Einseitige Ernährung fördert Allergien

Mit Milchprodukten soll man schon nach ein paar Monaten beginnen. Foto: Matt Preston (Flickr)

Kaum ist eine Frau schwanger, wird sie überhäuft mit gut gemeinten Infos, Ratschlägen und Ermahnungen: «Iss dies, meide das, tue Folgendes.» Auch wenn das hin und wieder nerven kann, hat das natürlich seine guten Gründe: Für den Fötus und die werdende Mutter sollen perfekte Bedingungen geschaffen werden. Doch was heisst das konkret in Bezug auf das eigene Verhalten? Welche Nahrungs- und Ergänzungsmittel helfen denn nun wirklich während der Schwangerschaft und nach der Geburt, um etwa künftigen Allergien beim Kind vorzubeugen?

«Unser Schicksal liegt in den Genen», sagt Peter Eng. Foto: Kantonsspital Aarau

Noch vor zehn Jahren rieten Ernährungswissenschaftler und Ärzte den Schwangeren und Stillenden mit Allergien in der Familie zu Dingen, die aktuell längst keine Gültigkeit mehr haben. Mittlerweile empfehlen sie ihnen nicht mehr, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, um Allergien vorzubeugen.

Heute heisst die allgemeine Empfehlung schlicht: Esst abwechslungsreich und normal. «Das ist das absolut Wichtigste», sagt Kinderarzt Peter Eng, Allergologe der Kinderkliniken Aarau und Luzern. Man solle also keinesfalls auf eine Weglass-Diät setzen. Der Verzicht auf Nahrungsmittel kann Allergien nicht vorbeugen. «Einseitigkeit in der Ernährung ist das grösste Risiko.»

Früher Kontakt mit Fisch und Nüssen

Dieser Leitsatz gilt nicht nur für Erwachsene. Für Säuglinge und Kleinkinder ist er genauso gültig: So soll man dem Kind nicht mehr Fisch, Eier, Joghurt oder Erdnuss und Haselnuss enthaltende Lebensmittel so lange wie möglich vorenthalten, sondern – im Gegenteil – schon nach ein paar Monaten damit beginnen. «So lernt der Körper früh genug, damit umzugehen», sagt Peter Eng. Komme das Kind erst nach einem Jahr oder später damit in Kontakt, bestehe ein grösseres Risiko, darauf allergisch zu reagieren. Das zeigten umfangreiche Studien.

Seit wenigen Jahren sind die Empfehlungen betreffend Ernährung auch für Säuglinge und Kleinkinder mit erhöhtem Risiko für Allergien fast gänzlich frei von Verboten. Von einem erhöhten Risiko wird ausgegangen, wenn Mutter, Vater oder Geschwister bereits eine Allergie haben. Gegen eine erbliche Vorbelastung kann man gemäss dem Allergologen indes nicht viel tun. «Man kann eigentlich sagen, unser Schicksal liegt in den Genen», so Eng. Der Erwerb einer Allergie hänge zu einem grossen Teil mit der genetischen Veranlagung zusammen – und zu einem kleineren Teil mit der Umwelt (z. B. übertriebene Hygiene, Umweltverschmutzung, einseitige Ernährung). «Mehr Dreck» heisse deshalb für kleine Kinder unter anderem die Devise. Wobei man selbstverständlich auch hier nicht übertreiben soll: von allem ein wenig und nicht zu viel. Genau wie bei der Ernährung.

Die Wirkung von Muttermilch wird überschätzt

Für den Allergologen derzeit am interessantesten sind neuste wissenschaftliche Erkenntnisse im Zusammenhang mit hoch dosiertem Fischöl (die «SonntagsZeitung» berichtete). Eine Studie zeigte, dass die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren Kinder auf Jahre hinaus vor Asthma und Bronchitis schützen kann. Deren Mütter hatten während ihrer Schwangerschaft 14 Wochen lang täglich vier Gramm Fischöl zu sich genommen. «Doch aus der Studie eine generelle Empfehlung abzuleiten, wäre vorschnell», sagt der Arzt.

