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Angst vor Apokalypse ist übertrieben

Tobias Straumann am Dienstag den 24. Januar 2012
Die vier Reiter der Apokalypse von Viktor Vasnetsov, 1887.

Kurzfristige Bewegungen und langfristige Wachstumstrends müssen klar auseinandergehalten werde: Die vier Reiter der Apokalypse von Viktor Vasnetsov, 1887.

Je stärker die Euro-Krise auf die Schweizer Konjunktur übergreift, desto mehr wächst die Angst vor einem grossen wirtschaftlichen Einbruch. Manche diagnostizieren bereits den säkularen Niedergang Europas inklusive der Schweiz. Die Schuldenkrise sei der Anfang vom Ende, nicht ein vorübergehendes Problem.

Aufgrund des ökonomischen Lehrbuchs sollte man mit solchen Abstiegsszenarien jedoch vorsichtig sein. Kurzfristige Bewegungen und langfristige Wachstumstrends müssen klar auseinandergehalten werden. Die Konjunktur wird von Schwankungen der Nachfrage getrieben, das Wachstum hingegen von Angebotsfaktoren, insbesondere dem technologischen Fortschritt. Natürlich sind strukturelle und konjunkturelle Phänomene in der Realität nie fein säuberlich voneinander zu trennen. Aber aufgrund dieser Beobachtung gleich alles in den selben Topf zu werfen, dient der Analyse nicht.

So ist die Euro-Krise kein Zeichen eines säkularen ökonomischen Niedergangs Europas. Der Kontinent hat nach wie vor starke Wirtschaftszentren. Als Ganzes hat die Eurozone sogar einen kleinen Handelsbilanzüberschuss, was auf eine wettbewerbsfähige Industrie schliessen lässt. Der durchschnittliche Wohlstand ist nach wie vor ausserordentlich hoch, gerade im Vergleich zu den aufstrebenden Mächten Brasilien, China, Indien oder Russland. Die Euro-Krise ist vielmehr ein Resultat einer unausgegorenen Währungsunion, d. h. eines institutionellen Problems, das sich früher oder später lösen wird. Natürlich birgt dieser Prozess hohe Risiken. Aber selbst im schlimmsten Szenario – einem Auseinanderfallen des Euro – würde Europa nur vorübergehend geschwächt. Die Technologie, das Humankapital und die industriellen Zentren würden nicht über Nacht verschwinden. Das Wachstum käme nach einem freilich sehr schmerzhaften Einbruch wieder zurück. Auch im zweitschlimmsten Szenario, einer jahrelangen Stagnation, ist nicht mit einem säkularen Abstieg Europas zu rechnen.

Wenn wir also in diesem Blog immer wieder vor einer weiteren Eskalation der Euro-Krise warnen, so meinen wir damit nur die kurzfristigen Aussichten, nicht die Zukunft Europas als Wachstumsregion. Diese Verknüpfung von Euro, Wohlstand und Frieden ist ohnehin nicht einleuchtend. Europa war bereits vor der Einführung der Einheitswährung ein wohlhabender und friedlicher Kontinent. Die Zukunft eines Kontinents hängt nicht vom Währungssystem ab.

So muss man auch bei den Krisenszenarien für die Schweiz die Proportionen wahren. Die nächsten paar Jahre könnten sehr schwierig werden. Nach den jüngsten Prognosen der KOF befinden wir uns bereits am Anfang einer Rezession. Aber ein Szenario wie in den 1930er-Jahren dürfte uns nicht bevorstehen, auch wenn die Eurozone momentan den Fehler der damaligen Zeit wiederholt, in einer Rezession zu sparen und die Löhne und Preise zu senken (siehe mehr dazu hier). Zwei Grafiken sollen dies zeigen.

Die erste Grafik zeigt die Depression der 1930er-Jahre mit den zwei grössten Krisen nach dem Zweiten Weltkrieg: die Rezession Mitte der 1970er-Jahre und die Stagnation der 1990er-Jahre. Man sieht sehr klar, dass die Kombination von Einbruch und Dauer in den 1930er-Jahren einzigartig war. Mitte der 1970er-Jahre war der Konjunkturrückgang zwar sehr markant, aber die Rezession war nur von kurzer Dauer. Umgekehrt war die Stagnation der 1990er-Jahren besonders lang, aber keineswegs dramatisch, was den Rückgang des realen BIP anbelangte.

Die zweite Grafik zeigt, warum die Krise der 1930er-Jahre einzigartig schlimm war und nicht wiederholbar ist: Die Exporte kollabierten innerhalb von drei Jahren und erholten sich in den drei darauf folgenden Jahren kaum. 2008 kam es zu einem ähnlich dramatischen Einbruch des Exports, aber weil die Politik gut reagierte, erholte sich die Weltwirtschaft wieder.

Kurz und gut: Es ist wahr, dass die Euro-Krise das Potenzial hat, eine schlimme Wirtschaftskrise zu verursachen – in der Peripherie Europas hat sie es schon getan –, aber das bedeutet nicht das Ende Europas. Die Angst vor einer Apokalypse ist übertrieben.

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Keine Kommentare zu „Angst vor Apokalypse ist übertrieben“

  1. Marcel Zufferey sagt:

    Endlich: Nach Artikeln über brennende Bankschalter u. ä. kehrt auch bei der Tagi-Redaktion langsam wieder Ruhe ein. Die nächsten Jahre dürften schwierig werden, stimmt, darauf weist eine ganze Reihe von Indikatoren hin. Doch auch und v. a. anhand der letzten Rezession im Zuge der Finanzkrise von 2008/09 lässt sich sagen, dass der Untergang voraussichtlich noch eine ganze Weile auf sich warten lassen wird. Die jetzt zu erwartende Rezession betrachte ich übrigens als Fortsetzung von Erwähnter nach der Lehmann-Pleite. Das Zwischenhoch lassen wir mal besser beiseite. Insofern befinden wir uns also mit viel Glück bereits in der Mitte einer schwierigen Zeit- oder sogar schon darüber hinaus!

  2. Roger Meier sagt:

    Nein, die Angst ist nicht übertrieben. Der Big Bang kommt noch, wir sträuben uns einfach, es zu akzeptieren. Die Vermeidung von Schmerz ist ein zentraler menschlicher Antrieb. Noch nie gab es weltweit derart gigantische strukturelle Schuldenberge, die zu einem grossen Teil durch kreditfinanzierten Konsum zustande kamen. Das ist der grosse Unterschied zu früheren Krisen, in denen in produktive Sachwerte investiert wurde und die Demografie viel vorteilhafter war. Auch hohe Defizite, z.B. nach dem Krieg, waren dank eines starken realen Wirtschaftswachstums kein echtes Problem. Dieses Mal ist alles anders. Woher soll nun plötzlich ein starkes, reales Wachstum kommen, wenn wir es in den letzten 20 Jahren nur “auf Pump” und auch nur ansatzweise zustande bekamen? Die Lehman-Pleite war keine Ursache, sondern ein Symptom. Sie ist die Folge fehlgeleiteter, faktischer Staatsgarantieren für private Hypothekarschuldner und einer Periode lang anhaltender, tiefer Zinsen, welche zu massiven Preisübertreibungen im Immobiliensektor in den USA führte. Die Krise wurde durch zu lasche Spielregeln an den Finanzmärkten, die “moral hazard” geradezu stimulierten, verstärkt – aber nicht verursacht. Japan war uns 22 Jahre voraus in Sachen Immobilienblase und kam in mehr als zwei Dekaden – trotz gleichzeitig boomender Weltwirtschaft und guten Exporterfolgen! – in Sachen Schuldenamortisation nicht vom Fleck – im Gegenteil, der Schuldenberg wächst weiter, während die Realwerte auf dem Stand von vor 22 Jahren faktisch eingefroren sind. Erst jetzt denkt man an die Einführung einer Schuldenbremse. Die Schwellenländer konnten sich auch nur dank hoher, kreditfinanzierter Nachfrage aus den westlichen Industrieländern so rasch entwickeln. Es ist kaum wahrscheinlich, dass sie die Ausfälle aus dem Westen durch eigenes Wachstum kompensieren werden oder sogar zu Nettoimporteuren werden. Deren relatives Wachstum mag zwar bislang recht hoch gewesen sein, in absoluten Zahlen siehts aber ganz anders aus (das BIP pro Basler wuchs in den letzten 10 Jahren jährlich mehr als 100x stärker als pro Chinese). Heute sind wir alle Opfer einer kollektiven Verdrängung, weil alle Beteiligten von der Schuldenmacherei einen Vorteil hatten und noch weiter haben werden, solange die Blase nicht platzt. Die Vermögen wurden zunehmend institutionalisiert (z.B. in Pensionskassen, Anlagefonds), suchten “sichere” Anlagemöglichkeiten, die sie in Staatsanleihen u.ä. fanden. Die Politiker konnten so ihren Wählern teure Wahlgeschenke machen und damit die Schuldenberge vergrössern. Die Verschiebung der Schuldenrückzahlung auf eine undefinierten Zeitpunkt in der Zukunft ist schlichtweg unverantwortlich und für unser Nachfolgegenerationen desaströs. Heute sind anscheinend mehr als 50 % der Deutschen Bevölkerung Netto-Empfänger von Staatsleistungen – eine wirtschaftspolitische Zeitbombe. Schon heute gibt es Gemeinden in den USA, die sich keine Polizisten mehr leisten können, weil sie zuvielen pensionierten Polizisten Renten zahlen müssen. Die Banken bekunden grösste Mühe, neue Investoren zu Steigerung ihrer Eigenkapitalquote zu finden – wen wunderts? Würden Sie in eine Blackbox, in der womöglich noch einiges an potentiell Toxischem herumliegt, investieren? Deshalb sind die Banken gezwungen, ihre Bilanzen zu verkürzen und ihre Ausleihungen zu reduzieren. Was wiederum die Preise von vornehmlich kreditfinanzierbaren Anlagen, also beispielsweise Immobilien, unter Druck setzen wird. Die Zinsen sind nicht das Problem – die können gar nicht wesentlich steigen, ohne dass ein paar Staaten sofort pleite gehen würden (z.B. Japan, USA, Südeuropa). Diese verwenden ja schon jetzt, bei sagenhaft tiefen Zinsen, einen Viertel bis einen Drittel der Steuereinnahmen für ihren Schuldendienst. Trotz tiefer Zinsen wird die Verfügbarkeit von Krediten stark abnehmen und damit auch die Investionstätigkeit der Wirtschaft bremsen. Noch nie hielten die Anleger derart viel Bargeld oder Cash anstelle von Immobilien, Aktien und Obligationen in ihren Portefeuilles wie heute. Warum wohl? Weil ihre Erwartungen, diese eines Tages günstiger kaufen zu können, wohl durchaus realistisch sind.
    Wir Schweizer sind quasi, wirtschaftlich gesehen, kleine “Deutsche” und haben trotz starkem Franken mit von der Schuldenmacherei profitiert, weil wir uns an den Zwang rascher Produktivitätsgewinne gewöhnt haben und somit preislich konkurrieren konnten. Nun rächt sich die Schwäche unserer Kunden an uns – ihre Wertung sackt ab und wir zahlen mit der Frankenaufwertung einen hohen Preis. Dieser wird unseren Nachbarn nicht reichen. Der Sturm auf das Bankengeheimnis war erst der Anfang – schon erwägen die Deutschen Wegzölle auf dem Rhein, wo wir versorgungstechnisch am verwundbarsten sind. Hat da jemand etwas von Weltfreihandel gesagt? Wegzölle sind das pure Gegenteil davon und wir werden noch mehr wachstumsschädigende, protektionistische Tendenzen sehen. Das kapitalistische System ist “technisch k.o.”, weil die strukturellen, wohl geschönten Staatsdefizite und die – nicht einmal ausgewiesenen – Verpflichtungen der Staaten gegenüber ihren künftigen Rentnern und Kranken – selbst dann nicht amortisierbar sind, wenn die Lebensarbeitszeit nochmals massiv erhöht wird (was politisch und gesundheitstechnisch sowieso nicht durchsetzbar ist). Die Amortisation von Schulden kann nur über Inflation, Steuern oder Enteignung (Währungsreformen) erfolgen – alles keine sonderlich “wachstumsfördernden” Perspektiven. Also: Das Geld wird letztlich dort geholt werden, wo es ist. Zieht Euch also warm an und fängt mit der Vorstellung an zu leben, dass es auch mal schnell runter und nicht immer rauf gehen kann.

