Elternschaft killt Freunde

Als noch keine Kinder im Spiel waren: Zwei Freundinnen an einer ausgelassenen Weihnachtsparty. Foto: Getty Images

Da haben wir es nun schwarz auf weiss: In meiner bevorzugten Frauenzeitung wird in einem mehrseitigen Artikel erläutert, warum Paare mit Kindern nicht glücklicher sind als ein Paar ohne. Okay, das habe ich ja schon immer gesagt. Mir kommt spontan meine frühere Freundin in den Sinn. Die, mit der man sich rotweintrinkend die Nacht um die Ohren schlagen konnte. Die, die voller kreativer Ideen war, mit einem coolen Freund und einer coolen Wohnung im Kreis 3. Die, mit der ich vor laaanger Zeit einen ambitiösen Parisienne-Werbespot gedreht habe – hach, was waren das noch Zeiten!

Wir fuhren für den Dreh auf einen Schrottplatz am anderen Ende des Kantons, und wir suchten eine Frau mit Kind als Protagonisten. Heute könnte sich meine Freundin selber vor die Kamera setzen. Heute, fünf Jahre und drei Kinder später. Wir haben uns nicht eben oft gesehen, in dieser Zeit. Und wenn, dann war meine Freundin schwanger, am Stillen oder sass im Schneidersitz inmitten von Babykram auf dem Boden. Und gestresst, immer gestresst. Ich denke an den Wellness-Gutschein, mein Geburtstagsgeschenk an sie nach dem ersten (oder wars das zweite?) Kind – nicht eingelöst und abgelaufen. Wir haben uns nicht oft unterhalten, in dieser Zeit. Zu müde, Kind Hunger, Kind schreit, Kind schläft. Telefonieren unmöglich und abends noch kurz weg geht gar nicht. Zugegeben, ich weiss nicht, ob es mich interessieren würde, was sie mir zu erzählen hätte, wenn wir denn zum Reden kämen. Ist sie glücklich? Ist sie glücklicher als ich, die keine drei Kinder hat?

Das mit dem Kind kann man nicht ausprobieren

Ich denke über den Artikel nach, und mir kommt diese Diskussion Kind ja/nein, glücklicher ja/nein irgendwie ein bisschen so vor wie die Sache mit dem Gras, das auf der anderen Seite immer grüner ist. Oder wie die Weisheit, dass Blondinen mehr Spass im Leben haben. Wer weiss das schon? Na gut, das mit dem Blond kann man gut mal eben ausprobieren, das mit dem Kind nicht. Aber spielt es eine Rolle, welche Paare oder Frauen oder Männer denn nun glücklicher sind im Leben, die mit oder die ohne Nachwuchs? Ist es nicht eher so, dass beide Fraktionen immer wieder betonen müssen, wie toll alles ist – die Freude mit Kind, der Spass ohne Kind –, um sich in erster Linie selber davon zu überzeugen? Ist es vielleicht der Neid, der da ab und zu mitredet? Gibt natürlich keiner der beiden zu und ist letztendlich auch nicht nachzuweisen.

Mein persönliches Fazit zur ganzen Thematik: Ob ein Kind nun ein Beziehungskiller ist oder nicht, kommt wohl auch auf die Eltern draufan. Aber ein Kind ist definitiv ein Beziehungskiller zwischen den Eltern und deren kinderlosen Freunden. Das kann vielleicht auch an der heutigen Einstellung zur Kindererziehung liegen. Aber als eine aus der Keine-Kinder-Fraktion kann ich da nicht wirklich mitreden.

Und für eine Diskussion darüber fehlen mir leider die kompetenten Gesprächspartner – denn: Kind Hunger, Kind schläft, Kind schreit …

Zeit zum Stillen. Oder um still zu sein.

247 Kommentare zu «Elternschaft killt Freunde»

  • dr house sagt:

    in dem film «bridges of madison county» sagt meryl streep: «… alles dreht sich um dich und du drehst dich um dich selbst, doch dann kommen kinder und du hörst auf, dich zu drehen, damit sie sich drehen können…» diese aussage enthält für mich die tiefste spirituelle essenz, was eltern-sein -ganz speziell das mutter-sein für mich bedeutet. und wer nicht bereit ist, sich mit dem drehen um sich selber aufzuhören, sollte besser sehr konsquent verhüten!
    ich habs getan: das aufhören und habe eine besondere erfahrung gemacht! irgendwann kann man weiter machen und es ist wunderbar, was einem dann alles begegnet. angefangen von alten freunden bis zu neuen, ist alles wieder da. das ganze ist nur um einen (oder ein paar) menschen grösser: das oder die kinder.

    • Alpöhi sagt:

      Sehr schöner und treffender Beitrag.

    • Susi sagt:

      Habe ich das richtig verstanden: Wenn die Kinder nicht Mittelpunkt des Universums sind, soll man besser verhüten? Während man zuerst selbst dieser Mittelpunkt war?
      Es wundert einen nicht, dass die Gesellschaft je länger je mehr an Narzissmus erkrankt; hier wird eine hübsche Form des verbreiteten erweitertem Narzissmus beschrieben.

      Wie wäre es denn, von Anfang an altruistisch eingestellt zu sein, auch auf andere zu schauen, anstatt nur auf sich selbst und dann auf die eigenen Kinder?

      • Susi sagt:

        „erweiterten“, natürlich.

      • MissyNina sagt:

        @Susi: ich verstehe, was Sie meinen. Das sind auch diejenigen, die mit dem Mutter-/Vatersein quasi über Nacht zum Umweltschützern werden – weil man plötzlich im tiefsten Kern selber betroffen ist. Finde ich jeweils auch recht absurd (gut, besser als nie, natürlich:D). Die Kinder als verlängerter Proxy sozusagen. Aber so funktioniert die Spezies Mensch offenbar.

      • Susi sagt:

        @MissyNina:
        Haha, ich habe mich hier grad kürzlich für den Umweltschutz stark gemacht!

        Meine Haltung hat sich aber nicht geändert, weil ich ein Kind habe, ich war schon vorher so eingestellt.
        🙂

      • Alpöhi sagt:

        Ich hatte es so verstanden: Wer nicht bereit ist, die Position in der Mitte des Universums aufzugeben, sollte besser verhüten.

      • Susi sagt:

        @Alpöhi: Das bedingt aber, dass man zunächst diese Position innehat, und genau diese Prämisse finde ich unpassend. Ich wurde nicht so erzogen. Ich wuchs mit einem chronisch kranken, später blinden Vater auf, den ich als Teenager in den Tod begleitete. Ein paar Jahre später musste ich dasselbe für meine Mutter tun und mich zudem noch um einen jüngeren Bruder kümmern, der das alles nicht verkraftete. Ich war nie Mittelpunkt meines Universums und habe sowas auch nie vermittelt bekommen. Das war aber einfach, wie es war.
        Und darum habe ich tatsächlich sehr grosse Mühe mit solchen Ego-Haltungen.

  • Thomas sagt:

    Die Autorin verwechselt was: Kinder sind kein Beziehungskiller, auch nicht zwischen Eltern und Nicht-Eltern. Was den regelmässigen Kontakt zwischen Freunden erschwert, ist der Zeitmangel. Und unter dem leiden nicht nur Eltern, sondern auch Karriereleute, Sportbegeisterte, Musiker usw. Dass die Autorin vom ZEitmangel bzw. dem Stress auf das Unglücklichsein der Eltern schliesst, ist schon ziemlich kurz gedacht: hat grade sie als selbstständige Texterin nicht auch schon „Stress“ und Zeitruck auf der Arbeit gehabt, den Ausgang streichen und Freunde deswegen sitzen lassen müssen, und den Job trotzdem gemocht?

  • Susanne Nicolini sagt:

    Hat auch etwas mit der empfundenen Zeitspanne zu tun. Für Kinder ist der Zeitbegriff relativ, sie haben mehr Mühe mit „später“, „warten“. Das heisst nicht, dass sie es nicht lernen müssen – aber man muss dies nach Alter berücksichtigen.
    Bei Besuch kann es vorkommen – besonders bei Kinderlosen – dass zuerst „News“ mit den Erwachsenen ausgetauscht werden (wie geht’s, was hast Du letzte Woche gemacht, schon gehört dass.., etc.). Die Kinder stehen daneben (ausser man sperrt sie im Zimmer ein 🙂 ). Da die Kids noch nicht so gut reden können (wie in meinem Fall) lässt man sie bei der „offiziellen Begrüssung“ aus. So ca. nach 15min wendet man sich dann den Kids zu. Für die ist das aber (empfunden) viel länger!
    Stellt Euch vor ihr würdet eine empfundene Stunde lang ignoriert werden.

    • Susanne Nicolini sagt:

      Sorry, dies wäre eine Antwort gewesen – ohne Kontext ist dieser Kommentar unklar…

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Definiere Freunde.

    Ich habe wenige Freunde, auf die ich wirklich zählen kann, welche ich zu mir einlade und für diese ich dann jeweils 3 Std oder mehr in der Küche stehe. Zwischen den raren Treffen bleibt man in Kontakt.

    Die Anderen sind Bekannte, denen ich 2 3 Mal jährlich an einer Hundsverlochete begegne, mit denen ich ein Bier trinje oder 2 oder 8 und die Sau rauslasse.

    Bekannte sind austauschbarm Freunde nicht.

  • Katharina sagt:

    Naja. Wenn es sich um solche Paare mit Kindern wie hier handelt, kann ich die Abstinenz verstehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=6pQmeIqsvSg

    Ansonsten scheint Höngg wirklich auf einem anderen Planeten zu sein als ich.

    Freundschaften leben sich manchnmal auseinander, vor allem bei biographischen Grossereignissen wie ein kleines Kind.

    Wahre Freunde zeichnen sich dadurch aus, Veränderungen durch solche Grossereignisse mit gleichmütig grossem Herz zu begegnen und auch das Ende von Kontaktpausen ohne Fragen nicht zu verscheuchen.

    • Susi sagt:

      @Kat: Wuaaaah, der Link!!!! Das Baby-Halten-Aufzwingen gehört auch in diese Kategorie. („Nein. Ich möchte das Baby nicht halten. No offense, aber nein, keine Lust.)

      • MissyNina sagt:

        Interessante Diskussion. Ich sehe’s bei mir. Mich interessieren die Familienthemen nicht. Ich hab’s echt versucht, man möchte die andere Welt halt auch irgendwie verstehen.
        Genauso wenig, wie die Familien sich für meine Dinge wenig interessieren. Das muss man auch nicht schönreden.
        Wenn man Glück hat, ist das eine Phase, nach der die Beziehungen wieder belebt werden können. Ich warte gerne auf meine Freundin, die derzeit monothematisch und etwas kleingeistig unterwegs ist. Kleingeistig im Sinne von: alle, die keine Kinder haben sind gesellschaftliche Nieten. Und falls nicht: auch gut – that’s life. Entstehen und Vergängnis. Man muss auch loslassen können.

      • Susi sagt:

        MissyNina: „Kleingeistig im Sinne von: alle, die keine Kinder haben sind gesellschaftliche Nieten.“

        Ja, das fällt mir auch oft auf, diese Radikalisierungen und das s/w-Denken. Grad wieder in den Kommentaren hier.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Nunja, obwohl ich meine Kinder als den Mittelpunkt der Welt betrachte, so würde ich es sehr verstörend finden, wenn Andere das ebenso empfinden würden.

        Zudem mochte ich es nicht, wenn jeder meine Kinder anfassen oder in den Arm nehmen wollte und war froh um Jeden, der darannkein Interesse hatte.

        Zu Kleinkinderzeiten war mir jeneFreundin am liebsten, welche keine Kinder hat und mit Kindern auch nicht viek anfangen kann/konnte, so dass es noch andere Themen gab ausser Geburt, Stillen und volle Windeln,

      • Katharina sagt:

        Susi: Kanntest Du Seinfeld nicht? mMn immer noch eine der besten Sitcoms. Man muss allerdings NYC und die lokale Folklore kennen. Der Akzent etwa in Queens und Long Island. LI ist so etwas wie ‚Overseas‘ für Leute aus der City.

        Ich dachte sowas könnte passen für Exilberner die nun ’nicht wirklich in Zürich‘ sondern eben Höngg leben.

      • Susi sagt:

        @Kat: Ich kannte „Seinfeld“ eigentlich nur vom Hörensagen. Nach dem Clip habe ich grad Lust, die Sitcom zu schauen, habe echt gelacht!

      • mila sagt:

        Was ich nicht so ganz verstehe: wenn man selbst so viel grossgeistiger ist als die anderen, weshalb hat man dann diese kaum bis gar nicht verhohlene Häme nötig? Man könnte sich doch einfach der eigenen Interessiertheit (Interessantheit?) erfreuen, und den anderen getrost ihren Monothemismus lassen…

        Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen – glücklicherweise. 😉

      • Susi sagt:

        @Mila: Ganz einfach, weil es ehemals gute Freundinnen sind, die zu Kleingeistigen mutierten. Und weil man hier im Blog jetzt teilweise grad auf ähnliche Weise konfrontiert wird.
        Aber ja, man kann die Diskussionen auch einfach sein lassen, sowohl in der Kommentarspalte als auch im „richtigen Leben“, stimmt eigentlich.

      • Susi sagt:

        Aber, ähm, was war denn nochmals das Thema hier?

      • mila sagt:

        Ganz ehrlich, Susi: nach einem Jahr Kind und zumindest partiell kleingeistig-monothematischer Themenreduktion hoffe ich, dass meine Freundinnen, ob kinderlos oder nicht, doch etwas wohlwollender über mich reden…. Es muss wohl wirklich eine tiefe (narzisstische?) Kränkung vorliegen, wenn man mit Menschen, die man zumindest einst gut mochte, derart lieb(e)los ins Gericht geht.

      • mila sagt:

        Zu Veranschaulichungszwecken: Ich höre gerne zu, wenn meine Freundinnen aus ihrem Leben berichten – sei es vom neuen Job, neuen Mann, der neuen Wohnung, der neuesten In-Location… Und ja, es überfliegt mich jeweils ein kurzer Moment der Wehmut, wenn ich vom letzten Partystreifzug höre… Nur, ich habe umgekehrt – wenigstens zur Zeit – nicht das geringste Bedürnis, in besagter In-Location Drinks zu schlürfen. Ich habe auch nicht von irgendwelchen spannenden Kino-, Konzert- oder Aussstellungserlebnissen zu berichten, wir können uns höchstens über Netflix unterhalten, oder das eine oder andere Buch. Und sonst, wenn man mich fragt, wie es mir geht, erzähle ich von meinem Alltag – und der ist zur Zeit nun mal ein Mama-Alltag, geprägt von Mama-Erlebnissen und gelegentlichen -Sorgen.

      • mila sagt:

        Ich schätze allerdings, dass das nicht ewig so bleiben wird. Nach, wie gesagt einem Jahr, bin ich nun auch ins Mutter-Sein reingewachsen – es fühlt sich nicht mehr fremd, neu und bisweilen überwältigend, sondern einfach selbstverständlich an. Anders formuliert: es ist nun ein ganz normaler Teil von mir, wie andere auch. Aber das ist auch so etwas, dass niemand einem vorher sagt: dass man zwar von Beginn an, ab Geburt, als Mutter ‚funktionieren‘ (und fungieren) wird – bei allen alltäglichen Verrichtungen rund ums Baby, die halt so anfallen. Aber sich vollumfänglich (und kompetent) als Mutter zu fühlen, darin muss man wie gesagt erst mal hineinwachsen. Zumindest mir ging es so. Und dass das dann das ist, was einen haupt-gedanklich umtreibt, ist – denke ich – verständlich.

      • mila sagt:

        Oder sollte es sein. Gerade seitens lieber/geliebter Menschen.