Anderen Aussagen, die im Zusammenhang mit einer Allergieprävention immer wieder genannt werden, kann er weniger abgewinnen: jene, dass langes Stillen gegen Allergien schütze, zum Beispiel: «Die Meinungen gehen hierzu auseinander. Doch Muttermilch schützt wohl nicht so effektiv gegen Allergien, wie man lange dachte. Die Evidenz ist gering.»

Nachteile wegen Kaiserschnitt?

Immer wieder wird auch ein Kaiserschnitt als negative Auswirkung für das Baby genannt. Peter Eng: «Das ist eine hartnäckige Assoziation. Man findet in Studien tatsächlich einige Hinweise, dass Asthma, Diabetes und andere Immunkrankheiten nach einem Kaiserschnitt bei Kindern häufiger auftreten.» Doch es bleibe die Frage: Ist es kausal oder zufällig? Denn Fakt ist auch: Mütter, die an Diabetes leiden, haben auch mehr Kaiserschnitte. Einen günstigen gesundheitlichen Einfluss auf ein Kind habe eine vaginale Geburt wohl allerdings schon: «Bei der Geburt kommt es mit einem Spektrum an Keimen von der Mutter in Kontakt, mit welchen sich der kleine Körper bereits auseinandersetzen muss.» Das sei bei Kaiserschnittbabys nicht der Fall.

Weitere nützliche Infos findet man hier:
Wissenswertes zur Allergieprävention, aha Allergiezentrum Schweiz
Offizielle Ernährungs-Empfehlungen für Schwangere und Stillende

39 Kommentare zu «Einseitige Ernährung fördert Allergien»

  • Karl von Bruck sagt:

    Wer ein „auf“ zuviel findet darf es – ohne einmal mehr ueber die Form zu Motzen statt zur Sache zu schreiben – behalten…..

  • Samichlous sagt:

    Weniger die einseitige Ernährung, sondern viel mehr die verfrühte Verabreichung von industriell hergestellten (unnatürlichen) Nahrungsmitteln wie der industriell hergestellten Pulvermilch fördern Allergien.

    Im Zweifelsfalle und bei Allergien in der Familie rate ich immer noch nichts anderes als Muttermilch in den ersten Monaten. Auch kein einziges Fläschchen Formula.

    WHO und UNICEF raten nicht umsonst allen Eltern weltweit ihr Kind in den ersten 6 Monaten ausschliesslich (d.h. kein Tee, kein Brei, kein Pulvermilchschöppeli) mit Muttermilch zu ernähren.

  • Samichlous sagt:

    • Mütterliche sIgA wirken spezifisch gegen Antigene. Diese Antikörper richten sich gegen Pathogene (=Krankheitserreger) in der unmittelbaren Umgebung des Babys.
    • Die Mutter entwickelt Antikörper, wenn sie Kontakt mit krankmachenden Mikroben hat, indem sie diese mit der Nahrung, der Atmung oder auf andere Art aufnimmt.
    • Diese Antikörper ignorieren nützliche Bakterien, die zur normalen Darmflora gehören und Krankheiten abwehren, ohne selbst Entzündungen zu verursachen.
    Säuglingsnahrung sollte einem gestillten Baby nicht verabreicht werden, bevor die Darmschleimhaut sich verschlossen hat.

    Das wäre bestimmt eine effiziente Allergieprävention!

  • Samichlous sagt:

    • Wenn gestillten Babys während der ersten sieben Lebenstage Formula zugefüttert wird, erfolgt die Bildung des stark sauren Milieus verspätet und sein volles Potentials wird vielleicht niemals erreicht.
    • Gestillte Säuglinge, die Zufütterungen erhalten, entwickeln eine Darmflora und ein Darmverhalten wie formulaernährte Säuglinge.
    Der Magen-Darm-Trakt des Neugeborenen verändert sich nach der Geburt durch schnelles Wachstum und Reifung:
    • Babys haben bei der Geburt einen Darm mit unreifen Funktionen und ohne „Immunerfahrungen“.
    • Es dauert viele Wochen bis die „Öffnungen“ in der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts reifen und den Darm vor ganzen Proteinen und Pathogenen verschließen.
    • Die Offenheit und Unreife des Darms spielen eine Rolle bei der Entstehung von…

  • Samichlous sagt:

