Best of: Warum machen Dicke keinen Sport?

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Die Hemmschwelle, ein Fitnessstudio aufzusuchen, ist für viele Übergewichtige gross. Foto: gilaxia (iStock)

Als übergewichtige Person bin ich immer wieder mit den Stigmas konfrontiert, die uns umgeben: Wir seien zu faul für Sport, hätten keinen Willen und müssten uns nur einen kleinen Ruck geben. Ich glaube, bei vielen Übergewichtigen steckt ein treibender Faktor hinter dem «nicht Sport machen», über den kaum jemand je spricht.

Lähmendes Schamgefühl

Eine Turnhalle in den 80er-Jahren: Ich war ein fröhliches, unbekümmertes Kind, welches sich eigentlich gern bewegte. Bis ich das erste Mal einen Klassenkameraden hören sagte: «Guck mal, die Dicke, da schwabbelt ja alles, wenn sie rennt.» Lange bevor Begriffe wie «Bodyshaming» überhaupt geboren waren, wurde ich das erste Mal damit konfrontiert. Und es hat meine ganze Bewegungslaufbahn stark geprägt: Ich habe in dieser Entwicklungsphase ein Schamgefühl entwickelt, das teilweise lähmende Ausmasse annahm.

«Guck mal, die Dicke»: Unsere Bloggerin Alexandra Baumann (links) sagt der Stigmatisierung von Übergewichtigen den Kampf an.

Sporttage wurden zur Qual, die Schwimmstunden hätte ich am liebsten ausgelassen, und ich wurde während meiner ganzen Schulzeit nie in ein Team gewählt, sondern einfach immer als Letzte auf dem Feld in eine Mannschaft eingeteilt. Schwabbel-Bemerkungen und Hänseleien in den Turnstunden blieben für mich an der Tagesordnung, ohne dass ich mich je wirklich dagegen gewehrt hätte. Denn die «Plagebuben» waren nicht nur in der Überzahl, sondern auch schneller und stärker. So entwickelte sich über die ganze Schulzeit hinweg dieses ohnmächtige Gefühl in mir, dass ich a) komplett untauglich bin für Sport und b) sowieso jederzeit mit verbalen Angriffen rechnen muss.

Einfach nur unglaublich schade

Spulen wir 25 Jahre vor: Seit bald 5 Jahren gehe ich regelmässig walken, wir machen mit einem Trainer Kräftigungsübungen und nehmen öfters an Laufveranstaltungen teil. Was sich vor einigen Jahrzehnten in der Turnhalle abspielte, ist auch heute unter Erwachsenen nicht viel anders: Einmal rückte eine ältere Dame in der Fitness-Umkleidekabine weg von mir und sagte unüberhörbar: «So etwas ‹Gruusiges› möchte ich mir nicht ansehen müssen, wenn ich ins Fitness gehe.» Bei einem Lauf wurde ich «fette Sau» genannt und auch schon angehalten, gefälligst aus dem Weg zu gehen. Eine weitere Bemerkung, die mir in Erinnerung blieb, war: «So Leute wie ihr habt an Sportveranstaltungen absolut nichts zu suchen.» In der Onlinewelt sind die bösen Plagebuben aus der Turnhalle von einst jetzt gerne mal aktiv beim Verfassen von Kommentaren wie «Fette sollen keinen Sport machen, die sollen zuerst mal abnehmen». Ich bin grundsätzlich eine schlagfertige Person – doch wenn mich beim Sport jemand so unerwartet beleidigt, macht mich das jeweils kurz sprachlos.

Ich bin mir bewusst, dass sich dieses Gefühl nicht auf dicke Menschen beschränkt und es unzählige Menschen gibt, die aus Schamgründen nicht ins Fitnesscenter und in Hallenbäder gehen. Weil sie sich den starrenden Blicken, dem hämischen Gelächter und den fiesen Kommentaren nicht aussetzen möchten. Ob dick, dünn, gross oder klein, jung oder alt: Das ist doch einfach nur unglaublich schade. Darum mein Appell: Eine Prise mehr Respekt und eine Portion Einfühlungsvermögen kosten rein gar nichts. Ein paar positive Worte, ein Daumen hoch oder auch einfach nur ein Lächeln während einer sportlichen Begegnung können eine unglaublich ermutigende Message senden. Um es in den Worten der legendären Aretha Franklin zu sagen: All I’m asking is for a little R.E.S.P.E.C.T.

