Leben


Auf Biegen und Brechen

Pia Wertheimer am Montag den 30. Januar 2012

Auch ehrgeizige Frauen nehmen den Laufsport lockerer als Männer: Am Ziel des 24. Swiss Alpine Marathons, Juli 2009. (Keystone/Ennio Leanza)

Der deutsche Schauspieler Siegfried Lowitz traf mit seiner pragmatischen Aussage den Nagel auf den Kopf: «Ein guter Vorsatz ist ein Startschuss, dem meist kein Rennen folgt», sagte der Mann, der Jahre lang den Kriminalkommissar Köster in der Serie «Der Alte» verkörperte. Ein Startschuss fiel noch vor Jahresende online. Und zwar auf einer der unzähligen Sportplattformen. Es ging dabei darum, am meisten Kilometer auf seinem Konto zu vereinen.

Unter meinen Kontrahenten, die ich allesamt persönlich kenne, befanden sich richtige Cracks. Iron-Männer. Erst schenkte ich dieser virtuellen Herausforderung keine grosse Aufmerksamkeit. In den letzten Vorbereitungen für den Marathon von New York, war ich zu dieser Zeit ohnehin lange und oft in meinen Laufschuhen unterwegs. Bis ich eines frühen Abends mit Erstaunen feststellte, dass ich dieses virtuelle Rennen führte – um nur knapp einen Kilometer, aber immerhin. Hinter mir lag einer dieser Cracks, einer der mich sonst meilenweit zurücklässt, einer der schneller ist und häufiger läuft.

Einige Kilometer – und ein wenig mehr

Abend für Abend lud ich die Trainingskilometer hoch und klickte mich in den Wettkampf. Abend für Abend führte ich – nur um einen knappen Kilometer vor dem Crack. Wie jedes Rennen hatte auch dieser virtuelle Wettstreit eine Ziellinie. Die Deadline war auf einen Abend angesetzt. Ich trainierte wie geplant einige Stunden vorher, lud die Kilometer hoch – ich lag noch immer in Führung – diesmal um einige Kilometer. Der Crack war an diesem Tag nicht gelaufen. Siegessicher schaltete ich meine Computer ab und gönnte mir einen erholenden Abend.

Am nächsten Tag dann die Ernüchterung. Der Crack hatte die Challenge gewonnen – um nur einen knappen Kilometer und zwar ganz kurz vor der Deadline. Später erfuhr ich, dass er an diesem allesentscheidenden Abend gewartet hatte, bis ich laufen war und meine Kilometer hochgeladen hatte. An seinem eigentlich trainingsfreien Tag, schnürte er seine Schuhe – für einige Kilometer und einen knappen dazu. Er konnte nicht zulassen, dass ich gewann – er musste mehr Kilometer auf seinem «Tacho» haben.

Männer greifen zur Brechstange, Frauen zum Ratgeber

Tendenziell wollen Männer eine möglichst hohe Kilometerzahl in ihrem Trainingsprotokoll verbuchen, das weiss auch Valentin Belz. Der Läufer ist verantwortlich für den dynamischen Online-Trainingsplan Runningcoach.ch. Sein Zeichen tragen etliche Trainingspläne von Läufern und Läuferinnen mit den mannigfaltigsten Zielen und Trainingswünschen. Aushängeschilder der Plattform Runningcoach.ch sind die renommierten Schweizer Läufer Viktor Röthlin, Valentins Bruder Christian Belz und Markus Ryffel. Valentin Belz hat beobachtet, dass Männer ab und an eine Zusatzschlaufe oder eine Extra-Wiederholung einlegen, um die zusätzlichen Kilometer auf ihr «Tacho» zu kriegen. Frauen hielten sich wiederum strikter an die Vorgaben des Trainingsplans.

Nur nicht nachlassen: Teilnehmer des Swiss Alpine Marathons.

Nur nicht nachlassen: Teilnehmer des Swiss Alpine Marathons.

«Sowohl Frauen wie Männer verspüren den Drang, möglichst schnell zu laufen. Egal, wie gut sie sind», sagt Belz. Den Weg zur persönlichen Bestzeiten ebnen sich die Läufer allerdings anders als die Läuferinnen: «Die Männer greifen trainingstechnisch eher zur Brechstange, die Frauen eher zum Ratgeber.» Männer wollen ihr Ziel erreichen – auf Biegen und Brechen. Frauen hingegen wollen den Weg dorthin verstehen. Sie geben sich in der Regel nicht mit dem blossen Trainingsplan zufrieden. «Sie wollen es genauer wissen.» Beispielsweise warum ein Intervalltraining auf dem Programm stehe und nicht ein lockerer Dauerlauf. Die Rubrik «Ziel und Zweck» in der Trainingsbeschreibung werde deshalb von den Sportlerinnen fleissiger genutzt.