    Gestillte und mit künstlicher Säuglingsnahrung (Formula) ernährte Säuglinge haben eine unterschiedliche Darmflora:
    • Gestillte Babys haben während der ersten sechs Wochen einen niedrigeren pH-Wert im Darm von etwa 5,1 – 5,4 (saures Milieu), dabei dominieren Bifidus-Bakterien und es gibt nur wenige krankmachende Mikroben, wie z.B. Escherichia coli, Bakteriodes, Clostridien und Streptokokken.
    • Mit Formula gefütterte Babys haben einen hohen pH-Wert von etwa 5,9 – 7,3 im Darm mit einer Vielzahl von Fäulnisbakterienarten.
    • Bei Säuglingen, die Muttermilch und zusätzlich Formula erhalten haben, liegt der durchschnittliche pH-Wert im Darm in den ersten vier Wochen etwa bei 5,7 – 6,0 und fällt dann bis zur sechsten Woche auf 5,45.

  • Samichlous sagt:

    Es wir eher die negative Wirkung der Schoppennahrung unterschätzt- als die postive Wirkung der Muttermilch überschätzt. Ein einziges Fläschchen kann schon die empfindliche Darmflora eines Säuglings ruinieren! Egal wie lange danach noch gestillt wird.
    Ich könnte mich rückblickend ohrfeigen, dass ich mich nicht dagegen gewehrt habe, dass unser Erstgeborenes schon in den ersten Tagen dazugeschöppelt wurde! Und das in einer stillfreundlichen Klinik. Man hätte auch mal 2-3 Tage warten können. Mit dem Stillen klappte es nämlich von anfang gut.

  • 13 sagt:

    Und ob einer Studie, die der Text nicht mit Namen nennt, geglaubt wird oder nicht, entscheidet der Arzt, der eigentlich ein Fachmann für die Behandlung und nicht für die Entstehung ist, nach eigener Willkür? Ein kleines bisschen speziell.

  • tststs sagt:

    «So lernt der Körper früh genug, damit umzugehen»,
    vs.
    „Der Erwerb einer Allergie hänge zu einem grossen Teil mit der genetischen Veranlagung zusammen – und zu einem kleineren Teil mit der Umwelt“

    Kohärenz und so???

    • Christoph Bögli sagt:

      Das fühlt sich beim Lesen effektiv etwas widersprüchlich an, ist es aber nicht wirklich. Dass viele Risiken für Allergien woh primär genetisch determiniert sind, ändert ja nichts daran, dass man diesen zumindest mit dem richtigen Verhalten entgegen wirken kann. Letzteres ist ja, was man beeinflussen kann, die Gene hingegen kann man nicht auswechseln..;)

      Aber gerade darum ist wohl das Fazit auch, dass man sich besser gar nicht zu grosse Gedanken darum macht, weil sich viele entscheidende Faktoren eh nicht beeinflussen lassen.

      • Luzia Osterwalder sagt:

        Ich finds immer wieder spannend, dass gar nicht daran gedacht wird, dass unser Verhalten die Gene beeinflussen könnte. Geschweige denn an Epigenentik gedacht wird. Die Natur oder eben die Gene verändern sich doch nicht zufällig – das sind die Folgen von unvernünftiger Ernährung u/o Erlebnissen usw. um das zu korrigieren wäre der sicherste Weg wieder Vernunft walten zu lassen – über mehrere Generationen, vielleicht schafft es eine zukünftige Gesellschaft…. 🙂