55 Kommentare zu «Best of: Warum machen Dicke keinen Sport?»

  • RotwildBiker sagt:

    Also ich, mit einem BMI von 34, werde in aller Regelmässigkeit beim Biken belächelt. Lustigerweise auch von der Kategorie E-Biker… Vor etwa 6 Monaten war ich zusammen mit einer Gruppe eine Biketour am machen. Zwei Herren tuschelten und lachten schon bei der Besammlung vor der Tour. Während der Tour überholte ich die beiden während einem knackigen Anstieg und kam entsprechend zum Zug: „Wen ihr nüm chönnet, dann machet Platz“. Köstlich diese Gesichter;-)….

  • Verito sagt:

    Ich finde es grossartig, wenn man Sport macht! Egal wie wer wo!!!
    Respekt Frau Baumann, die Leute sind halt wirklich dumm… Geht doch keinen was an wie der andere aussieht. Nur wie man selber aussieht und sich wohlfühlt. Punkt.

  • HyacinthBucket sagt:

    Ich habe, wenn ich rausgehe den Kopfhörer auf mit einem Hörbuch, den Blick nach innen gerichtet und einen grimmigen (ich beiss gleich jemanden) Zug um den Mund. Am Liebsten bin ich draussen am Sport machen, wenn ich a) allein bin und b) es dunkel ist.
    Schade eigentlich.
    Ich schäme mich dafür fett zu sein und dafür zu keuchen und zu schwitzen, einen hoch roten Kopf zu bekommen und so gar nicht wie die aus dem Ochsner Katalog auszusehen.
    Aber ich glaub ich fange wieder an zu laufen. Denn es macht mir Spass. Trotzdem.

  • holland march sagt:

    meiner meinung nach verstecken sich die meisten leute hinter ausreden… „ich würde ja schon gerne, aber…“ das bezieht sich nicht nur auf das thema gewicht resp. übergewicht. ein sprichwort sagt, dass alles vor dem aber gelogen ist. ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, will man abnehmen muss man mehr kalorien verbrennen als zuführen, so „einfach“ ist das. allerdings liegt die betonung auf dem WILL und genau da muss sich jeder selber die unpopuläre selbstreflektion gefallen lassen: will ich denn wirklich WOLLEN? fitnesscenter? alleine der gedanke daran löst bei mir unbehagen aus. viel lieber gehe ich in die natur oder trainiere mit dem eigenen körpergewicht in den eigenen vier wänden (z.b. mit freeletics). meine empfehlung: keine zwischenmahlzeiten, keine süssgetränke und bewegung.

  • Nick sagt:

    Man muss nicht unbedingt dick sein, damit einem (Schul)sport verleidet wird. Ich war als Kind sehr dünn (nicht krankhaft), eher zart und sicher kein Bewegungstalent. Turnen und ähnliche Aktivitäten waren der Horror. Und da mir körperliche Härte und Aggressivität ebenfalls fremd waren (Fussball!), war ich auch immer einer der letzten die „gewählt“ wurden. Meine letzte Schulsportstunde war eine Erlösung. Mit Sport habe ich dann erst nach dem Studium angefangen, Mountainbiken, Laufen, Snowboarden, etc. Aber ganz sicher kein Sport mit direkter körperlicher Auseinandersetzung. Meine Mitschüler und die Lehrer von damals hätten sicher nie geglaubt, dass ich etliche Marathons unter 4 Stunden laufen würde. Es geht also immer was, auch spät im Leben. Nie aufgeben!

    • Alfred Frei sagt:

      Mir ging es gleich. Schon in den ersten Schuljahren lernte ich, dass die Stärkeren rücksichtslos auf den Schwächeren rumhacken. Von der vielbesungenen Sportlichkeit keine Spur. Vom Sport halte ich mich seither fern und pflege stattdessen Spiel und Bewegung. Miteinander statt wie im Sport gegeneinander.

  • Karin sagt:

    Schon als Kind war ich pummelig und langsam und konnte im Sportunterricht einfach nicht mithalten obwohl ich nicht ungerne Sport machte. Ich war einfach nie schnell und bei den meissten Schulsportarten ist halt Schnelligkeit mehr gefragt als Ausdauer.
    Mittlerweile probiere Ich sehr gerne verschiedene Sportarten aus- mit mal mehr, mal weniger Erfolg aber immer mit Spass-und ich habe gelernt nicht alles so ernst zu nehmen und auch mal über mich selbst zu lachen.
    Sich von Fremden blöde Sprüche(wie die Autorin sie beschreibt) anhören zu müssen kann schon ganz schön verletzend und demotivierend sein.
    Ich denke dann immer: „Ich bin vielleicht Fest- aber du bist dumm. Ich kann Abnehmen-was machst Du?!“ Oder: Lieber Fett und Fit, als Schlank und Schlapp.

