Woher kommt diese neue Prüderie?

Mamablog

Erinnerungen an wilde Zeiten sind oft nostalgisch eingefärbt. Foto: Raisa Durandi

Ende der 60er tanzten unsere Vorfahren nackt durch Woodstock und praktizierten freie Liebe. Die Love Parade hatte ähnliche Themen. Heute ist Erotik zwar in der Werbung omnipräsent, im öffentlichen Leben jedoch nahezu ausgemerzt. Wo sind unser Selbstbewusstsein und die Freude an der Erotik geblieben?

Unter Prüderie versteht man die Intoleranz und eine dogmatische Einstellung gegenüber vielen Formen der sexuellen Zurschaustellung in der Öffentlichkeit. Der Begriff «Neo» suggeriert, dass es die Prüderie in der Vergangenheit schon mal gab und sie jetzt wieder zu beobachten ist. Aber nimmt «Political Correctness» wirklich überhand und feiert die Verklemmtheit ein Revival? Oder könnte das Ihre persönliche, verzerrte Wahrnehmung sein?

Wahrnehmungen klaffen weit auseinander

Da ich die Woodstock-Zeiten nicht persönlich miterlebt habe, ist es für mich schwierig, den heutigen öffentlichen Ausdruck von Sex und Sitte mit demjenigen von damals zu vergleichen. Ich muss folglich auf zahlreiche Diskussionen mit Vertretern unterschiedlicher Generationen und auf historische Überlieferungen zurückgreifen. Eines fällt mir dabei gleich auf: Die Meinungen und Wahrnehmungen klaffen weit auseinander! Einige sehen heutzutage überall Sex und Nacktheit – im Internet, in Magazinen und Zeitungen, im Fernsehen, in der Werbung, in Schulen, in Clubs. Andere finden, dass man Sexszenen, sinnliche Lust und Körperlichkeit mit der Lupe suchen muss.

Ich denke, beide Sichtweisen haben ihre Legitimität. In den 60er-Jahren führte die «sexuelle Befreiung» zu einer Liberalisierung der Sexualmoral und zu einer freizügigen Gesellschaft, in der sich jeder sexuell verwirklichen konnte. Die folgende neosexuelle Revolution führte dazu, dass sexuelle Identitäten und Verhaltensweisen, welche früher abgelehnt wurden wie zum Beispiel die Homosexualität, heutzutage vermehrt an Akzeptanz gewinnen oder offen thematisiert werden – zumindest scheinbar. Denn meiner Meinung nach bedeutet mehr Rechte zu haben noch lange nicht grössere Akzeptanz zu finden. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Gründe der «Neo-Verklemmtheit»

Die Tabuisierung vieler Aspekte der Sexualität ist trotzdem bis heute wirksam geblieben, und eine neue Form der Körperfeindlichkeit und Prüderie scheint Einzug zu halten. Diese «Neo-Verklemmtheit» mag unter anderem Folge des Verbotes sein, sich gegenseitig als Sexualobjekt betrachten zu dürfen. Dies wiederum scheint die Folge der als Norm gesetzten sexuellen Toleranz und Akzeptanz. Sexuelle Anziehung und sexuelle Objektifizierung sind dabei Schlüsselbegriffe: Alles ist erlaubt, nur scharf darf man nicht auf jemand anderen sein, denn das erniedrigt ihn ja zum Sexualobjekt.

Und so versuchen wir mehr und mehr der archaischen Sexualität rational und moralisch beizukommen und ignorieren dabei deren Essenz. Wir sollten jedoch im Auge behalten, dass das sexuelle Verhalten nicht nur von der Epoche sondern auch von der Gesellschaft, Religion und Kultur abhängig ist. Vieles sieht ausserhalb der eigenen Landesgrenzen bereits ganz anders aus.

Sexualwissenschaftlerin Andrea Burri beantwortet einmal wöchentlich eine Leserfrage zum Thema Sexualität und Liebe. Diese wird vertraulich behandelt und ohne Namensnennung publiziert. Schreiben Sie uns auf sexologisch@tages-anzeiger.ch.

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Nachtrag zum Beitrag «Wieso täuschen Frauen einen Orgasmus vor?» vom 21.10.2016:

Ich schrieb: «Es gelingt lediglich rund 14 Prozent der Frauen, bei sexuellen Begegnungen einen Orgasmus zu erleben.» Es muss aber richtigerweise heissen: «Es gelingt lediglich rund 14 Prozent der Frauen, beim Koitus immer einen Orgasmus zu erleben.» LG Andrea Burri

239 Kommentare zu «Woher kommt diese neue Prüderie?»

  • Kosmopoli sagt:

    Wir Schweizer und Schweizerinnen sind nach wie vor verklemmt, verkopft und bünzli! Es ist diesbezüglich hoffnungslos!