      • Susi sagt:

        @mila: Verstehe ich Sie richtig, dass Sie von Narzissmus ausgehen, wenn man die blosse Feststellung äussert, dass jemand (über Jahre hinweg!) monothematisch und kleingeistig geworden ist? Sich für nichts mehr anderes interessiert, ausser für die eigene kleine Welt? Nochmal, dass ist eine Feststellung. Und auch hier gehen Sie von dem Weltbild aus, das ich oben kritisiere, nämlich, dass immer eine Person im Zentrum steht. Wenn man möchte, dass ALLE Bedürfnisse etwas zählen, dann wird einem tatsächlich mehrfach unterstellt, man wolle mehr Aufmerksamkeit (vgl. die Kommentare ganz unten) und man sei narzisstisch gekränkt. Es heisst hier, es könne ja nicht sein, dass die Mutter nicht mehr von ihrem Baby reden dürfe. Dass die Kinder vom Besuch einfach ignoriert

      • Susi sagt:

        Es heisst hier unter anderem, es könne ja nicht sein, dass die Mutter nicht mehr von ihrem Baby reden dürfe. Dass die Kinder vom Besuch einfach ignoriert werden. Dabei war von sowas nie die Rede. Und genau das bezeichne ich als Schwarz-Weiss-Denke. Entweder, das einzige Thema sind die Kinder, während die Anliegen der kinderlosen Freundin völlig untergehen. Oder man darf nicht mehr von seinem Mutteralltag erzählen, sondern wird genötigt, mit den Freundinnen wie früher Cocktails zu schlürfen. Etwa so stellen Sie es dar. Und erkennen nicht, dass ich (und andere hier) eigentlich nur von einem gesunden Gleichgewicht reden. Davon, dass man eben nebst dem Kinderthema auch noch von anderen Dingen reden kann/darf.

      • Susi sagt:

        Im Übrigen gehörte ich nie zu denen, die „Partystreifzüge“ unternahmen und ich dachte auch nie mit Wehmut daran zurück. Darum geht es nämlich nicht. Sondern um einen gesunden gegenseitigen Austausch.
        Und wenn man erwartet, dass man selbst auch mal etwas erzählen darf (und einem auch tatsächlich zugehört wird!), dann ist diese Erwartung aus vieler Sicht hier offenbar völlig überhöht.
        Ich weiss nicht, ob Sie sich hier angegriffen fühlen, mir kommt es aber so vor. Dabei geht es gar nicht um Mütter, die auch zuhören, wenn es um anderes geht. (Das Weltgeschehen gibt eigentlich genug zu reden, dafür braucht es keine Cocktails…). Und was ich nach wie vor nicht verstehe, ist, dass Sie das als „Veranschaulichung“ vorbringen. Denn es geht offensichtlich nicht um solche Mütter wie Sie.

      • MissyNina sagt:

        Beispiel: Freitags bei einer Familie eingeladen. Eine sehr alte, liebe Freundin von mir. Aus Unitagen. Es ging von 18h-23h nur um die Familie und Kinder. Und das ist der eigentliche Kleingeist (wobei ich mir sicher bin, dass das vorüber gehen wird): Niemand fragte mich, wie es mir geht (neuer, Job, neue Bleibe, eben von einer Weltreise zurück) Und nein, ich bin nicht gekränkt deswegen, finde aber dein oftmals sehr unilateralen Austausch nicht so interessant.
        Die Frage: wieso soll ich mich denn für solche Themen interessieren, wenn dermassen kein Interesse an mir vorhanden ist……es soll doch, wie Susi schreibt, um die Balance gehen. Ich dröhne meine Freunden und Bekannten auch nicht ständig mit meinem „ach so lässigen Job“ und meinen „ach so lässigen Museumsbesuchen“ etc. voll.

      • mila sagt:

        Etwas hängt noch in der Schlaufe… Nein, eigentlich fühle ich mich nicht angegriffen. Höchstens am Rande, bzw. stell-vertretend. Ich stelle mir grad vor, ich hätte drei (!) Kinder unter 5 Jahren… und müsste einen Text wie den obigen von einer (ehemals) guten Freundin lesen. Das find ich schon ziemlich heftig, ehrlich gesagt. (Ich finde ja ein Kind bereits ziemlich kräftezehrend…). Da habe ich auch nicht den Eindruck, dass die gute Freundin in irgendeiner Weise Verständnis für die (völlig) veränderte Lebensrealität aufbringt. Also wenn Sie so möchten, sehe ich darin (umgekehrt) die Art von s/w-Denken, die Sie kritisieren.

        Aber um ehrlich zu sein, ja, ich lese sowohl im Text als auch in ihren Kommentaren eins ziemlich deutlich heraus: verletzte Gefühle.

      • mila sagt:

        Verzeihung: in Ihren Kommentaren. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gerade intensiv mit dem Konzept der Gewaltlosen Kommunikation beschäftige… Da fällt so etwas womöglich deutlich(er) auf. (Ich selbst bin zur Zeit auch mit vielen unvermuteten verletzten Gefühlen beschäftigt, nur so nebenbei bemerkt – ich meine das überhaupt nicht wertend. Auch den Begriff narzisstisch nicht, ich würde ihn teils auch auf mich anwenden. Als beschreibende, nicht wertende Kategorie.)

      • mila sagt:

        @MissyNina:

        Zwei Anmerkungen meinerseits: ging es wirklich ausschliesslich um Familie/Kinder, geschlagene wieviel Stunden lang? Oder haben Sie es schlicht nicht registriert, wenn es mal nicht darum ging. Ich frage deswegen, weil unser Hirn nicht darauf ausgerichtet ist, das Positive wahrzunehmen. Eher das Negative.

        Und zum anderen, haben Sie versucht, das Thema umzulenken? Oder haben Sie darauf gewartet, dass das von alleine passieren würde? Ich weiss ja nicht, wie alt das Kind ihrer Freundin ist. Aber als ich noch voll gestillt habe, war mein Hirn nicht sonderlich ‚beweglich‘ (gelinde gesagt). Mein Denken (wenn man das überhaupt so nennen kann) war auch ziemlich ’sprunghaft‘. Da war ich manchmal froh, wenn jemand anders die Diskussionführung oder eben -lenkung übernommen hat.

      • mila sagt:

        PS, ein Drittes noch: Interessieren Sie sich überhaupt auch nur ansatzweise für das Familienleben Ihrer Freundin…? Oder lassen Sie solche Gespräche einfach (mehr oder weniger) über sich ergehen. Meine Erfahrung ist die, dass ich sehr viel mehr Anteil an der Erfahrung eines anderen nehmen kann, der auch an meiner ehrlich interessiert ist. Sonst bleibt jedes Gespräch/Thema oberflächlich, und man würde sich evt. tatsächlich lieber erst wieder nach der Baby-/Kleinkindphase treffen. Wenn es wieder gemeinsame Erfahrungspunkte gibt (mich z.B. interessiert das Weltgeschehen zur Zeit nicht die Bohne. Und ich war – und werde irgendwann wieder – ein voll-interessierter Welt-Mensch sein. Nur jetzt gerade nicht.)

      • Susi sagt:

        MissyNina: Das tönt echt übel. Und genau das ist gemeint hier. Werden Sie den Kontakt zu dieser Freundin aufrecht erhalten? Wahrscheinlich schon, weil Sie es als Phase wahrnehmen. Diese Phase kann aber auch recht lange dauern.

        Was mir übrigens auch noch auffällt (@mila): Warum braucht man Besuche von Konzerten, Ausstellungen, Kinos, In-Locations, um eine interessanten Gesprächspartnerin zu sein? Weder ich noch mein Freundeskreis tut dies exzessiv und man findet trotzdem immer anregenden, abendfüllenden Gesprächsstoff. Und wie gesagt, eine meiner neuen (engen) Freundinnen war über 6 Jahre lang ausschliesslich Hausfrau. Aber sie hatte von Anfang an nebst der Familie auch andere Interessen. Wir hören einander zu, das ist der Unterschied.

      • MissyNina sagt:

        atSusi: natürlich werde ich alles daran setzen, dass die Freundschaft erhalten bleibt. Sie ist mir lieb und wichtig. Meine Freundin tut ebenfalls ihr Bestes. Dieses Beste findet nun halt in einem etwas anderen Rahmen statt, der mir nicht immer gleich behagt.
        Gegenseitige Toleranz ist wichtig, auch wenn ich finde, dass diese oftmals von mir kommt. Aber jänu! Irgendwer muss ja damit beginnen:D.

      • Susi sagt:

        /1
        @mila: Ich sehe Ihre Kommentare erst jetzt. Also, ich habe jetzt in mich gehorcht, ob es um verletzte Gefühle geht. Ich glaube wirklich nicht, diese Geschichte ist fast zwanzig Jahre her. Aber ich habe etwas anderes gespürt und ich muss etwas ausholen: Bei mir war es von Anfang an eigentlich so, dass ich, auch nach der Geburt meiner Tochter lieber über andere Dinge redete (ausser vielleicht in den ersten paar Wochen, als ich noch völlig unter dem krassen Eindruck der Geburt stand). Wenn ich mit meinem Baby zusammen war, empfand ich es als das Schönste der Welt. Gab ich sie aber für ein paar Stunden ab, bzw. als ich nach 4 Monaten wieder mit der Arbeit begann, dann dachte ich nicht so oft an sie, sondern ging völlig in meiner anderen Tätigkeit auf.

      • Susi sagt:

        /2: Ich wurde am Arbeitsplatz oft gefragt, wie es denn meiner Tochter gehe, und wunderte mich, denn die Leute dort kannten sie ja gar nicht. Ich redete lieber über die neusten Autoren, über den Unterricht, über die Fachschaftsentwicklung etc. und beantwortet die Frage meistens sehr kurz mit „gut“. (Manchmal war das Durchschlafen ein Thema, ja, insgesamt aber empfand ich die Gespräche über Kinder als tendenziell langweilig.) Und nun stellen Sie sich vor, Sie ticken interessemässig so wie ich, lieben Ihr Kind aber trotzdem über alles und würden Ihr Leben für es geben. Sie wollen aber nicht ständig über es reden, schon gar nicht, wenn es nicht dabei ist. Ich stehe da dazu.

      • Susi sagt:

        /3 Und dann wird Ihnen hier im Blog Egoismus vorgeworfen, wenn Sie sagen, dass die Kinder bei Besuch nicht im Vordergrund stehen müssen, und es werden Rabenmutter-Bilder gemalt, wo ich mit dem Telefon am Ohr vor meinem Kind stehe und es ignoriere, nur weil ich gesagt habe, dass es mir möglich ist, für eine Viertelstunde ununterbrochen zu telefonieren.
        Ich glaube, meine Gefühle sind mehr im Bereich Wut. Weil es hier vor Unterstellungen wimmelt, weil einem jede Differenzierung abgesprochen wird, obwohl man ständig versucht, die falsch verstandenen Aussagen zu relativieren.

      • Susi sagt:

        Ich bin eine freiheitsliebende Person und sehe gewisse Dinge als Nötigung, beispielsweise die Pflicht, sich mit den Kindern anderer in einem abzugeben, wenn ich grad keine Lust habe. Ich lasse den anderen diese Freiheit nämlich auch. Im Übrigen haben Kinder aus irgendeinem Grund einen Narren an mir gefressen, so schlimm kann mein Umgang mit ihnen also nicht sein. Ich fordere lediglich Selbstbestimmung, Fairness und Ausgewogenheit in Gesprächs- und Themenanteilen. Und das wurde hier jetzt mehrmals missverstanden, ob mutwillig oder nicht, kann ich nicht beurteilen.

      • Susi sagt:

        @mila: Der letzte, ev. wichtigste Teil hängt noch.

        Was mich noch näher interessieren würde, ist, was Sie über die negativ-selektive Wahrnehmung des Gehirns sagen. Kommt das aus neuerer Quelle? Ich wurde in den letzten Jahren mehr vertraut mit der Annahme von Dünn- und Dickhäutern für negative oder positive Affekte in der Veranlagung. Am glücklichsten sind demnach die Dickhäuter für negative Affekte in Kombination mit Dünnhäutigkeit für positive. Umgekehrt natürlich ganz schlechte Kombi.
        Ihre Aussage und vor allem auch die Quelle würde mich wirklich sehr interessieren.
        (Und sehen Sie, solange man auch über Dinge wie beispielsweise Neuropsychologie reden kann, besteht kaum das Problem der Monothematik, oder?)

      • mila sagt:

        Susi, auf die Schnelle: Die Argumentation ist eine evolutionsbiologische. Unsere Aufmerksamkeit ist notwendig beschränkt, deswegen richtet(e) sich unsere Wahrnehmung darauf, Risiken/Gefahren (möglichst) zu antizipieren – und nicht darauf, dass zu registrieren, was gut/normal läuft. Gelesen habe ich darüber bei Alfie Kohns, im Buch ‚Unconditional Parenting‘, wenn ich mich recht entsinne. So, wie er es an konkreten Beispielen näher ausgeführt hat, hat mir die Argumentation eingeleuchtet. Im Sinne von ‚catch them when they’re good‘, plädiert er dafür, unsere Wahrnehmung umzuschulen, also bewusst darauf zu achten, wie oft Kinder kooperieren und unseren Wünschen mehr oder weniger unbemerkt Folge leisten. Statt uns darauf zu fokussieren, wenn sie es nicht tun.

      • mila sagt:

        @Redaktion: Man erhält zur Zeit fälschlicherweise die Meldung, man hätte einen Kommentar doppelt abgesendet. Und wenn man ihn dann doch sicherheitshalber noch einemal leicht verändert sendet, kommt er dann wirklich doppelt.

        @Susi, abschliessend fürs Erste: Die Herausforderung bestünde im Grunde also darin, jede aufsteigende Wut, jeden Anflug von Ärger (über andere) daraufhin anzuklopfen, welches tatsächliche eigene Bedürfnis dahinter steht. Und dann konstruktiv mit der Situation umzugehen, statt destruktiv – wie das halt so oft im Alltag passiert, auch hier, im MB-Alltag… Sehen Sie es mir nach, dass ich noch am Üben bin, und es mir noch nicht gelingt, Urteile aus meinen Kommentaren rauszuhalten. Ihre Bedürfnisse, so wie zuletzt beschrieben, halte ich für legitim.

      • mila sagt:

        Ah, das kam vielleicht noch zu kurz: mit Verschleierungsprozessen ist gemeint, dass das, was uns eigentlich wütend macht, nicht das Verhalten des anderen ist. Sondern wie wir darüber denken, bzw. wie wir es ‚interpretieren‘. Wir sind gegenüber jemandem, den wir mögen, grosszügiger eingestellt, als gegenüber jemandem, den wir nicht mögen. Ausser eben, die Person, die wir mögen, hätte uns sehr verletzt. (Wenn Sie mich fragen, ist dies auch die Wurzel allen Hasses: zurückgewiesene/unerwiderte ‚Liebe‘.)

      • mila sagt:

        Es fehlen Kommentare, u.a. mit näherer Ausführung zur Gewaltfreien Kommunikation. So macht es keinen Sinn, diskutieren zu wollen…

      • Susi sagt:

        @mila: Danke für die ausführliche Antwort und den Hinweis auf Kohns! Auf eine Aussage möchte ich genauer eingehen: „Die Herausforderung bestünde im Grunde also darin, jede aufsteigende Wut, jeden Anflug von Ärger (über andere) daraufhin anzuklopfen, welches tatsächliche eigene Bedürfnis dahinter steht.“
        Glauben Sie es oder nicht, das tue ich ständig, wenn auch gestützt auf etwas anderen Theorien; für mich ist Grawes Konzept der vier Grundbedürfnisse sehr gut nachvollziehbar. Ev. haben Sie davon gelesen, es geht um die Bereiche Bindung/Zugehörigkeit, Orientierung/Kontrolle, Lust/Unlust und Selbstwert.

      • Susi sagt:

        /2
        . Ich weiss auch, dass „mein“ Thema vor allem das der Orientierung/Kontrolle ist. Wenn das bei mir angekratzt wird, dann werde ich wütend, sei das durch Erwachsene oder auch durch mein Kind. Die anderen Bereiche spielen sicher auch manchmal eine Rolle, darum habe ich in mich hineingehorcht, als Sie sagten, es habe mit narzisstischer Kränkung, also Bereich Selbstwert, zu tun. Ist aber tatsächlich meistens nicht mein Thema, so auch hier nicht.

        Grundsätzlich denke ich, dass man sehr viel über sich erfährt, wenn man sich bewusst macht, warum denn diese Thematik für einen so zentral ist (weiss ich bei mir ziemlich genau) und sie als Teil von einem selbst akzeptieren lernt. Das Leben wird dann einiges einfacher.

      • Susi sagt:

        /3
        Wenn ich mich nun in einer Diskussion hier nerve, dann überlege ich mir, warum das so ist, selbstverständlich ohne das hier breitzuschlagen. Eigentlich kommt es sowieso recht selten vor, sonst würde ich mich hier gar nicht mehr aufhalten.
        Aber wenn, dann hat es eben meistens hat es mit dem Bereich Orientierung/Kontrolle zu tun, wie auch diesmal. Was tue ich dagegen? Ich versuchte, mich zu erklären, allerdings nur so schnellschnell von unterwegs über das Handy. Und habe mich geärgert, ständig missverstanden zu werden (auch von Ihnen). Nun habe ich mich nochmal detaillierter erklärt (und verstehe auch Ihren Standpunkt). Ihre Ausführungen finde ich sehr interessant.