  • Monika Diethelm sagt:

    Es ist übrigens bewiesen, dass es gesünder ist, übergewichtig zu sein und Sport zu treiben, als normalgewichtig und nur herumzusitzen.

  • Marc sagt:

    Ich war auch lange massiv übergewichtig & hatte mich dann zur einschneidenden Massnahme entschieden. Mein Problem beim Sport war & ist immernoch, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo man fast nichts mehr „einfach so“ machen kann.
    Wandern? Nur gleich mit so & so vielen Höhenmetern.
    Radfahren? Nur grad mindestens so viele Kilometer.
    „Sonst lohnt sichs ja nicht wirklich.“
    Ich finde fast niemanden, der regelmässig mit mir irgendwelche Aktivitäten macht ohne dass man gleich irgendwelche Rekorde oder was weiss ich was aufstellen muss. Ich habe nun seit etwas über einem Jahr rund 75kg abgenommen – fast allein!
    Ich musste immer viel einstecken, war aber zum die Resten vertilgen stets gut genug – Aber die Kilo dann runterbringen war immer meine alleinige Angelegenheit.

  • Nina sagt:

    Liebe Frau Baumann
    Ich möchte Ihnen einfach nur mitteilen, dass ich es grossartig finde, dass Sie sich nicht von den „Plagebuben“ und anderen Plagegeistern beirren lassen und weitermachen! Das allein verdient grossen Respekt!

  • marsel sagt:

    Sport gehört eh nicht an den Anfang des Abnehmens. Zuerst sollte man seine Ernährung anpassen, also weniger Kalorien zuführen als verbraucht werden. Sport kann man immer noch treiben, wenn die Kilos mal (einigermassen) weg sind.

    • Olivier Fuchs sagt:

      Wahrscheinlich falsch. In einem Medizinerjournal erschien ein Bericht über eine ’neue‘ einleuchtende erfolgreiche Methode: entsprechend dosierter regelmässige Bewegung bis zu einer gewissen Erschöpfung, dann tut sich ein physiologisches Zeitfenster auf, innerhalb dessen der Körper nicht viel essen mag. Er zehrt mehr von Reserven. So kann man das ganze herunterregulieren. Sonst funktioniert die Kalorienreduktion und das Abnehmen mittelfristig ja meistens nicht.

      Handkehrum ist man wenig geneigt zum Sport, wenn man durch die Kalorienrestriktion geschwächt ist.

      Ich denke aber, nachhaltiger als Sport sei das Einbinden der Bewegung in die tägliche Routine. Also für Einkauf, Arbeitsweg immer sich w.m. selber bewegen.

      • marsel sagt:

        Eines lässt sich nicht bestreiten: Wer richtig dick ist führt viel (!) mehr Kalorien zu, als er verbraucht. Am weniger+anders Essen führt kein Weg vorbei, Sport hin oder her. Über ihre Ernährung verliert die gute Frau aber kein Wort in dem Artikel…

        • Peter sagt:

          Komplett falsch. Es gibt Leute welche z.B. Stoffwechselstörungen haben und nicht abnehmen können. Die können den ganzen Tag Broccoli und Blumenkohl essen und nehmen trotzdem nicht ab. Leider glauben viele Menschen auch heute immer noch dass dick sein gleich ungesund essen bedeutet.

        • Peter Aletsch sagt:

          Ich zweifle daran. Mein BMI lag nur einmal über 25, als ich mich wegen Schmerzen nicht mehr viel bewegen konnte. Leute, die abnehmen wollen durch starke Kalorienreduktion, gelangen oft in einen Hungerzustand, wo sie das Vermisste mit Zucker etc. wieder hineinstopfen. Das gibt wieder mehr Gewicht.

    • Martin sagt:

      ich würde sagen, beides gehört zusammen. Ernährung umstellen UND Sport treiben. Sport machen ist vermutlich die einfachere Übung, aber sich richtig und gut ernähren erachte ich als die höhere Herausforderung.

