Let’s talk about Sexualkunde, Baby

Jugendliche wachsen heute in einer hypersexualisierten Zeit auf. Foto: Trinity Kubassek (Pexels)

Der Sexualkundeunterricht hat in letzter Zeit viel Kritik einstecken müssen. Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland haben sich besorgte Eltern in grosser Zahl heftig dagegen verwahrt, dass man ihren Nachwuchs zu früh mit Details über Sexualität, Geschlechtsidentität, Begehren oder auch dem Umgang mit Pornografie konfrontiert. Wenn man es vorsichtig formuliert, lässt sich festhalten, dass dabei aus Sorge, die kindliche Vorstellungswelt zu überfordern und irreparabel zu beschädigen, die Idee einer möglichen Frühsexualisierung gegen eine umfassende Sexualaufklärung ins Feld geführt wird.

Weniger nett könnte man sagen, dass sich hinter diesem irrigen Kampfbegriff auch Menschen versammeln, die etwas «gegen die Verschwulung ihrer Kinder» unternehmen und sich nicht von «schrillen Minderheiten» bevormunden lassen wollen. Menschen also, die überzeugt davon sind, dass man ihre Kinder im schulischen Sexualkundeunterricht zu früh auf irgendwie falsche, ziemlich promiske und durchaus verwerfliche Gedanken bringen könnte und dieses Thema darum so spät wie möglich angehen sollte. Ich bin da aus persönlichen und beruflichen Gründen anderer Meinung.


Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber der Sexualkundeunterricht, den man mir in den 90er-Jahren als Schüler angedeihen liess, war einfach grauenhaft. Stundenlang klärte uns eine Lehrkraft mit weitschweifigen Details zu der Bedeutung von T-Helferzellen bei einer HIV-Erkrankung auf und vermied damit alles, was auch nur ansatzweise ins tatsächlich Zwischenmenschliche hätte gehen können.

Sexualisierte Särge

So notwendig die Präventionsarbeit hinsichtlich sexuell übertragbarer Krankheiten auch ist, so sehr versteckte mein damaliger Lehrer sein Unbehagen über die Situation hinter technischen Einzelheiten. Lust, Begehren, Verzweiflung, Ablehnung, Gruppendruck, Glücksgefühle, Scheitern, sexuelle Identität, Liebe – über genau die Dinge, die seine Schülerinnen und Schüler brennend interessierten, verlor er kein Wort. Die sollte uns stattdessen ein zum Schreien langweiliger Film erklären, den wir im Anschluss nicht einmal besprachen. Wir wurden in beredter Sprachlosigkeit scheinaufgeklärt – was mich zu den beruflichen Gründen bringt.

Wenn ich nicht gerade journalistisch tätig bin, engagiere ich mich für den Verein Pinkstinks gegen Sexismus – und versuche in diesem Zusammenhang auch immer wieder auf den Unterschied zwischen Sexualität und Sexualisierung hinzuweisen. Sexualisierung bedeutet, dass Themen mit Sexualität aufgeladen werden, die damit im Grunde nichts zu tun haben. Wenn Fussböden, Hundefutter, Särge, Düngemittel und Gebrauchtwagen (alles reale Beispiele) mit (semi)nackten, lasziven Körpern beworben werden, dann ist das Sexualisierung. Dann wird etwas sexuell gemacht, was an und für sich nicht sexuell ist.

Wenn hingegen ein Kind, das immer schon über eine eigene Sexualität verfügt, altersgemäss und konsequent aufgeklärt wird, hat das mit Sexualisierung nichts zu tun. Aber diese Aufklärung findet zu wenig statt. Wir haben aus Scham und Bequemlichkeit nicht nur längst aufgegeben und das Feld mehr oder weniger der Internetpornografie überlassen, sondern beargwöhnen auch noch die Expertinnen und Experten, die heutzutage einen sehr viel besseren Job bei unseren Kindern machen können als mein ehemaliger Lehrer bei mir. Gleichzeitig muss alles sexy sein. Nur Sex eben nicht mehr.

Aufklärung bleibt notwendig

Wir produzieren beständig Unmengen an lauwarmer Luft, weil uns die eigentliche Sache zu heiss geworden ist. Wir ergehen uns in endlosen Anzüglichkeiten, während uns, wenn es wirklich darauf ankommt, kaum Vokabular zur Verfügung steht. «Untenrum» wird schon reichen.

Tut es aber nicht, und deshalb ist und bleibt Sexualaufklärung eine Notwendigkeit. Die Antwort auf die gegenwärtig so omnipräsente Sexualisierung ist nicht etwa weniger, sondern mehr Beschäftigung mit menschlicher Sexualität. Dazu gehört, die Dinge beim Namen zu nennen. Und dazu gehört auch, Kindern Stück für Stück und Schritt für Schritt zu sagen, was Sache ist.


Lesen Sie dazu auch: «Die Sache mit der Aufklärung» 

128 Kommentare zu «Let’s talk about Sexualkunde, Baby»

  • Mody Bühler sagt:

    Seien wir doch ehrlich, die überwiegende Mehrheit von uns ist schlicht und schockierend verklemmt und pflegt keinen natürlichen Umgang mit Sex. Von solchen Eltern „aufgeklärt“ zu werden kann für unsere Kinder kaum peinlicher sein.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Ich denke, der Weg zur sexuellen Verklemmtheit ist mindestens ebenso steinig und lang, wie jener zur sexuellen Offenheit: Hinter Beidem steckt eine Entwicklung.

      • Max Melchlin sagt:

        @Zufferey: wie immer voll ins Schwarze getroffen. Gratuliere.

      • Karl von Bruck sagt:

        Bingo!

        Die sexuelle Verklemmung bis hin zum temporaeren oder gar ewigen Zwangszoelibat statt den gleich unbefangenen Genuss wie Essen und Trinken, haben wir den Buchtheokraten zu „verdanken“. Bei den Koranisten ist das Hauptopfer die Frau, bei den Biblisten je laenger je mehr der Mann. Die optimale Kanalisierung statt destruktive Kanibalisierung des Sextriebes gelingt nur in strikt saekularen Staaten. Wo ueberfluessige religioese Moralinseure zwischen einvernehmlichen Erwachsenen Privatsache bleibt, und sich das staatliche Recht auf den Kindesschutz und den Schutz vor Gewalt beschraenkt. Wenn ein Staat den Buerger vor religioeser Zwangsmoralinseure schuetzt, statt diese gar mit theokratischem Sittenkerker durchsetzt, wird auch Sex wieder genossen statt immer mehr gefuerchtet….

  • Dominique sagt:

    Ich bin einverstanden, dass auch ich in meiner Jugendzeit (80er Jahre) nicht die korrekte Aufklärung erhielt. ABER ich warne vor der Genderideologie und den Minderheiten die die Jungen „verderben“ wollen, da gibt es klar eine Gefahr. Spanien ist hier Vorreiter in Europa wenn nicht sogar weltweit (s. „Ley Cifuentes“ (Comunidad de Madrid)) da gibt es ca. 80 ganz schlimme Artikel im Gesetz.

  • Sportpapi sagt:

    Was mich ja immer wieder wundert: Braucht es nicht „Aufklärung“, weil wir aus einer natürlichen Sache ein grosses Geheimnis machen? Und warum machen wir ein grosses Geheimnis daraus, und wollen dann aber doch wieder „aufklären“?
    Und: Ist es nicht so, dass niemand hier der Meinung ist, die Aufklärung in der Schule braucht es für die eigenen Kinder. Nein, es geht immer irgendwie um die anderen.
    Persönlich hatte ich nie Aufklärung in der Schule, und ich glaube nicht, dass ich da etwas verpasst habe.

    • Koller sagt:

      Es geht doch nicht um Aufklärung sondern um Ideologisierung der Kinder. Als ob Kinder ohne Lehrer nicht dökterlen oder Sex haben würden im späteren leben. Was aber fragwürdig ist, wenn ein Lehrer vor der Klasse sagt Homosexualität sein normal, fragt man ihn ob er es auch praktiziert so wird er aggressiv. Zudem frage ich mich ob ein Lehrer berechtig oder dazu da ist zu definieren welches Sexuelle Ausrichtung normal ist? Ich hatte Sexualkunde und der Tenor war schnauze halten, so auch als die Homosexuellen kamen, kritische fragen wurden als Beleidigung aufgefasst und man musste den Raum verlassen, liberalismus und freiheit ist in dieser Ideologie nicht vorgesehen. Die Antworten vordefiniert und Toleranz gibt es nur in eine Richtung.

    • 13 sagt:

      Doch hier! Ich bin der Meinung, dass es meinen Kindern gut tut, manche Sachen auch von anderen zu hören. Das gilt nicht nur für Sexualkunde, sondern für Tausend andere schulischen (und ausserschulischen) Bereiche. Wenn ich daran denke, dass wir an der Uni mal ein Gespräch hatten, bei dem rauskam, dass ein grosser Teil der Anwesenden nicht wusste, wie die Pille oder die Spirale funktioniert, dann finde es umso nötiger. Immerhin handelte es sich dabei um Maturanden, die also neben der Grundschule auch noch Biologie am Gymnasium hatten. Wie ist es dann bei Lehrlingen? Da wäre es doch sinnvoll, wenn das Wissen auch anderswo vermittelt wird, als zu Hause. Man darf vielleicht auch nicht vergessen, dass Kommentierende des MB nicht gerade repräsentativ für die Bevölkerung sind.

      • 13 sagt:

        Persönlich hatte ich zweimal Aufklärung in der Schule. In der 7. Klasse ging es mehrheitlich um die Benennung der Körperteile, den weiblichen Zyklus, die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen und Abläufe im Körper. Im Gymnasium dann eine Vertiefung der Funktionen der Organe und der Abläufe, sowie eine fundierte Übersicht über die Verhütungsmittel und ihre Wirkungsweise und über mögliche Geschlechtskrankheiten. Obwohl bei uns eine offene Gesprächskultur herrschte, kann ich nicht behaupten, dass ich gerade in diesem zweiten Teil einiges nicht gelernt habe, zumal meine Mutter mit Schrecken feststellen musste, dass sich das Angebot an Verhütungsmittel seit ihrer Zeit um einiges vergrössert hat und sie gar nicht auf dem neusten Stand war 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13 23:42
        volle Zustimmung, und da würde ich auch gerne mehr Zeit zur Verfügung stellen. Verhütung/Risiken/übertragbare Krkh, aber auch die unterschwelligeren Themen Selbstbild/Missbrauch/neue Medien (hier überschneiden sich die Gebiete) müssten mehr Platz haben.

