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Die andere Bazooka

Markus Diem Meier am Freitag den 27. Januar 2012
EZB-Präsident Mario Draghi.

Hat schweres Geschütz aufgefahren: EZB-Präsident Mario Draghi.

Gemessen an einer Reihe der oft betrachteten Krisenindikatoren scheint auf den Märkten Ruhe eingekehrt zu sein: Die Aktienmärkte haben gemessen an den wichtigsten weltweiten Börsenindizes innert Monatsfrist deutlich zugelegt, der Schweizer SMI um rund 3 Prozent, der deutsche DAX um mehr als 9 Prozent, der S&P500 in den USA im Januar mehr als 4 Prozent. Die deutlich gesunkenen Ängste zeigen sich auch an den klassischen Angstindikatoren, den Volatilitätsindizes. Sie geben einen Hinweis auf die an den Märkten erwarteten Ausschläge von Aktienkursen an, wie sie aus den Optionspreisen herausgerechnet werden können. Mehr zu den technischen Details hier. Unten der Verlauf der Volatilitätsindizes seit Anfang Dezember 2011 für den SMI (der VSMI, Quelle SIX Swiss Exchange):

Besonders deutlich haben zudem ausgerechnet jene Aktien zugelegt, die von der Krise bisher am meisten gebeutelt wurden: jene der Banken. Seit dem 9. Januar haben die europäischen Finanzinstitute gemessen am Euro-Stoxx-Bankenindex ihren Börsenwert um rund einen Viertel gesteigert.

Schliesslich sind auch die Renditen der Anleihen jener Länder deutlich gesunken, die eben noch für besonders hohe Risiken gehalten wurden.

Woher kommt der vorzeitige Frühling an den Märkten, weist er sogar auf ein rasches Ende der Eurokrise hin? Nein. Hier die Gründe:

  • «LTRO» statt «Bazooka»: Der wohl wichtigste Grund ist das Verhalten der Europäischen Zentralbank EZB. In unseren Beiträgen rund um den grossen Eurogipfel im Dezember (hier und hier) haben wir festgestellt, dass die eigentliche Erwartung des Marktes darauf beruht hat, dass die EZB die gefährdeten Euroländer direkt stützt. Man hat eine solche Aktion mit einer «Bazooka», einer raketengetriebenen Panzerabwehrwaffe, verglichen. Als die EZB damals dieser Hoffnung eine Abfuhr erteilt hat, verschlechterten sich alle Risikoindikatoren an den Märkten vorerst. Selbst wenn die EZB die «Bazooka» im Waffenlager belassen hat, hat sie allerdings bald darauf anderes schweres Geschütz aufgefahren und abgefeuert. Die «Waffe» hat den Namen «LTRO» und steht für «Longer-Term Refinancing Operation». Die Operation bezeichnet Gelder, die die Banken für Tiefstsätze über ganze drei Jahre bei der EZB beanspruchen können. Bei der ersten Auktion dieser Gelder am 22. Dezember des letzten Jahres haben die Banken gleich 489 Milliarden Euro bei der EZB abgeholt. Eine weitere Runde folgt am 29. Februar. An dieser Geldschwemme und der Aussicht auf den nächsten Termin dafür liegt es vor allem, dass vorerst Ruhe auf die Märkte zurückgekehrt ist. Bankenzusammenbrüche waren damit erst einmal vom Tisch, daher der Anstieg an den Börsen und vor allem der Bankaktien. Und das billig aufgenommene Geld floss letztlich in deutlich höher rentierende Staatsanleihen gefährdeter Länder, daher der Fall der Renditen dort (vor allem bei kurzfristigen Anleihen, siehe unten).

  • Warum LTRO keine Lösung ist: Ok, das ist nicht schwierig. Die Finanzspritze wirkt wie ein Fiebersenker, ohne die eigentliche Krankheit anzugehen. Doch selbst die unmittelbaren positiven Wirkungen sollten nicht überschätzt werden: Erstens floss bisher ein grosser Teil des EZB-Geldes wieder zu dieser zurück, weil es die Banken bei der Zentralbank sicherer wähnten, statt dass sie es als Ausleihungen an andere Banken oder in die Wirtschaft weitergaben. Damit hat es für die wirtschaftliche Erholung nur wenig Wirkung. Ein positives Zeichen ist allerdings, dass die Geldbestände der Banken bei der EZB mittlerweile wieder abnehmen. Zweitens sind die Renditen der Staatsanleihen gefährdeter Staaten vor allem bei kurzfristigen «Papieren» deutlich zurückgegangen (im Fall von Italien und Spanien), was auf eine anhaltende Angst um die Zahlungsfähigkeit dieser Länder verweist. Bei kurzfristigen Anleihen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie zurückbezahlt werdenhier höher als bei langfristigen Anleihen. Die langfristigen Sätze bewegen sich noch immer auf einem für diese Länder gefährlich hohen Niveau. Im Fall von Italien lagen die Zehnjahressätze am Donnerstag noch bei über 6 Prozent, im Fall von Spanien bei 5,2 Prozent. Drittens ist aus Marktkreisen zu hören, dass diese Ländern zumindest sanften Druck auf die eigenen Banken ausüben, die eigenen Staatsanleihen auch zu kaufen. Fünftens sind sowohl die Kurz- wie die Langfristsätze von Griechenland und von Portugal trotz LTRO deutlich weiter angestiegen, was auf eine hohe Wahrscheinlichkeit eines kommenden Staatsbankrotts hinweist.

  • Der griechische Einfluss: Neben LTRO haben auch die Verhandlungen um einen baldigen griechischen Schuldenschnitt zur besseren Stimmung an den Märkten beigetragen. Doch mittlerweile ist nicht mehr so klar, ob der wie einst geplant zustandekommt. Einerseits haben einige Hedge Fonds offenbar griechische Papiere billig in der Erwartung gekauft, dass Griechenland am Ende von den anderen Euro-Ländern doch gerettet wird, wenn der Schnitt scheitert. Damit haben sie schon gar kein Interesse am Zustandekommen eines Deals. Gerade das erschwert ihn aber. Dazu kommt, dass der bisher geplante Schnitt ohnehin nicht reicht, um Griechenland aus dem Sumpf zu helfen. Forderungen nach einem weiteren Entgegenkommen der Banken (vor allem bei den Zinsen) kommen bei denen aber gar nicht gut an, was die Verhandlungen weiter erschwert.

At a press conference in Washington D.C., Blanchard said that “the world recovery, which was weak in the first place, is in danger of stalling.  The epicenter of the danger is Europe, but the rest of the world is increasingly affected.” Blanchard said that growth in the euro area in 2012 was now forecast at -0.5%, a decrease of 1.6% relative to the IMF’s September 2011 projection.   “In particular, we predict negative growth of 2.2% in Italy, 1.7% in Spain,” he said.

Und hier aus einer Rede der IWF-Chefin Christine Lagarde, die auch nicht gerade den Eindruck erweckt, dass alles auf dem Weg zur Besserung ist:

But what we must all understand is that this is a defining moment. It is not about saving any one country or region. It is about saving the world from a downward economic spiral. It is about avoiding a 1930s moment, in which inaction, insularity, and rigid ideology combine to cause a collapse in global demand. The longer we wait, the worse it will get. The only solution is to move forward together. Our collective economic future depends on it.

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59 Kommentare zu „Die andere Bazooka“

  1. Anh Toan sagt:

    “Zweitens sind die Renditen der Staatsanleihen gefährdeter Staaten vor allem bei kurzfristigen «Papieren» deutlich zurückgegangen (im Fall von Italien und Spanien), was auf eine anhaltende Angst um die Zahlungsfähigkeit dieser Länder verweist. Bei kurzfristigen Anleihen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie zurückbezahlt werdenhier höher als bei langfristigen Anleihen. Die langfristigen Sätze bewegen sich noch immer auf einem für diese Länder gefährlich hohen Niveau. Im Fall von Italien lagen die Zehnjahressätze am Donnerstag noch bei über 6 Prozent, im Fall von Spanien bei 5,2 Prozent.”

    Bemerkenswert, wie MDM mit steigenden Bankaktien und -anleihenkursen, mit einem Rückgang sowohl der langfristigen, als auch kurzfristigen Renditen von Staats- und Bankanleihen, eine anhaltende Angst um die Zahlungsfähig genau dieser Banken und Staaten begründet. Bis jetzt hab ich gemeint, sinkende Renditen bedeuten weniger Angst, aber dies ist zu trivial: Steigende Renditen bedeuten mehr Angst, sinkende Renditen bedeuten anhaltende Angst.

    Kaum ist das BUCH MDM’s (auf Crash Kurs) veröffentlicht, rufen die Märkte das Ende der Krise aus. Dumm gelaufen, Sie hätten ein Buch mit dem Titel Dow 100’000 schreiben sollen, das liesse sich im nächsten Jahr besser verkaufen.

    • Reto Derungs sagt:

      Die Märkte rufen nicht das Ende der Krise aus; die Flucht in die Sachwerte (Immo-Fonds, Aktien) treibt die Börsen-Indizes in die Höhe. Nicht mehr und nicht weniger.

