Diese Woche auf den Stockberg SZ
Bevor ich zur Route auf den Schwzyer Stockberg komme, nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Stockberg bei Nesslau im Kanton St. Gallen – bevor ich diese Prachtsroute behandle, etwas ganz anderes.
Nämlich: Seit kurzem navigiere ich digital. Zwar werde ich weiterhin stets auch eine Karte auf Papier mitführen. Denn erstens erkennt man auf dem iPhone-Display manchmal gar nichts, wenn die Sonne gleisst. Und zweitens traue ich der Technik nicht ganz. Wer weiss, ob nicht im entscheidenden Moment der Akku ausfällt oder der Satellit sich verweigert.
Praktischer Helfer für schlechte Kartenleser
Trotzdem nutze ich jetzt Mapout, ein App, das ich mir für fünf Franken heruntergeladen habe. Schon seit langem zeichne ich mir zuhause am Computer jeweils meine Wanderrouten auf der Karte von Schweizmobil.ch. Und jetzt klicke ich also neuerdings auf ‹GPS-Track exportieren› und maile mir die Route auf mein iPhone. Ich öffne Mapout: Voilà, da ist die Route wieder, in einer neuen, sehr akzeptablen Karte.
Ich kann stufenlos vergrössern und verkleinern. Kann mich selber als pulsierenden blauen Punkt orten, GPS sei Dank. Kann Gehgeschwindigkeit, Höhendifferenz, Routenprofil einblenden. Eine tolle Sache, finde ich – denn um diesen kleinen Begeisterungsausbruch abzuschliessen: Ich bin ein katastrophaler Kartenleser. Mapout ist mein neuer Freund und Helfer.
Den Zürichsee zu Füssen, die Glarner und Innerschweizer Alpen vor Augen
Und damit zu unserem Stockberg. Wir bestiegen ihn letztes Jahr Anfang April und fanden das grossartig. Bei der Bushaltestelle Siebnen-Bettnau starteten wir. Querten das Wiesland zum Weiler Lucheren. Hatten dabei unseren Berg vor uns und seine steile Waldflanke. Links vom Tobel der Mächlerruns stiegen wir auf einem guten, stellenweise mit Stufen und Seilen befestigten Pfad zur Alp Tostel auf. Eine zweite Steilstufe genommen, und wir erreichten den Stockberg. Mit dem Ehepaar Dobler, das zur grossen Hütte im Sattel unterhalb des Gipfels schaut und gerade Esswaren einräumte, gsprächleten wir ein wenig; die Hütte ist übrigens Privatbesitz der Genossame Holeneich. Genossame? Eine öffentlich-rechtliche Körperschaft. Vor dem Zaun um das Grundstück spross Enzian.
Gleich anschliessend bescherte uns der Gipfel mit der Fahne eine Gewaltssicht: Gegen Norden hat man den Zürichsee samt Seedamm zu Füssen und gegen Süden die Glarner und Innerschweizer Alpen vor Augen; es sind Berge jeglicher nur denkbaren Gestalt.
«Sind Iähr no bediänt?», fragt uns der kleine Bub der Wirtefamilie fachmännisch
Dann alles abwärts, vollends weg von der agglomerierten, etwas gar lieb- und kraftlosen Urbanzivilisation des Zürichsee-Beckens ins grüne Innere des Schwyzerlandes – hinab nach Schwendenen. Bevor wir einige Zeit später die Wanderung bei der Bushaltstelle ‹Flühbödeli› der Wägital-Strasse beendeten, entdeckten wir in Schwendenen ein reizendes Bauwerk: die Kapelle von Port. Und wir freuten uns über die Wirtschaft gleich nebenan, die ‹Kapelle›. Wir wurden freundlich empfangen, assen gut, nahmen den rituellen Kafi Schnaps zum Schluss.
Zwei Zitate klingen von der Stockberg-Unternehmung in meinem Ohr nach. Der Bub der Bauern- und Wirtefamilie, in meiner Erinnerung recht klein, schaute vorbei, als wir tafelten, und fragte fachmännisch, unsere Flaschen musternd: «Sind Iähr no bediänt?» Und die alte Frau, die neben der Kapelle wohnt und zu dieser schaut, meinte angesichts der 23 Grad Wärme im Frühapril: «Ich hoffä, miär müänds nöd büässä!»
Route: Siebnen-Bettnau (mit dem Bus hierher vom Bahnhof Siebnen-Wangen) – Lucheren – Tostel – Stockberg – Schwendelen/Port (Kapelle und Restaurant) – Flühbödeli (Bushaltstelle an der Strasse von Siebnen zum Wägitalersee hinauf).
Gehzeit: 4 Stunden.
Höhendifferenz: 800 Meter auf-, 600 abwärts.
Charakter: Anstrengend, steil. Von der Zürichsee-Agglo-Region in eine Schwyzer Saft-und Kraft-Landschaft. Aussichtsreich. Einigermassen einsam.
Höhepunkte: Der Blick vom Stockberg-Gipfel. Die Bauernwirtschaft bei der Kapelle Schwendenen. Der Frühling mit Blumen und Blüten.
