Der Trump-Effekt beim Joggen

Ihn trifft man nicht mehr beim Joggen an, aber der Effekt hinterlässt doch Spuren: Donald Trump mit der olympischen Fackel 2004. Foto: Getty Images

Ich habe in diesem Blog vor drei Jahren die Frage aufgeworfen, warum Männer beim gemeinsamen Jogging oft einige Meter vor ihren Partnerinnen laufen. Am unterschiedlichen Tempo kann es nicht liegen, denn der Abstand vergrössert sich in der Regel nicht. Restlos geklärt werden konnte die Frage damals nicht, obwohl zahlreiche Kommentatoren wertvolle Hinweise gaben: Einer erklärte das Phänomen evolutionstheoretisch, weil der Mann die Frau in früheren Jahrhunderten vor wilden Tieren hätte verteidigen müssen. Ein anderer wiederum sah den vorauslaufenden Mann als sich aufopfernden Helden, der angesichts der Gefahr von Tretminen vorausläuft, eine Art Vorkoster des Terrains. Wieder einer wies auf die Gefahr tollwütiger Hunde in unseren Wäldern hin. Mehrere Kommentare korrigierten mich auch: Es sei nicht der Mann, der vorauslaufe, sondern die Frau, die hinterherlaufe. Und wie befürchtet waren nicht alle Kommentare politisch korrekt: Einer behauptete, Frauen würden deshalb hinterherlaufen, um den Rücken des Mannes als Schminkspiegel zu benutzen.

Nun habe ich zu dieser Frage weitere Feldforschung betrieben und muss mich in einem Punkt korrigieren: Ich schrieb damals, Männer würden ihren Partnerinnen meist nur rund fünf oder zehn Meter vorauslaufen, nie seien es 100 Meter. Am Wochenende sah ich nun aber einen Jogger, der seiner Partnerin gute 100 Meter voraus war. Sie rief ihn laut, erst «uhuu», dann «uhuuuuuuuu», und schrie danach aus Leibeskräften – es half nicht. Ob es die Distanz war oder Autismus: Der Mann drehte sich nicht um und verlangsamte seinen Schritt auch nicht.

Lamentieren und Schreien hilft nicht

Man ist in diesen Tagen versucht, Unerklärliches und Abseitiges mit dem Trump-Effekt zu erklären, und so ging es auch mir: Der Mann muss mit den 100 Metern Vorsprung auf seine Partnerin demonstriert haben, dass er der unangefochtene Leader ist und sich um Political Correctness foutiert. Ein Erfolgstyp, unterwegs zur ersten Million. Oder wie ein Leser schon damals in seinem Kommentar vermutete: Ein 100 Prozent arbeitender Karrieremacho kann nicht weit genug voraus sein.

Was tun dagegen? Lamentieren und Schreien hilft offenbar nicht. Ein paar Kilometer weiter sah ich eine Läuferin, die das Thema nun anscheinend offensiv angeht. Sie hatte ihren Lauf beim Loorenkopf unterbrochen, womöglich weil ihr Partner zu weit vorausgelaufen war, und war nun daran, pausenlos den Turm hoch- und runterzurennen. Wenn sie so weitertrainiert, wird sie ihrem Partner im Frühjahr 100 Meter vorauslaufen. Dann wird sich das Thema gänzlich neu stellen – ich halte Sie auf dem Laufenden.

1 Kommentar zu «Der Trump-Effekt beim Joggen»

  • Markus Schneider sagt:

    Und was hat das Ganze mit Trump zu tun? Überhaupt rein gar nichts. Da versucht bloss einer sein lausiges Elaborat zum ohnehin schon langweiligen und völlig ausgelutschten Thema mit dem namen Trump besser zu verkaufen. Ich gebe zu, ohne Trump im Titel hätte ich den Beitrag gar nicht erst angeklickt. Und mit Strehle im Titel hätt ich versucht, den Artikel zu löschen, was die Medien in der gegenwärtigen Form der Leserbeteiligung leider noch nicht realisiert haben. Aber das muss kommen.

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