    • Christoph Bögli sagt:

      Ziemlicher Unsinn. Sport bzw. Bewegung ist so oder so essentiell und gesundheitsfördernd, völlig unabhängig davon ob Abnehmen überhaupt das Ziel ist. Wichtig ist bloss ein angemessener, sanfter Einstieg wenn man sich zuvor wenig bis gar nicht bewegt hat, aber auch das gilt weitgehend unabhängig vom Gewicht.

  • Henri Sommer sagt:

    Ich würde Dicken davon abraten Sport zu treiben, denn das viele Zusatzgewicht belastet den Körper und Kreislauf zu sehr. Aus gesundheitlicher Sicht ist es besser, sein Gewicht zuerst zu reduzieren durch Ernährungsumstellung und mit Sport zu beginnen, wenn man das Normalgewicht erreicht hat.

  • Ahmed Lahned sagt:

    Sport ist Mord, das wusste schon Winston Churchill. Was ist an den kalorienzählenden Hungerhacken toll, wo doch nur ins Gym gehen, um die neueste und teuerste Sportklamotten zu präsentieren? Ich bewege mich viel lieber in der freien Natur.

    • Christoph Bögli sagt:

      Ist sich in der Natur bewegen denn kein Sport? Wandern, laufen, biken, etc. sind natürlich sehr gute sportliche Aktivitäten und zumindest aufgrund des Gesamterlebnisses sicher einem Fitnesscenter vorzuziehen. Aber das Eine schliesst das Andere ja nicht aus, im Gegenteil, verschiedene Aktivitäten ergänzen und fördern sich meist ganz gut. Nach meiner Erfahrung findet man jedenfalls jene, die man ins Fitness gehen, auch wesentlich häufiger irgendwo auf dem Berg oder in der Natur als jene, die ersteres plakativ blöd finden.

      Im übrigen, Churchill hat bekanntlich überaus lange Spaziergänge unternommen und dient darum keineswegs als Vorbild aller Bewegungsmuffel…

      • Peter sagt:

        Da liegt das Problem. Entweder man rackert sich ab bis zur Ohnmacht oder die Bewegung gilt nicht als Sport, bestes Beispiel sind die von Ihnen erwähnten Spaziergänge. Das reicht den „Sportlichen Mitmenschen“ nicht. Ich gehe lieber auf einen langen Spaziergang mit meinem Hund oder auf eine Wanderung in den Rockies als in einem Fitnesscenter mit all den Rackern zu leiden.

  • Reisender sagt:

    Ich bin mir nicht klar, wie viel man beim Sport abnehmen kann, für mich ist die Nahrungszufuhr wichtiger. Bis man die Kalorien abgebaut hat dauert es „ewig“. Das Buch „Arthrose – Der Weg zur Selbstheilung“ hat mich fasziniert, so habe ich es ausprobiert. Ich habe 10 Wochen vegan gelebt, kein Zucker, keinen Alkohol, ernährung sehr basisch. Mein Arthroseknie spüre ich seither kaum mehr, ich fahre wieder intensiv Ski, war auf dem Kilimanjaro etc. Dass ich 10 kg abgenommen habe ist eine schöne Beigabe. (174/75kg). Jetzt esse ich wieder „normal“, jedoch viel weniger tierische Eiweisse und bin stabil auf 68 kg. Den Beleibteren wünsche ich viel Erfolg, mit Fitness und angepasster Ernährung.

    • Olivier Fuchs sagt:

      Das ist natürlich kein Beweis, es gibt viele Fälle, wo die Arthrose spontan symptomlos wurde. Einige Knorpelkrankheiten sind noch gar keine Arthrose! Sicher ist, dass Gewichtsreduktion diese Schmerzen vermindert. Am meisten nützt die 400%-ige Entlastung durch Velofahren, falls für gewichtragende Gelenke möglich, bei weitgehender Reduktion der Belastung durch Gehen und Stehen.

      Klar auch, dass Zucker etc. zu Uebergewicht führt, Alkohol eher nicht, weswegen einige Ernährungspäpste bis zu 80% Eiweiss empfehlen, was seine eigenen Probleme hat.

  • Mark sagt:

    R*E*S*P*E*C*T vor Ihren Leistungen!
    Ich finde das super und bewundere Sie für Ihre Zielstrebigkeit.