    • Sven Örensohn sagt:

      Da taucht die Schweizerhasserin wieder auf. Laufen sie doch mal Nackt durch Mekka oder sonst ein arabisches Land. Ich denke angezogen sein ist auch ein Mass an Anstand und dies auf folgenden Punkten:
      – Sie haben nicht das recht andere Menschen mit ihren Sexualteilen ungefragt zu belästigen. Ich bin Prüde und möchte nicht eine runtzlige alte 60Jährige Frau Nackt sehen, die noch davor ihren Po auf dem Stuhl rieb wo ich sitzen wollte.
      – Junge und hübsche Frauen haben nicht das recht Männer zu provozieren.
      – Als Mensch möchte ich mich in der Gesellschaft frei bewegen und ich möchte nicht belästig werden von Menschen die Ihre Seuxalität zur Schau stellen. Zu Sex bin ich nicht abgeneigt sofern die Frau bereit ist und jung und hübsch ist.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Also ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Leute die ihre Nacktheit zur Schau stellen ein lebendiges Sexleben haben. FKK hat doch mehr mit frei fühlen zu tun und nicht mit Sexualität. Wenn man den ganzen Tag Nackte bestaunt, hat man ja gar keine Lust mehr.

      • Sven Örensohn sagt:

        @Tamar von Siebenthal
        Nun Sex und Nacktheit gehören für mich zusammen. FKK ist heute auch mit Sex in der öffentlichkeit gemein, es war auch eine ideologische Bewegung der Linken, das man als alternative verstand. Heute intessiert sich doch niemand mehr für Nackte. Um Aufzufallen muss also Sex in der öffentlichkeit her. (Siehe Schweinestrände in Frankreich). Grundsätzlich möchte ich sowenig Nackte neben mir im Restaurant wie Menschen mit Tattos in der Badi. Den worum geht es? Aufzufallen und kaum guckst du, kommt: „was guckste so blöde“, tolle neue Welt.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Naja, Nackte in Restsurants sind ja auf FKK Ressorts beschränkt. An Badeseen odrr beim Wandern stören mich solche Leute nicht, obwohl ich mich selber nicht unbekleidet zeige.

        Was haben Sie gegen Tatoos? In Badis studiere ich am liebsten die Leute mit Tatoos, finde diese nicht immer schön, aber sir faszinieren mich. Solange dir nicht im Gesicht, Hals und Händen sind.

      • Sven Örensohn sagt:

        @Tamar von Siebenthal was mich an den Tattos stört, wie gesagt ich möchte nicht mit Lebensbeichten anderer Menschen belästigt werden von daher sind Tattos eben nicht anständig. Sie werden dir gezeigt ohne das du die Chance hast zu entscheiden ob du es sehen möchtest oder nicht. Das ist etwa so wie ein reicher Protzer der sein Geld zur Schau stellt. Religion ist Privatsache, dann sollten auch andere Sachen privat sein. Ich möchte in der Badi nicht mit den persönlichen Einstellungen der Menschen belästigt werden unabhängig ob jemand Links oder Rechts ist, da muss ich mir in der Badi nicht das Gesicht eines Bundesrates sehen, nur weil der Mann vor mir aus dem Wasser steigt.

    • Sven Örensohn sagt:

      Tamar von Siebenthal
      6. November 2016 um 10:44 nun mit Nackten am Strand hätte ich kein Problem wenn gaffen erlaubt wäre. Aber das ist ja gerade das Problem, irgendwie provoziert man und dann nervt man sich das man begafft wird. Blöder geht es nicht mehr, also zieht euch an und lasst mich in Frieden. Möchte ich beim Wandern mit Kindern Nackten Menschen begegnen? Nein und hier kommt die 68er Ideologie wieder zu tragen, die Nackten haben das recht nackt rumzulaufen, ich habe aber nicht das Recht auf nackte Menschen zu verzichten. Ich werde belästigt und das ist unanständig und am Ende möchte ich selber entscheiden wessen Genitalien mit Ausscheidungen ich sehen möchte. Es gibt
      soviele Möglichkeiten Nackt zu sein, dann bitte dort wo es möglich ist, aber das wollen die Querulanten nicht.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ok, aber das Leben besteht nicht nur daraus was man sehen möchte. Es ist ja nicht so, dass man im Alltag ständig nackten Leuten begegnet und auch beim Wandern sind Nackte ungefähr so selten wie Velofahrer auf der Autobahn (mir ist jedenfalls noch keiner begegnet), also warum soll ich mich darüber echauffieren?