Er prüft – sie vertraut

Belz stellt zudem fest, dass die Frauen auch andere Ansprüche haben, als weiter und schneller. «Sie möchten oft auch schöner laufen und sind deshalb offener für Techniktrainings, Stretching oder Pilates.» Frauen hielten sich strikter an die Vorgaben seiner Trainingspläne als Männer. Im Protokollieren sei das schwache Geschlecht aber stärker als die männlichen Läufer. «Bei den Frauen sind 12 Prozent mehr Trainings protokolliert», weiss Belz.

Die dynamischen Trainingspläne aus der Schmiede von Belz und seinen Mitarbeitern werfen bei den männlichen Nutzern kritischere Fragen auf, als bei den Läuferinnen. Das starke Geschlecht habe sich oft bereits Konkurrenzprodukte angeschaut, spiele mit den Möglichkeiten des Systems und bringe Verbesserungsvorschläge. «Männer wollen eher wissen, wie das System funktioniert, was dahinter steckt und nach welcher Logik die Pläne generiert werden. Hier vertraut die Frau.»

Und Mann kann darauf vertrauen, dass ich demnächst wieder eine Challenge ins Leben rufen werde: Gewinner ist, wer am meisten Pilates-Stunden auf sich vereinen kann.

36 Kommentare zu „Auf Biegen und Brechen“

  1. Daniel Küttel sagt:

    Aber Frau Wertheimer, was stört sie denn nun mehr? Stört es sie mehr dass der Kontrahent sie zuerst ihre Kilometer lief und wie in so manch anderen Wetten einfach am Schluss noch etwas draufgepackt hat, oder aber dass sie nicht die gleiche Taktik angewendet haben und deswegen verloren haben? Im Grunde genommen sind sie Beide keinen Deut besser gewesen. Sie haben beide aus einer Sache die eigentlich viel Spass bedeutet, einen sinnlosen Wettbewerb gemacht. Im nächsten Jahr werden sie vermutlich Beide viele Zusatzkilometer schieben oder aber vor der Deadline eine Nachtschicht einlegen ;o))

    Ich für meinerseits hasse jegliche Art von Trainingsplan. Ich will nicht auf einen Wissenschaftler und Maschinen hören, sondern auf meinen Körper. Wenn er kann dann renn ich und trainier ich, wenn ich mich müde fühle dann ruhe ich. Mehr brauch ich nicht. Dabei interessiert mich auch mein Puls nicht. Wenn ich renne und schwer atme dann bin ich zu schnell, wenn ich gut atmen kann ist die Geschwindigkeit gut dosiert. Wir verlassen uns viel zu sehr auf das technische Tächtelmächtel.

    Zudem fällt mir allgemein auf dass sie sehr Genderspezifisch eingestellt sind, vielleicht wäre das eine oder andere Thema Ihrer Blogs im Mamablog besser aufbewahrt? Spielt es denn im Endeffekt wirklich ne Rolle ob weiblein oder männlein gewinnt? Ist es nicht toll dass man einfach zusammen Spass haben kann? Dass der Sport beiden Geschlechtern gewisse Dinge mit sich gibt dass man länger zusammen Spass haben und sich mehr und länger geniessen kann? Ich finde dies ist Grund genug um nicht gegeneinander anzutreten, sondern miteinander. :o )

    • Tom Meier sagt:

      @ Daniel Küttel: Sie sprechen mir aus dem Herzen. Guter Menschenverstand hilft stets, der Verweis an den “Mamablog” trifft ebenso ins Schwarze.
      Eine schöne Woche & sportliche Grüsse,
      Tom

    • Luise sagt:

      Eine “genderspezifische Einstellung” gibt es nicht.Es ist eine Tatscha, dass Männer und Frauen sehr unterschiedlich trainieren und Wettkämpfe angehen. Darüber nachzudenken finde ich spannend. Das Thema gehört überhaupt nicht in den Mamablog, sondern hierher. Ich kenne tatsächlich viele Männer, die mit der Brechstange vorgehen. Das kann uns Frauen ein Anreiz sein, nicht so schnell aufzugeben. Ja und bei einem Wettkampf tritt man schliesslich gegeneinander an, jeder gegen jeden, ob Mann oder Frau.

