Was sind die Gründe fürs Fremdgehen?

Mamablog Sexologisch Fremdgehen (23)

Folgenschweres Abenteuer: Rund ein Viertel aller Paare trennt sich nach einem Seitensprung. (Bild: Raisa Durandi)

Ich liebe meine Frau und möchte ihr treu sein. Dennoch schaffe ich es nicht. Hin und wieder gehe ich fremd. Was sind die Gründe?

Ein Seitensprung ist mit Sicherheit kein Kavaliersdelikt, und kaum eine Handlung erschüttert eine Beziehung so sehr in ihren Grundfesten wie das Fremdgehen. Seit jeher versuchen Forscher den Triebfedern für Untreue auf den Grund zu gehen, denn in Sachen Treue klafft die Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander.

Die Mehrheit der Menschen legt grossen Wert darauf, und dennoch geht laut Studienergebnissen im Schnitt jeder Zweite in seinem Leben mindestens einmal fremd. Warum als tun wir es trotzdem und setzen für ein oft mittelmässiges sexuelles Abenteuer unsere Beziehung aufs Spiel? Die Theorien und Forschungsbefunde bezüglich der Gründe variieren deutlich, nicht nur in Abhängigkeit dessen, was als «Fremdgehen» definiert wird, sondern auch bezüglich der Hintergründe der jeweiligen Forscher. Ein Genetiker würde behaupten, dass alle menschlichen Verhaltensweisen eine genetische Basis haben, wenn auch zu unterschiedlichem Anteil. Somit tragen wir Gene in uns, welche uns mehr oder minder treu sein lassen. Wieso jedoch ist es überhaupt zur Entwicklung dieser Verhaltensweise gekommen?

Aus Rache oder Langeweile

Aus evolutionär-psychologischer Sicht liegt die Erklärung des Untreuseins seitens der Männer in der grossflächigen Verteilung ihres genetischen Materials. Der Nutzen eines Seitensprungs für Frauen ist dabei schon schwerer zu erkennen, denn würde eine Frau dasselbe tun, wäre das Ergebnis nach neun Monaten trotzdem nur ein einziges Kind. Vielmehr scheinen die Vorteile existenzieller Natur, um zum Beispiel die alte Beziehung zu beenden und einen neuen, ressourcenreicheren Partner zu finden.

Weniger urzeitlich präsentieren sich die Gründe, wie sie in aktuellen Umfragen tatsächlich angegeben werden. Entgegen der allgemein verbreiteten Meinung ist Unzufriedenheit mit der Beziehung nicht immer der Hauptgrund fürs Fremdgehen. Meistens sind es sowieso mehrere Gründe, welche zusammenkommen. Frauen riskieren den Seitensprung hauptsächlich dann, wenn sie sich nicht mehr beachtet fühlen und einen Ego-Boost benötigen. Einige tun es aus Rache, nachdem sie bereits vom Partner betrogen wurden. Natürlich wirkt auch ein langweiliges Sexleben nicht gerade vorbeugend.

Handfeste Krise als Konsequenz

Bei den Männern dominiert die Lust auf sexuelle Erfahrungen mit einer anderen Frau. Viele scheinen aber auch gar nicht genau zu wissen, warum sie fremdgegangen sind. «Es ist einfach so passiert.» Zwar sind die Ursachen für einen Seitensprung verschieden und auch unterschiedlich zu gewichten, dennoch löst Untreue fast immer eine handfeste Krise aus und rund ein Viertel aller Paare trennt sich danach. Für die, welche zusammenbleiben, steht oft ein schmerzhafter Wiederaufbau mit vielen verletzten Gefühlen und Ängsten bevor. Einigen Paaren gelingt es, die Krise alleine zu bewältigen, indem sie viel darüber sprechen. Andere sind damit schlichtweg überfordert und sollten sich nicht scheuen, für die Lösung ihrer Probleme professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Was die spezifischen Gründe für Ihr Fremdgehen sind, wissen Sie selber wohl am besten. Auch, ob es sich lohnt, dafür Ihre Beziehung aufs Spiel zu setzen und Ihrer Partnerin diesen Schmerz zuzufügen.

Sexualwissenschaftlerin Andrea Burri beantwortet einmal wöchentlich eine Leserfrage zum Thema Sexualität und Liebe. Diese wird vertraulich behandelt und ohne Namensnennung publiziert. Schreiben Sie uns auf sexologisch@tages-anzeiger.ch.

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125 Kommentare zu «Was sind die Gründe fürs Fremdgehen?»

  • DontJustStandThereAndLookTamely sagt:

    Sollte man nicht differenzieren zwischen Nährboden fürs Fremdgehen und der Tat? Nährböden gibt es viele, zB. Unzufriedenheit, Frust, Wut, Sehnsucht etc. Aber der der Akt ist eine Entscheidung, die man bewusst trifft. Wenn ich mit Männern spreche, die ich coache, die fremd gegangen sind und es bereuen, dann höre ich Sätze, wie „ich wusste, ich darf nicht, aber ich konnte in dem Augenblick nicht anders, ich musste es tun“… Sie beschrieben es so, als wären sie in einem Rausch gefangen gewesen. Der Rausch hielt nicht lange. Ein Freund, Neuropsychiater, hat die These, das Hirn würde ähnlich wie auf Kokain reagieren. Die einen wollen den Kick wieder erleben, anderen sagt er nichts. Aber, so meinte er, lymbisches System und präfr. Cortex seien im Kampf, bei dem es kein Unentschieden gibt.

  • SrdjanM sagt:

    Fremdgehen ist immer eine Handlung, etwas Willentliches.
    Oder andersrum, es ist das, was aus fehlendem Willen entspringt, treu zu sein und ein abgegebenes Versprechen einzuhalten.
    Und für mich ist das der Kern dieses Themas, diese Offenbarung von Charakterschwäche und Egoismus.
    Und das wäre der eigentliche Grund wieso für mich eine Fortsetzung der Beziehung nicht in Frage kommen würde.

    Die „Gründe“ sind im Prinzip irrelevant.
    Man kann Sie ansprechen und an der Lösung arbeiten, oder man kann die Beziehung aufgeben, abbrechen und sich was Neues suchen.

  • Samuel Alami sagt:

    Der Nutzen eines Seitensprungs für Frauen ist dabei schon schwerer zu erkennen, ..
    Die Frau sucht nach dem optimalen Erbgut des gesunden starken, durchsetzignsfähigen mannes. Leider sind diese Exemplare nicht immer die Familientauglichsten. Die Frauen suchen zwei männertüpen. einen zum mit ihm das Leben zu verbringen und einen der ihnen die Kinder zeugt.
    darum hört man öfters von Frauen dass sie nicht auf machos stehen und beobachtet, dass sie genau mit diesen in die Kiste springen.

  • Röschu sagt:

    Weshalb viele Menschen fremdgehen? Ganz einfach: Monogamie war von der Natur nie vorgesehen, sondern ist eine ‚Erfindung‘ des Menschen. Auf Dauer können und wollen die meisten Menschen ihren natürliche Urtrieb wohl nicht unterdrücken.

  • Frank sagt:

    Ich gehe fremd weil ich es kann.
    So einfach wie das.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Menschen gehen fremd, aus vielen Gründen. Manchmal auch ohne Grund, einfach weil sie Menschen sind und Fehler machen. Wenn da noch Psychologen oder sonstige Moralapostel die Keule schwingen und Schuldgefühle einreden, machts die Sache auch nicht besser.

    Mein Rat an Fremdgänger ist die 3 S-Methode: scharren, schnackseln, schweigen. Ich jedenfalls würde nicht wissen wollen, wenn mein Partner fremd gegangen ist und eine Beichte, nur um das eigene Gewissen zu beruhigen bringt nur Trauer, Wut und Hilflosigkeit.

  • Anh Toàn sagt:

    Monogamie ist eine Erfindung des Patriarchats, und galt lange (noch immer für viele an manchen Orten) als Pflicht nur für die Frau. Es ging um Sicherstellung der Vaterschaft. „Die Mutter ist immer sicher“ wussten bereits die Römer, nur ein/die Söhne des Familienvaters konnten die patriarchale Familie weiter erhalten. Ausserehelich geborene Kinder hatten kaum Rechte. Die monogame in Ehe hatte nur die Sicherstellung der Vaterschaft zum Zweck, das können wir heute anders sicherstellen, es gibt keinen Grund mehr zur Monogamie.

    Wenn „serielle Monogamie“ nicht als Monogamie anerkannt wird, vermute ich, dass heute höchstens 5 Prozent „echt monogam“ lebten, also mit einem einzigen Sexualpartner im Leben.

