Der weisse Rausch

Haben Sie Lust, mal wieder einen richtig guten Freeride-Film zu schauen? Ich kann gleich zwei Neuerscheinungen empfehlen: «La Liste» von Steilwandskifahrer Jérémie Heitz und «The White Maze» von den Freeskiern Matthias Haunholder und Matthias Mayr. Beide Filme öffnen den Horizont, sind für Bergfans ein Must-See – und können jetzt auch in voller Länge und bester Qualität kostenlos angeschaut werden.

«La Liste» – von Jérémie Heitz

Steiler geht kaum: Jérémie Heitz am Zinalrothorn (4221 m) im Wallis. (Bild: Mammut/Terro Repo)

«La Liste»: Jérémie Heitz (27) aus Les Marécottes im Wallis gilt als «Überschallflieger der Freerider», kein anderer fährt so schnell über gigantische Steilwände wie er. Vor zwei Jahren nahm sich Heitz vor, in seinem Highspeed-Stil von 15 Alpen-Viertausendern abzufahren – über die unheimlich steilen Nord- oder Ostwände! Elf davon hat er geschafft, an vier musste er aufgrund widriger Verhältnisse abbrechen. Im Film «La Liste» zeigt Heitz nebst unheimlich ästhetischen Abfahrten in überwältigender Bergkulisse auch alle Facetten seiner Emotionen: von grenzenloser Freude bis zu den Sekunden der Todesangst, als ihm am Grand Combin de Valsorey (4184 m) ein Ski wegspickte und er nur dank Schutzengeln überlebte. Dass die Marge für Fehler in diesem Terrain minim ist, weiss keiner besser als er selber. «Penible Vorbereitung und Erfahrung sind das A und O», sagt er.

Mit «La Liste» zeigt Heitz, wo heute die Grenzen des Menschenmöglichen im Profi-Steilwandskifahren sind. Er betont allerdings, bei solchen Risikoabfahrten gehe er nie ganz an seine persönliche Grenze: «Ich schiesse nicht kopflos in Steilwände und gebe maximal Gas. Ich ziehe meine Linien immer so, dass ich anhalten könnte.» Im Film lässt Heitz die alten wilden Pioniere aus den 1960er-Jahren aufleben und dokumentiert, wie sich das Steilwandskifahren in den vergangenen 50 Jahren entwickelt hat. Grosses Kino!

Trailer von «La Liste». (Quelle: Youtube)

Links zum ganzen Film:

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«The White Maze» –
von Matthias Haunholder und Matthias Mayr

  • Kalt, kälter, Sibirien: Freeskier Matthias Haunholder wirft einen Topf heisses Wasser in die Luft. (Bild: Jonas Blum)

  • Extrem abgelegen, aber einmalig schön: Ostsibirien im Nordosten Russlands. (Bild: Jonas Blum)

  • Unterstützung erhielten die Österreicher von einer Nomadenfamilie. (Bild: Jonas Blum)

  • Eine Reise ins Niemandsland: Matthias Mayr. (Bild: Jonas Blum)

  • Je kälter und näher beim Berg, desto wärmer wird es Matthias Haunholder ums Herz. (Bild: Jonas Blum)

  • Über Eis und Schnee: Haunholder und Mayr auf dem Weg zum noch unbefahrenen Gora Pobeda. (Bild: Jonas Blum)

  • Ziel erreicht: Haunholder und Mayr fahren als erste Menschen vom höchsten Berg Ostsibiriens. (Bild: Jonas Blum)

  • Steil, eisig – und weit weg von Zivilisation und Rettung. (Bild: Jonas Blum)

  • Das Tschersky-Gebirge: Noch nie zuvor ist hier jemand Ski gefahren. (Bild: Jonas Blum)

«The White Maze»:  Die Österreicher Matthias «Hauni» Haunholder (36) und Matthias Mayr (35) sind Freeskier und echte Abenteurer. Ihre jüngste Reise führte sie in das gewaltige Tschersky-Gebirgsmassiv im Nordosten Russlands. Ziel: Der Gora Pobeda – der höchste Berg Ostsibiriens. Noch nie ist hier jemand Ski gefahren. Nicht ohne Grund: Der Berg befindet sich extrem abgelegen im Niemandsland – in einer der kältesten Regionen der Erde. Minus 60 Grad sind im Winter völlig normal.

Haunholder und Mayr nehmen uns in «The White Maze» auf dieses wunderbare Abenteuer mit, lassen uns miterleben, welche Tücken auf der langen Reise warten, wie sie von einer Nomadenfamilie Unterstützung erhalten – und wie sie am Ende als erste Menschen vom Gora Pobeda abfahren. Die Kontraste der extremen Kälte und traumhaften Schönheit der malerischen Landschaft könnten stärker nicht sein. Der Film verzaubert mit einer fantastischen, bisher völlig unbekannten Landschaft.

Trailer von «The White Maze». (Quelle: Vimeo)

Links zum ganzen Film:

2 Kommentare zu «Der weisse Rausch»

  • Sammy C sagt:

    La Liste ist meiner Meinung nach etwas overrated. Die Unterstützung, welche Jeremy in Anspruch nimmt für sein Projekt, lässt sich in keiner Weise mit dem Pioniergeist von Saudan vergleichen. Damals brauchte man keinen Bergführer und keine grosse Inszenierung durch Red Bull – eine ehrliche authentische Auseinandersetzung mit Steilwänden.
    Nonetheless ist er extrem talentiert.

  • Ladina sagt:

    Grossartig, vielen Dank für die Hinweise! Da kommt ein Stubenhocker wie ich ins Träumen und ins Staunen!

    Den Trailer für La Liste habe ich mir bestimmt schon ein Dutzend Mal angeschaut, und jedes Mal bekomme ich Gänsehaut.

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