      • mila sagt:

        Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Susi. In einem der unterschlagenen Kommentare ging es genau darum, dass ich Ihren Standpunkt sogar sehr gut nachvollziehen kann (ungeachtet dessen, dass er etwas anders gelagert ist als meiner aktuell), wenn Sie von Ihren eigenen Bedürfnissen sprechen. Doch umgekehrt gilt auch: hätte ich früher thematisiert, weshalb ich mich vom Artikel etwas betupft fühlte, hätte es die ersten gereizten Missverständnis-Schleifen nicht gebraucht. Ich sollte also das ‚falsche‘ bzw. wenig zielführende Bedürfnis ‚to lash out‘ beim nächsten Mal etwas früher gegen das eigentliche Bedürfnis, verstanden zu werden, aufwiegen… 😉 Der Verweis auf Grawe klingt spannend!

    • MissyNina sagt:

      @Mila – danke für die Fragen.
      Ja, es ging ausschliesslich nur um sie. Ich muss mich aufgrund einer temporären physischen Einschränkung auf meine Ohren verlassen, und bin daher stark „Gehör-Affin“ (primärer Kanal). Und nein, ich habe es vermieden das Gespräch aktiv in „meine“ Richtung zu lenken – es kam genau zu Anfangs eine Frage, die vom einen Kind „gekapert“ wurde. Und dann war aus die Maus.
      Es ist halt so wie es ist. Man muss auch kein Drama daraus machen. Ich will mit dem Post auch niemandem vor den Kopf stossen. Ist halt meine Sicht. Wird sicher wieder besser, wenn die Kinder etwas grösser sind. Ich bin da positiv.
      Und wichtig: das ist sicher ein Extrembeispiel, es ist tunlichst zu vermeiden alle über einen Kamm zu scheren!

      • mila sagt:

        @MissyNina, entschuldigen Sie bitte, dass ich Ihnen nicht noch ausführlicher antworte. Vielleicht helfen Ihnen die Inputs oben an @Susi weiter?

        Ich bin sonst eher selten geneigt, Ratschläge zu erteilen. Weil sie in aller Regel überflüssig sind (einfach nur aufmerksam zuhören reicht in den meisten Fällen), oder nicht unbedingt gehört werden wollen. Aber hier würde ich zu Folgendem raten: übernehmen Sie (aktiv) Verantwortung für Ihr Bedürfnis, gehört zu werden, und nicht nur zu hören. Im Sinne wie oben beschrieben. Die Freundschaft wäre es allemal wert, oder? 😉

    • MissyNina sagt:

      @Mila: diese Freundschaft ist es definitiv wert. Meine Freundin kämpft, ich kämpfe…..
      Wissen Sie, ich denke jeweils, dass Freunde wie unser Planetensystem funktionieren. Manchmal sind sie nah, manchmal sind sie weit von uns….

      LG
      MN

  • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

    Zitat:
    Und gestresst, immer gestresst. Ich denke an den Wellness-Gutschein, mein Geburtstagsgeschenk an sie nach dem ersten (oder wars das zweite?) Kind – nicht eingelöst und abgelaufen. Wir haben uns nicht oft unterhalten, in dieser Zeit. Zu müde, Kind Hunger, Kind schreit, Kind schläft. Telefonieren unmöglich und abends noch kurz weg geht gar nicht.

    Wenn ich das schon lese! Die Frau hätte Unterstützung gebraucht, eine echte Freundin. Aber sicher keine, die rumlamentiert, weil sie nicht mehr der Nabel der Welt ist. Freunde kommen und gehen – bei manchen ist es besser, wenn sie wegbleiben. Echt jetzt.

    • Jänu sagt:

      Ach, das ist ungerecht. Es hat jeder sein eigenes Leben und sicher nicht eine solche Aufgabe, die jeden von uns sowieso überfordern würde. Ausserdem hat die Mutter Partner, Eltern, Geschwister, usw.
      Nein, die Autorin hat Recht. Kinder lassen wenig Zeit für die Art von Freundschaft, die man vorher führte. Es braucht seine Zeit bis die Kinder älter sind und die guten Freunde wieder näher rücken. Kann ich alles bestätigen und die Geschichte mit den (anderen) Eltern, die keine Zeit mehr haben, die kennt man auch.

  • Coffee Toffee sagt:

    Ich hätte gern etwas mehr südländische Art ab und an. Mir ist aufgefallen, dass ein Teil meines ‚inner circle‘ an Freunden sich hauptsächlich abends ohne Kids trifft, wohl auch, weil ein Paar in diesem Kreis keine Kinder haben kann. Ich kenne demnach die Kinder meiner besten Freunde nicht besonders gut. Das finde ich schade. Geht schon fast verkrampft in die andere Richtung als beschrieben (bloss nicht über Kinder quatschen!)
    Meine Kinder werden kaum je zu Feten eingeladen und auch ich unterliess dies bis anhin (40er Parties etc). Es ist wirklich an der Zeit, die Kids an unseren Festen teilhaben zu lassen. Was für ein Spass auch für sie!

  • Katja sagt:

    Die Zeit ist mit Kindern einfach um vieles knapper und ich wurde im Umgang mit vermeintlichen „Freunden“ wählerischer. Heute unterteile ich in Freunde und Bekannte. Freunde sind immer da, egal ob mit oder ohne Kind. Für meine Freunde bin auch ich immer da- und sei es nachts um 3h, wenn irgendwas wäre. Bekannte wechseln. Bekannte ohne Kinder habe ich mit der Geburt unseres Sohnes ein paar verloren. Es kümmert mich nicht wirklich. Wir hatten eine nette Zeit zusammen. Diese ist nun vorbei. Neue Bekannte (oft aber nicht immer) mit Kind kommen. Es wird sich zeigen, welche davon zu Freunden werden.

  • tststs sagt:

    Hmmmm, stehe wieder mal auf der Sonnenseite des Lebens: hat sich bei meinen engen Freundschaften automatisch eingependelt. Ein bisschen Anpassung und Verständnis beiderseits (wir gehen auf IHREN Spielplatz und trinken dabei MEINEN Prosecco) et voilà, funzt wunderbar…
    Hat aber sicher damit zu tun, dass der Konsens herrscht, dass die Kids sich dem Leben der Mutter/Eltern anpassen müssen und nicht umgekehrt. Und dass abends auch einmal Papa zuhause bleibt, damit Mami jassen gehen kann 😉

    • Susi sagt:

      @tsts: Sie trinken Prosecco auf dem Spielplatz?? Cool! 😀

    • Elodie sagt:

      Ich denke man sollte auch mit Kinder versuchen locker zu bleiben und nicht zu stier sein. Am Wochenende auch mal an ein Fest mitnehmen, wenn sie müde sind, schlafen sie ein. So machten es meine Eltern mit uns als wir Kinder waren und so mache ich es mit meiner Tochter. Alles wunderbar. Sie schläft auch im Lärm ruhig und tief. Wie Lili bereits erwähnt hat: Zufriedene Mutter/Eltern = zufriedene Kinder.

      • tststs sagt:

        Auch hier, ich scheine auf der Sonnenseite zu stehen: Sollen bei einem Anlass die Kinder dabei sein, wird einfach schon früher (am Nachmittag) gestartet. Andererseits gibt es explizit Anlässe ohne Kinder; und ich weiss ehrlich nicht, wer diese mehr geniesst: die Eltern oder die Nicht-Eltern 😉

      • Sportpapi sagt:

        Diese explizit-ohne Kinder-Anlässe werden aber von den meisten Eltern eher nicht besucht. Zumindest nicht gemeinsam.

      • tststs sagt:

        Ah, ich meinte nicht irgendwelche Anlässe, sondern dass sich unsere Gruppe (erweiterterter Freundeskreis) zu irgendetwas trifft, und diese Treffen sind manchmal explizit ohne Kinder…
        Übrigens, ich war an zwei Hochzeiten, an denen Kinder nicht erwünscht waren (resp. beim Abendessen/Abendprogramm); und beide Hochzeitspaare waren zu diesem Zeitpunkt schon Eltern!

  • Adam Riese sagt:

    „Die Kids sind nebenan und freuen sich über den Besuch und sind ganz enttäuscht dass sie nicht beachtet werden – und fangen dann logischerweise an Radau zu machen.“

    Genau dies versuchte ich heute morgen aufzuzeigen. Kein Wunder, machen die Kinder Radau, wenn sie gelernt haben, dass sich immer alles zuerst um sie dreht. Bleibt dieses „Kinderprogramm“ aus, folgt der grosse Frust. Schlussendlich sind alle genervt: die Kinder, die Eltern und der Besuch.

    „Viel besser wäre es zuerst eine halbe Stunde mit den Kids, dann sind diese glücklich“

    Ein typischer Teufelskreis: Man will den Kindern möglichst viel Aufmerksamkeit geben. Bleibt diese aus, folgt Radau. Um dem Radau zu entgehen, gibt es mehr Aufmerksamkeit usw. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, wird je länger je schwieriger.

  • Jane Bissig sagt:

    Es ist ein wenig wie im Beruf. Man kann jammern, dass sich Elternteile nicht mehr zu 120% einsetzen oder man kann schauen, dass es z.B. abends keine Sitzungen mehr gibt. Das heisst, man muss halt ein wenig Verständnis zeigen für die Situation und das Freundschaftsverhalten anpassen. Dann und erst dann dürfen mich kinderlose FreundInnen auch mal kritisieren, weil ich langsam dumm werde vor lauter Mamisein.

  • Susanne Nicolini sagt:

    Der Blog und auch viele Kommentare sind doch recht einseitig. Die eingekapselte Mama, die nur noch die Kids im Kopf hat und nicht mehr über das eigene Gärtchen hinaussehen kann. Und nicht mal mehr den Gutschein für das Wellness-Wochenende einlöst!
    Wie wäre es, wenn Ihr, die Kinderlosen, auch die Freundschaftsbeziehung neu definiert, statt zu lamentieren, dass nichts mehr beim alten bleibt? Auf den Gutschein für das Wellness-Wochenende verzichten (zumindest bis die Kinder etwas älter sind), dafür öfter mal am Abend, wenn die Kids im Bett sind, mit einer Flasche Wein vorbeikommen und quatschen? Und evtl. die Zeitdauer kürzen (lieber ein paarmal 1 – 2 Stunden, statt einmal im Monat bis um 3 Uhr Morgens)?

    • 13 sagt:

      Ja, ab dem Wellness-Gutschein habe ich mich auch etwas amüsiert. Ich habe mehrere ähnliche Gutscheine bekommen: Wellness, kinderloser Abend, kinderfreies Wochenende, Babysitter-Gutscheine etc. Und das bereits zur Geburt oder schon während der Schwangerschaft. Frei nach dem Motto: „Ich gratuliere Dir zu Deinem Mami-Dasein. Zur Feier des Tages schenke ich Dir gleich mal eine Pause von deinem eben erst geborenen Wunschkind.“ Das ist als würde Dir jemand zur Hochzeit einen Gutschein für ein männerfreies Frauenwochenende schenken oder sonst etwas, um Dich vom eben erst angetrauten Mann zu erholen. Ich habe sie jeweils noch am gleichen Tag weggeworfen. Wer gar nicht kapiert, dass ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat, der muss sich über den Beziehungsabbruch nicht wundern.

      • tststs sagt:

        Ich verstehe, was Sie meinen, aber ehrlich, ich will meinen Freundinnen nicht nur Nuggichetteli und herzige Bodies schenken… Oder schenkt man der Braut auch Manschettenknöpfe für den Bräutigam?
        (Es könnte ja sein, dass dies ein Mami genauso frustriert wie andere Mamis die Gutscheine, manches Mami will nämlich nicht nur als Mami wahrgenommen werden)

      • Susi sagt:

        13: „Ich habe sie jeweils noch am gleichen Tag weggeworfen.“

        Wellness-Gutscheine wegwerfen?? Für mich hat das etwas Verächtliches. Es ist doch allgemein bekannt, dass Muttersein streng und oft belastend ist, wer da behauptet, sie brauche nie ein paar Stunden Auszeit, wird wohl einer krassen Minderheit angehören. Ein solcher Gutschein ist doch ein wunderbares Geschenk! Und der Vergleich mit dem Ehemann hinkt gewaltig, oder müssen Sie ihm die Windeln wechseln?

      • Adam Riese sagt:

        Ich wäre brutal sauer, würde meine beste Freundin einen Gutschein, den ich (und damit auch meine Familie) ihr durch monatelangen Verzicht kaufen konnte, einfach so wegschmeissen. Da hört mein Verständnis für Freundschaft definitiv auf.

        Aber es zeigt, in welchem Wohlstand wir scheinbar leben, dass selbst Wellness-Wochenend-Gutscheine ohne zu zögern weggeschmissen werden können.

        Weiterschenken an Menschen, die sich so etwas nie leisten können, wäre für mich die akzeptablere Lösung.

      • Sportpapi sagt:

        Meine Frau hat auch Gutscheine für solche Auszeiten erhalten. Ich habe dann jeweils ihren Freundinnen freundlich mitgeteilt, dass dieses Geschenk dann eigentlich von mir kommt, nicht von ihnen, da ich ja den kinderlosen Abend ermöglicht habe. Nicht dass ich das nicht gerne getan habe, aber trotzdem.
        Ich habe auch schon Eltern zum zweisamen Nachtessen eingeladen. Dazu gehörte dann aber auch die Kinderhüte (bzw. ihre Kinder schliefen bei uns).

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Das ist auch nicht notwendig. Es kann auch ein gutes Buch, ein Hörspiel (toll während dem Stillen), Kosmetikartikel oder ein Gutschein für einen Kleiderladen, wenn man den Bauch los ist, sein. Einfach etwas, was mit dem Baby vereinbar ist.

        @ Susi
        Ich muss dazu noch sagen, es waren keine Gutscheine im Sinne, dass jemand bereits Geld ausgegeben hat, sondern so selber gestaltete: „Wir gehen zusammen in den Ausgang und ich zahle die Getränke“ etc. Und sorry, da fühle ich mich nicht ernstgenommen in der neuen Rolle, sondern spüre eher die Erwartungshaltung, ich soll das gleiche tun wie bisher, am Besten sofort im Wochenbett, sonst könnte ja der Gutschein auch zwei Jahre später kommen. Diese konnte und v.a. wollte ich gar nicht erfüllen.

      • 13 sagt:

        @ Susi zum 2.
        Nein, aber auch von ihm tut eine Pause mal gut. Nur vielleicht nicht direkt nach der Hochzeit. Da will ich in erster Linie Zeit mit meinem Mann verbringen, gleich wie nach der Geburt mit meinem Baby.

        @ SP
        Ja, bei älteren Kindern super. Einen Tag nach der Geburt etwas unpassend. Den anderen Punkt finde ich etwas irritierend, sogar etwas gönnerhaft. Dass Sie es ermöglichen, tönt etwas nach, dass Sie die eigentliche Arbeit der Mutter übernommen haben, damit sie ausgehen darf. Aber das ist nicht wahr. Sie sind der Vater, kein Babysitter, Sie hüten ihre Kinder nicht, um ihr einen Gefallen zu tun, sondern betreuen Sie, weil das Ihre Aufgabe ist.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Gönnerhaft, mag sein. Das Geschenk hiess jedenfalls irgendwie „freie Zeit“, und die wurde nun mal nicht von der Freundin ermöglicht.
        Aber ja, ich finde es eigentlich selbstverständlich, dass man auch mal weggehen kann, und das andere Elternteil die Betreuung übernimmt. Warum das bei so vielen Eltern nicht geht, weiss ich auch nicht.

      • tststs sagt:

        @13 „Einfach etwas, was mit dem Baby vereinbar ist.“ Puh, da hört mein Verstehen auf (und ich glaube, das hat nichts damit zu tun, dass ich keine eigenen Kinder habe):
        Wieso sollte Wellness nicht mit einem Baby vereinbar sein? Also spätestens mit dem Durchschneiden der Nabelschnur ist es absolut möglich auch 2h abseits des Babys zu verbringen…

      • 13 sagt:

        @ Adam Riese
        (Ihr Beitrag kam erst jetzt)
        Lesen Sie unten: es handelte sich NICHT um ein Geldgutschein, diesen hätte ich zurückgegeben oder wie Sie sagen, weiterverschenkt, sondern um ein Angebot im Rahmen einer gemeinsamen, aber kinderfreien, Unternehmung etwas zu bezahlen. Damit habe ich durch das Nicht-einlösen den Schenkenden Geld gespart. Weder wir noch unsere Freunde leben in Saus und Braus, dass das keine Rolle spielen würde. Und meine besten Freundinnen würden das gar nicht schenken, dafür kennen sie mich zu gut.