    • Frank sagt:

      Die AHV, die Zentralheizung und das Rad sind ebenfalls Erfindungen des Patriarchats.

      • Anh Toàn sagt:

        Aber das Patriarchat konnte auch ohne AHV sein, die Untreue der Frau gefährdet das Patriarchat in seinen Grundfesten. Darum war schon nach vorehelichem SEX die Frau nicht mehr heiratsfähig und ihr blieb eigentlich nur Prostitution.

  • Ladybird sagt:

    @LoGit
    Unten schreiben Sie an anderer Stelle, dass Sie auf das Fremdgehen verzichtet haben trotz intensivem Umgarntwerden von einer mächtig attraktiven Frau 😉 Grosses Kompliment! Es ist wunderbar und schön, so etwas zu lesen. Nicht nur, weil es aufzeigt, dass es treue Menschen gibt, die widerstehen können. Auch wenn das oft schwerfällt und danach später Gedankenspiele bleiben (geht mir jedenfalls so). Ihr Beispiel beweist auch bestens, dass es am Ende eben ein reiner Willensakt ist, ob man fremd geht bzw. treu bleibt.

    • limona sagt:

      Frauen gehen fremd „wenn sie sich nicht beachtet fühlen“ oder „aus Rache“, Männer hingegen aus Neugierde und Lust auf Sex. Echt jetzt?? ist das nicht etwas sehr veraltet, diese Sicht der Dinge? Frauen gehen fremd weil es Spass macht, weil der Typ attraktiv ist, weil der Moment stimmt…

  • trudi Frey sagt:

    Es kann auch passieren, dass man einen Menschen sieht und man verliebt sich total, da hilft kein Rezept mehr es sind so starke Gefühle die kann man nicht bremsen. Schlechtes Gewissen hin oder her der verliebte Mensch wird bald verrückt ab all dem Gefühlschaos aber er kann nicht anders das Begehren ist stärker. Kann über Jahre gehen mit auf und ab. Da hilft nur eines abbrechen ohne je noch Kontakt zu haben aber auch das klappt nicht immer plötzlich steht die Person wieder vor einem und sagt ich kann ohne dich nicht leben. Bis das ganze ein Ende hat gibt es viel Schmerz für alle betreffenden Personen. Liebe ist Liebe. Das Leben keine Einbahnstrasse.

    • trudi Frey sagt:

      Also da muss ich noch hinzufügen, es kann sein das der Ehepartner mit der ausserhelichen Person reden will reden will, aber es müssen die Ehepartner miteinander reden, denn die haben Probleme.

  • Hans Hasler sagt:

    Aus „evolutionär-psychologischer Sicht“ gibt es entgegen der Behauptung der Autorin sehr wohl Gründe für das Fremdgehen einer Frau: So kann sie die Gene des hochattraktiven Mannes mit der Fürsorge und Rücksicht des weniger attraktiven (Lebenspartner) verbinden.

    Sicher spielen auch vielfach andere Motive eine Ursache beim Fremdgehen der Frau. Schliesslich sind wir ja mehr als einfach nur eine durch die Gene programmierte Maschine.
    Empirische Hinweise für den oben genannten Mechanismus findet man aber bei Kuckuckskinder – immerhin kommen auch konservative Schätzungen zum Schluss, dass rund jedes 25. Kind ein Kuckuckskind ist.

  • Ladybird sagt:

    Tatsache ist doch, dass sowohl das Treusein wie auch das Fremdgehen ein reiner Willensakt ist. Denn man ist ja nicht plötzlich nackt in den Armen von jemandem anderen, ohne dass man das gewollt hat. Und so ist es auch mit dem Verzicht. Man muss das Treusein wollen. Mir kommt es jeweils so vor, dass diejenigen, die fremdgingen, sich nachher die Gründe dafür zurechtbiegen und so rechtfertigen, weil sie sich nicht eingestehen möchten, dass sie das Fremdgehen wollten.

    • Gina sagt:

      Kurz und bündig auf den Punkt gebracht. Der Grund fürs Fremdgehen ist der, weil man es will und zulässt. Somit ist die im Titel gestellte Frage beantwortet.

      • Lichtblau sagt:

        Oder weil man nach jahrelangem Darben im Trockendock wieder mal „die Engel im Himmel singen“ hören will? Einfach mal so in den Raum gestellt, für mich trifft das nicht zu. Aber ich kann es durchaus nachvollziehen.

  • tststs sagt:

    Bin in einer Sendung zum Thema über folgendes Zitat gestolpert (ich finde, es hat was):
    Eros ist grosszügig und möchte seine Liebe überall verstreuen.
    Aber Amor ist eine eifersüchtige Bitch.

    😉

  • Elodie sagt:

    Für mich ist die Antwort klar und simple: Wir sind hauptsächlich nicht für Monogamie geboren! Ich glaube an Lebensabschnittpartner, aber nicht an ein Partner fürs Leben. Auch sehe ich die Möglichkeit, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben. Es herrschen meiner Meinung nach immer noch zu viele alte Muster-Denken, die so tief in den Mensch verankert sind, dass wenn jemand fremdgeht, gleich die Hölle los ist, schade…

    • tststs sagt:

      Tut mir leid, aber Sie betreiben das, was Maria so treffend als „serielle Monogamie“ bezeichnet hat.

      (Also ich lese Sie so, dass Sie dem jeweiligen Partner emotional und sexuell treu sind.)

      • Elodie sagt:

        Prinzipiell ja, aber ich gebe keine Garantie dafür. Ich bin 2x fremdgegangen in meinem Leben und ich kann nicht ausschliessen, dass es wieder geschehen wird. Auch erwarte ich es absolut nicht von meinem Partner. Man kann auch zu dritt oder mit Partnertausch Spass haben, sofern das für das Paar stimmt. Da bin ich offen und wünsche mir auch einen offenen Partner.

      • tststs sagt:

        Geht mir gleich… aber eben, da wir das Thema offen besprochen haben, würde ich auch nicht von „fremdgehen“ oder „Betrug“ sprechen, da es dies schlicht nicht ist…
        Der einzige Unterschied: Habe zwar die Erlaubnis, aber noch nie Gebrauch davon gemacht… (liegt wohl daran, dass ich ein fauler Sack bin…)

  • Markus Meier sagt:

    „… und Ihrer Partnerin diesen Schmerz zuzufügen.“ Wie entlarvend! Es ist also immer der Mann, der fremd geht? Ein katastrophaler männerdiskriminierender Sexismus, der sich sogar in den Gedanken von Frau Burri festgesetzt hat. Als ob es für einen Seitensprung nicht mindestens auch eine Frau bräuchte. Die Ehen von beiden meiner Brüder sind in die Brüche gegangen, weil die Frau fremd gegangen ist …

  • Tom sagt:

    Was versteht man unter fremd gehen? Heimlich betrügen oder fremde Haut geniessen?

    Problematisch ist ja nicht das Geniessen von fremder Haut. Problematisch sind Vertrauensbruch und Heimlichkeit.

    Ich gehe fremd und noch lieber bekannt weil ich Neugierig bin, lernen möchte, neue Facetten von mir, der Liebe und der Sexualität entdecken möchte. Und ich habe dadurch schon einiges an neuem in die Beziehung und die partnerschaftliche Sexualität eingebracht. Zu allem gehen wir in die Schule und bilden uns ständig weiter, nur die Liebe und Sexualität sollen wir mit einem anderen Unwissenden erlernen.

    Ich tue es aus Lust und ich tue es mit offenem Herzen, aber ich tue es nicht heimlich, denn dies wäre ein Vertrauensbruch und eine Beziehung funktioniert für mich nur mit absolutem Vertrauen.

    • Mario sagt:

      Sagen sie doch einfach, Monogamie ist eine Herausforderung welcher sie sich nicht stellen wollen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Tom – das ist doch ok, wenn das für sie und ihre Partnerin die richtige Form ist, ihre Sexualität zu praktizieren.
        Das ist es aber für die Allerwenigsten und funktioniert auch nur dann, wenn beide „gleich erfolgreich“ sind, im erleben fremder Haut. Langfristig ist das sehr selten.
        Hier wird aber nicht darüber diskutiert. Sondern eben ums heimliche Fremdgehen/Betrügen in einer Partnerschaft, in der sich beide Monogamie wünschen.

        Ich finde eine offene Beziehung völlig in Ordnung. Obwohl ich in einer monogamen Beziehung lebe. Und ich kann allen Unkenrufen zum Trotz sagen. Das ist möglich! Unsere Sexualität ist jetzt sogar besser denn je.

        Wir sollten also einfach aufhören zu behaupten: es gehe nur so, oder nur so. Jeder (jedes Paar) muss selbst seinen Weg finden.

