Als Wirtschaftshistoriker wird man oft gefragt, welches die grossen Pioniere der Schweizer Wirtschaftsgeschichte waren. Bei der Industriegeschichte fällt die Antwort leicht, denn die heutigen Grossfirmen tragen oft immer noch die Namen der Gründer: Nestlé, Asea Brown Boveri (ABB), Rieter etc. Beim Bankensektor ist es schwieriger, die Pioniere sofort zu identifizieren, weil die Namen der meisten Grossbanken von Beginn weg anonym waren: Kreditanstalt, Bankverein, Bankgesellschaft etc. (Ausnahme ist die Bank Leu). Im 19. Jahrhundert ist das Problem noch bewältigbar, weil die meisten Bankengründer als Pioniere gelten können, insbesondere Alfred Escher, der die erste moderne Grossbank mitbegründet hat (Schweizerischen Kreditanstalt, heute CS). Wirklich schwierig wird es aber im 20. Jahrhundert. Ein Name fällt mir sofort ein: Alfred Schäfer, der Architekt der neuen Bankgesellschaft nach 1945. Aber aus meiner Sicht war es ein heute vergessener Privatbankier, der es verdient hätte, als grosse historische Figur in der schweizerischen Finanzgeschichte erwähnt zu werden: Felix Somary. Er war einer der wenigen, der nicht nur wusste, wie eine Bank funktioniert, sondern auch über profundes makroökonomisches Wissen und politisches Gespür verfügte (Wikipedia hat leider nur einen kurzen Eintrag). Seine Lebenserinnerungen sind absolut faszinierend. Sie sind leider vergriffen und müssten längst wieder aufgelegt werden. In der momentanen Situation in Europa ist die Schlusspassage aus seinem Buch «Krisenwende?» (1932) besonders aktuell:
Viel wird der Krise zum Opfer bleiben, am schwersten wird die Neuaufrichtung der internationalen Kreditorganisation werden. Aber die Aufgaben werden gemeistert werden, wenn einmal das Vertrauen wiederhergestellt ist; dafür aber die erste und allerwichtigste Vorbedingung, dass man die Probleme nicht fortschiebt, sondern anpackt und löst. Man mache nicht das Fehlen politischer Voraussetzungen verantwortlich für den Mangel an Führerpersönlichkeiten und an volkswirtschaftlicher Kenntnis. Kapital und Kredit für Neuaufbau ist zur Genüge da, nur wartend auf Gesundung von Staats- und Privatwirtschaft. Die Operation, die dazu nötig ist, ist nicht neu, sie ist nur seit Grossväterzeit in Europa nicht mehr durchgeführt worden, und darum scheuen unsere allmächtigen Herren Routiniers davor zurück und warten auf ein Wunder.



Markus Diem Meier (Jg. 1963) ist stellvertretender Chefredaktor der «Finanz und Wirtschaft» und leitet das Onlineportal
Tobias Straumann (Jg. 1966) ist Wirtschaftshistoriker mit Spezialgebiet Finanz- und Währungsgeschichte. Er lehrt an den Universitäten Basel und Zürich.
Mark Dittli (Jg. 1974) ist Chefredaktor der 




































Die modernen Banker sind entweder Informatiker oder Physiker/Mathematiker, sie haben zuvor noch nie für eine Bank gearbeitet, Wirtschaft haben sie auch nicht studiert. Die moderne Unternehmensführung in den Banken haben eine absurde Vorstellung, dass das Bankgeschäft bzw. das Investmentgeschäft mit Physiker und Mathematik verwandt sei. Dies zeigt wie schlecht die Führung in den Banken ausgebildet sind, weil sie von Bankgeschäft und Investmentbanking kaum eine Ahnung haben, man nennt sie die Führung der Elite. Die Verluste der UBS ist keine Überraschung, weil in das Bankgeschäft zu vielen Leute einmischt, die von dem nicht mal einnähend verstehen, was sie jeden Tag tun.
Die Pionier war anderes, weil sie alles selbst machen müssen, ohne die Unterstützung der Fremden. Sie haben nicht nur das Geschäft verstanden, sondern sie haben die Bank auch selbst geführt. Die moderne Bank wird zu einem IT Unternehmen, aber von das richtige Geschäft haben nur wenig verstanden. Ein gutes Beispiel ist Warren Buffert, er kann ein Computer nicht mal bedienen, von Programmieren in Java, C++, VB muss man erst gar nicht sprechen.
Die Tatsache ist, eine gute geführte Bank muss theoretisch nicht einmal Computer haben, das gilt auch für heute.
Es hat nichts mit Banker, Physiker oder Mathematiker zu tun. Es ist nur Geldgier und asoziales Verhalten der Banken dass unsere Ökonomie zerstört.
Der Begriff Sozial ist das Problem. Wie L.v.Mises schon darlegte, ist Sozialismus zum Untergang verurteilt. Egal, in welcher Form, auch als soziale Marktwirtschaft, wie es in Deutschland genannt wird. Und Geld, welches aus dem Nichts erschaffen wird, wie es heut im Umlauf ist, verlängert zwar die Bestehensphase, aber die danach folgende Krise verstärkt sich exponentiell zur Dauer der Misswirtschaft. Der Weltwirtschaftskrise von 1929-1933 gingen 20 Jahre Misswirtschaft voraus. Wenn man die Kriegsjahre abrechnet und ab 1945 ansetzt, dann sind es jetzt schon 66 Jahre. Das Ergebnis möchte ich mir nicht ausmalen.
Ich kenne keinen höheren Banker der etwas von Informatik oder Mathematik versteht. Es sind zu Glücksrittern degenerierte Buchhalter und Kaufleute. Die Mathematiker und Informatiker arbeiten nur im ‘Keller’ der Banken.
Sie haben ziemlich Recht. Durch die “Verbildung” erkennt man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
BASICS:
1. Das grundsätzlichste “Problem” ist, dass das “Schuld-Geld-Geschöpfte?” Geld(=Forderungen=”Wetten”) bestehen bleibt. Ergo hat es immer soviele Schulden wie Vermögen.
2. Da die Zinsen jedes Jahr im Geldkreislauf “erwirtschaftet?” werden müssen, haben wir den sog. Wachstumszwang. Ansonsten “implodierte” die Geldmenge.
3. Durch Zinsen werden “Gelder” umverteil -> wer viel Kapital hat erhält auch am “meisten” – wer wenig oder nichts hat bekommt auch nichts von den Zinsen. => Wertschöpfung? oder besser Umverteilung..
4. Wer keinen “Wert” – Geld besitz, kann auch nicht handeln. Dementsprechen muss jemand sich verschulden, damit ein Geschäft entsteht. Nur, wer “überschuldet” ist, mit dem “dürfte” man auch nicht mehr handeln. Ergo Sozialisieren die Banken die Schulden =Eigentümer&Verleiher sind/werden zu Trittbrettfahrer der Gesellschaft
- Konsequenz – NACHHALTIGES HANDELN kann man nur, wenn der Handel ausgeglichen ist. Sollte man sagen FAIR?
5. Geldhandel im aktuellen System ist also anonymes “Raubrittertum” der “Strippenzieher”. Weil anonymisiert – schwierig “einen” schuldigen zu finden.
=> Wie wäre es damit, dass die Geldschöpfung demokratisch – staatlich geregelt würde? OHNE Schulden?
Hauptkritik!
Durch das Aufblähen der Geldmenge und dem Wachstumszwang “fällt” man den letzten Baum, fängt den letzten Fisch um die Zinszahlungen zu leisten – “tilgen!?”
-> Darin liegt der eigentliche SKANDAL! Deshalb und nicht weil der Mensch grundsätzlich gierig wäre, beuten wir unsere Ressourcen aus. Es liegt am GELDSYSTEM!
Nun wäre es doch beim “Zusammenbrechen” gerade richtig für einen Neustart ohne Zinsen! Wie wäre es mit Gebühren? Alternativen gäbe es. (Freigeld, http://www.monetative.ch, usw.)
Bildung sollte den Menschen weiter bringen doch leider werden in unseren Wirtschaftschulen bewusst oder unbewusst “Tiefgründiges” ausgeklammert. Man möchte doch “vorwärts” kommen… da wäre es wieder, das “Macht”- instrument….
Der MoMo Ansatz gefällt mir so oder so. Dies würde dem aktuellen System die Fundamente der “Gratis” Verdienste und Kreditwirtschaft entziehen. Auch die Gedanken von P. Mastronardi zur Demokratiserung des Geldsystems finde ich empfehlenswert…
Das sind Alternativen… Vorschläge was man machen könnte… was zu tun wäre. Alternativen… nicht weniger, nicht mehr… bestimmt aber besser als das was uns heute, dank +30 Jahre Neoliberaler Verblendung, um die Ohren gehauen wird.
