
Gegen Schnarchen kann man einiges tun: Thailändische Werbekampagne für Ohrenstöpsel. (Agentur: Monday)
Heute möchte ich das Thema Schnarchen ansprechen. Aber keine Angst: Ich will mich nicht über die armen Menschen beschweren, denn sie tun es ja nicht freiwillig. Im Gegenteil, ich will mich bei ihnen bedanken – zumindest bei einigen.
Früher glaubte ich, Schnarchen stehe vor allem mit Übergewicht in Zusammenhang. Doch das ist falsch. Als Skitouren-Begeisterte verbrachte ich in den vergangenen Wochen wieder einige Nächte in Berghütten. Nie erwischte ich einen Raum, in dem keiner geschnarcht hätte, obschon dort meist drahtig-schlanke Alpinistinnen und Alpinisten nächtigen.
Dicke Luft und Koma-Schlaf
Aber um ehrlich zu sein: Die Schnarcher finde ich in Massenlagern nicht das Schlimmste. Ich benutze Ohrenstöpsel. Spezielle, die zum Schutz gegen Presslufthammer- und Baustellenlärm konzipiert wurden. Bedeutend mehr Mühe bereitet mir (und meinem Magen) die stinkige Luft in den engen Schlafräumen. Im Winter ist das noch unangenehmer als im Sommer. Weil draussen ein hochalpiner, eisiger Wind pfeift, wehren sich gewisse Leute fast hysterisch dagegen, dass das meist einzige Fenster im Raum geöffnet wird. Das Gute daran: Wegen des aufkommenden Sauerstoffmangels falle ich irgendmal in einen koma-artigen Schlaf, vielleicht bin ich auch ein paar Stunden bewusstlos, keine Ahnung. Jedenfalls steige ich im Winter ausgeruhter aus den kratzigen Wolldecken als im Sommer – auch wenns mich am Morgen beim Aufstehen erstmal grausam würgt und ich aufpassen muss, dass ich das noch unverdaute Voressen mit Kartoffelstock vom Vorabend halten kann. Die Ausdünstungen, die über Nacht aus all den menschlichen Poren und Körperöffnungen ausgetreten sind, machen die Luft so dick, dass man sie in Scheiben schneiden und gewinnbringend als Industriedünger einsetzen könnte. Linderung bringt da einzig die sofortige Flucht nach draussen an die Kälte, was allerdings noch einen Überwindungsspurt durch den nicht minder ungelüfteten und geruchsintensiven Schuhraum im Eingangsbereicht erfordert. Ich sage ja immer: Das härteste an einer Bergtour ist nicht die Tour selbst, sondern die Nacht in der Hütte.
Doch zurück zu den Schnarchern. Ich bin froh, dass es sie gibt. Sie sind das einzige, das mich in Berghütten an mein Zuhause erinnert, an mein sauberes, warmes, kuscheliges Bett. Denn der Mann in meinem Schlafzimmer schnarcht auch manchmal, zum Glück nur leise. Sobald dann einer im kargen, unbequemen Massenlager loslegt wie er, kommt in meinem Unterbewusstsein offenbar ein vertrautes Geborgenheitsgefühl auf. Ich werde ruhig. Kombiniert mit der schlechten Luft im Raum schlafe ich selbst auf über 3000 Meter manchmal sogar länger als daheim, obschon man für Bergtouren immer unerträglich früh aufstehen muss. Aber weil es am Abend nach dem Znacht bald langweilig wird, lege ich mich meist schon vor 21 Uhr aufs Ohr. Das ist übrigens auch ein Trick: Vor den Schnarchern einzuschlafen, erleichtert einiges.
Darf ich einen Schnarcher wecken?
Leute, die sich Schnarcher nicht von Haus aus gewohnt sind, neigen dazu, über sie zu lästern. Aber ich finde, man sollte wenigstens differenzieren. Die allermeisten Schnarcher tun es ja liebevoll leise, es ist mehr ein lautes Schnaufen. Erst wenn einer auf dem Rücken liegt und mit offenem Mund Dezibel-Werte einer Kettensäge erreicht, dann ist es auch bei mir vorbei mit dem heimeligen Wohlgefühl. Stattdessen macht sich Verzweiflung breit. Daheim könnte ich in einem solchen Fall ja noch fragen, ob er sich umdrehen könnte. Aber im Massenlager? Darf ich einen mir wildfremden Sägewerk-Schnarcher wachrütteln? Falls Sie ein solcher sind, sagen Sie mir bitte, wie Sie es gerne hätten. Rauben Sie lieber allen anderen den Schlaf, Hauptsache Sie bekommen nichts mit? Oder würden Sie es schätzen, wenn am Morgen beim Frühstück nicht über den Nachtruhestörer hergezogen wird? Meistens weiss man ja nicht genau, wer es wirklich war.