Hund: Sehr steil vor allem im Aufstieg.
Einkehr: Kapelle-schwendenen.ch, Mo, Di Ruhetag. Auch im Restaurant Flüebödeli bei der Bushaltstelle (im SBB-Online-Fahrplan ‹Flühbödeli› geschrieben) kann man am Schluss einkehren.
Privater Blog: Widmerwandertweiter.blogspot.com








Natascha Knecht ist Journalistin und Outdoor-Sportlerin. Aufgewachsen im östlichen Berner Oberland, dem Mekka für Kletterer und Alpinisten, lebt sie seit über zehn Jahren in Zürich. Im Outdoor-Blog betreut sie die Ressorts
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
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hallo thomas
danke für den wandertipp, und den guten und sachlichen bericht. das hast du sehr gut geschrieben, trotz GPS ist es immer ein muss, die karte mitzuführen. um mit dem GPS optimal arbeiten zu können, ist es voraussetzung, karte und kompass zu kennen. auch schreibst du richtig, die technik kann versagen, insbesondere bei grosser kälte sind die batterien sehr schnell aufgebracht.
besten dank, und viel spass beim wandern.
gruss von
raphael wellig, stadt bern / http://www.raphaelwellig.ch
Jetzt kommt noch mein Senf dazu:
Bei iPhone etc. wäre ich auch sehr vorsichtig von wegen Akku und so. Hat man aber ein richtiges, dediziertes GPS welches für genau diesen Einsatz konzipiert ist, ist man mit Ersatzbatterien perfekt gerüstet.
Ein richtiges GPS ist auch für die Planung wesentlich besser ausgerüstet (eigene Programme für Mac/PC). Zudem sind auf den neueren Karten die offizielllen Wanderwege und Landschaftsmerkmale sehr deutlich eingezeichnet. Und last but not least: die Auswertung/Archivierung der aufgezeichneten Tracks macht Sinn und Spass.
Die Anschaffung kostet was, aber ich bin sehr glücklich mit meinem Gerät, zumal die Papier-Karten auch nicht billig sind.
Als Not-Backup drucke ich mir einfach die Umgebungskarte von map.geo.admin.ch aus.
Auch mit der besten Technik weiss man ja doch nie.
Auf einen schönen Sommer ihr Wandervögel
Nik
Hallo Nik
hast Du einen guten Tip für ein GPS?
Gruss Bruno
Nicht zu vergessen, dass das GPS im besten Fall nur auf 10m genau die Position bestimmt, und Satelliten teilweise sogar verschwinden und man kein Signal mehr hat. Deshalb nie nur dem Punkt auf dem Display vertrauen…
Für mich ist es ganz klar Garmin.
Wunderschöne Karten, Routing etc.
Tolle Mac-Software.
Zur Genauigkeit: in den Bergen meist kein
Thema. Zum Teil bis zu 4 m Genauigkeit.
Die aufgezeichneten Tracks liegen meistens
SEHR präzise auf den Karten, wenn ich sie
im Nachhinein übereinanderlege.
welche Gewalt sieht man bei der Aussicht auf dem Gipfel?
iPhone kein Problem.
Empfehle Swiss Map Mobile und Wanderwege. (auch offline verwendbar)
Dann weisst du genau wie lange du hast und welche Höhenunterschiede du gemacht hast.
Für den Notfall gibt es noch Zusatzakku zum nachladen.
Hast du die neue Feuerstelle und die Panoramakarte auf dem Stockberg schon gesehen.
Beste Grüsse von den Freunden des Stockberges
nicht nur als backup , sondern auch im operativen Einsatz gratis nutzbar ist mobile.map.geo.admin.ch…. einfach vorher den Ausschnitt schon mal auf dem Handy browsen und schon sind die Daten im cache…. und das alles zu null Franken und ohne apps
Ist der Stockberg schneefrei zur Zeit ?
Lieber Dany, nein, Karte und Feuerstelle sah ich nicht. Wann sind die entstanden? Danke für den Hinweis. TW.
Liebe digitalen Fans, habt Ihr auch schon mal vom Höhenmesser Thommen aus Waldenburg (Technik barometrischer Druck ohne Batterien) gehört. Selbst die Fligerei benutzt ihn bei Stromausfall als Notfallgerät . Mit Thommen, Kompass und Karte 1:25000 kommt Ihr aus jeder Sturmschnee- Stockdicknebel- oder Orkangewittersituation sicher nach hause. Jedoch Kartenlesen lernen kann Euch auch das Navi nicht.
Pfingstmontag..Wir haben die Wanderung am Pfingstmontag gemacht. Wunderbar und wir waren praktisch allein. Wir wussten, dass die Genossame zu hat u waren deshalb aber wohl etwas zu schnell – nach für meine Knie sehr steilen Abstieg- an der Bushaltestelle: denn derjenige Bus um 14.08h war grad 10 min weg! Der nächste wäre dann erst 16.14h gefahren!! Den um 15 h lassen sie aus. Auch das Resti hatte Ruhetag.. Nach längerem hat sich jem. Unseres Stopp-Daumens erbarmt, glücklicherweise vor dem nächsten Bus.