      • Sven Örensohn sagt:

        @Tamar von Siebenthal, ich echauffiere mich nicht, ich sage nur es unanständig. Man kann sich ja auch Adolf Hitler auf den Rücken und die Brust tätowieren, da hat man den selben effekt, man eckt an und man belästigt die anderen Menschen. Anstand ist ja eben dazu da, dass man die anderen Menschen respektiert und nicht belästigt. Der Nacktwanderer hat doch null respekt vor dir und lacht sich noch ins fäustchen weil du den Kopf wegdrehst und du nicht seinen Penis sehen möchtest. Ich möchte einem Menschen neutral begegnen können und sonst las ich es lieber. Das ist etwa so unanständig wie sich ein Mann als Frau verkleidet und von dir verlangt dass du ihn als normal betrachtest. Man könnte ja auch im ganzen Jahr im Eselskostüm umherlaufen, wo sind die Grenzen des Anstandes?

  • Eduardo sagt:

    Was mich an den Herren oben auf dem Bild, bei Teilnehmern an Spencer-Tunick-Performances, an Besuchern von gemischten Saunas, beim FKK, an „Naked Bike Rides“ u.ä. völlig verblüfft, ist, wie sie in Anwesenheit körperlich teilweise höchst attraktiver Frauen ihre Erregungsschwelle so weit heben können, dass untenrum nichts „passiert“.

    Funktioniert intimer Sex danach überhaupt noch, wenn der Auslöser Nr. 1, nämlich Nacktheit in allen Details, nicht mehr wirkt? Oder anders gefragt: Werden derartige erzwungene Desensibilisierungskuren mit Impotenz erkauft? Was bleibt danach denn noch, Erregung durch die schöne Seele einer Frau? 😉

    Dies aus heterosexueller Sicht. Bei homosexuellen Männern stellt sich diese Frage natürlich auch. Frauen sind dank ihrer Anatomie davon nicht betroffen.

    • AlfredFrei sagt:

      Sie können einem leid tun. Auslöser Nr. 1 ist nicht die Nacktheit, sondern die erotische Situation, Blicke, Berührungen, Küsse , auch das Spiel mit Ver-und Enthüllen. Auch Gedanken, Wünsche und Phantasien. Platte Nacktheit hat für sich noch nichts mit Erotik zu tun und keine Angst, Nacktheit ohne Erotik führt nicht zu Impotenz aber sie befreit und fühlt sich gut an. Nicht umsonst kreischen Kinder vor Freude, wenn sie Blutt herumrennen dürfen.

    • Adina sagt:

      @ Eduardo: Ich bin mir nicht sicher ob Sie das mit der Seele der Frau verstanden haben.

      @AlfredFrei: „Nacktheit macht frei“, das ist mal eine Aussage… (rumalbern off)

    • Claudi sagt:

      Eduardo, oben auf dem Bild sind nicht nur ‚Herren‘. Es sind auch Frauen dabei. Deren Attraktivität übertrifft jene der Männer aber nicht wirklich.

  • Adina sagt:

    Es ist für mich mehr eine Frage davon, wie getrennt der Körper von der Seele empfunden wird.
    Es ist so dass wenn manche sogenannte prüde Leute sich nicht von jeder nackt sehen lassen würden oder Intimes ausplaudern würden, dann weil sie eben dadurch auch einen tieferen Einblick in ihrer Seele gewähren würden. Und das tut manche Menschen nur in einem ihnen vertrauten Umfeld, mit vertrauten, auserwählten Personen eben…

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Das empfinde ich auch so.

      Für mich ist Nacktheit privat und deswegen zeige ich mich fremden Personen nicht gerne, wenn es nicht notwendig ist. Hingegen stören mich nackte Menschen nicht. Auch ist es nicht mein Lebensziel, 287 Sexualpartner gehabt zu haben, äussere mich aber auch nicht negativ über Leute, die ein „promiskuitives“ Leben führen. Für die Einen ist es nur der Körper, für mich halt die Seele, die man ein Stück weit verschenkt.

      Bin ich jetzt prüde und verklemmt? Ist mir auch egal, ob Andere mich so beurteilen oder nicht.

