Wieso sind viele Tantriker so unverbindlich?

Einseitiges Verständnis: Tantra ist weit mehr als ein esoterischer Swingerclub. (Bild: Raisa Durandi)

Tantra an sich bedeutet erleben und sich entwickeln – sexuell, beziehungsmässig und spirituell. Wollen sich die Menschen vielleicht emotional schützen, weil sexuell so viel ausgelöst wird?

Die Frage, was Tantra eigentlich genau ist, lässt sich mit einem Satz kaum befriedigend beantworten. Im Groben ist es eine Erkenntnislehre, welche am ehesten als spiritueller und mystischer Weg der praktischen Selbsterfahrung beschrieben werden kann. Tantrismus, wie wir ihn heute kennen oder oft beschreiben, stammt aus dem 17. Jahrhundert und beruht stark auf Ritualen und Kult sowie metaphysischen Annahmen. Ein Hauptelement des Tantrismus ist die Darstellung geistiger Prinzipien mittels sexueller Symbolik. Eine solche Praktik – der ritualisierte Geschlechtsakt, auch Maithuna genannt – ist einer der Hauptgründe, wieso Tantra in der westlichen Gesellschaft ein Stück weit in Verruf geraten ist.

In unseren Breitengraden wird Tantra nämlich oft fälschlicherweise mit Kamasutra in einen Topf geworfen oder auf erotische Tantra-Masse reduziert, was ein sehr verzerrtes und einseitiges Bild des Tantra darstellt. Zudem schwingt immer der Beigeschmack von Schweinekram und esoterischem Swingerclub mit. Dies hat wie so oft mit Informationsmangel zu tun und dem Umstand, dass die meisten Medienberichte eben reisserisch nur den sexuellen Aspekt hervorheben und somit dem Leser ein sehr unvollständiges und unseriöses Bild der Lehre vermitteln.

Hingabe an den Moment

Denn beim Tantra geht es um weit mehr als nur die sexuelle Selbstverwirklichung. Basierend auf einer ganzheitlichen Weltsicht, werden alle körperlichen wie auch geistigen Fähigkeiten genutzt, um ein höheres Bewusstsein zu erlangen – auf dessen Weg man unter anderem auch Selbstliebe, Hingabe an den Moment und die bedingungslose Liebe lernt. Genau dieses zweite Credo der kurzfristigen Hingabe vermag, den Eindruck von Unverbindlichkeit zu vermitteln. Tantriker gehen offen und neugierig auf den Menschen und das Unbekannte zu und leben die Situationen, welche der Lebensweg einem anbietet, intensiv und mit vollster Hingabe. Ob es sich dabei um eine sehr flüchtige Erfahrung oder um eine längere Wahrnehmung handelt, spielt dabei keine Rolle und wird weder im Vornherein so definiert, noch ändert sich in dessen Abhängigkeit das Ausmass der Leidenschaft.

Ob die von Ihnen beschriebene Unverbindlichkeit demzufolge als höhere Stufe der tantrischen Selbstverwirklichung angesehen werden kann oder es sich um einen emotionalen Schutz handelt, lässt sich entsprechend nur schwer beantworten – sowieso wird auch dies von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Ihrer Begeisterung für Tantra tut dies hoffentlich keinen Abbruch, denn mit dem grösser werdenden Zugang zu sich selbst können sich auch bei Ihnen plötzlich neue Präferenzen auftun und bestehende anhaftende Erwartungen reduzieren.

Sexualwissenschaftlerin Andrea Burri beantwortet einmal wöchentlich eine Leserfrage zum Thema Sexualität und Liebe. Diese wird vertraulich behandelt und ohne Namensnennung publiziert. Schreiben Sie uns auf sexologisch@tages-anzeiger.ch.

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51 Kommentare zu «Wieso sind viele Tantriker so unverbindlich?»

