sogar Wohnbauten müssen besser miteinander kombiniert werden und mindestens drei zusätzliche Stockwerke über den primären Nutzungszweck aufweisen. Von der bisher vorherrschenden flächendeckenden ein-zweistöckigen Shopping- und Gewerbebauweise zu vertikaler, baulandsparender Architektur.
Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.
Marianne Kohler Nizamuddin
Marianne Kohler ist Stylistin und Journalistin, sie begann ihre Karriere als Textildesignerin, arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift Annabelle leitete. Heute arbeitet sie für Zeitschriften wie «Glamour» sowie Interior-Firmen im In- und Ausland. Marianne Kohler lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich.
Kontakt
Sie wollen ein Thema vorschlagen? Sie möchten Unterlagen zusenden? Oder wünschen Sie, unsre Autorin zu kontaktieren? sweethome@newsnetz.ch
Gefällt mir sehr gut. Modern und trotzdem nicht Protzig!
Man kann als etwas fürs Auge finden. Mir ist ein Zweck wichtiger. Denn es bleibt eine Tankstelle. Schönes oder gar Heimeliges finde ich an einer Tankstelle eigentlich nie, eher Zufälliges, Beliebiges. Es geht mir damit wie bei Hotels. Man braucht sie. Es arbeiten da Menschen. Das ist schön. Man trifft Menschen. Das ist auch schön. In design-gestrickter Solitär-Architektur sehe ich oft eine von weitem umwerfende, aber heterogene Ästhetik, doch kaum je mehr die Nähe, die gewachsene Stadtebilder schaffen.
Toller Beitrag von Marianne Koller! Kurz und prägnant – aber allemal Spektrums erweiternd. Mehr davon…….
Sieht genial aus – da würde ich gerne einmal auftanken :)
Formal gefällt mir die Tankstelle sehr gut. Aber meiner Meinung nach reicht die “Gute Form” für die heutige Zeit nicht mehr.
Neue Gebäude müssen zwingend Energie plus Liegenschaften sein. Dach und Fassade mit passenden Fotovoltaik /Solarenergie Elementen verkleiden, beste Isolationen, Erdsonden plus Wärmepumpen usw. Ein weiterer Punkt ist die einstöckige Bauweise. Wir können in der dichtbesiedelten Schweiz auf diese Art kein Land mehr verschwenden. Gewerbe-, Industrie-, Büro- und sogar Wohnbauten müssen besser miteinander kombiniert werden und mindestens drei zusätzliche Stockwerke über den primären Nutzungszweck aufweisen. Von der bisher vorherrschenden flächendeckenden ein-zweistöckigen Shopping- und Gewerbebauweise zu vertikaler, baulandsparender Architektur.
Eine Referenz? Öh, Sie meinen wohl eine Reverenz.
Super Beitrag und sehr schöne Architektur!!