  • Rolando sagt:

    Unglaublich wie viele Kommentare hier das Schlagwort Prüderie auf sich zieht, wärenddessen CETA, TTIP, Informationszurückhaltung der Medien und andere Schweinereien, kaum auf Interesse stossen. Wie dekadent ist unsere Gesellschaft geworden! Hauptsache es wird von den realen und bitter-bösen Problemen abgelenkt!

    • Eduardo sagt:

      Das Thema Prüderie und Sexualität geht jeden persönlich direkt an, bei CETA, TTIP, Informationszurückhaltung der Medien und anderen Schweinereien hingegen kann jeder absolut nichts ausrichten.

      Oder glauben Sie im Ernst, sich draussen bei Demonstrationen mit einem Schild in der Hand die Beine in den Bauch zu stehen oder in Onlineforen wütende Anklagen vorzubringen, würde irgend etwas bewirken?

      • Zufferey Marcel sagt:

        Nein, wird es nicht. Was die Gatekeeper nicht durchlassen, wird in der Öffentlichkeit niemals zum Thema. Wir haben sozusagen eine moderierte Öffentlichkeit und nennen das auch noch eine offene Gesellschaft. Die Frage ist natürlich, ob es jemals anders war. Aber die globalisierte Welt lässt dem aufgeklärten Individuum wenigstens die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Gesellschaftsmodellen wählen zu können. Dazu nur soviel: Es muss nicht mehr zwingend das Westliche sein- aus globale Sicht schon gar nicht.

      • Katharina sagt:

        MZ: Wobei gerade die Gatekeeper ja ihre Mühe mit dem offenen Internet haben. Weil dies deren Rolle relativiert.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Das Internet realitiviert nicht nur deren Rolle, es ruiniert ihr Geschäftsmodell! Was auf das Medienzeitalter folgen wird, wissen wir noch nicht. Wahrscheinlich noch mehr Verwirrung.

  • Erotischer Duft sagt:

    Die Voraussetzungen jeglicher Prüderie in unserer Gesellschaft sind die ideologischen Bemühungen der Feministinnen, in allen Bereichen des Lebens sowohl Frauen als auch Männer gleichzustellen. Unter dieser Prämisse kann es keine Erotik mehr geben sondern nur noch der Eintritt ins Kloster, Brüderchen und Schwesterchen sein, geistig kastriert, seelisch gestört und reif auf die Couch.
    Doch halt! Möglicherweise steigt einer Prüden der Duft eines bestimmten Mannes in die Nase, der sie aus ihrer Ideologie der Zimperlichkeit in die Welt der Sinne zurückholt. Vermutlich werden heute unsere Körperdüfte durch Kosmetik zu stark domestiziert, denn diese wären das richtige Mittel gegen Prüderie.

    • Lisa Kuster sagt:

      Dazu kann ich nur sagen, dass mich Sex zu tode langweilt. Es gibt kaum banaleres auf der Welt. Mit dem Begriff „Prüde“ wollen sie eine Person über ihre Sexualität charakterisieren und diffamieren. Wer so eine beschränkte Sicht hat, muss sich die Realität halt zusammenstutzen. Auch die allgegenwärtige männliche Anspruchshaltung eine Frau mit dem richtigen Zaubermittel sexuell willig zu machen ist so ermüdend anzusehen.

      • Reiner Zufall sagt:

        Sex langweilt Sie zu Tode? Ich bin erschrocken ob dieser Aussage. Dann haben Sie aber offenbar noch keinen erfüllenden Sex erlebt, bei dem der Sexpartner es versteht, voll und ganz auf Ihre Wünsche einzugehen.

      • Regina Probst sagt:

        Sie können keine Ekstase erleben? Hm, dem würde ich mal nachgehen. Es muss keine Ekstase sein durch Sex, aber wenn Sie keine körperlich-mentale Grenzüberschreitung geniessen können, geht da schon ziemlich was ab vom Erfahrungsspektrum. Und wenn jemand nicht vom Orgasmus mitgerissen wird oder gar nie einen hat, ist es schon etwas ein „überzivilisiertes“ Leben. Nicht selten führt es in reduzierte Lebensfreude bis Depression. Wenigstens irgend eine Form von Rausch und/oder Flow müssen Sie ab und zu geniessen können, zuviel Kontrolle ist neurotisch, zeugt von Überängstlichkeit. Sorry für die Deutlichkeit und danke für Ihre Ehrlichkeit!