    • applaudierender leser sagt:

      bravo roger meier – ihre treffende zusammenfassung sollten sich alle lesenden ganz ausführlich zu gemüte führen. hut ab. trifft den nagel auf den kopf und zeugt von einem sehr umfassenden und vernetzenden denken und wissen.
      zum autoren herr tobias straumann, uni zürich Wirtschaftshistoriker: ziemlich blauäugig ihre analysen und folgerungen. sie blenden total aus, was der herr meier sehr schön beschreibt. die letzten knapp 40 jahren ist alles nur auf pump und schulden gebaut – und so wird’s garantiert nicht mehr lange weitergehen, bis das berühmte inzwischen ziemlich instabile kartenhaus auseinanderfliegen wird. da können sie noch lange über rosarote szenarien babblen und sich wohlig an den tollen guten alten zeiten der vergangenheit erfreuen…
      die tagileser und die “normale” bevölkerung, die sich aufgrund solcher berichte noch wohlig in der rosaroten comfort zone suhlt, wird dann ziemlich auf die welt kommen.

    • Nadine Bisegger sagt:

      Danke für Ihren überaus sachlichen und fundierten Kommentar, der im Übrigen eigens ein Artikel wert wäre!

      Sie zeigen als einfacher “Kommentator” mehr Weitsicht als Herr Straumann, von welchem ich eigentlich Besseres – nicht Augenwischerei – gewohnt bin. Hut ab!

    • Anh Toan sagt:

      @Roger Meier: “(das BIP pro Basler wuchs in den letzten 10 Jahren jährlich mehr als 100x stärker als pro Chinese)”

      Habe diesen Satz beim ganz schnellen Überfliegen Ihres ellenlangen Kommentars gefunden, habe nun die schwere Befütrchtung, das dies nicht ironisch gemeint ist.

      Was für Erkenntnisse gewinnen Sie aus dem Verhältnis des BIP Wachstum zur Bevölkerung?

      Bin immer offen für neue Denkansätze.

    • Pablo Belmontes sagt:

      So ist es, Roger Meier. Ist mir auch ein Rätsel, wie man diesem kapitalistischen Kettenbrief, der mittlerweile im Abendland und in Japan bei der vierfachen Schuldensumme des BIPs angekommen ist, eine Zukunft attestiert. Der Grenznutzen zusätzlicher Verschuldung und Investitionen in zusätzliche Komplexität nimmt, wie Joseph Tainter brillant aufgezeigt hat, in jeder Zivilisation immer weiter ab, bis er ins Negative kippt und die jeweilige Zivilisation kollabiert. Dies ist in der Privatwirtschaft der genannten Länder bereits der Fall und der Tag der Wahrheit wird durch Staatsgarantien und Staatsdefizite lediglich hinausgezögert, so lange es geht. Durch diese Massnahmen wird allerdings lediglich die Fallhöhe weiter erhöht.

    • Daniel Hugentobler sagt:

      Genau – das Problem ist ja nicht die momentane Krise sondern das Krisenkonglommerat, in welchem wir uns nun seit mehr als zehn Jahren befinden. Jede Krise wurde nicht gelöst, sondern durch weitere Verschuldung und Blasenbildung auf die lange Bank geschoben.
      Die Ursache des Finanzkrisenkonglommerats ist letztlich die Fehlkonstruktion des Fiat-Geldes und damit einhergehend der Zinseszins, welcher zu exponentiellem Wachstum der Vermögen und damit auch der Schulden führt – mathematisch zwingend. Fiat-Geld kehrt spätestens dann zu seinem inneren Wert (=Null) zurück, wenn der Schuldendienst die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit übersteigt. Weil diese Rückkehr zum Nullwert nicht wahrgehabt werden will, wird sie uns umso unvorbereiteter und heftiger überraschen.
      Zugegeben dies sind gerade mal kleine, hausgemachte Finanzkriselchen. Gnade uns allen, wenn die wirklichen Probleme auf diesem Planeten am Ende der langen Bank angekommen sein werden.

      • Anh Toan sagt:

        @Daniel Hugentobler: Da Sie behaupten, die Sache mit dem Zinseszins mathematisch zu erstehen, wende ich mich mit meiner Frage an Sie:

        Ich leihe mir 10’000, Zinssatz 1% pro Jahr: Nach einem Jahr zahle ich die Schuld und die Zinsen zurück (10’100): Wo genau habe ich Zinseszinsen bezahlt?

        Ich leihe mir 10’000, Zinssatz 1% pro Jahr. Nach einem Jahr habe keine Mittel zur Bezahlung der Schuld und leihe mir von einem anderen Gläubiger 10’100 zu 1%. Nach einem weiteren Jahr zahle ich diesem Gläubiger 10’201. Dieser letzte Franken könnte ich, aus meiner Sicht, als Zinseszins bezeichnen, der zweite Gläubiger sieht dies aber anders: Er hat mir 10’100 geliehen und dafür genau 1% Zins erhalten.

        Ich leihe mir 10’000, Zinssatz 1% pro Jahr. Nach einem Jahr hätte ich zwar Mittel zur Bezahlung der Schuld, will mir aber etwas anders für 10’100 kaufen. Nehme ich für die Anschaffung einen anderen Kredit auf, zahle ich für den neuen Kredit 101, dies sind genau 1% auf die Darlehenssumme, sowohl für mich als den Gläubiger. Nur, wenn ich den allten Kredit beim alten Gläubiger verlängere und um die Zinszahlung aufstocke, könnte man von Zinseszinsen sprechen.

        Was ist Zinseszins, ich lese den Ausdruck immer wieder in Kommentaren: Auch was ich unter Wikipedia finde, hilft mir nicht weiter: Zinseszins entsteht doch nur, wenn der Zins mit einem zusätzlichen Kredit finanziert wird: Es ist dann aber kein Zinseszins, sondern ein Zins auf den zusätzlichen Kredit.

        ???

        • Daniel Hugentobler sagt:

          Für den Schuldner mögen Ihre Darlegungen zu kurzfristigen Umschichtungen zutreffen, sind aber bezüglich der Zinseszinsrechnung irrelevant; und völlig richtig: es braucht neue Schulden, um den Zinseszins zu finanzieren. Genau deshalb wachsen die Schulden ebenso exponentiell wie die Vermögen. Umd schon sind wir auf der Gläubigerseite: Stellen Sie sich Ihr Sparkonto vor, worauf Ihr Guthaben mit jährlichen 1% verzinst wird. Der Zins wird Ihrem Sparkonto gutgeschrieben und im folgenden Jahr ebenfalls wieder verzinst – und so weiter und so fort: Ihr Guthaben wächst nicht linear sondern exponentiell. Das ist der Zinseszins.
          Damit der Gläubiger seine Zinsgutschrift erhält, muss anderswo ein Schuldner einen Zins entrichten – des einen Freud, des andern Leid. Volkswirtschaftlich oder gar Globalwirtschaftlich geht es nun nicht um das zu verzinsende Guthaben auf einem Sparkonto, sondern um eine anständige Rendite des Anlagekapitals.

          Frage: wenn eine Seerosenart sich jährich flächenmässig verdoppelt, und 10 Jahre brauchte, um einen See zur Hälfte zu bedecken, wie lange dauert es, bis der See ganz mit Seerosen bedeckt ist? Nochmal 10 Jahre ? falsch: nur noch ein Jahr. Die Verdoppelung ist jährlich – nicht zehnjährlich.
          Frage: wie dick wird ein 1mm dicker Karton, wenn Sie ihn 50 mal falten ? 50mm ? falsch: 1’125’899’907 km.
          Frage: wieviel Reis erhalten Sie, wenn Sie auf das erste Feld eines Schachbretts ein Reiskorn legen, auf das zweite Feld 2 Reiskörner, auf das dritte Feld 4 Reiskörner, auf das vierte Feld 8 Reiskörner usw. ? Eine Handvoll Reis oder einen Sack voll oder mehr ? falsch: viel mehr… etwa die 750-fache Welternte an Reis.
          Frage: wie gross ist das Guthaben, wenn Josef seinem Sohn Jesus bei der Geburt ein Sparkonto eröffnete und einen einzigen Rappen darauf einzahlte, der mit 5% verzinst wurde (Inflation lassen wir mal aussen vor) ? 10 Franken, Hundert Franken oder mehr ? falsch: unvorstellbar viel mehr… es sind mehrere Milliarden Erdkugeln in Gold ! Man könnte sie von hier bis zur Sonne etwa zwei Millionen mal aufreihen.

          Exponentielles Wachstum ist explosiv – als Albert Einstein gefragt wurde, welches die stärkste Kraft im Universum sei, antwortete er: der Zinseszins !

    • Schweizer sagt:

      @Roger Meier

      Ich kann mich nur bedanken und gratulieren für Ihre profunde und historisch einleuchtende Folgerung des momentanen Geschehens .
      Es ist doch immer das Gleiche. Wenn jemand die Sachlage auf den Punkt bringt, ist er schlichtweg ein Pessimist, und jeder der sich mit hoffnugslosem Optimismus rühmt, ist ein positiver Gutmensch. Es gibt nichts Gesellschafts-Schädlicheres, als dass die vermeintlich positiv denkenden Menschen, jeglichen Diskurs über Plan B verunmöglichen, und damit den sicheren Untergang zementieren
      Denn, wer könnte noch rechtzeitig die rettende Wende einleiten ? Sind es die Optimisten, oder die Realisten die zu Pessimisten stigmatisiert werden ?
      @Roger Meier, wie Sie anscheinend auch richtig interpretieren, ist es schlichtweg nur menschlich, in gutmenschlichen und dereb hoffnungsvollen Worten, die Wahrheit zu verleugen, anstelle von, das Kind beim Namen zu nennen. Wer dem Volk den Spiegel vorhält, der ist grundsätzlich ein gesellschaftlich und wohlbefindlich feindliches Individium, das mittels Repressionen Mundstill gemacht werden muss.
      Der Mensch als Krönung der Schöpfung in Zeiten der allgemeinen Zufriedenheit und Sorglosigkeit. Aber, alsbald der Verteillungskampf beginnt, dominieren archaische Triebe, egoistische Gesinnungen und Opportunistische Winkelzüge mehr, als jegliche soziale und ethische Menschlichkeit. Kurzum, das Tier im Mensch dominiert archaisch getrieben, das Geschehen.

  3. Simona Fricker sagt:

    @Roger Meier: Sehr guter Beitrag ! Danke !