Man sagt, die allerschlimmsten Schnarcher seien die Apnoe-Schläfer. Solche, die geräuschvoll hinaus sägen, dann plötzlich lautlos werden, weil sie aufhören zu atmen, um dann lautstark die verpasste Luft in einem Zug wieder einsaugen zu müssen (oder so). Sie wagen sich allerdings selten in ein Massenlager. Ich selber habe jedenfalls erst ein oder zwei Mal derartige Nächte mitmachen müssen. Ihre stille Phase machte mir Angst, ich war dankbar, wenn sie wieder losröhrten. Schlafen konnte ich deshalb nicht, da halfen nicht mal dicke Luft und Ohrstöpsel, aber wenigstens war ich dann beruhigt, weil ich wusste, dass sie noch leben.
Was ist Ihre Schnarcher-Theorie?








Natascha Knecht ist Journalistin und Outdoor-Sportlerin. Aufgewachsen im östlichen Berner Oberland, dem Mekka für Kletterer und Alpinisten, lebt sie seit über zehn Jahren in Zürich. Im Outdoor-Blog betreut sie die Ressorts
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
Pia Wertheimer ist Journalistin und Marathonläuferin. Letztes Jahr hat sie über ihre Vorbereitungen für den
Jürg Buschor sitzt seit 1986 im Mountainbikesattel. Er hat für das «Schweizer Bike Magazin» geschrieben und später die beiden Fahrrad-Titel «Move» und «Move News» mitverantwortet. Er ist heute Verleger der Zeitschrift
Anette Michel ist Umweltnaturwissenschaftlerin und im Bereich Energieeffizienz tätig. Daneben hat sie mehrere Jahre als Velokurierin gearbeitet und dabei ihre Leidenschaft fürs Fahrrad entdeckt. Sie fährt seit fünf Jahren in ihrer Freizeit Rennvelo. Sie schreibt im Ressort 































































Ich erwarte von den Schnarchern, welche sich z.B. regelmässig in solchen Schlafräumen aufhalten, das sie etwas dagegen unternehmen. Schliesslich erwarten die Leute auch von mir das ich etwas gegen z.B. meinen Schnupfen usw.. unternehme egal ob chronisch oder nicht.
schön, dass sie das “erwarten”. Leider hilft manchmal nur eine Operation der Nasenhöhlen, was dann doch ein bisschen sehr weit geht. Versuche dafür krampfhaft auf der Seite einzuschlafen um ja niemanden zu stören.
Umgekehrt erwarte ich von Leuten wie ihnen auch nicht, dass sie mit Baustellen-Ohrschutz schlafen – lediglich ein bisschen Verständnis. An Orten mit vielen Leuten muss sich wohl jeder ein bisschen anpassen.
Sehr zuverlässig hilft mir gegen das Schnarchen, wenn ich die Nasengänge vor dem Schlafengehen gründlich mit isotonischer Salzlösung spüle. Das lässt sich mit etwas Übung locker mit einem Glas, lauwarmem Wasser und Kochsalz (ca. 10 g/l) bewerkstelligen; Anfänger können sich zu diesem Behufe auch eine Nasendusche erwerben oder die zwar teuren, dafür aber leicht zu transportierenden Einwegflaschen mit Aufsatz. Es erstaunt mich immer wieder, dass diese einfache, kostengünstige und ohnehin wohltuende Remedur nicht stärker propagiert wird!
Auch ich leide an diesem Problem.
Seit ca.vier Jahren habe ich bei der Lungenliga ein Res Med Beatmungsgerät ausgeliehen.Seit ich dieses habe,
schlafe ich viel besser und bin am Morgen beim Aufstehen auch nicht mehr so müde
Nur der monatliche Mietpreis von Fr.100.-finde ich etwas hoch, aber das zahlt die Krankenkasse, wenn das Gerät
von einem Lungenarzt verschrieben wurde.