        Kennen Sie das Buch „ich hab meine Tage, na und?!“, die junge Autorin plädiert entschieden dafür Menstruation in den Unterricht aufzunehmen, explizit für beide Geschlechter- damit dieser Aspekt des Frauseins Allgemeinbildung wird und weniger „Tuschel/Abwertungsfaktor“.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/@13 23:42
        volle Zustimmung, und da würde ich auch gerne mehr Zeit zur Verfügung stellen. Verhütung/Risiken/übertragbare Krkh, aber auch die unterschwelligeren Themen Selbstbild/Mis sbrauch/neue Medien (hier überschneiden sich die Gebiete) müssten mehr Platz haben.

        Kennen Sie das Buch „ich hab meine Tage, na und?!“, die junge Au torin plädiert entschieden dafür Men struation in den Unterricht aufzunehmen, explizit für beide Geschlechter- damit dieser Aspekt des Frauseins Allgemeinbildung wird und weniger „Tuschel/Abwertungsfaktor“.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        Zum Selbstbild-wahrnehmung-eigene Grenzen etc, das darf gerne schon in Kiga thematisiert sein, allerdings geht das perfekt ohne Sexualkunde; gehört für mich zu den Basics die im Idealfall von Beginn an unterstützt werden und alle Lebensbereiche beeinflussen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist für Sie Aufklärung? Ich sehe darin eigentlich nur Biologieunterricht. Und sehe gerade sowieso keinen Grund, warum das irgendwie stossend sein könnte.

      • Koller sagt:

        @13 muss man wissen wie eine Pille funktioniert? Sie selber wissen ja nicht mal warum Wasser aus ihrem Wasserhahn kommt. Und für sowas gibt es Packungsbeilagen, Google, etc.! Meine Kinder sollen in der Schule lesen, Rechnen, etc. lernen. Vorallem kann es doch nicht sein das jungen Knaben Sexualkunde durch alte hässliche Frauen präsentiert wird, die geschieden und frustriert sind vom Leben. Im weiteren war der Unterricht Scheisse, ich suchte lieber was im realen leben und die eigenen Erfahrungen waren die schönsten. Ich sehe bis heute nicht ein warum man die Menschen nicht einfach machen lässt. Und sich die Lehrer auf ihre Wissensvermittlung in wesentlichen Fächern konzentrieren.

      • Koller sagt:

        @Brunhild Steiner die Lehrer unterrichten aber das man AIDS bekommen soll. Mir wurde erklärt das es kein Problem sei von einem AIDS-Kranken von der selben Gabel zu essen. Ich lache heute noch darüber, dass solch angeblich gebildete Lehrer so einen Schmarren erzählen. Wenn beide schlechte Zähne haben ist es passiert. Den Rest von ihrem Geschreibsel ist Diktatur Pur, den Menschen soll jegliche Kritik und jede Fragestellung genommen werden. Eine solche perfekte Welt finden sie nur in ihren Fantasievorstellungen, ich und meine Kinder wir möchten in so einer Welt auch gar nicht leben. Und es interessiert doch keinen Knaben/Mann was eine Menstruation ist, uns interessiert doch nur das dort mal Blut rauskommt und basta. Wie kann man nur so weit von der Realität entfernt sein???

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Koller

        Sie wären glaub der perfekte Kandidat für das Buch, resp genau diese Haltung kann in der Begleitung von Mädchen (und deren Brüder, resp überhaupt Jungen) bezüglich Umgang/Haltung zum Problem werden.

        Meinungsdiktatur sehe ich eher auf Seiten der progressiv-Vorstrebenden auf diesem Gebiet, welche keinerlei Kritik dulden und jegliches hinterfragen mit, ganz plump formuliert, „eure Meinung gehört ins Mittelalter und ist komplett irrelevant, unsre Meinung jedoch im Einklang mit der alles befreienden Wahrheit“.

      • Martin Frey sagt:

        @Koller
        Wenn es je Zweifel an der Bedeutung von Allgemeinbildung hätte geben sollen, dann haben Sie die hiermit ausgeräumt… 😉

  • Sportpapi sagt:

    „Dazu gehört, die Dinge beim Namen zu nennen. Und dazu gehört auch, Kindern Stück für Stück und Schritt für Schritt zu sagen, was Sache ist.“
    Da habe ich mir darauf gefreut, etwas zu lernen. Und dann kommt einfach nichts mehr…

  • Herbert Peter sagt:

    Die an den Text anschliessende Werbung mit der Dame in engen Jeans, bei denen sich die Schamlippen durchzeichnen, passen irgendwie zum Thema. Trotzdem: Muss das hier wirklich sein (oder will die Dame noch mehr abnehmen) ?

  • Hans Hintermeier sagt:

    Ich stimme Brunhild Steiner und Zufferey grundsätzlich mit ihrem Mittelweg und Kritik zu.
    Dass gerade in diesen Sexualpädagogischen Kreisen Leute übervertreten sind, die nicht unbedingt der Mainstresmsexualität angehören, ist zumindest mein starkes subjektves Empfinden, das ich nicht mit wenigen anderen Leuten teile. Auch dass diese Leute dementsprechend eine starkes missionarisches Empfinden haben und wie die religiösen Fundis ebenfalls stark ideologisch aufgeladen sind (z.B. Kinder dazu ermutigen die An alregion zu erkunden), lässt mich gerade an ihrer Professionalitöt zweifeln. Entsprechende Lobbys haben über den Staat einen nicht zu leugnenden Einfluss auf die Sexualkunde.
    Hätten Sie es dementsprechend gerne, wenn überwiegend Veganer in der Schule Ernährungslehre unterrichten?

  • Samuel Müller sagt:

    Aha. Nebst Rechnen, Schreiben, Lesen, Französisch, Englisch, bildnerischem Gestalten, Sport, zweiter Muttersprache, Geometrie, Programmieren, Umweltschutz, Staatskunde, Geographie, Umgang mit Medien, Kochschule, Werken, kreativem Schreiben, Umgang mit Geld etcetc. sollen die Kinder in der Schule also auch noch zwingend Sexualkunde über sich ergehen lassen. Und dann bitteschön inklusive eingehender Erörterung sämtlicher Pubertätssorgen. Sehr sinnvoll…

  • Jo Mooth sagt:

    Genau so, perfekt, Nils Pickert!
    Wenn ich das nun so in die Tat umsetzen sollte, muss ich als sprachbeschnittener Schweizer erst noch alle Begriffe für die sexuell interessanten Teile und die Handlungen und Empfindungen damit eruieren. Erröten würde ich beim Er- bzw. Aufklären nämlich mit gut 50 nur noch deshalb, weil mir die notwendigen Bezeichnungen und Namen fehlten.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Gratuliere Herr P. ihr Beitrag kommt ziemlich sachlich und nüchtern daher. Früher standen Sie sich da manchmal selbst im Weg…
    Ich habe nichts gegen Aufklärung in der Schule und bei meinen Kindern begann die Aufklärung auch schon vor der Schule, wir sind da ziemlich locker.
    ABER sie schneiden es ja selbst an. Die Aufklärung in der Schule war in ihrem Fall alles andere als das gelbe vom Ei. So habe ich das auch erlebt (das war etwa so, wie bei Monty Python in der Sinn des Lebens: peinlich, suboptimal bis schädlich. Man kann leider nicht davon ausgehen, dass jede Lehrkraft das einfach mit viel Menschenkenntnis und Feingefühl vermittelt. Denn aller positiver Nutzen ist nur dann gegeben, wenn das wirklich gut gemacht wird.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Wie so oft wird auch in dieser Debatte die Diskussion den Extremen überlassen. Auf der einen Seite die Hardcore-Fundis auf der anderen die Hurra-Fraktion, die schlichtweg alles als Anti-Position zu dieser betrüblichen Gruppe verstanden haben will.
      Es wäre sinnvoller zu diskutieren, NICHT OB Sexualaufklärung an die Schule gehört, sondern WIE sie konkret aussehen soll.
      Nur ein Beispiel: Tochter von Kollegin muss X Begriffe und deren Bedeutung Pauken (Petting, Analverkehr etc.), aber Aufklärung… ? Fehlanzeige.
      Mir ist das relativ egal, da wir den Lead bei unseren Kindern von klein auf selbst in die Hand genommen haben. So halten wir das auch bei anderen umstrittenen Fächern wie z.B. „Religion“, wo unsere Kleinen eine ziemlich suboptimale „Aufklärung“ in der Schule erhalten.

  • Sokrates sagt:

    Die eigentlich Frage lautet: Ist Aufklärung die Aufgabe des Staates? Müssen die Schulbehörden und die Beamten (Lehrer) den Kinder die staatlichen Vorstellung von Sexualität eintrichter? Aus meiner Sicht Nein. Der Staat und seine Beamten sollen den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen. Bei den höchstpersönliche Bereich wie Sexualität hat der Staat nichts zu suchen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Blöderweise liegt in der Realität die Problematik aber gerade anders herum: Dass Kindern von den Eltern oder dem Umfeld eine problematische oder gar bizarre Vorstellung von Sexualität eingetrichtert oder das Thema totgeschwiegen wird. Beides keine gute Optionen. Dass die Schule in dem Kontext einen Kontrast bildet, indem neutral und sachlich die Sexualbiologie und damit zusammenhängende Themen lehrt, erscheint darum naheliegend und sinnvoll.

      Im übrigen lernen Kinder in der heutigen Schule auch sonst weit mehr als „Lesen, Schreiben und Rechnen“, was ebenfalls gut und sinnvoll ist, sowohl für die persönliche Entwicklung wie den gesellschaftlichen Nutzen. Aber wenn man im vorletzten Jahrhundert hängen geblieben ist, hat man die Entwicklung wohl verschlafen..