      • Daniel Küttel sagt:

        Liebe Frau Luise.

        Es stimmt dass im eigentlich Sinn der Mann und die Frau ein Training und ein Wettkampf unterschiedlich angehen, aber die Ausnahme bestätigt die Regel und ich kenne ebenso Frauen und Männer, die es mit dem Training sehr gerne schlicht und einfach übertreiben. Ich geb zu, dass mein Hinweis für das Mamablog etwas provoziert war und Frau Wertheimer wird mir den Wink mit dem Zaunpfahl sicherlich verzeihen (hoffe ich jetzt).

        Es nervt einfach immer wenn plump verallgemeinert wird. Die Extreme sind in jedem Sport zu sehen zwischen Mann und Frau, und die Extreme sind NIE nur auf einer Geschlechtsseite aufzufinden. Wer das behauptet ignoriert die Tatsachen die man bei Mann und Frau im Spitzensport vorfindet. Ich finde leider den Link nicht mehr, aber es gab letztes Jahr eine interessante Epidemiologie eines Sportwissenschaftlers, der versuchte Verletzungen aus Sportereignissen den Männer und Frauen zuzuweisen, und dort gingen Mann und Frau beinahe Hand in Hand.

        Ich habe dafür noch eine andere Seite gefunden, die ist weniger auf M/W fixiert, aber auch da findet man die Hinweise, dass es sich nicht verallgemeinern lässt. Interessant ist auch der Bereich wo es um die Verletzungen im Leistungssport geht. Da sind die Männer sogar noch unter den Frauen aufgelistet. Scheinbar verletzt sich jeder 41. Mann im Training, bei den Frauen jede 44.te. Schon alleine dies ist für mich ein Indiz dass es Mist und Dreck bei beiden Geschlechtern gibt. *hihi* Irgendwo muss wer übertreiben, das ist im Charakter definiert und nicht im Geschlecht.
        http://www.trainingslehre.de/gesundheit/61_epidemiologie_akuter_verletzungen-und-uberlastungssyndrome-im-sport.html

        Ja solche Epidemiologien sind beliebig verfälschbar und können so hingestellt werden wie es dem Betrachter gerade so passt, dennoch zeigt für mich das hier aufgezeigte Thema nicht annähernd genug in die Tiefe, weil es auf dem Empfinden einiger wenigen basiert. Und wie Frau Wertheimer schön öfters in der Vergangenheit geschrieben hat, spielt für sie scheinbar der sportliche Ehrgeiz zwischen M/W eine direkte Rolle. Warum weiss ich nicht und ist auch egal, weil interessant ist es allemal. Ich finde die Meinung von Frau Wertheimer interessant, aber ich möchte dennoch zum differenzierten Denken anregen.

        • Luise sagt:

          Zusammenfassend: Sportunfälle bei Männern sind eben doch häufiger ;-)

          • Daniel Küttel sagt:

            Ja, aber die Differenz daraus ist bedeutend geringer und die ach so vorsichtige Frau, ist eben doch nicht so vorsichtig, wie sich selber am liebsten sieht *zunge rausstreck* Gut haben wir darüber geredet.

    • Bernhard Sommer sagt:

      Bravo Herr Küttel. Der Kommentar spricht mir aus der Seele. Gemeinsam ist besser als gegeneinander. Und die technischen Hilfsmittel finde ich grausam. Wenn mir die Puste ausgeht, interessiert mich die Herzfrequenz sowie so nicht.

    • Sgt Klinger sagt:

      Danke Daniel, hätte es nicht besser schreiben können. Punkt.

  2. Mel F. sagt:

    Man(n) sollte immer hart trainieren, aber nie härter als der Körper es zulässt. Manchmal ist weniger mehr. Stichwort Erholung/Ruhephase.

  3. Julie sagt:

    Der Horror ist es, mit einer Wandergruppe, zu der auch Männer gehören,unterwegs zu sein. Jeder will der Erste und der Schnellste sein,für die schöne Aussicht, die herrliche Natur oder interessante Pflanzen haben sie kein Auge. Solche Wanderungen haben mit “wandern” nichts mehr zu tun, sie arten in ein Wettrennen aus. Schade.