  4. H. Trickler sagt:

    “Europa war bereits vor der Einführung der Einheitswährung ein wohlhabender und friedlicher Kontinent.”
    .
    Das mag für die Gründungsländer der EU zutreffen, aber man darf nicht vergessen, dass dauerhafter Friede in ganz Westeuropa nur dank gesteigerter Reise- und Niederlassungsfreiheit erreicht wird, weil sich die Menschen dadurch viel besser kennen lernen und durch die Durchmischung der Witz zur Wahrheit wurde: “Stell dir vor es wird Krieg ausgerufen und keiner geht hin”.
    .
    Dazu kommt der wirtschaftliche Aspekt, dass eine gemeinsame Währung auch den grenzüberschreitenden Handel fördert, weil jegliche Wechselkursrisiken wegfallen. Und der damit sich verbreiternde Wohlstand führt wiederum zu einer Stärkung des Friedens.

    • Stephan Roos sagt:

      Bin Ihrer Meinung, was die möglichen Konsequenzen und die Auslegung anbetrifft, welche Vorteile der Euro derzeit in der Friedenserhaltung hat. Lediglich Ihr Zitat passt meiner Meinung nach nicht optimal. Wenn Krieg ausgerufen wird, ist es zu spät, sich entziehen zu wollen. Leider haben viele Bündnisse innerhalb Europas immer wieder zu einem Vakuum geführt, die
      mit hässlichen Auseinandersetzungen endeten.

      Ich finde das Europakonglomerat immernoch eine unglückliches Experiment, nicht weil es von der Grundidee falsch war, aber weil es auf lange Sicht nicht halten kann. Die Kulturen sind zu verschieden und werden sich nicht für ewig unter einer Fahne vereinen lassen. Die Europhorie weicht langsam der Realität. Es wurde zu lange zu viel geredet und leider wurden ganz essenzielle Säulen auf schlechtem Fundament gezimmert. Ob sich der Kessel flicken lässt, werden wir sehen. Jedenfalls haben einige sicher Lust, wie früher ihr eigenes Süppchen zu kochen.

      • Anh Toan sagt:

        @Stephan Roos: “Die Kulturen sind zu verschieden und werden sich nicht für ewig unter einer Fahne vereinen lassen.”

        Dies hängt davon ab, was man auf diese Fahne schreibt: Schreibt man darauf nur eine absolutes Minimum (ähnlich CH Verfassung von 1848), lässt sich ein kleinster gemeinsamer Nenner finden. Die kulturellen Unterschiede innerhalb der Schweiz von 1848 waren unendlich grösser, als im Europa des Internets, der Billigflieger, des Schüleraustausches. der Globalisierung /Californisierung) der Kulter (Musik, Film, Literatur, Mode, Sexualität, Emanzipation, Scheidung). Da wo es Fronten gibt in Europa (Islam, arm-reich, patriachalisch – emanzipiert) verlaufen diese ohnehin nicht entlang der Landesgrenzen.

        Mueti, haets ächt ännet em Gurten ouh Lüht?
        Mir weih nit grüble!

        • Era Dam sagt:

          muss Ihnen beipflichten Anh Toan – die EU ist bloss die XL-Schwester der Schweiz, rund 100 Jahre nach ihr geboren. Was bei uns Kantönli-Geist ist, sind bei der EU die Animositäten im Rat. Wir hatten einfach Glück, dass wir zuerst als napoleonische Kolonie aneinander gewöhnt wurden, bevor wir nach der Befreiung dachten, “eigentlich hatten wir’s gar nicht so schlecht miteinander”.

  5. Michael Schwarz sagt:

    @Hr. Straumann:

    Ich bin mit Ihrer Meinung, dass können Sie auch in meinen zahlreichen Kommentaren überzeugen – der Kern der EU ist weiterhin im Takt. Die Ungleichgewichte in der Produktivität zwischen schwachen EU-Staaten können nur ausglichen werden, wenn die Verschuldungsproblematik ausgelagert wird, d.h. einen ordentlichen Austritt aus der EU mit weiteren finanziellen Unterstützung und zwei Währungssysteme in ausgetretenen Ländern einführen.

    Die Tatsache ist aber auch, dass die EURO-Krise langsam aber sicher in der Richtung des EU-Kerns vordringt, durch die Transferzahlungen wird der EU-Kern langsam aber sicher geschwächt, dies bildet die Grundlage für grössere Krise in Zukunft. Deshalb ist eine absolute Trennung der kurzfristigen und langfristigen Entwicklung nicht durchführbar.

  6. R. Imhof sagt:

    Ich stimme mit Herrn Straumann überein. Und wenn all die Doom-Propheten von fehlenden Möglichkeiten sprechen, so sollten wir uns erinnern, dass der Aufbruch schon wieder im Kopf beginnt.

    Nur schon die Umstellung auf eine nachhaltige Energiepolitik: Die Rückzahlung erfolgt automatisch aus den eingesparten Oel-Milliarden, Umweltprobleme bzw. -Schäden werden sich reduzieren, Arbeit wird gefragt sein und sobald der Kreislauf zu drehen beginnt, wie zum Beispiel im Oberwallis, in Dänemark usw., so werden die weiteren Investitionen aus den Erträgen der realisierten Projekte finanziert. Und die Rüstungsmilliarden, die einige Staaten aus Europa nach einem Rückzug aus Afganistan einsparen und zur Rückführung der Staatsverschuldung verwenden können. Ja, und dann,so sei es halt geklagt, ist auch mehr Eigenverantwortung in Europa und in der Schweiz gefragt, z.B. im Gesundheitswesen und in der Altersvorsorge. Packen wir es an, es gibt viel zu realisieren.

  7. Andres Müller sagt:

    Natürlich Herr Straumann, eine kluge Politik kann jede Krise meistern und zum Guten wenden. Doch scheinen Sie noch nicht begriffen zu haben das derzeit Politik im Reagenzglas der globalisierten Märkte erzwungen wird. Was wir gegenwärtig in der Politik erleben, das sind keine wegweisenden Regulierungen, sondern ausschliesslich Notlösungen um zu versuchen die Marktkäfte auszutricksen.
    Es wird zur Katastrophe kommen, weil weder in der Schweiz noch in den USA noch in Europa oder China Politik betreiben werden kann welche die Marktkräfte sozial reguliert.

    Und hinter diesen Märkten stehen sozialdarwinistische Gesetze die der Westen geschaffen hat, weil die Deregulierung und Privatisierung hier ein Übgergewicht verschafft hat gegenüber staatlichen Einrichtungen. Die Chinesen haben das bemerkt und sind von allen Nationen derzeit noch am ehesten in der Lage ihre Binnenwirtschaft sozialer zu regulieren. Aus diesem Grund wird der Westen seine Vormachtstellung bald einbüssen, aus China gibt es dafür bereits zynische Hinweise wie etwa die:

    Der Westen hat ihre Arbeiter an unsere Arbeiter verkauft (worüber wir aber nicht dankbar sein können), weil wir billiger waren und aus ihrer Sicht, die Sklaven ihrer Welt. Denken Sie in Europa an das Wort Antwerpen -woher kommt diese Bezeichnung? Diese Stadt in Belgien trägt diese Bezeichnung synonym für Europa und dessen neuen EZB-Volkswirt, weil Europa unter Sozial noch immer das Hände abhacken von Biligarbeitskräften versteht. Wäre es anders, Antwerpen würde heute nicht mehr Antwerpen heissen und in Europa gäbe es nicht ein solches Nord-Süd Gefälle. Wir mussten das Spiel einige Jahrzehnte mitspielen,doch damit ist nun Schluss.

    Eine Übersetzung eines Kommentars von Ba Shusong

    • Anh Toan sagt:

      @Andres Müller: Wikipedia, Herkunft des Stadtnamens: “Der Name Andauerpa verweist auf die aufgeworfenen Ufer an der Bucht (Scheldebucht). Der Name stammt wahrscheinlich von „an de warp“ (an der Warft). Die ersten Siedler haben auf Warften gelebt, später hat man mangels Platzes auf höhergelegenen Flächen „an der Warft“ gesiedelt.
      Dass der Name Antwerpen sinngemäß „Hand werfen“ bedeutet und auf die Brabo-Legende zurückgehe, ist eine später im 15. Jahrhundert erfundene Geschichte. ” und Brabo Legende: “Sie zeigt den jungen Helden Silvius Brabo, wie er die abgehackte Hand des Riesen Druon Antigon, den er zuvor im Kampf besiegt hatte, in die Schelde wirft.”

      Viele Chinesen glauben solchen Kram, die glauben auch an Geister, Nashornpulver für Potenz, manche geben wohl nur vor, solchen Kram zu glauben. Was wollen Sie uns mit dieser vielleicht miesen Übersetzung eines vielleicht miesen Kommentars eines chinesischen Parteifunktionärs erzählen? Dem gehts in erster Linie darum, zu Hause am fernsehen seinen Leuten zu sagen: “Der Westen ist böse, darum gehts Euch viel schlechter als im bösen Westen, nicht wegen falscher Politik, und die mächtigen in China sind so stark, dass sie dies ändern. Was genau ändert er und seine Genossen Funktionäre? Den namen Antwerpens? Das Nord-Süd Gefälle in Europa? Er sagt nicht: Die chinesische Währung wird aufgewertet, damit chinesische Arbeiter sich eher ein Importprodukt leisten können, die Kaufkraft der Löhne ansteigt, nein, dies verspricht er nicht.

      • Andres Müller sagt:

        http://www.afrika-hamburg.de/haende.html

        “Mit der aufkommenden Autoindustrie wuchs der Bedarf der Industrienationen an Kautschuk enorm. Charles Goodyear gelang es 1844, Gummi für Autoreifen zu vulkanisieren, 1888 erfand John Boyd Dunlop den Luftreifen. Im ‘Kongo-Freistaat’ überfielen bald Leopolds Schergen ganze Dörfer und zwangen die Kolonisierten zum Kautschuksammeln. Wer nicht genug Kautschuk einbrachte, dem wurde von den Milizen der Force Publique die Hand abgehackt. Schätzungsweise 10 Millionen Kongolesen – die Hälfte der Bevölkerung – wurden vom königlichen Terrorregime getötet. Unzählige wurden gefoltert und verstümmelt.”

        • Anh Toan sagt:

          @Andres Müller: Dies hat jedoch nichts mit dem Namen der Stadt Antwerpen zu tun, die hiess schon lange vor dem Ende des 19. Jahrhunderts so.

          Ich verstehe auch nicht, was die Greuel der Kolonialzeit mit der heutigen Schuldenkrise zu tun haben, hingegen sehe ich durchaus einen Zusammenhang zwischen der chinesischen Währungspolitik und der Schuldenkrise:

          Wie viele Kommentatoren betonen, steht jeder Schuld ein Guthaben gegenüber: 3 Billionen Währungsreserven sind ein gewaltiger Guthabenberg, der irgendwo einen Schuldner braucht. Dieser Berg gehört eigentlich den chinesischen Arbeitern, er ist durch die Unterbewertung der chinesischen Währung entstanden, eine Aufwertung der chinesischen Währung würde die Kaufkraft der chinesischen Löhne erhöhen: Z.B. ist Benzin ein wichtiger Anteil im Warenkorb der chinesischen Mittelklasse (Da Arbeitskosten viel tiefer als bei uns sind, ist der Anteil von Rohstoffkosten, insbesondere Oel, im Haushaltsbudget viel grösser).