  • Anh Toàn sagt:

    Hier sagen viele, heute sei mit dem Internet Pornographie einfacher zugänglich: Ich denke, bereits als die Menschen noch in Höhlen wohnten gab es für Kinder einfachst zugängliche Pornographie: Viel anders als eine Wand auf einer öffentlichen Toilette hat es wohl in so einer Höhle nicht ausgesehen. Die haben bestimmt nicht nur Jagdszenen in die Wände gekritzt.

    In „The Cider House Rules“ lässt John Irving seinen Protagonisten mit Pornographie, welche ein Pferd als Protagonist enthält, etwas verstört zurück.

    Wenn wir nichts verschleiern, verleugnen würden, bräuchten wir nicht aufzuklären. Würden wir Kindern erzählen, im Motorraum des Autos seien ganz viele Hamster in Rädchen, welche für die Bewegung sorgen, müssten wir die später mal aufklären, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert.

  • Martin sagt:

    Oh ja, Sexualkundeunterricht… Da werden einem so Filme gezeigt von einer nackten, wohl eher der alternativen Szene angehörenden Frau, mit einem riesen Busch und einem Mann der gleichen Sorte, mit einer Trichterbrust und einem riesen Schwengel…. Seit dem bin ich traumatisiert! Ansonsten kann ich mich nicht so an Details erinnern, nur, dass es eher trocken und sachlicher Unterricht war. Mir haben später auch so gewisse Frauen gefallen. Was an Porno schlimm sein soll, das weiss ich nicht. Wenn 8-Jährige solche Dinge schauen, dann stimmt definitiv etwas nicht. Die einen sehen in Pornos eine Gefahr, andere gehen in Swingerclubs, haben Fetishe oder sind in Hippie Kommunen usw.

  • Marin Chaumonnot sagt:

    Woher nur die Manie, das Sexualleben der andern kontrollieren und regulieren zu wollen? Und warum soll sich die Schule da auch noch einmischen? Das ist politische Indoktrination. Früher, als die christliche Kirche die Regeln für Sex machte, wurde sie verteufelt, denunziert und bis aufs Blut bekämpft. Heute haben Politiker und Apparatschiks diese Rolle übernommen, und Heerscharen von Pädagogen, Sozial- und Jugendarbeitern, Therapeuten und Psychologen beackern das finanziell lukrative Feld. Denn seit die Politik unser Sexualverhalten reguliert und kontrolliert, wurden tausende von neuen Stellen geschaffen, die auf Staatskosten reguliert, überwacht, verfolgt, angezeig, verurteilt, betreut, therapiert, behandelt und re-integriert.
    Und vor allem abgezockt.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Der absolute Wahnsinn! – … und ich hab mein Leben lang nicht bemerkt, dass ich in einem Staat lebe, der sogar mein Sexualverhalten „reguliert und kontrolliert“. Wow! Was kann ich machen? Kann mir jemand helfen?
      Können Sie mir erklären, wie der Staat ihr Sexualleben kontrolliert und reguliert? Ich habe keine Ahnung, wie er das tut. Aber ich sehe, Sie als freiheitsliebender Mensch sind dagegen. Also helfen sie uns Armen, die wir unsere Unfreiheit nicht einmal bemerken… sagen Sie uns, wie diese fiesen Behörden das mit uns anstellen. Danke

  • Michael sagt:

    Lustig zu lesen, das sich seit meiner Schulzeit (1960) aber so rein garnichts in Punkto Aufklärung getan hat. Nur das Wort ist geblieben.
    Ich bin seit jeher der Meinung, das der Einstieg in dieses Thema den Eltern überlassen sein sollte. Sie können am besten beurteilen, wann man ihrem Kind das eigene und das andere Geschlecht erklären kann. Und was sich zwischen denen abspielen kann.
    In der Schule haben die Kinder völlig unterschiedliche Entwicklungsstände. Da ist der eine schon über das Küssen hinaus während der andere Mädels nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Zudem spielt auch der Schamfaktor eine Rolle. Was man zu hause kaum zu erzählen wagt, erzählt man – bei diesem Thema – garantiert nicht vor der Klasse.
    Sind die Kinder reifer, kann die Schule das Thema aufnehmen.

    • Jana sagt:

      Den Eltern überlassen halte ich für keine gute Idee. Obschon ich glaube, dass ein Grossteil der Eltern ihren Kindern da sehr gut weiterhelfen können, gibt es doch noch viele Eltern, die sehr schräge Vorstellungen von Sexualität und allem was damit zu tun hat, haben. Die Schweiz ist dafür bekannt, ein Paradies für Freikirchen und sowas aller Couleur zu sein, und ich finde es recht schwierig wenn Kinder mit der Vorstellung aufwachsen, dass man von Selbstbefriedigung in die Hölle kommt und Sexualität ausser in der Ehe und zum Zweck der Fortpflanzung (im Dunkeln, in Missionarsstellung) sündig ist… Das hören sie auch jetzt, aber immerhin lernen sie in der Schule auch noch andere Standpunkte kennen, das finde ich wichtig.

    • Christoph Bögli sagt:

      Ich behaupte da mal ganz einfach das Gegenteil: die Eltern können im Normalfall am Schlechtesten von allen beurteilen, wie weit das Kind ist und welche Fragen dieses hat. Ganz einfach, weil die Kommunikation in dem Bereich zwischen Eltern und Kindern oft besonders gestört oder inexistent ist. Zudem wollen viele Eltern ewig lang nicht wahrhaben, dass ihr kleiner Wonneprppen keineswegs mehr so „unschuldig“ ist. Dass dem Kind in den Situation sinnvollere Quellen zur Verfügung stehen als ein Dummschwätzer-Kollege und Youporn, dürfte so schlecht nicht sein.

      Gibt natürlich auch andere Fälle, aber die Familien, die offen über sowas reden können, sind definitiv die letzten, die ein Problem mit Sexualkundeunterricht haben..

      • Hotel Papa sagt:

        Auch wenn das mit dem neutralen Blick stimmt: Die Schule kann aber nicht auf die zeitlich verschobenen Bedürfnisse der einzelnen Schüler eingehen.
        Und so wird denn der eine Schüler mit seinen Fragen alleingelassen, weil das Thema noch nicht dran ist, und der andere überfahren wenn es dann kommt, weil er noch träumt.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Hotel Papa: Das mag zu einem gewissen Grad so sein, trifft aber generell zu in der Schule. Trotzdem ist das in eigentlich keinem anderen Fach ein Thema. Wie gut jemand im Sport, in Mathe oder mit Lyrik zurecht kommt, hängt auch stark von der individuellen Entwicklung ab. Konsequenterweise müsste man dann also gleich Homeschooling fordern.

        Und: Selbst wenn manches für einige etwas früh sein soll, ich bezweifle, dass dadurch jemand wirklich geschädigt wird. Zumindest weniger als wenn das Thema bis zum Sankt Nimmerleinstag verschoben wird und das langsame Kind von Sex als erstes über irgendwelche Hardcore-Pornofilme auf dem Handy des coolen Kollegen erfährt..

    • Reincarnation of XY sagt:

      Ich stimme mit ihnen überein Jana – möchte aber doch hinzufügen, dass dies allgemein die offizielle Doktrin sämtlicher monotheistischen Religionen ist.
      Aber ist natürlich bequemer, wenn man nur die Freikirchler ins Visier nimmt.

    • Lichtblau sagt:

      Den Schamfaktor sollte man bestimmt nicht ausklammern. Auch den Fremdschämfaktor nicht. Mir als 13-jähriger, am Thema höchst interessierter Lolita (ist so, das war damals mein Lieblingsroman) kam jeweils das Grauen, wenn uns LehrerInnen, denen man auch mit viel Fantasie kein Sexleben zutraute, mit Einschlägigem kamen. Deshalb bin ich auch eher für die Eltern oder halt für gutes didaktisches Material. Die mehr oder weniger locker vom Hocker dozierende Trichterbrust oder Sandalenträgerin – allein die Vorstellung treibt mir noch heute den Schweiss auf die Stirn.

      • Lichtblau sagt:

        Ach ja, bei einem strengen, abstinenten Asketen würde ich auch keinen Kochkurs besuchen wollen.

  • Zufferey Marcel sagt:

  • 13 sagt:

    Sie haben in vielen Recht, Herr Pickert. Meine Tochter war gerade mal 5 Jahre alt, als sie mit konkreten Fragen zu mir kam. Fragen, wie ein Baby in den Bauch kommt und da auch wieder raus, fand ich dabei nicht so schwierig, wir pflegen einen offenen Umgang. Aber Fragen, wie warum man auch Sex hat, wenn man kein Kind zeugen will, liessen mich tatsächlich stocken. Wie erklärt man altersgemäss Lust? Sie mit Liebe zu verbinden ohne gleichzusetzen fand ich herausfordernd.
    Inwiefern das in die Hände der Schule gehört, lässt sich streiten, grundsätzlich ist aber Information immer gut und ich hatte noch nie Bedenken, wenn meine Kinder auch Informationen von anderen Menschen bekommen, als von mir. Im Gegenteil können sie dadurch nur profitieren.

    • 13 sagt:

      Das Problem ist und bleibt einfach, dass nicht alle Kinder am gleichen Punkt stehen, in der Schule aber gleiches zur gleichen Zeit lernen. Genauso wie es 10jährige gibt, die bereits mit Pornos in Kontakt gekommen sind, gibt es solche, die noch nie einen Gedanken daran verschwendet haben. Aber um präventiv arbeiten zu können, muss man die Kinder früh abholen. Ich schliesse dabei nicht aus, dass es für einige zu früh ist. Jedoch bin ich überzeugt, dass sie mit der richtigen Begleitung in der Schule und zu Hause keinen Schaden davon nehmen werden. Nur müssten da beide an einem Strang ziehen, was halt nicht immer gegeben ist.

    • Jane Bissig sagt:

      Ich finde es einfacher und besser, wenn es von der „anderen Seite her“ erklärt wird: Sex ist nicht „Kinder machen ohne ein Kind zu machen“, sondern „Schmusen, aber ganz fest und streicheln und küssen auch zwischen den Beinen, das machen Erwachsene (streicheln kannst du bei Dir selber auch mal probieren, wenn Du magst)“. oder so ähnlich. Dann muss man nämlich auch weniger erklären, dass es nebst Penetration noch anderes gibt. Dafür muss man vielleicht halt erklären, dass es, anders als beim „normalen“ Schmusen nicht mitmachen darf. Da man es ja aber normalerweise in Abwesenheit des Kindes macht, ist das nicht so schwer.