Unter dem Link zu Momo finde ich einen Initiativtext, der enthaelt:
“3.Das Gesetz regelt insbesondere
•a. die Abgrenzung zwischen Zahlungsmitteln und Finanzanlagen”
Scheint mir einerseits ziemlich wichtig, wenn die das hier hin schreiben, andererseits unmoeglich.
@Gregor Müller:
Ich stimme Ihre Aussage zu, dass wir ein massives Problem der Einkommensverteilung haben, vor allem dieses Ungleichgewicht der Verteilung spitzt sich zu. Aber die Ursache liegt nicht bei den Banken, welche sie beschuldigt haben, weil die Bank nichts anderes ist, als ein Serviceunternehmen. Das Problem liegt bei der Erbbarkeit des Vermögens, dies führt zur ungleichen Verteilung des Einkommens und Konzentration des Vermögens, ohne die individuelle Leistung für die entsprechende Einkommen erbracht zu haben. Dieser Effekt verstärkt von einer Generation zur nächste, bis das demokratische System zusammengebrochen ist, weil am Ende nur noch ganz wenige das meiste Vermögen kontrollieren, die wirtschaftliche und politische Macht ausüben können, die USA befindet sich heute bereits in dieser Phase.
Das ist auch der Grund warum Warren Buffert die Reichen zum Spende aufgerufen hatte, weil er die Gefahr des Zusammenbruches der ganz gesellschaftlichen System befürchtet, wodurch das Vermögen am Ende alles vernichtet wird.
@Michael Schwarz:
In der “Endphase” – bzw. Vermögensverteilung haben Sie recht. Nur verkennen Sie, dass die Banken eigenes “Geld” schöpfen können, indem sie einfach die “Bilanz” verlängern. Mit Fremdkapital lässt sich das ganze dann noch weiter ausdehen. Es enstehen einfach weitere “Bankinterne Forderungen”, welche aber kein gesetzlich anerkanntes Zahlungsmittel sind. Das ist und bleibt das Bargeld der SNB. Da heute die Zahlungen überwiegend per Bankkontos erfolgt, wird es praktisch zu “Geld”. So entstehen “Werte” aus dem Nichts und diese können die Banken dann auch verlehnen und Zinsen einkassieren. Wenn nun die Kontoguthaben “abgezogen” werden, fällt der “Schwindel” auf, denn es hat zu wenig Geld. Deswegen ist der “Bankenrun” auch so gefährlich und die Nationalbanken musste den Banken mit Krediten aushelfen. Kurz, Banken haben gesetzlich legitimiert das Rcht, “ungedeckte” Checks auszugeben. Private würden eingebunkert, in der Bankensprache spricht man von “Risikomanagement”.
Im weiteren haben Sie noch nicht erkannt, dass Geld = Schulden sind oder umgekehrt und somit für die gesamten Vermögen auch Zinsen bezahlt werden müssen. Diese können nur durch “Mehrwert?” geschaffen werden.
Anderst ausgedrückt der Mensch kann oder darf nicht “faul” sein und muss mehr arbeiten. Soviel mehr, dass die Zinszahlungen geleistet werden können. Da die “Zinseszinsen” exponentiel wachsen, muss auch dementsprechend mehr “geleistet” werden. Um das System zu erhalten wurden in der Vergangenheit die Zinsen gesenkt. Wenn Sie den Zinschart der letzten Jahre beobachten, werden Sie erkennen, dass er gegen 0 tendiert.
Dieser Wachstumszwang entwickelte eine Wirtschaft, welche zwar Werte schafft, deren Lebenszyklen immer kürzer werden. Es wird aufgebaut, ausgebeutet, weggeworfen, was das Zeug hält. Intelligent ist das nicht, vor allem dann, wenn man seine eigenen Lebensgrundlagen beginnt zu zerstören. Und nochmals, nur weil auf dem Vermögen=Schulden Zinsen zu leisten sind. (nebenbei ca. 30-40% des Kaufpreises)
Gesättigte Märkte, knappe Ressourcen, Überkapazitäten sind die Folgen. Man weiss schon gar nicht mehr wohin mit dem Geld – eine weltweite Liquiditätsfalle hat sich aufgebaut. Kaschiert wurde die Situation durch Erzeugung von “Blasen”. Z.B. die US- Immoblase, bei der sich viele ihr hart erspartes Kapital “fehlinvestierten” (Pension Ade?). Man hatte oder brauchte ja Wachstum auf “Diabolo” komm raus. Heute sind ist es die “Derivateblase”& …
Abschliessend:
Wenn der Mensch nicht via Geldsystem (Fiat-Money = es werde Geld) als “Zinssklave” potenziert Mehrwert zu schaffen hätte, fehlte es ihm auch nicht an Geld und er könnte “genügsam” werden. Das ist nämlich der andere Ansatz zu Gier. Wer ständig systembedingt weniger ha, muss folglich “fürchten”, dass ihm etwas weggenommen wird. Etwas salopper ausgedrückt, Konkurrenz wird künstlich erzeut, da die unsichtbare Hand ihm stetig etwas wegnimmt. Wer dann bald nichts mehr hat, wird gezwungen sein, seine “Oma” zu verkaufen… und “unmoralisch” zu handeln.
Das wäre der sogenannte SACHZWANG!?
Begründet wird diese System damit, dass es unwahrscheinlich Fortschritt schafft. Dies bedeutet aber mit Nichten, dass es ein Glückliches und vor allem NACHHALTIGES Leben schafft. (Wer kennt das Spiel nicht? : 5 Kinder kreisen um 4 Stühle, um auf den Gong sich hinzusetzen? Das Jagen nach dem “Mammon”…)
Es ist doch eigentlich eine “Perversion”, dass Unfälle, Naturkatastrophen, Krankheitsfälle usw. das Bruttosozialprodukt erhöhen und WACHSTUM bringen, das wir so bitter nötig haben. Da lob ich mir all die “Burnouts”, die Zersiedelung der Landschaft, Umweltsünden, Atomkatastrophen!? Da kann man Geld verdienen. Zudem darf ich schon heute Land auf dem Mond verkaufen, mit CDS mehrfach auf Ausfälle von z.B. Obligationen wetten, welche ich ich gar nicht besitze.
-> Grundsätzlich ist alles ein “Verteilungsproblem”. Wäre das bedingungslose Grundeinkommen Realität, könnte man das “System” auf der persönlichen Ebene entschärfen. Nur hat man damit die Ökonomisierung des Lebens noch nicht Einhalt geboten. Es lässt sich eben nicht alles in Form von Geld ausdrücken – verkaufen. Bildung wird zum Produkt, Musse wird zum Produkt. Verpackt in eine “Scheinqualität”, “Scheingenauigkeit”, “Scheinbgriffe”… welche die Medien und die Gesellschaft einem eintrichtern.
Eine unbequeme Wahrheit, eben und der Schutzmechanismus der Verdrängung – Unterhaltung funktioniert gut.
Wir haben die Wahl den Absprung zu schaffen.
Langsam glaube ich nämlich, dass die Menschen früher reifer und gebildeter waren, als wir in der heutigen Zeit. Damals gab es ein Zinsverbot und unerklärlicherweise wurde das Wissen oder diese Weisung zum Vergessen gebracht!? Selbst im Vatikan hat man keine “Gelehrten” mehr zu diesem Thema. Als darwinistischer Ansatz wäre es das “Potenteste” System, das die anderen überlebt hat. Doch Darwinismus kennt eben keine Selbstregulatorien und wenn das System kippt, ist’s einfach aus. Restart the System.
Für meine Kinder wünsche ich aber, dass wir erkennen, dass wir dieses entschleunigen müssen, bevor wir unsere Lebensgrundlagen zerstören.
Weg mit der Zinsknechtschaft hin zu einem sinnerfüllten Leben. Konsum ist zwar schön, aber nicht Lebenszweck.
Auf zu Alternativen.
@Gregor Müller:
Bitte lesen Sie den Artikel von Hr. Straumann, er hat den Prozess der Geldschöpfung der Bank von ca. einem Jahr geschrieben. Die Ausdrehung der Menge kann nur eine Zentralbank, die Privatbanken können bis zu der Grenze der gesetzlichen Reserve die Geldmenge ausdrehen, dann ist schloss, deshalb benötigt man das neue Regelwerk des Basel III, es beschränkt den Banken die Möglichkeit der Geldschöpfung.
@Gregor Müller:
Mit Ihren restlichen Aussagen stimme ich zu, mit der Ausnahme Ihres Verständnis der Geldschöpfung.