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Einzig einen Schulmediziner zum Thema „Allergien und Ernährung“ zu Wort kommen zu lassen ist geradezu fahrlässig. Die wichtigste Massnahme gegen Allergien besteht darin, den Kindern keine Tierproteine zu essen zu geben, da diese das Immunsystem irritieren durch ihre grosse Ähnlichkeit mit den menschlichen Körper-Proteinen. Überdies stammen über 90% der kanzerogenen Substanzen in der Ernährung aus Tierprodukten, wobei Milchprodukte hier die Spitze anführen (Bundesamt für Gesundheit). Omega-3- und Omega 6-Fettsäuren nimmt man am einfachsten und gesündesten mit Nüssen zu sich. Alternativ geht auch kaltgepresstes Lein- oder Rapsöl. Im übrigen ist es eine Binsenwahrheit, dass Schulmediziner im allgemeinen keine Ahnung von Ernährung haben – sie kommt gar nicht vor in ihrer Ausbildung.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Nur ob sie eine Ahnung haben Herr Niederer? Sie sind ein Gläubiger. Für Sie sind die Erkenntnisse ihrer religiösen Gemeinschaft Fakten, selbst wenn sie in der Realität nicht nachweisbar sind und Fachleute ihre Thesen widerlegen.
      Wir nehmen massenweise tierische Proteine zu uns, wie unsere Vorfahren es auch schon getan haben.
      Wir sind weder Allergiker, noch sonst was.
      Und nun kommt der Knaller: Stellen sie sich vor, wir sind keine Einzelfälle!

    • Christoph Bögli sagt:

      Mediziner haben allerdings im Normalfall doch etwas Ahnung von Krankheiten und eben auch Allergien, zumindest mehr als der durchschnittliche Internet-Besserwisser, der sich schnell auf Wikipedia und irgendwelchen Esoterik-Seiten etwas Halbwissen und alternative Fakten angelegen hat.

      Übrigens, was genau wollen Sie mit diesem zwanghaften Homöopathen-Sprech vom „Schulmediziner“ genau andeuten?

      • Luzia Osterwalder sagt:

        in den 50er Jahren gab es den Sonntagsbraten. Heute essen die Menschen täglich eingies mehr an tierischen Eiweissen. Folglich kommt es zu sogenannten Eiweissspeicherkrankheiten und Stoffwechselkrankheiten. diese können sich durchaus in sog. Allergien auswirken. Dass es zudem Behandlungsweisen gibt, welche das Immunsystem durcheinanderbringen, davon war im Artikel nicht die Rede. Übrigens kann arfremde Milch z.B. bewirken, dass sich die Mandeln entzünden. Was wäre also die logischste Folgerung?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Luzia Osterwalder: Die Menschen heute essen generell wesentlich mehr und in einer grösseren Vielfalt als vor 60 Jahren, ebenso ist das Gesundheitsbewusstsein und die medizinische Versorgung extrem viel höher. Dass unter den Umständen mehr (Über-)Empfindlichkeiten, Allergien und Erkrankungen im Zusammenhang mit der Ernährung diagnostiziert werden ist darum nur logisch.

        Das trifft aber keineswegs nur auf tierische Produkte zu, im Gegenteil, die sind hier eher irrelevant, ausser z.T. bezüglich langfristigem Krebsrisiken. Probleme mit pflanzlichen Lebensmittel sind viel häufiger und meist gefährlicher, alleine Nussallergien oder Zöliakie. Das Thema eignet sich darum wohl oder übel nicht als Argument gegen tierische Lebensmittel per se..

    • Hanspeter Müller sagt:

      Ernährung kommt sehr wohl vor im Medizinstudium. Die Omega-3-FS in Nüssen sind übrigens nicht dieselben wie jene in fettem Fisch. Wichtig für Kinder, resp deren Hirnentwicklung wäre DHA und EPA, was in der Muttermilch, Mikroalgen und fettem Fisch vorkommt. Die ALA aus Pflanzen können zwar umgewandelt werden, aber nur zu kleinen Anteilen.
      Die Behauptung zu den kanzerogenen Lebensmittel stammen von einer Veganen Webseite, sind aber falsch. Insbesondere den Verweis auf Publikationen des BAG stimmen nicht. Milchprodukte sind nicht Kanzerogen, entsprechend hat das BAG auch nie sowas publiziert.