          Die USA hatten eine Immobilienblase, die chinesische Immobilienblase ist gigantisch: Vielleicht ist China weniger krass als Vietnam, im Kern funktionieren die Wirtschaften m.E. ähnlich: Gemäss vietnamesischem Fernsehen sind von den in den letzten 3 Jahren erstellten Gewerbeflächen, 25% vermietet oder verkauft, der Rest wartet auf einen Nutzer. Noch immer wird, wenn auch etwas langsamer, weitergebaut. Diese Bauruinen gehören staatlichen Immobilienentwicklern, Finanziert mit Krediten staatlicher Banken, welche sich wiederum bei der Notenbak refinanzieren. Ich vermute, weder die Immobilien, noch die Guthaben in den Bilanzen werden abgeschrieben.

          Die Chinesen stehen vor einem riesigen Problem, verursacht zu einem grossen Teil durch die chinesische Währungspolitik, die zweifellos auch Vorteile hatte, aber es gilt der alte Satz: “There ain’t no such thing as a free lunch”

          Die Chinesen sollten sich um ihre eigenen, aktuellen Probleme kümmern, der Vorwurf der europäischen Kolonialgreuel aus dem Mund der Chinesen ist heuchlerisch: Die Kolonialgeschichte der Chinesen ist kein Deut besser als diejenige der Europäer, nur im Unterschied zur europäischen Kolonialgeschichte noch immer nicht beendet (Tibet, Mongolei). In Afrika wüten die Chinesen heute ähnlich, wie die Europäer vor hundert Jahren. Haben Sie eine Ahnung, wie Chinesen über Schwarze denken?

          Ich bleibe dabei, die zitierte Aussage ist entweder mies übersetzt oder billige Propaganda nach innen.

  8. Hampi sagt:

    Untergangsprognostiker machen die schlechteste Wette überhaupt: nie haben sie recht und wenn, dann nützt es ihnen nichts !

    Die persönliche, individuelle Erfahrung zeigt, dass wir angeborenerweise etlichen Schwankungen ausgeliefert sind. Unser emotionaler Zustand befindet sich zu jedem Moment in einem Fliessgleichgewicht. Und die Volatilität dieses Fliessgleichgewichtes gibt uns Aufschlüsse über die psychische Gesundheit eines Individuums. So wie uns die Volatilität des Marktes Aufschlüsse über die Gesundheit der wirtschaftlichen Aspekte (Finanzmarkt, Staatsfinanzen, Ausbildung, Arbeitsfrieden, Unternehmertum, Produktivität, etc. etc.) der Gesellschaft gibt.

    Hohe Volatilität bedeutet, sowohl im individuellen, wie auch im gesellschaftlichen Sinn, dass das jeweilige System „unter Stress“ steht (Krankheit, Börsencrash, Krise, Krieg,….).

    Nun hat uns das „die-Bäume-wachsen-in-den-Himmel“-Syndrom, kombiniert mit der amplifizierenden Wirkung der Gruppendynamik, eine formidable Krise beschert. Doch desto weiter sich der Pendel in eine Richtung dreht, desto stärker werden die physikalischen Kräfte, die in die gegenteilige Richtung wirken. Nun wird das „die-Bäume-wachsen-in-den-Himmel“-Syndrom allmählich durch das „den-Teufel-an-die-Wand-malen“-Syndrom ersetzt.

    Und bevor wir es richtig merken, dreht sich die Richtung des Pendels!

  9. gerd fehlbaum sagt:

    …es geht uns also wahrscheinlich vielleicht eventuell – vielleicht nicht, aber wahrscheinlich doch – demnaechst die LUFT aus, so fuer ein paar Stunden nur, hoechstens Tage, maximal Wochen – danach kann wieder FREI GEATMET werden! Europa Concordia also!

  10. Sacha Meier sagt:

    Natürlich wird es keinen plötzlichen wirtschaftlichen Super-Gau apokalyptischen Ausmasses geben. Die Sache läuft viel subtiler – und zwar in historischen Dimensionen: Was wir derzeit erleben, ist nichts weniger, als das (unabwendbare) Ende unseres Zivilisationszyklus. Wenn ich «uns» sage, meine ich damit den ganzen Westen und Osten – und unter «Ende» ist ein Prozess zu verstehen, der sich über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte hinwegzieht. Bloss bemerkt das niemand, weil kurzfristige Konjunkturzyklen den trügerischen Eindruck vermitteln, es gehe gelegentlich auch wieder aufwärts. Ein Blick in ein Geschichtsbuch zeigt, dass wir alle Voraussetzungen für unseren Niedergang erfüllen: i) Wir haben die innovative, wertschöpfende Güterproduktion aufgegeben und importieren fast alle Technologie- und Industriegüter aus Asien. Damit geht das wichtigste Gut, nämlich naturwissenschaftliches und industrielles Know-How unwiederbringlich verloren. ii) Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Umverteilung von früher erarbeiteten Vermögen. Und zwar von unten nach oben. Der technologische Know-How-Verlust ist bereits soweit fortgeschritten, dass wir z.B. nicht mer fähig sind, unsere Energieprobleme zu lösen (obwohl es technisch möglich ware). Auch ist die 1%-zu-99%-Debatte ist nicht neu. Im niedergegangenen römischen Reich besassen am Schluss rund 2% der wohlhabenden römischen Familien ebenfalls etwa 98% des gesamten römischen Reichsvermögens. iii) Weil eben die Umverteilungs-, Dienstleistungs- und Handelswirtschaft zuwenig Wertschöpfung generiert, stirbt der Mittelstand aus und das Volk verarmt. Die einzige Antwort der Politiker darauf ist eine neo-panem-et-circiences-Politik. Um Rebellion und Volksaufstände zu verhinderen, wird das Volk mit Spielen (vor allem Fussball) und Brot (ALV/IV/SKOS) bei Laune gehalten. Es ist kein Zufall, dass die Politiker mehr Wert auf ein komfortables Sportstadium legen, als auf Rahmenbedingungen für kleine KMU. Als kleines Land sind wir dabei gegenüber unseren grossen Brüdern (EU, USA, Russland) im Vorteil, indem wir (noch) gewisse, tw. fragwürdige, Nischen, wie instututionaliserte internationale Steuerhinterziehung, Fluchtwährung, Fluchtgeldhafen, etc. besetzen konnten. Irgendwann hört aber auch das auf und auch die Schweiz wird anfangen müssen sich zu verschulden.
    Vermutlich wird unsere Zivilisation nicht vom Erdboden verschwinden, sondern wir werden für die nächsten Jahrhunderte zu einer weiteren Dritte-Welt-Region werden und durch ein Tal eines neuen Mittelalters gehen müssen, bis irgend wann schlaue Köpfe erkennen werden, dass der Schlüssel zum Wohlstand für Alle in Bildung, Innovation und Wertschöpfung durch Güterproduktion liegt. Genau hier hat Deng-Xiao-Ping, der frühere chinesische Präsident (1979-1997) die richtige Eingebung gehabt und China nach dem Zerfall des ideologischen Kommunismus als wertschöpfendes Land positioniert. Trotz einiger Geburtswehen ist in der Folge ist davon auszugehen, dass China damit einen neuen Zivilisationszyklus begonnen hat, der dem Land für Jahrhunderte Wohlstand und Prosperität sichern wird. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird auch Indien rasch mitziehen. Die gute Nachricht ist, dass es vermutlich Asien sein wird, welches unser bisheriges Wissen nicht nur konserviert, sondern sogar weiter entwickeln wird. Erste Anzeichen sind bereits in den Bereich Energie-Produktion und Raumfahrt erkennbar. Während wir unsere Kernkraftwerke abschalten und gegen Gas- und Kohlekraftwerke ersetzen, setzten China und Indien nicht nur auf Solarenergie, sondern auch auf die fortschrittliche, saubere und sichere unterkritische Thorium-Technologie (Bei uns ist diese Technologie kaum bekannt, weil wir längst alle Nuklearenegie-Forscher aus Spargründen aus unseren Hochschulen und Universitäten entlassen haben. Ich gehöre übrigens auch dazu). Auch werden zielstrebig Raumfahrtprogramme aufgegleist, während wir unsere Raumfahrt-Programme wegen Budgetmangel immer weiter zurückfahren müssen – bis wir sie eines Tages ganz aufgeben müssen. Fazit: Geschichte wiederholt sich eben immer wieder.

    • Anh Toan sagt:

      @Sascha Meier: “Im niedergegangenen römischen Reich besassen am Schluss rund 2% der wohlhabenden römischen Familien ebenfalls etwa 98% des gesamten römischen Reichsvermögens.”

      Das kam so: Der grössten Vermögenswerte im römischen Reich waren Sklaven, Grundstücke und Gold (In dieser Reihenfolge). Als die Erfolge der Armee ein riesiges Überangebot an Sklaven und Gold entstehen liess, wurden diese spottbillig, was am schlimmsten für die Sklaven war, die zuvor meistens gut behandelt wurden, da sie eine Investition waren. Daneben verloren ein grosser Teil der Römer ihr Vermögen durch Inflation, nicht des Geldes, sondern der Sklaven des Goldes. Reich blieben die Grossgrundbesitzer, welche im ganzen römischen Reich immer die Nomenklatura waren.

      Ich habe keine Schimmer, ob das stimmt, was ich geschrieben habe. Nur, man kann nicht mit einem Satz, eingeschoben zwischen Know How Verlust, 1/99 Debatte, dem Aussterben des Mittelstandes, einen Bezug zwischen der wirtschaftlichen Situation im römischen Reich und heute machen kann. Richtig wäre so etwa: Was war gleich, was war anders, was davon war wie wichtig usw.: Das würde ich gerne lesen. Aber wenn Sie behaupten, Sie kennen die Vermögensverteilung im römischen Reich am Schluss (Für mich war das römische Reich ein paar hundert Jahre “am Schluss” und dazu brauch ich weder das Byzantinische, noch das römische Reich deutscher Nation), bezweifle ich, dass Sie in der Lage sind, dazu etwas halbwegs schlaues zu sagen.

      Haben Sie einen Schimmer von der römischen Wirtschaft?

      Wusste das Mittelalter, dass es finster war?

      Wenn die westliche Welt zur dritten Welt wird, wer ist dann die erste Welt? (Habe übrigens nie begriffen, wer zur zweiten Welt gehören soll, ist ja auch nicht erstrebenswert: Man erhält nichts und ist trotzdem die No 2.)

      Ähnlich alt wie Ihr Fazit ist meine Antwort: Dann würde sie sich im Kreis drehen.

      Schreiben Sie Liebesbriefe. Oder über Nukleartechnik. Am besten dort, wo es jemand lesen will.

      Für immer Ihr Anh Toan

  11. Hampi sagt:

    Untergangsprognostiker machen die schlechteste Wette überhaupt: nie haben sie recht und wenn, dann nützt es ihnen nichts !

    Die persönliche, individuelle Erfahrung zeigt, dass wir angeborenerweise etlichen Schwankungen ausgeliefert sind. Unser emotionaler Zustand befindet sich zu jedem Moment in einem Fliessgleichgewicht. Und die Volatilität dieses Fliessgleichgewichtes gibt uns Aufschlüsse über die psychische Gesundheit eines Individuums. So wie uns die Volatilität des Marktes Aufschlüsse über die Gesundheit der wirtschaftlichen Aspekte (Finanzmarkt, Staatsfinanzen, Ausbildung, Arbeitsfrieden, Unternehmertum, Produktivität, etc. etc.) der Gesellschaft gibt.

    Hohe Volatilität bedeutet, sowohl im individuellen, wie auch im gesellschaftlichen Sinn, dass das jeweilige System „unter Stress“ steht (Krankheit, Börsencrash, Krise, Krieg,….).