      • Anh Toan sagt:

        @Reto Derungs: Dies ist eine gute Begründung für steigende Kurse defensiver Akten. Es erklärt aber nicht die gesunkenen Renditen für riskantere Staats- und Bankanleihen und -aktien, auch nicht die Erholung des EUR, das Sinken des VIX und der Spreads. Defensive Aktien (Immob, Nahrung, Pharma) handelten “gehalten” die letzten Wochen.

        • Michael Schwarz sagt:

          @Anh Tona:

          Es ist tatsächlich so, dass keine Erklärung für den fallenden Zins für Staatsanleihe zur Zeit gibt. Aber gleichzeitig zeigt, wie die Investoren verzweifelt sind, weil sie von expansiver Geldpolitik der Fed so getrieben sind, dass sie nicht mehr wissen wo sie investieren sollen. Das erklärt auch warum in den USA nach drei Jahren immer noch eine höhe Arbeitslosigkeit herrscht.

          Wie ich seit zwei Jahren der Meinung vertrete, dass die übertriebene expansive Geldpolitik wie Ben Bernanke die praktiziert wurde, ist schädlich für die Investition und zukünftiges Wirtschaftswachstum, weil die Investition nicht allein vom billigem Geld bestimmt werde. Es gibt andere Variable die Investitionstätigkeit bestimmen, die hat Ben Bernanke ausgeblendet, deshalb durch seiner expansive Geldpolitik verschafft am Ende mehr Ungleichgewicht im Markt, die zum Hemmnis der Investition führen werde.

          • Anh Toan sagt:

            @Michael Schwarz: Für mich ist die Erklärung, was ich hier vor einigen Monaten schrieb: Die Märkte beginnen zu erkennen, dass die Politik langsam eine Lösung, bzw einen Lösungsmix finden wird. Dies war zu erwarten, da die Mehrheit der Menschen nicht auf Dauer mit einer pessimistischen Einstellung leben kann, bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Märkte zeigen nun mal nicht den Ist-Zustand, sondern die Erwartungen der Marktteilnehmer.

            Ich meine, die ganzen akademischen Weisheiten zu Krise und Aufschwung sind reine Theorie. In der Praxis funktioniert die Wirtschaft wie ein Club: Wird dieser von gewissen Trendsettern besucht, wollen alle dahin. Irgendwann ruft ein Trendsetter diesen Club als “passé” aus, ein paar Andere stimmen zu, der Club ist “out” und keiner will mehr hin.

            Weder für Rezession noch für Aufschwung gibt es rationale Gründe, die Gründe liegen in den Emotionen der Marktteilnehmer. Genauso wie die Börsen, wird die Realwirtschaft letztendlich bestimmt dadurch, ob die Angst grösser ist als die Gier, oder umgekehrt. Es kommt, was die Menschen glauben, Aufschwung oder Rezession. Der Aufschwung ist Normalzustand, da der Mensch mehrheitlich optimistisch ist, sonst würde er sich gleich erschiessen. (Lou Reed: You need a busload of faith to get by). Darum ist die Rezession kürzer als der Aufschwung, die Börsenkurse steigen langsamer als sie fallen, weil Gier nicht nahezu pathologisch übersteigert werden kann, im Unterschied zur Angst, die zur Panik werden kann.

            Die Börse zeigt mir, der Optimismus kehrt zurück, dieser Optimismus wird die realen Zahlen verbessern, was ihn wiederum legitimieren wird, bis es einem Trendsetter gelingt, eine pessimistische Stimmung hervorzurufen, welche wiederum durch sich verschlechternde realen Zahlen legitimiert wird.

          • Michael Schwarz sagt:

            @Anh Toan:

            Wie wollen Sie Ihre These quantifizieren, wenn Sie das nicht können, dann können Sie Ihre These weder widerlegen noch bestätigen – das ist nichts sagend.

            Ich habe über Unsicherheit, die durch der Geldpolitik Bernankes verursacht wurde, gesprochen. Dies zeigt bei der Zinsentwicklung der Staatsanleihe. Dies betätigt meine These, die ich seit langem vertrete: die Geldpolitik der Fed ist kontraproduktiv, die erzeugt mehr Unsicherheit und hemmt die Investition in der Realwirtschaft, deshalb geht die Arbeitslosigkeit sehr langsam zurück. Das ist der Beweis, wie schlecht Bernanks geldpolitische Massnahmen waren.

          • Anh Toan sagt:

            @Michael Schwarz: die Geldpolitik der Fed ist kontraproduktiv, die erzeugt mehr Unsicherheit und hemmt die Investition in der Realwirtschaft, deshalb geht die Arbeitslosigkeit sehr langsam zurück. Das ist der Beweis, wie schlecht Bernanks geldpolitische Massnahmen waren.”

            Ja, meine These ist nicht wissenschaftlich, im Unterschied zu Ihnen betreffend Ihre These, weiss ich dies immerhin:

            Es kann keinen Beweis für die Qualität der Geldpolitik Bernankes geben, da niemand weiss, wie sich die Investition in die Realwirtschaft und die Arbeitslosigkeit mit einer anderen Geldpolitik entwickelt hätte. Alles, was Sie hier schreiben, sind reine Behauptungen (die Unsicherheit ist auf die kontraproduktive Geldpoiltik des Fed zurückzuführen, Sie behaupten einen Kausalzusammenhang zwischen Geldpolitik und Investition und Arbeitslosigkeit), bitte quantifizieren Sie!

            Die meisten Thesen der Volkswirtschaftslehre, wurden von der tatsächlich existierenden Realität widerlegt. Von der Marx’schen Diktatur des Proletariats, bis zu Keynes, der in der Stagflation der 70er widerlegt wurde). Auch wenn ich nichts weiss, habe ich dennoch einen Vorsprung gegenüber den Volkswirten: Ich glaube nicht, ich wisse! I know nothing, my name’s Manuel, I’m from Spain (Fawlty Towers).

  2. Pascal Meister sagt:

    Wann endlich findet die Euro-Zone bzw. die EU eine endgültige Lösung für Griechenland? Die Situation ist doch ein Fass ohne Boden, und ein Ende von Geldflüssen, Garantien und Subventionen (bereits vor der Euro-Krise) ist nicht abzusehen. Es wäre doch vernünftiger, dem Staat Griechenland gleich 80% der Schulden zu erlassen, für die restlichen 20% Garantien einzufordern (Sicherheiten in Form von Inseln usw.) und Griechenland im gleichen Zeitpunkt aus der EU auszuschliessen. Damit wäre die EU-Erweiterungseuphorie bis hin zur Türkei auch erstmal vom Tisch.

    • hans nötig sagt:

      Was bringt das? Die griechische Wirtschaft und Gesellschaft kann ohne massive Investitionen sich nicht selbst finanzieren. Solange man diesen Missstand nicht behebt, wird sich die Lage da nicht wirklich bessern.

      Und die wirtschaftlichen Zahlen sehen alles andere as gut aus (das war jetzt nett ausgedrückt). Das Land wurde praktisch todgespart, nachdem es vor dem “Rettungsprogramm” schon am äussersten Rande des Abgrundes stand (aus vielen Gründen, da ist nicht nur “der faule Grieche” alleine daran schuld).

      Dasselbe passiert übrigens gerade mit Portugal.

      • Reto Derungs sagt:

        “totsparen”, das sollte zum ultimativen Unwort gekürt werden. Nachhaltiger Wohlstand durch Konsum auf Pump? Wunderdumm, kann ich dazu nur sagen.

        • hans nötig sagt:

          Wunderdumm.. gratuliere zur Wortschöpfung.

          Vielleicht sollten Sie aber anstatt sich kreativ mit der Sprache zu betätigen einmal damit auseinandersetzen was in Griechenland passiert ist, was man allgemein als Handelsbilanzdefizit bezeichnet und wieso Austeritätsmassnahmen einem Land mit einer überhaupt nicht konkurrenzfähigen Wirtschaft den Todesstoss versetzen können?

          Ich helfe sogar gerne dabei: Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion (noch heftiger als das sind die Inlandsaufträge der Industrie), PKW-Neuzulassungen, reale Arbeitnehmerentgelte, reale Bruttoanlageninvestition, vieles mehr und daraus resultierend die Steuern. Wenn Sie dann todsparen immer noch als wunderdummes Wort abtun, naja, dann sind Sie definitiv reif für eine Politikerkarriere (no pun intented).

          • Reto Derungs sagt:

            @Nötig: wenn Sie mir die Schöpfung von “wunderdumm” zurechnen, danke ich für die falschen Federn; Sprache scheint nicht gerade Ihre Disziplin zu sein, zumal sie mit Ihrer wiederholten orthografischen Verirrung “todsparen” (sic) hartnäckige Rechtschreiberesistenz an den Tag legen. Zur Sache: Die hypertrophe “Verwaltung” Griechenlands hängt seit Jahren am Tropf der wertschöpfenden Deutschen, da die eigenen Millonäre und Milliardäre keine Steuern zu bezahlen belieben. Wenn Griechenland nicht bereit ist, der EU die integrale Annektion anzubieten oder wenigstens seine Inseln verpfändet, hat es seine Hausaufgaben zu machen: Zurück auf die Ebene eines Schwellenlandes, wo korrupte Politiker der ausbeuterischen Oberschicht ihre Pfründen sichern und das Volk mit ein paar Brosamen vom gedeckten Tisch der superreichen Hellenen den Sünneliblues trällern lassen. Dass man Griechenland nicht längst hat fallen lassen, liegt daran, dass nicht sein kann, was nicht sein darf: hundertprozentige Abschreibung der Forderungen an diese Lotterwirtschaft.