        @ Sp
        Ok, freie Zeit ist falsch. Ich freue mich aber, dass wir es gleich sehen.

      • mila sagt:

        Haha, tststs, mit diesem letzten Satz beweisen Sie eben doch, dass es einen Unterschied macht, ob man (selbst) Kinder hat oder nicht… Nehmen Sie es mir nicht übel, aber 1. kann es in den ersten Wochen gut und gerne sein, dass das Baby bisweilen stündlich gestillt werden möchte. 2. wäre das letzte, was mich entspannen würde (bzw. entspannt hätte), ein 2-h-Wellness-Trip. Dafür nehme ich mir lieber einen halben bis vorzugsweise ganzen Tag frei – und das geht mit einem Stillbaby nicht nur in den ersten Wochen nicht. Sondern in den ersten Monaten. (Fassen Sie dies aber nun bitte nicht als Kritik auf. Sondern als Versuch der Horizonterweiterung. PS: Nicht jedes Stillbaby lässt sich von Papa mit Muttermilch schöppelen…)

      • mila sagt:

        Und um ehrlich zu sein: auch nun gut 1 Jahr nach der Geburt zieht es mich persönlich nicht in einen Wellness-Tempel… Sorry, aber die Prios haben sich wirklich verschoben. Kommt vielleicht wieder, aber zur Zeit müsste ich so einen Gutschein postwendend zurückgeben, wenn er ein Ablaufdatum hat. 😉

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Nein, ein Baby will oftmals häufiger gestillt werden, zudem macht ja Wellness mit tropfenden Brüsten ja so viel Spass, am Besten noch mit Massage, wo man auf dem Bauch liegen sollte. Dazu das Badeverbot die ersten Wochen. Und dann kommt noch die emotionale Seite dazu. Jede Mutter sollte selber entscheiden können, wann sie bereit ist, 2 Stunden ohne das Baby zu verbringen. Einige können und wollen das nach einem Monat, einige sind nach sechs Monaten noch nicht bereit dazu. Das ist genau die Erwartungshaltung, die ich meinte. Was bringt es, wenn jemand Geld dafür ausgibt, dass sich die Beschenkte nur gestresst fühlt, weil sie am liebsten so rasch als möglich zurück zu ihrem Baby will? Dann macht doch ein Café mit Baby oder Vorbeikommen mit einer Lasagne mehr Sinn.

      • tststs sagt:

        Oje, mila, könnte es sein, dass ich noch besser Bescheid weiss? Denn so weit ich weiss, geht eine Neo-Mama (egal ob stillend oder nicht) als erstes mal schon gar nicht wellnessen (hat was mit Gesundheit und Hygiene zu tun)… 😉

      • tststs sagt:

        Und wellnessen ist keine Frage von Quantität, sondern Qualität. Eine (Mama)Freundin von mir findet es extrem läss, wenn wir uns zur gemeinsamen Pedicure (natürlich inkl. Prosecco treffen) treffen und sie nach einer Stunde wieder nachhause – zu den Kindern – kann…

      • mila sagt:

        Aj, DIESEN Aspekt habe ich doch glatt verdrängt! Wie so vieles andere wenig angenehme…

        Mir ging es um Ihre Kernaussage: 2 h Trennung nach getrennter Nabelschnur. Die halte ich für ziemlich optimistisch, vorsichtig ausgedrückt…

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Mein Kommentar kommt gerade nicht durch, ich habe aber ähnliches wie mila geschrieben. Es ist doch super, wenn Sie und Ihre Freundin etwas gefunden haben, was Ihnen beiden passt. Mir ging es mehr um die Erwartungshaltung. Eine Neu-Mama ist in einer aussergewöhnlichen Situation und sie muss sich oftmals zuerst damit zurechtfinden und herausfinden, was IHR guttut. Da braucht es einfach etwas Geduld und Verständnis und nicht etwas, dass sie unter Druck setzt. Jeder Mensch ist anders und gerade in einer Ausnahmesituation erwarte ich von meinen Freunden, dass sie sich für den Moment nach mir richten. Danach finden wir schon wieder eine gemeinsame Ebene, falls es überhaupt noch passt.

      • tststs sagt:

        @13 (und mila): Also da bin ich ganz bei Ihnen: einer Freundin, die wenige Wochen nach der Geburt von der Mama Wellness (oder Bergsteigen oder Städtetripp o.ä.) verlangt, würde ich auch den Schuh geben! Da fehlt es offensichtlich jemandem an Verstand und Einfühlungsvermögen.

      • Katharina sagt:

        Badeverbot? Verstehe ich nicht.

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Genau das war eben meine Meinung.

        @ Katharina
        Na, ich denke, dass eine Frau mit Wochenfluss eher öffentliche Badeorte meiden sollte. Sie nicht?

      • Katharina sagt:

        13: öffentliche Badeorte meiden ist etwas anderes als Badeverbot. Wochenfluss ist apathogen und theoretisch in einem öffentlichen Bad vergleichbar mit der Periode. Ich dachte dann eben, dass in den Badis dort tatsächlich ein Verbot für die Tage bestünde und wohlmöglich auch kontrolliert würde. Aber vielleicht war das ein Emil Moment meinerseits.

      • 13 sagt:

        Nein, das wäre zuviel des Guten. Ich meinte damit, dass die Frau ein Badeverbot hat, vom Arzt, nicht von der Badeanstalt. Der Unterschied zur Periode ist halt, dass vom Gebrauch eines Tampons oder einer Menstruationstasse abgeraten wird und während der Periode wird das beim Baden hoffentlich gebraucht.

      • Katharina sagt:

        13: Ist mir schon klar, dass der Fluss nach aussen fliessen muss. Ich benutzte ein Tampon wenn ich in meinen Pool ging und danach schmiss ich den weg. Dachte das sei auch in einem öffentlichen Bad adäquat. (Naja vielleicht nicht). Ein Arzt kann ein Verbot sprechen? Verstehen wir beide das Wort Verbot anders?

        Item: Mich würde Ihre Meinung zu meiner Anmerkung zu Assimilation interessieren. Muss aber anfügen dass ich mich eher als Transplant sehe, also als Kalifornierin. Sie sich wohl als Südeuropäerin und gleichzeitig als Schweizerin. Und ich jene zwei Kulturen als näher beieinander als CH und CA sehe.

      • Lichtblau sagt:

        Für mich waren eigentlich gerade die ersten Monate Babyzeit Wellness pur. Das Kinderzimmer duftete wie ein Blumenladen, dann dieses ganze Cremen, Pflegen, das Beinehochlegen und Lesen während dem Mittagsschläfchen, das Babyschwimmen … Als Kontrastprogramm hätte ich eher einen Gutschein für einen Babysitter geschätzt – und dann gemeinsam einen Draufmachen.

      • 13 sagt:

        @ Katharina
        Ok, kein Verbot, eine Empfehlung. Da ich überkeinen Facharzttitel in Gynäkologie verfüge, sah ich aber keinen Anlass mich nicht daran zu halten 😉
        Assimilation: hmm, schwierig und vielleicht auch unnötig. Wie roxy geschrieben hat, prägen einen ja eben zwei Kulturen und man wird nie eine ablegen können. Das finde ich auch nicht nötig. Solange man sich durch das Festhalten an einer Kultur die Integration in die andere verbaut.

    • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

      Als gute Freundin könnte man ja vielleicht auch mal nachfragen, wass die Freundin brauchen könnte und was ihr gut tun würde, statt ums verrecken die eigenen Vorstellungen durchzwängen zu wollen und sich dann zu beschweren, dass sich ihre Bedürfnisse andere sind als ich gemeint habe.

      • tststs sagt:

        Bringt IMHO genau nix. Wenn man nachfragt, kommt meist die Antwort: „Neinei, es gaht scho…“

        Wenn man das Gefühl hat, dass ein Mami oder Papi Hilfe braucht, einfach loslegen und nicht nachfragen. (Das ist übrigens nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern hat mir ein befreundetes Mami geraten.

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        Ja, loslegen: Was kochen, eine Stunde mit Baby spazieren gehen, damit die Mutter mal pfusen kann, eine Lasagne mitbringen, ihr den Einkauf machen, solche Dinge halt. Aber doch nicht Gutscheine, wo sich die arme Frau erst mal eine Woche lang einen Wolf organsieren und sich praktisch vierteilen muss, um ihm überhaupt einlösen zu können?
        Also sorry, da recke ich mir wirklich an den Kopf (und ich war selbst 20 Jahre lang die kinderlose Freundin, bevor ich selber Mutter wurde 😉 ). Für mich wäre es selbstverständlich zu sagen: „Du, ich würde dir gerne ein Wochenende in XY schenken, würde dir das gefallen?“, bevor ich dafür Geld ausgebe. Übrigens nicht nur bei Leuten mit Kindern, sondern allgemein. Ungefragt was schenken und dann beleidigt sein, wenn’s nicht passt…. naja. .

      • tststs sagt:

        Katharina, dieser Gutschein war ein Geburtstagsgeschenk! Ein Geschenk an die Freundin, nicht an die Kindsmutter! Wieso ist es so dermassen falsch, einer Freundin einen Wellnessgutschein zu schenken? War wahrscheinlich auch nicht der erste…

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        Es ist nicht falsch, der Freundin einen Gutschein zu schenken. Ich finde es doof, sich öffentlich darüber zu beklagen, dass die Freundin das Geschenk zu diesem Zeitpunkt nicht gebrauchen konnte und ihr auch noch die Schuld dafür zu geben.
        Wenn Du mir etwas schenkst, das ich nicht will, das mir nicht passt und/oder das ich nicht gebrauchen kann, dann benutze ich es auch nicht.

      • tststs sagt:

        Hihi, lustig, wie ein und derselbe Text unterschiedlich gelesen wird. Ich lese das nicht als Anklage „du undankbare Freundin“, sondern als Beispiel für jemanden, der mit dem neuen Kind plötzlich für gar nichts mehr Zeit hat (nicht einmal für ein wenig Wellness). (Und dies wiederrum als Gegenbeispiel zu Frauen, die trotz dem Muttersein auch noch Zeit für anderes haben…)

      • Susi sagt:

        @tststs: Ich habe es auch so wie Sie gelesen und wundere mich etwas darüber, was der Aut0rin in den Mund gelegt wird.

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        Also ich kann mich gut an die Zeit zurück erinnern und wie ich hätte können schon nur, um mal 5 Minuten allein auf dem Klo zu verbringen. Aber ich hätte damals beim besten Willen die Energie nicht mehr aufbringen können, um die organisatorische Meisterleistung zu erbringen, die erforderlich gewesen wäre, um ein ganzes Wochenende frei zu nehmen. Zumal sie ja auch noch am Stillen war.
        Also ich bleibe dabei: Der Gutschein war sicher gut gemeint, aber offenbar nicht das, was die Freundin zu dem Zeitpunkt hat gebrauchen können.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Die organisatorische Meisterleistung bestand bei uns jeweils darin, dass meine Frau nachgefragt hat, an welchem Wochenende es mir gut passt, dass sie weg geht…
        (ihr Stress war es dann, genügend Milch bereitzusellen – aber auch das änderte ja bald)

      • Katharina sagt:

        @Namensvetterin: Lesen Sie nicht etwas zu viel in den Text hinein? War es eine ‚gute Freundin‘? Wenn nicht, dann entfällt einiges Ihrer Argumentation. Ich jedenfalls würde eine Art Intervention von einer Acquaintance nicht einfach so hinnehmen. Bei vertrauten Freunden traue ich mir schon zu, selber diese um Hilfe anzufragen, so ich dazu bedarf sehe.

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        @Namensvetterin: Bei einem > 100-Franken-Geschenk würde ich schon davon ausgehen, dass es sich um eine einigermassen enge Freundschaft gehandelt hat.
        However: Nachfragen, was gebraucht/gewünscht wäre, statt einfach schenken halte ich in diesem Fall nach wie vor für die beste Lösung.

      • 13 sagt:

        @ Katharina
        Fairerweise muss man ergänzen, dass im Text das Wort „Wochenende“ gar nicht vorkommt, sondern das eine Interpretation von Susanne war 😉

        @ Susi / Tststs
        Eines ging auch noch vergessen: Die Frau hat 3! Kinder in 5! Jahren bekommen. Das bedeutet, dass sie praktisch durchgehend schwanger oder dann in der Babyphase (evtl. Stillphase) war, was die Autorin irgendwie nervte. Dieses „wenn das Kind etwas grösser ist…“ fand ja da gar nicht statt. Vielleicht ist sie in 2-3 Jahren auch soweit, wieder einen „drauf zu machen“. Ich gehörte zu denen, die mit einem Kind, das auch noch super schlief, eine sehr entspannte Mutter war. Heute mit drei überlege ich mir 3x, ob ich die Zeit von 21-01, also die einzige, wo ich 4 Stunden am Stück schlafen könnte, wirklich opfere…

      • Katharina sagt:

        @Namensvetterin: Ich empfinde einen Gutschein als Geschenk als etwas unpersönliches, ok für Acquaintances, aber nicht für enge Freunde. Manchmal sogar beleidigend, und Leuten, die die enge der Freundschaft am der Höhe des Betrages messen, halte ich mich fern.

  • Jane Bissig sagt:

    Ja, der Text klingt etwas frustriert. Aber eigentlich schätze ich es, diese Sicht einer Kinderlosen zu lesen. Es stimmt, dass es manchen Eltern (Müttern?) schwer fällt sich für ihre Freunde mal vom Kind und vom Kinderthema loszueisen. Ich sehe mich eigentlich nicht so und mit manchen FreundInnen geht die Beziehung auch mit Kind weiter. Mal im Schneidersitz zwischen Duplo mal mit Alkohol in einer Bar (dann ohne Kind). Es gibt aber Freundschaften, die schwierig wurden. Z.B. wenn die Leute unverbindlich sind. Weil man halt nicht mehr eben schnell umdisponieren kann. Oder Leute, die das Thema Kinder NUR langweilt und nichts als ironische Bemerkungen dazu haben. Und dann wird halt auch ausgesiebt, wenn man weniger Zeit hat. Das traf bei mir auch FreundInnen mit Kindern.

  • Hannes Müller sagt:

    Kinder fressen halt Zeit weg. Wenn die Kinder mal selbständig sind, findet sich der Kontakt mit manchen alten Freunden wieder. Sag ich als Kinderloser.

  • Adam Riese sagt:

    Bekanntschaften, Freundschaften, ja sogar Liebesbeziehung können an unterschiedlichen Interessen zerbrechen. Und in vielen Fällen verschieben sich die Interessen mit der Familiengründung gewaltig. Deshalb haben oftmals auch Eltern gar kein Interesse mehr an alten Bekanntschaften, da diese sie schlicht nicht mehr interessieren bzw. keine gemeinsamen Interessen mehr vorhanden sind. Es verbindet nichts mehr. Aber warum gibt es diese gemeinsamen Interessen nicht mehr? Vermutlich, weil manche Eltern nichts mehr erleben ausserhalb ihrer Familie. Wofür soll man sich denn sonst interessieren? Worüber hätte man sonst zu diskutieren ausser über Familienthemen? Vielleicht noch ein bisschen Klatsch und Tratsch. Aber das geht auch mit den Eltern befreundeter Kinder.

  • 13 sagt:

    Ich finde den Text komisch. Wieso die Frustration? Wieso das künstliche an der Freundschaft festhalten? Und wieso die einseitige Schuldzuweisung?
    Wir haben im Schnitt eher jung Kinder bekommen, ca. 7-8 Jahre vor den meisten unserer Freunde, aber auch direkt nach der Uni, als sich ohnehin alles etwas ändert. Einige Freundschaften gingen dabei verloren, andere blieben, aber im Nachhinein muss ich sagen, dass ist nicht so schlimm. Im Gegenteil. Mein Leben ist neben der Familie und Job derart ausgefüllt, dass ich weder Zeit noch Kraft habe, um Energie in Hunderte lockere Freundschaften zu stecken. Diejenigen, die geblieben oder neu entstanden sind, sind dafür umso enger und wertvoller und das ist ganz gut so. Es sind Menschen, teils kinderlos, teils mit Kindern, die mit mir auf einer

    • 13 sagt:

      Wellenlänge und nehmen mich so an, wie ich heute bin. Mit meinen heutigen Interessen und Aufgaben, die sich teilweise um die Kinder, aber auch viel um andere Dinge drehen. Eltern, für die es nur die Kinder gibt und kein anderes Thema, meide ich. Kinderlose, die die Augen verdrehen, wenn man Kinder erwähnt und grundsätzlich Einladungen ohne Kinder aussprechen, ebenso. Das ist beides nicht meine Welt und ich bin durch die knappen zeitlichen Ressourcen wählerischer geworden. Ich bin auch gerne mal ohne Kinder unterwegs, aber eben diese Abende sind so selten, dass ich sie mit Menschen verbringen will, mit denen ich es richtig geniesse und nicht auf die Uhr schaue.

