Heute könnte der Abend sein, an dem der Weihnachtsmann noch das nachliefern könnte, was jeder, dessen Herz für Gelb-Schwarz schlägt, zuoberst auf dem Wunschzettel hatte: den Champions-League-Titel für Borussia Dortmund. Oder aber, er belohnt Philipp und Bastian dafür, dass sie die ganze Saison über so brav waren und ihre Kameraden via London, Turin und Barcelona nach Wembley geführt haben. Es gibt also gute Gründe, dass beide Mannschaften von einem Triumph im historischen deutschen Finale träumen können.
Hier sind – von Thomas Kobler – die besten Gründe,
warum der FC Bayern siegen wird:
Erstens: Bastian Schweinsteiger. Verletzungsfrei, enorm fit und in der Form seines Lebens war er ein Schlüsselfaktor für den bayrischen Durchmarsch zur deutschen Meisterschaft mit sagenhaften 25 Punkten Vorsprung auf den heutigen Finalgegner Dortmund. Perfekt ergänzt und unterstützt von Xavier Martínez lenkt Schweinsteiger das Bayern-Spiel aus der Schaltzentrale des modernen Fussballs – dem defensiven Mittelfeld – heraus. Sein Radius auf dem Feld ist einzig von der Spielfeldbegrenzung beschränkt, was aus ihm bei Bedarf letzter Mann oder Torschütze werden lässt. Kein anderer Mittelfeldspieler dominiert den Fussballplatz mehr im Moment.
Zweitens: Die Bayern-Bank. Jupp Heynckes kann fast seine ganze Startelf praktisch 1 : 1 ersetzen. Gomez und Pizzaro stehen hinter Mandzukic bereit. Shaqiri kann für Ribéry, Müller oder Robben eingewechselt werden. Luiz Gustavo könnte Martínez vertreten. Dante, Van Buyten oder Boateng sind die Qual der Wahl in der Innenverteidigung. Boateng könnte auch für Lahm einspringen und Lahm ist auch Alabas Position hinten links nicht fremd. Tom Starke ist als Nr. 2 im Tor beinahe eine Verschwendung. Und wie wichtig eine starke Bank ist, zeigte sich als Real im Viertelfinale Manchester United ab der 60. Minute mit frischen Kräften bezwang, darunter Modric, Kaká und Pepe.
Drittens: Redemption – Wiedergutmachung. Heute könnte der FC Bayern die 2:5-Klatsche gegen den BVB im letztjährigen DFB-Pokalfinale ausmerzen und die Niederlage vor Jahresfrist gegen den FC Chelsea im «Finale dahoam» vergessen machen – wenigstens fast. Darauf brennen die Münchner Spieler geradezu.
Und hier schreibt Fabian Ruch,
warum Borussia Dortmund am Ende ein Fass aufmacht:
Erstens: Robert Lewandowski. Der Pole ist zu einem der weltbesten Torjäger aufgestiegen, und die Bayern fürchten sich vor ihm. Lewandowski entschied letzte Saison den Pokalfinal (5:2) mit drei Toren, er traf als einziger im entscheidenden Ligaspiel in Dortmund, und er ist mit seiner Klasse, Torgefährlichkeit, Schlauheit auch am Samstag in der Lage, die Bayern-Defensive zu beschäftigen. Vor allem Münchens Innenverteidiger Jerome Boateng ist nicht aufmerksam genug für Lewandowski.
Zweitens: Jürgen Klopp. Natürlich haben die Bayern die besseren Einzelspieler, natürlich fehlt Dortmund der geniale Künstler Mario Götze. Aber: Jürgen Klopp ist nicht nur ein erstklassiger Trainer, wunderbarer Spielerversteher und fantastischer Taktiker, er ist vor allem auch ein sensationeller Motivator. Er wird seinen Akteuren zu verstehen geben, dass sie sich mit einem weiteren Erfolg gegen die Bayern unsterblich machen können.
Drittens: Lockerheit. Borussia Dortmund hat absolut nichts zu verlieren. Der gesamte Druck liegt auf den Schultern der Bayern, die zum dritten Mal in kurzer Zeit und nach 2010 und 2012 ein Champions-League-Endspiel verlieren könnten. Zudem sind die Dortmunder der Angstgegner Münchens. Auch das wird am Samstagabend eine entscheidende Rolle spielen.
Haben wir noch etwas übersehen, Sportsfreunde?















Fabian Ruch ist Sportredaktor bei der Berner Zeitung und wuchs als Fan von Brasilien, Inter Mailand, SC Freiburg und Xamax auf. Das schafft Leiden. Trotzdem verfolgt er den Fussball mit Begeisterung.
Thomas Kobler ist Blogger, freischaffender Texter und Übersetzer und hält es nicht für ausgeschlossen, dass sich die Erde um den Fussball dreht.
Simon Zimmerli ist leidenschaflicher FCZ-Fan und verbrachte seine schönste Saison 2006/07 im Hardturm. Seine Qualitäten als Fussballer und die fehlende Kondition stellte er lange Zeit der Alternativliga zur Verfügung.
Annette Fetscherin ist Moderatorin und stv. Chefredaktorin bei Teleclub. Sie profitiert davon, dass der 08/15-Bürger die Wochenenden gerne auf dem Sofa verbringt. Für diese Fussballfans rennt sie gerne von Spiel zu Spiel.
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