  • Marc Heusser sagt:

    Da wäre vor allem mal das klassische Tantra
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tantra (mindestens 1000 Jahre, vermutlich eher 3000 oder 4000 Jahre alt, aber damals nur mündlich überliefert, zB Vijñana Bhairava)
    von Neo-Tantra
    https://de.wikipedia.org/wiki/Neotantra (nach 1968, zT nach 1980, sehr geprägt zB von Bhagwan/Osho, Da Free John)
    zu unterscheiden.
    Das eine hat mit dem anderen herzlich wenig zu tun.
    Geht es im Neo-Tantra vor allem um Sex, geht es im klassischen Tantra um eine Haltung sich selber, anderen und überhaupt der ganzen Welt gegenüber im Leben. Da geht es zum Beispiel um Achtsamkeit, sich selber und anderen gegenüber, Wahrhaftigkeit, Verbundenheit, Spontanität. Das klassische Tantra hat den ganzen Hinduismus und Buddhismus sehr beeinflusst.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Zu Ihrer Datierung des Tantra: Sicher gab es bereits in der vedischen Periode sexualmagische Riten (z.B. Sonnenwenderitual/ Mahavrata oder das Ashvamedha), aber darin bereits ein voll ausgebildetes tantrisches System erkennen zu wollen, dünkt mich zu weit hergeholt.

      Ein Grundgedanke der Tantras ist eben, dass Nirvana und Samsara / respektive Brahman und Maya zusammenfallen (coincidentia oppsitorum). Um dies erkennen zu können, wird in gewissen linkshändigen Tantras versucht, alle Dualität zu überwinden, u.a. auch die Dualität von Moral und Unmoral. Was eben zu diesen Auswüchsen beitrug; nicht nur im sexuellen Bereich.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Ich würde auch nicht sagen, dass dasjenige, das von Burri beschrieben wurde, nur dem Neotantra entspricht, gab es doch auch antiritualistische sexuelle Systeme im Buddhismus und Hinduismus, die unter dem Namen Sahajayana bekannt sind (vgl. Dohas/Caryas), die ihrerseits wieder eine Reaktion auf den Ritualismus der Tantras waren.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Tantra ist einfach eine weitere Art von Hypnose durch ein Gegenüber oder von Selbsthypnose befördert durch die Anwesenheit eines Gegenübers. Echte geistig-seelische Entwicklug geschieht nur durch Entwicklung der Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber durch ehrliche Selbstbefragung und dem Horchen auf die innere Stimme. Dies alles vor dem Hintergrund der parallel dazu erarbeiteten Fähigkeit zur bedingungslosen Selbstannahme. Spirituelle Lehrer führen die Menschen eher von sich selbst weg, indem sie der Versuchung meist nicht widerstehen können, dem Schüler ihr bewusstes und vor allem ihr unbewusstes Glaubenssystem aufzupfropfen.

  • Katharina sagt:

    Ich suchte eine Parodie zu Tantra.

    Fand befremdliches zu sprechenden Pferden, um auch das allerletzte Tabu zum Erreichen der alleinig wahren Essenz des Selbst zu brechen. Kann hier nicht verlinkt werden (NSFW).

    Entschied mich dann, dass Einhorne auch nur Ponys mit einem Strapon sind.

    ps: die Frage ‚Wieso sind viele Tantriker so unverbindlich?‘ wird auch mit dem Feenstaub nicht beantwortet.

  • Reto Burgener sagt:

    Tantra ist eine Philosophie mit verschiedenen Techniken, welche die stärkste Energie des Menschen nutzen – die Sexualität. Sie kann zu einem selbst führen und damit zu Erkenntnis und Einsicht. Alles, was den Menschen ganzheitlich umfasst, hat eine körperliche und eine sprituelle Ebene. Man kann das eine oder das andere stärker betonen. Tantra kann eine religiöse oder spirituelle Dimension haben, muss aber nicht. Da Sexualität ja eine perfekte Symbiose von Körper und Geist ist, ist es auch nicht grundsätzlich falsch, darin zunächst den sexuellen Teil zu erkennen. Auch das ist ein Spiegel von uns.

  • Elodie sagt:

    Auf eine Art muss ich schmunzeln und auf die andere Art stimmt es mich fast ein wenig traurig, weil die Medien so eine grosse Macht haben die Menschen zu überzeugen oder zu manipulieren. Das einzig richtige ist meiner Meinung nach, unbedingt an sich selber zu glauben und der inneren, eigenen Stimme zu hören und folgen, das ist das einzig Sinnvolle, dass zu persönlichem Wachstum führt. Dies geht nicht von heute auf Morgen, aber jeder Tag ist es wert, an sich selber zu arbeiten und auf sich zu hören, denn das ist der Weg des Lebens, eine Schule von Geburt an bis zum Tod. Egal um welches Thema im Leben geht, die Antworten haben wir in uns und wir sind da, um zu experimentieren, umzufallen und auch wieder aufzustehen. Tantra hin oder her, lebt das aus, was Euch guttut!