    • 13 sagt:

      Man wirft den Eltern oft vor, mit ihren Gesprächen über Kinder die Kinderlosen zu langweilen. Das gibt es. Aber auch das Umgekehrte, ich habe schon öfters ein Gespräch von Kinderlosen zugehört und gedacht: „Ist das das, was Euch wirklich beschäftigt? Gibt es keine wichtigeren Dinge?“ Aber anstatt das den Eltern oder den Kinderlosen vorzuwerfen, kann man doch auch einfach akzeptieren, dass man sich auseinanderentwickelt hat und die Zeit mit anderen verbringen.
      Und zuletzt: So ungern ich das sage, es ist auch eine Mentalitätenfrage. In der Schweiz findet das Kinderleben oftmals getrennt vom Erwachsenenleben statt. Es gibt x Orte, die als „nicht für Kinder geeignet gelten“ und dafür x andere, die „extra für Kinder“ konzipiert sind. Das bringt die Eltern oftmals in einen Konflikt.

    • 13 sagt:

      Wir leben in zwei Kulturkreisen, dem schweizerischen und einem südländlichen und aus dem zweiten ging keine Freundschaft verloren. Weder, weil wir Kinder haben, noch weil andere Kinder bekamen und nur noch für diese lebten. Stattdessen werden da die Kinder einfach mitgenommen und in das Erwachsenenleben integriert, allerdings ohne die Erwartung zu haben, dass dieses für sie angepasst wird. Sie sind dabei, sei es an einem Fest, sei es im Restaurant, allerdings ohne extra Programm, Babysitter oder Kindermenus. Das macht die Weiterführung dieser Freundschaften einfacher.

      • mila sagt:

        Wunderbar geschrieben.

      • 13 sagt:

        Und ich sehe gerade, dass ich offenbar auch keine Zeit für alle Verben und Kommas hatte, denkt Euch diese einfach dazu und schiebt es auf meinen Schlafmangel….

        @ mila
        Danke.

      • Heidi Merz sagt:

        13, auf den Punkt gebracht. Geht mir genau gleich.

      • Martin Frey sagt:

        Schliesse mich mila an. Schön, und v.a. nicht wertend geschrieben. Bin in jeder Hinsicht einverstanden (auch wenn whs. sehr viel älter Vater geworden).

      • Reincarnation of XY sagt:

        Es geht nichts über eine gute Durchmischung verschiedener Kulturen.
        Es gibt einem die Möglichkeit von jeder Kultur das jeweilige Gute heraus zu nehmen und das Schlechte in den Müll zu kippen.

      • 13 sagt:

        @ Roxy
        Genau so ist es und ich handhabe es so. Es gibt auch x Sachen, so mich die Mentalität meiner ersten Heimat wahnsinnig macht und ich die Schweizer gerne vorziehe, so bei der grundsätzlichen Einstellung, eine Ohrfeige hätte noch keinem geschadet, der Arbeitsmoral („Eine Schwangere kann ab dem ersten Tag nicht arbeiten, unabhängig des Jobs“) oder der Obrigkeitshörigkeit oder auch Resignation („Bei uns ist das eben so und man kann es nicht ändern“). In dem oben genannten Punkt, ist mir die Einstellung der Südländer jedoch sympathischer als mancher (es sind ja nie alle) Schweizer und folge dieser.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Die fremde Kultur hilft, sich mit der eigenen objektiv auseinanderzusetzen und sie gibt einem auch eine Perspektive, dass man das Untaugliche mir nichts/dir nichts verschrotten kann.

        Die grosse Durchmischung kann für die Schweiz eine sehr grosse Chance sein. Aber wichtig ist, dass sich die Kulturen durchmischen.
        Wenn man hingegen sich in seine eigene Kultur abschottet und diese dann noch in einer Abwehrhaltung glorifiziert und verstärkt, dann wirkt das wie ein Schrottdünger.

      • 13 sagt:

        Zu 100% einverstanden.

      • Sportpapi sagt:

        Was machen denn diese südländischen Kinder, wenn sie ins Erwachsenenleben integriert werden und beispielsweise mit zum feinen Nachtessen gehen?
        Sind das die, die im ganzen Restaurant herumrennen (gerne in diesen tollen Kleidchen, in denen sie sich eigentlich gar nicht bewegen können)? Oder die den ganzen Abend am Ipad spielen?
        Ich glaube, ich weiss schon, was Sie meinen. Aber ich betrachte das immer ziemlich zwiespältig.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Also, meiner Erfahrung nach, sind es die, die sich zuerst kurz langweilen und sich dann zusammenrotten und bis um 23.00 Uhr VOR dem Restaurant Versteckis spielen. Wer draussen rauchen geht, übernimmt gleich die Aufgabe, bei ALLEN Kindern zu schauen, ob alles ok ist, egal ob es seine sind oder fremde, selbst dann, wenn er selber gar keine hat. Oder dann im Gang vor dem WC auf dem Boden sitzen und Geheimbünde schmieden, Schatzkarten zeichnen, mit Mamis Schminktäschen eine Kriegsbemalung fabrizieren etc. Oder einfach in einer Ecke zur Musik tanzen. Und dann irgendwann um Mitternacht auf dem Stuhl oder unter dem Tisch einschlafen. Ich war auch so ein Kind und es war super.
        PS. Auch feinere Kleidchen kann man waschen.

    • Katharina sagt:

      13: Ich fand den Text auch etwas…säuerlich. Und Sie haben entspanntes Familienleben gut umschrieben.

      Zum multikulturellen dies, aus meiner Sicht in einer Stadt, die sehr unterschiedliche Kulturen nebeneinander leben lässt:

      Ich habe wenig Verbindungen zu CH-Expats in meiner Stadt, obwohl es viele gibt und theoretisch der Kontakt auch durch das Konsulat gefördert wird. Der Grund: Ich kenne keine andere Ethnie in dieser Stadt, und glauben Sie mir das Spektrum ist wirklich gross, die STAENDIG irgendetwas vergleicht und kritisiert zwischen hier und drüben.

      Andere sagen das gleiche und finden es gleichfalls mühsam.

      Kann es daran liegen, dass die meisten auf organische Assimilation hoffen und keine Integrationsleistungen von den Neuankömmlingen als Vorleistung fordern?

  • dres sagt:

    Ich habe trotz zwei Kindern keine(n) einzige(n) Freundin/Freund verloren. Und die Nächte schlage ich mir ab und zu auch noch mehr oder weniger kreativ um die Ohren… Und bei Gesprächen mit Kinderlosen muss sich eben genau nicht alles um unsere Kinder drehen. Ich bin auch froh, ab und zu nicht über Kids sprechen zu müssen. Bei meiner Frau sieht es ziemlich ähnlich aus…

    • Susi sagt:

      @dres: „Und bei Gesprächen mit Kinderlosen muss sich eben genau nicht alles um unsere Kinder drehen.“

      Auch bei Gesprächen mit nicht-Kinderlosen muss sich nicht alles um Kinder drehen, bitte!!

      • dres sagt:

        @Susi: Das versteht sich von selbst. Die in der Aufzucht Tätigen können das untereinander problemlos, und die Kinderlosen müssen nicht in Panik ausbrechen, wenn ihre Freunde plötzlich alle schwanger sind. Oh…

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ja, der ganze Artikel klingt ein wenig frustriert.
    Was sind die Kritikpunkte, die von annalou, Susi und Manu Meier aufgegriffen werden?
    Eltern, die sich negativ verändern. Engstirnig werden, intolerant, unter Kinderregime leben etc. – Meine Frage: waren das wirklich meine Freunde? Und wenn ja, kann ich nicht froh sein, dass ich sie los geworden bin?
    Erst das Leben zeigt, wer ein Mensch wirklich ist.
    Menschen, die als Eltern in die totale Langeweile und Spiessigkeit und nicht-merken-was-den-anderen-interessiert verfallen, waren in ihrem Kern schon immer so. Man hat es vorher einfach nicht gemerkt.
    Echte Freunde, die wirklich zu einem passen, überdauern auch Lebenswechsel. Aber das sind halt nicht so viele.
    Es geht also nicht wirklich um Kinder-oder-nicht, es scheint nur so.

    • Susi sagt:

      Das hat wahrscheinlich was, ich sah es damals ähnlich: Die Freundin, (eigentlich war es nur eine wirklich enge Freundschaft, die im Sande verlief, das andere waren eher Bekanntschaften), zu der ich den Kontakt verlor, war zwar nicht immer schon so gewesen, aber sie hatte schon immer diese eine Seite gehabt, die man vorher gut ausblenden konnte. Und diese Seite hat sie dann plötzlich voll und ausschliesslich gelebt und sich sehr verändert, das wurde von verschiedenen Freundinnen so wahr genommen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Wir alle haben verschiede Seiten – im Lauf des Lebens zeigt sich dann, welche dieser Seiten sich durchsetzen.
        Das halte ich für unseren wahren Kern.

    • Sisifee sagt:

      @ RoXY: Ich muss aber auch sagen, dass ich kinderlose Erwachsene kenne, die mit zunehmendem Alter engstirnig werden und – beispielsweise – nur noch in ihrer Welt von Job und sich repetierenden Beziehungs- und Trennungsdramen leben. Das war bei der einen Freundschaft so, die bei mir in die Brüche ging. Nachdem ein Treffen, dass ich überdies durch einen freien Tag hätte möglich machen wollen, zum wiederholten Male kurzfristig abgesagt wurde, weil man gerade aus emotionalen Gründen unpässlich war, musste ich mir sagen, dass zu wenig Empathie da war, um zu wertschätzen, was ich investiere.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sagte ich doch:
        Es geht also nicht wirklich um Kinder-oder-nicht, es scheint nur so.
        Im Lauf des Lebens setzt sich der „wahre Kern“ durch, oder er zeigt sich immer mehr.

        Wobei…
        Manchmal kann es aber auch sein, dass jemand wegen einer schweren Krise/Abhängigkeit/Fremdbestimmung – sich von seinem wahren Kern/ICH entfernt. …. Dann ist es möglich, dass man sich jahrelang aus den Augen verliert, wenn aber das Problem behoben ist, findet man wieder zusammen und versteht sich prächtig.

      • Carolina sagt:

        Oder, RoXY: Es kann auch sein – und das halte ich eher für den Normalfall -, dass man sich nach einer Krise/Abhängigkeit/Fremdbestimmung seinem wahren Kern annähert, dass sich Prioritäten komplett verändern und, zumindest für eine Weile, alles, was man an Werten und Haltungen zu haben glaubte, durcheinandergeraten. Ich bin – auch wenn das sehr egoistisch klingt – heute viel klarer und rigoroser in meinen Haltungen anderen Menschen gegenüber, nachdem meine ganze Welt zusammengebrochen ist. Mit Manipulationen, Abwertungen, ständiger Kritik und Oberflächlichkeiten versuche ich mich heute, nicht mehr aufzuhalten.
        Die Freunde (übrigens gilt das auch für Familie!), die mir aus den Vor-Krisen-Zeiten erhalten geblieben sind, haben bewiesen, dass sie mich so nehmen, wie ich bin, dass sie

      • Carolina sagt:

        /2 auch mit meinen Krisen, meiner veränderten Persönlichkeit etc umgehen können und wollen. Auch wenn es seltsam klingt: diese (wenigen) Menschen, die meine Abgründe kennen und sie ausgehalten haben, sind auch die, deren Abgründe ich aushalte.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Das kann sein. Wenn aber der wahre Kern erst nach der Krise entdeckt wird. Dann war man bis dahin fremdbestimmt. Und hatte nie Zugang zu seinem wahren Ich.

        Ich denke, wenn wir unsere eigene Mitte gefunden haben, ist es hilfreich unseren wahren Kern in allen Phasen unseres Lebens zu entdecken. Ich bin überzeugt, dass er in jeder Phase irgendwo zumindest durchschimmert.

        Zum anderen: es sind eben die Leute, die Sie wirklich akzeptieren als genau die Person, die Sie sind und automatisch werden wir diese Menschen auch akzeptieren. Akzeptanz, Sympathie, Liebe (echte) beruht immer auf Gegenseitigkeit. Es ist fast unmöglich eine Person nicht zu mögen, die mich mag (sofern er nicht eine falsche Projektion von mir mag).

    • Sportpapi sagt:

      Wenn wir uns verändern im Laufe des Lebens, unsere Prioritäten verschieben, ist es eigentlich nur logisch, dass sich auch der Freundeskreis verschiebt. Daran ist ja auch gar nichts Schlimmes.
      Und dann hat man wieder mal einen runden Geburtstag, eine Hochzeit oder ein Klassentreffen oder einfach ein Treffen mit einem alten Freund. Mit dem man sich vielleicht noch gut versteht, für 1-2 Stunden, in denen man über alte Zeiten plaudert. Aber vermutlich gibt es schon einen Grund, dass man sich etwas aus den Augen verliert.
      Ich glaube zudem, dass Frauen häufiger als Männer (und das ist eine Theorie) für die Familiengründung weg ziehen, und damit schon räumliche Distanz haben. Und Freunde, die man nur nach langfristiger Planung sieht, nehmen nun mal nicht am Leben teil.

    • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

      Ja, das stimmt. In beide Richtungen: Was soll ich mit Menschen in meinem Leben, die sich für einen wichtigen Teil davon nicht interessieren? Sind das überhaupt richtige Freunde, wenn ich mit ihnen nicht von einem Aspekt meines Lebens erzählen darf, der mehr als die Hälfte meines Alltags ausfüllt?
      Irgendwie tragisch. Wer aus meinem Bekanntenkreis nicht damit umgehen kann, dass fortan Kinder zu meinem Leben dazu gehören, soll halt gehen… Reisende soll man nicht aufhalten!

      • Susi sagt:

        @Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit):

        Die Freunde gehen ja vielleicht auch schon vorher, wenn man alles falsch versteht, verdreht auslegt und schwarz-weiss darstellt…

  • Peter Kobelt sagt:

    Ist man in der beneidenswerten Situation, einen auf seine Sandkastenfreunden abgestimmten Lebensentwurf mit in etwa koordinierter Wurfplanung zu besitzen, mag das mit „Freunde fürs Leben“ durchaus hinkommen. Sollte jedoch die Realität mit Wohnortswechseln, Beziehungs-On-Offs, gegenläufige Vermögensentwicklung, unterschiedliche Erziehungsauslegung, flexible Arbeitszeiten etc. zuschlagen, wird das Ganze schon deutlich komplexer. Sollten die Eltern das Wohl des Kindes prioritär Behandlung und ihm/ihnen beispielsweise ein zeitintensives Hobby ermöglichen, eskaliert die Situation vollends. Beziehungspflege reduziert sich auf Schnittmenge Agenda/Erziehungsstil/geteilte Werte/Anfahrtszeiten. Gleiches wiederum gilt beim Aufbau neuer Freund-, die es über Bekanntschaften hinaus schaffen.

    • Peter Kobelt sagt:

      Wird bei Freundschaften von Freunden mit ähnlich alten Kindern zeitweise der „clash of cultures“ vorweggenommen, umso schwieriger gestalten sich Beziehungen mit Eltern unterschiedlich alten Kindern. Verschoben auf der Zeitachse, gefangen in der jetzigen Situation und geleitet von guten Ratschlägen und vielen Ratgebern.
      Da loben wir uns unsere kinderlosen Freunde. Sie bringen dankenderweise die uns abgegangene Flexibilität auf, freuen sich ob einem kultivierten Kind und ermöglichen uns mit ihren Inputs einen Blick aus dem manchmal zum Hamsterrad mutierten Familientunnelblick. Diskussionen über den Siedepunkt von Strontium oder die Frage des Existentialismus in neukaledonischer Kunst ist erfrischend. Erfrischender als der Austausch von Kindernebensächlichkeiten.

