Best of: Auf den steilsten und geilsten Tiefschneehängen

Es sind Festtage und das Outdoor-Team gönnt sich eine sportliche Pause an der frischen Luft. Deshalb publizieren wir in diesen Tagen unsere Highlights aus dem vergangenen Jahr.


Seine Welt liegt abseits der Zivilisation, jenseits der Komfortzone: Jeremy Jones ist Big-Mountain-Snowboarder, Spezialist für die steilsten und geilsten Pulverschneehänge und ein Idol in der Freeride-Szene. Seine Filmtrilogie «Deeper», «Further», «Higher» ist Kult, die Runs der Wahnsinn. Wo er und seine Kumpels unterwegs sind, ist die Marge für Fehler oftmals minimal oder gar inexistent. Mit 40 Jahren gehört er zu den «alten Hasen» seines Sports, aber immer noch zu den Vorreitern – auch in Sachen Ethik.

Jones ist nämlich als Umweltschützer bekannt und einer der wenigen Profi-Freerider, die engagiert auf ihren ökologischen Fussabdruck achten. Zum Beispiel lässt er sich seit Jahren nicht mehr mit dem Helikopter auf die Berge fliegen. Er klettert zu Fuss auf Gipfel und Grate, das Snwoboard auf dem Buckel. Für eine einzige Abfahrt nimmt er stundenlange Aufstiege durch Tiefschnee und hochalpines Fels- und Eisgelände in Kauf. Wilde Routen, die Alpinisten bei winterlichen Bedingungen möglichst vermeiden. Doch für ihn sind die Berge eben erst dann interessant, wenn Schnee liegt. Um die Outdoor-Gemeinde zum «Kampf gegen den Klimawandel» zu motivieren, gründete er 2007 die Organisation Protect Our Winters – Schützt unsere Winter.

Nun kam der 40-jährige Amerikaner nach Zürich. Sein Sponsor Swatch hat für ihn ein Treffen mit Medienleuten organisiert. Ort: Kreis 4. Grund: Jones durfte eine Swatch gestalten, die jetzt im Handel ist und vermarktet werden will. Ebenso sein neues Buch zur Filmtrilogie. Ungefähr ein Dutzend Journalisten sind gekommen, die meisten interessieren sich mehr für die Uhr als fürs Freeriden, haben mehr Affinität zu Mode als zu Bergsport. Wir trinken Kaffee und Mineral, während Jeremy Jones über seine Leidenschaft und Faszination zum Big-Mountain-Snowboarden referiert. Er trägt Wollmütze, Kurzarmshirt, Jeans und erzählt, dass seine Fussaufstiege manchmal den ganzen Tag dauern. Oben angekommen, sei es oft zu spät, um noch abzufahren. Dass er und seine Freunde, unter anderem Xavier de le Rue, dann am Berg biwakieren und wie sie nach der bitterkalten Nacht am Morgen aufs Brett steigen, durchgefroren und mit kalten Füssen, was die steilen Abfahrten zusätzlich schwieriger macht.

Ein paar Tage später, an einem trüben Sonntag, schaue ich mir Jones‘ Filmtrilogie an, die DVD ist seinem neuen Buch beigelegt. Ganz grosses Kino, was die Freeride-Stars da zeigen. Extreme Abenteuer und grandiose Landschaften, die unheimlich Lust aufs Powdern machen. Aber wo bloss bleibt in diesem Winter der grosse Schnee? «Protect Our Winters» – Jones‘ Engagement für das Klima scheint dringender denn je.

 

Liebe Leser, auch unsere Kommentarfreischalter machen mal Pause – und zwar am 25. und 26. Dezember sowie am 1. und 2. Januar. Bitte haben Sie Verständnis, dass dann Ihre Blog-Kommentare möglicherweise erst verspätet erscheinen.

1 Kommentar zu «Best of: Auf den steilsten und geilsten Tiefschneehängen»

  • lukas sagt:

    tatsächlich steil und geil. zum engagierten ökologischen fussabdruck möchte ich nicht allzu kleinlich sein, aber ich glaube im hintergrund die rotorblätter einer extrem grossen drohne (oder eben doch heli) zu hören.

Kommentar

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