      • Stephan Baumann sagt:

        Meine Grossmutter, Bäuerin, sprich Fleischesserin, hatte schon früh ihre Allergien entwickelt, meine Mutter, Allesesserin, hat Allergien, ich, Vegetarier seit ich drei bin, habe Allergien.
        Ich habe drei Kinder, bei jedem Kind waren die Ernährungsratschläge diametral verschieden, wenn von den selben Personen sehr entschieden vertreten. Muss allerdings sagen, beim ersten Kind waren die Empfehlungen am absurdesten: Jede Woche nur ein neues Lebensmittel einführen. Bevor wir mit füttern begonnen haben, hätten wir uns entscheiden sollen, ob wir die Früchte oder die Gemüselinie fahren. Sprich, wenn man mit Karotten startet, darf man nicht mit Äpfeln weiter machen. Habe dann gefragt, was mit Kürbis (Beeren) ist. Als ob sich Kinder nich eh alles in den Mund stopfen würden. Absurd

    • Sabine sagt:

      „Die wichtigste Massnahme gegen Allergien besteht darin, den Kindern keine Tierproteine zu essen zu geben, da diese das Immunsystem irritieren durch ihre grosse Ähnlichkeit mit den menschlichen Körper-Proteinen.“

      Haha, jetzt kommen die Vegan-Fundis.

      • ClBr sagt:

        Es muss doch ernsthaft zwischen Allergien (das Immunsystem reagiert auf die kleinste Dosis der Substanz) und Unverträglichkeiten (der Körper reagiert bei Aufnahme gewisser Substanzen ohne Mitwirkung de Immunsystems und v.a. bei erhöhter menge und Sonderfall Zöliakie) unterschieden werden! Echte Allergien sind sehr selten. Unvertäglichkeiten wurden früher wegen fehlender Diagnosemöglichkeiten oft als Allergien bezeichnet, Also ist bei Sprüchen wie „schon meine Grossmutter hatte…“ Vorsicht geboten. Meine Mutter war auf alles und jedes allergisch. Heute würde man das als Histaminunverträglichkeit diagnostizieren!

  • Franz Vontobel sagt:

    leere Begriffe ‚einseitige Ernährung‘

    sich z.B. vor allem von Alkoholika zu ernähren, kann zu Selbstüberschätzung, Verbaldiarrhoe und Langweiligkeit führen… und Demenz.

  • Habig Regula sagt:

    Der Hinweis auf die Kaiserschnittbabies durfte natürlich nicht fehlen. Er lässt mich ratlos zurück, weil ich zwei davon hatte: eines hat eine leichte Allergie auf Erdbeeren und Kiwis, das andere überhaupt keine. Bei beiden habe ich mich in der Schwangerschaft gleich ernährt, beide konnte ich stillen … an was mag es also liegen. Ernährungsratschläge beachte ich nicht mehr, seitdem es jahrelang zuerst hiess „beginn den Tag mit einem Ei“ und plötzlich Eier dann des Teufels waren (wegen Cholesterol?). Da habe ich aufgegeben und esse seither nach Lust und Laune und fühle mich sehr wohl dabei, die Kinder übrigens auch.

    • Christoph Bögli sagt:

      1. Es geht bei so etwas immer um Risiken und Wahrscheinlichkeiten, häufig auf sehr niedrigem Niveau. Selbst wenn die statistische Analyse einen leicht erhöhten Zusammenhang zwischen Kaiserschnitt und Allergien nahelegt und wir mal annehmen, dass das kausal ist (was es keineswegs sein muss), dann heisst das natürlich nicht, dass Kaiserschnitt-Kinder zwangsweise Allergien entwickeln. Die Risiken diesbezüglich sind so oder so niedrig und hängen noch von vielen anderen Faktoren ab.
      2. Man sollte effektiv vorsichtig sein, wenn rein anhand von ungenügend verstandenen Anzeichen etwas medial zu Ernährungsvorschriften aufgeblasen wird. Ernährung sollte eh nie etwas dogmatisches sein, sondern ausgewogen sein und sich daran ausrichten, was einem gut tut.

  • Karl-Heinz sagt:

    Ich sag es immer wieder: jeden Tag ein wenig Dreck hält gesund. Kinder müssen im Matsch spielen, Kinder müssen raus in die Natur. Dort erhalten sie die natürlichste aller Schutzimpfungen. Wir spielten früher als Kinder im Wald, am Bach und in Pfützen, es hat uns gut getan. Als Snack gab es einen Apfel aus der Kiste oder eine gekochte Kartoffel. Heute gibt es in unserer Gegend mehrere „Waldkindergärten“, die Kinder haben fürs schlechte Wetter einen Tipi und sind viel draussen. Nach Aussagen der Eltern sind die Kinder robuster als Kinder im Stadtkindergarten.