      • Katharina sagt:

        Ach Regina, als ‚psychologische Fachfrau‘ sollten Sie eigentlich wissen, dass Mami’s kleiner Helferling nicht eine Pille mit Anfangsbuchstaben V ist, sondern ein Gerät von Hitachi.

        ‚Mit dem Begriff „Prüde“ wollen sie eine Person über ihre Sexualität charakterisieren und diffamieren‘ ist nämlich in Essenz richtig. Und auch ‚die allgegenwärtige männliche Anspruchshaltung eine Frau mit dem richtigen Zaubermittel willig zu machen‘

        Das betrifft auch die seltsame ‚Stossrichtung‘ von Burri’s Text.

      • Katharina sagt:

        Item. Wenn Sie an der gleichen Fakultüt promovierten wie B. erklärt sich einiges von selbst. Im Gegensatz zu ihr offenbaren Sie sich jedoch sprachlich.

        Neulich hatten wir es mit den veganen Bots zu tun. War ganz lustig.

        Schauen wir hier nun einer Episode von Antifeministinnenbezahlbots zu?

      • Katharina sagt:

        (Teil 1 wartet)

      • Lisa Kuster sagt:

        Warum wird Leuten, die sich nicht so sehr für Sex interessieren immer unterstellt, sie hätten halt noch nie guten Sex gehabt? Hat der, der nicht gerne liest, einfach noch nie ein gutes Buch gehabt? Der der nicht gerne joggt, noch nicht die richtige Strecke gefunden und der, der keine Erbsen mag, noch nie das perfekte Erbsenmenü vorgesetzt bekommen?
        Ist es so unvorstellbar, dass jemand sagt: Ich hatte viel guten Sex und tolle Orgasmen, aber inzwischen ist es mir verleidet und ich habe genug anderes zu tun, was mich mit mehr Freude erfüllt?

      • Lisa Kuster sagt:

        Ach, und dann noch etwas zu meiner mentalen Verfassung, die hier arg in Frage gestellt wird: Es ging mir nie so gut, wie jetzt.
        Flows erlebe ich zu Hauf, sowohl bei ruhigen als auch bei wilden Tätigkeiten.
        Was mir am Sex übrigens am wenigsten gefällt ist das „Vorher“ und das „Nachher“. Das nervt mich so sehr, dass ich gerne auf das ganze Prozedere verzichte.

  • Katharina sagt:

    ‚Sexuelle Anziehung und sexuelle Objektifizierung sind dabei Schlüsselbegriffe: Alles ist erlaubt, nur scharf darf man nicht auf jemand anderen sein, denn das erniedrigt ihn ja zum Sexualobjekt‘

    finde ich unglücklich formuliert. In einer reifen Partnershcaft ist das scharf sein nicht eine Objektifizierung des anderen, sondern nur das frau oder man eben einfach auf PartnerIn scharf ist, mit Haut, Haaren und Seele und in genau dem Moment. Alles mit scharf, um es kulinarisch auszudrücken.

    Zum Aufschrei der sich im Kontext ergab:

    Die Kommentare dazu un den SoMe sagen mir, dass das feministische Anliegen durchaus noch notwendig ist. Dies, weil jene Kommentare allzuoft immer noch von Mansplaining strotzen, statt einfach zuzuhören, was all diese Frauen und Männer sagen und erlebten.

    • Katharina sagt:

      Prüderie, wird zwar richtig gesagt, ist abhängig vom sozio-kulturellen Kontext. Davon ist abhängig, was als Prüde betrachtet wird. Nur: in einer medial over-sexed Umwelt ist nicht prüde, wer sich dem im eigenen Bereich entziehen will. Wer sich nicht komische Fragen anhören muss, weil halt im Einteiler geschwommen wird (ist einfach praktischer, vorallem bei den starken Wellen des Pazifik etwa). Oder nicht in die gemischte Umkleide gehen will. Oder nicht seine Intimpflege und Frisur politisch skrutiniert haben will. Da scheint die Schweiz etwas an einem anderen Ende der Skala zu sein. Exposition ist ein muss?

      Ein Besuch bei Nachbarn meckerte mal, weil ich im Eva Kostüm in meinem Pool schwimme. Das Grundstück ist aber so, dass man sich anstrengen muss, da was zu sehen.

    • Sabine sagt:

      Nur wenn wir den Feminismus überwinden, schaffen wir eine freie, liberale und gleichberechtigte Gesellschaft. Die grösste Hürde dahin ist der moralisierende rosinenpickende Feminismus, der sogar Frauen vorschreiben will, wie sie zu leben haben.