  • Martin sagt:

    Sehr geehrte Frau Baumann. Nachdem ich gut abgespeckt hatte, weil ich zu dick war, habe mich leider andere gesundheitliche Probleme davon abgehalten Sport zu machen. Jetzt habe ich wieder zu viele Kilos auf der Waage. Ich bin ein Mann, keine Frau und kann von daher schwer beurteilen, wie es in der Damenwelt so zu und her geht, aber ich habe das nie erlebt, was Sie schreiben. Vielleicht ist es auch normal, das Männer ein paar Kilos zu viel haben. Ich kann Ihnen nur raten, dass Sie sich davon nicht entmutigen lassen sollten. Wenn Sie wirklich abnehmen wollen, dann rate ich Ihnen folgendes: 1. Hängen Sie es nicht an die Grosse Glocke. 2. Seien Sie nicht übereifrig. Am besten einfach mal die Snacks zwischendurch weglassen bevor Sie anfangen Kalorien zu zählen. Einfach bringts und motiviert.

  • Christian sagt:

    Als Sportler freut es mich immer, wenn ich beim Biken, Wandern oder Joggen übergewichtigen Menschen begegne. Ich animiere auch immer Spotmuffel sich unbedingt nach seinen Möglichkeiten zu bewegen. Bei komischen Blicken und abwertenden Kommentaren vorwärts schauen, und sich durch deplatziertes Verhalten nicht zurückziehen!

  • Niklas Meier sagt:

    Einfach zum mit dem Gerücht aufzuräumen, dass man aufgrund irgendwelcher Bakterien oder der Genetik übergewichtig wird: wenn man mehr Kalorien verbraucht als man zuführt, nimmt man ab, umgekehrt nimmt man zu. Es gibt ganz, ganz wenige Fälle in denen beispielsweise Wasser eingelagert wird und eine Person stark übergewichtig wird. Wer in sich reinstopfen kann was er will und nicht zunimmt, hat entweder einen sehr schnellen Stoffwechsel, eine Krankheit oder Parasiten.

    Ich war als Kind fett und wenn mich die anderen Kinder beleidigt haben, habe ich sie gehauen. Da sie schnell wegrennen konnten, wurde auch ich schneller.
    Ich bin auch heute nicht schlank, aber ich bin ausdauernd und stark. Wenn ich zu viel esse, setze ich sofort an. DAS ist meine Genetik, ob ich es zulasse mein Wille.

    • Peter Aletsch sagt:

      Es wurde beobachtet, dass um uns lebende Personen (Verwandte, Bekannte) einen Einfluss haben können auf unser Gewicht. Eventuell durch übertragene Bakterien, die ja zu Kilogrammen in unserem Inneren ihr gutes Werk tun und je nachdem die Nahrung mehr oder weniger aufschliessen. Jeder hat wohl schon Bekannte gesehen, die plötzlich aufgedunsen sind. Mögliche Infektion!

  • Hansli sagt:

    Wer nicht gerade in der Stadt in die Badi geht, der sieht ziemlich viele Wampen. Ästhetisch ist das wirklich nicht.
    Ich war auf dem Weg Dick zu werden. Bei 15 Kilo zu viel habe ich gestoppt und mein Leben angepasst. Ich persönlich esse weniger als viele andere um nicht zuzunehmen. Seit jeher ging ich wandern, dazu heute noch das gelenkschonende Velo, und zuhause noch gezieltes Rücken- und Bauchmuskulaturtraining (seitdem keine Rückenschmerzen mehr, Übungen vom Arzt erhalten). Die Figur halte ich im grünen Bereich und halte mich fit, erstens für meine Gesundheit und zweitens für meinen Beruf. Man kommt wesentlich besser an bei den Leuten, als mit zu viel auf den Rippen. Karriere ist mit zu vielen Kilos kaum möglich.

  • Wyler Ruth sagt:

    Auch ich war sehr übergewichtig, mein ganzes Leben lang. Zuletzt als 68 jährige mit 50 Kg zuviel. Mit Sportversuchen habe ich ungefähr das gleiche erlebt wie Sie. In einem Stätdischen Hallenbad hat man mich unter Anderem aus der Schwimmbahn gejagt ohne Erklährung. Nach einem halben Jahr und vielem Nachfragen von mir wieso, wurde mir gesagt ich wäre nicht schnell genug geschwommen.
    Nun habe ich 50 Kg abgenommen, im ersten Jahr 40 Kg, im zweiten Jahr 10Kg, ohne Hunger. Das Gewicht habe ich seit 2 Jahren behalten, esse gut und genug, schwimme meistens täglich 1/2 Km. Die Kost ist ( fast ) Kohlenhydrat frei, so wie es bei Metabolic Balance propagiert wird. Es geht mir nicht um Reklame für Metabolic Balance, sondern um ein viel leichteres Leben, wohlfühlen, psychisch und körperlich.