      • Susi sagt:

        @RoXY: „funktioniert auch nur dann, wenn beide „gleich erfolgreich“ sind, im erleben fremder Haut.“

        Das ist doch kein Wettbewerb; was ich dem anderen zugestehe, muss ich nicht in gleicher Form für mich holen (und umgekehrt), Bedürfnisse sind da ja unterschiedlich.

      • Tom sagt:

        Ich habe schon 10 und 12 Jahre monogam gelebt. Ich bin also durchaus dazu in der Lage.

      • Tom sagt:

        @RoXY: Ich schreibe nirgends dass ich dies die einzig richtige Form finde und auch nicht dass es einfach ist.
        Die Frage war warum geht jemand fremd. Ich habe geschrieben warum ich dies tue. Kaum jemand steht in dieser Diskussion dazu und gerade die unterschiedlichen Gründe wären ja interessant.

      • Reincarnation of XY sagt:

        @Susi – das war natürlich überspitzt und verkürzt ausgedrückt – ich meine damit nur, dass im Normalfall eine solche offene Beziehung mit der zusätzlichen Herausforderung konfrontiert ist, dass beide auswärts ähnlich befriedigende Erlebnisse machen. Natürlich ist das sehr Bedürfnisabhängig. Ich gehe aber von einer 0815 Hetero Mann/Frau Beziehung aus. Das Eifersuchts- bzw. Frustpotential ist bei den meisten Leuten einfach sehr real, wenn der eine auswärts voll auf seine Kosten kommt und der andere nicht. (Gibt immer Ausnahmen, welche diese Regel bestätigen, klar)

      • Reincarnation of XY sagt:

        @Tom – stimmt das haben Sie nicht gesagt.
        Ich erwähnte es auch nicht wegen ihnen, sondern weil das von vielen behauptet wird (die es selbst halt nicht so mit der Monogamie haben).

        Ich wollte sie und mich eigentlich nur als Beispiele hinstellen, dass es verschiedene Wege gibt, um glücklich zu werden. Und keiner dem anderen unterstellen soll: geht gar nicht. (So wie ihnen das Mario unterstellte.) Es gibt höchstens „FÜR MICH geht das gar nicht“.

        Ihnen wollte ich aber nochmals sagen, dass ihr „fremdgehen“ nicht das „fremdgehen“ ist, das hier thematisiert wird: „nämlich heimliche und unerwünschte Untreue“ – diese müsste einer offenen Beziehung, wie Sie sie beschreiben GEGENÜBER GESTELLT werden.

  • Lena Like sagt:

    Wer das eigene Fremdgehen mit Genetik erklärt ist aus meiner Sicht zu feige die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.
    Heisst jetzt nicht, dass ich mich als Moralapostel aufspielen will – denn ich habe auch schon mal einen Partner betrogen. Ich bin daraufhin jedoch hart mit mir Selbst ins Gericht gegangen und habe reflektiert wie es dazu kommen konnte.
    Das war eine wirklich schwierige Zeit, ich war innerlich zerrissen, habe aber dabei viel über mich selbst gelernt.
    Es wäre gelogen zu behaupten dass mir das sicher nie wieder passieren kann, aber ich würde sicherlich anders damit umgehen.
    Ich wundere mich, dass hier alle in ihren Kommentaren das Thema in der Theorie ausführlich erörtern, aber obwohl ca jeder zweite mal fremdgeht, spricht keiner aus persönlicher Erfahrung.

    • 13 sagt:

      @ Lena
      Und doch lassen Sie bei Ihrem Kommentar die wichtigste Frage, was denn nun die Ursache war, unbeantwortet, obwohl Sie sie offensichtlich erörtert haben.
      Ich kann nur für mich sprechen, für mich war beide Male der Grund, dass es mir zu schwer fiel, mir einzugestehen, dass die Beziehung nicht die Richtige ist. Das Fremdgehen brauchte ich quasi als Anstubser, um sie zu beenden. Aus heutiger Sicht sicher keine gute Vorgehensweise.

      • Lena Like sagt:

        Nun mein Fremdgehen begann mit Sexueller Anziehung, von welcher ich meinem damaligen Partner auch erzählte. Er reagierte mit totaler Gleichgültigkeit, und gab mir auch in den folgenden Wochen zu verstehen – „er habe mich ja sowieso“. In einer Trotzreagktion zog ich dann den Fremdgang durch. Der Reiz des verbotenen spielte allerdings auch eine Rolle.
        Tatsächlich brachte mich der Fremdgang auch dazu die Partnerschaft in einem neuen Licht zu sehen und nach einiger Zeit des nachdenkens verliess ich den Mann, jedoch ohne ihn mit meinem Fremdgang zu konfrontieren.

      • andreas sagt:

        13 ein kluger Kommentar, sehe ich genau so, hatte einige Beziehungen und bin fremd gegangen, heute weiss ich das war immer der zeitpunkt vom anfang des endes. lebe heute in einer beziehung und konnte die alten muster durchbrechen, es ist interessant sich selber aushalten zu müssen wenn es mal nicht so rund läuft und es einfach wäre „sich mit einem Seitensprung“ abzulenken.

      • Sportpapi sagt:

        @13: So wird es aber eigentlich zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung. Es gab einen Seitensprung, also muss an unserer Beziehung etwas nicht in Ordnung gewesen sein (auch wenn ich davon bisher nichts gespürt habe), jetzt erkenne ich das auch und trenne mich.
        Als Ihr Partner, der vielleicht mir Ihrem Seitensprung ganz gut umgehen könnte, käme ich mir ganz blöd vor, würden Sie sich deswegen von mir trennen.
        Überhaupt: Die Bedeutung von Sex ist nicht für alle Menschen gleich, entsprechend ist ein Fremdgehen auch nicht für alle Menschen gleich bedeutsam. Ich gehe fremd, wenn mit der Beziehung etwas nicht stimmt ist dann richtig, wenn ich Sex zwingend mit Beziehung/Liebe kopple. Was nicht so sein muss.

    • Sigi Neukomm sagt:

      Wie haben Sie denn Verantwortung übernommen? Haben Sie die Beziehung beendet? Alles andere wäre offen gesagt auch nur feige und ein Versuch die eigene Schwäche und Ihr Versagen irgendwie zu rechtfertigen. Wenn Sie sagen Sie seien nicht sicher dass Ihnen das nicht wieder passieren könne, haben Sie offensichtlich nicht herausgefunden warum es wirklich dazu gekommen ist. Oder die Gefühle Ihres Partners sind Ihnen sch****egal. Sie sind immer noch eine Beziehungszeitbombe. Persönlich bin ich nie fremdgegangen, als ich einmal innerhalb einer Beziehung das Gefühl hatte mit einer anderen Frau intim werden zu müssen, habe ich die Beziehung beendet bevor etwas körperliches gelaufen ist.

      • LoGit sagt:

        Schwäche? Versagen? Sexualität ist nun mal schwer domestizierbar. Sicher, für einen kurzen f*** die Beziehung aufs Spiel setzen ist doof. Aber sexuelle Anziehungskraft kann enorm sein, auch wenn man mit der Person, die einen da anzieht, keine Beziehung möchte und seinen Ehepartner liebt.

      • Lena Like sagt:

        Dass ich sage, ich kann nicht garantieren dass mir das nie mehr passiert, heisst nicht, dass ich es darauf anlege, dass es wieder passiert. Es bedeutet, dass ich von meinem hohen (moralischen) Ross abgestiegen. Denn vor meinem Fremdgang habe ich felsenfest behauptet ich würde so etwas NIE tun und habe Fremdgänger per se verurteilt. Hochmut kommt vor dem Fall und ich hüte mich davor je wieder derart hochmütig zu sein, damit mir das Leben nicht nochmals so eine Lektion erteilt.

      • 13 sagt:

        @ Sigi
        Ich lebe seit 14 Jahren in einer Beziehung und es bestand in diesen 14 Jahren trotz einige Tiefs und Hochs keine Situation, wo es „gefährlich“ geworden wäre. Und doch empfinde ich jeden, der sagt: „Mir könnte das nie passieren“ als reichlich naiv. Es kann jedem passieren. Kein Mensch ist immer und jederzeit so beherrscht, dass er keine Fehler macht. Die Frage ist nur, wie man danach reagiert. Verschweigt man es und führt die Beziehung fort (möglicherweise noch im Irrglauben, man tue dem Partner damit einen Gefallen), steht man zu seinem Fehler und trägt die Konsequenzen oder beendet man die Beziehung, in dem Fall und nur in diesem finde ich das Verschweigen in Ordnung.