@Michael Schwarz: Nun ja, Sie haben sicherlich recht, wenn Sie sagen, der Geldschöpfungsprozess der Banken ist geregelt. Doch wie steht es mit den Sicherheiten, welche die Bilanzen vergrössern? Wenn ich an die Verbriefungen denke, wer garantiert mir deren “Preisstabilität”, wieviel Spekulation ist darin enthalten? Lässt man den Banken da nicht zu viel Spielraum? s. Vergangenheit? &wenn Banken im Derivatemarkt “mitmischeln”, entstehen daraus nicht ein “Haufen neue Forderungen”, die man wieder verkaufen kann? Dehnt denn “so etwas” die Geldmenge nicht aus? Fremdkapital?
Kurz gesagt: Umgehen die Banken diesen Reservesatz nicht, um mehr “Geld” zu schöpfen und die Gewinne zu maximieren?
@Michael Schwarz: Zum Thema Geldschöpfung lesen Sie doch bitte folgenden Artikel (http://www.zeit.de/2011/21/CH-Nationalbank-Kredite) Da schreiben zwei altgediente, unabhängige Professoren. Warum sollten diese ein Märchen auftischen, wenn sie keine erklärbaren finanzbereicherungsabsichten haben? Es bleibt dabei – Geld aus dem “Nichts”…
@M.Schwarz; ich finde das angesichts der sich ausbreitenden Weltweiten und auch Europäischen Armut, prekären Beschäftigungsverhältnissen, den working poor, den seit mehr als 2 Jahrzehnten flach verlaufenden Lohnkurven vieler Angestellter, der exzessiven Bonistrukturen, den Milliardenbeträgen die jährlich für Dividenden und Aktienrückkäufe verwendet werden, der Straflosigkeit ruinöser Spekulationsgeschäfte, dem immer frecheren Griff in das Steuersubstrat, der konsequenten Ausnutzung von Steueroasen für eine Handvoll privilegierter, den Bankrotterklärungen diverser Nationalstaaten…
Ja das in Betrachtung dessen die Vermögensverteilung, die EInkommensverteilung bereits vor Jahren ein zumindest moralisch-ethisches Zenit erreicht hat und in einen Sinkflug übergegangen ist…
@Urs:
Das Problem der Einkommen- und Vermögensverteilung sind nicht mehr nur reine moralisch-ethische Frage, das wäre noch harmlos. Diese Frage ist systemrelevant, wenn die Verteilung des Vermögens, diesbezüglich der Möglichkeit der Generierung des Einkommens, so verschoben sind, das zum Zusammenbruch des Finanzsystemes, bzw. der ganzen Gesellschaft führen wird. Dies zeigt auch das Versagen der Sozial- und Wirtschaftspolitik in den Industrieländern.
Richtig Herr Schwarz, vielen wird erst langsam in der Dämmerung des westlichen Finanzmonopols bewusst, dass wir es hier mit mehr als einem Versagen des Kapitalismus zu tun haben. Es wurde mit der Ideologie des Sozialdarwinismus eine Verbrecherlobby am Wertpapierhandel aufgebaut ,die heute selbst im Psychotest der Uni St. Gallen als rücksichtsloser und egoistischer erscheint als Psychopathen in Sicherheitsverwahrung im Vergleichstest.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788232,00.html
Im Bereich der Geldbewirtschaftung, so denke ich, ist die Gesellschaft derart über Jahre verführt worden, dass die Krankheit sich fest in Politik und Gesellschaft einbrennen konnte. Psychopathischer Börsenhandel kann auf vielen Internetseiten Werbewirksam gespielt werden, niemand nimmt daran Anstoss.
Es wurde so tief eingebrannt wie Autofahren, so dass erst ein völliger Kollaps des Systems dem Schrecken ein Ende bereiten kann und das Bewusstsein für diese Art Handlung als Verbrechen sichtbar wird. So erging es übrigens in der Vergangenheit Gesellschaften immer wieder, das Bewusstsein kommt erst wenn sich das Trugbild auch für den Hinterletzen als Unglück materialisiert. Aus diesem Grund wird immer wieder über Kollektivschuld gestritten.
Ja, da hat der gute Bankier recht. Aber bis sich die Erkenntnis durchsetzt und alle Machtkämpfli über die Bühne sind, wird es noch viel Leid und Ärger geben. Und die ganzen Begleiterscheinungen dazu wie Chaos Arbeitslosigkeit Kriminalität und Stress. Das kostet uns extra. Verantwortliche werden dann nur wenige gefunden. Das war früher schon so und ich sehe kein Grund, warum das heute anders sein soll. Das System funktioniert nicht wirklich und wird es auch nie. Aber solange wie die Leute hoffen und Träumen wird es wieder einen Neuanfang geben ohne Änderung. Wie beim Lotto auch.
Aus lauter Angst falsche Entscheidungen zu treffen schieben die Politiker die Entscheidungen vor sich her. Dabei wäre es besser eine falsche Entscheidung zu treffen, die korrigiert werden werden kann, als keine.
Was würde Somäry, der im gleichen Monat und gleichen Jahr und im selben Ort gestorben war wie ich damals geboren wurde, heute sagen?
Ich sage, die westliche Welt, Europa schaffte es immer wieder sich selbst auf einen kulturellen Höhepunkt zu bringen, vorangetrieben durch Idealvorstellungen und Utopien die auf eine tiefe Depression und Kriege folgten. So war es mit den Kreuzzügen, so war es mit der französischen Revolution und so wird die Demokratie auf ihrem weltpolitischen Höhepunkt kollabieren. Die Demokratie wird unter der Last des Marktes zusammenbrechen, was die UDSSR in die Knie gezwungen hatte, der liberale Kapitalismus, wendet sich nun gegen seine Schöpfer. Noch nie gab es so viel Vermögen, noch nie so viele Produktionsmittel um eine breite Masse materiell zu befriedigen. Trotzdem, gerade die Effizienz des Finanzsystems, die sich im kalten Krieg formuliert hatte, fordert nun die Demokratie zur Aufgabe gegen eine ominöse “Wirtschaftsregierung”. Der Markt vernichtet nun alles was sich ihm in den Weg stellt, und sarkastisch ist anzumerken, am wenigsten Widerstand gibt es nn gerade dort, wo sich die grössten Widerstände gegen Demokratie formieren. Der Fall der Wallstreet wird ähnlich dem Fall Konstantinopels, den westlichen Westen und den östlichen Westen isolieren und finanziell erdrücken. Wie damals die Reichen in Konstantinopel gegen Rom, so werden Uneinigkeit vorherrschen über das Glaubenssystem, welches diesmal allerdings nicht religiöse Dreifaltigkeit und ein solches Schisma betrifft, vielmehr ein ökonomisches Glaubenskonstrukt mit dem Namen wirtschaftsliberaler Kapitalismus. Zwischen Ökonomen Ost und Ökonomen West wird Uneinigkeit im Vorgehen herrschen, weil der Westen seine wahren Ziele verloren hat, genauso wie die französische Revolution bei falllenden Guillotinen den Grund aus den Augen verlor, warum man die Könige absetzen wollte. Jeder Politikwissenschaftler weiss, dass Demokratie nur dann Erfolgreich ist, wenn die Wähler spüren allen geht es um gerechte Verteilung. So steht nun aber Kapitalismus gegen Demokratie, weil der Kapitalismus mit sozialdarwinistischem Excess vorangetrieben wurde, um den kalten Krieg zugewinnen. Man hat ihn aber nur kurz gewonnen, denn nun kehrt der Bumerang in weitem Bogen zurück um unsere Demokratie zu zerschlagen.
Ich haber aber keine Lust unter die Räder zu kommen blos weil eine Handvoll Blinder den Weg nicht mehr findet und eine Handvoll Taube schon lange nicht mehr zuhören können und eine Handvoll Stumme schon lange nicht mehr viel relevantes zu sagen hat…
Wo bleibt meine Selbstbestimmung? Mit den Mitteln die mir, und vielen anderen heute zur Verfügung stehen, reicht es wohl auch nicht mit der viel gerühmten Eigenverantwortlichkeit da ja relevante Bestandteile des Lebensumfeldes dies nicht zulassen. Ebenso relevante Bestandteile werden durch Legislative und Exekutive in ziemlich eng definierten Bahnen gehalten… Blos meine Freiheit als Konsumierender ist beinahe Grenzenlos, ja es wird jedem der möchte sogar mit Krediten auf die Sprünge geholfen…
Eine Umdrehung, oder Umgangssprachlich, Revolution… wo wird die hinführen? Wer leitet diese ein und wer übernimmt die sich ziellos drehende Gesellschaft mit welchen Absichten? Geschichte wird im Allgemeinen vom Sieger geschrieben und von daher sind wohl die “alten Geschichten” der Wahrheit bzw. den Lebensumständen der Verlierer nicht immer sehr nahe…
EIn brillianter Kommentar. Ich war schon immer der Meinung, dass sich die gegenwärtigen Entwicklungen am besten mithilfe der historischen Perspektive erklären lassen können, Ihr Beitrag bestärkt mich.