    • Peter Aletsch sagt:

      “ ich wäre nicht schnell genug geschwommen.“ Es gibt doch in jedem Hallenbad getrennte Bahnen für schnelle Schwimmer, langsamere, und ganz langsame, die Bewegungen machen wie auf dem Velo.

  • Denise sagt:

    Das ist ja wirklich ‚dicke Post‘, was sich die Autorin da anhören muss. Die Primitivlinge, die sie dermassen diskrimieren, müssen sich in Grund und Boden schämen. Ich kenne selbst eine abgeschwächte Version ihrer Erlebnisse, und da man als Übergewichtige punkto Körperempfinden sehr dünnhäutig ist (man hört ja von klein auf explizit oder implizit, dass man nicht in Ordnung ist, wenn man nicht dem Magermodell entspricht), kann das einem schon die Freude am Sport verderben. Trotzdem: die Trottel ignorieren oder sich schlagfertige Antworten zum Voraus ausdenken und sich vor allem im Leben nicht klein machen lassen!

  • Sportsmann sagt:

    Schwierig wird es, wenn Sport resp. Bewegung einfach keinen Spass macht. Mein Schwager ist übergwichtig und liebt TV-Sport (Fussball, Hockey, F1, etc.). Bin schlank und sportlich – mich langweilt Fernsehen. Ich habe den Eindruck, dass man als „Bewegungsmensch“ geboren sein muss – sonst wird es echt mühsam den inneren Schweinehund zu überwinden. Für das Fitness/Krafttraining kann ich mich trotzdem nur unregelmässig aufraffen – obwohl ich gerne ein 6-Pack hätte :-) Ein Hobby muss schlussendlich Freude bereiten!

  • Kaperlapapp sagt:

    Die moderne Wissenschaft kommt langsam drauf, dass ganze viel von den Bakterien im Darm abhängt ob jemand auf der schlanken oder der übergewichtigen Seite ist. Leider ist das Thema noch nicht weit erforscht aber es gibt schon einige klare wissenschaftliche Beweise was da abläuft. Schlank mit Darm nimmt das Thema auf.
    Was ich mich immer Frage, warum gibt es eigentlich keine Sportmode in XXL oder grösser? Was für ein Denken steckt dahinter?
    Warum gibt es Hugnerhaken, die ganz viel und ungesundes in sich reinstopfen und doch nicht zunehmen und handkehrum gibt es Übergewichtige die schon ein Leben lang extrem auf Ernährung und Bewegung achten und doch eher immer noch zunehmen.
    Aber das passt natürlich nicht in das 08-15 denken der meisten Menschen.

    • arnold gasser sagt:

      Die Darmflora hängt auch von den Ernährungsgewohnheiten ab. Es fällt aufgrund der Genetik und des Mikrobioms im Darm bestimmt nicht allen gleich leicht, abzunehmen – aber schlussendlich hat man es in der Regel immer noch selbst in der Hand, wie übergewichtig man ist. Interessant ist auch, dass alle behaupten, nichts für ihr Übergewicht zu können. Ein Blick in den Einkaufskorb wäre meistens aufschlussreich. Das Übergewicht nimmt zu, die Märke werden von Junk, welcher Übergewicht begünstigt, überschwemmt – und wenn man die Betroffenen dann fragt, soll es nichts miteinander zu tun haben? Sehr mysteriös.

      • Kaperlapapp sagt:

        aha, klassisches 08-15 Denken.. ;)

        Vielleicht könnte sie Frau Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann eines anderen belehren..

        aber Vorsicht, es handelt sich nicht um die 08-15 Ammenmärchen.. Augenöffner Gefahr besteht!

        • arnold gasser sagt:

          Schreib ich Chinesisch? ‚Die Darmflora hängt auch von den Ernährungsgewohnheiten ab‘ – das ist genau der Ansatz von Gadermann, die Darmflora durch ihre ‚Darmdiät‘ zu Gunsten Idealgewicht zu verändern. Frage mich, wo da der Augenöffner liegen soll.