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    In einer Zeit, wo sich viele Paare über zuwenig Sex beklagen, wartet die Mehrheit auf dieses Geschwurbel, welchesdann noch Stunden benötigt, um sich darauf vorzubereiten.

    Aus dem Umstand, dass bei Tantra der männliche Samenverlust unerwünscht ist, schliesse ich daraus, dass diese Methode als Verhütungsmittel gedacht war, was man aber dem dummen Volk natürlich nicht als solches verkaufen konnte. Sobald es aber Kunst genannt wird, glaubte sich jeder erhaben, der dieses Gedöns anwandte.

    • Urs M. sagt:

      Samenverlust unerwünscht, tsts (Kann ich ja dann noch mit 70 praktizieren)
      Man kann ja zuerst ein paar Stunden rumlümmeln, und am Schluss trotzdem abspritzen. Die Zufriedenheit ist garantiert höher und nachhaltiger.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Wie gesagt; mein Einwand bezieht sich auf die Klagen über zuwenig Sex bei Paaren.

        Da glaube ich nicht, dass sich das ändert, wenn da noch stundenlang mit irgendwelcher Meditation oder sonstigem esoterischem Geschwurbel vorbereitet werden muss. Nach einer 80 Stundenwoche fehltda vielleicht die Motivation dazu.

  • dres sagt:

    Wenigstens ist bei diesem esoterischen Schwachsinn noch Sex dabei. Ansonsten das wo der Herbert Peter schon gesagt hat.

  • Überall und immer sagt:

    Es sind und bleiben die kleinen Dinge die uns Freude bringen. Dinge von erhabener Schönheit die keine menschliche Rohheit je erreicht.

    • Ka sagt:

      „Schönheit ist eine Verheissung von Glück“
      aus „Glück und Architektur“ von Alain de Botton

  • Tantragängerin sagt:

    der bericht ist etwas oberflächlich, hauptsache es wurde etwas über das thema geschrieben ..
    ich gehe regelmässig in die tantramassage und geniesse es jedes mal.
    da ich als single keine affaire mit irgend jemandem eingehen will, mir aber trotzdem den körperkontakt zu jemandem sehr fehlt, habe ich mich dazu entschlossen, diese lücke mit tantra zu schliessen. die massage vermittelt mir persönlich das gefühl der bedingungslosen liebe, so angenommen zu werden wie ich bin, ohne scham oder dem schlechten gefühl nur benutzt zu werden, was ich als single leider zu oft erlebt habe. seit ich regelmässig gehe, fühle ich mich ausgeglichen, geliebt, habe ein positiveres selbstbild von mir und ich bin viel zufriedener. die geborgenheit, die sanften, liebevollen berührungen.. für mich das richtige!

    • Beatrice sagt:

      ich finde es auch oberflaechlich sich als Tantragaengerin zu bezeichnen nur weil man in die Tantramassage geht. Tantra ist viel mehr als nur Massagen oder Sexualrituale….

      • Tantragängerin sagt:

        immer schön, wenn menschen andere kritisieren, und dabei keine ahnung vom gegenüber haben … aber was solls.. ich weiss warum ich gehe, was die rituale bedeuten und dass es mehr ist/bedeutet wie in den paar zeichen die man hier schreiben kann ..

      • Beatrice sagt:

        naja, sie tun ja dasselbe. nichts fuer ungut – wahrscheinlich ist es wirklich schwierig in den wenigen zeilen. wollte ihnen nicht auf den schlips treten. nehmen sie es etwas gelassener 🙂

    • Christian sagt:

      Vielleicht hättest du deinen Unterschied zwischen Tantra und Tantramassage machen sollen. Dann wäre auch Beatrice zufrieden gewesen. Es ist ja wirklich nicht das selbe.