          • hans nötig sagt:

            @Derungs: Als was würden Sie denn das bezeichnen was in Griechenland in den letzten 2 Jahren abging?

        • hans nötig sagt:

          Sorry noch vergessen: Natürlich bringt Konsum auf Pump nichts, aber um diesen Missstand zu beseitigen braucht es einiges mehr als ein paar Griechen ein bisschen Disziplin beizubringen: Eine neue Wirtschaftsordnung.

          • Anh Toan sagt:

            @hans nötig: Ich mag Ihre Kommentare, auch Ihren Nick, gerade darum interessiert mich, wie man auf die Idee kommen kann, im Sturm ein neues Schiff zu bauen (neue Wirtschaftsordnung). Ein neues Schiff baut man erst, wenn das alte abgesoffen ist, falls man überlebt. Aber mitten auf dem Meer zu sagen, wir brauchen ein völlig anderes Schiff?

          • hans nötig sagt:

            Naja ich bau lieber dann ein Schiff wenn mir noch das Material dazu zur Verfügung steht anstatt wenn alles bereits in die Brüche ging. Quasi Land ansteuern, mal wieder von Bord gehen und das ganze von aussen betrachten (da sieht man die Fehler am besten) und danach reparieren oder neu bauen. Denn die Reise auf der wir jetzt sind erleidet sowieso Schiffbruch (voraussichtlich), egal ob aufm Meer oder an Land gestrandet.

            Macht für mich einfach null Sinn mit einem untauglichen Schiff durch die hohe See (der Sturm baut sich ja erst noch richtig auf) zu pflügen.

            Späte Antwort, hartes Wochenende ;)

          • Anh Toan sagt:

            @Hans Nötig: Die Volkswirtschaft lässt sich aber nicht in einen Hafen fahren. Sie ist täglich 24Std. auf offenem Meer: Die aktuelle Mode herbeizureden, dieses Schiff solle absaufen, damit ein besseres gebaut werden kann, ist zynisch. Verbesserungen am bestehenden System erachte ich als einzige Option.

            Als Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich

            eine Erbschaftssteuer, welche beim Erben, nicht wie bisher beim Erblasser anknüpft, von mir aus bis zur Besteuerung als Einkommen zum Rentensatz: Dies erlaubt, die Steuer der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Erben anzupassen, und verhindert die Umgehung mittels Wohnsitzverlegung des Erblassers, der auch nicht im Moment seines letzten Atemzuges enteignet wird, da er es in der Hand hat, die Steuer mittels Aufteilung seines Vermögens in der Gesellschaft zu vermeiden. Die Vermögenskonzentration über Generationen kann damit zumindest gebremst werden.

            die Anwendung von Auftragsrecht statt Arbeitsrecht für hohe Stellungen in der Privatwirtschaft und beim Staat (evtl. immer bei sehr hohem Gehalt): Damit würde die Verantwortlichkeit dieser Personen deutlich erhöht. Den sozialen Schutz des Arbeitsrechts brauchen diese Topshots nicht.

            Mit diesen zwei kleinen Korrekturen am aktuellen System lassen sich die grössten Defizite dieses System, nämlich die zunehmende Vermögenskonzentration und die mangelhafte Verantwortlichkeit der Entscheidungsträger zumindest reduzieren.

            “We’re chained to this world
            and we all gotta pull” (Tom Waits)

          • hans nötig sagt:

            Naja ich bin da vielleicht ein wenig radikal das gebe ich zu. Bin relativ jung und da ist es nicht so einfach das ganze so wie zb ein George Carlin zu sehen und über die Vorgänge zu lachen. Was heute passiert definiert die Welt in der ich (und meine Kinder) leben werden. Und das kann/will ich nicht einfach so akzeptieren und mir von irgendwelchen Politricks als “alternativlos” verkaufen lassen.

            Ihre Ideen sind durchaus gut und ein Ansatz das Ungleichgewicht ein wenig zu korrigieren (ein erster Schritt quasi?). Es korrigiert aber imho nicht eines der “Grundübel”, das Geldystem selbst. Eine Wirtschaft die gezwungen ist zu wachsen damit sie den Zins decken kann, die läuft meines erachtens irgendwann auf Grund. Peak Oil (worauf ein “Peak Nahrung” erfolgt) zb, kommt unaufhaltsam auf uns zu, und was machen wir dagegen? Bereiten wir uns auf irgendeine Art darauf vor? Können wir das überhaupt, wenn wir ja wachsen müssen? Ich könnte noch hunderte anderer Beispiele bringen aber ich glaube Sie wissen worauf ich hinauswill: Wir waren noch nie so anfällig wie heute.

            Sie haben natürlich durchaus Recht, eine Weltwirtschaft lässt sich nicht einfach “neustarten”. Es wäre ein sehr kompliziertes Verfahren und praktisch alle müssten mitspielen. Wird nicht passieren. Das ist vermutlich auch der Grund wieso es mittlerweile soviele Zyniker gibt. Wenns denn geknallt hat kann man in Ruhe aufräumen quasi.
            Ich bin da eher der Meinung: Wenn es knallt, dann haben sie uns (die Konzerne und ihre Marionetten), weil dann stellt keiner mehr Fragen. Ich will das nicht, deswegen die Metapher “Land anlaufen” und das Schiff untersuchen. Eben die unbequemen Fragen stellen und zusammen eine Lösung finden (inklusive Afrika, Südamerika, Naher Osten und Asien). Wir haben noch die Zeit dazu, und die sollten wir endlich einmal nützen!

            “Jusqu’ici tout va bien. Jusqu’ici tout va bien. Jusqu’ici tout va bien. Mais l’important, c’est pas la chute, c’est l’atterrissage” (La Haine)

    • Thomas Ernst sagt:

      @Pascal Meister:

      Griechenland hat ein ERTRAGSproblem, das von Merkozy und Komplizen als ein LIQUIDITäTSproblem behandelt wird. Selbst wenn man sich heute entschliessen würde, GR ALLE Schulden zu erlassen, bliebe immer noch das Ertragsproblem. GR gibt konstant mehr Geld aus, als es einnimmt.
      Mit den Sparaktionen (“Austerity”) sinken die Umsätze, die Steuern, die Wirtschaftskraft, dafür steigen die Sozialausgaben.

      Bisher hat noch KEINER irgendwas gemacht, damit die Erträge in GR besser werden. Es bleibt ein Fass ohne Boden. Da kann man beliebig viel reinkippen.

      Ist ja auch nicht beabsichtigt. GR ist der vergiftete Pfeil, mit dem die Weltwirtschaft ruiniert und eine neue Weltordnung eingeführt wird. Kissinger und seine Bilderberger (Merkel ist bloss Kissingers Pudel) lassen grüssen. Pereat Mundus, Vivat America.

      PS: Gemäss einer Simulation der Credit Suisse ist der 29.2. das Schlüsseldatum…

      • Andreas Dombek sagt:

        @ Thomas Ernst

        Herr Ernst, bitte simulieren Sie nicht und teilen Sie betreffend Ihrs PS wegen des Schlüsseldatums am 29.2. mit, im welchen Jahrtausend dieser Ruin der Weltwirtschaft durch GR eintreten wird. Sie wissen es doch: Der Untergang hat eine mehrtausendjährige dauernde Hochkonjunktur.
        PS: GR ist nicht der giftige Pfeil, sondern bestenfalls die harte Erbse, damit man sich im eigenen weichen Kissen nicht zu sanft ausruhen kann.
        Der beste Witz des Tages: Simulation der CS, aber nein, vielleicht ist sie nur ein Simulant.

        • Thomas ernst sagt:

          dumbo aka dombek: leider posten Sie da keinen Beitrag, sondern bloßes Gelaber. Es erübrigt sich damit, die Quelle zu nennen. SIe können offensichtlich eh nichts damit anfangen.

          • Andreas Dombek sagt:

            @Thomas Ernst

            Lieber Herr Ernst, danke für den Kosenamen „dumbo“, aber der bleibt leider an Ihnen kleben. Er ist-angel-sächsisch-friesischer und nicht wie mein Name gotisch-altgermanischer Herkunft. Es sei Ihnen ob solchen Unwissens gerne und mit leichtem Herzen verziehen.

            Danke auch für Ihr Nervenflattern, denn ich habe darauf gewettet, gesetzt und auch noch 10 € gewonnen, dass Sie keine Nervenstärke haben, so wie Sie zwar gut verteilen und gar nicht einstecken können. Deshalb gibt’s jetzt eine neue Wette von 10 SFR, denn sicherlich werden Sie wegen Ihrer Nervenschwäche noch tiefer auf den Bodensatz der Rating-Skalierung mit „ZZZ“ fallen.

            So auf die Ebene eines entnervten Anwenders der semiprofessionellen Kapitalisten-Simulation „Monopoly“.