@Andreas Müller
Die staatskapitalistischen Oststaaten waren schon in den 50er Jahren vom Superkapitalismus abgehängt worden und konnten in den folgenden drei Jahrzehnten sich nur mit Tricks und Propaganda über Wasser halten. Für Westeuropa und Amerika war der eiserne Vorhang auch ein eiserner Schutz vor Billiglohnkonkurrenz und ein billiger Vorwand um die eigene Bevölkerung zu kontrollieren. Als dann der staatskapitalistische Spuk vorbei war, mussten gerade die Amerikaner neue Feinde (hey Jungs! Wie wärs mit einem neuen Kreuzzug gegen die Ungläubigen?) kreieren, damit ihre gigantische Militärmaschine (welche auch eine gigantische Jobmaschine ist) nicht zum stottern kommen würde. Westeuropa befand sich zu diesem Zeitpunkt im Taumel der Wiedervereinigung, welche grosse Investoren zu einem gewaltigen Raubzug animierte.
Nachdem man den Osten geplündert hatte, sollten noch die südlichen Nachbarn dran glauben. Man musste nur gewaltige Kredit- und Immobilienblasen kreieren und die südlichen Freunde mit Transferzahlungen und Prestigegewinn locken. Nachdem nun diese Blasen platzten und die Staaten sich bei ihren Rettungsaktionen heillos übernommen hatten, konnte man nun das letzte Ziel in Angriff nehmen um den Superkapitalismus zu retten. Denn nur in einer Krise gewaltigen Ausmasses, kann man unter dem Deckmantel von “Sanierung der Staatsfinanzen” und “Haushaltsdisziplin” den Arbeitnehmenden ihre hart erkämpften Rechte massiv beschneiden und somit die Profitabilität des Kapitals wieder garantieren. Hier liegt nämlich der wahre Knackpunkt des Systems. Nicht vom verarmten Arbeiter (welcher eine Hungerrevolte bald startet) droht dem Kapitalismus vorerst der Todesstoss, sondern von der immer kleiner werdenden Profitrate des internationalen Kapitals, welches nicht mehr weiss wo es sich noch hinflüchten soll um keinen massiven Wertverlust zu erleiden. Das Dilemma des Kapitals kann nur dadurch kurzfristig gelösten werden, indem die Herrschenden die noch vorhandene Arbeit (und sie nimmt stetig ab) noch günstiger fürs Kapital einsetzen. – Dies kann aber nur dadurch erreicht werden, dass die sozialen Netze zerschnitten werden und der Staat sich wie im 19. Jahrhundert wieder auf seine Nachtwächterrolle konzentriert. Die List der Geschichte wäre, dass der Kapitalismus dadurch tatsächlich sein eigenes Grab schaufeln würde, um sich kurzfristig über Wasser halten zu können.
Ueli, vielleicht gibt es die Chance dass der Kapitalismus zusammenbricht ohne dass die Menschen an Wohlstand einbüssen, ja sogar hinzugewinnen. Nehmen wir an in Europa kommt es zum Kollaps der Banken, Geld würde wertlos. Aus meiner Sicht wäre die gesamte Produktion völlig ohne jeden Euro möglich, würde vermutlich sogar besser und effizienter laufen als vorher. Es benötigt weder Kapitalismus noch Kommunismus um die Produktion und den Handel durchzuführen. Es benötigt lediglich ein paar helle Köpfchen um diese Angelegenheit zu organisieren. Geld ist ein sozialdarwinistischer Regulator, genauso gut könnte aber ein demokratischer Regulator (ökonomisch -soziale Regulation anstelle von Geld) das Netzwerk der Produktion handhaben. Auch eine Demokratie kann leistungsfähige Menschen belohnen oder Unwillige bestrafen, dazu ist Geld nicht notwendig. Wir haben eine Überproduktion, dies ist der richtige Umstand um das Übel “Fiat Money” in die Wüste zu schicken.
@Andreas Müller
Bei einem Bankenkollaps wird das Geld nicht automatisch wertlos und der Kapitalismus wäre auch noch nicht am Ende seines Lateins. Viel entscheidender wird sein wie die Bevölkerung in den nächsten Monaten und Jahren auf die gewaltigen Staatspleiten reagieren wird. Leider sehe ich neben einer grossen Chance auch eine grosse Gefahr lauern. Der Faschismus der 20er bis 40er Jahre des letzten Jahrhunderts war eine Variante des Schreckens. Der Neofaschismus des 21. Jahrhunderts wird wohl anders aussehen – nichtsdestotrotz wäre damit das Ende der Menschheit besiegelt. Mit Atomwaffen geht das heute in ein paar Minuten bis wir wieder in der Steinzeit landen. -
Übrigens ziehe ich den Hut vor ihnen, dass sie sich überhaupt eine Welt ohne Geld vorstellen können -
Urs, eine Welt ohne Geld kann ich mir vorstellen, weil es diese nicht monetarisierte Welt bereits gibt. “Die Sichtbarmachung dieser Lebensbereiche kann uns zu neuen Visionen inspirieren und den politischen Diskurs ebenso wie die gesellschaftliche Realität verändern.” (Nicole Lieger, Juli 2007). Einige Wissenschaftler hatten mir bereits 1995 vorgerechnet, dass wir ohne das Geldsystem pro Woche lediglich noch durchschnittlich 8 Stunden arbeiten müssten. Den anderen Rest der Woche verbringen wir damit, virtuelle Vermögen aufzuschichten. Dieses Ungleichgewicht hat bewirkt, dass die Wertschöpfung der Banken gegenüber der Realwirtschaft ins unerträgliche angestiegen ist, eine Reichen Oligarchie entstanden ist, dass der Welthunger nicht besiegt werden kann und dass die Demokratie unterhöhlt wird.
Kleine Korrektur: Den anderen Rest der Woche verbringen wir damit, virtuelle Vermögen UND SCHULDEN! aufzuschichten
Die Frage ist, wie lange wollen wir unser Schicksal noch von Menschen steuern lassen die schlimmer als Psychopathen sind? Wenn Sie den Faschismus ansprechen, er war wohl bereits das letzte Mal eine verstörte Reaktion auf den absurd sozialdarwinistischen Umgang mit Geld.
Gemäss einer Studie (ausgerechnet aus St. Gallen) sind Aktienhändler schlimmer als Psychopathen:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788232,00.html
“Sie verhalten sich jedenfalls noch rücksichtsloser und manipulativer als Psychopathen.
Untersucht wurden Kooperationsbereitschaft und Egoismus von 28 Profi-Tradern. Die Probanden mussten Computersimulationen durchspielen und sich Intelligenztests unterziehen. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen des Teams um Pascal Scherrer und Thomas Noll, Forensiker und Vollzugsleiter des Schweizer Gefängnisses Pöschwies nördlich von Zürich.
Ich bin sicher, würde man noch das Profil von Joe Ackermann, Grübel und Andere vergleichen, so kämen Forensiker noch zu weit schrecklicheren Ergebnissen, ich schätze deren Rücksichtslosigkeit noch höher ein.
@Andres Müller
Die Webpage der Frau Lieger ist ein guter Tip für die Einstiegslektüre in “Solidarökonomie”. Für eine Vertiefung des Themas empfehle ich die page von streifzüge.org.
Herr Müller, Sie haben natürlich Recht mit der Behauptung, dass es den nichtmonetarisierten Bereich schon längstens gibt. Bei näherer Betrachtung wäre die monetarisierte ohne die nichtmonetarisierte Ökonomie überhaupt nicht lebensfähig. Trotzdem wird von unserer Gesellschaft vorwiegend die Arbeit gegen Geld als “wichtig” und “sinnvoll” erachtet. Der Kapitalismus hat die sinnlosesten und schädlichsten Tätigkeiten in Geldmaschinen verwandelt. Erinnern wir uns daran um was es in diesem System überhaupt und ausschliesslich geht: Profit! Die Menschen, die in diesem ökonomischen Wahnwitz tagtäglich ihr Einkommen generieren müssen, erfahren sich mehr und mehr als Automaten, welche an beliebigen Schaltstellen des unüberschaubaren Produktionsprozesses sitzen und auch permanent ersetzt werden können. Die Arbeit wird zu einer mühsamen Pflichtübung, welche schon lange nicht mehr nur wegen Deckung von Grundbedürfnissen betrieben wird. Der moderne Mensch hechelt dem Prestige und der Anerkennung hinterher, da seine innere Leere, die auf sein Automatendasein zurückgeführt werden kann, so sich besser ertragen lässt. In Wahrheit macht er sich vollkommen abhängig vom Urteil der anderen und wird sich selber immer mehr entfremdet. Depression, Apathie, Asozialität, blinde Wut und Unterwürfigkeit sind die bekannten Folgen.