  • Robert Riesen sagt:

    Jo, auch bei mir sind einige der „alten“ Freundschaften aus den Flegeljahren auf der Strecke geblieben. Aber sei’s drum, wieso so ein frustgetränkter Text um das ganz rumgepackt? Das sind die natürlichen Lebensphasen, auf die Pauke hauen, seriös werden Famile, zweiter Frühling…kann man auch anders anordnen, oder einen Teil (oder zwei) auslassen. Jede Phase bringt neue Freundschaften, und alte gehen. Jeder wie er will! Alles ok so wies ist!

    • Susi sagt:

      @R.R.: „wieso so ein frustgetränkter Text um das ganz rumgepackt?“

      Wo genau projizieren Sie hier „Frust“ hin?

  • Manu Meier sagt:

    Etwas ganz Entscheidendes haben Sie in Ihren Blog nicht erwähnt, Frau Ambs. Da Sie jedoch keine Kinder haben, sei Ihnen das verziehen. Es gibt nicht Trennenderes zwischen Freunden mit Kindern als Kinder. Will heissen, wir haben v.a. Freunde und Bekannte mit Kinder verloren. Der Grund war meistens ganz einfach. Die Kinder mochten sich nicht. Und ganz grundsätzlich möchte hier mal eine Lanze für die „Kinderlosen“ brechen. Wir haben unsere kinderlosen Freunde und Bekannte als toleranter und grosszügiger und eher einmal „es Füfi grad“ sein lassend erfahren, als jene mit Kinder. Abgesehen davon, dass es neben Erziehungsfragen etc. noch andere Diskussionsthemen gibt.

    • Ladybird sagt:

      Da ist was Wahres dran! Auch uns erging es so, dass wir den Kontakt versanden liessen zu zwei Päarchen, weil sich die Kinder gegenseitig einfach nicht mochten, nicht miteinander spielen wollten/konnten und dann die Begegnungen jeweils echt bemühend wurden.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Aber das zeigt doch nur. Dass ihr von ganz verschiedenen Werten geprägt seid.
        Denn wenn wir etwas auf unsere Kinder übertragen, dann sind es unsere Werte.
        Wenn uns die Kinder trennen, zeigt das nur, dass wir eben nicht wirklich zusammenpassen.

        Oftmals hat man Freunde wegen oberflächlicher Gemeinsamkeiten. Es gibt wohl nichts mehr, als eigene Kinder, die uns selbst und der Welt zeigen, wie wir wirklich ticken, was uns wirklich wichtig ist.
        Deshalb ist es auch so, dass meine Freunde meine Kinder mögen und ich mag die Kinder meiner Freunde. Und interessanterweise mögen meine Kinder auch die Kinder meiner Freunde.

        Oder anders herum: wer meine Kinder nicht mag, den mag ich auch nicht.

      • Adam Riese sagt:

        @ RoXY: „Oder anders herum: wer meine Kinder nicht mag, den mag ich auch nicht.“

        Ich finde diese These etwas gewagt. Denn dies würde bedeuten, dass Sie sich zum Beispiel von Ihrem besten Freund trennen sollten, nur weil dieser gar rein nichts mit Kindern anfangen kann und deshalb einen grossen Bogen um sie macht. Er wird Ihre Kinder also definitiv nicht mögen. Sie werden jetzt vermutlich entgegnen, dass einer, der Kinder nicht mag, niemals Ihr Freund sein würde. Ok. Aber warum muss ich mein Verhältnis zu anderen Menschen von ihrem Verhältnis zu meinen Kindern abhängig machen? Ist dieses Denken nicht etwas engstirnig und gar einschränkend? Ich finde, andere sollen meine Kinder „nicht mögen“ dürfen ohne dafür abqualifiziert zu werden. Vielleicht gibt es ja auch einen Grund dafür.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Natürlich ist es gewagt. Ohne gewagte Sätze entsteht ja nie eine Diskussion.

        Aber ich habe nur kurz meinen Freundeskreis reflektiert und muss sagen: es ist tatsächlich so.
        Ich bin nicht so der gesellige Allerweltsfreund. Wer tatsächlich Freund ist, der tickt auf einer ähnlichen Wellenlänge und deshalb hat sich dieses Problem gar nie ergeben. Ich musste nie jemandem die Freundschaft aufkündigen, weil er meine Kinder nicht mag. Solche Leute sind wohl intuitiv schon im Vorfeld gar nie in enges Vertrauensverhältnis zu mir gekommen.
        (Kenne allerdings auch sonst kaum jemanden, der meine Kinder nicht mag.)

      • Manu Meier sagt:

        @Reincarnation of XY
        Mit Verlaub: Entweder sind Ihre Kinder Engel, Sie, was Ihre Kinder anbelangt, völlig verblendet oder Ihre Freunde nicht ehrlich.
        Wenn ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis diskutiere, stellen wir des öftern fest, dass es halt tatsächlich so ist, dass sich Kinder (und auch Erwachsene) gegenseitig nicht mögen. Dafür muss es keinen objektiven Grund geben. Es ist einfach so, dass man sich nicht riechen kann, die Chemie nicht stimmt.
        Und als Mutter erlaube ich mir noch eine gewagtere Aussage: Nichts ist weniger interessant, als die Kinder anderer Leute. So mag ich weder schnüsige Kinderfotos, die mir gewisse Eltern bei jeder Gelegenheit auf ihrem Handy zeigen wollen, sehen, noch mag ich mir stundenlang deren Geschichten über ihre Kinder anhören. Und umgekehrt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Manu Meier – ist war mir schon mal einer Spinnefeind weil ich gesagt habe, wir bekämen von der KiGa/Schule eigentlich nur positives Feedback. Aber soll ich jetzt lügen deswegen?

        Natürlich wird es Leute geben, die mich nicht ausstehen können und diese werden dann wohl auch meine Kinder nicht mögen. Aber ich habe so die Gabe, dass ich solche mir missgünstigen Menschen einfach kaum wahrnehme. Ich mag Feindschaften nicht. Deshalb kommen diese Leute gar nie richtig auf meinen Radar, ich gehe ihnen wohl intuitiv aus dem Weg.
        Meine Kinder sind selbstverständlich Engel, solche mit Hörnern auf dem Kopf. So wie ihre Eltern – sozusagen Schafe im Wolfspelz.
        Dazu noch ein Liedtipp: Engel – von Rammstein. YEAHHH!

      • Susi sagt:

        @M.M.: Nichts ist weniger interessant, als die Kinder anderer Leute. So mag ich weder schnüsige Kinderfotos, die mir gewisse Eltern bei jeder Gelegenheit auf ihrem Handy zeigen wollen, sehen, noch mag ich mir stundenlang deren Geschichten über ihre Kinder anhören.

        Nun, wahrscheinlich gibt es schon noch weniger interessante Dinge, aber tendenziell hat das was…

      • mila sagt:

        Ich würde eher sagen: nichts ist weniger interessant als Leute, die sich nur für sich selbst und die eigenen Kinder interessieren. Und selbstredend gibt es die, die es übertreiben – mit 1000 Föteli, mit zig Pubs(t)geschichten – (zumindest scheint es sie zu geben, ich kenne in meinem Freundeskreis keine solchen Exemplare…) – aber die, die sich krampfhaft beweisen müssen, dass sie trotz Kindern ‚ganz die Alten‘ sind, und immer noch saucool, imfall, gell, wären für mich (vermutlich) wesentlich anstrengender auszuhalten.

        Roxy’s Kinder sind übrigens wirklich überaus interessante kleine Kerlchen – was die Eltern vorleben, kriegen halt auch die Kleinen mit. Hab das wiederum in meinem Freundeskreis sehr gut beobachten können. Nur so nebenbei bemerkt.

      • Roxy sagt:

        OMG Susi ich redete doch nicht davon dass die Leute die Föteli meiner Kinder mögen oder meine langweiligen Geschichten über sie. Ich rede von realen Begegnungen, bei denen sich zeigt ob man sich mag. (Meine Kinder mögen auch meine Freunde)

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sorry MM meine Antwort an Sie wurde nicht freigegeben, deshalb hier nochmals eine Kurzantwort: ihre 3 Thesen sind allesamt so falsch, wie nur möglich.
        Weder Engel, noch ich verblendet, noch unehrliche Freunde.
        Alle 3 Dinge passen so wenig zu mir, wie ich an ein Helene Fischer Konzert.

      • Susi sagt:

        @Roxy: „OMG Susi…“

        Keine Ahnung, worauf Sie hier antworten…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Susi
        Nichts ist weniger interessant, als die Kinder anderer Leute. So mag ich weder schnüsige Kinderfotos, die mir gewisse Eltern bei jeder Gelegenheit auf ihrem Handy zeigen wollen, sehen, noch mag ich mir stundenlang deren Geschichten über ihre Kinder anhören.

        Nun, wahrscheinlich gibt es schon noch weniger interessante Dinge, aber tendenziell hat das was…
        Sorry war eigentlich nur ein Zitat von MM. Hab ich so auf dem Handy gar nicht recht geschnallt.

      • Susi sagt:

        @Roxy: Ich zitiere oben Manu Meiers Aussage und ergänze im allgemeinen Sinne, kurz, in einem Satz. Mein Kommentar hat nichts mit Ihnen zu tun.

      • Susi sagt:

        Ah, jetzt habe ich Ihren letzten Satz auf dem Handy auch überlesen. (Und ich hatte die Anführungszeichen tatsächlich vergessen, merkte ich zu spät)

    • Sportpapi sagt:

      Über die Kinder entstehen ja auch neue Freundschaften zu anderen Eltern. Passt gut, die Kinder spielen irgendwo, die Eltern landen bei Bier und Wein oder stehen am Grill.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ RoXY

        Da geht es Ihnen wie mir, oder mir wie Ihnen; ich erhalte meine Kinder betreffend ebenfalls nur positives Feedback, egal ob Freunde, Schule, Lehrbetrieb, Nachbarn, Schwiegerfamilie…… Was soll man denn dagegen machen?

  • Susi sagt:

    Die Autorin und annalou (Kommentar ganz unten) spechen mir aus der Seele. Ich war relativ lange (bis 38) kinderlos und habe den Kontakt zu einigen Freunden verloren, weil man sich mit ihnen nur noch monothematisch unterhalten konnte und dabei ständig unterbrochen wurde.
    Die Mehrzahl unserer engsten Freunde sind kinderlos, es hat sich aber zwischen uns nichts geändert.
    Mein bester Freund und ich waren vor ein paar Tagen zusammen Nachtessen und haben kein einziges Mal über unsere Kinder geredet, es gibt so viele andere Themen! Verliert man die, dann verliert man vielleicht auch die Freundschaften.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das wird schwierig, wenn man von Beruf Mutter ist.

      • Susi sagt:

        @M.L.: Das kann ich nicht bestätigen. Unter meinen „Neubekanntschaften“ ist unter anderem eine „Vollzeitmutter“, mit der ich genau darum eine Freundschaft einging, weil sie breit interessiert ist und andere Themen als ihren Hausfrauenalltag kennt. Sie zeigt mir, dass das möglich ist. (Und zwar auch ohne höhere Bildung.)

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Worüber sprechen denn beispielsweise Ärzte? Nur über Krankheiten und Verletzungen?

      • Muttis Liebling sagt:

        @Susi, man kann Vollzeitmutter sein, ohne das als Beruf zu sehen. Die von uns allen hochgeschätzte Brunhild beweist das.

      • Muttis Liebling sagt:

        @SP, das kommt auf den Kontext an. In der Schweiz bevorzugt über Einkommen aus ärztlicher Tätigkeit. Krankheiten interessieren nicht so sehr.

    • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

      Es geht ja nicht darum, die anderen Themen zu verlieren. Die Autorin lamentiert darüber, dass bei der Freundin ein grosses neues Thema hinzugekommen ist, über das sie selber nichts hören will.
      Du meine Güte, wenn ich eine neue Katze habe, oder ein neues Auto, oder ein neues Hobby, dann mus ich doch meiner Freundin darüber erzählen dürfen, ohne dass die gleich eine Krise bekommt.
      Und wenn das für Arbeitsstelle, Lebensgefährten, Auto, Hobby, Katze oder was auch immer gilt, dann muss das doch auch für Kinder gelten?

      • Susi sagt:

        Auch hier, darum geht es eben nicht. Es geht darum, dass das dann das EINZIGE Thema ist. Wenn jemand NUR NOCH über seine Katze oder sein Auto redet, (seltsamer Vergleich, übrigens…) kann ich auch gut auf ein Treffen verzichten. Aber das habe ich bisher noch nie erlebt.

  • Hansli sagt:

    Da ich und mein Freundeskreis Clubs mehrheitlich gemieden haben, blieben die grossen Veränderungen aus. Wir treffen uns immer noch wie früher, ausser das halt ein paar Kinder herumwuseln und der Alkoholpegel geringer ist. Klar geht viel Spontanität verloren. Aber mit ein bisschen Organisation sind die Einschränkungen gering. Natürlich spielt es eine Rolle, was man vor den Kindern als Lebensinhalt hatte.

  • Sisifee sagt:

    Naja. Man kann auch künstlich Gräben schaffen, nicht?
    Wir hatten Kinder zu einem Zeitpunkt, zudem auch bei unseren kinderlosen Freunden die Partyzeit langsam abklang. Natürlich haben wir nicht mehr so viele Ressourcen, um miteinander um die Häuser zu ziehen. Umso mehr Wert haben Freundschaften. Wir erhalten sie dadurch aufrecht, dass wir nicht nur im „Multipack“ buchbar sind, sondern auch mal alleine auf ein Bier. Oder dadurch, dass wir auch mal als Paar ohne unseren Kinderhaufen erscheinen. Und ausserdem einfach da sind, wenn uns jemand braucht. Und den Wandel akzeptieren.
    Mit ist in den zehn Jahren Familienleben genau eine Freundschaft abhanden gekommen, und das hatte andere Gründe als meine Kinder. Hingegen habe ich gerade wegen der Kinder auch neue Freundschaften knüpfen können.

    • Sisifee sagt:

      Und ausserdem feiern wir unsere runden Geburtstage durch grosse, ausgedehnte Feste. Meinen 40sten zum Beispiel durch ein Open-Doors-Weekend von Samstag Mittag bis Sonntag Abend. Das gab Raum, um nicht nur Freunde, sondern auch viele Bekannte und entfernte Verwandte mal wieder zu treffen. Es war weder teuer noch stressig, sondern einfach schön.

    • Susi sagt:

      „Wir erhalten sie dadurch aufrecht, dass wir nicht nur im „Multipack“ buchbar sind, sondern auch mal alleine auf ein Bier. Oder dadurch, dass wir auch mal als Paar ohne unseren Kinderhaufen erscheinen.“

      Genau.

  • Reto sagt:

    Das sind ein paar wenige Jahre und im Normalfall liegt das Problem eher bei den „Freunden“ ohne Kinder, als bei denen mit Kindern.

    Ist doch wie bei allem im Leben, dass Veränderung prinzipiell schlecht ist.

    Zudem ist (fast) jede Mutter froh, wenn sie mit Freunden auch mal über etwas anderes als über die Kinder reden kann. Man muss sich als Freund/in halt die Zeit dafür nehmen.

    Fast ein bisschen peinlich, die Diskussion.

    Und nochmals: Es sind ein paar wenige Jahre, in denen Eltern das Wohl der Kinder wohl etwas über das eigene Wohl stellen. Die Investition ist es aber wert und sonst lässt man es lieber bleiben und sucht sich alles Freunde, die auch keine Kinder haben oder wollen.

    • Susi sagt:

      „Zudem ist (fast) jede Mutter froh, wenn sie mit Freunden auch mal über etwas anderes als über die Kinder reden kann.“

      Diesen Eindruck habe ich von den meisten nicht wirklich. Darum waren mir die Spielplatzgespräche immer ein Graus. Man versucht verzweifelt, das Gespräch in eine andere Richtung zu bringen (Kino, Literatur, Beruf etc.) und es will einfach nicht klappen, schon ist man wieder bei „mein Älterer ist schon ohne Windeln“. Da guckte ich dann lieber aufs Handy.

      • Susi sagt:

        Ich habe mich jetzt grad gefragt, warum ich mich denn doch recht häufig in Mamablog-Diskussionen rumschlage, wenn mich Kinderthemen so oft nerven. Wahrscheinlich, weil hier meistens ein relativ hohes Niveau herrscht und die Diskussionen zielgerichteter sind. (Und ich mich jederzeit ausklicken kann. 🙂 )

      • Muttis Liebling sagt:

        MamaBlog schreibt ein Stück Sittengeschichte der Schweiz. Selbst die pulsierenden Zensur- Eingriffe, oder die gelegentliche Invasion von Themen- Trollen gehören dazu.