  3. H. Trickler sagt:

    @Anh Toan:
    Für diesen Blog hat MDM imho keine Schelte verdient und ihr Seitenhieb auf eine andere Karriere ist voll daneben, obschon es bei den sog. Wirtschaftswissenschaften öfters mehr um Glauben als um Fakten gegangen ist.
    .
    Der Artikel weist zurecht darauf hin, dass damit die Eurokrise nicht gelöst ist, aber man dürfte m.E. auch sagen, dass es ein Schritt in die richtige Richtung war: Auch gefährdete Banken haben jetzt genügend Liquidität um den unvermeidlichen Konkurs Griechenlands zu überstehen.
    .
    Wenn der Staub dieses Wirbels verflogen sein wird, haben die Länder genügend Zeit, um die betroffenen Banken zu sanieren und der Fall Griechenland wird es den Regierungen in anderen problematischen Ländern einfacher machen, die notwendigen Schritte zu realisieren, weil die Folgen des schlechten Beispiels dann allen präsent sein werden.

    • hans nötig sagt:

      Womit werden Banken denn saniert? Mit Inflation oder mit weiteren Schulden? Was hat man vom Fall Griechenland gelernt das man nun nicht in Portugal, Italien oder Spanien anwendet?

    • Anh Toan sagt:

      H. Trickler. MDM schreibt: “Gemessen an einer Reihe der oft betrachteten Krisenindikatoren scheint auf den Märkten Ruhe eingekehrt zu sein” Indem er schreibt “SCHEINT” erweckt er den Eindruck, die Tatsachen (Rückgang der Renditen, des VIX) seien nicht tatsächlich vorhanden.

      “Die langfristigen Sätze bewegen sich noch immer auf einem für diese Länder gefährlich hohen Niveau.” Er lässt weg, dass auch die langfristigen Zinsen der Staats- und Bankanleihen deutlich gesunken sind, er suggeriert nahezu, die wären weitgehend unverändert geblieben.

      Der einzige Risikoindikator der noch immer ein hohes Risiko anzeigt, ist EUR/CHF, der Kurs hat sich trotz der Erholung des EUR zu den restlichen Währungen dieser Welt in die andere Richtung bewegt. Darüber verliert MDM kein Wort. Vermute ich als Grund den Blogbeitrag “der Ruf der Natiionalbank ist ungefährdet” bin ich wohl noch mehr daneben.

      Dass ich sein Buch oder den früheren Blogeintrag als Gründe anführe, meine ich als Kompliment an MDM: Ich traue ihm zu, ganz genau zu wissen, wo die Schwachstellen in seiner Argumentation liegen. (Verwenden von “scheint”, Vermeiden der Erwähnung dass auch die langfristigen Zinsen der Staats und Bankanleihen massiv gefallen sind, vermeiden über EUR/CHF zu reden). Nur weil MDM als Journalist und als Autor Leser erreichen will (Marktanteile), halte ich ihn nicht für dumm.

      • Anh Toan sagt:

        @H Tickler: Lesen Sie die ganze Rede von Frau Lagarde, aus er MDM zitiert: Diese hat sie an deutsche Adressaten gehalten, sie will mehr Geld von D für den IMF, klar benutzt sie deutliche Worte im zitierten Auszug. Die Rede als Ganzes ist aber deutlich positiver, etwa viel erreicht, die Lösungswege sind bekannt, aber wir sind noch nicht am Ziel.

        Mir als Autor ist es ausserdem egal, ob eines meiner Werke zerissen oder in den Himmel gelobt wird. Die Tatsache, dass es aufmerksam gelesen wird, ist Kompliment genug. Bei einem wirklich schlechten Artikel/Journalisten höre ich nämlich ganz schnell mit Lesen auf, und fange bestimmt nicht zu diskutieren an, sondern beschäftige mich mit was anderem.

  4. Josef Nemecek sagt:

    Es gibt einen Unterschied zwischen “anscheinend” und “scheinbar”: Anscheinend bedeutet, dass etwas wahrscheinlich so ist, wie es aussieht. Scheinbar bedeutet, dass etwas ganz anders ist, wie es aussieht. Ebenso gibt es die mathematische Regel der “Deduktion”: Wenn man aus einer Aussage A die Aussage B folgern kann, so kann man eben nicht aus der Aussage B die Aussage A folgern (Wenn es regnet wird der Boden nass, aber ein nasser Boden kann auch andere Ursachen als Regen haben).

    Wenn der Autor als schreibt, dass scheinbar Ruhe eingekehrt sei, so heisst das, dass in Wahrheit keine Ruhe eingekehrt ist (oder höchstens die Ruhe vor dem Sturm bzw. dem Tsunami). Und wenn Ruhe eingekehrt ist, so zeigen Indikatoren entsprechende Werte. Allerdings können Indikatoren auch gute Werte zeigen, wenn keine Ruhe herrscht. Indikatoren sind wie Messpunkte in einem System, und wenn diese an der falschen Stelle sind, so kann man sich in scheinbarer Sicherheit wiegen :o)

    Meine Indikatoren sind anders: Ich sehe 15 Billionen US$ Staatsschulden in den USA, wobei Zinsen mit neuen Schulden beglichen werden (was auf Überschuldung hinweist, das in einem Konkurs enden wird). Ich sehe riesige Schulden anderer Staaten, welche niemals beglichen werden können. Und ich sehe riesige Schulden von Banken, welche niemals bedient werden können, wenn die Zinsen steigen sollten. Alles steht unter Spannung, und es braucht nur einen kleinen Funken, damit uns alles um die Ohren fliegt.

    Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

    • Reto Derungs sagt:

      Ein sprachlicher und inhaltlicher Genuss, Ihr Kommentar, Nemecek. Es ist in der Tat bloss eine Frage der Zeit, bis uns dieser gehebelte Wohlstand “um die Ohren fliegt”, wie Sie trefflich bemerken.

    • Thomas Ernst sagt:

      Schliesse mich dem Kommentar von Derungs gerne an! Messerscharfe Analyse. Gefällt mir.

    • Andres Müller sagt:

      Herr Nemecek, man kann auch sehen dass diese Schuldenberge bei jemandem abbezahlt werden müssen der der sie jetzt als sein Vermögen taxiert -in der Statistik. Was ist schlussendlich das grössere Problem, wenn jemand nicht bezahlen kann oder wenn ein anderer das ihm versprochene Geld nicht erhält?

      In der Rechtssprechung des Abendlandes ist immer jener der Bösewicht der nicht bezahlen kann, niemals der Investor (der ja auch spekuliert). Auch dies ist ein schwerwiegender Fehler des Kapitalismus der es den Banken ermöglichte faule Kredite in Billionenhöhe zu bündeln.

      Und dieser Fehler, wenn er ein bestimmtes Ausmass überschritten hat, wurde in der Vergangeheit durch Inflationierung getilgt. “Scheinbar” gibt es keine Lösung weil Inflationierung verhindert werden soll -mit allen Mitteln, was dann aber trotzdem geschieht -wenn Schulden nie zurückgezahlt werden können. Was nicht sein darf geschah in der Vergangenheit stets trotzdem -es ist war jeweils nur eine Frage der Zeit.

      Die Lage ist also nur Hoffnungslos für die Schuldenlage in absoluten Zahlen, nicht aber nachdem das Inflationsgespenst oder das Cutting sowohl Schulden als auch Vermögen in Nichts auflöst. Da sich die Vermögen derzeit zu Billionen in den Händen von sehr Wenigen konzentrieren, die selbst nach einer Hyperinflation noch nicht am Hungertuch nagen müssen, könnten die Notenbanken einfach ein Null an den Devisenwerten streichen -wie Hildebrand bei der Frankenabwetung im Kleinen vorführte- müssen dabei keine schwerwiegenden Folgen befürchtet werden. Das geht nur nicht so einfach, weil die Gläubiger im Abendland den absoluten Schutz geniessen, das Verbrechen des falschen Umgangs mit Geld ausschliesslich beim Schuldner gesehen wird. Das Recht anerkennt lediglich bei Krediten an Jugendliche eine mögliche Schuld auf seiten des Kreditgebers, aber ansonsten soll immer nur der Schuldner haften. Aus meiner Sicht müsste man aber die Produktion fauler Kreditbündelpapiere, wie sie 2011 wieder in Milliardenhöhe durch die Banken emittiert wurde -endlich bestrafen und das Rechtssystem somit in ein Gleichgewicht bringen.

      • Anh Toan sagt:

        @Andres Müller: Sie meinen also, demokratische Staaten seien wie Jugendliche, nicht in der Lage, die Konsequenzen ihrer Entscheide vollständig zu beurteilen, und Auferlegen daher dem Geschäftspartner (hier Banken) eine besondere Fürsorgepflicht.

        Oder muss ich Ihren Vorschlag, den Gläubiger verantwortklich zu machen, noch etwas grundsätzlicher verstehen: Es ist die Schuld des Arbeitnehmers (Gläubiger) wenn der Arbeitgeber (Schuldner) zuviele Personen beschäftigt, weil er mit besserem Geschäftsgang gerechnet hat, und die Löhne nicht mehr zahlen kann.

        Es ist die Schuld des Staates (Gläubiger), wenn sich die Schuldner (Bürger) ihre Steuern nicht bezahlen.

        Sie wollen den Gläubiger für die vom Schuldner versprochene Leistung verantwortlich machen. Sie sind wohl auf den Spuren des Dadaismus: Der Versuch, logisch zu denken hat uns in dieses Schlamassel gebracht, denken wir unlogisch, vielleicht wird es besser.