Wir könnten schon längstens in einer Welt leben in der die Menschen das Kapital dirigieren und nicht umgekehrt. Vor 150 Jahren war dies ökonomisch noch nicht möglich, heute ist es ironischerweise psychologisch nicht möglich. Das Kapital hat die Menschen so sehr sich angeglichen, dass sie sich schlichtweg keine andere Welt mehr vorstellen können. Der real existierende Sozialismus hat dann letztlich noch jeder Hoffnung auf Veränderung den Todesstoss versetzt.
Als Erinnerung für alle Glamourgetriebene aus dem Banken- und Medienmillieu sei hier auf folgende Quelle verwiesen:
http://goo.gl/mjmG5 (Beitrag von Stephan Moser ab S. 85)
Wenn einmal Dr. Rudolf Steiner ernstgenommen wird, werden solch asoziale Situationen, wie im Banking jetzt , nicht mehr vorkommen. Das ist alles purer Egoismus und kaltberechnete Geldgier. Man studiere seine sog. Sozieale Dreigliederung und merkt, dass um 1920 herum ein Doktor der Philosophie daraufhin gedeutet hat, dass wenn wir so weiterdenken, wie eben 1920, die Welt in Kriegen untergehen MUSS!… (dann folgte der 2. Weltkrieg). Das Denken hat sich nicht geaendert! Wir stehen vor unglaublichen Katastrophen! Wer arbeitslos und hungrig wird, wird nicht mehr ruhig bleiben. Die momentanen Jugendkrawalle (ohne politische Richtung) sind Anzeichen der Verwirrungen, die im Banking genau so ‘zuhause sind’ wie bei der Jugend. Banking ohne Fuehrung ist genau das selbe wie ein Tank ohne Fuehrer. Es darf das Banking nie zur Theorie werden, weil es mit den grundlegenden Lebensbedingungen zu tun hat: Essen, Bekledung und Wohnen. Wenn diese drei Grundnotwendigkeiten (dann Arbeit) gefaerdet sind, entstehen Revolutionen. Wir sind ganz nahe am Zusammenbruch wo Hunger, Kleidung und Heim gefaerdet werden.
@Ferdinand Vondruska
Lese ich Ihren Kommentar, sehe ich eher meine persoenlichen Freiheitsrechte als mein Hab und Gut in Gefahr. Wollen Sie mich zwingen, wie Rudolph Steiner zu denken?
Andres Müller sagt: (Der Franken und das Gold)
20. August 2011 um 17:29
Mag euch zwar vielleicht als Verrücktheit vorkommen, aber wenn ich Hildebrand wäre würde ich den Schweizer Franken an Silber binden.
Da haette die Nati gestern aber heftig Silber kaufen muessen!
Warum Herr Toan, sie begehen einen kuriosen Denkfehler. der Franken wäre nun um ca. 25% abgewertet worden gegen US$ und Euro ohne dass die SNB auch nur einen Finger hätte krumm machen müssen.
Ich hatte nicht gefordert den Franken an den Euro zu binden, sondern an Silber!
Silber ist eine sehr interessante Zwitter-Deckung, bei weltweiter Rezession sinkt der Preis infolge dessen Verwendung in der Industrie, sehr praktisch bei einer auf Export ausgerichteten Industrie wie der Schweiz. Silber kann zugleich aber nicht unter jenen materiellen Wert sinken die auch eine Wirtschaft in der Rezession verbraucht und als Anlage zur Sicherheit gegen Inflation, Hyperinflation ist ausgeschlossen. Lediglich die Volatilität ist gross, aber die könnte durch die SNB für die Schweiz leichter reguliert werden als mit Papiergeld. Hätte die SNB auf Silberstandard gesetzt, dann wäre im Übrigen der Silberpreis nicht so stark volatil nach unten getrieben worden. Die Überlegung ist aber gefährlich , weil der IWF ihren Mitgliedern Edelmetallstandard verbietet.
Der Silberpreis macht ueber ein paar Tage erratische Zuckungen. Das eignet sich zur Integration spezifisch Geforderter, Epileptiker eigen sich dann als Notenbanker.
Das kommt davon wenn man die Welt aus der Froschperspektive betrachtet @Toan.
Wer sämtliche verfügbaren Werte im Auge behält, der kommt zu einer anderen Analyse, denn praktische alle Rohstoffe wurden in den letzten Tagen in Liquidität verwandelt, bis hin zu Mais und Puderzucker
Das ist weniger eine Zuckung der Edelmetalle als ein akuter Liquiditätsnotstand des Fiat Money Systems in USA und Europa. Mit anderen Worten, hier zuckt vor allem Papiergeld, wenn es ihnen auch im Moment so erscheint als wäre das Günstig für ihren nächsten Einkauf.
PS: In der berühmtesten deutschen Bankerfamilie Fugger gab es Epileptiker genauso wie zum Beispiel Cäsar, Alexander der Grosse, Leonardo da Vinci, George Friedrich Händel, Paganini, Alfred Nobel usw.
Ein Notenbanker der unter Epilepsie leidet wäre für mich weniger ein Problem als dort eine Billigbuchhaltung zu führen.
@Andres Mueller: Siber heute Eroeffnung etwa 12% Verlust in allen Waehrungen zu allen anderen Werten die ich beoabachte mehr oder weniger auch, Gold aehnlich aber wie zu erwarten weniger volatil. Wie erklaeren Sie sich uebrigens, wenn es doch nur Zuckungen des Fiatgeldes sind, dass Silber vielvolatiler als Gold ist? Dunkle Machenschaften im Hintergrund?.
Ich kenne intelligente, nette, lustige, anstaendige Banker, wirklich interessante Banker kenne ich keine. Banker sind grau, spiessig, nuechtern und langweilig. (Liebe Banker, Ihr duerft das Gleiche ueber Buchhalter/Revisoren sagen, die sind noch schlimmer.) Banker sind der Inbegriff der “grauen Mauese” (Noll/Bachmann: der kleine Machiavelli): Grauer Anzug, bestenfalls eine etwas grelle Krawatte, Haus, Ferienhaus, Mercedes, am Sonntag Nachmittag Harley mit Lederjacke (Bogner), Rolex oder Piguet Royal Oak, Frau und Kinder Photo auf dem Schreibtisch, Philippina, Golfclub, Tennisclub.
(Reuters 21.01.2008) – “Rock star Lou Reed took a walk on the not-so-wild-side on Monday when he played a private concert for a group of Parisian financiers.” und “Several bankers could be seen typing into their Blackberries and poring over data before Reed took to the stage.”
Der einzige Banker mit ein wenig Charisma, ein wenig Differenzierung von seinen Berufskollegen, den ich vielleicht gerne mal treffen wuerde, ist Frank Quattrone (kein Schweizer) und @Hampi.
Essen gehen wuerde ich aus der CH-Wirtschaftswelt am liebsten mit Andre Kudelski. Oder Segeln/Bergtour mit Bertarelli.
@Anh Toan
Vielen Dank für das Kompliment, das übrigens aufrichtig auf Gegenseitigkeit beruht.
Leider ist das „Image“ des Bankiers so tief gesunken, dass ich mich lieber als „Spekulant“ sehe
Unerträglich, das arrogante Geschwätz von @Hampi und @Antoine, den zwei “Mitgliedern” einer höheren Kaste, die sich als Blutsauger betätigen und daraus ihren Stolz und ihr Selbstbewusstsein ziehen.
“I’m going straight to the top
oh yea, up where the air is
fresh and clean”
Tom Waits: straight to the top (Sie moegen vermutlich die” Vegas” Version bei Youtube)
Ich mag Tom Waits nicht. Er ist auch ein Blender in raffiniertem Kostüm.
Lieber Herr Hampi, “Destruktive Dynamik im Handelsraum”, das schreibt nun selbst die NZZ über Spekulanten.
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/destruktive_dynamik_im_handelsraum_1.12641170.html
Ob es für Sie empfehlenswerter ist sich als Spekulant zu sehen denn als Banker, bezweifle ich
Wissen Sie, am 24.09.2011 hat die US-Regierungskommission für Finanzmarktstabilität (mit der Bernanke-Rede) die Chicago Terminbörse angewiesen eine Erhöhung der Sicherheitsleistungen für bestimmte Rohstoffe wie Gold und Silber bekannt zu gegeben, und zwar um gewaltige 21% (Gold) Silber (16%)! Kurz darauf erfolgte der Abverkauf von Rohstoffen und Aktien, bis hin zum Mais. Kurz vorher lag der US-Dollar noch vor einer Crash-Trend-Marke.
http://marktorakel.blogspot.com/2011/09/neue-margin-hikes-bei-silber-und-gold.html
Was ich damit sagen will Hampi, wer hier noch mitmacht ohne einem solcherart manipulierten Markt den Rücken zu kehren ist kein Spekulant, vielmehr ein Mitläufer bei einem abgekarteten Spiel.