    • Michael sagt:

      Möchte ich zu hundert Prozent bestätigen. Wir sind Tretroller gefahren und haben uns bei Stürzen das Knie aufgeschlagen. Sind beim Fangen schon mal in den Bach gefallen und haben beim kleinen Hunger ein Stück Obst oder eine Butterstulle bekommen. Es muss nicht damit zusammenhängen, aber weder mein Bruder noch ich oder meine Kinder, die ebenso aufgewachsen sind, haben Allergien.

      • Mary sagt:

        ich habe das alles auch gemacht und habe trotzdem viele Allergien! Vom eigenen Leben auf das Leben anderer zu schliessen ist schlicht falsch. Der Artikel dementiert ganz klar die These, dass mehr Dreck zwingend Allergien vorbeugt, aber den Artikel haben sie wahrscheinlich nicht gelesen… statt dessen lieber gleich einfach mal etwas kommentieren.

      • Christoph Bögli sagt:

        Also ich war auch ein richtiges „Draussen-Kind“ und war ständig im Wald, Fluss oder See und in Kontakt mit Tieren. Trotzdem habe ich später eine Pollenallergie entwickelt. Darum, wie im Artikel erwähnt wird, das eigene Verhalten spielt in der Frage letztlich eine wesentlich geringere Rolle als andere Faktoren. Wenn Sie keine Allergien haben, dann liegt das eher weniger daran, dass Sie ein so tolles Adventure-Kind waren, sondern dass Sie einfach Glück hatten.

        Das ist nichts gegen das Draussensein, das ist auch für mich die „natürliche“ und best Umgebung für ein Kind. Aber glorifizieren sollte man das deswegen trotzdem nicht. Alleine weil das suggeriert, jeder mit Allergie wäre selber Schuld weil er ein verstockter Stubenhocker war..

  • Brunhild Steiner sagt:

    Hm, ist Fischöl die neue Folsäure…,
    keine Sorge, ich bezweifle den Nutzen von Folsäuresubstitution keineswegs und bin mir ebenfalls bewusst, dass diese vor Schw.beginn aktuell wäre.
    Das Fischöl ist mir neu, entspricht das dem „voriges Jhdt Lebertran“; und wie stehts da um die Ökobilanz?

    Mit einigermassen vernünftiger Ernährung/Trinkverhalten befindet man sich vermutlich der sicheren Seite schon sehr nahe 🙂

    • tststs sagt:

      Die sichere Seite = das neue Jenseits? 😉

      War das Tun früher auf das Jenseits ausgerichtet, tut man heute alles um nicht auf der falschen Seite zu landen…

  • Muttis Liebling sagt:

    Allgemeinplätze, unscharfe, bzw. leere Begriffe ‚einseitige Ernährung‘ und eine Fehlausage ‚unser Schicksal liegt in den Genen‘. Am Ende ein Fazit, welches richtige Ernährungswissenschaftler seit Jahrzehnten propagieren: Esst einfach, was Euch schmeckt und was es gibt. In vernünftigen Massen. Gesunde Ernährung gibt es nur in der Werbung und ungesunde Nahrung ist kaum noch zu bekommen. Das verhindert die gesetzliche Lebensmittelhygiene. Wer nie über Ernährung nachdenkt , kann kaum etwas falsch machen. Falsch ernähren kann man sich nur, wenn man irgendwelchen Diäten folgt, die nicht einmal der Empfehlende versteht.

    Es lohnt schon, sich mit den biologischen Grundlagen menschlicher Ernährung zu beschäftigen. Ich kenne aber kaum jemand, der das je tat. Ärzte sind da keine Ausnahme.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      „Gesunde Ernährung gibt es nur in der Werbung und ungesunde Nahrung ist kaum noch zu bekommen. Das verhindert die gesetzliche Lebensmittelhygiene. Wer nie über Ernährung nachdenkt , kann kaum etwas falsch machen.“ Da bleibt mir nur noch der Schlag mit der flachen Hand gegen die Stirn ….