    • Phil sagt:

      Der Horror ist es, in einem Forum, zu der auch Frauen gehören, zu lesen und schreiben, wenn eine von ihnen dann völlig undifferenzierte Äusserungen vom Stapel lässt, indem sie behauptet, Männer müssten beim Wandern alle immer die Schnellsten und Ersten sein, ohne Auge für die Aussicht, die herrliche Natur oder interessante Pflanzen. Solche Beiträge haben nichts mit “diskutieren” zu tun, sie arten immer in öde Pauschalvorverurteilungen aus. Schade.

    • Era Dam sagt:

      Schade Julie, nicht wahr, dass die F des SFAC um’s verrecke mit dem SAC fusionieren wollten! :-D

  4. johnnyR sagt:

    Sehr spannender Beitrag. Ich bin auch der Meinung meiner Vorgänger. Indem Sie sich auf der Plattform eingeschrieben hatten, akzeptierten Sie den Wettkampf, insofern fand ich seine taktische Finesse sehr klever, unabhängig ob Frau oder Mann.. :-)
    Hingegen bin ich uneins geg. meinen Vorschreibern, was den Trainingsplan anbelangt. Man braucht ihn nicht zwingend, aber man wird schneller schneller.. :-)
    Hab bis jetzt mit runningcoach nur gute Erfahrungen gemacht.

  5. Reto sagt:

    Und wieso steigt das Risiko, diesem Wahnsinn zu erliegen ausgerechnet bei Männern zwischen 35 und 40? Ich war ja immer ganz vernünftig, habe mir meinen Speck angefuttert und ein ganz bequemes Leben geführt. Und jetzt rieche ich ständig nach Chlor, der Schuhschrank mit Lauf- und Veloschuhen riecht ganz anderst und meine Frau muss sich einmal in Jahr von morgen früh bis spät am Abend die Zeit in Zürich totschlagen und- dem Familienfrieden zu liebe- hoffen, dass ihr Mann es schafft, sich vor Einbruch der Dunkelheit am Ironman irgendwie ins Ziel zu schleppen. Ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, wieso eigentlich. Ja, was passiert mit uns Männern gegen 40???

    • SomeintPhia sagt:

      40 ist beinahe sowas wie der Mittelpunkt des Lebens und man versucht in der Freizeit das eine oder andere Ziel zu erreichen. Bei uns wars der Halbmarathon und bei anderen der Ironman – wo man sich dann trainingsbedingt länger von der Familie verabschiedet, als nur einen Tag .. ;-)

      • Luise sagt:

        Der Midlife-Krise davonlaufen ist nicht die schlechteste Idee. Mit oder ohne Trainingsplan?

        • Reto sagt:

          @Luise: Ich erstelle mir jeweils einen Trainingsplan, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was zu tun ist, führe aber dann nicht Buch. Relativ genau nehme ich es mit dem”leichte Woche, mittelharte Woche, harte Woche” Zyklus. Ich habe auch schon in der Euphorie nach einer harten Woche volle Pulle weitergemacht, aber das büsst man dann schnell einmal. Was ich innerhalb der jeweiligen Woche aber mache ist ziemlich Lust und Laune und teilweise auch vom Alltag bestimmt. Ich möchte einfach innerhalb 12 Stunden ins Ziel kommen, da kommt es auf Details nicht so an, wenn die Ausdauer sonst stimmt.

  6. LaLy sagt:

    DANKE! Pia für den schönen Artikel, der mal wieder Männer aufscheucht, warum nur ;-) ))
    UND: Du hast Wahrheiten zusammengetragen … wer kann denn hier geraden nicht über sich selbst lächeln?
    ICH ziehe zunehmend LadyOnly-Veranstaltungen vor … warum wohl?

  7. Ich behaupte einmal das jeder Mensch anders trainiert. Egal ob Mann oder Frau.
    Des Weiteren gehe ich davon aus, dass die meisten BreitensportlerInnen weder Trainigspläne noch andere Schwachsinnsprodukte in Anspruch nehmen.
    Es gibt Männer und Frauen, deren Herzen und Hirne, von Ehrgeiz und Geltungssucht zerfressen sind.
    Sport sollte gesund sein und Freude machen. Dass tut aber eindeutig nicht, wenn Trainigspläne & Co. befolgt werden.

    • Luise sagt:

      Es gibt Trainingspläne und Traininspläne. Und: Frauen und Männer sind so und auch anders. Natürlich gibts auch Müänner dies gemütlich nehmen und auch solche, die in den Bergen Blümchen betrachten. Aber ein Blogbeitrag muss nun mal ein bisschen provozieren. Aber im Grossen und Ganzen muss ich der Schreiberin Recht geben: Im Runningsport gibt es eine stattliche Anzahl von Männern die einen Ehrgeiz an den Tag legen, der schon fast lächerlich ist.