Die Terminbörse kann übrigens diese Gebühren nur noch um 10% erhöhen, ansonsten bricht der Handel mit Rohstoffen völlig zusammen. Die US-Regierung versucht Fiat Money zu retten, indem sie aber eine Deflation auslöst und den Banken so ein wohl (vor)letztes mal ermöglichte sich Liquidität zu beschaffen.
Das Spiel findet so offensichtlich mit gezinkten Karten statt, dass man nun behaupten kann, der Kapitalismus tritt in die letzte Phase. Das letzte Aufbäumen des Marktes ist von krimineller Börsen -Manipulationen der abdankenden Supermacht USA begleitet, welche die immer höheren Handelsgebühren einstreicht. Doch das wird ihr nicht mehr lange nutzen oder möglich sein.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten, die Rohstoffe fallen noch weiter zusammen (was darauf hindeuten würde dass der Spekulationsmarkt (der kein freier für den Kleinanleger mehr ist) das Spielchen der Regierung noch mitmacht und auf Bernanke vertraut, oder dann wird der Abwärtstrend demnächst gestoppt und Edelmetall wieder gekauft. Im letzteren Fall stehen wir unmittelbar vor der letzten Phase der Fiat Money -Krise, dem gemeinsamen Crash von US$ und Euro, dem Zusammenbruch des (westlichen) Weltfinanzsystems. Falls dies eintrifft Herr Hampi, dann würde das von ihnen beklagte Image des Bankers wohl noch weiter leiden.
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Welche Art Operationen sind notwendig. Ich würde das gerne verstehen, erkenne jedoch darin weder eine substanzielle Antwort noch glaube ich, dass sein Beobachtungen, Erfahrungen und Wissen auf aktuelle Zustände übertragbar ist. Geht es doch viel mehr nicht um das konventionelle Handwerk einer einfachen Bank, als vielmehr um Macht, territoriale Ansprüche, dogmatische Haltung, Hochfrequenzhandel und anderes.
Also ich bitte um Aufklärung; welche Art Operationen sind notwendig und kommen sie mir nicht mit Führerqualität in Zeiten wo die Völker weltweit erstens keine Führer wollen, sonder Wahrheit und Staatenbündnisse mit nationalen Stimmen sprechen und nicht mit einer!
Haette Kohl die Wahrheit ueber die Kosten der Wiedervereinigung gesagt, gaebe es den eisernen Vorhang vielleicht noch. Im Gegensatz zu Kohl, eine Politikerin, die sich dadurch auszeichnet, keine groben Fehler zu machen, auf Angriffe geschickt reagiert, jedoch keine Fuehrerin, keine Macherin, keine Durchsetzerin. Es ist offensichtlich, dass die europaeische Politik wie ein Huehnerhaufen gackern durcheinanderrennt, genauso wie dass die Regierungschefin des groessten Zahlers hier die Fuehrung uebrnehmen muss. Sie muss zuruecktreten oder die Bedingungen fuer Deutschlands Zustimmung zu Eurobonds formulieren, oder einen Plan fuer die Wiedereinfuehrung der DM machen. Sie ist nicht Teil der Loesung, sie ist Teil des Problems, ohne ihre Position (Kanzler) waere sie nur Landschaft. In diesem Sinne fehlt Fuehrung der Politik.
Sorry, das beantwortet die Frage nicht. Sie schreiben am Thema vorbei. Herr Straumann berichtet hier über einen Banker und stellt eine Antwort in den Raum, die angedacht wird aber keinerlei präzise Information bietet. Ich sehe, dass die Politik vor der Verlautbarung drückt, den europäischen Angestellten offen zu erklären, was mit ihren Geldern in den Rentensystemen und Sozialkassen passiert ist, nicht passieren wird sondern passiert ist!
Natürlich kann man Eurobonds recht schnell einführen. Kein Problem.
Aber jetzt, wo der Winter kommt, schiene es mir klüger, die Scheinchen zu Heizzwecken zu verwenden. Macht einfach mehr Sinn.
Denn Eurobonds sind zwar schön und gut; und würden die Situation zweifelsohne (wieder einmal für einen kurzen, oder in diesem Fall sogar mittleren, Moment) beruhigen.
Aber wer ahnt, wie in über der Hälfte der Euroländer mit den Geldern aus Brüssel umgegangen wird; wer sieht, wie vollkommen sinnfrei (ausser zur persönlichen Bereicherung natürlich) Förderungen in frisierte Projekte fliessen, die gutgläubigst von Brüssel allimentiert werden, der müsste schon arg naiv sein, um zu glauben, das dieses Geld nicht einfach auf Nimmerwiedersehen verloren ist Ohne zuvor eine gemeinsame Rechts-, Transparenz- und Zivilgeselllschaftskultur aufgebaut zu haben, sind Eurobonds Wahnsinn. Absoluter Wahnsinn.
Die Unterschiede zwischen Nord und Süd, Ost und West noch immer von geradezu galaktischen Dimensionen. Dies zu ändern hätte die vordringlichste Aufgabe der EU sein müssen, der man sich am Intenstivsten hätte widmen müssen. Statt dessen hat man sich von denn grössten Profiteuren (die auch auf schnelle Erweiterung drängten) einreden lassen, dass es der Markt schon richte. Also der mit den grossen Blasen!
Husch, husch in der Krise ist diese Harmonisierung – man denke nur an die Rechtsangleichung, die durch all die nationalen Parlamente müsste – überhaupt nicht zu bewältigen.
@Eron Thierse: Mein Kommentar betrifft Ihre Aussage, dass die Welt keine Fuehrer will.
Mein Kommentar geht an Frau Merkel und betrifft das wichtigste Thema ueberhaupt:
Entweder Bedingungen Deutschlands fuer Eurobonds formulieren, oder den Austritt Deutschlands aus der Eurozone bekannt geben, oder zuruecktreten. Alle drei Wege waeren fuer die Welt besser als zoegern! Up2u!
Sie haben weniger Franken in Ihren Rentenanspruechen, der Franken ist aber mehr wert. Ziehen Sie in den Sueden im Alter, ist ohnehin besser fuer die Knochen!
Herr Thiersen, sofern Sie ihre Rentenanlage über Vermögensverwalter an den Börsen anlegen (müssen), so ist ihr Geld in allerhöchster Gefahr. Offenbar, so eine eben neu eingegangene Studie der Universität St. Gallen, sind Wertpapierhändler schlimmer als Psychopathen, sogar egoistischer und gefährlicher als die Vergleichspersonen in der Strafanstalt Pöschwies. Sie nehmen höhere Risiken in Kauf und versuchen Andere zu schädigen. Ich denke bei vielen Politikern ist das ähnlich, ihnen ist die Gefahr die über den Rentenanlagen liegt egal. In der BVG-Kommission wurde ja bekanntlich jährlich wiederholt entschieden, dass die Zockerei über die Händler mit solcherart Risikobereitschaft munter weiter gehen soll.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788232,00.html
Es ist zu befürchten dass wir alle unsere Renten verlieren werden, denn diese bereits hochgradig psychopathischen Händler unterstehen Chefs und einer Lobby, für die egoistisches riskantes und sozialdarwinistisches Vorgehen in Fleisch und Blut übergegangen ist. Es entspricht ja auch immer mehr der Stimmung in der Politik auf Kosten der Bürger das Spielkasino des Schreckens mit allen Mitteln zu decken, Intransparenz und verdeckte Operationen gehören nicht erst seit den CIA-Flügen zum Handwerk der oligarchischen international organisierten Schattenregierung.
@Andres Müller
Entschuldigen Sie wenn ich mich noch mal melde, aber ich glaube sie machen einen kapitalen Fehler wenn sie die Schuld personalisieren – a la “die psychopathischen Händler sind an allem Schuld”. Da machen sie sich es zu einfach.
Es ist ja gerade die Schizophrenie des Systems, dass gerade Rücksichtslosigkeit und blanker Egoismus permanent belohnt werden, da wir in einer totalen Konkurrenzgesellschaft leben. Ein krasses Beispiel für ein nichtvorhandenes Schuldbewusstsein beim “Führungskader” war sicherlich der Eichmann-Prozess. Auch die verantwortlichen Manager in Industrie und Politik sehen sich eben nur als ein kleines Rädchen im Getriebe und übernehmen für “das kollektive Versagen” sicherlich keine Verantwortung. Der Aktionär eines lukrativen Rüstungsunternehmens sagt sich, dass er selber nicht den Krieg erfunden habe und ihn auch nicht abschaffen könne. Der Bürger geht zur Wahl, aber glaubt nicht wirklich, dass seine Stimme etwas im Staate verändern wird. Der Konsument kauft sich ein reines Gewissen indem er nur Bioprodukte konsumiert und hin und wieder sein teures Fahrrad benutzt.
