Leben


Architektur, die Gas gibt

Marianne Kohler am Freitag den 11. November 2011

Tankstellen sind nicht nur Futterstationen für das Auto. Sie strahlen eine gewisse Faszination aus, sind Haltestellen zwischen Start und Ziel, Nirgendwo- und Irgendwoplätze. Nie verbinden wir sie mit einem bestimmten Land, einer Gegend oder Landschaft, sondern nur mit der Tatsache, dass wir unterwegs sind. So haben Tankstellen durchaus etwas Futuristisches, Abgehobenes. Ein wunderschönes Beispiel ist die Tankstelle Gazoline im italienischen Cuneo, die das Architekturstudio Damilano entworfen hat.  Sie zeigt typische Streamlineformen, die an die 30er- und 50er-Jahre denken lassen, aber auch kontemporäre Modernität mit reduzierten Formen, Farben und stilvollem Design.

Architektur: Damilano
Fotos: A. Martiradonna
Quelle: Contemporist

sb, b<mx

Eine futuristisch anmutende Station zwischen dem Hier und Dort. Die Tankstelle Gazoline steht in Cuneo. Sie weckt die Lust, sofort loszufahren. Die Streamline-Formen vermitteln Dynamik und kokettieren mit Retrofeeling.

sjb <,jmx

Die Tankstelle ist so konzipiert, dass sie wirkt, als würde sich die Strasse aufrollen und sich um die Station wickeln, nur um danach weiterzuführen. Ein Stück Poesie mitten auf der Reise.

sjbvj<b

Die weisse «Schleife», die sich um die Servicestation schlingt, weist nach oben und wirkt dadurch sehr dynamisch.

kb ,<x

Auftanken kann man hier nicht nur das Auto. Ein kleines Imbisslokal lädt mit modernem weissen und stilvollen Mobiliar zu einer kleinen Reisepause ein.

bs, m

Durch die weisse Umhüllung hebt das Gebäude förmlich vom Asphalt der Strasse ab und wirkt schwebend, kraftvoll und energiegeladen.

vm ,mas

Die Tankstelle erinnert ein wenig an die amerikanischen Diners und an die Bilder von Edward Hopper.

sweethome

Das Gebäude ist eine schöne Referenz an die Streamline-Moderne.

Schlagworte:

Haben Sie diese Beiträge schon gelesen?

7 Kommentare zu „Architektur, die Gas gibt“

  1. Daniel sagt:

    Gefällt mir sehr gut. Modern und trotzdem nicht Protzig!

  2. Jürg Bachofner sagt:

    Man kann als etwas fürs Auge finden. Mir ist ein Zweck wichtiger. Denn es bleibt eine Tankstelle. Schönes oder gar Heimeliges finde ich an einer Tankstelle eigentlich nie, eher Zufälliges, Beliebiges. Es geht mir damit wie bei Hotels. Man braucht sie. Es arbeiten da Menschen. Das ist schön. Man trifft Menschen. Das ist auch schön. In design-gestrickter Solitär-Architektur sehe ich oft eine von weitem umwerfende, aber heterogene Ästhetik, doch kaum je mehr die Nähe, die gewachsene Stadtebilder schaffen.

  3. Rolf Binder sagt:

    Toller Beitrag von Marianne Koller! Kurz und prägnant – aber allemal Spektrums erweiternd. Mehr davon…….

  4. Peter Ringger sagt:

    Sieht genial aus – da würde ich gerne einmal auftanken :)

  5. Henning Gietenbruch sagt:

    Formal gefällt mir die Tankstelle sehr gut. Aber meiner Meinung nach reicht die “Gute Form” für die heutige Zeit nicht mehr.
    Neue Gebäude müssen zwingend Energie plus Liegenschaften sein. Dach und Fassade mit passenden Fotovoltaik /Solarenergie Elementen verkleiden, beste Isolationen, Erdsonden plus Wärmepumpen usw. Ein weiterer Punkt ist die einstöckige Bauweise. Wir können in der dichtbesiedelten Schweiz auf diese Art kein Land mehr verschwenden. Gewerbe-, Industrie-, Büro- und sogar Wohnbauten müssen besser miteinander kombiniert werden und mindestens drei zusätzliche Stockwerke über den primären Nutzungszweck aufweisen. Von der bisher vorherrschenden flächendeckenden ein-zweistöckigen Shopping- und Gewerbebauweise zu vertikaler, baulandsparender Architektur.

  6. Anne Le Henne sagt:

    Eine Referenz? Öh, Sie meinen wohl eine Reverenz.

  7. Vincent sagt:

    Super Beitrag und sehr schöne Architektur!!

Kommentieren

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.