      Was wollen wir uns denn beweisen?

  8. Manuel Schmid sagt:

    Komisch, warum lädt man die zurückgelegten Kilometer auf eine Plattform hoch, welche es erlaubt die Leistungen mit Bekannten zu vergleichen, wenn es einem so egal ist ob man mehr oder weniger Kilometer hat als andere und nervt sich dann wenn jemand am Schluss doch mehr hat. Selbst wenn die Taktik des Kollegen ziemlich merkwürdig ist, wenn ich meine Kilometer nicht vergleichen will (was ich wohl wirklich nie wollen würde, warum auch?), sehe ich keinen Grund diese zu veröffentlichen. Wie wärs mit einem privaten Trainingstagebuch?

  9. Peer Würgler sagt:

    Jaja: da merkt man bzw. Frau, das auch Joggen eine Genderthematik ist. Sagen wir es so: warum sollte das nicht so sein. Und das bei den Männer viele Psychos total ehrgeizig und mit Ellenbogen draussen rumstalken, ist ja für jeden erkennbar, der regelmässig Joggen geht. Ich kann nur jedem Personalchef und jeder Personalchefin raten, mit einem Stellenbewerber mal Joggen zu gehen. Das sagt mehr als jedes MBA oder MAS … An dieser Stelle grüsse ich die Läuferin, die mir 2 mal in der Woche regelmässig verbissen entgegen kommt und mich noch nie zurück gegrüsst hat: der Stickefinger nächste Woche ist für’s notorische Nichtgrüssen. Aber wieder zum Thema zurück. Der Charakter kommt den Menschen halt überall in die Quere, auch beim Sport. Allen Joggern viel Spass und denkt daran: ab 20 Km ist es nur mit BMI unter 20 gesund. Keep running PW

  10. gion-duri mengold sagt:

    guter beitrag herr würgler, seht häufiger in die GESICHTER der leute, sei es beim joggen oder im opernhaus. die wenigsten gehen aus freude joggen oder in die oper. sehen und gesehen werden gilt. wohin ihr geht, ist egal, aber geht mit freude. die aufgeblasenen egotripper leiden um des leidens willen, mit gesundheit hat das nichts zu tun.

  11. Fred sagt:

    Ich verstehe auch nicht, warum man sich als Frau freiwillig auf einer Webseite zum Schwanzlängenvergleich anmelden muss – es liegt in der Natur der Sache, dass a) die Männer einfach von Kind auf darin geschult sind, den Längeren haben zu wollen und b) Frauen biologisch gesehen eben die entscheidenden 15 cm fehlen.
    Aber mal im Ernst – ich finde die Masche in den meisten Blogs, von Beobachtungen einzelner Individuen auf eine Gesamtpopultation zu schliessen um damit mögllichst viel Widerspruch und Diskussionsbeteiligung zu erzielen nicht nur billig, sondern sie geht mir mittlerweile massiv auf den Sack!
    Korrekt wäre gewesen: von zehn Männern hat ein einziger überhaupt den Wettkampf angenommen und wollte auch gewinnen – neun haben sich nach drei Wochen verabschiedet, weil es ihnen zu blöd wurde oder sie zu faul waren. Aber diese 90% sind natürlich total untypisch während der die 10% repräsentierende Teilnehmer die Gesamtpopulation am besten beschreibt inklusive aller Männer, die gar keine Sport treiben.
    HERR LASS HIRN REGNEN!
    (Liebe Gedankenpolizei – bin wirklich gespannt, ob der Beitrag erscheint.)

  12. Roli P. sagt:

    Hallo Pia
    Auch im ambitionierten Amateursport ist es leider bei den Männern verbreitet sich mit Frauen absolut zu vergleichen anstatt relativ. Dies regt die Frauen verständlicherweise auf. Sie neigen dann dazu, sich in absolut vergleichbaren Kategorien (Anzahl km, Trainigs- und Wettkampfdisziplin etc.) mit diesen Männern zu messen, um sie dann natürlich zu schlagen. Der Grund dafür ist oft, dass die Frauen eigentlich, ohne es zu merken, diese Männer schon überholt haben. Abhilfe kann hier zumindest im Laufsport und allen anderen Leichtathletikdisziplinen der WMA Age-grading Calculator schaffen. Er vergleicht Leistungen zwischen Geschlechtern und Alterklassen relativ zuverlässig (bei nicht zu grossen Altersunterschieden).
    Mein Tipp wäre, dich im Rennen mit Frauen zu messen und neben dem Rennen mit Männern und Frauen auf deinem Niveau zu vergleichen. Jeden Mann, den du auf der Strecke triffst, hast du bereits um Längen geschlagen.
    PS: Den Wettkampf Trick deines Trainingskollegen solltest du dir trotzdem merken. Der war gut!