      • Tantragängerin sagt:

        okey sorry auch .. das meinte ich eben auch mit dem oberflächlichen bericht .. da steht viel, aber eben zuwenig über die ganze thematik.
        wollte auch nur rüber bringen, dass an tantra nichts verwerfliches ist, und es mir persönlich sehr gehofen hat meinen inneren frieden wieder zu finden.

        nun haben wir uns alle wieder lieb 😉
        frohe festtage euch allen

      • Beatrice sagt:

        AMEN

        …oder lieber NAMASTE

  • Walter von der Heide sagt:

    Das Tantra ist auch gut für das Mantra. Und spornt an zu geistigen Höhenflügen. Aber Achtung, wer hoch fliegt, kann tief fallen. So wie vom Brahmanen zum Unberührbaren. Vorbeugend hilft ein Bad im Ganges. Reinigt auch die Seele. Alte indische Weisheit von Vishnu, als Manifestation des Höchsten. Man sollte seine Shakti niemals vernachlässigen, und ebenso fleissig die Veden lesen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    @HH

    bedauerlich dass Ihre Beiträge dermassen hängen, nehme mal an nach 8.54 sollte noch was folgen;
    frage dennoch jetzt schon, ist meine Vermutung richtig dass die Frau „Transport/Vermittlungsobjekt“ zur Erlangung einer höheren Bewusstseinsstufe dient, ungeachtet ihrer Würde und körperlichen Integrität?

    • Olav sagt:

      Liebe Frau Steiner

      Eben gerade nicht. Genau, exakt und umfassend das Gegenteil.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Olav

        schauen Sie doch mal über Ihren komfort-Westwelt-Tellerrand hinaus und ersparen Sie mir die Blumengirlanden

    • Hans Hintermeier sagt:

      In einigen Tantras heisst es z.B., dass die Wirkung des Rituals potenziert wird, je reiner/jünger usw. die Partnerin ist (je näher der Verwandtschaftsgrad/grösser das Tabu ist).

      Grundsätzlich (sieht man von extremen Formen ab) muss man jedoch sagen, dass theoretisch beides möglich ist, dass sowohl Yogin als auch Yogini davon profitieren können (Symbiose). Es kommt eben auf die Richtung und Motivation der Teilnehmenden an (im schlimmsten Fall geht der „Fortschritt des einen auf Kosten des Anderen“).
      Es gibt gerade einige Erlebnisberichte aus Tibet (von Frauen), die nicht unbedingt Positives diesbezüglich berichten

      • Brunhild Steiner sagt:

        @HH

        ich dachte ua an tibetischen Lamaismus/Sexualmagie

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ihnen hier auch nochmals besten Dank, für die ausgewogenen Ausführungen HH.

        Brunhild – wie bei allen Dingen, die Menschen erfinden, gibt es wohl auch in dieser Sache eine helle und eine dunkle Seite. Das hat HH in aller Kürze dargestellt.
        Leider konzentrieren sich die Meisten darauf, sich entweder die helle oder die dunkle Seite rauszupicken.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Im Grunde genommen ist es dann halt noch eine Aufforderung zu Inzest und Missbrauch von Minderjährigen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Reincarnation of XY

        wie fast immer kann ich zustimmen, bin mir allerdings nicht ganz sicher ob Sie da was zwischen den Zeilen transportieren und mir signalisieren möchten, ich pickte bloss die dunkle Seite raus?

        Was Buddhismus, und tibetischen Buddhismus im spezielleren betrifft, sehe ich das nicht so „entspannt“, à la „soll halt jeder picken wonach ihm der Sinn steht“, denn auch dank naiver Westlichkeit (und entsprechender Unterstützung etc) werden in den Ursprungsländern destruktive Systeme am laufen gehalten/unterstützt.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Nur in gewissen Tantras, nicht in allen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es auch diese Aspekte gibt und es zu einer kritischen Auseindersetzung gehört , sich auch mit diesen Variationen des Tantrismus auseinander zu setzen

      • Reincarnation of XY sagt:

        Brunhild – vielleicht war rauspicken nicht ganz das richtige Wort.
        Ich bin nämlich dafür, dass wir uns das Gute aus all den „Weisheiten“ dieser Welt rauspicken. Ganz nach dem Motte: Prüfet alles, das Gute behaltet.
        Das ist der einzige Weg, wie man sich weiterentwickeln und in vielfältiger Erkenntnis wachsen kann.
        Der Fehler ist vielmehr, wenn man von einer Sache nur die dunkle oder die helle Seite sieht. Also einseitiges glorifizieren, ohne auch die dunklen Stellen zu thematisieren oder einseitiges däm onisieren, ohne zu sehen, dass es in einer Sache auch Gutes gibt.
        Der Mensch neigt zum Dualismus – dafür oder dagegen. Besser wäre: alles prüfen, das Gute behalten.