    Nun hat uns das „die-Bäume-wachsen-in-den-Himmel“-Syndrom, kombiniert mit der amplifizierenden Wirkung der Gruppendynamik, eine formidable Krise beschert. Doch desto weiter sich der Pendel in eine Richtung dreht, desto stärker werden die physikalischen Kräfte, die in die gegenteilige Richtung wirken. Nun wird das „die-Bäume-wachsen-in-den-Himmel“-Syndrom allmählich durch das „den-Teufel-an-die-Wand-malen“-Syndrom ersetzt.

    Und bevor wir es richtig merken, dreht sich die Richtung des Pendels!

  12. Alfred Grützner sagt:

    Die Menschheit hat noch IMMER Krisen überwinden können. Haben die Deutschen in der Mitte des letzten Jahrhundert es sich vorstellen können, dass sie nach Schutt und Asche, Tod, Leid und Tränen jemals wieder in einem solchen Wohlstandsstaat leben würden? Konnten die Chinesen nach der schrecklichen Jahren der Kulturrevolution ihren jetzigen Aufschwung voraussehen, konnten die Khmer nach ihrem Pol Pot sich jemals ausmalen, dass mal hundertausende von Touristen ihr Land wieder besuchen werden? Es gibt leider zu viele Pessimisten, die an Krisen glauben und meinen, dass sei es jetzt und alles tun, um ihre Schwarzmalerei zu belegen. So gesehen ist Herr Straumann ein positiver und wohltuender Krisenbetrachter.

  13. Marc Christen sagt:

    100% einverstanden, auch mit Hampi & anderen!
    Obwohl diese Meinung bei mir mangels Wissen & Intelligenz eher die Intuition mitspielt.

  14. Warum nicht mal ein paar Fakten, die eine Analyse und die Folgen der Krise sichtbar machen?

    Mitte 2007 ist in den USA das Perpetuum-Mobile, Leben auf Pump ausgegangen, das über 10 Jahre lang die Weltwirtschaft am Laufen hielt.
    2008 hat der Welthandel um ca.95% abgenommen, entsprechend dem Baltic-Dry-Index. Der Kollaps wurde jetzt mit gigantischen neuen Schulden hinausgeschoben.
    In den letzten 3 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 32,5 Bio. $ aufgewendet, natürlich alles auf Pump, aber das hätte ich ja nicht extra erwähnen müssen, is ja sowieso klar, gell, um die Bankster zu retten und um einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen. Beides ist gründlich in die Hosen gegangen. Die Banken sind immer noch so pleite wie anno 2007 und sämtliche Konjunkturstrohfeuerpakete sind wirkungslos verpufft, ohne den gewünschten Erfolg. Jetzt sind fast alle west. Ind.staaten pleite, mehr pleite geht nicht mehr. Es hat sich ausgepumpt, vor allem bei den PIIG(F)S. Wegbrechende Steuereinnahmen prallen auf explodierende Ausgaben für Zinsen und Soziales.
    Unser erträumter kreditfinanzierter Aufschwung – eine Fata-Morgana. In den letzten 3 Jahren hat die EZB und die DBB ca. 500 Mrd. Euro an die Zentralbanken der PIIG(F)S überwiesen, damit die unsere Exportrechnungen zahlen können. Jetzt müssen wir über die „Bankenrettungspakete“ unsere Kredite auch noch selbst zurückzahlen. Wer hat da in der Schule nicht aufgepasst.
    Mathematisch gesehen haben wir also fast alles verschenkt. Aber was ich nicht verstehe ist, warum verschenken wir die Träume auf 4 Räder nicht an uns selbst? Dann hätten wir doch auch was vom suggeriertem Aufschwung.
    Dazu am 23.01. im Handelsblatt: Minijobs im Wirtschaftsboom auf Rekordhoch.
    Mit dem Wirtschaftsaufschwung ist in Deutschland auch die Zahl der Minijobber auf ein Rekordhoch gestiegen. Zur Jahresmitte 2011 gab es nach neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) 7,387 Millionen geringfügig Beschäftigte mit einem 400-Euro-Job.
    Da kommen natürlich noch die offiziellen 3 Mio, inoffizielle 4,5Mio Arbeitslose noch dazu. Scho klar.
    Also sind in Deutschland ca. 10 Mio. Bürger auf staatliche Leistungen angewiesen, damit sie ihre Familien ernähren können.
    Wir produzeiren Träume auf 4 Räder Made in Germany mit Kurz- und Leiharbeiter, Minijabbern und Aufstockern in Länder, in denen das Lohnniveau bereits 50% höher ist als bei uns und schicken die Schecks gleich mit, damit unsere Rechnungen bezahlt werden können? Und das soll unser Aufschwung sein?

    Das ist innerhalb Europa absolutes Schlusslicht! Nicht mal in Spanien mit offiziell 20% Arbeitslosen sieht es so duster aus, als im Schlaraffenland Deutschland.
    In den PIIG(F)S gehen die Bürger schon auf die Strasse, wenn Sparpakete angekündigt werden. Wir Deutsche werden innerhalb von 10 Jahren enteignet und unser Vermögen an die PIIG(F)S verschenkt, was unsere Eltern und Großeltern mit viel Schweiß und Entbehrungen aufgebaut hatten! Der Netto-Vermögensverlust seit Einführung des Euros beträgt ca. 2.500 Mrd. Euro, zusätzlich hat uns das schwarze Loch DDR nochmals ca. 2000 Mrd. Euro gekostet – bis jetzt.
    Eigentlich dürfen wir uns über die unendliche Wunschliste der PIIG(F)S nicht wundern, die machen doch nur das selbe, wie die DDR schon seit 1990. Die Milliarden der Solidarpaktmittel werden schon lange nicht mehr für den dafür vorgesehenen, vertraglich vereinbarten Zweck verwendet, sondern werden illegal für den privaten Konsum abgezweigt – straffrei natürlich.

    Das Armageddon, bzw. die Apokalypse ist schon so nah, dass wir vor lauter Wald die Bäume nicht mehr erkennen.

  15. Michael Schwarz sagt:

    Die Entwicklung in der EURO-Zone nach zwei Jahren gibt es zur Sorgen. Das Wirtschaftswachstum in gesamter EURO-Zone wird sich in diesem Jahre, womöglich in kommendem Jahr rückläufig entwickeln. Das verbergt das Potenzial eines Zusammenbruch der gesamten EURO-Zone. Voraussichtlich können die Länder, die bereits überschuldet sind, in diesem Jahr kaum die Chance besteht, die Staatsverschuldung zu reduzieren.

    Der Austritt der überschuldeten EU-Staaten könnte womöglich in diesem Jahr geschehen, was zwar ein Zusammenbruch der EURO-Zone nicht gleich kommt, aber in jedem Fall werden wir einen starken Rückgang zu spüren bekommen. Für Länder wie Griechenland bleibt einfach keine weitere Option mehr offen, als den Austritt aus der EU.

    Das Geld nachzuwerfen wird die strukturelle Probleme in solchen Ländern nicht lösen, und die Umsetzung einer Reform braucht 10 Jahre, die Zeit haben sie aber nicht. Der Lösungsansatz aus der geldpolitischen Betrachtung ist die Abwertung des EUR bis Parität zum Dollar, Zinssenkung auf Null, Kreditvergabe auf Maximum auszuweiten. Alle machbare Optionen sind jetzt nicht mehr verfügbar, die vor einem Jahr noch möglich waren.

    • Michael Schwarz sagt:

      Von Sicht der Schweiz betrachtet, muss die SNB langsam die Möglichkeit der Anhebung der Franken-Untergrenze in Betrachtung ziehen. Nach zwei Jahr sollte der Kurs des massiven überbewerteten Franken wieder normalisiert haben, aber der tut es nicht, deshalb muss die SNB an der Kursgestaltung aktiv teilnehmen, und einen nachhaltigen Abbau der Überwertung zu erreichen.

      • Anh Toan sagt:

        @Michael Schwarz: Dies wäre auch der Beschäftigungssituation in der Schweiz dienlich: Unmengen Leute könnten sich damit beschäftigen, irgendwo, irgendwelchen Dreck im Umfeld der Nati Organe zu finden.

        • Michael Schwarz sagt:

          @Anh Toan:

          Sie sind der regelmässige Leser meines Kommentars, deshalb kennen Sie meine Meinung über die expansive Geldpolitik der Zentralbank und niedrigen Zinssatz. Durch den niedrigen Zinssatz kann der Staat noch mehr und billiger verschulden, somit muss der Staatshalt nicht unter dem Zwang saniert werden.

          Fazit: der übermässig niedrige Zinssatz ist nicht nur für die Wirtschaft unproduktiv, sondern entsteht die Gefahr der Illusion des geborgten Reichtums. Die Frage ist es, ob die Zentralbank die Koppelung zwischen der Inflation und Verzinsung aufgeben sollte.

  16. Andres Müller sagt:

    Soros Ansichten über die Vergleichbarkeit mit den 30er Jahren:
    http://www.thedailybeast.com/newsweek/2012/01/22/george-soros-on-the-coming-u-s-class-war.html

    “Ich bin nicht hier, um euch aufzumuntern… Wir stehen vor äußerst schwierigen Zeiten, in vielen Punkten vergleichbar zu den 1930er Jahren der Grossen Depression.” Wir stünden nun vor allgemeinen Sparmassnahmen in der entwickelten Welt, die uns mindestens ein Jahrzehnt der Stagnation bringen werden. Das Best-Case-Szenario sei ein deflationäres Umfeld, das Worst-Case-Szenario ein Zusammenbruch des Finanzsystems.

    Schlimmer als jemals zuvor, so seine Befürchtung … der Auftritt des Teufels

    “At times like these, survival is the most important thing,” he says, peering through his owlish glasses and brushing wisps of gray hair off his forehead. He doesn’t just mean it’s time to protect your assets. He means it’s time to stave off disaster. As he sees it, the world faces one of the most dangerous periods of modern history—a period of “evil.”

    • Anh Toan sagt:

      @Andres Müller: “While Soros, whose new book, Financial Turmoil in Europe and the United States, will be published in early February, …”

      steht auch in Ihrem Link und erklärt alles. Soros verkauft ein Buch!

      Übrigens: Soros sieht in Gold die ultimative Blase.

      • Andres Müller sagt:

        “Soros sieht in Gold die ultimative Blase”

        Das sagte er im Jahr 2010 beim WEF Treffen. Die Goldblase besteht weiterhin, weil die ultimative Schuldenblase abgebaut werden muss und Fiat Money entwertet werden muss. Gold ist immer eine ultimative Blase, da in der Industrie wenig davon benötigt wird. Der Wert von Gold beruht seit der Steinzeit auf Glauben an das Metall, darauf dass sich immer wer findet der es kaufen will. Im Gegensatz zu Fiat Money war die Blase allerdings noch nie derart geplatzt, dass nur noch der Bedarf der Schmuckindustrie den Preis festlegte. Was beim Gold (zusammen mit Fiat Money) völlig platzen könnte, das ist das physisch unbesicherte Papiergold, welches seit Jahren eine zunehmend hohe Volatilität der Edelmetallpreise bewirkt.

        Wir haben nun vor allem eine ultimative Fiat Money Derivate -Blase, die ist weitaus gefährlicher für die Menschen als der Goldhandel.