      Aber sowieso: Kinder verstehen gut, dass man etwas nur aus Lust macht. Ist ja nicht so, dass sie selber voll die zweckorientierten Wesen wären…

      • 13 sagt:

        „von der anderen Seite“ ist eher schwer, da ja die meisten Kinder über eine Schwangerschaft im Familien- oder Freundeskreis zum Thema kommen. Das erste, das sie erfahren, ist, dass es dazu dient, dass ein Kind entsteht. Von daher finde ich es eher schwer, es auch anders aufzugleisen. Aber natürlich sind und waren das auch Dinge, die angesprochen werden sollten. Und genau das sind dann die Schwierigkeiten, die man begegnen kann: Warum dann nicht mit jedem? Warum nicht mitmachen? Warum intim und nicht öffentlich? Ich sage ja nicht, es gibt darauf keine Antworten, die gibt es logischerweise, es war für mich persönlich einfach eine Erfahrung, dass das „technische“ einfacher zu erklären ist als das „emotionale“.

      • Jane Bissig sagt:

        Ein Einstieg könnte ja auch sein, wenn ein Kind sieht, dass sich die Eltern mit Zunge küssen. Diese „andere“ Schiene sollte eben wenn möglich unabhängig von Schwangerschaften und Babys aufgegleist werden. Aber ich sehe Ihren Punkt schon. Eine Schwierigkeit bei der Aufklärung ist, dass Kinder zwar durchaus schon sexuelle Wesen sind, aber meist noch nicht viel von der ekstatischen, genitalen Erregung wissen oder spüren. Da muss man sie auf später vertrösten. Sie akzeptieren ja aber auch, dass sie z.B. noch keinen Wein trinken dürfen. Ein wenig rätsel- und zauberhaft darf die sexuelle Zukunft ja schon bleiben, man kann nicht alles erklären.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Einfach locker bleiben Jane – Kindern nur das erklären, was sie interessiert. Und bei 99% der Kinder ist aus völlig logischen Gründen der Fokus erst mal warum, wieso und wie so kleine Babys von Mama geboren werden.
        Das ist ja auch die biologische Grundidee jeglicher Sexualität. Dass das dann auch noch Spass macht etc. erklärt man gleich anschliessend, wenn sie schockiert sagen: „dann MUSSTET ihr das 2 mal machen?“
        Ansonsten schätze ich Intimität. Wir üben unsere Sexualität nicht vor den Augen unserer Kinder aus. Darin sehe ich keinen Nutzen. Denn so lernen sie gleich den 2. wichtigen Grundsatz: meine Sexualität ist privat – darum soll man weder andere ungefragt begrapschen, noch sich begrapschen lassen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sie brauchen auch keine Anleitung wie „das kannst du auch mal machen“. Kinder die in einem entspannten Umfeld aufwachsen, machen ihre Entdeckungen ganz von alleine. Man muss ihnen eher sagen: „äh, mach das nicht in der Öffentlichkeit. Das ist Privat.“

        So ist das mit den heutigen Kindern, die nicht mehr in geistigen Blockaden aufwachsen.

        Ich glaube, es sind gerade solche Sätze, welche die Hardcore-Fundis in Angst und Schrecken versetzen. Dass nämlich übereifrige Aufklärer die Kinder in übergriffiger Weise animieren wollen. Kam ja in der Vergangenheit auch immer wieder vor Odenwald oder der jüngste Fall in CH.

      • Jane Bissig sagt:

        @RoXY: Das mit dem „locker bleiben“ kann ich nehmen. Bin da tatsächlich etwas missionarisch. Inhaltlich bleibe ich aber dabei, dass man ruhig auch proaktiv Akzente setzen kann. Aus obigen Gründen. Dass man sich dabei am Interesse und dem Entwicklungsstand des Kindes orientiert, versteht sich von selber. Und: Ich habe auch keinen Sex vor Kindern. Aber mal kurz innig knutschen dürfen die schon sehen.

      • 13 sagt:

        Nennen Sie mich verklemmt, aber die meisten Menschen erreichen doch, v.a. wenn sie Eltern werden, ein Alter, wo sie nicht mehr öffentlich herumknutschen. Zärtlichkeiten austauschen oder mal nackt durch das Haus laufen sollte eigentlich normal sein, aber sich die Zunge in den Hals stecken, kann man auch zu zweit. Doch selbst wenn, bin ich nicht davon überzeugt, dass Kinder durch einen Zungenkuss auf die Idee kommen, dass da noch mehr ist. Hingegen ist der wachsende Bauch vom Gotti irgendwann nicht mehr übersehbar und da kommt automatisch dir Frage, wie denn das Kindchen da reingekommen ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        wir verstehen uns schon, Jane
        der zweite Teil meine Antwort ist leider noch in der Schlaufe
        Ich glaube, das was Sie proaktiv nennen, ist nicht nötig, wenn man das Umfeld der geistigen Unterdrückung verlassen hat.
        Wenn es für Sie natürlich ist, vor anderen Leuten/den Kindern wild rumzumachen. Ja, ok, dann ist das ihre Art. Meine ist es nicht. Ich schätze etwas Privatsphäre. Erst recht in unserer exhibitionistischen Zeit.
        Unsere Kinder bekommen genügend mit, was wichtig ist. (Falls sie uns mal erwischen sollten, werden sie nicht traumatisiert sein.)

      • Sportpapi sagt:

        „Dass nämlich übereifrige Aufklärer die Kinder in übergriffiger Weise animieren wollen. Kam ja in der Vergangenheit auch immer wieder vor Odenwald oder der jüngste Fall in CH.“
        Das kam vor? So habe ich diese Fälle eigentlich nicht in Erinnerung.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Lesen Sie keine Zeitung SP?
        Oder wollen Sie jetzt die Pädo-Kriminellen Übergriffe schönreden. Odenwald oder Jegge – das sind Fakten. Das ist passiert.
        Wir sollten immer hellhörig werden, wenn Erwachsene allzu eifrig um die „sexuelle Befreiung“ von Kindern und Jugendlichen besorgt sind. Oft steht dahinter die eigene Erregung. Siehe eben Odenwald oder Jegge. Aber klar: einem gewissen Intellektuellen Milieu passt diese Realität halt nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ich lese fleissig, doch. Aber ich erkenne ich den Fällen weder Experten für Sexualität, noch irgendwelche Aufklärer.
        Es handelt sich um Pädagogen, die eigentlich auf ganz anderen Gebieten sich einen guten Ruf eingehandelt hatten. Leider aber mit dunklen Seiten. Aber das sind doch nicht gehypte Experten der Sexualität, oder?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Seufz – ist geht mir doch nicht darum, wer wo welchen Expertentitel hat, sondern dass es im Namen schulischer Aufklärung sehr wohl zu missbrauch gekommen ist.
        Und im übrigen habe ich Jane geantwortet, die propagiert hat, man solle Kinder ruhig dazu ermutigen „sich selbst zu streicheln“ und ich sagte: dass eben genau mit solchen Sätzen auch schon übereifrige Pädagogen übergriffig „aufgeklärt“ haben.
        Haben Sie das jetzt wirklich nicht verstanden? Oder wollen Sie mir einfach aus Prinzip widersprechen?

      • Martin Frey sagt:

        „Oft steht dahinter die eigene Erregung. Siehe eben Odenwald oder Jegge.“
        Völlig einverstanden, RoXy.
        Was Sie, SP, bei dem Thema wieder mal völlig ausblenden, dass das keine Einzelfälle sind. Dass dabei eine bestimmte Haltung der 80er Jahre zum Ausdruck kommt, welche sich z.B. auch in den schmerzhaften Selbstreinigungsprozessen der deutschen Grünen in den letzten Jahren wiederfindet. Der bei weitem noch nicht abgeschlossen ist.

      • Sportpapi sagt:

        Zwischen Aufklärung, Kinder ermutigen, sich selber zu berühren, und sexuellen Übergriffen ist ein weites Feld.
        Ich finde es nicht richtig, die Bemühungen um sexuelle Aufklärung damit zu diskreditieren, dass es auch schon Pädagogen gab, die kriminell waren. Ich mag mich auch nicht erinnern, dass z.B. ein Jegge sich Frühaufklärung etc. ins Zeug gelegt hätte. Sein Thema war doch ein ganz anderes.

      • Sportpapi sagt:

        Vielleicht geht es ja einfach darum, dass man helfen will: http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2017-02/sexuelle-aufklaerung-fluechtlinge-deutschland

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi:
        „Zwischen Aufklärung, Kinder ermutigen, sich selber zu berühren, und sexuellen Übergriffen ist ein weites Feld.“
        Nein, ist es nicht. Der Uebergang ist eben oft fliessend. Darum ist das Themengebiet auch derart heikel.
        Ich verstehe schon, dass das nicht ganz Ihr Gebiet ist. Aber lesen Sie ansonsten in den Sommerferien mal das Buch von Markus Zangger, SP.
        Mir geht es nicht darum, jemanden einfach so zu diskreditieren. Sondern nur darum, nicht blauäugig, sondern eher mal aufmerksam zu sein wo es nötig ist.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Es ist mein Gebiet insofern, als es in meinem Bereich ein grosses Thema ist. Und 30 000 Sport unterrichtende Lehrpersonen darunter leiden müssen, dass man meint, bei ihnen wegen einigen wenigen Vorfällen nun genauer hinschauen zu müssen.
        Noch schlimmer sind aktuell gerade die Leute dran, die sich als Reformpädagogen wirklich mit Herzblut einer guten Sache verschrieben haben (egal, wie man zu den Ideen jeweils steht, das muss man ihnen doch zu Gute halten).
        Es sind ja auch nicht alle Pfarrer und Ärzte pädophil. Insofern sind diese unterschwelligen Pauschalisierungen – doch, genau das lese ich bei euch – nicht wirklich angebracht. Und schon gar nicht zielführend. Sondern es dient genau dazu, eine Menschengruppe zu diskreditieren, im wahrsten Sinne.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        Kein Mensch hat hier einen Generalverdacht geäussert. Aber wenn Ihnen wirklich etwas daran gelegen ist, dass Ihre 30 000 Sport unterrichtenden LP eben nicht unter einem Pauschalverdacht leiden müssen, wie auch Ihre Reformpädagogen, Ihre Sexexperten, Ihre Pfadileiter, überhaupt alle risikobehafteten Berufsgruppen, dann hilft Ihnen nur Sachlichkeit und völlige Transparenz.
        Es sind Ihre Wortklaubereien die nicht zielführend sind, Ihre manchmal etwas seltsam anmutende Verve mit der Sie sich mit Leuten solidarisieren, wo es nichts zu solidarisieren gibt. Wenn Ihnen an einem sauberen Sportunterricht ohne Generalverdacht derart gelegen ist, weshalb wehrten Sie sich zb. damals dagegen, dass vorbestrafte Pädokriminelle nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen?

