Chauvis für die Frauenquote

Ein Killer-Argument gegen eine Frauenquote in Schweizer Unternehmen ist chauvinistischer Natur: Frauen wollten keine Karriere machen, sondern Kinder. Und wenn sie die mal haben, dann ist ihnen alles andere egal.

Nun tut es die Europäische Union den Vorreiterländern wie Dänemark, Spanien oder den Niederlanden gleich und führt eine Frauenquote ein. Bis 2020 sollen 40 Prozent der Verwaltungsräte mit Frauen besetzt sein.

Firmen mit Frauen im Verwaltungsrat sind deutlich niedriger verschuldet.

Wird den Frauen der Zugang zur Chefetage verwehrt, werden sie sich aus der Schweiz verabschieden: Frau auf einer Rolltreppe am Flughafen Zürich. (Foto: Flickr/Benjamin Stäudinger)

Wird den Frauen der Zugang zur Chefetage verwehrt, werden sie sich aus der Schweiz verabschieden: Eine Frau im Flughafen Zürich. (Foto: Flickr/Benjamin Stäudinger)

Ob es gescheit und praktikabel ist, für alle Zeiten und für alle Unternehmen und Branchen gesetzlich fixe Frauenquoten festzulegen, ist fraglich. Es müsste aber eigentlich gescheit sein, Frauen den Weg an die Unternehmensspitzen zu erleichtern, weil

a) Frauen etwa die Hälfte aller Menschen auf der Welt sind und deshalb auch etwa Hälfte aller Kundinnen aller Unternehmen auf der Welt und

b) als solche in über einem Drittel aller Haushalte über das Budget entscheiden.

c) sogar im Politbüro von China eine Frau sitzt.

d) in Gremien, in denen schon nur eine Frau sitzt, sich die Männer mehr anstrengen und mehr Präsenz markieren.

e) Unternehmen mit schon nur einer Frau im Verwaltungsrat eine bessere Aktienkurs-Performance aufweisen.

f) Frauen in Verwaltungsräten für deutlich sozialere und nachhaltigere Betriebskulturen in ihren Firmen sorgen.

g) Firmen mit Frauen im Verwaltungsrat deutlich niedriger verschuldet sind.

h) Frauen über die Hälfte aller für die Gesellschaft teuren Hochschulabschlüsse machen, und

i) diese Bildung nur zu 11 Prozent in Verwaltungsräten, zu 5 Prozent in Geschäftsleitungen und 3 Prozent in CEO-Posten genutzt wird, was eine Verschwendung an Talenten sondergleichen ist.

Wenn nun die EU eine Frauenquote von 40 Prozent einführt und in der Schweiz weiterhin nur 3 Prozent der CEO-Posten an Frauen vergeben werden, dann wird das einen beispiellosen Frauenabfluss von Schweizer Teilzeitpulten in europäische Aufsichtsräte zur Folge haben.

Nebst all den obgenannten rationalen Argumenten aus Studien verschiedener des Feminisimus unverdächtiger Player wie der Credit-Suisse und Morgan Stanley Capital gibt es nun dank der EU auch ein chauvinistisches Killer-Argument FÜR die Frauenquote in den Schweizer Führungsetagen: Wir brauchen irgendeine Art von Frauenquote, sonst laufen uns die guten Frauen in die EU davon.

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