        • Michael Schwarz sagt:

          @Andres Müller:

          Blasen werden immer geben, weil die Wirtschaftspolitiker und Notenbanker das System nicht als Ganzes verstanden haben. Das gilt auch für promovierte Ökonomen. Das ökonomische Modellverständnis steckt immer noch im Mittelalter, wenn es mit der Entwicklung der Naturwissenschaft vergleicht – Eine Aufklärung wäre nötigt.

          • Andres Müller sagt:

            Herr Schwarz, ich glaube dass diese Aufklärung von diesen Hohepriestern des Systems genauso verhindert wird wie die katholische Kirche über 1000 Jahre mit Glaubenskonstrukten ernsthaftes Forschen verhindern konnte.
            Würde Ökonomie mehr als multidisziplinäre Wissenschaft betrieben, dann müsste man nicht mehr unter Verlegenheit auf historische Literatur wie die von Karl Marx zurückgreifen. Die Ökonomie basiert auf Geldtheorien die nahtlos seit dem Mittelalter von Glaubenskonstrukten überschattet werden. Man spricht von “freiem Wettbewerb”, aber gleichzeitig wird der von ideologischen Antipoden wie “to big to fail” wieder aufgehoben. Kaum einer der Ökonomen stellt sich danach die Frage, ob denn der Erfolg des freien Wettbewerb nicht ein Fata Morgana aus “Sesam öffne dich” -Legenden ist.

            Die Schwierigkeiten in denen der Westen steckt kommen aus meiner Sicht eindeutig aus den USA (wie 1928) und weniger aus Europa. Aber natürlich sorgen die Europäischen Nacheiferer des Neoliberalismus auch hier für Turbulenzen. Herr Straumann behauptet man könne die Lage nicht mit denen im letzten Jahrhundert vergleichen. Doch es fragt sich welche Statistik man dazu verwendet, wichtige oder weniger wichtige.

            Für sehr wichtig halte ich die Statisitk der top income share der 1% vermögendsten Bevölkerungsschicht.
            http://184.168.89.58/sketch/#Graphic:
            Was die USA hierin anbetrifft, so sieht man seit 1978 eine Entwicklung die sich in ein Vermögensungleichgewicht verwandelt hat die denen 1928 gleicht, ein Zustand der zu Tragödien in der Wirtschaft und auch Europa in einen ungeheuren Krieg getrieben hat. Ich kann nicht verstehen dass Ökonomen diese Parallelen nicht erkennen und die wahre Ursache der Krise nicht benennen. Je länger man das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich noch toleriert, desto wahrscheinlicher wird die Wiederholung jener verhängnisvollen Geschichte, die zum zweiten Weltkrieg führte.

            Das grösste Problem liegt in den USA und nicht im kleinen Griechenland, dieses kleine Land kann höchstens einen Stein ins rollen bringen der bereits vor den Abgrund geschobene wurde. Alleine für sich ist Griechenland für die Weltwirtschaft nämlich unbedeutend. Wenn heute wie 1928 in den USA die 1% der US-Amerikaner 23% des Volkseinkommend abkassieren, dann ist dies die Lunte die gezündet wurde und wo die Bomben dann gerne zuerst an der westlichen Peripherie platzt, an den schwächsten Punkten des ohnehin labilen Systems. Der Raubbau an der Demokratie, was wirtschaftliche Entscheidungen anbetrifft, nimmt in der EU besorgnis erregende Ausmasse an, seien es die Rettungsschirme oder die Fiskalunion. Auch hier sehe ich Parallelen zur Bedrängung der Weimarer Republik, wenn auch mit völlig anderen geografischen Ausdehnungen und Epizentren des Zerfalls.

  17. Hans Koller sagt:

    Neben den Schuldenbergen steht die ganze Gesellschafft sehr schlecht da. Nehmen wir Deutschland, die Deutsche(Abstammung Deutsche) Bevölkerung nimmt zahlenmässig ab, gleichzeitig wandern viele junge Deutsche aus.
    Die Deutschen haben also das Problem das es immer weniger Kinder gibt und von den wenigen Kindern wandern die Arbeitsfähigen ab und Gleichzeitig sind von den Jungen viele zu faul um zu arbeiten. (Seht euch mal die Jugendarbeitslosigkeit an in Europa).
    Von den immer weniger werden Deutschen wandern Ausländer ein die sich auf dem Sozialamt breit machen. Berlin 25% Hatz-IV Empfänger die meisten davon sind Türken.
    Gleichzeitig erhöht sich die Zahl der Rentner, Leistungsträger werden zu Leistungsempfängern. Als eine immer kleiner werdende Zahl von Arbeitern muss immer mehr Menschen ernähren, gleichzeitig werden die Staatsschulden immer mehr und die Arbeiter müssen auch noch eine Steigende Zinslast bezahlen. Zu allem übel werden die Atomkraftwerke abgestellt und durch teure erneuerbare Energien ersetzt, auch dies müssen die immer weniger werdenden Arbeiter bezahlen. Für die Schweiz sieht die Situation nicht besser aus, wir reden uns nur ein, es gehe uns besser. Altersarmut wird für die meisten Leser harte Realität, was ihr ja auch so gewollt habt. Die Zinsen der Pensionskassen mit 1,5% werden von der Inflation aufgefressen, ihr verliert also jedes Jahr an Geld, in Zukunft wird das Pensionskassenkapital nicht mehr mit 7% verrechnet werden, sondern mit weniger Protzenten. Auch die 1.Säule die AHV ist vor dem aus, in spätestens 10Jahren gibt es rote Zahlen und dann wird die Rente gekürzt oder ihr zahlt einfach mehr Steuern am Ende habt ihr so oder so weniger. Das Alterseinkommen wird sinken und abnhemen, die Preise aber ob Miete, Steuern oder Krankenkassenprämien werden weiter ansteigen.
    Die Zahl der Menschen wird durch Immigration konstant bleiben, nur werden viele weniger Einkommen haben und somit weniger konsumieren, das bedeutet weniger Gewinne für die Unternehmen und somit weniger Salär und steigende Steuern.

    Armut und Niedergang sind also die Faktoren der Zukunft, wir reden von einem 100Jährigen Niedergang der nicht nur Witschaftlich sondern auch Kulturell in Erscheinung tritt, Staatstragende Parteien(CVP/FDP) der Vergangenheit und Staatskirchen wie die Reformierte Kirche werden bis am Ende des 21.Jahrhunderts verschwunden sein. Hauptfaktor für die Wirtschaft sind immer noch die Menschen selber, ohne Menschen keine Wirtschaft, somit geht mit dem Bevölkerungschwund auch die Wirtschaftleistung kontinuierlich zurück.

  18. Andreas Dombek sagt:

    Um sich vor dem Angstwahn wegen der Apokalypse zu schützen, sollte man sich die künstlerischen Darstellungen dieser Reiter genauer anschauen.

    Beim Albrecht Dürer und dem Viktor Vasnetsov z. B. kann man folgende Reiter erkennen: Der erste ist der Herrscher, der (Ver)-Führer als Symbol der unredlichen Herrschaft einzelner Menschen, der zweite ist der Soldat, der diesem Herrscher uneingeschränkt folgt und ohne Skrupel das Volk niedermacht.
    Und nun zum dritten, für dieses Thema dem wichtigsten Reiter.

    Das jetzige Problem beginnt für uns heutigen Menschen mit diesem üblen dritten Reiter, denn es ist ein Geldwechsler, an der Gold- und Wechselwaage erkennbar, also der heutige Bänker. Der gute Schweizer C.G. Jung würde hier auch von den archetypischen Bildern sprechen und sicherlich dieser Ausdeutung folgen.
    Der Trost ist, einige der Menschen haben den ersten und den zweiten Reiter halbwegs überwunden. Jedoch geschwächt wie nun einige ängstliche Schreiber und weissagungshörige Angsthasen sind, können diese Pessimisten wegen ihrer Selbsteinschätzung dem Schlimmsten der Apokalypse nicht widerstehen.

    Und hier nun liegt eine optimistische Einschätzung vor, damit man seine leicht rosaroten Brillen nicht abnehmen muss. Diese optimistische Variante der Auslegung läst folgende Aussage zu, diesen schlimmen dritten Todesreiter, diesen Wucherer, Wechsler und Täuscher des Geldes, also den heutigen unredlichen Bänker zu überwinden.

    Das ist natürlich möglich, man muss es nur wollen möchte. Es ist sicher eine extrem schwierige Aufgabe, aber die Vergangenheit hat bewiesen, dass man die beiden anderen üblen Reiter überstanden / überwunden hat.

    Als ein zukünftig gutes Ergebnis lässt sich erhoffen, eigentlich sogar erwarten, dass dann auch noch der letzte Reiter im apokalyptischen Bunde, der vernichtende Tod, auch noch überwunden werden kann.
    Ein Problemchen könnte aber in einem unbewachten Augenblick auftauchen: Der dritte apokalyptische Reiter, dieser Bänker, kauft sich auch noch den Tod! Man sei da nicht so sicher, vergleichbares ist schon geschehen.
    Und somit ist die beruhigende Aussage von Tobias Straumann richtig: Die Angst vor einer Apokalypse ist übertrieben.

    • Anh Toan sagt:

      @Andreas Dombeck: Der interessanteste der vier apokalyptischen Reiter in einem Wirtschaftsblog ist, wie Sie zu Recht anführen, der Dritte: Er steht für Inflation (Bibeltext gemäss Wikipedia: “Da sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt in der Hand eine Waage. Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!”

      Wie bitte? Inflation zu einer Zeit als es weder “FIAT Geld”, Neoliberale, Hegdefonds, naked shorts, Credit Default Swaps, to big to fail, Geldtheorien oder all das andere Teufelszeug des modernen Kapitalismus gab, als Zinsen nehmen nur den Juden erlaubt war, gabs anscheinend schon Probleme mit Inflation, so schwere, dass Inflation in der Bibel als apokalyptische Plage, gleichzusetzen in ihren Konsequenzen mit Krieg, dargestellt wurde.

      • Andreas Dombek sagt:

        @Anh Toan

        Ihr Gedankenzug zum dritten Reiter ist „gold“-richtig. Womit man beim richtigen Ansatz ist. In den ersten Darstellungen hatte der besagte dritte Reiter richtigerweise eine flache und größere Waage in der Hand, welche die Kaufleute und Händler verwendet haben. Da ist auch der Bezug zum Korn, einmal als Lebensmittel und natürlich auch als Zahlungsmittel (Geld- und Gold-Äquivalent) sowie Kapitalbildner des Volkes, denn in der jüdischen Zeit der Knechtschaft in Ägypten war dort auch das Korn ein faktisches Zahlungsmittel.

        Gewisse Ausdeutungen von archäologischen Funden weisen darauf hin, dass die altägyppt. Kornkammern auch zur Regulierung der Handelspreise gedient haben (könnten). Die königlichen Kornkammern als damaliges Regularium bei überhitzten Kornpreisen! Also auch damals gab’s ein administratives Regulativ auf dem Markt. Ebenfalls in der Ableitung also auch Inflation und Preistreiberei, Eingriffe und Manipulation des Marktes, Monopolisierung und Druckausübung. Damals haben die Pharaonen richtig erkannt: Mit Lebensmitteln = Geld spielt man nicht! Und das vor ca. 4.000 Jahren.

        Wenn man dieses Korn als Basis des Finanzwesens betrachtet, ergibt sich auch die richtige Aussage: Die Bänker scheffeln zu viel Geld. Solch bedeuten: Die zwacken sich auch damals Unmengen von Korn ab. Es wird schon langweilig auf die Zustände auf den heurigen Geldmarkt hinzuweisen. Es schon mal alles und jedes da gewesen. Und trotzdem sind die Leutchen immerzu erstaunt.