      • Martin Frey sagt:

        Haben Sie, SP, dieselbe Haltung auch z.b beim Steuerbetrug, nur um ein anderes Beispiel zu erwähnen? Sind Sie da auch gegen Transparenz, gegen den automatischen Informationsaustausch? Wegen (ich zitiere Sie) ‚wegen einigen wenigen Vorfällen‘?
        Wissen Sie, ich bin der erste, der sich gegen Sprüche und pauschale Verdächtigungen wehrt, die sich zb. gegen Männer in KiGas, Kitas etc. richtet.
        Aber wie Roxy es treffend beschrieb:
        „Wir sollten immer hellhörig werden, wenn Erwachsene allzu eifrig um die „sexuelle Befreiung“ von Kindern und Jugendlichen besorgt sind.“
        Da gibt es für mich eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen.

      • Adina sagt:

        @Jane B: Sie meinen das jetzt nicht ernst mit der Ermutigung zum sich selbst anfassen beim Kind, oder? Kinder tun das schon, sich selbst anfassen, das ist bekannt. Aber dass Erwachsene sie dazu ermutigen? Warum???
        @Martin Frey und RoXY: Sie haben recht. Sie haben einfach recht.
        @SP: Hmm. „Unterschwelige Pauschalisierungen“? Leben Sie damit. Sie haben sich den Beruf selber ausgesucht und basta. Wie männliche Kinderärzte auch. Bitte keine Tränchen wegen Diskriminierung giessen. Ich bin auch freiwillig in der Schweiz eingewandert, muss mit Vorurteile leben bis mich die Menschen persönlich besser kennenlernen. Dann fallen diese weg. C’est la vie.

      • Martin Frey sagt:

        Danke, Adina.

  • Adina sagt:

    Wie sexuelle Aufklärung heute in der Schule gemacht wird weiss ich (noch) nicht.
    Was ich aber weiss ist dass uns das Buch „Peter, Ida und Minimum“, vor kurzem gekauft, sehr wohl reicht als Informationsquelle. Mehr braucht es mMn nicht.
    Wichtig dabei ist, und das steht am Anfang des Buchs in GROSSBUCHSTABEN: Das Buch zuerst zusammen mit einem Erwachsenen lesen. Also nicht quasi sich selbst aufklären, so wie es mit Pornos anscheinend der Fall ist.
    Deshalb JA zum korrektes Informieren und Aufklären, schon ab 6. Aber durch einer qualifizierten erwachsenen Person die einem das, was man liest, auch gleich erklärt. Wie gesagt, mir persönlich reicht dieses sehr gut gemachte Buch ab 6 Jahre, vor allem die Betonung auf emotionelle und intellektuelle Reife (wissen, dass bzw. was man will).

    • Jane Bissig sagt:

      Ich möchte anfügen, dass es auch „Folgebücher“ gibt für Jugendliche und Erwachsene. Z.B. „Mädchen: Das Aufklärungsbuch. Liebe & Lust, Angst & Frust, Sexualität & Erotik“ von Franziska Krauch und Antje Kunstmann, oder „Männliche Sexualität“ von Bernie Zilbergeld sind sehr gut und auch interessant für die vom anderen Geschlecht. Oder der Klassiker „Joy of Sex“ von Alex Comfort. Letzteres, ebenso wie der Bonus-Tipp halt noch recht heteronormativ. Aber wenn man alt genug ist dafür, weiss man ja vielleicht schon ungefähr, ob man hetero ist oder nicht. Bonus-Tipp für Kleinkinder, immer wieder lustig und mit einer wunderschönen kindgerechten Beschreibung von Erregung und Orgasmus: „Wo komm ich eigentlich her?“ von Dr. Thaddäus Troll.

      • Adina sagt:

        Jane, danke für die Buchtipps. Habe mir gerade eine Notiz gemacht, für später.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Ja, es braucht (frühkindliche) Sexualkunde an den Schulen, weil sich der Zugang zu sexuellen / sexualisierten Inhalten seit der Einführung des Internets geradezu revolutioniert hat und deshalb insofern gefährlich ist, als dass Heranwachsende nicht richtig zwischen Ficktion und Realität unterscheiden können. Allerdings sollte man sich hüten, den Sexualkunde Unterricht ideologisch verbrämten Behörden / Institutionen alleine zu überlassen, wie der Fall Hessen zeigt. Sexuelle Diversität ist ein Fakt und gehört zweifellos in den Unterricht- aber die politische Kondistionierung gehört da ganz sicher nicht hin! Eine Reihe von Suchtreffern zum Fall Hessen hier:

    https://www.google.ch/search?q=Lehrplan+zur+Sexualerziehung+hessen#q=Lehrplan+zur+Sexualerziehung+hessen&tbm=nws&spf=1497427060604

    • Martin Frey sagt:

      „Allerdings sollte man sich hüten, den Sexualkunde Unterricht ideologisch verbrämten Behörden / Institutionen alleine zu überlassen, wie der Fall Hessen zeigt.“
      Ach, da muss man seine Gedanken gar nicht so weit schweifen lassen. Was Vorzeigepädagogen der Nation mit ihren „Therapieansätzen“ anrichten können, darüber ist soeben ja ein Buch erschienen.
      Es kommt wohl schon nicht ganz von ungefähr, dass ein Teil der Eltern diesbezüglich nicht frei von einem Grundmisstrauen gegenüber Experten in dem Bereich sind.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Martin Frey: Man muss vielleicht fairerweise anfügen, dass es an beiden Enden der Skala Extreme gibt: Hier die Genderista und dort die christlichen Fundis. Beide bedingen sich gegenseitig und schaffen ein Klima, das ein eher schwieriges als tolerantes Klima gegenüber sexuellen Minderheiten zur Folge hat. Toleranz lässt sich nicht staatlich herbei erziehen, Toleranz ist das Produkt eines langwierigen, gesellschaftlichen Entwicklungsprozesses!

      • Sportpapi sagt:

        „Es kommt wohl schon nicht ganz von ungefähr, dass ein Teil der Eltern diesbezüglich nicht frei von einem Grundmisstrauen gegenüber Experten in dem Bereich sind.“
        Experten in welchem Bereich? Pädagogik? Sonderschule?
        Und wo waren denn eigentlich jene Eltern im genannten Fall?
        Persönlich glaube ich ja, dass es weniger um ein Grundmisstrauen geht als um die Angst, dass da über etwas aufgeklärt wird, was die Eltern gerne (noch) untern dem Deckel gehalten hätten.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        Grundsätzlich gegenüber allen „Experten“ in Sachen Aufklärung, Sexualkunde, Sonderpädagogik usw, die zusehr „gehypt“ werden. Zumindest bei mir und teils auch in meinem Umfeld ist dies der Fall. Oder anders formuliert, umso kritikloser und dogmatischer die Bewunderung, umso misstrauischer werde ich in der Regel. Nicht dass ich nicht Vertrauen schenken kann, Gott behüte. Aber ich pflege trotzdem genau hinzuschauen und nachzufragen.
        Dass in den genannten Fällen die Eltern mit (geistiger) Abwesenheit glänzten, ist ja Teil des Systems solcher Leute.
        Das was Sie ansprechen, SP, ist eine andere Diskussion, nur indirekt verwandt. Denn die Meinungen können mit Fug und Recht auseinandergehen, wann und wie derartige Aufklärung passieren soll. Nicht nur durch wen.

      • Martin Frey sagt:

        @Zufferey:
        In jeder Hinsicht einverstanden.
        Nur soll, ja muss Toleranz auch in der Schule ein Thema sein, nicht nur beim Thema Sexualkunde. Toleranz ist eine Lebenshaltung, die m. E. in der Schule durchaus aktiv vorgelebt werden soll. Gegen Indoktrination wehre ich mich, aber Intoleranz und Ausgrenzung darf in der Schule auch keinen Platz haben. Das geht weit über das Thema Sexualkunde und Aufklärung hinaus.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Martin Frey. „Oder anders formuliert, umso kritikloser und dogmatischer die Bewunderung, umso misstrauischer werde ich in der Regel.“ Meine Worte! Würde man jeweils beide Enden der Skala dieser und auch anderer Diskussionen aus dem politischen Bereich- die Sexualität ist ja mittlerweile politisch- weg lassen, liessen sich sicherlich tragbare Lösungen finden, die allen Interessen gerecht werden. So hingegen zwingt uns die Polarisiererei, eindeutig Position zu beziehen, obwohl wir das vielleicht gar nicht wollen.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Den Link auf die Vorzeigepädagogen verstehe ich nach wie vor nicht. Das ist völlig unpassend, denn die haben keine Aufklärung betrieben, und das auch nie behauptet.
        „Grundsätzlich gegenüber allen „Experten“ in Sachen Aufklärung, Sexualkunde, Sonderpädagogik usw, die zusehr „gehypt“ werden.“ Was muss ich mir da vorstellen? Haben Sie ein Beispiel aus der Sexualkunde, wer da „gehypt“ wird?
        „Die Meinungen können mit Fug und Recht auseinandergehen, wann und wie derartige Aufklärung passieren soll.“ Bzw. ob überhaupt? Was befürchten Sie denn? Was soll auf keinen Fall vorgestellt werden? Warum nicht?
        Ich sehe ja auch nicht unbedingt einen Nutzen. Aber einen potentiellen Schaden, der rechtfertigt, sich so dagegen zu wehren?