  • fitnessmutti sagt:

    (teil 2) man müsste mal bei der gesinnung der studios und deren angestellten ansetzen und bei der werbung. die müsste alle menschen ansprechen und nicht nur die barbies und die möchte-gern-schwarzeneggers…

    • Martin sagt:

      @fitnessmutti: Irgendwie entnehme ich deinem Post sehr viel Frust. Jetzt stell dir mal vor, du bist zu dick, ich meine richtig und um dich rum nur durchtrainierte Leute. Wie man sich da wohl vorkommt? Man geht nicht in ein Fintessstudio, um anderen zu imponieren, sondern um sein Ding zu machen! Ich habe auch viel trainiert und viele der „Möchtegern Schwarzeneggers“ sehen ziemlich witzig aus, wenn sie in kurzen Hosen dastehen. Beine wie 12 Jährige, Oberkörper wie Arni zu seinen besten Zeiten. Was regst du dich auf? Ich habe mich nie darüber aufgeregt, war mir immer ziemlich egal. Auch dicke sind mir egal. Jeder fängt mal an, aus was für Gründen auch immer.

  • fitnessmutti sagt:

    ich kämpfe mit einem leichten übergewicht seit der menopause (bauch hüfte). ich muss wirklich jedes mal in eine art von «leckt-mich-alle-am-arsch»-stimmung bringen, dass ich ins fitnessstudio gehe – obwohl ich leidenschaftlich gerne trainiere (mindestens 3 bis 4 x pro woche a je 2 stunden). warum?
    weil ich nur von halbnackten fitnessbarbies (die nicht schlank sondern mager sind) und ebenso halbnackten aufgepumpten bubis umgegeben bin. weil bis jetzt noch kein fitnessstudio (ausser der überteuerte Kieser) dieser kunden wirklich annehmen, die nicht ins kalifornische Idealbild vom trainierten menschen passen. ich kann jeden verstehen, der das einfach nicht packt. wenn einem dann noch die abschätzigen blicke dieser leute treffen tut es einfach nur weh. man müsste mal bei der… (teil 2)

  • Isidor Knickli sagt:

    Es würde reichen, hier die damaligen Originalkommentare zu diesem Artikel zu publizieren. Die Einstellung der Bevölkerung zu Dicken ist seitdem in keiner Weise positiver geworden.

  • Johanna Schmalz sagt:

    Als dicke Frau kann ich den Blogbeitrag nur bestätigen. Ich wurde als Kind ausgegrenzt und Fettpfanne gerufen, obschon ich damals bei weitem nicht adipös war. Einfach nicht so schlank wie viele andere.
    Zum Thema geeignete Sportkleider für Dicke: es ist generell schwierig Passendes zu finden. Sportkleidung gibt es meist höchstens bis Grösse 44/46. Man kann nicht im Wintermantel joggen gehen. Velohosen muss man gar nicht erst suchen.
    Dicke Menschen sind nicht einfach dick, weil sie faul usw sind. Es hat meist tiefere Gründe und die stark Uebergewichtigen leisten auf anderen nicht sichtbaren Ebenen meist jahrelang unglaubliche Kraftakte.
    Ausserdem, wenige Normalgewichtige nehmen im Lauf des Lebens mit Selbstdisziplin und Willenskraft so viele Kilos ab (und wieder zu) wie die Dicken.

  • Melanie sagt:

    Danke! ich bin auch übergewichtig und bewege mich gerne. Gegen dumme leute und dummschwätzer kämpfen selbst die götter vergebens. Und tanzen kann ich tausenmal besser als all die fitties, die zwar maschinen bedienen, aber weder fit noch beweglich sind.

  • Widmer sagt:

    Ich finde bemerkenswert, dass Übergewichtige, die Sport treiben nicht dabei abnehmen. Eine Bekannte von mir joggt jeden Tag über Mittag eine Stunde. Trotzdem ist sie von der Statur her eher auf der schweren Seite. Wenn ich zu viel Sport mache, nehme ich extrem viel und schnell ab und komme rassig unter 50 kg bei 1.67.
    Trotzdem super, dass man Trotz Übergewicht Sport treibt.

    • Ralf Schrader sagt:

      Der Konstitutionstypus eines Menschen ist genetisch determiniert. Wenn man einen pyknischen Körperbau hat, kann man erst nach oder kurz vor dem Tod, im Endstadium von Krebs, schlank werden.

    • Martin sagt:

      @Widmer: Weshalb diese Leute nicht abnehmen? Weil sie sich denken: „Ich habe Sport gemacht, also gönne ich mir was.“ Da liegt das Problem! 3 h Sport pro Woche, bei extrem hoher Kalorienzufuhr, da ändert sich nicht viel. Wer Sport macht um abzunehmen, der sollte eben auf die Zwischenmahlzeiten verzichten. Dann klappt es schon. Was bringt eine Stunde Sport, wenn danach eine Tafel Schokolade verdrückt wird? Genau, gar nichts! Wer aber Sport macht, die Zwischenmahlzeiten weg lässt und die Hauptmahlzeiten wie vorher zu sich nimmt, der wird schnell abspecken.