      • tststs sagt:

        Wo liegt ML denn falsch?
        1) Gesunde Ernährung nur in der Werbung? Ernährung ist per se weder gesund noch ungesund. Okeee, ein paar Gurus (schul- und alternativmedizinische) sprechen evtl. auch noch davon…
        2) Ungesunde Nahrung im Sinne von „krankheitserregend“ gibt es bei uns tatsächlich kaum noch (3jährige Joghurts im Kühlschrank obliegen der Verantwortung des Individuums)
        3) Je weniger Beschäftigung, desto weniger erliegt man kurzweiligen Ernährungsfürzen…

      • Carolina sagt:

        Danke ML: Für einmal völlig Ihrer Meinung! Was mich schon immer stutzig machte, ist die Tatsache, dass die Jünger der neuen Religion AwmEzth (Alles was mit Ernährung zu tun hat) oft genauso genuss-avers und dogmatisch vorgehen und missionieren wie sie es selber den Tiermördern, Nicht-Esoterikern etc vorwerfen.
        Als Laie halte ich eine genetische Komponente für wahrscheinlich, aber ansonsten halte ich mich an das, was ich um mich herum und an mir selber sehe: alles in Massen.
        In punkto Allergien gibt es ja hochinteressante Vergleiche zwischen Westdeutschland und der ehemaligen DDR: als die Mauer fiel, war die Allergierate im Westen um ein vielfaches höher als im umwelttechnisch doch sehr hinterher-hinkenden Osten – surprise, surprise: nach 10 Jahren hatte sich die östliche

      • Carolina sagt:

        /2 dem viel höheren westlichen Niveau angeglichen. Die Erklärung: Putz- und Desinfektionswahn, die Vermeidung von bestimmten Lebensmitteln von früh an und, das finde ich besonders interessant: Kinder nicht mehr oder so wenig wie möglich Tieren (wenn möglich, auf einem Bauernhof und noch besser, mit Kühen!!) aussetzen.
        Wenn wir regelmässig 99.9 % aller Bakterien wegputzen, wenn wir uns, wie Herr N vorschlägt, keinen tierischen Proteinen mehr aussetzen, unseren Kindern von Anfang an keine Nüsse, keine Erdbeeren, keine Laktose und vor allem keinen Dreck mehr zumuten, wie genau soll denn dann der Körper lernen, damit umzugehen?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Carolina – ich habe dasselbe auch über Migrantenkinder gelesen, die nicht nach westlichen Hygienestandards aufwuchsen: weit weniger Allergien.
        Je mehr sie unsere Standards übernommen haben, je mehr stieg die Allergiker-Rate.

        Ich würde sogar noch eine psychologische Komponente vermuten. Je mehr Essen durch Ideologie konfliktbeladen wird, um so eher wird es auch schädlich.
        Wenn ich mir vergegenwärtige, mit was für Sorgen und imaginierten Gefahren da manche Mitmenschen durchs Leben gehen, für Dinge, die ich in einer Selbstverständlichkeit geniesse… kein Wunder wird man krank davon.

      • Carolina sagt:

        Yep, sehe ich auch so. Vieles, was da heute als Allergie beschrieben wird, ist für mich eher Phobie……

    • Reincarnation of XY sagt:

      Ich könnte zwar nicht ganz jedes Wort unterschreiben, aber danke ML.
      Genauso habe ich es schon immer gehandhabt.
      Natürlich spielt der Lifestyle eine grosse Rolle, dass das Mass und das was schmeckt auch vernünftig ist. Je vernünftiger ich lebe, je vernünftiger wird auch mein Geschmack und Mass, und umgekehrt.

      Meine Eltern müssten längst verstorben, ich selbst und unsere Kinder müssten krank und hochgradige Allergiker sein, wenn das stimmen würde, was gewisse Leute als Fakten verkaufen.

    • Michael sagt:

      Ungesunde Nahrung ist kaum noch zu bekommen ???? Wann, lieber Liebling waren Sie denn das letzte mal einkaufen und haben sich das Kleingedruckte durchgelesen ? Mal Kinderjoghurts auf den Zuckergehalt geprüft beispielsweise ? Oder Beccerel der Pfifferlinge aus dem Osten geprüft ? Gammelfleisch könnte Ihnen vielleicht auch etwas sagen oder ?

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