Herbert Marcuse sagte mal den schönen Satz: “Wir würden nicht in dieser Scheisse stecken, wenn wir nicht selber diese Scheisse wären.”
@Ueli
Das kann ich nur unterstreichen. Die meisten Banker sind sich keiner Schuld bewusst.
Es ist das System, das die “Gier” ermöglicht, antreibt und letztlich sogar fordert.
Lieber Herr Ueli, das ist mir schon klar dass dieses wenig regulierte kapitalistische Marktsystem Menschen mit Egoismus und psychopathischen Zügen fördert.
Trotzdem, ich machte hier nicht mit und musste deshalb eben auf sehr hohes Einkommen verzichten. Nicht mitgemacht habe ich, weil das Unrecht deutlich und klar genug für ALLE vor den eigenen Augen sichtbar ist. Ich kann nicht unterschreiben dass Banker sich keiner Schuld bewusst sind, sie wissen es, genauso wie jeder Einzelne der hier im Blog schreibt im Kern versteht dass hier ein Unrechtssystem zu aktiv geworden ist.
Marcuse hat wie (fast) immer Recht, doch das ist mir ziemlich egal, weil ich nicht WIR bin sondern eine Minderheit die sich vor den Psychopathen in Deckung bringen musste. Ich glaube nicht dass “die Scheisse” von sich aus nicht weiss dass sie trübe und dreckig ist und aus der eigenen Seele stinkt.
Frau Merkel zu Griechenland: “Notfalls müssten solche Länder einen Teil ihrer Souveränität abgeben. “Wer sich nicht an die Stabilitätskriterien hält, der muss dazu gezwungen werden.”
Unter Stabilität versteht Frau Merkel nichts anderes als die Diktatur des (pseudo) kapitalistischen Psychopathensystems (Sozialismus für Reiche). Und wenig später erklärt sie auch ihr eigenes egoistisches Warum:
Eine Rückkehr zur D-Mark komme wegen Deutschlands Exportabhängigkeit nicht infrage, erläuterte sie. Sie wies damit darauf hin, dass eine starke nationale Währung die Exporte verteuern würde.
In dieser Bemerkung steckt der wahre Hund begraben, nicht Griechenland ist der grösste Blutsauger Europas, sondern Deutschland und die Banken “Was wir nicht machen dürfen ist, das Vertrauen der Anleger zu zerstören.”
Dieser Satz besagt nichts anderes, als dass Merkel das Vertrauen der fehl investierten Psychopathen durch eine gigantische Belastung des Fussvolkes erhalten will, wie bereits 2008 durch das Pumpen von Geld zu Lasten von Niedriglohnempfängern. Natürlich werden die so beruhigten Geldzocker noch weiter von ihrer Droge abhängig gemacht und darin bestätigt dass die Welt eh Scheisse ist und sie nichts anderes verdient als weiterhin ausgenommen zu werden.
An den Autor:
“Wikipedia hat leider nur einen kurzen Eintrag”:
Dann ergänzen Sie ihn doch! Dafür ist ja wikipedia da, damit Leute, welche von der Materie etwas verstehen, daran mitarbeiten. Sie müssen sich nicht mal Anmelden dazu, einfach links oben “Bearbeiten” ckicken und los gehts.
Kann dazu bloss immer wieder an die eine Story denken. Prägend in meiner Banker-Wahrnehmung:
Guter Freund hat ein kleines Unternehmen, das seit nunmehr bald 10 Jahren ganz gut läuft. Über 30 Angestellte, aber einfach sehr viel laufende Kosten, bis die Kunden jeweils bezahlen. Problem also bloss: Kreditrahmen.
Ist also einfach was Handfestes. Konkrete Dienstleistung. Bücher einsehbar.
… Kein Riesengeschäft, aber auch Kleinvieh macht Mist. – Sollte man denken.
Es war über diese – fetten – Jahre ein Ding der Unmöglichkeit, den Kontorahmen auf 200 000.- (Unternehmen ansonsten unverschuldet) zu erweitern, ohne 200 000.- als Garantie hin zu legen.
“Warum sollte ich einen Kredit von Ihnen wollen, wenn ich genau diesen Betrag doch hätte?” – Zwar sahen die Banker diese Krux auch iiiiirgendwo, aber eben.
Doch nun zum Punkt, der mich vor allem anderen baff machte: Eine (weitere) neue Bank versprach, sich den Betrieb, Buchhaltung und Perspektiven mal genau unter die Lupe zu nehmen. Tat dies auch. Und kam dann – knapp vor der Krise, natürlich – zum Schluss, es sich bei dieser Rendite (unter 5%) sowieso nicht lohne: “Da legen Sie das Geld besser an der Börse an.”
DAS ist für mich der Hammer!
Der Hammer, der vollkommen klar vor Augen führt, wie es mit der Mentalität jener “Bankspezialisten” steht, die übers Land verteilt, längst nichts mehr mit dem Rückgrat der Wirtschaft zu tun haben, sondern bloss noch Gefangene ihrer eigenen Perpetum-Mobile-Träumereien sind. Denn ganz abgesehen von den über 30 Angestellten: Der Banker setzt natürlich voraus, dass in einem andern, fernen Land – vielleicht in China – durchaus Leute strampeln sollten, die viel mehr “rentieren”. Was er aber in keiner Weise persönlich verifizieren kann… Denn genauso gut, ist es bloss ne Blase.
Bestimmt wäre seine Reaktion heute einen Andere. Dummerweise kaum, weil er mittlerweile kapiert hätte, was die ursprüngliche, noble Aufgabe der einst soliden Schweizer Banken eigentlich wäre, sondern schlicht, weil die Aussichten am grossen Spieltisch nun auch nicht mehr sooo rosig sind. Beim kleinen Unternehmen, bzw. der Schweizer Wirtschaft, natürlich auch nicht mehr. … Bloss mit ihm, so glaubt er bestimmt, hat das alles nichts zu tun. Vielleicht würde er bloss schulterzuckend was von “Survival of the fittest” murmelnd, während die grosse Private Banking Abteilung abschmiert. Aber die meint er nicht.
Schade wissen wir nach diesem Artikelchen immer noch nichts über “den interessantesten Schweizer Banker”.Sind Journalisten nicht ein bisschen gar zu faul geworden?
“Aber die Aufgaben werden gemeistert werden, wenn einmal das Vertrauen wiederhergestellt ist; dafür aber die erste und allerwichtigste Vorbedingung, dass man die Probleme nicht fortschiebt, sondern anpackt und löst.“
Solch klare Aussagen, die eigentlich genau auf die aktuelle Situation anwendbar sind, sucht man heute vergeblich bei den Bankiers.
Ein Josef Ackermann, dem ich eigentlich vor der Krise noch etwas zugetraut habe, erkennt lediglich, dass die derzeitige Situation derjenigen vor dem Zusammenbruch von Lehman ähnlich sieht. Und auch ist er (oder doch wenigstens seine Bank) überzeugt, dass „Euro-Bonds“ nicht die Lösung für das Problem sind. Was jedoch die konkrete Lösung wäre, hört man leider (ausser ein besserwisserisches Ausschweifen in die Theorie) nicht.
Und ein Oswald Grübel, den ich beim Antritt bei der UBS noch als die perfekte Besetzung hielt, hat die „Zeichen der Zeit“ völlig falsch eingeschätzt. Und zwar so falsch, dass ihn sogar das Glück verlässt.
Daraus schliesse ich, dass es zurzeit kaum interessante Bankiers gibt. Ganz anders sieht es jedoch bei den „Spekulanten“ aus. Dort gab und gibt es auch heute noch sehr interessante Persönlichkeiten.
Zum Beispiel George Soros, der die ganze Wahrheit ganz schlicht auf den Punkt bringt: Entweder „Euro-Bonds“ oder der Euro fällt auseinander und das Desaster ist perfekt !
Der redet nicht von „gut“ und „böse“ oder von „Moral“ und „Dogmen“, der sagt einfach wertefrei, wie es ist in der Realität aussieht.
Und ich, auch nach einer Woche Urlaub, weiss ich immer noch nicht, ob die Märkte zusammenbrechen, damit die Politiker (Euro-Bonds) und Bankiers (Rekapitalisierung, Risikomanagment löst man nicht mit dem Scheckbuch) endlich die Realität sehen; oder ob die Märkte zusammenbrechen, weil Politiker und Bankiers hoffnungslose Fälle sind (mindestens in der jetzigen Besetzung).