      • Anh Toan sagt:

        @Andres Müller: “Produktion fauler Kreditbündelpapiere” ist strafbar, wenn die Voraussetzungen des Betruges oder wertpapierrechtlicher Spezialformen des Betruges, der Übervorteilung vielleicht auch der ungetreuen Geschäftsführung oder der Urkundenfälschung erfüllt sind.

        Über tausende von Jahren hat die Rechtswissenschaft die Abgrenzung zwischen strafrechtlich relevantem Betrug, und den gesellschaftlich üblichen Verhaltensweisen wie gewöhnliches Lügen (oder Verschweigen), entwickelt. Wollen Sie Verbesserungsvorschläge in diese Richtung unterbreiten, wäre ein Studium der aktuellen Situation Voraussetzung (Was ist heute strafbar), ich glaube kaum, Sie wollen ins Strafgesetzbuch schreiben: “Wer faule Kreditbündelpapiere produziert, wird bestraft.” Wollen Sie was sinnvolles formulieren, werden Sie wohl wieder bei den existierenden Formulierungen des Strafgesetzbuches landen, da Ihnen sonst keine Abgrenzung zu gesellschaftlich akzeptierten Verhaltensweisen gelingt.

        • Andres Müller sagt:

          Ganz einfach @Anh Toan, wer gebündelte Kreditpapiere auf den Markt bringt soll jeden Einzelposten aus dem das Papier zusammengesetzt ist transparent machen müssen. Das ist zum Beispiel bei den gebündelten Hypokreditpapieren bisher nicht der Fall, der Lehman Kollaps wurde von der Politik versprochen in Zukunft zu verhindern. Das ist bisher aber nicht geschehen, da wurde nichts an den Prinzipien im Umgang mit Derivaten geändert.

          Während bei Lebensmitteln Herkunft und Inhalt deklariert werden müssen damit der Konsument über Risiken und Herkunft Bescheid weiss können die Emittenten solcher gebündelten Kreditpapiere das Risiko das in ihnen schlummert verbergen. Der Handel mit sogenannte Subprimekrediten für Hausbesitzer geringfügiger Bonität waren der Ausgangspunkt für die Finanzkrise ab 2007. Aus den gebündelten Papieren ging nicht hervor wer genau diese Hypothenschuldner waren -ihre finanzielle Situation liess sich nicht anhand der gebündelten Papiere aufdecken.

          Nun, die Lebensmittelverordnungen mit ihrer Deklarationspflicht sind auch relativ neu in das Rechtsystem aufgenommen worden und werden ständig erweitert. Es gibt keinen Grund Finanzprodukte von einer kundenfreundlichen Deklarationspflicht auszuklammern. Wenn die Gesetze nicht existieren, dann müssen sie geschaffen werden. Geschieht das nicht, dann gehts halt weiter wie bisher und wird irgendwann in einer Art “westlichem Fühling” enden, oder wie man in den USA sagt, zum Beispiel im amerikanischen Immobilien -Herbst.

          Alle forderungsbesicherten Wertpapiere würde ich generell verbieten, weil die Kosten zur Deklaration von dessen Zusammensetzung den theoretischen Vorteil den solche Papiere haben können wieder aufheben würde. Da ist ein Verbot sinnvoll um den weiteren Missbrauch durch Einbündelung von Subprime -Schuldnern zu verhindern.

          • Anh Toan sagt:

            @Andres Müller: Vorher haben Sie von Strafrecht geredet, jetzt reden Sie von Zulassungsvorschriften für Wertpapiere, wenn Sie noch etwas weiter denken, reduziert sich das ganze auf Anlagevorschriften für Pensionskassen und allenfalls Kriterien, was als “mündelsichere” Papiere gelten kann. Wer sein eigenes Vermögen anlegen will, sollte auf alle Fälle selber entscheiden dürfen, ob er lieber tausenden von Hypothekargläubigern, oder einem Einzelnen sein Geld leihen will, die Streuung ist nicht nur ein theoretischer Vorteil, für den Beweis des Vorteils gabs einen Nobelpreis (Markowitz).

            Lässt man die ganze Polemik weg, bleibt nur noch ein diskutabler Vorschlag zu Anlagerichtlinien bei fremdverwalteten Vermögen.

          • Andres Müller sagt:

            Vielleicht finden sie ja auch noch jemanden der für das Trans-European Automated Real-time Gross settlement Express Transfer System einen Nobelpreis erhält.

          • Anh Toan sagt:

            @Andres Müller: Aus der Tatsache, dass Nobelpreise gelegentlich an die falschen verliehen werden, folgt nicht, dass alles, was einen Nobelpreis erhält, Mumpitz ist.

  5. Mark Althaus sagt:

    Ob Bazooka oder LTRO oder welche Ausprägung der unlimitierten fiat-money creation noch erfunden wird, es wird keine Probleme lösen sondern nur neue schaffen. Die kurzfristige Absicht hat man erreicht, die Aktien stürzen nicht ab – der Schein wird gewahrt. Aber wie John Hoefle vom LaRouche Institut “on the triple curve” beeindruckend beschreibt, müssen all die neuen Gelder in zunehmendem Mass in die Finanzindustrie fliessen. Das Ganze führt früher oder später zu einem crack-up-boom. Das wird nicht als das erkannt werden was es ist, die Analysten werden über das Ende der Krise jubeln. Kurz später, werden dann die Keynesianer mit ihrer Geldfluttheorie des Besseren belehrt – leider wird es dann zu spät sein.
    Für die Entwicklung der Weltwirtschaft gibt es einen kaum manipulierbaren Frühindikator, den Baltic dry Index, und der zeigt im Moment an, dass kaum mehr Rohstoffgüter transportiert werden. Niveau 2008. Nur diesmal haben die Staaten keinen Spielraum mehr für Billionen$tützen. Das wird dann das Nächste sein, das man den Zentralbanken zu übertragen gedenkt. Es wird dann sicher heissen – Alternativlos (das ist und war immer aus Sicht der Banken so – das erfundene Druckmittel für ihre direkten und indirekten Bailouts). Die Kreditexpansion funktioniert nicht mehr, es beginnt die Zeit der Monetisierung dieser Schuldentürme. Wo die endet, sollte jedem der etwas von Geldgeschichte versteht klar sein.

  6. hans nötig sagt:

    Die Geldbestände bei der EZB (Einlagefazilität) nehmen nicht wirklich ab, zumindest gibts da keine Anzeichen dazu (momentan schwankt es zwischen ~500 und ~450 Mia).

    Sie gingen mitte Januar massiv zurück, dies hat aber einen trifftigen Grund: die Mindestreserve. Am Ende des Monats wird festgelegt, welche Mindestreserve im Durchschnitt aller Tage der Folgeperiode vorgehalten werden muss. Für überschreitendes Zentralbankgeld erhält man keine Zinsen, für Unterschuss muss man 4,25% “Strafe” bezahlen.
    Nun wissen die Banken aber noch nicht genau wieviel sie brauchen, da man verständlicherweise aber keine Strafe bezahlen will, füllt man das Konto einfach erst mal ordentlich auf. Der Ultimo rückt nun näher und man kann besser abschätzen wieviel Mindestreserve man aufweisen muss, und kann den Betrag auf dem Konto entsprechend reduzieren. So hat man am Ende nur noch ein winziges (unverzinsliches) Guthaben und keine Strafzahlung zu leisten.

    Entsprechend sichtbar ist dies auch in der Einlagefazilität selbst: Am 18. Januar sank sie um satte 132 Mia Euro, um danach wieder auf 490 Mia zu klettern (momentaner Stand 464 Mia).

    DIe Mindestreserve wurde übrigens von 2% auf 1% reduziert, was die Liquidität der Banken natürlich weiter erhöht hat.

    Kein Gewähr, denn komisch ist ja das die Senkung der Reserve von 2% auf 1% just am 18. Januar erfolgte, die Banken also nur noch halb soviel aufweisen müssen wie zuvor. Kann mich da jemand aufklären ob die zwischendurch massiv ins Minus gehen (können)?
    Für mich die einzige Erklärung für die massive Volatilität bei der Einlagefazilität der letzten Tage, soviele Anleihen wurden auch nicht ausgegeben und das Geld floss ja hauptsächlich wieder zurück zur EZB.

    • Anh Toan sagt:

      @Hans Nötig: Aufklärung zu “zwischenzeitlich ins Minus”: Da sonst niemand antwortet, versuche ich es:

      Ob Reserveanforderungen erfüllt sind, kann nur eine Bilanz zeigen. Bilanzen sind eine Momentaufnahme der finanziellen Situation. Selbst wenn Banken täglich Mindestreserveanforderungen erfüllen müssen, bleibt noch immer die Möglichkeit, diese Intraday massiv zu unterschreiten. Einzige theoretische Möglichkeit wäre, die Banken zu verpflichten, sekündlich oder unter Berücksichtigung des Hochfrequenzhandels, tausendsekündlich Bilanzen zu erstellen.

      • hans nötig sagt:

        Schon klar ;)

        Was mich wundernahm war eher ob die während der Perioden ins Minus gehen können (weil wenn nicht macht die ganze These keinen Sinn denn wenn die Reserve halbiert wird, braucht man ja auch kein Geld, so schnell kann keine Bilanz wachsen), ich werte dies als ein Ja?