  • Elsbeth sagt:

    Es ist echt unglaublich, was da manche Menschen sagen. Das macht mich so unsäglich wütend, und ich wünsche allen die beste Schlagfertigkeit dagegen.
    Und wieso in Schulen oft Teams zusammengewählt wurden, ist mir auch ein Rätsel. Aber Sportlehrer schienen mir oft selbst ziemlich unempathisch. Ich hoffe für die heutigen Kinder und Jugendlichen, dass das inzwischen nicht mehr üblich ist.

  • Nicky sagt:

    Ich teile Ihre Ansichten nicht und empfehle das Crossfit Bootcamp in Zürich Nord. Dort gibts Menschen aller Couleur bezüglich Gewicht (ja auch einige sogenannte Uebergewichtige) und man ist willkommen, niemand lacht oder mobbt.

  • Rhabarberabarbarenbar sagt:

    Inmitten von körperverliebten, leistungsfokussierten Menschen zu schwitzen ist ein kurioses Hobby. Und ob ein körperliches Übergewicht oder ein geistiges Untergewicht langfristig schädlicher ist, wäre zu diskutieren. Ich begegne hin und wieder Menschen die so fitnessverliebt sind, dass ich ihnen neben dem Endorphin-Flash etwas mehr Zeit für tiefgründigere Gedanken und Lebensinhalte wünsche.
    Ganz im Sinne von Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“

    • H.P. Widmer sagt:

      Genau, das Gift heisst ‚mehr fressen als der Körper benötigt‘ :-(
      Alle meinen Sport machen bringts, dabei sollte man erst Mal abnehmen. Aber eben, weniger essen ist eben anschrengend ,-)

  • Ralf Schrader sagt:

    Unabhängig möglicher Schamgefühle würde ich nie ein Schwimmbad oder Fitnessstudio aufsuchen. Menschen, mit denen ich gern die Freizeit verbringen, halten das ebenso. Es gibt Orte, bei denen ich mir sicher sein, keine Gleichgesinnten zu treffen.

  • Andrea sagt:

    Oh du sprichst mir aus dem Herzen ♥️.
    Das könnte ich sein.
    Danke für den ehrlichen Beitrag.
    R.E.S.P.E.C.T

  • Yvonne sagt:

    Warum machen Dicke keinen Sport? Vielleicht aus dem Grund, weil gerade im Sport das sogenannte Wettbewerbs-Denken automatisch wieder noch viel mehr in den Vordergrund rückt. Und gerade übergewichtige Menschen, werden ja gerne abgestempelt als faul, träge etc. Viele Menschen die übergewichtig sind, wurden übergewichtig, weil sie ihren Seelenfrieden im Essen fanden, weil dieses Wettbewerbs-Denken ja unser ständiger Begleiter ist. Und wie man bekanntlich weiss, gibt es in einem Wettbewerb meistens immer Gewinner & Verlierer. An vielen einzelnen Schicksalen ist es eine gesamte Gesellschaft, die zu einem grossen Teil mit verantwortlich ist. Dieses Problem bezieht sich nicht nur auf übergewichtige Menschen. Denn es gibt auch Menschen die sich z.B. „freiwillig“ zu Tode hungern.

    • Martin sagt:

      @Yvonne: Gut geschrieben. Vor allem das mit dem Seelenfrieden kann ich mir gut vorstellen. Essen ist was schönes! Leider wird viel herumgenörgelt. Bei den einen kommt das Genörgele in der Schule, bei anderen in der Familie, im Job oder was weiss woher. So ist das nunmal. Meistens sind diese Nörgeler selbst zu bemitleiden. Ich traf schon einige von denen. Viele sind einfach nur armselig. Am schlimmsten sind die, die meinen sie wären super gut, dabei sind sie bloss unteres Mittelmass. Die meisten Profis, egal von was, gaben mir immer gerne Tipps. Die doofen Sprüche kamen meistens von denen, die es selber nicht besser konnten. So ist das eben. Aber ich brauchte lange, um das zu kapieren. PS: Deswegen sind hübsche Frauen meistens auch die nettere Gesellschaft. Sie sind zufriedener.

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