      • Katharina sagt:

        RoxY: das ‚killing Argument‘ zu Buddhismus ist die Shoa.

      • Hitz sagt:

        Ich finde, Brunhilde hat völlig Recht mit ihrem Hinweis. Wir Westler sind extrem anfällig für fernöstliche Philosophien und Glaubenssysteme und viel zu unkritisch. Die von ihr erwähnten tantrischen Systeme aus Tibet, sind mit westlichen Massstäben gemessen im Prinzip Okkultismus und eine Form von Vampirismus, werden aber oftmals von naiven Westlern romantisiert und verkitscht.

  • Herbert Peter sagt:

    ganzheitlich…, höheres Bewusstsein, …, auf der Sinnsuche? – gehen Sie einfach raus in die Natur, führen Sie ein bescheidenes Leben, und get a life.

    • Hans sagt:

      Im Gegensatz zu Ihnen, scheinen die meisten Menschen bereits ein „life“ zu haben das nicht ganz so „simpel“ vor sich hinplätschert.

    • Olav sagt:

      Tja, lieber Herr Peter – so einfach ist das halt mit dem höheren Bewusstsein auch wieder nicht. Die Wandervögel sind nicht per se auf einer höheren Stufe, nur weil sie in einer SAC-Hütte übernachten.
      Ein bisschen mehr Selbstreflexion als „ich han hüt en guete Tag“ und Erkenntnis „ei lueg, das schöne Abigroot“ kann durchaus etwas bringen.

      • Beatrice sagt:

        @Olav,

        da darf ich ihnen zustimmen aber so zu denken wie Herbert Peter, wuerde vielen gut tun.

        Einfach mal die einfachen Dinge im Leben sehen, erkennen, dankbar sein fuer das was ist und nicht immer nur verbessern wollen was schlecht ist. Je laenger ich, auf der Suche nach dem Sinn und meinem ICH und alles was auf dieser Reise dazu kam an (Selbst-) Erkenntnis etc. , desto mehr merke ich, dass ich im Grunde genommen NICHTS weiss. Die selbsternannten Gurus unter uns, die sind fuer mich unglaubwuerdig geworden und ich habe schon viele einschlaegige Seminare besucht.

        Seien wir dankbar sind fuer das Gute in unserem Leben anstatt immer das Schlechte wegmachen zu wollen und danach zu streben auf eine höhere Bewusstseinsebene zu kommen um uns von den anderen abheben zu koennen…

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Also, ich finde Herbert Peters Aussage auch nicht so daneben. Was soll schlecht daran sein, zufrieden zu sein und sich an den kleinen Dingen freuen, anstatt ständig nach mehr streben?

        Herbert ist offenbar einer der Wenigen, der s geschnallt hat.

    • Olav sagt:

      @Beatrice
      Nicht staunen: Ich bin ganz Ihrer Meinung. Der Guru ist nirgends – höchstens vielleicht in mir selber. Aber er ändert halt oft seine Meinung.
      Das Schlechte wegmachen wollen, bringt meines Erachtens auch nicht viel. Schöner ist es, die Stärken in sich zu stärken. Die Talente zu pflegen, die Neugierde wach zu halten.
      Schwächen eliminieren gelingt nicht und macht unzufrieden.
      Aber innig Freude teilen … ist das nicht schon in der Nähe von Tantra?