      • Sigi Neukomm sagt:

        @LoGit
        Genau, Schwäche und Versagen nennt man das. Wer sich von Gefühlen leiten lässt ist generell eine Gefahr für seine Mitmenschen. Schliesslich beklaue ich auch nicht meinen Chef weil ich das neuen iPhone sooo cool finde.
        @Lena Like
        Sie sollten natürlich nicht auf einem Ross sitzen sondern mit beiden Beinen fest in der Realität stehen. Das hat gar nichts mit Hochmut zu tun. Ehrlich gesagt, wegen Ihrer mangelnden Selbstkontrolle wären Sie für mich nicht nur als Partnerin sondern auch als Angestellte oder Geschäftspartnerin inakzeptabel weil unbeherrscht, unberechenbar, offensichtlich rücksichtslos und egoistisch.
        @13
        Es kann nicht jedem passieren. Es kann auch nicht jedem passieren, dass er aus Wut oÄ einen anderen Menschen ermordet, das sind spezielle Menschen die das machen.

      • 13 sagt:

        Mord ist kaum mit dem Fremdgehen vergleichbar, insbesondere darum, weil die wenigsten den Mut hätten, selbst in Fällen, wo man es noch nachvollziehen könnte. Aber da kann ich mich nur Lena anschliessen, sie mögen sie beleidigen und selber auf sie runterschauen, recht haben Sie deshalb nicht, es zeigt nur, dass Sie die Entwicklung, die sie durchlaufen hat, noch nicht gemacht haben, nämlich die Erkenntnis, dass wir nicht perfekt sind.

      • Reincarnation of XY sagt:

        LoGit
        ach kommen sie mir nicht damit. Die Anziehungskraft wird von uns selbst gesteuert. Wenn ich nicht darauf aus bin, wenn ich es nicht will, dann wird keine Anziehungskraft so gross, dass ich von ihr ernsthaft in Bedrängnis gerate.
        Aber wenn ich es eben will (in der Tiefe meines Seins, egal was ich an der Oberfläche behaupte), dann werde ich früher oder später in den Strudel einer solche Anziehungskraft geraten, die dann unausweichlich wird.
        Unser Wollen und Wünschen steuert uns. Aber viele Menschen möchten sich nicht gerne damit konfrontieren.

      • LoGit sagt:

        Wer sich von seinen Gefühlen leiten lässt, ist eine Gefahr für seine Mitmenschen?
        Ich lasse mich gerne von meinen Gefühlen leiten. Mitgefühl zum Beispiel. Liebe. Zuversicht. Trauer. Freude. Aber ja, mit offenem Herzen durch die Welt zu gehen ist zuweilen gefährlich und erfordert Mut. Ich setze mich auch Gefühlen und Situationen aus, die unangenehm sind, mich in Frage stellen. Aber nur so kann ich leben – ein Leben ohne Gefühle ist keines. Ich sage ja nicht, dass man Gelüsten nachgeben soll. Aber Gefühle als Gefahr zu bezeichnen, nur weil diese zuweilen irrational und beängstigend sind – da bin ich nicht einverstanden.

      • Lena Like sagt:

        @Sigi
        Menschen ohne Schwächen, welche nie Versagen und stets die Selbstkuntrolle wahren kenne ich keine. Gerade bie den scheinbar perfekten tauchen die fauligsten Leichen im Keller auf, wenn die Fassade anfängt zu bröckeln.
        Ich habe auch keinerlei Interesse an einer Partnerschaft mit Ihnen, da ich seit fast 10 Jahren in einer glücklichen Beziehung (ohne Fremdgehen!) lebe. Was die Geschäftsbeziehung angeht…ich kann mit JEDEM arbeiten wenn ich denn muss.

      • Sigi Neukomm sagt:

        @13
        Natürlich ist Mord nicht vergleichbar, aber es geht um eine innere Haltung. Diese Haltung ist für alle moralischen Fragen massgebend. Und ja, wir sind nicht perfekt. Aber: Menschen müssen sich Herausforderungen stellen und versuchen sie zu meistern, nur so werden wir (pathetisch gesagt) zu „besseren Menschen“. Sollten wir nicht ganz generell die Frage stellen: Objektiv, schadet mein Handeln Anderen Menschen oder Dingen? Anstatt: Welche menschliche Schwäche kann ich geltend machen um mein Handeln zu entschuldigen und keine Verantwortung übernehmen zu müssen? Übrigens ist es nicht meine Absicht Frau Like zu beleidigen. Wer handelt wie sie, beleidigt sich selber darum auch ihre innere Zerrissenheit aka Gewissensbisse.

      • Sigi Neukomm sagt:

        @Like
        Das war kein Angebot 🙂 Ich wollte lediglich sagen, dass in jeder Beziehung, privat oder geschäftlich, Aufrichtigkeit das oberste Gebot ist. Es ist keine Frage ob ich mit Ihnen zusammenarbeiten kann, es geht darum ob ich ich Ihnen vertrauen könnte. Meist ist es bei schwachen Menschen lediglich ein Frage wie schlecht es ihnen geht bis sie einem bescheissen, so jedenfalls meine Erfahrung.
        Allerdings muss ich Ihnen in einem Punkt Recht geben, die meisten Soziopathen sind sehr manipulativ und erscheinen oft als hätten sie eine speziell weisse Weste. Das bedeutet aber nicht, dass jeder der aufrichtig und ehrlich ist automatisch Leichen im Keller hat.

      • 13 sagt:

        @ Sigi
        Die innere Haltung sehe ich genau so. Und natürlich birgt die Ansicht, dass es passieren kann, die Gefahr, dass es tatsächlich passiert. Da ich mir jedoch den Konsequenzen sehr bewusst bin, diese im Beruf auch täglich sehe, bleibt die Hemmschwelle hoch. Aber es ist auch noch etwas anderes: Wer der Überzeugung ist, dass er/sie niemals einen Fehler begehen würden, die urteilen auch sehr schnell und unpassend über andere, wie eben Sie über Lena. Das muss nicht sein, denn kein Mensch ist perfekt. Selbst wenn Sie nie fremdgehen, so werden oder haben Sie bestimmt auch Fehler gemacht, die eigentlich nicht hätten passieren dürfen.

      • LoGit sagt:

        Es ist nicht immer so einfach, innere Haltung hin oder her. Vor zwei Jahren wurde ich von einer mächtig attraktiven Frau offensiv umgarnt. Ich konnte ihr widerstehen, bin aber in wenigen Wochen um Jahre gealtert. Ich war sehr, sehr nah dran, und noch heute denke ich manchmal…

        Seither weiss ich, dass es passieren kann und urteile nicht von oben herab. Sexuelle Anziehungskraft kann enorm sein. Ich kann mich nun abschotten von diesen Gefühlen und von der Welt und nur noch den Verstand walten lassen und mir etwas darauf einbilden, dass ich innere Haltung habe und zu den Starken und Aufrichtigen gehöre. Aber so eingebildet bin ich nicht.

      • Sigi Neukomm sagt:

        @13
        Natürlich macht jeder Fehler. Den macht man in diesem Fall aber ganz bewusst. Das passiert nicht einfach so, man wägt ab und trifft eine Entscheidung. Die Wahrnehmung mag getrübt durch Anziehung, Liebe, Lust oder Alkohol usw sein, dennoch wägt man ab und entscheidet sich bewusst. Ich behaupte sogar man ist sich der Tragweite der Entscheidung bewusst, verdrängt diese aber. Schliesslich ist man kein Kind mehr.
        Nicht fremdzugehen ist Teil einer übergeordneten Überzeugung, nämlich Andere nicht verletzen zu dürfen, körperlich oder seelisch. Ich lehne Gewalt ausser zum Zweck der Selbstverteidigung grundsätzlich ab. In diesem Fall kann niemals Selbstverteidigung geltend gemacht werden. Ob ich die Absicht habe jemanden zu verletzen ist in diesem Fall irrelevant.

      • Sigi Neukomm sagt:

        @LoGit
        Von oben herab, eingebildet sein usw. sind Ausreden die Sie sich zurechtlegen.
        Sie machen folgenden kapitalen Denkfehler: Es geht nicht nur um Sie sondern auch um (mindestens) einen anderen Menschen. Sie müssen sich nicht abschotten von Ihren Gefühlen und der Welt (im Ernst jetzt?), ganz im Gegenteil, Sie sollten einfach auch andere Gefühle wie zB Empathie zulassen. Die Gefühle Ihrer Partnerin klammern Sie so nämlich einfach aus. Aus: Wie verhalte ich mich egoistisch for Dummies.

      • LoGit sagt:

        schon lustig, wie sich gewisse leute für gottgleich halten. und ich idiot lasse mich auch noch auf eine diskussion ein.
        naja, wieder was gelernt.