  7. Marcel Zufferey sagt:

    Sehr guter Beitrag, trifft den Nagel sozusagen punktgenau auf den Kopf! Da die EZB wegen Merkozy & Co. keine weiteren Staatsanleihen von Krisenländern mehr aufkaufen darf, hat sie mit ihrer Liquiditätsspritze à 489 Milliarden den Ball gekonnt an die Banken weiter gespielt und das Ausfallrisiko zugleich auch noch privatisiert! Zumindest vorübergehend. Guter Schachzug! Den schwarzen Peter hat jeweils der, der kaufen muss- in diesem Falle also die Banken.

  8. Michael Schwarz sagt:

    Ob die Massnahme den Märkten beruhigt haben, müssen wir noch sehen. Es ist einfach zu früh diese Behauptung in die Welt zu setzen. Der EUR scheint das Vertrauen der Anleger wieder zu gewinnen, aber vergessen die Menschen, dass die EU nicht nur aus Deutschland besteht, die Länder wie Griechenland, Portugal usw. weiter in der Krise steckt, durch die Verlangsamung des Wachstums und die Sparmassnahme müssen wir mit langandauender Rezession in EURO-Zone rechnen.

    Die Entspannung des Marktes hat nur kurzfristige Natur, die Situation in EU hat sich nicht merklich verbessert, vergleichbar zum Vorjahr. Man stellt lediglich mehr Geld für die Rettungsfond zur Verfügung, bzw. das Geld nachgeworfen wird, das Kernproblem wurde aber nicht angefasst. Die EU-Krise steckt langsam aber sicher die EU-Kernländer an, die weiteren Überraschungen werden uns auch in 2012 nicht erspart bleiben.

  9. Andres Müller sagt:

    Vor einigen Wochen habe ich geschrieben, dass es zum crash up boom an den Börsen kommen wird und den Spekulanten viel Spass beim Geld scheffeln gewünscht. Die enorme Liquidität an die Banken wurde gegen Ende 2011 in mehreren Stufen gezündet. Der Geldfluss ist derart raffiniert eingefädelt das nicht einmal der Autor dieses Artikels bemerkt von wem dieses Geld tatsächlich real emitiert wurde, es entstammt einem Devisen -Swap zwischen Notenbanken. Zwar erscheint die EZB als der spukende Drache mit der Geldpumpe, aber ein Blick in die Bilanz der FED belegt- Das Geld kommt von der FED, der japanischen Notenbank und sogar von der SNB. Die Deutsche Bundesbank erreichte nämlich im November einen Zustand in welcher ihr die Assets ausgegangen waren um die Liquiditätsausgabe der EZB zu decken. Daher haben Bernanke, Draghi etc. auch Hildebrand beim BIZ beschlossen etwas gegen die Kreditklemme zu unternehmen. Wie man an dieser Grafik erkennt, führte dies erst im zweiten Anlauf zum Erfolg:
    http://fingfx.thomsonreuters.com/2011/11/21/09451597d2.htm

    Wie man aus der Kurve im Link ablesen kann, ist das Risiko der Blockierung des Devisenhandels zwischen Euro und US$ seit Januar rückläufig, was ich als Startsignal zu einer crash up boom -Börsenhausse bezeichnete und offenbar Recht erhielt. Diese zeichnet sich dadurch aus dass Aktien steigen und Anleihen gekauft werden, sowie Edelmetalle. Crash up boom deshalb, weil die Hausse erfolgt ohne massgeblich besseren Aussichten in der Wirtschaft, also obwohl eine Rezession bevorsteht.

    Tatsache ist nun, dass das Risiko bei einem Misserfolg der Operationen nun massgeblich auch bei der FED liegt. Erfolg wird sie haben, wenn wie gewünscht der US$ gegenüber dem Euro sinkt. In diesem Fall macht die FED den grossen Reibach, aber auch die SNB und die Japaner. Sollte aber der Euro in Folge weiterer Turbulenzen wieder nachhaltig gegenüber dem US$ einknicken, dann müssten die Notenbanken nochmals Liquidität einspritzen -und zwar dann mindestens die vierfache Menge. Eine Think thank der Credit Suisse glaubt sogar an 10 Billionen US$.

    Am Ende eines crash up booms steht historisch jeweils Hyperinflation jener Devisen an in denen der crash up boom stattgefunden hat. So wie es scheint betrifft dies nun, im Gegensatz zu historischen Vorbildern, alle westlichen Währungen. Ich halte es für möglich dass die Notenbanken tatsächlich noch mehr Geld an die Banken fliessen lassen, die 10 Billionen US$ sind ein realistisches Scenario. Mit Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und anderen Wackelkandidaten wird das vermutlich unausweichlich werden, bereits 2012.

    Doch bis mindestens im März dürfte der crash up boom fortgesetzt werden, ohne dass viel Geld aus den Notenbanken in der Realwirtschaft ankommt. Die wiederholte Rettung des faulen Bankensystems dürfte dann irgendwann im Verlust des Vertrauens in Aktionen der Notenbanken umschlagen, weil sich grundlegend nichts am Zustand der Realwirtschaft geändert hat. Bis dann dürften sich die Vemögen der reichsten 1% der Erdbevölkerung von Januar bis Ende März 2012 um etwa 25% gesteigert haben, eine politisch immer brisantere Situation die zu weiteren sozialen Spannungen führen werden.

    • Andres Müller sagt:

      Aus aktuellem Anlass eine Rückblende ;)

      Mein Zitat oben vom 28. Januar 2012:

      “Doch bis mindestens im März dürfte der crash up boom fortgesetzt werden, ohne dass viel Geld aus den Notenbanken in der Realwirtschaft ankommt. Die wiederholte Rettung des faulen Bankensystems dürfte dann irgendwann im Verlust des Vertrauens in Aktionen der Notenbanken umschlagen, weil sich grundlegend nichts am Zustand der Realwirtschaft geändert hat. Bis dann dürften sich die Vemögen der reichsten 1% der Erdbevölkerung von Januar bis Ende März 2012 um etwa 25% gesteigert haben”

      und nun die “Experten” von heute:
      Tages-Anzeiger Story vom 15.03.2012
      http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Aktienrally-Einsteigen-abwarten-rausgehen/story/24625386

      “«An den Aktienmärkten geht es sicher nicht im gleichen Stil weiter.»”

      wie bereits gesagt bis Ende März….
      Der oben bereits eingefügte Link mit dem Euro/US Devisen Swap belegt weiterhin eine seit Ende 2011 durch die Notenbankenliquidität entklemmte Finanzarchitektur. Anstelle in die Realwirtschaft gleitet das Geld in die Aktienmärkte. Im Moment wird sich daran kaum etwas ändern. Doch dann werden die Schleusen wieder geöffnet werden müssen, es ist vorherzusehen dass die Handelsungleichgewichte des Weltfinanzsystems wiederholt unter der Schuldenblase zu erdrücken drohen. In Europa werden die Target-2 Ungleichgewichte immer unhaltbarer. Auch der Preis für Energie wird sich im Hochsommer vermutlich gegenüber jetzt um weitere 10% erhöht haben.
      Weiterhin findet eine extreme Umverteilung des Reichtum statt -die obersten 1% pumpen sich mit hunderten Milliarden aus dem Tropf der Notenbanken die Münder voll.

      • Anh Toan sagt:

        @Andres Müller: Zitat aus Wie lange wird der neue Optimismus anhalten 07.12.2011: “In beiden Fällen wird Gold gewinnen, soviel steht für mich eindeutig fest. Im ersten Fall noch dieses Jahr massiv, im zweiten Fall so gegen Februar, März 2012, nach vorgängig massiven Verlusten.”

        Der Goldpreis hat seit dem 07.12 knapp 5% in CHF und USD verloren.

        Wer viel prophezeit, behält gelegentlich recht, seit Tagen warte ich auf einen Kommentar Ihrerseits, der mir erläutert, wer die Goldpreise dieses Mal manipuliert.

  10. Linus Huber sagt:

    Andreas Mueller, Sie sehen das richtig. Die Zentralbanken versuchen mit allen Mitteln zu verhindern, dass nötige Abschreibungen vorgenommen werden müssen und finden Wege, diese Kosten der Allgemeinheit unter zu jubeln. Nach der Hypotheken-Blase, leben wir heute in der Blase der Staatsverschuldungen. Ich habe persönlich nichts gegen blasen (kleiner Witz hier), aber diese Geldpolitik, welche ursprünglich als Ausnahmeerscheinung mit Exil-Strategie eingeführt wurde, wird heute als normal fortgesetzt. Das klägliche in der ganzen Sache ist die Tatsache, dass diese Manipulationen straffrei vollzogen werden dürfen. Diese Zentralbanker sind eine Schande für die Menschheit. Es werden nicht nur die Regeln der freien Marktwirtschaft unterlaufen indem Assets falsch bewertet werden, sondern die Basis des Erfolges der westlichen Staaten massiv verletzt, nämlich das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit, indem zulasten des einfachen Sparers die Spekulanten und Banker sich weiter unrechtmäßig und straffrei bereichern bis in der nächsten Krise wieder die Allgemeinheit leiden wird. Das Trennen des Risikos vom Investment erlaubt den größten Diebstahl aller Zeiten, der am hellen Tageslicht abläuft ohne dass die meisten Bürger dies realisieren, indem der kleine Sparer das Risiko/die Kosten von Investitionen (der hauptsächlich 1%) zu tragen hat.