    • Pia Wertheimer sagt:

      Hallo Roli
      Du hast Recht. Vielen Dank für den spannenden Hinweis zum Age-Grading Calculator, werd ihn mir mal ansehen.

    • Era Dam sagt:

      Könnte es u.a. nicht sein, dass Männer auch auf “Biegen und Brechen” teilnehmen, während Frauen meist nur teilnehmen, wenn sie die Strecke “locker” bewältigen? I.d.R. ist der Frauenanteil ja nicht proportional zum Bevölkerungsdurchschnitt, sonst dürften höchstens 49 % der Läuferinnen männlich sein. Wenn ich Roli richtig verstanden habe, sind die Frauen (im Schnitt) langsamer als die Männer, da fällt natürlicherweise fast jedem Mann die Selbstachtung in die Hose, wenn er von einer Frau überholt wird…

      • Roli P. sagt:

        Wird ein Mann von einer Frau überholt, kann er sie getrost ziehen lassen, denn auch wenn er sie im Sprint schlägt, ist er nicht so schnell wie sie. Wem die Selbstachtung dabei in die Hose fällt, hat genau dieses Prinzip nicht begriffen: Läuft die Frau 1:40 im Halbmarathon muss der Mann 1:30 laufen um sich “gleich schnell” nennen zu können.

  13. Reto Jäggi sagt:

    Werte Frau Wertheimer,

    haben Sie eigentlich keine anderen Themen im Repertoire, als Ihre ständigen Geschlechtervergleiche? Es wäre schön, auch von Ihnen einmal einen konstruktiven Beitrag zum Thema Laufen lesen zu dürfen. Als Journalistin und Marathonläuferin hätten Sie jedenfalls die Voraussetzungen.

    Freundliche Grüsse, R. Jäggi

    • Pia Wertheimer sagt:

      Geschätzter Herr Jäggi
      Doch, doch habe ich selbstverständlich! Sie finden die Beiträge allesamt in diesem Blog und ich werde welche nachliefern… versprochen!

  14. herbert sagt:

    Also ich gehe mal bewusst nicht auf diese Geschlechtersthematik ein, die in diesem Blog erschien, sondern auf den Tipp mit dem individuellen Online-Trainngsplan. Hab mir nun auf runningcoach.ch ein Probeabo gelöst und wird, zumindest bis jetzt, den Erwartungen ziemlich gerecht. Danke Pia für den Tipp. Das könnte ja hinhauen mit meiner neuen Halbmarathon – Bestzeit… Ja, ich bin ein Mann und möchte sie verbessern, aber wer will das schon nicht.. :-)

  15. Céderic sagt:

    Tja, Frau Wertheimer,

    Auch Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Über die Plattform schreiben Sie: “Es ging dabei darum, am meisten Kilometer auf seinem Konto zu vereinen.” Daraus schliesse ich, dass Sie erkannt haben, dass es sich um einen Wettbewerb handelte. Nun hat ein anderer Läufer, den Sie – wie das in einem Wettbewerb üblich ist – als Kontrahenten bezeichnen, dieses Rennen gewonnen, zwar knapp, aber er hat gewonnen. Gute Verlierer gratulieren dem Sieger. Sie unterstellen dem Sieger, sich nicht an einen Trainingsplan gehalten zu haben. Nun ja, wie Sie ja richtig erkannt haben, ging es um die am meisten gelaufenen Kilometer und nicht um die Einhaltung eines Trainingsplans. Gute Verlierer anerkennen den Siegeswillen des Gewinners. Sie bekalgen sich darüber, dass ihr Kontrahent auf “Biegen und Brechen” gewinnen wollte. Winnermentalität ist aber kein genderspezifisches Merkmal. Unzählige Gewinnerinnen zeugen davon. Verletzter Stolz übrigens auch nicht. Schlechte Verlierer wird es immer geben.

    Freundliche Grüsse,

    Céderic

    • Pia Wertheimer sagt:

      Grüezi Cédric
      Keine Sorge, wir haben bereits gemeinsam darüber gelacht. Spannend war die Beobachtung trotzdem.
      Sportliche Grüsse
      Pia

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