      • 13 sagt:

        @ Sigi
        Ich glaube eher nicht, dass es sich um derart bewusste Entscheidungen handelt und man immer klar abwägt. Aber schon das Wort Abwägen beinhaltet eben, dass es nicht nur ein schwarz-weiss gibt. Es sind immer verschiedene Gedanken, Gefühle und Interessen im Spiel und manchmal gewichtet man diese eben ganz klar falsch. Wäre man immer so vernunftgesteuert, wie Sie es darstellen, so würde es eben keine Fehler geben, auch in anderen Bereichen nicht. Ich bin mir ganz sicher, dass Sie schon mal durch einen Fehler, weil Sie einfach zuwenig nachgedacht haben, einen Menschen verletzt haben. Also warum gerade beim Fremdgehen derart den Moralapostel spielen? Und zudem geschieht Fremdgehen oft, nicht immer, aber oft, wenn die Beziehung nicht perfekt ist. Und daran ist selten nur einer schuld.

      • Sigi Neukomm sagt:

        @LoGit
        Weil ich Ihnen einen Spiegel vorhalte denken Sie, ich würde mich für gottgleich halten? Ähhhhh….?

        @13
        Ich versuche meine Haltung mal auf diese Art zu erklären. Können wir uns darauf einigen, dass blinde Wut (einigermassen) vergleichbar ist im Bezug auf ausschalten der Ratio, sich gehen lassen usw? Ok. Gibt es vernünftige Entschuldigungen warum ich den Velofahrer der mich auf dem Gehweg zum zweiten Mal fast umgefahren hat im Affekt von Velo prügle? Schwarz-weiss Situation oder abwägen?

      • 13 sagt:

        @ Sigi
        Prügeln, nein. Schubsen, wer weiss. Nein, in Ordnung ist natürlich beide nicht, ganz klar. Auch ein Seitensprung ist nie! einfach ok, darum geht es ja gar nicht, sondern nur, dass wir Menschen einfach nicht immer nachdenken, bevor wir handeln. Ich habe in meinem Leben noch nie jemanden einfach geschlagen (ausser die normalen Auseinandersetzungen unter Geschwistern als Kind), aber könnte ich mich bei einem Autofahrer, der gerade mein Kind schwer verletzt hat, zurückhalten? Ich kann es nicht garantieren. Ich kann zu 100% sagen, dass es falsch wäre, dafür haben wir ja ein Rechtssystem, aber garantieren, dass ich es nicht tun würde, kann ich nicht.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Lena – ich find ihre ehrliche Haltung super.
      Dieses harte reflektieren, das fehlt leider vielen.

      Leider kann ich hier kein „Bekenntnis“ anfügen, da ich offensichtlich (bis jetzt) zu den anderen 50% gehöre.
      Nur einmal als Jugendlicher, verspielte ich eine noch unverbindliche Romanze, durch sofortige Untreue. Der Grund? Es war keine Liebe und ich ein kleiner Egoist und dumm noch dazu.
      Ich denke, wer sich nicht über sich selbst im Klaren ist, wird kaum fähig sein, eine langfristig befriedigende Beziehung zu führen.

      • Dani sagt:

        Gefährlich finde ich die Beziehungen, die sich aus der Jugend heraus ergeben haben. Ich hatte damals meine Freundin verlassen mit der Aussage, dass wenn ich noch länger mit ihr zusammen bin, dass ich garantiert Fremd gehen würde und sie nicht mehr liebe. Ich war bereits auf der Suche, suchte nach dem neuen Kick, wollte mich wieder neu verlieben und wollte eine Partnerin die zu mir passt. Die Ehrlichkeit kam nicht gut an. Scheinbar wäre es besser für sie zu verdauen gewesen, wenn ich fremd gegangen wäre. Also das über sich reflektieren hilft manchmal gar nicht, weil es der Partner eh nicht versteht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja, aber Dani – was wollten Sie?
        Wollten sie bei ihr bleiben, bis sie sie betrügen?

        Wenn ich ihnen zuhöre, sahen sie keine Perspektive mehr für eine Langzeit Beziehung und sagten das ehrlich ihrer Freundin.
        Das wird nie gut ankommen, wenn der andere Teil die Beziehung nicht aufgeben will. Aber ist doch immer noch besser, sie haben so Schluss gemacht – anstatt ausgeharrt bis ihnen endlich etwas Neues vor die Nase kam (inklusive Betrug, Drama etc.)
        Reflektieren was man will, löst natürlich nicht alle Konflikte, aber es hilft immer.

      • Reincarnation of XY sagt:

        LoGit – vielleicht bin ich nicht so attraktiv wie Sie, aber so intensiv wurde ich noch nie umgarnt. Klar, wer superattraktiv ist, (wegen Aussehen oder Prestige/Geld) der kann es schon sehr schwer haben.
        Aber ich glaube auch, dass wir Signale aussenden. Viele Leute spielen auch gerne mit dem Feuer. Ich sage mir immer, wenn ich das nicht will, fang ich gar nicht erst damit an.
        Es könnte mir definitiv auch passieren, aber erst dann, wenn ich a) viel attraktiver wäre oder b) wenn in mir etwas offen wäre, für diesen Reiz, für dieses Spiel…
        sie verstehen, was ich meine?

      • Dani sagt:

        Das stimmt schon Reincarnation, aber wenn ich heute so darüber nachdenke, dann bleiben viele Paare aus den dümmsten Gründen zusammen: Finanzielle Abhängigkeit, Angst vor dem Alleine sein, Angst was mit dem Kind/Kindern passiert, Angst sein Gesicht zu verlieren, Angst vor den Gesetzen wenn man in die Scheidung kommt. Angst keine neue Beziehung zu finden und und und. Dabei ist für mich der grösste Graus, bei jemandem zu sein, bei dem ich nicht mehr sein will. So sind die Menschen verschieden.

      • LoGit sagt:

        roXY
        Tatsächlich bin ich nicht sonderlich attraktiv, reich auch nicht. Ich habe mich lange gefragt, was diese Frau an mir findet.
        Ich denke, ich bin offen den Menschen gegenüber, herzlich sogar, ich mag die Menschen, übrigens auch Männer (nicht sexuell) und sage dies auch. Distanz, Abstand, Verschlossenheit mag ich nicht.
        Schon möglich, dass ich dadurch etwas ausstrahle, zumal wir damals in der Beziehung Probleme hatten.
        Ja, ich verstehe, was Sie meinen, aber können wir das immer kontrollieren, was wir fühlen, wollen – und können wir das überhaupt immer wissen?

        Eigentlich ärgert mich bloss dieses unsinnige Verurteilen von Menschen. Wer fremdgeht, ist ein Versager… Ich bin sicher, eine solche Pauschalisierung bringt niemanden weiter.

      • Reincarnation of XY sagt:

        völlig einverstanden LoGit

        ich verurteile niemanden – wir alle sind verschieden und unsere Situationen sind verschieden –
        wollte nur sagen: nichts ist zufällig (wie sie ja selbst sagen)

        Dani – völlig klar, ich bin der letzte der dafür plädiert ein Leben zu führen, das einen unglücklich macht
        (klar – muss man manchmal auch eine Krise durchstehen können – um noch grösseres Glück zu finden, das ist aber ganz etwas anderes als die Beispiele die Sie nennen)

  • Max Bader sagt:

    Ich kann die Gründe für Fremdgehen auch nicht sagen. Aber wenn ich mein grösseres Umfeld anschaue, dann gibt es in 90% der Fälle keinen besonderen Grund und wird auch von immer den gleichen Leuten bei verschiedenen Partnern gemacht. Es ist also nicht vom Partner abhängig. Nur in 10% der Fälle ist es so, dass diese entweder schon selber betrogen wurden oder von ihren Partnern schlecht behandelt oder vernachlässigt werden.

  • Jean-Jacques sagt:

    Warum Fremdgehen? Liegt wohl in der menschlichen Natur. Wie menschlich/ allzumenschlich. Seine Samen möglichst breit streuen, schon wegen der Biodiversivität. Meint die Evolution. Und Neues, noch Unbekanntes, törnt eben mehr an. Menschliche Neugier. Seriell gibt das natürlich weniger Stress, und ist auch fairer. Niemand wird gerne ‚betrogen‘. Was du nicht willst, das man dir tu, füge auch keinem anderen zu. Humanistisch.

  • Demian sagt:

    „Seit jeher versuchen Forscher den Triebfedern für Untreue auf den Grund zu gehen..“
    Ganz einfach, sexuelle Treue ist kein natürliches, menschliches Verhalten. Es ist ein künstliches Konstrukt und es funktioniert nicht.

    Fall gelöst.