      • Martin Frey sagt:

        Sportpapi, bezüglich der Pädos waren wir wohl nie einer Meinung, soweit ich mich recht erinnere.
        Aber es ist nun mal ein Fakt, den Sie wohl kaum bestreiten dürften, dass gewisse Berufe, sowie die damit verbundenen Positionen und Befugnisse ein gewisses Klientel anziehen. Demzufolge ziehen eben gewisse Berufe Pädophile an wie der Mist die Schmeissfliegen. Darunter ist auch die Branche, in der Sie tätig sind.
        Wir können jetzt darüber streiten, ob und wie es dabei um sexuelle Aufklärung in dem engeren Sinne ging, über die wir diskutieren. Das ist aber für mich gar nicht der Punkt. Fakt ist nämlich auch im Fall Jegge, dass die Vorfälle gegenüber dritter, amtlicher Seite bekannt gemacht wurden, und daraufhin kraft seines Gurustatus nichts unternommen wurde. Darum ging es mir.

      • Martin Frey sagt:

        „Bzw. ob überhaupt? Was befürchten Sie denn? Was soll auf keinen Fall vorgestellt werden? Warum nicht?“
        Wie so oft, versuchen Sie ‚vorbeizureden‘, SP.
        Daher nochmals, lesen Sie meine Posts.
        Ich bin grundsätzlich sehr dafür, derartige Aufklärungsarbeit durchzuführen. Ich befürchte dabei grundsätzlich gar nichts, bin jedoch dezidiert der Ansicht, dass ein solcher Unterricht (den darum handelt es sich) im Kindergarten nichts verloren hat. Sinnvoll erachte ich das so im 8.-9. LJ, aber das ist meine Privatmeinung. Und dann soll es um Aufklärung und Sexualunterricht im ganz allgemeinen Sinn gehen, und sicher nicht um zu explizite oder gar ideologisch aufgeladene Indoktrination. Weder von der einen noch der anderen Seite. Diesen Anspruch habe ich an die Volksschule, Sportpapi.

  • Nils sagt:

    Liebe Frau Steiner,

    hmmm ich hatte nicht die Absicht, irgendwen mundtot zu machen. Das wäre für jemanden, der vom Meinungsaustausch und (ja durchaus auch) Streit lebt, ziemlich sinnbefreit. Zu ihrer Frage: Mein damaliger Biologielehrer hat getan, was er konnte. Das meine ich genau so, wie ich es sage. Eine Lehrkraft, die bei diesem diffizilen, schambesetzten Thema vor eine pubertierende Klasse gesetzt hat, wurde nicht nur damit allein gelassen, sondern auch mit dem Umstand, dass sie anschließend in der Klasse noch zu anderen Themen zu unterrichten hat – und das bei deutlichem Autoritätsverlust.

    Ich konnte mittlerweile einige Male dem Aufklärungsunterricht von Expert*innen beiwohnen, die sehr viel freier und zielgerichteter sprechen können. In meinen Augen funktioniert das besser.

    • Nils sagt:

      … und zwar nicht nur weil ihnen mehr Wissen und didaktische Methoden zur Verfügung standen, sondern weil sie danach einfach wieder gehen konnten, ohne dass Heranwachsende noch ein halbes Jahr später kichernd mit dem Finger auf sie zeigen und „der hat Ficken gesagt“ murmeln.

      Was die „Frühsexualisierung“ betrifft: Das ist tatsächlich ein politischer Kampfbegriff.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChsexualisierung

      Was die schrittweise Aufklärung betrifft: Jede Frage verdient eine Antwort. Ohne Störche, zwangsläufige Heterosexualität oder der Gleichsetzung von Sexualität mit Reproduktion.

      LG
      Nils Pickert

      • Brunhild Steiner sagt:

        Hallo Herr Pic kert
        das ehrt mich nun aber sehr, erlebe ich Sie in aller Regel als der „grosse Abwesende“, was ich besonders bei kontroversen Diskussionen jeweils bedauert habe, das „vor den Latz geknallt bekommen“ so-und-so-ist-es-richtig-darüber-zu-denken sonst seid ihr in folgenden Schubladen zu verortet hat mich da immer sehr gestört.

        Zur Nachverständigung: ich kritisiere nicht den Einbezug von diesbezüglich Ausgebildeten, aber Sie beziehen das Wort „Experten“, so wie ich das aus dem Art verstehe, ausschliesslich auf die sehr progressive Richtung (frühkindliche Sexualerziehung) welche eine entschlossene Agenda führt, und nein, denen würde ich unsere Kinder nicht aussetzen wollen.
        Diesbezüglich sehr kritisch eingestellt sein schliesst Aufklärung-gutheissen nicht aus.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ und wenn Sie schon am mitlesen sind füge ich doch gerne an, dass mir grundsätzlich Ihre Schreibe zu Themen des Alltags, aus Ihrer Erlebenswelt immer sehr gefallen haben, erfrischend anders zu Beginn. So mit der Zeit hat sich dann bisschen dieses „vor den Latz geknallt bekommen wie man als moderner/aufgeklärter Mensch zu denken hat“ eingeschlichen, was ich persönlich schade finde.
        Nun, Sie schreiben aus dem hohen Norden für den gesamten deutschsprachigen Raum, was wohl zum Tonfall beiträgt, seien Sie jedenfalls versichert, auch wenn ich mit Sicherheit nicht alles bei Ihnen unterschreibe, so schlecht kriegen die Hinterfragenden das nun auch wieder nicht hin. Doch nun noch wunderschönen Tag, und ich fühl mich ja wirklich geehrt 😀

  • Greatsheep sagt:

    Mag ja sein, dass es noch Jugendliche gibt, die Pornos als real anschauen.. Aber schon früh genug haben die Kinder uns gesagt und gezeigt, dass sie und auch die meisten Kinder/Jugendliche Realität und Fiktion egal welcher Filmsparte auseinanderhalten können. Wir leben ja schliesslich im 21. Jahrhundert und über Tricks und Manipulation kann man sich überall locker informieren. Wer das nicht auf die Reihe bringt, ist eh ein Loser.
    Nein, von uns wollten sie nie gross was wissen und die „gesteuerte“ Sexualkunde in der Schule worin „Heteronormität“ nur eines sehr kleines von sehr vielem ist, lehnen die meisten ab, denn die Realität ist eine andere. Und das ist es: man kann Jugendliche heutzutage nicht mehr so einfach belügen; sie können sich gut selber informieren das muss man steuern.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Das empfinde ich anders.
      Das Auseinanderhalten zwischen Fiktion/Realität, aufgesetzten Masken,
      die Kluft zwischen vorgegebenen Idealen die es zu erreichen gilt, und was den Wert des Menschen an sich ausmacht auf den verschiedensten Lebensgebieten;
      das sind sehr wohl wichtige Punkte welche nicht allen Jugendlichen „weil locker informiert was wirklich Sache ist“ so gut gelingt.

      • tststs sagt:

        Und Ihr Empfinden kann ich mit folgendem Argument untermauern:
        Ja, wir alle könne zwischen Fiktion und Realität unterschieden… also wenn sie als solche gekennzeichnet ist.
        Ansonsten fällt uns das ziemlich schwer, und vor allem spielt das fürs Unterbewusstsein so gar keine Rolle. Bei der „psychischen Verarbeitung von Eindrücken“ spielt es – gemäss neueren Studien – keine Rolle, ob der Ursprung real oder fiktiv ist!

    • Susi sagt:

      „Realität und Fiktion egal welcher Filmsparte auseinanderhalten können“

      Also, ähäm. Greatsheep, Ihnen ist aber schon bekannt, dass in den Pornos richtig gebumst wird. Und richtig abgespritzt. Nein, nicht „50 Schatten von Grau“, echt, nicht Fiktion. Genau darum ist es bei gewissen Praktiken in den Pornos demnach wichtig, dass das Filmmaterial nicht geschnitten wird, um das Kontinuitätsprinzip noch besser zu bewahren bzw. die Echtheit klarer zu demonstrieren…
      Und Sie kommen mit: „man kann Jugendliche heutzutage nicht mehr so einfach belügen“. Ok. (Primarschüler schauen sich heutzutage teilweise Pornos auf dem Pausenplatz an…)

    • Jane Bissig sagt:

      Das Problem bei Porno, im Gegensatz zu anderen Fiktionen, ist, dass reale Vorbilder meist fehlen. Denn um den Unterschied zu erkennen, müsste man die Fiktion irgendwie abgleichen können. Wenn Kinder und Jugendliche von uns Erwachsenen keine liebevolle Sexaufklärung bekommen, ist das schwierig. (Allerdings: es gibt auch gute Pornos, z.B. auch explizite und schöne „How to“-Videos. Ich habe fest vor, meinem Kind zu gegebener Zeit auch ein paar Bookmarks zukommen zu lassen.)

      • Renate Stiefel sagt:

        Jugendliche? Mir sind 8-Jährige Kinder begegnet, die regelmässig Pornos schauten. Und Eines davon erzählte mir, er fände es gruusig, dass Erwachsene ihren Penis hinten bei der Frau einsteckten. Das es die Vagina gibt, wusste er nicht. Bei Kindern von Migranten formt der frühe und natürlich unbegleitete Pornokonsum auch den Blick auf unsere Gesellschaft mit. Kinder sind sehr wohl der Meinung, das gezeigte Verhalten sei real, bzw. gesellschaftlich akzeptiert. Dass jedem Kind Pornografie zugänglich ist, ist eigentlich schlicht Kindsmissbrauch.

      • Jane Bissig sagt:

        Was jetzt die „Migranten“ hier sollen verstehe ich nicht ganz.

      • 13 sagt:

        @ R. Stiefel
        Das verstehe ich nicht. Inwiefern formt der frühe und unkontrollierte Pornokonsum nur bei Kindern von Migranten den Blick auf unsere Gesellschaft?

      • 13 sagt:

        Gleicher Gedanke, Jane. Ich bin auf die Antwort gespannt.