        Als Deutscher verblüfft mich am meisten die sich offenbarende kulturelle Verschiedenheit. Diese Angst vor Kritik bei gleichzeitiger Unterwanderung dieser durch Schüsse unterhalb der Gürtellinie. In einem bundesdeutschen Medium hätte der MB keine Chance. Es wird ja immer wieder versucht, aber da kommen keine Kommentare. Wie ich schon des Öfteren schrieb, den Begriff ‚Empathie‘ habe ich vorher nie gelesen oder gehört, finde den auch heute nicht in der deutsch- deutschen Sprache. Dabei habe ich einen überdurchschnittlichen Sprachschatz.

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ MamaBlog hat ein sehr hohes Niveau, das zeigt sich aber erst auf der Meta- Ebene. Die meisten Blogs und Kommentare sind banal, aber das Gesamtbild ist schon beeindruckend.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Es Wiänächtelt!!!
        ML (ML!!!) schreibt das schönste Lob für den MB, das je ausgesprochen wurde.

        Da muss man doch mal applaudieren und sagen:
        Das haben Sie wunderschön gesagt ML.
        Ich fordere hiermit alle auf, sich diesem Applaus anzuschliessen.

        (Und ist das nicht ein Beweis, das unser unnützer Zeitvertreib hier etwas zum Weltfrieden beiträgt?)

      • Muttis Liebling sagt:

        @RoXY, danke, dass Sie meinen in den Wind gesetzten Satz

        ‚Diese Angst vor Kritik bei gleichzeitiger Unterwanderung dieser durch Schüsse unterhalb der Gürtellinie.‘

        sofort bestätigen.

      • Roxy sagt:

        Mein Lob kommt von Herzen ML. Und ich wundere mich dass sich ihm niemand anschliesst. Wirklich alles sehr fein ausgedrückt.
        Ich werde es mir rauskopieren. Wirklich gelungen, nochmals dank und Kompliment.

      • Muttis Liebling sagt:

        @RoXY, mit anderen Worten, warum personalisieren Sie? Ich bin nicht ML und ML ist nicht Ich. Ist das so schwer zu begreifen?

        Gibt es in der Schweiz keinen Literaturunterricht, in welchem man lernt, was literarische Figuren sind?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Wissen Sie ML für mich spielt es keine Rolle, ob Sie eine literarische Figur sind oder Sie sie sind.
        Sie sind ML – wer immer das auch sein mag.
        Und ich lobe ML für seine Worte.
        Genauso wie ich ML kritisiere für seine Worte.
        Ob diese Worte sie als Person so meinen, oder ob nur die literarische Figur sie so meint, spielt für mich keine Rolle.

        (Und was meine literarische Bildung in der Schweiz betrifft, da haben Sie recht: die war miserabel.)

    • Anna sagt:

      Ah, nein, die Diskussion ist gar nicht peinlich. Ich bin kinderlos, meine beste Freundin hat schon zwei und ich habe im letzten Urlaub mit ihr erlebt, dass man sich keine 2 Minuten über irgendein Thema unterhalten kann, das nicht mit ihren zwei Kindern zu tun hat. Ihre Aufmerksamkeitsspanne lässt sich in Sekunden messen. In 5 Tagen konnte ich keine einzige Sache, die mir wichtig war, ansprechen (wir sehen uns ein Mal im Jahr). Ich werde ihr deswegen nicht die Freundschaft „kündigen“, aber wohl geduldig warten, bis die Kinder grösser sind und mich bis dahin mit anderen, kinderlosen, Freunden beschäftigen.

      • Carolina sagt:

        Für diese Geduld haben Sie meinen Respekt, Anna! Ihnen muss viel an dieser Freundschaft liegen……
        Wie RoXy oben ausführte: ich tendiere eher zu der Meinung, dass Kinder auf den wahren Kern ihrer Eltern hinweisen können und würde es wohl nicht hinnehmen können, wenn an mir überhaupt kein Interesse gezeigt würde. Jemand, der über seinen Kindern völlig ‚vergisst‘ oder ignoriert, dass auch Freundschaften einer gewissen Grundpflege bedürfen, wird nach einer Weile wohl keine mehr haben…….

      • Sportpapi sagt:

        Beste Freundin, die man einmal im Jahr trifft und mit der man kein gemeinsames Gesprächsthema mehr hat?

      • Anna sagt:

        @Sporpapi: ja, ein Mal im Jahr wenn ich zurück in meinem Heimatland fahre ;-). Und ja, es gibt noch diese Sorte beste Freundin, an die man ein ganzes Leben festhält, weil es sich lohnt und weil man schon so viel miteinander erlebt hat. Gesprächsthemen zu finden wären nicht das Problem, sie kann sich nur nicht mehr konzentrieren…Liegt eindeutig an ihr, aber na gut, niemand ist perfekt. Irgendwann wird es schon besser werden :-)).

  • Heidi Merz sagt:

    Warum die beiden Lebenswelten gegeneinander ausspielen? In beiden kann man glücklich oder unglücklich sein. Aber es ist effektiv extrem schwierig, Freundschaften mit Menschen aus der jeweils anderen Fraktion aufrechtzuerhalten. Die Rahmenbedingungen sind so unterschiedlich, dass das gegenseitige Verständnis schnell an Grenzen stossen kann. Ich bewundere alle, die es trotzdem schaffen.

  • Zimy sagt:

    (1/2) Es stimmt, dass es an den Eltern liegt, ob Beziehungen zu kinderlosen Freunden bestehen bleiben. Aber eben auch, wie in jeder Beziehung, an der anderen Seite. Die Geburt eines Kindes krempelt alles komplett um und verändert einen unausweichlich. Wie genau, lässt sich kaum vorhersagen. Klar ist, dass die Kinder besonders in der ersten Zeit extrem viel Aufmerksamkeit fordern und einen auch mal ganz gehörig stressen. Sie haben Priorität in jeder Hinsicht, und es gibt für die Eltern in dieser Zeit einfach oft kein anderes Thema, was sie so sehr beschäftigt wie die Kinder, der Stress und die persönliche Veränderung, die man ja selbst bemerkt und die auch etwas unheimlich wirken kann. Gleichzeitig fehlt die Zeit, es jemandem, der es nur bedingt nachfühlen kann, genau zu erklären.

    • Zimy sagt:

      (2/2) Der Erhalt der Freundschaft hängt eben auch davon ab, in wie weit der/die Kinderlose Verständnis für die Situation der Neu-Eltern aufbringen kann. Ob er es persönlich nimmt, wenn die Verabredung mal wieder kurzfristig wegen der Kinder abgesagt wird. Ob er damit umgehen kann, dass die Eltern nicht mehr so sind wie früher. Es kann eben auch sein, dass man sich durch die Kinder buchstäblich auseinanderlebt und das das Weiterführen der Freundschaft dann einfach keinen Sinn mehr macht.

  • Medusa sagt:

    ui frau ambs-keller, das klingt irgendwie chli frustriert. „ich weiss nicht, ob es mich interessieren würde, was sie mir zu erzählen hätte, wenn wir denn zum Reden kämen. Ist sie glücklich? Ist sie glücklicher als ich, die keine drei Kinder hat?“ Es würde sie gar nicht interessieren was ihre freundin zu erzählen hat? und die frage danach würden sie wohl ganz klar mit nein beantworten… aber irgendwie nehme ich es ihnen trotzdem nicht ganz ab…

  • ganznebenbei sagt:

    Elternschaft killt nicht den Freundeskreis…es verschiebt ihn. Nachdem ich spät Mutter geworden bin, kenne ich beide Seiten. Ich habe meine Freiheiten genossen und bin um die Häuser gezogen. Ich traf mich weiterhin mit meinen Freundinnen, die immer zahlreicher Kinder bekamen. Es waren dann halt Nachmittage am Kinderplanschbecken und mit Halbsätzen, weil man dauernd unterbrochen wurde. Ich fand es trotzdem gut, weil es für mich ein Blick in eine andere Welt war. Mit der Zeit wurde es trotzdem schwierig, den Kontakt zu halten, weil sich die Interessen immer mehr verschoben.
    Als ich selber Mutter wurde, wiederholte sich das Ganze. Entscheidend ist die Schnittmenge, die einem verbindet. Wenn die Gemeinsamkeiten immer weniger werden, dann trennen sich halt die Wege. Mit oder ohne Kinder!

  • Flo sagt:

    Elternschaft killt Freunde – was für eine Ansicht!
    Neinm, Kinder verändern bestehende Freundschaften, aber sie lassen genau auch wieder neue entstehen.
    Ausserdem sind Freundschaften keine Einbahnstrassenm, sie müssen/können von beiden Seiten „befahren“ werden..

  • Clara sagt:

    Ich habe auch ein Kind und muss sagen, der Text trifft ins Schwarze. Fast alle meine Freundinnen haben und wollen keine Kinder und es ist fast unmöglich, in den Anfangsjahren eine „gescheite“ Freundschaft mit kinderlosen Freundinnen aufrecht zu erhalten. Der Tages-Rhythmus, die Gesprächsthemen und Ansichten über „Kinderhaltung“ sind zu verschieden. Das neue Umfeld sind andere Mamis. Aber wirklich gute Freundinnen haben Geduld und irgendwann hat man wieder Zeit füreinander.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Wild sein ist schampar schön, wirklich! Aber irgendwann einmal hat man’s gesehen, gründet eine Familie, verkauft seine Harley und wird sesshaft. Es gibt Freunde, die einen solchen Wechsel partout nicht begreifen können- oder wollen und auch heute noch, mit angegrauten Schläfen, wild zu sein versuchen.

    Henusode 😉

    • Susi sagt:

      Es gibt ja nicht nur „sesshaft“ und „wild“, sondern es geht doch darum, dass viele, nachdem sie eine Familie gegründet haben, nicht mehr über das eigene Gärtchen hinaussehen und für (gewollt oder ungewollt) Kinderlose langweilig und/oder nervig werden. Habe ich alles selbst erlebt, weil ich sehr lange kinderlos war. Und mir ging es nie darum, „wild“ bleiben zu können, sondern darum, 1.)nach wie vor inhaltlich interessante Gespräche führen zu können, 2.) ohne in jedem Satz zweimal unterbrochen zu werden.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Was hinderte deine Freundinnen, abends sich abends mal allein mit dir zu treffen?

      • Susi sagt:

        @S.P.: Das tönte am Telefon etwa so: „Was häsch grad gseit? Han grad mit em Kevin gredet. .Ja, weisch, mit de Chind isches halt – wart, ja, was meinsch, Schätzeli? Ja, lueg, det äne! – aso, es isch schwierig mit Weggah. Aber du chasch – ja, s Mami chunnt grad! – gern mal zu eus cho!“
        Genau. Und der Besuch verlief dann analog zum Telefongespräch.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Noch einmal: Was hindert deine Freundinnen daran, einen Abend mit dir alleine zu verbringen?
        Ausser allenfalls Desinteresse?

      • Susi sagt:

        Eben, sie ging nicht mehr weg.

      • Susi sagt:

        (Es war vor allem eine, bei der es mich geschmerzt hat. Bei den anderen war es ein Auseinanderleben)

        Übrigens habe ich sie kürzlich wieder getroffen. Ihre Kinder sind jetzt gross, und sie ist wieder recht „normal“ geworden.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Susi: Nein, es gibt nicht natürlich nicht nur sesshaft oder wild. In meinem Falle wurden einzelne Freunde vor allem deshalb mühsam, weil sie partout nicht akzeptieren konnten, dass ich nicht mehr mindestens drei Mal pro Woche mit ihnen um die Häuser ziehen wollte. Und was bereichernde Gespräche anbelangt: Ich habe beobachtet, dass, zumindest in meinem Bekanntenkreis, ehemalige Freunde diesbezüglich genau so langweilig sein können, wie für sie umgekehrt wahrscheinlich ein Familienvater wie ich: Habitus, Gesprächsthemen, Einstellung, Weltanschauung, etc. alles noch fast genau gleich, wie vor 20 Jahren. Und so lebt man sich halt auseinander, das ist leider unvermeidlich… Aber man findet ja auch wieder neue Freunde, auch wenn man da bei der Wahl immer amspruchsvoller wird.

      • Susi sagt:

        @M..Z.: Ich für meinen Teil muss einfach sagen, dass die Menschen, mit denen ich bereits seit 25, 30 oder sogar 40 Jahren befreundet bin, mehrheitlich kinderlos geblieben sind oder die Kinder eher spät hatten, so wie wir. Ich habe es nicht erlebt, dass die mit mir bis in die Morgenstunden um die Häuser ziehen wollen, sondern sich weiterentwickelt haben, viel mehr als einige, die mit dem Gründen einer Familie eben teilweise einseitig geworden sind.

        Aber klar, man kann sich auch aus anderen Gründen auseinanderleben.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Susi

        Ich kann Sie verstehen; ich brauche das such nicht, dass wenn ich mit jemandem telefoniere, dass man da stöndig unterbrochen wird. Ab einem gewissen Alter kann man einem Kind sagen, dass man jetzt gerade telefoniert und bis zu diesem Alter wird telefoniert, wenn das Kind schläft.

  • Carla sagt:

    Danke, schöner und treffender Text. Das sag ich als Mami von 3 Kindern, die ihren kinderlosen Freundinnen dankbar ist, wenn sie nach der intensiven Kleinkindphase (die jetzt tatsächlich schon 5 Jahre dauert) noch da sind 🙂

  • Adam Riese sagt:

    „Das kann vielleicht auch an der heutigen Einstellung zur Kindererziehung liegen.“
    Hier trifft die Autorin meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf. Wer das Wohl der Kinder über sein eigenes stellt, verliert sich selbst. Drum ist es äusserst wichtig, dass man auf sein eigenes Leben und seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse genauso Rücksicht nimmt wie auf diejenigen der Kinder. So lernt auch der eigene Anhang von Anfang an, dass sich nicht nur alles um sie dreht. Nicht alles zu kriegen. Auch mal hintenanstehen zu müssen. Zu teilen. Rücksicht zu nehmen. Frust aushalten zu müssen. Das sind für mich sehr wichtige Eigenschaften, die bereits ein Kind lernen kann bzw. muss, wenn es sich künftig stressfrei in der Welt behaupten will. Drum: Regelmässig das tun, was einem gefällt bzw. erfüllt.

  • Roxy sagt:

    Nun ja, Kinder sind für einige Jahre dem Partyleben abträglich. Aber ich habe selten Leute gesehen, die das Partyleben ohne Pause bis 50 durchziehen konnten ohne schalen Beigeschmack.
    Kleinkinder sorgen für eine gesunde Pause, Neuorientierung, Ausgleich, so dass man nach einigen Jahren Teilabstinenz sich später wieder mit neuer Qualität, Reife und Frische dem wilden Leben widmen kann.

    • Ladybird sagt:

      Genau! Alles hat doch seine Zeit im Leben. Das Zauberwort heisst eben „die jeweilige Gegenwart voll auskosten“. Dann trauert man auch nicht vergangenen Gelegenheiten nach.
      Und überhaupt: Wenn die Phase der Kinder vorbei ist, sie also gross sind, kann man ja getrost wieder zu Zweit loslegen und die neue Zweisamkeit geniessen mit ausgedehnten Reisen, Partys, Töfftouren, Wanderungen… was auch immer das Herz begehrt 😉
      Und zum Artikel: Meine kinderlose Freundin begleitete mich genauso durchs Leben wie vorher. Im Gegenteil sie fand es stets toll, so auch Anschluss an Kinder zu haben bzw. an deren Leben/Entwicklung teilhaben zu können. Es ist wohl am Ende alles eine Frage der Einstellung.

      • Barbara sagt:

        „Es ist wohl am Ende alles eine Frage der Einstellung“…… Treffend formuliert. Ich würde sogar ergänzen: ….. und auch des guten Willens von beiden Seiten. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, denn schliesslich ist eine Freundschaft immer ein Geben und Nehmen und keine Sackgasse bzw. Einbahnstrasse!

  • annalou sagt:

    Es sind nicht die Kinder, sondern die Eltern, die mühsam werden. Während eines Telefons sprechen meine Freundinnen sowohl mit mir wie auch gleichzeitig mit ihrem Flohzirkus im Hintergrund, lassen sich andauernd unterbrechen anstatt ihren Kids mal zu sagen, dass sie sich selber beschäftigen sollen oder mal im Restaurant darüber hinweg sehen, dass die Kids das dritte Kaffeerähmli in sich hineingiessen. Hier sollten Eltern ein wenig mehr Hippie werden und es einfordern, dass sie sich auch mal mit anderen Erwachsenen unterhalten können.

