Lawinenhunde – die wahren Helden am Berg

Retter auf vier Pfoten: Bis ein Lawinenhund für die Suche von verschütteten Personen eingesetzt werden kann, braucht er mehrere Jahre Ausbildung. Fotos: Rega

Sie suchen, wittern, erschnüffeln: Wenn eine Lawine Personen verschüttet, gehören ausgebildete Hunde zu den wichtigsten Suchhilfen der Alpinen Rettung Schweiz (ARS). «Ihre Spürnasen sind im Schnee und in unwegsamem Gelände Gold wert», sagt Marcel Meier, Fachleiter Hunde der ARS. «Bei der Rettung zählt jede Minute.» Denn schon nach einer Viertelstunde sinkt die Überlebenschance für Ganzverschüttete drastisch. Zudem sind nach wie vor nicht alle Verschütteten mit einem Lawinenpiepser ausgerüstet, können also nicht mit technischen Mitteln geortet werden. Umso wichtiger ist die Kompetenz der Hunde.

Damit im Ernstfall alle Handgriffe sitzen, üben die Rettungskräfte von Rega und ARS regelmässig gemeinsam. Im Januar führte die ARS im Skigebiet Andermatt UR während je fünf Tagen zwei Lawinenhundekurse mit insgesamt 74 Vierbeinern und ebenso vielen Fachspezialisten aus der ganzen Schweiz durch. Unterhalb des Gemsstocks spielten die Bergretter bei minus 10 Grad unterschiedliche Szenarien durch.

14 neue Brevets

Teil der Ausbildung ist auch die Zusammenarbeit mit den Einsatz-Teams der Rega. Zu diesem Zweck instruiert eine Rega-Crew die auszubildenden Hundeführer, wie sie sich bei einer Helikopterlandung korrekt verhalten. Sie üben mit den Lawinenhunden das Ein- und Aussteigen und gewöhnen die «Retter auf vier Pfoten» an den Mitflug. Die Ausbildung eines Rettungshundes ist zeitlich aufwendig und wird am Ende mit einer Prüfung abgeschlossen. Bis der Vierbeiner «Einsatzfähigkeit» erlangt, dauert es mehrere Jahre. Nach den beiden Ausbildungswochen in Andermatt konnten 14 neue Hundeführer ihr Brevet als «Fachspezialist Hund LW» in Empfang nehmen.

Speziell erwähnenswert: Die Alpine Rettung Schweiz zählt 3000 Retterinnen und Retter, die jährlich Hunderte von Ausbildungsstunden absolvieren – im Ehrenamt. Darunter rund 150 Fachspezialisten mit ihren Rettungshunden. Die ARS leistet terrestrische (bodengebundene) Einsätze für in Not geratene und hilfsbedürftige Menschen im alpinen, voralpinen und schwer zugänglichen Gelände. Sie ist eine selbstständige, gemeinnützige Stiftung, getragen durch die Rega und den Schweizer Alpen-Club SAC.

Impressionen vom Ausbildungstag

Die ARS-Fachspezialisten und ihre Hunde mit der Rega-Crew, vergangene Woche in Andermatt:

Übung unterhalb des Gemsstocks: Der Fachspezialist der Alpinen Rettung Schweiz sucht mit seinem Hund den simulierten Lawinenkegel ab. Jede Minute zählt, um verschüttete Personen zu bergen.

Während der Helikopter landet, funkt der Rega-Rettungssanitäter (r.) mit dem Piloten und bleibt mit ihm in Augenkontakt. Derweil hält der Hundeführer sein Tier in Warteposition. Der Hund bleibt ruhig – trotz der Lautstärke und des starken Windes, die der Helikopter verursacht.

Ernstfallübung, die Rotoren des Rega-Rettungshelikopters laufen: Hundeführer und Hund nähern sich in geduckter Haltung und trainieren das Einsteigen. Der Rettungssanitäter (ganz hinten in Rot) assistiert.

Alles perfekt gemacht: Der Lawinenhund sitzt ruhig und in der richtigen Position im Helikopter; jetzt lernt er den Mitflug.

Gelb und Rot – eine lebensrettende Partnerschaft: Marcel Meier, Fachleiter Hunde der Alpinen Rettung Schweiz (in Gelb), und Gilbert Ramseier, Pilot der Rega-Basis Wilderswil BE (in Rot).

Aus dem Helikopter aussteigen: Auch das muss der Suchhund mit seinem Führer trainieren.

Zeit zum Spielen: Zwischen den Übungen geniessen die Hunde ihre Pausen. Obschon mehrere Dutzend Vierbeiner anwesend sind, gibt es an diesem Tag keine Rivalitäten. Die «Retter auf vier Pfoten» freuen sich über den Schnee und wollen sich bewegen, um sich warm zu halten.

3 Kommentare zu «Lawinenhunde – die wahren Helden am Berg»

  • Reto sagt:

    Hunde sind per se die wahren Helden auf diesem Planeten. Würden Menschen sich so lieben, wie Hunde uns lieben, wäre die Erde das Paradies.

    • Bea sagt:

      Reto, Sie sprechen mir aus der Seele.
      Hunde können die besten Lehrmeister für uns Menschen sein, wir sollten uns „herablassen“.

  • Danielle sagt:

    Ich sag schon lange zu jedem, der mir blöd kommt wegen dem Hund: Warten Sie ab, bis Sie mal unter einer Lawine liegen (oder sonstwie in Not sind) und froh sind, wenn ein Hund zu Ihrem Lebensretter wird. Dann sind sie meist ruhig.

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