    • Thomas Plüss sagt:

      Bleibt noch anzufügen, dass Treue in vielen Fällen nicht viel mehr ist als blosser Mangel an Gelegenheit.

      • Elodie sagt:

        @Demian & Thomas Plüss: Da geh ich absolut mit Euren beiden Kommentaren einig. Das ist die Realität, so sind wir Menschen im Wesen. Man lebt leichter wenn man sich diese Wahrheit zugesteht. Man riskiert aber auch, alleine zu bleiben, denn ein Partner zu finden, der auch so denkt, ist doch nicht so einfach. Als Frau erstrecht nicht…leider. Aber ich bin mir lieber selber treu als einfach jemand an der Seite zu haben, der nicht so denkt in diesem Bereich.

    • Patrick sagt:

      Was wäre denn das natürliche, menschliche Verhalten? Ich schätze kaum, dass in der Sippe wild durcheinander gerudelt wurde in aller Regel. Wir sind ja leider keine Bonobos, weshalb vermutlich, eine gewisse Exklusivität auch bei naturverbundeneren Sippen vorhanden sein dürfte. Eine Ethnologin (wieso weiblich?) sollte hier vielleicht mehr wissen.

  • Sigi Neukomm sagt:

    Sie glauben diese Artikel werden von Menschen geschrieben? Hmmmm….auch eine Möglichkeit…..ich gehe jedoch davon aus, dass sie von Bots generiert werden aufgrund der trending Suchergebnissen bei Google 🙂

  • 13 sagt:

    Fassen wir zusammen: nach „wieso ist es so schwierig treu zu sein?“ Und „wie kann ich meine Frau wieder begehren?“ (Um nicht fremd zu gehen?) kommt nun die revolutionäre und bestimmt noch nie gestellte Frage, wieso man fremdgeht. Ist das, was am Anfang als neues Wissen über die Sexualität, das angebloch so wichtig ist, angekündigt wurde?
    Da es aber anscheinend ja egal ist, gleiche Fragen immer und immer wieder abzuhandeln, mache ich auch mit und frage einmal mehr: Was hat dieser Blog im Mamablog verloren?

    • Susi sagt:

      @13: „Was hat dieser Blog im Mamablog verloren?“

      Nun, oben steht die Themenübersicht: Alltag, Kinder, Sex & Liebe, Schule, Job, Schwangerschaft, Gesellschaft
      Natürlich sind Elternschaft und Beziehung sehr eng miteinander verknüpft!

      • 13 sagt:

        Ja, aber alle diese Themen sollten trotzdem in einem familienbezogenen Kontext stehen. Beziehung und Elternschaft bzw. Familie sind dann miteinander verknüpft, wenn man den Link tatsächlich macht, was hier selten bis nie der Fall ist. Ich habe kein Problem damit, dass über Sex oder Beziehung gesprochen wird, die Themenauswahl und insbesondere die Abhandlung dieser finde ich jedoch völlig fehl am Platz.

      • Susi sagt:

        „Ja, aber alle diese Themen sollten trotzdem in einem familienbezogenen Kontext stehen.“

        Das hat was.
        Aber wenn der Spielraum hier noch mehr eingeschränkt wird, kann der Mamablog bald mal aufgrund Themenmangels schliessen…

      • 13 sagt:

        Finden Sie denn, dass die Themen so eingeschränkt sind? Schon nur hier beim Thema fremdgehen. Einen Beitrag darüber, wie man nach einem Seitensprung als Familie fortfährt, vielleicht auch die Beziehung rettet und neu Vertrauen schöpft, während daneben Kinder sind, die betreut werden müssen und für die man auch in dieser Zeit einen Alltag sicherstellen muss, fände ich Tausend mal spannender als die immer gleichen Theorien, wie es zum Seitensprung kommt.

      • Ka sagt:

        @13, ich bin voll bei ihnen. Finde auch, dass der Familienbezug bez. Kinderbezug fehlt, das liegt wohl daran, dass Frau Burri keine Kinder/Familie hat? Ich hätte da schon Ideen, z.B. Sexualität in der Pubertät, wie gehe ich damit um, wenn das Kind das erste mal nicht nach Hause kommt, oder jemanden mit zum übernachten nimmt, oder wie gehe ich damit um, wenn sich meine kleine Tochter öffentlich selbst befriedigt, überhaupt ist es ja spannend, dass Mädchen einen Orgasmus schon mit 2/3 Jahren erleben können, Jungs erst in der Puberät, stimmt das überhaupt?? etc.etc.

      • 13 sagt:

        @ Ka
        Genau, mir würden da auf Anhieb mind. 20 Themen einfallen. Und darum sollten regelmässige Schreiber des Mamablogs auch Mamas oder auch Papas sein. Zwischendurch ein Exkurs in die gewollte oder ungewollte Kinderlosigkeit ist völlig ok, aber doch nicht einmal pro Woche sachfremde Themen.
        Was mich aber noch mehr stört, war die Ankündigung, dass die meisten Menschen nach der Ansicht von Frau Burri zu wenig über Sex wissen, es aber extrem wichtig ist, gut Bescheid zu wissen und sie darum diesen Blog schreiben wird…und nun kommen bereits nach kürzester Zeit Wiederholungen immer gleicher Themen…

      • Susi sagt:

        @13 um 10:53: Da stimme ich zu.

  • Maria sagt:

    Es gibt den Ausdruck „serielle Monogamie“, was nichts anderes heisst, als das man seinem Partner treu ist, wenn’s nicht mehr passt, beendet man die Beziehung (was natürlich auch weh tut, aber anders …)Ich finde dies eine faire Handlungsweise. Wer in einer Beziehung nicht mehr zufrieden ist, sollte den Mut haben die Beziehung mit allen Konsequenzen zu beenden. Seinen Partner zu betrügen ist feige, sehr verletzend und hinterlässt tiefe Wunden.

    • Safster sagt:

      @Maria: Nebst „serieller Monogamie“ gäbe es eben auch noch die offene Beziehung, in der zwei zusammenbleiben wollen, sich aber die Möglichkeit lassen, andere Sexualkontakte zu haben.

  • fabian sagt:

    „Frauen riskieren den Seitensprung hauptsächlich dann, wenn sie sich nicht mehr beachtet fühlen und einen Ego-Boost benötigen.“

    Kommt ihr jemals wieder aus dem Opferhuscheli-Stereotyp der Frauen raus?

    • Marie sagt:

      Ist doch gar keine Opferhuscheli-Haltung. Viel eher eine Anklage an sich selber – ich gehe fremd, weil ich einen Ego-Boost benötige.

      • Enrico sagt:

        @Marie
        Ich lese im Artikel folgendes:
        Zuerst nicht beachtet und deshalb Ego-Boost.
        Zuerst Partner fremd und dann Rache.
        Selbstanklage sieht für mich anders aus.

    • Enrico sagt:

      @Fabian
      Ich habe lange gehabt dass mit der Opferrolle zu begreifen. Aber Opfer sind halt gut und haben deswegen ein Recht auf Entschädigung. Täter sind schlecht und sollen dafür bezahlen.
      Also welche Rolle ist Gewinnbringender ?

      Liest man den Artikel von Frau Burri, so sind die Beweggründe der Männer nieder ( Schwanzgesteuert, Hormon getrieben ) Die Möglichkeit, das es auch an der Partnerin liegen kann, die einen einfach fertig macht und Mann das Bedürfnis verspührt mit jemanden, der einem gut tut, Körperliche Nähe zu bekommen, diese Möglichkeit ist ausgeschlossen.
      Umgekehrt die selben Stereotypen. Das Frau einfach mal Lust hat und es mal halt passiert, das zuzugeben, unmöglich.
      Kommt mir gerade die Zugertorte Affäre in den Sinn.
      Einfach nicht hinstehen und Verantwortung tragen.

  • Enrico sagt:

    Wieso wird wieder der Mann als Beispiel aufgeführt ? Und die Frau nebenbei, hinterher ? Ich gendere jetzt ein bisschen, und werfe jetzt Frau Burri sexismus vor und erwarte….. nah gut, in diesem Bereich sind Männer rückständig, auch besser so.
    Hörte vor kurzem Quizsendung mit folgender Frage: wer geht mehr fremd ?
    Richtige Antwort : die Frau
    So eigentlich auch nicht logisch, weil es braucht ja immer zwei. Also immer gleich oft. Da der Altersunterschied bei Paaren fast 8 Jahre ist und junge Männer angeblich nur das eine im Kopf haben, müssen Frauen in jungen Jahren mächtig Gas geben um diesen Widerspruch ins Gleichgewicht zu bringen. Männer holen dann im Alter wieder auf, bis zum Gleichstand. In etwa so.
    Nur gilt dabei ja die Frau, wie bei all Ihren Handlungen, als Opfer.