      • Renate Stiefel sagt:

        Schweizer Kinder haben zu Hause ein tägliches Beispiel für die Werte der hiesigen Gesellschaft und den Umgang der Geschlechter untereinander. Ein Kind z.B. somalischer Eltern, wo die Mutter Kopftuch trägt, die Geschlechter getrennt leben und der Umgang sehr formal verläuft, kann durchaus zum Schluss kommen, dass das Verhalten von Frauen und Männern in Pornofilmen dem normaler Schweizer Verhalten entspricht. Gerade in religiösen Familien kann das Thema nicht angesprochen werden. Kinder frisch Zugewanderter haben oft keinen Einblick in den Alltag von Schweizern ausser über die Medien – in denen Frauen öfter sexualisiert dargestellt werden.

      • gabi sagt:

        Nein; ich kann leider nicht nachvollziehen, woher und wie ich diese Aussage habe, bin jedoch schon öfter drauf gestossen, dass der Pornokonsum in isIamischen Ländern in keinem Verhältnis zur aufgesetzten Keuschheit liegt. Ich kann´s mir jedenfalls sehr gut vorstellen.

        Denn gerade dieses extreme Verdrängen einer entspannten Körperlichkeit und das Verbannen jeder weiblichen Natürlichkeit führt ja zu dieser Übersexualisierung, unter denen dann die jeweilige Gesellschaft zu leiden hat.

        Das Bild, das man sich dann vom Westen ganz allgemein macht, bewegt sich also schon auf Handys weit vor den Grenzen Europas.

      • Renate Stiefel sagt:

        Gabi: ich spreche aus Erfahrung, und von Kindern, die aus Afrika oder Asien zugewandert sind. Das müssen nicht unbedingt Muslime sein, auch christliche Afrikaner finden Pornografie und Sexualisierung aller Lebensbereiche fremdartig. Nicht selten werden neu aufgenommene Asylanten in den Städten in Billigwohnungen nahe dem Rotlichtmilieu untergebracht. Die Eltern, im Bestreben ihrem Kind „Bildung“ zu verschaffen, investieren in Computer, Smartphone und Internetanschluss für ihre Kinder, können aber aus verschiedenen Gründen den Konsum nicht kontrollieren. Für den Knirps besteht dann keinen Unterschied zwischen der blonden Willigen im Porno und der blonden Lehrerin oder Mitschülerin. Einiges was als Verhaltensauffälligkeit gilt, ist eigentlich ein Versuch der Anpassung.

      • gabi sagt:

        „Einiges was als Verhaltensauffälligkeit gilt, ist eigentlich ein Versuch der Anpassung.“

        Also das, was ich meine, ist das ganz bestimmt nicht.

        Und die Frauen, die sich selbst vollverhüllt in den Kashbas im Maghreb betatschen lassen müssen, empfinden das ganz gewiss auch nicht als Versuch vorzeitiger Westintegration!

  • Martin Frey sagt:

    Ich glaube, die wenigsten Personen haben etwas gegen Sexualkunde resp. Aufklärung im Schulunterricht einzuwenden, abgesehen vielleicht von ein paar religiösen Fundis. Die Frage ist ja nur, in welchem Rahmen und v.a. wann das geschehen soll. Wenn ich mich richtig erinnere, waren die Bestrebungen, dies teils bereits im Kindergarten durchzuführen, und zwar durchaus explizit. Worin wohl die wenigsten einen Sinn zu erkennen vermögen.
    Ich lese auch im gesamten Artikel kein einziges, schlagkräftiges Argument dafür, jedoch nur etwas oberlehrerhaft anmutende Ausführungen über Allgemeinplätze. Dass viele Lehrer von Sexualkunde überfordert sind, ist wohl verständlich. Ob das seitens sog. Experten zwingend so viel besser daherkommt, kann aber auch nicht zwingend vorausgesetzt werden.

    • Brunhild Steiner sagt:

      schliesse mich vollumfänglich an

    • tststs sagt:

      So explizit wie halt Geschlechtsteile aus Plüsch sein können 😉

      • Walter Boshalter sagt:

        Plüsch & Aufklärung kann in die Hose gehen. Letztens brachte meine Tochter (10) beim gemeinsamen Abendessen folgende Frage an die Eltern vor: „…ähm, was bedeutet eigentlich Masturbieren?“. Ich konnte es mir nicht verkneifen und antwortete sofort: „Hol mal dein altes Plüscheinhorn…“. Was zu – diplomatisch gesagt – gewissen Not-Amused-Reaktionen der besten Ehefrau von allen führte.

      • Jane Bissig sagt:

        🙂 Wie genau wollten Sie denn mit dem Einhorn einem MÄDCHEN Masturbation demonstrieren?

      • Franz Vontobel sagt:

        Wie genau wollten Sie denn mit dem Einhorn einem MÄDCHEN Masturbation demonstrieren?

        Vermutlich genau so: MIT dem Einhorn (und eben nicht AM Einhorn…)

    • Sportpapi sagt:

      Was meinen Sie mit explizit?
      Oder andere Frage: Wie anders als explizit soll es denn gehen?
      Sie haben aber recht: Die Frage ist, was es bringt, zu welchem Zeitpunkt und zu welchem Zweck. Wenn schon wertvolle Schulzeit investiert wird, dann soll das auch sinnvoll genutzt sein.

  • Stefan W. sagt:

    Ihre Aufklärung in den 90ern war offenbar nach heutigen Masstäben vollkommen ungenügend. Meine Frage nun: Welcher Schaden ist Ihnen dadurch entstanden? Gibt es starke Hinweise dafür, dass Ihr Leben, Ihre Partnerschaft oder auch nur Ihr Sex besser wäre, wenn man Sie damals so aufgeklärt hätte, wie man es nach heutiger Ansicht tun müsste?

    Wäre es ketzerisch zu fragen, woher „man“ eigentlich so genau weiss, dass eingehende Sexualaufklärung besser ist, als selber entdecken? Natürlich sollte jede/r Heranwachsende wissen, wie Kinder und Geschlechtskrankheiten entstehen, das ist klar. Aber darüber hinaus? Gibt es gute Studien die belegen, dass es wichtig ist, das Zwischenmenschliche beim Sex im Voraus detailliert theoretisch zu erarbeiten?

    • Susi sagt:

      @St.W.: Ich hatte die gleichen Gedanken. Ich wurde in den 80ern ähnlich „aufgeklärt“ im Unterricht und geschadet hat es mir sicher nicht.
      Der Unterschied zu heute ist doch aber der, dass die Kinder heutzutage sehr früh mit Pornografie in Kontakt kommen und dann offenbar vielfach meinen, dass Sexualität so abzulaufen habe und sie zudem so ausschauen sollten wie die Pornodarsteller. Dass es beim Sex auch um Gefühle, Kommunikation, Nähe, viel Hautkontakt gehen kann (nicht muss), bleibt bei den generell auf Stimulation der Geschlechtsteile fokussierten Pornos ja aussen vor. Die Frage ist: Wie will man das am besten vermitteln? Der Einfluss von (Porno-)Bildern (gegenüber unseren Worten) ist wohl schon sehr stark.

      • Martin Frey sagt:

        Das ist richtig, Susi, die Frage ist nur, wann dies geschehen soll. Meines Erachtens ist die Primarschule schon der richtige Zeitpunkt dafür. Vorher ist das einfach (unter normalen Umständen) noch kein Thema. Meine ich zumindest.
        ps. apropos Aufklärung. Dies lief bei den meisten dieser Generationen wohl ähnlich. Ich erinnere mich auch gut, bei uns kam eine sog. Expertin in die Schule nachdem der Biolehrer sich komplett überfordert zeigte. Sie war so der Typus alt 68er im Chrüterhexen-Look, ihr Auftritt war grauenhaft, altersentsprechend völlig unangemessen, der aufklärerische Mehrwert nahe Null. Nur so, gibt es auch… 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tststs
        Können Sie das mit „heutige gültige Grenzen abschaffen“ näher ausführen?
        Klingt mir nun ein bisschen sehr diffus einerseits und auf „Feuer schüren wollen“ andererseits.

      • Jane Bissig sagt:

        Ich fände es schon nur gut, wenn diese genitale Stimulation ein wenig vielfältiger wäre. Oft tut es ja schon beim zusehen weh… Darum: Nicht nur Worte gegenüberstellen, sondern auch Porno-Tipps.

      • Susi sagt:

        @Jane: „Nicht nur Worte gegenüberstellen, sondern auch Porno-Tipps.“

        Ich weiss nicht so recht, ob Jugendliche Pornofilmli schauen möchten, die Mami & Papi auch geschaut und für „gut“ befunden haben. Oder was denn für Tipps?
        (Und ja, was denn genau für Tipps?) 😉

      • Jane Bissig sagt:

        @Susi: Schon klar. Über den Sex der Eltern will man lieber nicht zu viel wissen. Aber: Wenn ich z.B. einem Sohn einen Link schicke für ein gutes „How-to-lick-Pussy“-Video, gehe ich davon aus, dass er da trotzdem mal reinguckt. Davon gibt es einiges, ist aber oft versteckt z.b. in der „female friendly“-Kategorie (was wiederum ein Thema für sich wäre) oder bei den Lesben. Für „echte“ Lust empfehle ich Amateure oder Gayporn. Letzteres auch für schöne Männer. Es lohnt sich auch, sich mal Zeit zu nehmen für Tumblr. Da gibt es liebevolle Sammlungen für jeden Geschmack. Perlen suchen in dem ganzen Mist.

        Aber auch: Guck Dir verschiedenes an und nicht NUR das, was am schnellsten funktioniert oder immer härteres. Sagen, was die grössten Missverständnisse und Probleme mit Porno sind.

      • Jane Bissig sagt:

        @Susi: Mein Kommentar hängt, wohl wegen der „Tipps“. Schon klar, dass man über den Sex der Eltern lieber nicht zu viel wissen will. Aber ich gehe davon aus, dass mein Sohn einen Link zu einem guten „How-To“-Kanal trotzdem mal anklicken würde. Ich würde ihm ja nicht meine geheimen Lieblingsclips verraten. Es ist auch nicht so, dass ich schon den super Plan habe. Aber meine Botschaft ist: Wenn Porno dermassen leicht zugänglich ist, sollten wir als Eltern uns auch damit befassen und etwas Orientierungshilfe bieten. Z.B. auch mit Sachen wie: Guck Dir verschiedenes an und nicht NUR das, was am schnellsten funktioniert oder immer härteres. Sagen, was die grössten Missverständnisse und Probleme mit Porno sind. Gedankenanstösse zu Produktionsbedingungen etc.