    • Michael Schwarz sagt:

      @Linus Huber:

      Die Notenbanker handeln nach den ökonomischen Modellen, die Sie in Uni studieren haben. Obwohl in letzten drei Jahren die geldpolitischen Massnahmen nicht die gewünschte Wirkung gezeigt haben, wie in Lehrbüchern schrieben haben. Trotzdem machen Sie unbeirrt weiter, ohne sich auf eignes Handeln bewusst zu sein. Die Geldpolitik wird zur Spekulation gegen der Allgemeinheit und dem Wohl der globalen Wirtschaft.

      Ich habe in zahlreichen Beiträgen während letzten zwei Jahren wiederholt über diesen Themen geschrieben. Ich komme zum Schluss, dass die Ökonomen entweder die ökonomischen Zusammenhängen nicht verstanden(Dummkopf) oder eignen Seele an Politikern verkauft haben – eine andere Erklärung gibt es nicht.

      Die Überliquidität kann weiteres Wirtschaftswachstum nicht mehr stützen, weil die Geldpolitik keinen Wert generiert, die dient lediglich zur Stabilisierung in der Krisensituation. Der Zuwachs des Wachstums, der Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung kann nur durch die richtige Wirtschaftspolitik erreicht werden. Die USA kann von Schweiz noch viel lernen, aber wir gesehen und erfahren haben, sind die Amerikaner nicht lernfähig aus den Fehler der Vergangenheit.

      The American Way of life, ist ein Sackgasse, bis die Amis dies begriffen haben, wird es noch Jahrzehnte dauern, vielleicht nie. Die Amis neigen dazu die Illusion zu verkaufen, anstatt mit der Wirklichkeit auseinandersetzen zu müssen, deshalb ist Hollywood und Filmindustrie so erfolgreich in den USA.

      • Andres Müller sagt:

        Herr Schwarz, zum American way of life gehören grosse Visionen, das ist bestenfalls noch in der Hollywood Science Fiction vorhanden. Ohne Grossauftrag des visionären Staates an die amerikanische Gesellschaft ist der US-Kapitalismus nackt und wird zur reinen Ausbeutung. Führend sind die USA derzeit nur noch in Dingen von denen kein sozialer Merhwert mehr ausgeht – die Supermaxx Gefängnisse und die Waffenindustrie. Als Psychologe müsste man den Zustand der USA als hochgradig Neurotisch und Paranoid einstufen, als Soziologe müsste noch erwähnt werden dass die US -Politik von Billigwerbung der Konzerne dominiert wird, von einer Metropolis -Schattenindustrie wie sie Hollywood in den düsteren Comic Streifen um den Fledermausmann Batman köstlich in Scene setzt.

        Diese Wirtschaftskrise wurde nicht in Europa geboren, sondern in den USA. Nachdem die US-Gesellschaft mit dem Tod Kennedys und dem Aufkommen des Pop -Kommerz die soziale Revolution des 20. Jahrhunderts aufgegeben hatte, kam es zur sozialen Konterrevolution durch Wallstreet und den Vietnamkrieg. Anstatt eine Basis für die Jeddi Ritter auf dem Mond zu errichten wurde der Star Wars in Wirklichkeit in die Finanzkonzerne verlagert und Darth Vader übernahm die Kontrolle über die US Patriotenseelen. Die USA sind die Erfinder der gebündelten Kreditpapiere, also Wertpapiere wo es nicht möglich ist deren Sicherheit zu berechnen.

        Wenige Jahre später wurden deshalb die CDS Wertschriften Versicherungspapiere erfunden, an denen nun das Schicksal des Westens hängt wie eine faule Birne am Baum über den der erste Schnee gefallen ist. Während Leute die ihre Schulden nicht zurück bezahlen können vom Gesetz brutal verfolgt werden, wurde die Erfindung der gebündelten Papiere als Errungenschaft der Finanzindustrie gefeiert. Die Amerikaner emittierten solche gebündelten Papiere mit zunehmender Intensität, so dass schliesslich alle Grossbanken vom Handel mit ihnen abhängig wurden, inklusive der Pensionskassen die man an die Spekulationsbörsen zwang.

        Die Supermacht USA übte ihren Einfluss aus um in immer schnelleren Zyklen Superblasen zu emittieren welche den Finanzkonzernen ermöglichte anonyme Kreditpakete zu designen deren Inhalt von niemandem mehr überblickt werden kann. Es ist kein Zufall dass mit dem Siegeszug des Mikroprozessors ab 1978 auch diese undurchsichtigen Kreditblasen explosiv grösser wurden. Die 1972 erfundenen Derivate konnten sich damit Wetlweit durchsetzen, ihren Inhalt auf immer grösser werdende Festplatten abspeichern. Die Verlagerung der Transparenz vom Aktenordner aus Papier auf die elektronischen Datenspeicher führte zum Aufbau einer gigantischen Wertpapierblase über welche die Kontrolle völlig verloren gegangen ist. Wer heute bei einer Bank, auch in der Schweiz, einen Hypokreditvertrag unterschreibt, der wird im Kleingedruckten darauf hingewiesen dass dieser Kredit in Form eines gebündelten Wertpapiers von der Bank zur Hebelung von Bankengeschäften verwendet werden darf. Das heisst, alle die ein Haus besitzen und einen Hypovertrag, ihr Haus wird als Sicherheit zu gebündelten Kreditpapieren verarbeitet und die sie haben keine Ahnung was das im schlimmsten Fall bedeutet. Sollte nämlich diese Sicherheit fällig werden, zum Beispiel durch den Ausfall einer der to big to fail Banken, dann würden die Hausbesitzer gebeten nachzuzahlen. Hinter der Rettung der Grossbanken durch die FED steckt vor allem die Rettung fauler Wertpapiere in Billionenhöhe. Viele dieser Wertpapiere enthalten Sicherheiten die gar nicht mehr existieren, weil der US-Hausbesitzer als solcher nicht mehr existiert, weil er verkaufen musste. Diese verlorenen Sicherheiten wurden durch staatliche Garantien ersetzt, was heisst dass der Staat die Sicherheit deckt falls Kreditbündel aus Sicherheiten bestehen die gar nicht mehr existieren. Dieses mafiose System erlaubt den Banken nun weiterhin mit diesen faulen Papieren zu arbeiten um sie als Sicherheiten bei gehebelten Geschäften einzusetzen.
        Die Welt wird nun mit Liquidität gefüttert die als Basis aus faulen Kreditbündeln bestehen, nicht mehr existierende Hypotheken wurden in gültige Werte umgewandelt. Die Datenspeicher auf denen die Transfer der Sicherheiten geschieht sind dem Hochrequenz Computerhandel angeschlossen, so dass die Banken auf diese Derivate zugreifen können um sie in Werte zu verwandeln mit anderen Sicherheiten, zum Beispiel Rohstoffe, Lebensmittel, Land usw. auch neue Hypothekenbündel. Wir haben derzeit ein Handelssystem eingeführt das auf Staatskosten die faulen Werte in andere neue Werte umtauscht. Aus diesem Grund findet kaum noch Wachstum in der Realwirtschaft statt, weil die Geschäfte nicht mehr realwirtschaftlich besichert sein müssen. Die Banken sind heute in der Lage aus faulen Kreditbündeln neue Kreditbündel zu generieren, weil der Staat einspringt falls die Sicherheiten nicht mehr existieren. Je weiter sich das Kreditgeschäft von der Realwirtschaft entfernt, desto höher türmt sich im Kern eine negative Wertblase auf die gar nicht real existiert und die bei ihrem Platzen als Hyperinfaltion sichtbar werden wird. Solange sie nicht platzt, erhält man Deflation.

        • Michael Schwarz sagt:

          @Andres Müller:

          Die Abschreibungen in 2009 und 2010 bei Banken stattfanden, entsprachen nicht mal annähend dem Sicherheitsverlust der Hypotheken, weil die Banken durch die Bündelung selbst nicht mehr in der Lage sind, den Wertverlust einzelner Objekte zu zuordnen. Wenn die US-Banken die Verluste der Sicherheit richtig abschreiben würden, dann sind alle US-Banken theoretisch pleite, weil sie immer noch unterkapitalisiert sind.

          Die statistische Berechnung mit PCE und CPI halte ich für einen Schwachsinn. Bei der Berechnung der Inflation muss man die steigenden Energiepreise und Rohstoffpreise berücksichtigen, diese Kostenfaktoren sind der Haupttreiber der Inflation. Aber wenn man diese Kostenfaktoren ausklammert, klammert man die Inflation aus der Statistik, das ist Selbstbetrug. Ben Bernanke betreibt zur Zeit Selbstbetrug, er behaupte, dass die Inflation in USA niedrig sei, womit er mit seinem Wahnsinn fortfahren kann- er hat einen falschen Job, er soll Priester werden.

      • H. Trickler sagt:

        Ob die Notenbanker tatsächlich an die von Ihnen angwandten Modelle glauben wage ich zu bezweifeln, weil sie eher schlau wie Füchse als dumm sind.