    • Mariposa sagt:

      Kann nicht sein, es braucht immer 2 dazu, so auch Mann … 😉

      • Röschu sagt:

        Kann sehr wohl sein. Kann ja sein, dass die Frau mit einem Mann, der ungebunden ist, fremdgeht.

    • tststs sagt:

      Habe mich auch darüber aufgeregt, aber genau aus umgekehrten Gründen.
      Der Mann ist wieder einmal das aktive, das sexuelle Wesen. Und die Frau das Huscheli, für das Sex nur Mittel zum Zweck, aber niemals des Genusses wegen ist.
      Und in der heutigen anything-goes-zeiten: Wer gilt jetzt wohl als rückständig…?

      • Beatrice sagt:

        @tstststs,

        hab ich mir auch gedacht, als ich das gelesen habe. Wetten, dass VIELE Frauen wegen der Lust fremd gehen? Interessante, neue Bekanntschaft, sexuelle Anziehung, das Begehrtwerden, die Spannung, Lust auf Neues, Lust auf Fremdes….

        Jaja, Frauen haben auch LUST…

        Aber Grundsätzlich muss ich zustimmen; es kommen meistens viele Gründe zusammen. Sei es jetzt das unbewusste Dominieren wollen des Partners zwecks Ausgleich, weil man ev. lange Zeit vom Partner dominiert wurde, Flaute oder absolute Funkstille im Bett, Langeweile etc. Und dann muss eben nur noch die Lust dazukommen und es wird gefaehrlich…

  • tststs sagt:

    Tut mir leid, muss schon wieder rummotzen.
    Um was geht es hier eigentlich? Sexuelle Lust und dementsprechend sexuelle Treue? Um zu haltende Versprechungenn und emotionale Treue?
    Um Ausrutscher oder Affaire?
    Und dann wieder solcher Humbug: „Aus evolutionär-psychologischer Sicht liegt die Erklärung des Untreuseins seitens der Männer in der grossflächigen Verteilung ihres genetischen Materials.“ Die Spezie Menschheit hat sich schon langelangelaaaaange Zeit für die Methode „Klasse vor Masse“ entschieden. D.h. Männlein (und auch z.T. Weiblein) setzt lieber weniger Nachwuchs in die Welt, bringt diesen dafür durch; anstatt maximale Genverbereitung ohne Aufzuchtspflege.

  • Daniel Slamanig sagt:

    Ganz einfach: das sogenannte „Fremdgehen“ hält Einzug als akzeptierter und offen gelebter Aspekt unserer Beziehungsrealität. So können wir unsere Beziehungen erhalten und gleichzeitig unseren Gelüsten nachgehen. Monogamie ist schlicht unnatürlich. Solche Diskussionen wie hier kann man sich dann sparen.

    • Sigi Neukomm sagt:

      Fremdgehen war immer ein akzeptierter und meist offen gelebter Aspekt der „Beziehungsrealität“ (lol) aller sozialen Schichten. Siehe Bordelle, Mistressen usw. Früher waren die Rollen oft einfach viel klarer definiert, die Geliebte war nur für einen bestimmten Zweck da, es war normalerweise undenkbar diese zu Heiraten und die Familie für sie zu verlassen. Da heute eine Beziehung nicht mehr mit Familie gleichgesetzt wird, hat sich das verändert. Selbst wenn man eine Familie hat denken manche, dass ihre Interessen und Bedürfnisse über jenen der Kinder stehen.

    • tststs sagt:

      „Monogamie ist schlicht unnatürlich.“ Bin mir ganz sicher, Hr. Slamanig, dass Sie den Begriff hier falsch verstehen.
      Jemand, der verheiratet ist und nebenbei die Sekretärin poppt, lebt immer noch monogam. Monogamie meint Einehe, also dass nur mit einem einzigen Menschen eine Ehe/eheähnliche Beziehung geführt wird. Nebenbei ein Gspusi macht noch lange keine Polygamie!

      • Daniel Slamanig sagt:

        Diese Wortklauberi ist nicht nötig werte(r) tststs, es geht darum, ein Posting allgemein verständlich zu formulieren. weil damit mehr Leute was anfangen können als mit „Promiskuitiviät“, selbst wenn der Begriff per definitionem falsch ist.

      • tststs sagt:

        Öh nö, das hat nichts mit Wortklauberei zu tun (würde ich erkennen, ist eines meiner Hobbies hier drin). 😉
        Und wie wollen Sie etwas „allgemein verständlich“ formulieren, indem Sie die Begriffe falsch verwenden?

      • Susi sagt:

        @tststs: Natürlich ist das Wortklauberei. Wenn in unseren Breitengraden von „Monogamie“ gesprochen wird, ist in aller Regel sexuelle Monogamie gemeint, nicht soziale oder zivilrechtliche.

      • Elodie sagt:

        @tststs: Unglaublich, was die Leute alles für Gründe finden um ja nicht zugeben zu müssen, dass sie auch fremdgehen und dass sie 2um Gotteswillen nicht“ als polygam definiert werden dürfen.

      • tststs sagt:

        @Susi: Hmmmm…einerseits weiss ich, was Sie meinen, andererseits: ist es wirklich soooo tragisch, wenn man „belehrt“ wird, dass man einen Begriff bis anhin falsch verwendet hat… (Hey, ich weiss auch erst seit vier Jahren wie es sich jetzt genau mit den Begriffen Kamel/Dromedar/Trampeltier verhält; und bin froh, dass ich die Begriffe nun richtig gebrauche)

        @Elodie: Wenn ich ausserhalb meiner Beziehung ein sexuelles Erlebnis habe gehe ich weder fremd (kein Betrug, da so abgemacht) noch bin ich deswegen polygam (denn, das was unsere Beziehung ausmacht, habe ich mit niemand anderem)

    • Susi sagt:

      @Daniel Slamanig: Die meisten Menschen ticken halt anders und man fragt sich, was war zuerst: das Ticken oder die gesellschaftliche Prägung?

      • Elodie sagt:

        @tststs: Absolut einverstanden. Tatsache ist aber, dass Sie einen anderen Körper berührt haben und das ist nicht Monogam. Aus Ihrer Sicht ist es eine Definitionssache, was ich auch nachvollziehen kann. Aber schlussendlich ist es doch so, dass wir nicht dafür erschaffen sind, nur mit einem Menschen Sex zu haben.

      • tststs sagt:

        @Elodie: Aber hier müssen wir wirklich genau sein: „nur mit einem Menschen Sex zu haben.“ kann heissen
        a) aufs Mal nur einen, aber hintereinander ist ok
        b) das ganze Leben derselbe Partner

        Ausserdem ist es wirklich schwierig zu sagen, was beim Menschen noch „natürliches Verhalten“ ist. Biologisch gesehen gibt es IMHO nämlich mehr Gründe für (serielle) Monogamie, denn Polygamie (etwas ganz anderes ist natürlich die Polyamorie). Gesellschaftlich/sozial gesehen ist Monogamie IMHO stark im Wandel.

    • Daniel Slamanig sagt:

      @tststs, im Gegensatz zu Monogamie/Polygamie gibt es für die Polyamorie (von der ich eigentlich spreche) keinen Gegenbegriff, weil ersterer eine neuere Wortschöpfung ist. Aber, Sie lenken eh vom Thema ab., was ja allenfalls ihre ursprüngliche Absicht war.

  • Matt sagt:

    Fremdgehen hat sicher eine genetische Basis. Aber ansonsten gibt es vermutlich so viele Gründe für’s fremdgehen, wie es Menschen gibt, die fremdgehen. Langeweile in der Beziehung, Streit, Stress, Suche nach Abwechslung, tiefe Moralschwelle, Lust, Alkohol, Gelegenheit……. etc. Es gibt Menschen die eine offene Beziehung leben, andere die sich Untreue nicht mal vorstellen können. Es gibt solche die asexuell sind und solche die sich grundsätzlich nur mit Lebensabschnittspartnern umgeben. Ich denke, das muss jeder selber ausmachen, was denn der Grund ist.

    • fabian sagt:

      Auf demselben Niveau wie der ArtikeI: Männer gehen fremd, wenn die Frau sie langweilt.

      • 13 sagt:

        @ Fabian
        Nur weil Sie alles, aber wirklich alles, auf der Genderstufe verstehen wollen, heisst es noch lange nicht, dass es der Verfasser auch so gemeint hat. Das Wort Männer (oder Frauen) kommt im Kommentar von Matt nicht einmal vor. Er spricht von Menschen, was bekanntlich Männer und Frauen einbezieht.