    • Franka Ebi sagt:

      LOL Flohzirkus 🙂
      .
      So etwas ähnliches wie Sie wollte ich auch posten: einerseits hat es viel mit Erziehung zu tun, ob man als Eltern noch zu etwas anderem kommt als sich mit den Kindern zu beschäftigen (und das sage ich als Zwillingsmutter). Andererseits braucht man oft einfach auch nur ein wenig Flexibilität und Gelassenheit. Abends weggehen unpraktisch? dann kommen die Freunde eben zu uns. Die Kinder gehen dann irgendwann ins Bett und spätestens danach kann man einen gemütlichen Abend verbringen.

      • annalou sagt:

        Genau so machen wir es auch!

      • Susi sagt:

        @Franka: Ja, genau!
        Und dazu kommt noch, dass man sich ja auch allein mit Freunden treffen kann, anstatt mit dem Partner (mit der Familie!) zu einem einzigen Menschenklumpen zu verschmelzen.

      • Franka Ebi sagt:

        Susi, richtig und ich glaube das ist insbesondere für Mütter wichtig, die im Durchschnitt ja näher an der Familie dran sind wie die Väter (wenn ich das mal so ausdrücken darf). Man muss aufpassen, nicht zur Glucke zu werden und sich nicht zu verlieren.

    • Melli sagt:

      Genau so ist es. Meist kann man meinen ganzen Satz miteinander sprechen ohne dass eines der Kinder dazwischen quakt und die Aufmerksamkeit der Mutter gleich zum Kind geht anstatt einmal zu sagen, dass jetzt die Erwachsenen miteinander reden. Ich habe dieselben Erfahrungen gemacht. Sobald Kinder da sind wird die Freundschaft sehr mühsam da sich alles und jedes NUR noch um die Kinder dreht. Es scheint keine neutralen Themen mehr zu geben. Und es geht gar nicht um Party oder ewig rockig und jung bleiben sondern das Ganze fängt schon bei ganz normalen Unterhaltungen an die nicht mehr stattfinden.

    • Susi sagt:

      schön geschrieben, annalou.

      • Valeria sagt:

        Ganz normale Unterhaltungen scheinen aber auch innerhalb der Familie oft nicht mehr möglich zu sein. Wir gehen regelmässig auswärts essen, als Familie mit zwei kleinen Kindern. Und uns wurde allen erstes schon gesagt, dass wir zu den wenigen Paaren gehören, die sich währenddessen nicht nur unterhalten, sondern dies auch noch über andere Themen wie Wocheneinkauf und Windelinhalt.

        Also, wenn das den Wirten auffällt, scheint das ja tatsächlich nicht so üblich zu sein. Wir fanden das schon schockierend.

      • Susi sagt:

        @Valeria: Stimmt, so ein Kompliment bekamen wir auch mal, das war im Kinderhotel von unserer Tischnachbarin. Und das Krasse war eigentlich, dass mein Mann und ich uns grad in einer Krise befanden (das war nur wenige Wochen nach dem Tod unsere zweiten Tochter) und die Kommunikation in jener Phase manchmal recht schwierig war. Mich machte es nachdenklich, dass wir trotzdem anscheinend noch positiv auffielen.

    • Susanne Nicolini sagt:

      @annalou, Melli
      Es ist klar ersichtlich, dass ihr keine Kinder habt. Als ob es so einfach geht „sei still, die Erwachsenen reden“. Das klappt vielleicht ab 4 Jahren. Vorher warten sie 20sek, dann fangen sie wieder an mit reden (das Zeitgefühl ist noch nicht so ausgeprägt).
      Ich persönlich ärgere mich über Freunde, die zu Besuch kommen, und zuerst mal gemütlich eine Viertelstunde nur mit uns Erwachsenen reden wollen. Die Kids sind nebenan und freuen sich über den Besuch und sind ganz enttäuscht dass sie nicht beachtet werden – und fangen dann logischerweise an Radau zu machen.
      Viel besser wäre es zuerst eine halbe Stunde mit den Kids, dann sind diese glücklich, und dann mit einem Bier an den Esstisch.

      • Susi sagt:

        Der kinderlose Besuch soll sich zuerst eine halbe Stunde mit den Kindern befassen? Lago mio. Eine solche Erwartungshaltung finde ich echt befremdlich. Mir ist sowas auch schon ansatzweise passiert, und ich habe mich endlos gelangweilt. Und ich habe es schon gehört von (gewollt kinderlosen) Freunden: „Du als Deutschlehrer könntest doch den Kindern eine Geschichte vorlesen!“ Da wird der Besuch echt genötigt und man muss sich nicht wundern, wenn er nicht wieder kommt.
        Die Kinder müssen auch akzeptieren können, dass sie mal nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

      • annalou sagt:

        Hallo Susanna! Falsch interpretiert, ich habe Kinder. Und wenn ich zu Besuch bei Dir wäre, wäre es eben der erwähnte Albtraum, dass die Erwachsenen zuerst die Kids bespassen müssen. Lieber hätte ich ein Glas Weisswein und würde mich mit Dir unterhalten. Das geht dann auch weiter beim Essen, machen wir doch Chicken Nuggets für alle, Hauptsache die Kinder sind glücklich. Ich weiss, es braucht Energie Grenzen zu setzen, aber wenn die Kids mal erkannt haben, dass sie der Nabel der Welt sind, dann wird es sicher nicht einfacher. Und trotz dieser Grenzen kann man eine liebevolle Mutter sein, die das Wolfsrudel anführt.

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        @susi: “ Die Kinder müssen auch akzeptieren können, dass sie mal nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.“
        -> und die Erwachsenen nicht? Hmmm….

      • Susi sagt:

        @K.: Sie missverstehen: Nicht Zentrum der Aufmerksamkeit zu sein, ist sicher nicht gleichzusetzen mit sich gegen seinen Willen um fremde Kinder kümmern müssen. Wir erwarten sowas ganz sicher nicht von unserem Besuch, bei uns geht es bei einer Einladung nämlich um Gastfreundlichkeit im wahrsten Sinne. (Darum kommen die Leute wohl auch sehr gern…)

      • 13 sagt:

        @ Katharina
        Nein, die Erwachsenen sind eben erwachsenen und können ansonsten damit drohen, nicht mehr zu kommen…Wenn Du nämlich nicht mit mir spielst, bist Du nicht mehr mein Freund! *ironieoff*

        @ Susi
        Ich würde auch nie von meinem Besuch erwarten, mit den Kindern zu spielen oder eine Geschichte vorzulesen. Aber mit ALLEN Anwesenden, gross oder klein, ein paar Worte zu wechseln, entspricht eigentlich dem üblichen Anstand. Niemanden auszuschliessen lernt man üblicherweise schon im Kindergarten.

      • Susi sagt:

        @13: Es geht hier ausdrücklich um die Forderung, der Besuch sollte sich zuerst mal eine halbe Stunde mit den Kindern befassen. Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiss, darum wundere ich mich etwas ab Ihrer Argumentation; steht da irgendwo, man soll die Kinder ignorieren? Nein. Aber sie stehen für einmal nicht im Mittelpunkt.

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        @susi: Wenn ich zu einer FAMILIE zu Besuch gehe, dann gehe ich nicht nur zu den Eltern zu Besuch. Denn ich WEISS, dass dort auch Kinder leben. Wenn ich also diese Kinder nicht auch besuchen will, dann gehe ich nicht bei der Familie zu Besuch, sondern mache mal separat mit der Person ab, die ich Besuchen will.
        Das ist doch irgendwie normal?
        Wenn ich ein befreundetes Paar besuche beschwere ich mich ämel auch nicht darüber, dass der Partner ebenfalls anwesend ist. Wenn ich nur die Frau treffen will, mache ich mal ohne den Partner ab.
        Ich verstehe nicht weshalb man erwarten kann, dass die Kinder unsichtbar sind, wenn man eine ganze Familie besucht. Daschmer ächt z höch.

      • Susi sagt:

        „Ich verstehe nicht weshalb man erwarten kann, dass die Kinder unsichtbar sind, wenn man eine ganze Familie besucht.“

        Wo genau steht etwas von „unsichtbar“?
        Eben, ich hab’s ja schon etwa fünfmal geschrieben, dass es nicht darum geht. Aber egal, wenn Sie meinen, dann verstehen Sie es so, wie Sie möchten. (Oder die Differenzierung ist Ihnen halt „z höch“. Janu.)

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Genau. Es ging um eine Zwischenlösung zwischen Susanne, die eine halbe Stunde Kinder-Beschäftigung will und Annalou, die findet, Sie hätte lieber einen Weisswein und mit der Gastgeberin sprechen, was Sie eben unterstützt haben. Diese Zwischenlösung würde ich vorziehen, so war das auch gemeint.

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        @13: Susanne hat das ja nicht gefordert, sondern erwähnt, dass es die effizienteste Lösung für das Problem wäre. Dann hätten die Kinder „ihren“ Besuch gehabt und die Erwachsenen könnten sich in Ruhe unterhalten.
        Die Frage ist halt, welches Ziel man hat: Seine Prinzipien durchzustieren oder gemeinsam einen für alle Beteiligten schönen Besuchsabend zu verbringen.

      • Susanne Nicolini sagt:

        @Susi
         Ich habe kein Problem, wenn sich jemand nicht mit unseren Kindern beschäftigen will. Dann bitte etwas später am Abend kommen, wenn sie bereits in Bett sind, passt doch bestens.
        Aber wenn uns jemand besucht, wenn die Kinder wach sind, dann wünsche ich mir, dass die Kinder wahrgenommen werden. Denn wie Katharina gesagt hat: man geht zur FAMILIE zu Besuch. Das heisst nicht Geschichten vorlesen und Kinder super bespassen. Aber nicht einfach am Tisch mit einem Bier sitzen, die Kids total ignorieren und genervt sein, wenn Mama / Papa auch nach den Kindern schaut! Sondern vielleicht auch mal mitgehen, wenn das Kind dem Besuch unbedingt etwas zeigen möchte.
        Ist sicher auch eine Frage des Alters (meine Kids sind 1.5 und 3.5 Jahre alt).

    • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

      „Es sind nicht die Kinder, sondern die Eltern, die mühsam werden. Während eines Telefons sprechen meine Freundinnen sowohl mit mir wie auch gleichzeitig mit ihrem Flohzirkus im Hintergrund, lassen sich andauernd unterbrechen anstatt ihren Kids mal zu sagen, dass sie sich selber beschäftigen sollen „
      Freundinnen von Müttern sollten sich auch mal alleine beschäftigen können 😉 (und sonst halt zu einem besser geeigneten Zeitpunkt wieder anrufen). Soooooo kompliziert ist das eigentlich gar nicht. Wenn die Freundin sagt „sorry, jetzt ist nicht gäbig, der Handwerker kommt gleich“, dann ist das akzeptabel aber wenn sie sagt „sorry, jetzt ist nicht gäbig, die Kinder schmieren grad Leim in den Teppich“, dann ist das nicht akzeptabel?

      • Susi sagt:

        Diese Beispiele hinken total, das ist Ihnen wohl klar, oder? Es geht nicht um einen Moment der Unabkömmlichkeit in der heutigen Diskussion.

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        Du hast das Beispiel mit dem Telefon gebracht. Wieso hinkt Dein eigenes Beispiel?

        Und bitte erkläre mir: Wieso soll ich als kleines Kind verstehen, dass ich mich mit meiner für mich dringenden Bitte nicht an Mama wenden soll, die alleine in einem Raum steht und in ein Gerät redet?

        Und aus welchem Grund soll ich als Mutter meinem Kind beibringen, dass dieses Gerät wichtiger ist, als es?

        Ach, ich vergass: heute ist ja gar nicht „heutige-eltern-haben-immer-das-telefon-in-der-hand-und-sollten-sich-gescheiter-mal-um-ihre-kinder-kümmern-Tag“ im Mamablog 😉

      • Susi sagt:

        Nun, bei mir war es möglich, dass ich eine Viertelstunde ununterbrochen telefonieren konnte/kann. Wenn das Kind sonst genug Aufmerksamkeit bekommt, versteht es auch, dass es sich zwischendurch mal mit sich selbst beschäftigen muss. Wenn es das nicht lernt, muss man sich halt ständig unterbrechen lassen.

      • Susi sagt:

        Ich habe das übrigens bei sehr vielen Kindern so erlebt, selbst bei meinen drei Au Pair-Kindern.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Dann müssen wir etwas falsch gemacht haben. Denn das klappt(e) tatsächlich nicht immer.

      • Susi sagt:

        @S.P.: Ich weiss ja nicht, wie das bei euch ist, aber wenn man keinen Satz mehr sagen kann ohne Unterbrechungen, dann läuft irgendwie schon etwas falsch, oder? (Das Gespräch von oben ist nicht übertrieben, sonder lief tatsächlich immer so ab. Ausser, dass niemand Kevin hiess.)

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        Mein Kind soll das gar nicht die Klappe halten, wenn ich telefoniere und auch andere anwesende Personen nicht.
        Ich finde, das Telefon oder Handy muss warten, wenn ich mit jemandem, der neben mir steht, etwas am machen bin. Die Person, mit der ich zusammen bin, hat Vorrang vor dem Telefon.
        Und die Person am anderen Ende des Telefons muss halt lernen, mal einen Moment zu warten oder gegebenenfalls, dass ich später zurückrufe, wenn ich ungestört bin.
        Für mich ist das reine Höflichkeit gegenüber den Menschen, mit denen ich zusammen im Raum bin.

        Hast Du selber es gerne, wenn du mit jemandem im Gespräch bist und der lässt dich dann warten, während er gemütlich mit jemandem anderen einen Schwatz am Telefon hält?

      • Susi sagt:

        @K. Noch zum Handwerker-Vergleich und warum er hinkt: Wenn der Handwerker dann dort wohnen würde, man wegen des Handwerkers keinen ganzen Satz mehr sagen könnte, wenn man sich als Besuch zuerst 30 Minuten mit dem Handwerker befassen müsste und die Freundin nur noch ausschliesslich vom Handwerker reden würde, DANN wäre ein solcher Vergleich angemessen.

      • Susi sagt:

        (Bei den 30 Minuten käme es auf den Handwerker an…)

        Und ja, Sie verstehen meine Argumentation tatsächlich noch immer nicht, wie mir Ihr letzter Abschnitt zeigt. Wird mir zu mühsam und ich muss jetzt ins Fiti. Schönä Abig.

      • Susanne Nicolini sagt:

        Ich habe kein Problem, wenn sich jemand nicht mit unseren Kindern beschäftigen will. Dann bitte etwas später am Abend kommen, wenn sie bereits in Bett sind, passt doch bestens.

        Aber wenn uns jemand besucht, wenn die Kinder wach sind, dann wünsche ich mir, dass die Kinder wahrgenommen werden. Denn wie Katharina gesagt hat: man geht zur FAMILIE zu Besuch. Das heisst nicht Geschichten vorlesen und Kinder super bespassen. Aber nicht einfach am Tisch mit einem Bier sitzen, die Kids total ignorieren und genervt sein, wenn Mama / Papa auch nach den Kindern schaut! Sondern vielleicht auch mal mitgehen, wenn das Kind dem Besuch unbedingt etwas zeigen möchte.
        Ist sicher auch eine Frage des Alters (meine Kids sind 1.5 und 3.5 Jahre alt).

      • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

        @Susi: Ich glaube, Sie verstehen nicht.
        Da ist Person, die ist mit einer oder mehreren anderen Personen etwas am machen oder am reden.
        Eine weitere Person ruft an.
        Was ist in dieser Situation höflich?
        – der Person, die anruft zu sagen, man rufe zurück?
        – die Personen, mit denen man am reden/etwas am machen war, warten lassen?

      • Susi sagt:

        @Susanne N.:
        Dies tönt etwas vernünftiger. Unsere Tochter ging bevor sie schulpflichtig war einfach nie vor 21:30h ins Bett (jetzt eigentlich auch nicht wirklich, dchon gar nicht am Wochenende). Da könnte der Besuch, der nicht an Kindern interessiert ist, kaum mehr zum Nachtessen kommen.

        Im Übrigen habe ich es nie erlebt, dass Kinder einfach ignoriert werden. Und ich sage nirgendwo, dass sie ignoriert werden sollen. Aber sie sind nicht die Hauptpersonen, und darum geht es ja. Um den ständigen Hyperfokus auf die Kinder, mit dem die Kinderlosen (zu Recht) ihre liebe Mühe haben.

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