        Die Geldschwemme hat tatsächlich einen weiteren Bankencrash verhindert schafft aber ganz offensichtlich nicht das erhoffte Wirtschaftswachstum im Westen, weil die Fabrikation von Hightech wie iphone bereits im Osten stattfindet.

        In Kürze werden die Heerscharen bestens ausgebildeter und hochmotivierter Ingenieure im Osten auch die Innovation gleich dort erledigen. Was dann den Wohlstand im Westen erhalten soll ist mir völlig unklar, denn hier wird das Schulsystem nur marginal verbessert und insgesamt immer schlechter.

  11. Linus Huber sagt:

    @ Michael Schwarz @ Andres Müller

    Ich erkenne 2 aufgeklärte Seelen in Euch zwei. Hoffentlich erkennen alle Leute bald die Situation.

  12. Wer glaubt die EURO-Krise sei vorbei ist verblendet. Nur die Schuldenverlängerungen und den Schuldenaufstockungen sind die Probleme etwas hinaus geschoben aber nicht ernsthaft gelöst. Viele Politiker bewilligten die Rückzahlungsverlängerungen, damit die nächste Politiker-Generation die eingebrockte Suppe auslöffeln muss. – Die hat mit staatsmännischer Politik gar Nichts am Hut.

    • H. Trickler sagt:

      Kaum ein ernstzunehmender Politiker behauptet, die Euro Krise sei vorbei, aber Fortschritte sind durchaus sichtbar: Die europäischen Banken haben genug Liquidität um den imho unvermeidlichen Konkurs Griechenlands ohne Crash zu überstehen.

      Die übrigen Länder haben einer Schuldenbremse zugestimmt und damit wird man genug Zeit haben um die Ungleichgewichte abzubauen.

      Nicht gelöst ist damit aber das grundlegendere Problem des Westens, dass das Wirtschaftswachstum in den östlichen Ländern stattfinden wird.

      • Michael Schwarz sagt:

        @H. Trickler:

        Die Illusion der EU-Gemeinschaft scheint bei Ihnen immer noch im Takt, wie bei EU-Politikern und IMF. Sie werden ernst merken, wenn das Mittel des Rettungsschirms ausgeschöpft ist, dann wird das System des Rettungsschirms zusammenbrechen, die Folge wäre der Zusammenbruch der gesamten EU-Staaten. Die Rettungsschirm bietet keine Lösungsansatz für die EU-Krise, die Verlangsamung des Wachstums durch das Sparen, werden die Länder wie Griechenland, Italien und Spanien ins Insolvenz treiben, denn ist das Ende der EU-Zone.

        • Michael Schwarz sagt:

          Die buchhalterische Verschiebung der Zahlen verändert die Situation in Griechenland, Italien und Spanien nicht, die Politiker täuschen die verbesserte Lage nur vor. Die realen Zahlen verschlechtert sich in überschuldeten Ländern, das ist auch der Grund warum alle Ratingagenture Ihre Rating in letzten drei Monaten massiv nach Unten angepasst haben.

  13. Michael Schwarz sagt:

    Die EZB wird in Zukunft grössere Probleme haben, weil sie der grösste Gläubiger Griechenlands ist, die Abschreibung der Anleihe Griechenlands würde unvermeidlich sein. Die Griechen soll per Gesetz alle Anleihe, die je verkauft wurde, als wertlos erklären, nur so kann Griechenland wieder auf die Beine, deshalb ist die Verhandlung mit Gläubigern überflüssig.

    Der Anleihekäufer waren bewusst, welches Risiko sie einging, deshalb wird man mit höheren Renditen entschädigt. Es ist durchaus möglich Griechenland Insolvent wird, das war für Käufer der griechischen Anleihen klar.

    • Anh Toan sagt:

      @Michael Schwarz: Wenn ich das richtig verstanden habe, hat die EZB die griechischen Anleihen am Markt gekauft, also zu Kursen weit unter dem Nominalwert (40-60%), der grösste Teil der Verluste ist bereits in den Bilanzen der Gläubiger, die verkauft haben (Pensionskassen, Sparer). Für viele diese Anleihen hat sie bereits Zinsen (auf den Nominalwert) kassiert, was ihre potentiellen Verluste weiter reduziert.

      Wie hoch die EZB griechische Anleihen als Sicherheiten für Bankenkredite beleiht, ist mir unbekannt, einzig hier können grosse Verluste entstehen.

      Hat der griechische Staat eine auf EUR lautende Schuld in einem Wertpapier verbrieft, kann diese Schuld in fast jedem Land dieser Welt geltend gemacht werden, in welchem sich z.B. mittels Arrest auf griechische Vermögenswerte ein Gerichtsstand schaffen lässt: Ich denke, ein ausländisches Gericht wird die einseitige Wertloserklärung des Schuldners nicht berücksichtigen.

      Warum denken Sie, wurden die alten argentinischen USD Anleihen von Hegefonds gekauft? Gemäss argentinischem Recht sind diese wertlos (keine Zustimmung zu Haircut und Wandlung, dennoch erhoffen sich Investoren/Spekulanten Mittelflüsse daraus. (Tagi 2010: “Die Anwälte der Hedgefonds wollten das Geld bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel arretieren lassen, wo Argentinien Milliarden hortet. Weil die BIZ Immunität geniesst, wurde der Arrestbefehl wieder aufgehoben. Das EDA muss nun entscheiden, wie es in diesem Rechtsstreit weitergeht.”)

    • Anh Toan sagt:

      Eine freiwillige Vereinbarung mit den Gläubigern, garantiert den Griechen Rechtssicherheit, hat jedoch vor allem wesentlichen Einfluss darauf, ob die Gläubiger, oder die Herausgeber der CDS, die grössten Verluste tragen. Es überrascht mich, dass mich die ganzen Bankster-, Finanzabzock- und Bonikritiker und die Goldmann Sachs und Bilderberger Verschwörungstheoretiker nicht schlau machen, wer bei einem Default Griechenlands wie viel verliert, wer verliert bei einer freiwilligen Vereinbarung: In erster Linie gehts nicht um die Höhe des Verlustes für die Finanzgemeinde, sondern wer den grössten Teil davon trägt.

      @Andres Müller: Recherchieren Sie den Gesamtbetrag der aus ausstehenden CDS (ohne vom Herausgeber gehaltene Papiere) bei einem Default Griechenlands resultierenden Verpflichtungen und weisen diese den einzelnen Instituten zu. Da können Sie vielleicht etwas finden, was Ihren Thesen zumindest etwas Glaubwürdigkeit verschafft.

      Ich denke, die Herausgeber der CDS dürften sich in erster Linie unter den grossen Banken finden, welche mehrheitlich angelsächsisch sind. (Da Hedgefonds nicht transparent sich, eignen sie sich nicht als Herausgeber von CDS, das Gegenparteienrisiko aus Sicht des Käufers ist unbekannt). Die Gläubiger Griechenlands dürften mehrheitlich europäische, vor allem griechische PK’s, Sparer, lokale Banken, EZB und Hedgefonds sein, wobei die letzten zwei weit unter Nominalwert gekauft haben.

      Eine freiwillige Vereinbarung liegt im Interesse Griechenlands und der Angelsachsen, für den Rest Europas wäre ein Default von Vorteil, vorbehalten jedoch die Auswirkungen eines Defaults Griechenlands auf Spanien und Italien. Man müsste glaubwürdig klar machen, dass Griechenland ein Einzelfall war, der nicht mehr vorkommen kann, zum Beispiel mittels Einführung von Eurobonds: In Deutschland sind nächstes Jahr Wahlen, bleibt die SPD bei ihrer Zustimmung zu Eurobonds, Merkel bei ihrer (gefühlten) Ablehnung (eigentlich sagt sie später, nicht allein die Lösung, nicht der nächste Schritt usw.), dürfen die Deutschen mittels Bundestags- und Kanzlerwahl sogar darüber abstimmen.

  14. Michael Schwarz sagt:

    Mittelweile müssen die US-Politiker, die Wirtschaft nicht studiert haben, klar, dass mit der Fed-Geldpolitik in letzten zwei Jahren etwas nicht stimmt, weil das Wachstum in letzten zwei Jahren zwar zu genommen hat, aber die Arbeitslosigkeit geht nicht zurück. Offensichtlich haben die geldpolitischen Massnahme in letzten zwei Jahren genau das Gegenteil bewirkt, als die beabsichtigt hatte. Ben Bernanke muss sich ernsthaft über die geldpolitische Massnahme letzter zwei Jahre reflektieren.

    Unbeirrt weiter treiben, ist Irrsinnig. Es entspricht nicht ein Verhalten eines Wissenschaftlers. Meine These, die ich vor über zwei Jahren aufgestellt habe, zeigt Ihre Wirkung, nämlich eine übertriebene expansive Geldpolitik die Wirtschaftsstruktur und nachhaltiges Wachstum mehr schadet als stützt. Das billiges Geld ist eine Garantie für die Investition, es gibt andere Variable, die noch wichtiger sind, was in Greenspan-Put nicht berücksichtig wurde. Die Zentralbank als last of resort ist eine Mausefalle, die niemals betreten darf, wenn man erstmal drin ist, wird es schwieriger werden, einen Ausgang zu finden. Deshalb bietet dieser Weg keinen Lösungsansatz an – es geht nicht nur ökonomische Lehrer oder Richtung, sondern um den wissenschaftlichen Verstand.

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