      • Susi sagt:

        @Jane: Danke!
        Ich kann diese Intentionen gut nachvollziehen. Dennoch frage ich mich, wie das beim Kind ankommt, wenn man als Mutter den Porno dekonstruiert. Sich alles ein wenig anschauen, weiss nicht, darauf hätte ich jetzt auch keine Lust. Oder mir einen Link anzuschauen, den mir eine Person geschickt hat, mit deren Sexualität ich nicht unbedingt in Berührung kommen will.
        Ich würde glaub eher herausheben, dass Porno und Sex mit dem Partner nicht identisch zu sein haben. Eine Gratwanderung ist es wohl allemal.

      • Sportpapi sagt:

        @Jane Bissig. Sie sind da auf einem guten Weg. Für ihren Partner. Aber ob das die Kinder auch brauchen?
        Persönlich glaube ich, ist es doch schon schön, wenn man einen Partner/eine Partnerin hat, mit dem man gemeinsam, Schritt für Schritt, neue Welten entdecken kann. Man muss nicht vor der ersten Beziehung bereits ein Könner sein (in Gedanken).
        So wie ich es sehe, ist das aber bereits in der Beziehung schwierig, und das färbt sich dann auf die Kinder ab, die dann ebenso Mühe haben in ihren Beziehungen…

    • tststs sagt:

      „….woher „man“ eigentlich so genau weiss, dass eingehende Sexualaufklärung besser ist, als selber entdecken?“
      1. Naja, wenn wir die Strategie „selber entdecken“ fahren, müssen wir einfach bereits sein, unsere heute gültigen „Grenzen“ von Sexualität abzuschaffen. Ehrlich, ich habe keine Probleme damit, ich fände es sogar gut, wenn wir diese sogenannten Doktorspiele in vollem Umfange zulassen.
      2. Was besser ist? Ich hatte in den 90er (Gymi) gar keine Sexualkunde, wurde aber zuhause adäquat aufgeklärt. Hat zur Folge, dass ich früher öfters mal meinen Mitschülerinnen erklären musste, wie Dinge funktionieren und heute eine freie, selbstbestimmte Sexualität geniesse.

      • Brunhild Steiner sagt:

        irgendwie ist die Antwort oben reingerutscht,
        hier:
        @tststs
        Können Sie das mit „heutige gültige Grenzen abschaffen“ näher ausführen?
        Klingt mir nun ein bisschen sehr diffus einerseits und auf „Feuer schüren wollen“ andererseits.

      • Martin Frey sagt:

        @tststs:
        Persönlich finde ich, reicht die Strategie „selber entdecken“ natürlich nicht. Diese ist zwar im Rahmen der sexuellen Reifung wichtig und richtig, kann aber eine angemessene Aufklärung keinesfalls ersetzen. Genauso wenig wie man sich bei der Aufklärung nur auf die Eltern verlassen kann. Die meisten von uns wissen wohl auch aus eigener Erfahrung, dass dies auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

      • tststs sagt:

        Ich meinte es so: Was gilt heute als „guter“, gesellschaftlich akzeptierter Sex?
        Ich behaupte mal: 2 Menschen, heterosexuell, vaginale Penetration, oraler Verkehr, Stöhnen, Fesselspiele mit Seidenschal oder dem 50-Shades-of-Grey-Magic-X-Set.
        Lassen wir die Kinder das ganze selber entdecken, dann müssen wir einfach damit rechnen, dass alle Löcher von allen Geschlechtern mit allem möglichen penetriert werden, dass Bisi und Gaggi evtl. eine Rolle spielen, dass Onanie mit Zuschauern betrieben wird etc. Wollen wir das? 😉

      • Jane Bissig sagt:

        @tststs: „Onanie mit Zuschauern“ in einer Aufzählung mit Gaggi, also ich weiss nicht ob Sie diesmal mit Ihrer schnellen Feder nicht vieleicht etwas überschiessen… 🙂

      • Susi sagt:

        @tststs: „Lassen wir die Kinder das ganze selber entdecken, dann müssen wir einfach damit rechnen, dass alle Löcher von allen Geschlechtern mit allem möglichen penetriert werden, dass Bisi und Gaggi evtl. eine Rolle spielen, dass Onanie mit Zuschauern betrieben wird etc. Wollen wir das?“

        Ist die Frage rhetorisch? (Gegenfrage: Wie schlimm wäre das denn? So auf einer Skala von 1-10.)

        P.S.: Onanie mit Zuschauern ist doch eigentlich nicht aussergewöhnlicher als irgend ein Magic-X-Set, oder?

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Ehrlich gesagt fände ich das nur gut, wenn die Jugendlichen ihre Wünsche und Grenzen selber erfahren, statt sie von aussen diktiert zu erhalten.

    • tststs sagt:

      3. Sie unterliegen der Fehlinformation, dass das Thema „im Voraus detailliert theoretisch zu erarbeiten“ ist. Es wird nicht ins Detail gegangen, wie viele Schläge eine Domina auszuführen hat oder in welcher Stosskadenz penentriert wird.
      Es geht eher darum, dass die verschiedenen Praktiken als gleichwertig gelten (und nichts, womit alle beteiligten einverstanden sind, irgendwie pervers ist). Und diese Infos sind für alle, die jenseits der 16-Minuten-Missionarstellung-Vorstellung Sex haben, doch sehr beruhigend.

    • Jane Bissig sagt:

      Studien weiss ich nicht. Ich musste aber noch mit Ende zwanzig durchaus „erfahrenen“ Liebhabern ganz Grundsätzliches über die weibliche Anatomie zeigen und mal sagen, dass es nicht nur um Penetration geht. Und das waren keine schlechten Menschen, sie waren absolut offen dafür und fröhlich erstaunt über die „Ergebnisse“. Es hatte ihnen einfach noch keineR gesagt. Ja, das wäre auch Aufgabe der Eltern oder Bettgenossinnen. Aber viele Leute haben keine Sprache dafür. Warum also nicht Fachleute?

      • Stefan W. sagt:

        @Jane Bissig: Diesen Punkt finde ich sehr wichtig. Meine Frage ist: Denken Sie, Ihre Liebhaber hätten sich nach eingehenden theoretischen Erläuterungen zum Sexualakt, den damit verbundenen Ängsten und Wünschen und der weiblichen Anatomie geschickter angestellt?

        Ich bezweifle das. Schwimmen lernt man auch nicht durch Theorie. Wieviel Theorie im Voraus notwendig ist? Keine Ahnung.

      • Jane Bissig sagt:

        @Stefan W.: Ja, das glaube ich. Jeder junge Mann (und jede junge Frau) will ja gerne „gut im Bett“ sein und selbst wenns peinlich ist (Gespräch mit den Eltern) werden sie dies oder das mitnehmen aus einem Gespräch mit solchen, die schon mehr wissen. Den Vergleich mit dem Schwimmen finde ich drum nicht gut, weil das etwas ist, das man einmalig „erlicken“ muss (und dann natürlich üben.) Sex ist vielchichtiger und ich würde es eher mit Musik, Zeichnen oder Gärtnern vergleichen.
        Direkt anleiten geht bei Sex halt nicht, da kann etwas Theorie nicht schaden. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass sie mir persönlich geholfen hat, einen guten Einstieg in die „Praxis“ zu finden.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Naja, finde ich jetzt ebenfalls eher warme Luft als echt Greifbares,
    gerade: „Wenn hingegen ein Kind, das immer schon über eine eigene Sexualität verfügt, altersgemäss und konsequent aufgeklärt wird, hat das mit Sexualisierung nichts zu tun.“
    ist ja genau das Thema.
    Was ganz konkret habe ich denn darunter zu verstehen?

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      Wie genau zeigt sich diese „eigene Sexualität“, was fördert deren Entfaltung und was gehört zur Abteilung „am Gras ziehen“?
      Und was die „Experten“ betrifft, sind Sie echt der Meinung die machen heute den Job alle so um Welten besser als Ihr Lehrer von früher? Sind selbstverständlich nur der „neutralen Sache“ verpflichtet? Und weshalb fallen bloss die Befürworter in die Experten-Kategorie, kritische Hinterfragende (durchaus mit entsprechenden Abschlüssen auf den Gebieten Medizin/Pädagogik) jedoch nicht?

      Einer ehrlichen Auseinandersetzung dienen die Seitenhiebe, zwecks Kritiker mundtot machen und für nicht relevant zu erklären, nicht besonders.

      • tststs sagt:

        „sind Sie echt der Meinung die machen heute den Job alle so um Welten besser als Ihr Lehrer von früher?“
        Insofern früher >20 Jahre: Ja, IMHO ganz sicher. Alleine schon, wie viel mehr wir über die kindliche Psyche und Entwicklung in den letzten Jahren erfahren haben, so kann selbst der beste Aufklärungslehrer von 1970 dem heutigen nicht das Wasser reichen.

        „durchaus mit entsprechenden Abschlüssen auf den Gebieten Medizin/Pädagogik“ das sind doch auch Experten, oder? 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tststs
        mir ging es eher um den Punkt dass NP offenbar die „offensive Seite“ unter den Experten vollumfänglich vertrauenswürdig erklärt, diejenigen welche, ACHTUNG, nicht grundsätzlich gegen Aufklärung sind, jedoch Mängel anmerken, für ewig im Gestern steckengeblieben, und als nicht ernstzunehmen wahrnimmt.
        Wenns nach den Vorreitern ginge spielt persönlicher Schutzraum des Kindes, Rücksichtnahme auf Entwicklung und ganz vieles mehr keine grosse Rolle mehr- und das finde ich dann tatsächlich viel verheerender als ein missglückter Aufklärungsunterricht, damals im Jugendalter, als heute bei viel Jüngeren!

Kommentar

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