  • Hans Hintermeier sagt:

    Für eine Sexualwissenschaftlerin eine erstaunlich differenzierte Ansicht über das Phänomen Tantra. Trotzdem gilt es folgendes zu ergänzen (habe früher im Nebenfach mal etwas Indologie betrieben):

    – Wir im Westen haben oft eine zu unkritische Einstellung gegenüber östlichen Lehren, respektive sind nicht bereit sie im historischen und religiösen Kontext zu studieren, um sie richtig einordnen zu können. Wir nehmen nur Teile heraus und verzerren sie zudem.
    – Sexualpraktiken kommen nur im linkshändigen Tantra (vamacara) vor und waren auch in Indien schon immer umstritten (nicht nur im Westen), bzw. ein Pfad, der auch viele Gefahren birgt. Ein Pfad auf Messers Schneide.
    – Das Kamasutra ist nicht eine Schrift des Tantra sondern gehört zur Kamashashtra

    • Hans Hintermeier sagt:

      Teil 2 hängt in der Warteschlange

      • Reincarnation of XY sagt:

        darauf sind wir gespannt HH – der Text von Frau B. gibt für mich Unkundigen nicht viel her.
        Sehr viel allgemeines, wenig konkretes.

        Ihr Satz – „Wir im Westen haben oft eine zu unkritische Einstellung gegenüber östlichen Lehren, respektive sind nicht bereit sie im historischen und religiösen Kontext zu studieren, um sie richtig einordnen zu können. “ – hat mir hingegen gut gefallen.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Versuche es ohne den Link:
        – Es handelt sich nicht um gewöhnlichen Sex, denn der Tantriker darf vor allem etwas nicht, nämlich den Samen (Bindu) verlieren.

        – Vor dem Sexualakt finden lange Rituale und eine lange Vorbereitung und Invokationen/Identifikationen statt, die höchste Konzentration erfordern (das würde kaum ein moderner westlicher Geist aushalten)

        – In gewissen hinduistischen und buddhistischen Tantras stehen Sachen, die höchst unmoralisch sind (z.B. Alter und Verwandtschaftsgrad der Sexualpartnerin) und keinesfalls nur allegorisch/sandhyabhasa verstanden wurden, wie oft behauptet wird, geht es doch u.a. gerade darum alle Begrenzungen zu überwinden (vgl. z.B. Buch von Helmuth von Glasenapp: Buddhistische Mysterien) jüngster Fall:

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Und warum tut sich das jemand freiwillig an? Wozu soll das gut sein, ausser dazu, sich gegenüber den Nichtwissern gegenüber überheblich zu zeigen uns sich für Besseres zu befinden?

      • 13 sagt:

        Danke, H.H. für diese Ergänzung.

        Traurig, dass diese Aspekte im Text der Autorin völlig unbeachtet bleibt. Gerade wenn sie den Informationsmangel und ein unvollständiges und unseriöses Bild der Lehre kritisiert.

      • tina sagt:

        off topic an xy: zu gestern. ich habe das auf mich bezogen weil deine botschaft ausdrücklich an alle gerichtet war. es sollte dich anregen, dir jeweils vor dem publizieren zu überlegen, ob du wirklich „an alle“-botschaften bringen willst, da du die umstände der leute nicht kennst.
        und wenn du das dann eben machst, dann musst du schon hinnehmen, dass reaktionen kommen und dich nicht alle lieben für deine allgemeinaussagen, egal wie nett sie eigentlich gemeint waren

      • Reincarnation of XY sagt:

        nichts für ungut Tina
        in diesem Blog schreibe ich nicht, um „von allen geliebt zu werden“, ich schreibe, was ich denke, zuweilen ernst, zuweilen spassig oder beides miteinander. Manchen gefällts, manchen nicht, mit manchen ergeben sich gute Gespräche. Manchmal hilft es mir, etwas schlauer zu werden.

        Aber so ganz allgemein ein Tipp: allgemeine Statements sollte man nie auf seine ganz persönliche Situation beziehen. Das sollte man nur, wenn man seine persönliche Situation schildert und das gegenüber sich dann konkret zu dieser äussert.
        Ich wünsche jetzt nochmals frohe Weihnachten und erholsame Tage.

      • tina sagt:

        ja darum hat es mich doch etwas erstaunt, dass du so erstaunt warst, dass deine frohe botschaft nicht nur positiv ankam.
        wie gesagt: es sollte dir zeigen….
        weil du immer wieder so allgemein zusammenfassungen machst oder für alle sprichst. oder meinst zu sprechen.
        DAS war meine aussage. nicht dass es mich persönlich getroffen hat

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