Aber Hr. Hampi
die Aussagen beziehen sich alle Ausnahmslos auf Aktionäre und Investoren und deren Bedürfnisse für Investitionen… Investitionssicherheit, ROI, Renditen, Profite… Finanzmärkte, Indices, Kurssteigerungen. und ein paar andere Indikatoren.
Keine Rolle im Sinne einer Partizipation am geschaffenen Wohlstand dabei spielen etwa, KMU’s, kleine Unternehmen, Regionen, Nationen Arbeiter, Löhne… sie wissen schon, die Dinge welche für den Rest der Gesellschaft halt eben elementar sind…
Gerade G. Soros hat vor einiger Zeit die Britische Währung in Grund und Boden gewirtschaftet und sich, in typischer Investorenmanier, nicht im geringsten um die Situation der Bürger in diesem Land gekümmert… noch haben andere dies für nötig befunden. Geholfen hast dabei die perverse Ansicht das sich die einen ausschliesslich um die Profite zu kümmern haben wärend die anderen sich um den Rest kümmern…
Dumm nur, das eben den anderen seit mehr als 20 Jahren eine Möglichkeit nach der anderen genommen wird um sich Zivilgesellschafltich gesehen zu entfalten… sei das nun als Indivduum, als Gemeinde, als Land… wiederum hier, die Dinge die für die Menschen elementar sind aber eben nicht für Steuerbefreite Investoren…
Auf der anderen Seite wurde und werden im gleichen Zeitraum eine Regel nach der anderen zu Gunsten eben jener Investoren angepasst. Steuerwettbwerb, Standortwettbwerb, Steuerbefreiung, Transfer der Profite in’s Ausland, Subventionen etc. sind nur ein paar Themen dazu.
Hier kam dann eben eine der typischen Neoliberalen Geisteshaltung als Erklärung für alle anderen… die Investoren müssten nur einen garantierten Return erhalten, massiv Renditen und Profite scheffeln damit diese Clique sich gnädigst herablässt wieder zu Investieren… sind die Reichen nur Reich genug wird auch ein Teil davon wieder nach unten tröpfeln… aber tröpfeln tut es eigentlich nie da die Mindestrenditen immer höher geschraubt worden sind und die Profite einzig den Aktionären-Investoren zugeschaufelt worden sind…
Wiederum eine Systematik um die gewüschten Renditen und Profite zu Grantieren hat man sich listigerweise eine Handvoll Steueroasen geschaffen um die Nationalstaaten und die dort lebenden Menschen erpressen zu können… Standortwettbwerb heisst das dann etwa oder Globalisierung oder Wettbwerb und die angeblich exklusiven Vorteile die das bringt… aber für viele Menschen geht der Weg nur nach unten…
Wärend die einen warten bis die gewüschten Returns wieder einigermassen Garantiert sind lässt man die anderen austrocknen und verdammt diese zum Schuldendienst…
@ Urs
Grundsätzlich funktioniert der Mensch (/Tiere/Pflanzen) so, dass er aus überlebenstechnischen Gründen auf eine Art und Weise angetrieben und motiviert wird, dass sich sein Handeln ständig nach seinem persönlichen Vorteil richtet. Dieser Grundsatz (Axiom) ist für den profitsüchtigen Zocker ebensogültig, wie für Mutter Teresa von Kalkutta. Das gleiche gilt für „multi-individuelle“ Gebilde wie z. B. ein (steuereintreibender) Staat.
Sie haben recht, dass der überlebenstechnische Hauptgrund, erweitern wir unseren Horizont genügend, letztendlich auch für jedes Individuum mit der Gesamtheit übereinstimmen müsste, weil ansonsten ja die ganze Welt zugrunde geht, was wiederum klar NICHT in unserem angeborenen Streben nach dem persönlichen Vorteil liegt.
Deshalb kommt es alleine darauf an, ob wir als Mehrheit (weil Demokratie) unseren Horizont irgendwann soweit erweitern können, dass wir die über allem stehende Korrelation zwischen Individuum und Umwelt erkennen und sie als prioritären „persönlichen Vorteil“ betrachten.
Andererseits ist der Horizont extrem eng, wenn sie das persönliche Verhalten George Soros an den Pranger stellen, nur weil es ihm gelingt, was wir alle anstreben: perfekt nach dem Anleitungshandbuch unseres Systems zu funktionieren (persönlicher Vorteil). Wenigstens müssten sie dann konsequenterweise Banker (z.B. Kweku Adoboli), die Milliarden verloren haben (nicht persönlicher Vorteil), als zufällige Wohltäter hochjubeln.
Was der eine aus dem Markt genommen hat (Soros Gewinne), geben die anderen dem Markt wieder zurück (Fehlspekulationen aller Art).
Hr. Hampi
wie sieht es denn mit der Ansicht aus das ein Mensch auch zu solchem Verhalten getrieben wird in dem Moment wo eben die “grosszügigen” Lebensumstände nicht mehr vorhanden sind. Irgendwann wird da ja dem grosszügigsten Mensch das eigene Hemd näher nur um mal nicht zu verhungern…
Was allerdings ein G. Soros mit all den Mrd’s macht ist mir ein Rätsel… eben weil ich nicht so masslos Gierig bin sehe ich das eben anders. Darunter leiden muss ich aber unter Umständen trotzdem… und dagegen wehre ich mich…
Die heutigen Schuldner in den Bankrotten Ländern, also die Standardlohnempfänger, erhalten in der Regel keinen Cent vom Markt zurück… wie auch, die meisten Menschen spekulieren nicht an den Finanz- und anderen Märkten… die dürfen nur eines, kollektiv Schulden abbezahlen… die Sie nicht mal eingegangen sind.
Genau da wäre er wieder, der SACHZWANG… Weg mit dem Fiat – Money und dem Zinseszinssystem. (wie ich schon geschrieben habe..)
Wann oder wer wagt den Anfang?
Bank und Zins = Wurzel aller Übel.
Eine Geldmaschine, die jede Sekunde läuftt und für deren Führung es keiner besondern Fähigkeiten bedarf.
Die Schuldenkrise bei Staaten ist schwieriger zu lösen als jene in der Privatwirtschaft. Dies weil politische Entscheide in einer Demokratie mehr Zeit benötigen und weil Politiker lieber Geld ausgeben als sparen. Dies um ihren Wählern zu gefallen und sich die Wiederwahl zu sichern. Sparen ist unpopulär und in der Politik will jeder ein Stück vom Kuchen abhaben.
Die Biographie von Felix Somary “Erinnerungen aus meinem Leben” ist auch in einer erweiterten Neuauflage unter dem Titel “Erinnerungen eines politischen Meteorologen” (Matthes & Seitz Verlag) erschienen, welche leider zwischenzeitlich ebenfalls vergriffen ist. Beide Titel finden sich dann und wann auf Amazon. Wer nichts findet und sich dennoch sehr interessiert, kann mir gerne schreiben (Tobias Somary, CMS von Erlach Henrici, Dreikönigstrasse 7, 8022 Zürich). Ich habe z.Z. noch einige wenige Exemplare.
Es gibt eine Neuauflage des Somary-Buches “Krise und Zukunft der Demokratie”. Bei http://www.buchausgabe.de gibt es auch noch einige Exemplare der “Erinnerungen”. Allerdings ist es in der Tat so, daß Somary zu Unrecht vergessen ist und nur noch wenige Schriften zugänglich sind. Seine prophetischen Gaben leuchten übrigens bis in unsere Zukunft: das derzeitige finanzpolitische Chaos hat er exakt vorausgesehen.
Gewisse Schlauer missbrauchen dieses Plattform für eigne Werbung, Bsp. für eigne Bücher und Verlage zu werben. Ich kann nur solche Leute warnen, dass sie hier nichts zu suchen haben, weil auf dieses Plattform nicht nur Vermarktung der Dienstleistung geht. Auf dieses Plattform geht um die wirtschaftswissenschaftliche Diskussion über aktuelle Probleme und Lösungsansätze.
Felix Somary soll einst 1955 zu seinem Sohne gesagt haben: “Du wirst den Zusammenbruch des Sozialismus erleben, und wenig später den des Kapitalismus”. Da er bezueglich des ersten unzweifelhaft recht hatte (wer haette 1955 s etwas zu prognostizieren gewagt – noch 1986 hat der VWL-Lwhrbuch-Schreiberling Samuelson der Sowjetunion 1989 die Ueberrundung der USA prophezeit (davor in den sechzigern schon Chrustschow – dem haette man es ja nachgesehen, aber dem Nobelpreistraeger?), wird der Rest auch nicht lange auf sich warten lassen! Und Somary wird recht behalten – er war eben Praktiker, er hatte nicht nur die Karosserie im Blick, sondern einen Blick unter die Motorhaube geworfen.