        Vermutlich gab’s schon damals auch diese ewigen Untergangspropheten. Nicht einmal der jüdische Gott Jahwe konnte damals den Untergang des ägyptischen Reiches bewirken.
        Um eine Prophetie zu erstellen, sollte man schon die Herkunft seiner „Wissensfunktion“ kennen. Die Propheten arbeiten immer noch mit der 1-Punkt-Kurve. Das Problem dabei ist, dass die Richtungsanzeige der zukünftigen Erwartungs-Funktion in einer Annahme des Anstiegswinkels im Bereich von 0° bis 360° liegt. Da kann man mit prophetisches Gewissheit sagen: Die vorausgesagte Entwicklung liegt absolut sicher in diesem Bereich!

        Nun, die Ironie der Geschichte ist, dass schon damals die Menschen mit zwei Arten von apokalyptischen Arten von Heuschrecken zu kämpfen. Also nichts an neuen Neuigkeiten, denn die Apokalypse ist eine Quintessenz der langjährigen Menschheits- und Wirtschaftsgeschichte.
        Die Propheteien bleiben weiterhin spannen und lustig. Ein kleines Nebenproblemchen taucht leider dabei auf: Das Zwerchfell leiert langsam aus.

  19. Martin Holzherr sagt:

    Natürlich hat Herr Straumann recht: Europa geht wegen der Euro-Krise nicht unter.
    Trotzdem: Nicht als Schweizer, aber als jemand, der an die Chance Europa geglaubt hat, finde ich die Wahrheit, die mit der Euro-Krise ans Licht gekommen ist katastrophal: Viele der Peripherieländer wie Griechenland, Portugal, selbst Spanien, die sich vom Euro einen Aufstieg erhofft haben, sind nun für lange Zeit ins Abseits geraten. Wird Griechenland im Jahre 2020 wieder den Wohlstand erreichen, den es 2007 hatte? Die gleiche Frage für Portugal. Selbst Italien wird nach einer Prognose eines deutschen Wirtschaftsinstituts einen kleine hair cut benötigen, denn es ist bei der anhaltenden Wachstumsschwäche nicht in der Lage seine Schulden zu begleichen. Viele enthäuschte Hoffnungen also. Europa ist wieder dort wo es vor der Einführung des Euro war.

    • Andreas Dombek sagt:

      @Martin Holzherr

      In Ihrer Aussage liegt im Verborgenen ein wichtiger Teil der Erkenntnis. Es ist dies: ….. die Wahrheit, die „MIT“ der Euro-Krise ans Licht gekommen ist…… Die sog. griechische Tragödie, welche sich derzeit so schlimm dahinquält, würde wohl augenscheinlich OHNE den Euro momentan nicht sichtbar, aber sie würde trotzdem unter der Oberfläche der Realität vorhanden sein.

      Als Deutscher wage ich die historisch schlimme Aussage, dass dieses Problem der Eiterbeule in absehbarer Zeit auch mit der gr. Drachme aufgeplatzt sein würde. Ohne in Detail eingehen zu wollen, ist hier etwas die Aussage angebracht, dass Europa momentan durch ein eigen- und fremdverursachtes finanzpolitisches „Stahlgewitter“ geht, tatsächlich sogar wohl gehen muss. Was ist in 10, 20 oder 30 Jahren in dieser Region, wenn’s so alles gleich bleiben würde. Sollte der weiche Unterleib der EU dann mit Millionen von Nullen rechnen müssen, um ein Gläschen Roten bezahlen zu müssen.

      Gewisse schmerzhafte Vorgänge haben sich auch bei der Werdung der modernen Schweiz sowie des 2. Deutschen Reiches ergeben. Einige Gebiete waren die großen Gewinner, einige andere Regionen blieben im niederen techn. Nieder-Niveau und waren die Nahrungsmittel-Erzeuger für die Erfolgreichen. Ein Verteilerbahnhof für Finanzausgleich a la CH und D deuten sich in winzigen Schritten an. Eigentlich in größeren Gesamtstrukturen ein demokratische und richtiges Mittel.

      Von der außereuropäischen sog. Bedrohung, wie z. B. China, braucht man nicht zu schreiben. Wobei die nicht wegzuleugnenden und anbahnenden innerchinesischen Probleme, nationalen Differenzen und zu erwartenden militärischen bürgerkriegsähnlichen Revolten von vielen Europäern nicht erwartet werden, da diese noch nicht vorstellbar sind. Wirtschaftliche Prosperität ist nicht der alleinige Garant für Frieden.

    • Andres Müller sagt:

      Der real (nicht mehr) existierende freie Marktkapitalismus wird am Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich, zwischen Nord und Süd kollabieren. Wir haben (wie ich hier vor einigen Tagen schrieb) den Beginn eines crash up booms vor der Nase, eine Aktienhausse ähnlich jener wie sie im März 2009 mitten in der Rezession durchstartete, angetrieben durch die FED Billion an die Banken. Nun erleben die letzte Zündung der Reichenpflege, sie werden Ende 2012 voraussichtlich über ein um 15% höheres Vermögen verfügen. Da sich die QE3 Geldschwemme in die Taschen von lediglich 1% der Bevölkerung einbringen wird, wird das Wachstum auf pump in einem Desaster ohnegleichen enden. Dass die Warnungen des WEF Geistlichen Schwab ernst genommen werden von den Eliten, dass ist sehr wahrscheinlich, aber anders als viele denken. Mit dem Rausschmiss der WOZ zum Pressezugang ist schon einmal sichtbar geworden, dass vor allem am Verteidigungsdispositiv gearbeitet wird -und an der Gehirwäsche der Bevölkerung. Auch in den USA ist man dabei die Polizei hochzurüsten -mit Schnellfeuergewehren, Panzerfäusten usw. -die zivile Polizei wohlverstanden -Kosten 400 Millionen US$ -gegen was oder wen wohl? Ich kann es verraten, gegen die 30% die Ende nächstes Jahr trotz Obama -Versprechen noch immer noch von staatlichen lebensmittelmarken leben -oder gelebt hatten- es läuft ja irgendwie mal ab das Speise&Trank Programm für die Armen. Wer weiss schon dass Ende nächstes Jahr das ungleiche Einkommen in den USA so hoch ist wie zur Zeit der Sklaverei? -Vielleicht ja nur ein kleiner Schritt zu dessen Wiedereinführung -wer weiss -einige hätten dann wenigestens was warmes zu essen.

      Nun aber wünsche ich allen viel Spass an der gestarteten crash up boom -Hausse die trotz Griechenkollaps und wankenden PIIGS Staaten die Börsen befeuert. Die Menschen werden wie im März 2009 verwundert dann im Herbst 2012 erkennen -ach hätten wir doch Aktien gekauft, oder Gold, Silber oder Immobilien. Wenige Wochen später -wir schreiben ca. Ende 2012 bis März 2013, ist der Spass dann aber endgültig vorbei -die Infllation wird ins Land galoppieren und dann können die Historiker diesen Blogartikel öffnen und sich köstlich amüsieren (wenn jemandem dann noch ums Lachen ist).

      • Anh Toan sagt:

        @Andres Müller: Und der von Ihnen für Februar / März dieses Jahres prognostizierte Totalkollaps des Finanzsystem wird somit entweder auf Herbst 2012 verschoben, oder doch erst 2013? Ich verzichte darauf, diese Passage in Ihren Kommentaren von ca. Dez 2012 zu finden, Sie und ein paar Leser werden sich errinnern, sicher, wenn diese entsprechend Ihrer Prophezeihung gehandelt haben.

        Jetzt hab ich geglaubt, der Andres Müller sei der Chef aller Checker, habe alle meine liquiden Positionen liquidiert, habe ein Haus voll mit Fahrradreifen, Duck Tape und Medikamenten. Die Hühner kacken mir alles voll, mein Moped musste dem Karnickelstall weichen, die Quartierpolizei droht, mein Schwein und meine Kuh ins Schlachthaus zu fahren und ich kann nachts nicht mehr schlafen, weil ich meine Hühner vor den streunenden Hunden schützen muss. Bis ich heute früh Ihren Kommentar gelesen habe, war ich mir sicher, dass meine Nachbarn und meine Freunde mich nicht mehr lange auslachen, habe die Tage bis Ende März abgestrichen. Und nun der Schock heute morgen: Andres Müller hat den Totalkollaps des Finanzsystems um nahezu 1 Jahr verschoben. Jetzt gehts mir wie Noah mit seiner Arche, nur kommt keine Sintflut.

        • Anh Toan sagt:

          @Andres Müller
          Das Hoffen auf die Rettung 04.12.2011: Nachrichten aus den USA gefällig? Morgan Stanley gibt zur Euro -Rettung noch Zeit bis zum 9 Dezember.
          Wie lange wird der neue Optimismus anhalten 07.12.2011: In beiden Fällen wird Gold gewinnen, soviel steht für mich eindeutig fest. Im ersten Fall noch dieses Jahr massiv, im zweiten Fall so gegen Februar, März 2012, nach vorgängig massiven Verlusten.
          Quo vadis SNB 20.12.2011: “Ich habe zudem beunruhigendes mitzuteilen, wir werden zu einer Wahrscheinlichekit von etwa 40% innerhalb der nächsten Wochen und einer Wahrscheinlichkeit von über 90% innerhalb der nächsen sechs Monate den Crash der Weltwirtschaft erleben.”

          Ich konnte nicht mehr genau finden, wo Sie einen Termin für den Crash genannt haben, habe diesen in meinem mangelhaften Hirn wohl aus Ihrer Goldpreisprognose entnommen, habe Sie vielleicht falsch zitiert, aber nicht grob falsch, die Richtung stimmt: Laufend prognostizieren Sie die Apokalypse, den notwendigen, von Ihnen berechneten Kollaps des “FIAT Geldes”, genauso, wie Sie den Termin dafür laufend verschieben.

          Auf den Spuren Roubinis und Fabers.

          In the long run, we’re all dead!

          • Andres Müller sagt:

            @Anh Toan zu folgenden Aussagen:

            Quo vadis SNB 20.12.2011: “Ich habe zudem beunruhigendes mitzuteilen, wir werden zu einer Wahrscheinlichekit von etwa 40% innerhalb der nächsten Wochen und einer Wahrscheinlichkeit von über 90% innerhalb der nächsen sechs Monate den Crash der Weltwirtschaft erleben.”

            Dabei bleibe ich weiterhin, der Einbruch der Weltwirtchaft kann durch Notenbankliqidität mit Stützung illiquider Banken (das heisst durch ausser Kraft setzen der Regeln des freien Marktes) unter Inkaufnahme von Inflation terminlich verschoben werden. Das ist wie beim Übertreten der Maastrich Regeln, die Regeln wurden nicht eingehalten, die Staatsschuldn sind so hoch dass einige Staate sie nicht mehr zurückzahlen können -und trotzdem gehts noch eine Weile weiter. Wie oft muss ich noch sagen @Anh Toan dass der Eintrittszeitpunkt eines Crash nicht technischer K.O. entspricht sondern dass Geld solange weiter läuft solange die Leute daran glauben. Wenn die Leute sehr fleissig glauben trotz technischem K.O. , dann kommt entweder Inflation oder Deflation (durch QE3) (am wahrscheinlichsten beides zusammen, je nach Warenkorbinhalt). Die Aussage der FED zu einer garantierten Nullzinspolitik bis 2014 ist das Eingeständnis des technischen K.O. der Preis ein sinkender US$ um das wieder wenigestens hinauszuzögern.