  • Muttis Liebling sagt:

    Eine einseitige und daher geholte Darstellung. In der mir vorliegenden sexualwissenschaftlichen Literatur etwas älteren Datums ist serielle Polygamie der Normalzustand. Es gibt keinen biologischen Grund, welcher für Monogamie spricht, wohl aber soziale.

    Es braucht tatsächlich 14 Jahre (aber auch nicht mehr), um ein Neugeborenes reifen zu lassen und in der Zeit sollte Frieden in der Familie herrschen. Wenn man schon parallele Beziehungen pflegt, achtet man peinlichst auf Geheimhaltung. Auch nach Ende einer solchen. Man beichtet niemals. Drüber reden ist grundfalsch!

    Vor und nach dieser 14 Jahre gibt es keinen Grund zu Monogamie. Ich habe mal gelesen, Frauen haben häufiger und früher aussereheliche Beziehungen als Beziehungen als Männer. Aber 1x in 5- 10 Jahren ist ok.

  • Sigi Neukomm sagt:

    „Was sind die Gründe?“
    Einfach: Fehlende Selbstkontrolle, defekter moralischer Kompass, Egoismus und Rücksichtslosigkeit spielen in irgend einer Form jedesmal mit. Tiefere Analysen sind hinfällig.

    • Mariposa sagt:

      Wow… Selbstkontrolle, ein Kontrollfreak?
      Spannend …

      • Sigi Neukomm sagt:

        Keine Ahnung wie Sie diese Verbindung herstellen. Schliesslich ist Selbstkontrolle ein zentraler Punkt unseres Lebens. Sie ist nicht nur einem selber gegenüber wichtig, auch, oder speziell, im Miteinander. Selbstkontrolle ist etwas Aktives, man muss daran arbeiten und seine Handlungen immer sich selber und gegenüber Anderer rechtfertigen können. Wer das nicht macht handelt gewissenlos. Viele, wenn nicht die meisten unserer persönlichen, zwischenmenschlichen und nicht zuletzt unsere wirtschaftlichen und Umweltprobleme haben ihren Ursprung in mangelder Selbstkontrolle. Hedonismus ist schädlich für alle und alles.

    • Dani sagt:

      „Tiefere Analysen sind hinfällig“. Im Gegenteil, gerade hier lohnen sie sich. Wer sich unnötig zwingt, an der Seite eines Menschen zu bleiben den er nicht mehr liebt, den er nicht mehr riechen kann, ja sogar der ihn irgedwann anwidert, hat den Sinn der Liebe und der Möglichkeiten nicht erkannt. Ich glaube an das Zusammensein für ein Leben lang, sonst wäre ich nicht verheiratet. Aber auch hier ist es wichtig zu sich und zum Partner ehrlich zu sein. Sich bewusst zu werden, dass man nicht mehr zusammenpasst, hat aus meiner Sicht nichts mit moralischem Kompass, noch mit Egoismus oder Rücksichtslosigkeit zu tun, sondern ist einfach ehrlich. Wer die Ehe pflegt und hegt, der wird viele wundervolle Jahre zusammen erleben, hoffentlich bis ans Lebensende. Erzwingen lässt es sich nicht.

      • Sigi Neukomm sagt:

        Doch, tiefere Analysen sind hinfällig weil diese nur auf Entschuldigungen des Unentschuldbaren hinauslaufen. Ich habe nicht behauptet, dass man für immer zusammenbleiben muss. Wenn man sich trennen will trennt man sich, egal aus welchem Grund. Aber Fremdgehen muss nicht sein, wer nicht ehrlich sein kann sollte keine festen Beziehungen eingehen.

    • Susi sagt:

      @Sigi Neukomm: Wenn man nur zu Schwarz-Weiss-Denken fähig ist, sind tiefere Analysen eigentlich in allen Bereichen hinfällig.

      • Sigi Neukomm sagt:

        Schade, Sie sind unfähig zu erkennen, dass es in dieser speziellen Frage nur B&W gibt: Verletzt man jemanden (der nicht verletzt werden will) oder tut man es nicht. So sehr Sie versuchen da etwas zu kontruieren, da gibt es kein Zwischending, schwarz oder weiss, ehrlich oder unehrlich, schwanger oder nicht schwanger.

      • Ka sagt:

        ich bin da etwas katholisch: Vergebung ist eine tiefgreifende Erfahrung, niemand ist unfehlbar, so im Sinn: es werfe den ersten Stein wer ohne Schuld. Liebe erträgt viel, und wenn man dem geliebten Menschen von Herzen vergeben kann, ist das eine intensive Liebeserfahrung. Macht man aber für sich selber, ohne Bedingung an den Partner!

  • Mariposa sagt:

    Sind wir heute noch für einen lebenslange Partnerschaft „geschaffen“?
    Wir verändern nicht nur unseren „Geruch“ – für mich auch ein wichtigstes Detail, ob ich den Partner noch „riechen“ kann und Nähe erlaube …
    Die ersten Anzeichen werden oft übersehen, wir geraten in eine Krise und gehen fremd.
    Frauen wagen eher daran zu arbeiten, die meisten Männer lassen sich an goldener Kette gefesselt in lieblosem zweckmässigem Arrangement gefangen.
    Die Konsequenzen sind absehbar …, es wird weiter fremd gegangen, bis es dann doch zum totalen Bruch kommt … oder man steuert resigniert mit vielen Ablenkungen bis zum Lebensende seinem Lebensende zu … Was macht Sinn?
    Dürfen wir doch mit verlogener Moral einfach aufhören.

  • Papperlapapi sagt:

    Gelegenheit macht Liebe.

  • Dani sagt:

    Aus meiner Sicht ist Fremdgehen immer durch eine Substanz gefördert: Wenn man nicht mehr zusammen passt! Ich bin jetzt 38 und denke doch genügend Beziehungen hinter mir zu haben um zu wissen, wann es mich von meinen Partnerinnen weggezogen hat. Die Symptome erscheinen zuerst nur schleichend: Zuerst fängt es mit banalen Dingen an, die man aber noch locker wegsteckt, dann verändert sich der Geruch (man kann sich nicht mehr gleich gut riechen) und dann merkt man, wie man sich nach anderen Frauen umdreht und schweift in den Fantasien ab. Spätestens hier sollte man die Zeichen deuten können und sich trennen, weil man sich innerlich bereits zu weit distanziert hat. Wer diese Zeichen ignoriert, wird irgendwann in einem Bett landen, und wenn nicht, dann unzufrieden „gefangen“ bleiben.

  • Malena sagt:

    Dass menschliches Verhalten eine genetische Basis hat, „behaupten“ nicht nur Genetiker, das weiss schon jedeR einigermassen aufmerksame PrimarschülerIn. Diese „Behauptung“ ist auch nicht gleichbedeutend mit der Aussage, dass menschliches Verhalten ganz durch die genetische Basis erklärt wird (dies würde auch kein einziger Genetiker behaupten).

    • Muttis Liebling sagt:

      Genetik wird masslos überschätzt, was ebenso für die Hirntopologie gilt. Es gibt keine direkten Abbildungen von DNA- Sequenzen oder Hirnaktivität auf menschliche Phänomenologie oder Verhalten. Das sind alles scholastische Wunschträume von Wissenschaftlern, denen es gründlich an Phantasie fehlt.

      Mit der Menschenwissenschaft ist es wie mit der Quantenphysik. Die klassischen Begriffe wie ‚Ursache‘, ‚Norm‘, usw. sind nicht anwendbar.

      • Sigi Neukomm sagt:

        Ihre Behauptung ist genauso eine Spekulation, auch dafür gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Ausser Sie wüssten etwas, das allen Wissenschaftlern bisher verborgen geblieben ist.

        Realtivismus ist IRL, ausserhalb philosophischer Turnübungen, auch nicht praktikabel.

      • Malena sagt:

        „direkte Abbildung von DNA Sequenzen auf Verhalten“. Natürlich nicht, behauptet auch niemand. Indirekt, z.B. über Hormonhaushalt und Botenstoffe, Hirnaktivität dagegen schon, im Zusammenspiel mit wichtigen gesellschaftlichen Faktoren selbstverständlich. Die genetische Basis alles Menschlichen kann man beim besten Willen nicht wegdiskutieren, zumindest nicht ohne eine übernatürliche Alternativerklärung (göttliche Lenkung?). Und die Quantenmechanik mit Makrophänomenen zu vermischen zeugt generell nicht von fundiertem Verständnis der Quantenmechanik.

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚….die Quantenmechanik mit Makrophänomenen zu vermischen zeugt generell nicht von fundiertem Verständnis der Quantenmechanik.‘

        Das hat schon Heisenberg in langen Aufsätzen gemacht.

Kommentar

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