Haben Sie schon mal die Velumount Spange ausprobiert? Ist genau so hilfreich wie das CPAP, jedoch viel handlicher, kleiner u günstiger. http://www.velumount.ch/de
Die “dicke Luft” im Schlafraum und Schnarchen verwandeln die Nächte im Matratzenlager tatsächlich oft in eine Folter. Heisse Tipps kann ich nicht bieten. Ich nutze die warmen müssigen Nachmittagsstunden allerdings oft, um im Freien ein bisschen “vorzuschlafen”. — Das kommt zwar nicht immer gut an. Aber ohne guten Schlaf bin ich einfach schlecht drauf.
hehe, zwar ist die hüttenatmosphäre etwas überspitzt dargestellt und dennoch kommt sie mir doch bekannt vor. das schlimmste finde ich, wenn man nachts aufs wc muss und dann in den schlafraum zurück geht. da merkt man erst, wie dick die luft drinnen ist!!!
und zum thema apnoe-schlafer: das macht mir auch angst! ich kenne da ein paar leute, die das haben… ob man da nichts dagegen tun kann?
Ein gutes Mittel: ich nehme 1 bis 2 Imovane, dann ist Ruhe bis zum aufstehen.Ein fast komatöser Schlaf
Imovane ist ein relativ starkes Schlafmittel welches ein hohes psychisches und körperliches Suchtpotenzial besitzt. Es wird bei Schlafstörungen von klinisch signifikantem Schweregrad eingesetzt. Die Dosierung beträgt i.A. höchstens eine Tablette (Sie nehmen offensichtlich zwei). Meiner Meinung nach gehören externe akustische Störungen – wie es Schnarchen ja ist – nicht zu den Indikationen welche den Einsatz eines Schlafmittels rechtfertigen würden. Deshalb finde ich Ihren Tipp – auch wenn er ev. in Ihrem Fall durchaus angebracht ist – für die Allgemeinheit nicht sinnvoll. Trotzdem nichts für ungut
gibt auch ein natürliches mittel dafür:
marihuana – ist allerdings auch rezeptpflichtig…
Die muss man aber verschreiben lassen und es ist schon hammerharter Stoff, gerade auch 2. Und schnarcht man dann nicht vielleicht selbst?
Wenn Sie tagsüber oft müde sind und nachts schnarchen, leiden Sie vielleicht an einem Schlafapnoe-Syndrom. Für eine wirksame Therapie des Schlafapnoe-Syndroms gibt es verschiedene Behandlungsformen.
Mehr Informationen und ein Risikotest dazu unter http://www.lung.ch/schlafapnoe
Wecken ist ziemlich das Sinnloseste, was man bei einem Schnarcher tun kann. Die Nacht wird dadurch weder für den Schnarcher noch den “Hörer” erholsamer. Schlafen hat nebst der Müdigkeit (die ja durch das Wandern gegeben sein sollte) auch viel mit innerer Ruhe zu tun. Regt man sich so sehr über einen Schnarcher auf, dass man ihn weckt, unterbricht man einerseits dessen Schlafzyklus, was dazu führt, dass sein Schlaf nicht mehr erholsam ist und andererseits findet man dank des Aufregens seine innere Ruhe nicht. Ausserdem wird der Schnarcher nach der Unterbrechung gleich weiterschnarchen, was dazu führt, dass man sich wieder aufregt, ihn wieder weckt, er wieder einschläft und schnarcht und man sich wieder aufregt, …. Teufelskreis. Müde sein, entspannen, an nichts denken – und der Schlaf kommt von selbst.
sorry, aber wenn jemand ausserordentlich laut schnarcht kann ich mich – trotz ohrstöpsel, wandermüdigkeit, kissen auf dem kopf und jogaübungen nicht entspannen. ich getraue mich dann aber auch nicht diese person zu wecken, dafür wird sie am nächsten morgen von mir ganz böse angeguckt…
Gewisse Schnarcher (nicht die Apnoe-Schnarcher, bei denen hilft nur, wenn man ihnen befiehlt, sich auf die Seite zu rollen, und auch das geht natürlich nur, wenn das ein intim bekannter Apnoe-Schnarcher ist, mit dem man das abgemacht hat), also jedenfalls: gewisse Schnarcher hören auf, wenn man ruhig und tief und regelmässig atmet, so, dass es ein wenig zu hören ist. Und wenn es nichts nützt, dann beruhigt man sich jedenfalls selber…
Ich benutze Nasensalbe, mit der ich die Schleimhäute meiner Nase vor dem ins Bett gehen einstreiche und so befeuchte. Klein, ultraleicht, günstig (in jeder Apotheke und wohl auch Drogerie) und sehr nützlich. Pfuset guet!