            Was den März 2012 anbetrifft von dem ich gesprochen habe, auch das lässt sich durch Intervention mit IWF und EZB hinauszögern und verschieben, die Mario Monti Billion mag noch kommen -im Moment haben sich die Banken mit 500 milliarden Euro vollsaugen können. Das zögert den Kollaps aber nur um einige Mnate hinaus, denn im Kern wurde nichts gelöst. Das Nächste woher sie es holen das fehlende Geld sind Steuern und noch tiefere Löhne, Inflation. Das alles wird letzlich aber nichts am Gesetz ändern, dass die Umverteilung im Zinsensystem ein Mass überschritten hat dass für viele Menschen die soziale Marginalisierung bedeutet. Jeder Langzeitarbeitslose Europäer wird ihnen heute schon bestätigen, dass für ihn der Crash bereits stattgefunden hat, der verbliebene Rest der Mittelschicht wird genauso erodieren wie in den USA. Die Welt drehte nach dem Börsencrash in den 20ern des letzten Jahrhunderts auch noch weiter -aber es kam bittere Not und Krieg. Das ist es wenn ich von Crash spreche, es tritt ein wenn die Umverteilung des Geldes ein bestimmtes Ausmass überschritten hat. Denken Sie daran, Schulden sind die andere Seite der Medaille Vermögen -das heisst irgendwer wird immer Geld haben, selbst wenn die grosse Mehrheit hungert.

            PS: Faber hat die Entwicklung des Goldpreises hervorragend vorausgesagt.

  20. Martin Lienert sagt:

    Die Apokalypse hat schon lange angefangen!
    Bankrotte Staaten sind nur der Anfang.

  21. Anh Toan sagt:

    An Alle (Pablo Belmonte, Daniel Hugentobler, Sacha Meier, Siegfried Bauer. Hans Koller, Martin Lienert), die hier Weisheiten im Sinne von früher oder später muss dieses System zusammenbrechen verkünden:

    Selbstverständlich, den nichts (ausser Gott) dauert ewig: Ihre Argumentationen konnten schon vor Jahrzehnten gelesen werden, z.B. bei derr LTCM Pleite).

    Eigentlich hat Herr Straumann nicht recht: Die Angst vor der Apokalipse ist durchaus berechtigt, unberechtigt ist die Angst, die aktuellen volkswirtschaftlichen Probleme (Staats- und Bankbilanzen) bringen diese in absehbarer Zukunft.

    • Andres Müller sagt:

      “unberechtigt ist die Angst, die aktuellen volkswirtschaftlichen Probleme (Staats- und Bankbilanzen) bringen diese in absehbarer Zukunft.”

      Wenn Sie meinen …. habe Sie schon gelesen dass…?

      Finanzstabilitätsrats (FSB):
      ” [...] Darüber hinaus solle die Schweiz überlegen, ob die staatlichen Garantien für die Verbindlichkeiten von Kantonalbanken nicht aufgehoben werden sollten.”

      Warum wohl denken Sie, soll das nun aufgehoben werden?

    • Andres Müller sagt:

      Und noch ein paar Dinge @Anh Toan, welche die Lage immer schneller ausser Kontrolle bingt:

      1. Im vergangenen Jahr war fast jeder zweite US-Amerikaner auf Sozialleistungen angewiesen, Kostenpunkt > 2,5 Billionen US$ im Jahr 2011

      2. Unkontrollierbarer Zustand in Italien, Monti gerät unter Druck durch Streiks bis hin zur Mafia, Portugal droht wie Griechenland die Insolvenz. Griechen hören ncht mehr auf Papademos, Gewerkschaften und Arbeitgeber einigen sich auf Status Quo.

      3. Balitc Dry Index sinkt und sinkt .. bereits so tief wie in der Rezession 2008, Tendenz weiter fallend. Der Index verweist auf die Frachtaktivitäten im globalen Bezug.

      4. Die Zahl der Finanzderivate stieg auf einen historischen Höchststand in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 1,7 Millionen! neue Finanzderivate auf den Markt geworfen, niemand weiss genau was sie beinhalten, die Zahl erschlägt jede Übersicht und Einsicht -unmöglich die Sache zu durchschauen. Die Papiere werden von Banken fast im Sekundentakt emittiert.Europäische Banken haben bei der EZB 830 Milliarden Euro Schulden angehäuft.

      5. Offenbar fordern Banken noch höheren Einsatz um die Weltwirtschaft zu retten, die Rede ist bereits von 10 Billionen, Mario Monti war Gestern. http://www.zerohedge.com/news/10-trillion-ltro-coming-credit-suisse-hunkers-down-ahead-european-endgame

      6. ESM Europa Rettungsschirm: Die Organisation wird mit umfangreichen Vollmachten ausgestattet, die Geldvergabe erfolgt alleine nach dem Gutdünken völlig immuner Finanzarchitekten (sie können nicht vor Gericht gebracht werden) -Und zwar ohne Transparenz und Kotrolle durch Parlamente.

      7. Die FED hat bis 2014 eine Garantie auf Nullzinspoitik ausgesprochen, ein Vorgehen dass der Notenbank den Spielraum für Zinserhöhungen raubt -wenn die Inflation anspringt -Ziel scheint Infaltionierung der Schulden zu sein.

      8. Die Einkommensverteilung in den USA ist in einem Zustand wie 1928 angekommen, 1% erhalten nun 25% vom Gesammteinkommen. Verrückte Präsidentschaftskandidaten, völlig durchgeknallte Typen -Gingrich sprach sich vor Kurzem für Kinderarbeit aus. Ron Paul will die US Behörden möglichst bis auf einen Mann abspecken. Obama unterschrieb an Weihnachten ein Ausbürgerungsverfahren für vermutete Terroristen. Militärische Ausgaben für die zivile Polizei steigen auf 400 Millionen US$ -gekauft werden Waffen wie Panzer, Kanonen, Maschinengewehre, Handgranaten.

      9. Japan 2011 mit dem erstem Handlsbilanzdefizit seit 1980

      10. EZB Einlagefazilität 500 Milliarden Euro

      11. Der Finanzstabilitätfond FSB fordert die Schweiz auf die Staatsgarantie für Banken abzuschaffen.

      12. 134,143 Mrd. Euro bei spanischen Kreditinstituten im Zahlungsverzug

      Und da gibt es noch viel mehr schwerwiegende Probleme,vom nahen Osten über Irak und Iran bis nach Indien, die alle das Potential haben die Lunte an der Bombe zu werden, welche die Welt in eine Chaos stürzt. Ich glaube man kann jeden Tag froh sein wo die Apokalypse (persönlich) noch nicht kommt -aber sie kam bereits zu Millionen, denken Sie an die 1 Milliarde Hungernden dieser Welt und die zahlreichen Wirtschaftsflüchtlinge die aus der Heimat fliehen um wenigstens das Leben eines Working poor zu führen. Denken Sie an Behinderte denen abgesprochen wird Invalid zu sein oder ausgesteuerte Arbeitslose die in keiner Statistik mehr erscheinen -auch nicht in jener Statistik auf welche die US Börsen so gerne hören.

    • Hans Koller sagt:

      Ich sage nicht das System bricht zusammen, ich sage die Armut wird kommen und trifft in erster Linie jene die vom Staat leben. Angestellte, Rentner, Invalide, Sozialamt, Politiker, etc. Nebenbei ist dies die Meinung des Bundesrates Didier Burkhalter, er sagte die AHV schreibe in 10 Jahren Rote Zahlen. Es sind die Pernsionskassen die sagen sie können die Renten auf diesem Niveau nicht bezahlen. Sie müssen mich also sicherlich nicht mich kritisieren, kritisieren sie den Bundesrat. ;-)

      Nebenbei habe ich einfach Fakten aufgelistet die niemand leugnen kann. Für mich als Junger Mann ist die Kriese ein Goldesel, für mich, meine Frau und die Kinder und wir danken Gott dafür. Dies mag verwirren ist aber nur logisch, wir leben nicht vom Staat und die Immobilienpreise in ganz Europa sind am Fallen in der Schweiz auch bald. Dank der Altersarmut werden viele Rentner ihre Eigenheime nicht mehr Finazieren können. Der Staat schröpft die Angestellten die dann die geerbten Eigenheime nicht mehr finazieren kann und sie verkaufen muss. Der Euro sinkt und kollabiert, egal was passiert die Ferien im Land(Portugal) meiner Frau werden immer billiger und bald gibt es passable Häuser für 50-100000Fr. dort zu kaufen. Die Auswanderung und sinkende Kinderzahl tun ihren Rest, das die Preise sinken. In 50-100Jahren könnte die Menschenzahl durch Geburten wieder ansteigen und somit würde auch das erworbene Land an Wert zulegen. Man muss eben auch an die Zukunft der Kinder denken.

  22. Michael Schwarz sagt:

    Die Amis haben seltsames Verständnis zur Wirtschaftspolitik und Geldpolitik, wenn wir die Organisation der Fed betrachten würden. Die Fed ist nicht nur für Geldpolitik verantwortlich auch für einen wichtigen Teil der Wirtschaftspolitik. Die unklare Trennung zwischen der Wirtschafts- und Geldpolitik hat es zum Verlust der Unabhängigkeit der Fed geführt. Weil die Aufgabe der Fed in sich ein Widerspruch ist. Die Wirtschaftspolitik(Wachstum, Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung) sind Aufgabe der Wirtschaftspolitiker. Die Finanzstabilität, Wechselkursstabilität und Liquiditätsversorgen sind Aufgabe der Geldpolitik. Die Unabhängigkeit einer Zentralbank kann nur gewährleistet werden, wenn die wirtschaftspolitische und geldpolitische Aufgabe getrennt behandelt.

    Das Problem mit Fed besteht seit langem, die US-Ökonomen kennen das Problem. Sie wollen aus Tradition der Fed nicht ändern – die Aufgabendefinition der Fed entspricht nicht den Standard einer modernen und unabhängigen Zentralbank.

  23. Andres Müller sagt:

    Schwere globale Rezession im anrollen…: Der Baltic Try Index fällt und fällt ins Bodenlose…
    http://www.bloomberg.com/apps/quote?ticker=BDIY:IND

    Dieser Index bildet die Frachtpreise der Schiffahrt ab, welche vom weltweiten Handelsvolumen bestimmt werden. Die Preise entsprechen nun heute real ohne Inflationsbereinigung jenen Preisen wie sie 1995 für Transporte kosteten. Interessant daran ist, der Index befindet sich seit dem 12. Dezember 2011 mit 1’930 Punkten im Sturzflug, just als die Börsen in einer Gegenbewegung nach oben eher eine Erholung vorankündigen sollte.

    Doch das Geld der Notenbanken scheint in der Realwirtschaft nie anzukommen (ausser an den Börsen), der Baltic Dry spricht hier eine deutliche Sprache und zusammen gerechnet entsteht das Bild eines typischen crash up booms. Der systemische Kollaps fordert zu seiner Abwendung im Februar ca. 2 Billionen Euros (an die Banken), welche das Geld dann aber vermutlich wiederum nicht in die Realwirtschaft einspeisen werden. Das Austerizitätsprogramm der Merkel-EU welche die Maastricht -Verträge über die Asschaltung der nationalen Parlamente durchpressen will, enthält den Keim zum auseinanderbrechen der Europäischen Union, oder zumindest des Euro in seiner bisherigen Ausdehnung.

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