Ich habe soweit ich weisss selbst keine Probleme mit Schnarchen, ausser an einer Nacht, wo ich (zugegeben) deutlich zu viel Alkohol getrunken hatte, bin ich ein stiller Schläfer. Habe allerdings auch noch nicht davon gehört, dass es ein wirklich wirksames universalmittel gegen Schnarchen ausser Ohrstöpsel für die Mitmenschen gibt. Eine Plage der Menschheit wie der Schluckauf
Habe mich mit dem CPAP-Gerät auch ein halbes Jahr rumgeschlagen und konnte mich nie daran gewöhnen. Hatte schon Horror, wenn ich ins Bett ging und daran dachte, dass ich die “Maschine” wieder benutzen musste! Getrennte Schlafzimmer sind ein wirksames Mittel um denunfreiwilligen “Zuhörern” zu einem guten Schlaf zu vehelfen.
Wenn ich viel Alkohol hatte oder im engen Schlafsack auf dem Rücken liege, kann ich für meine Mitmenschen ziemlich unangenehm werden. Meine Begleiter instruiere ich immer, sie sollen mich hemmungslos wecken. Dann drehe ich mich auf den Bauch und gebe wieder Ruhe.
Ist aber auch Gewöhnungs- und Einstellungssache. Wir hatten einmal eine Übernachtung mit Studenten. Drei haben sich ab mir (hatte am Abend Alkohol) aufgeregt, mich aber weder geweckt noch gedreht oder so. Die anderen sind entweder gar nie aufgewacht oder haben sich nicht im geringsten gestört ab meinem Geschnarche. Die drei (am nächsten Morgen müde und misslaunig) waren die einzigen, die nicht im Militär gewesen sind…
ja genau – militär macht tolerant! oder was genau wollen sie mit ihrer bemerkung andeuten?
wo kriegt man die speziellen Ohrstöpsel her, welche zum Schutz von Presslufthammer entwickelt wurden…? Merci!
Da ich schnarche und das angeblich nicht gerade im Schongang, meide ich solche Massenlager. Ich habe mir sogar schon die Nase operieren lassen, leider ohne Erfolg. Ich fliege auch nicht gerne Langstrecke, da mir das unangenehm ist und ich es nicht steuern kann. Man kann versuchen, so lange wie möglich wach zu sein, aber irgendwann überkommt einen der Schlaf. Wenn man mich weckt, nützt das nichts, denn es geht gleich wieder weiter, wenn man mich am Morgen mit bösen Blicken straft, nutzt das ihrer verwundeten Seele und mein schlechtes Gewissen wird noch grösser. Tja Sorry, es wird immer enger auf dieser Welt und das braucht gegenseitige Toleranz gegenüber Schwächen/Krankheiten anderer.
Ich weiss auch, dass ich schnarche und versuche das durch Seitenlage zu lindern. Liege ich dann aber auf dem Rücken, dann muss ich wohl zur üblen Kategorie gehören. Anstossen reicht dann meist, um durch eine Lageveränderung das Geräuschniveau auf ein erträgliches Mass zu senken. Was ich aber überhaupt nicht ausstehen kann, sind die Hüttengänger, die sich, ohne Tour am Folgetag, volllaufen lassen und dann den ganzen Schlafraum terrorisieren. In solchen Momenten bin ich ja dann sowieso der Ärmste – alle andern schlafen, nur ich liege als Einziger wach und ärgere mich…
Muss Natascha 100% beipflichten: Kein noch so anstrengender Aufstieg ist schlimmer als die Nacht davor in der Hütte!
Ich leide glücklicherweise auch nicht an der “Schnarrchkrankheit”. Sich aufregen war, besonders in meiner Militärzeit, auch über die ersten Tage und Wochen der Fall, dabei war ich drauf und dran einen Kompressorschnarrcher aus dem Schlafraum zu befördern. Irgend wann mal habe ich mich daran “gewöhnt”. Mein Tipp ist ebenfalls, nicht zu viel essen, keine lastigen Esswaren, etwas Magen schonendes trinken, früh in die Klappe und guten Gehörschutz verwenden, oder mit guter Musik und Stöpsel einschlafen. Aber sicher nicht aufregen !!!
die beste (und romantischste) methode dagegen ist immer noch im zelt zu übernachten. es gibt viele kleine und leichte zelte für den alpinen einsatz…
Das beste u günstigste bei schnarchen und Schlafapnoe ist die Velumount Spange!! Klein u handlich, braucht kein Strom u keine teuren Mietgebühren. http://www.velumount.ch
Hier die Lösung für Schnarcher!
Ich benutze diese Spange (Ring) bereits über ein Jahr – sie ist leicht zu transportieren, unsichtbar und hilft sofort gegen Schnarchen und Apnoe.
Ich kann diese nur empfehlen.
http://www.velumount.ch/de
Guckst Du hier: http://www.ciao.de/Silensor_Schnarchschutzschiene__2662462. Must Du lachen (oder staunen).