    • Katharina sagt:

      Ich sehe Feminismus als Interessenvertretung, nicht als etwas, das als Philosophie oder Ideologie überwunden werden muss. Angesichts der SoMe Reaktionen zu Aufschrei, so plump dieser teilweise lanciert wurde, müssen diese Interessen vertreten werden, im Sinne vom politischen Alltagsgeschäft.

      Dass einige Männer sagen, dass deren Interessen in dieser Lobby nicht vertreten sei, ist für mich umgekehrt aber legitim, und auch belegbar.

      In einer offenen liberalen Gesellschaft liegen diejenigen falsch, die sich im Sinne von PC vorschreiben lassen. Ueberwunden werden muss da also eher das eigene Mindset.

    • fabian sagt:

      Katharina, dass ausgerechnet du dir anmasst, uns zu sagen, was gut sei und was nicht. Aus dem Land der Prüderie und Doppelmoral schlechthin, aus dem Land wo etwa den Professoren an den Unis verboten wird, klassische Literatur zu thematisieren, weil Szenen darin heute nicht mehr politisch korrekt genug und zu anstössig (zu wenig prüde) seien.
      Nee, das hat uns gerade noch gefehlt, die amerikanische Prüderie und Doppelmoral.

  • Patrick sagt:

    Der erste Teil der Frage lässt absichtlich den gemeinsamen Nenner von Hippies und Loveparade unerwähnt: Drogen und andere Rauschmittel. Sicher, es gibt auch Leute, die vollkommen clean sexuell frei und ungehemmt sind, aber wie viele? Die Tatsache, dass man sich zudröhnen muss, beweist gerade, wie prüde man ist. Auf saubere Art die eigenen Hemmungen zu sprengen, verlangt viel mehr. Wie so oft im Leben sollte man bei der Frage, warum Andere so und so sind, mal ganz genau in den Spiegel schauen (Stichwort Projektion/Schatten). Die Frage sollte deshalb lauten: Wieso bin i c h so (neo)prüde?

  • Markus Schneider sagt:

    Dass solche Kolumnen von der Redaktion überhaupt abgesegnet werden und auch noch unter der Flagge „Mama Blog“ laufen, das zeigt wohl genug, wie es mit der Prüderie zumindest in diesem Medium hier wirklich bestellt ist.

    Am „sex sells“ kommt man natürlich nicht vorbei, aber bitte schön immer hübsch artig bleiben und den privaten Dreck aufbereiten lassen durch eine klinischen Psychologin, welche in England am King’s College sowie im finnischen Turku geforscht hat und seit Juli als Assistenzprofessorin an der Auckland University of Technology in Neuseeland tätig ist. Vermutlich doziert sie dort über das medial aufbereitete Sexualgebaren der Schweizer Ureinwohner.

  • Marc Winter sagt:

    „Und so versuchen wir mehr und mehr der archaischen Sexualität rational und moralisch beizukommen und ignorieren dabei deren Essenz.“ Dazu hätte ich gerne mehr gelesen. Denn ja, Sexualität und Begehren sind nichts Rationales, nichts, das sich eingrenzen und kanalisieren lässt. Es bleibt etwas Rätselhaftes um das Sexuelle, das sich Argumentationen entzieht. Und es geht auch nicht um die Tabuisierung der Sexualität in der Öffentlichkeit (was wäre heute noch tabu?), sondern darum, dass Sexualität nicht an die Öffentlichkeit gehört, weil sie mit Intimität zu tun hat, dem privaten Raum von Individuen. Davon weiss die Sexualität offenbar mehr als jene, die hier die „neue Prüderie“ beklagen.

  • Michael sagt:

    Prüde ? Eher nicht. Eher gelangweilt ! War es früher noch spannend, wenn Mann die Frau oder die Frau den Mann ausgepackt hat – sieht man heute doch nackte Männer und Frauen zu hauf in der Werbung, in Filmen und im Fernsehen. Dahin die prickelnde Erfahrung, was sich unter der Verpackung verbirgt. Zudem kommt mit dem Körperkult noch eine übersteigerte Erwartungshaltung dazu, der Mann muss mindestens ein Sixpack haben, die Frau eine mörder Oberweite. Hat man/frau das nicht zu bieten, trauen man sich schon kaum noch unter die Menschen, geschweige sucht man den Kontakt zum anderen Geschlecht.

    • Regina Probst sagt:

      Denke auch, es geht in die Richtung. Hoher ästhetischer Erwartungs- und Leistungsdruck, aber niedrige Risikobereitschaft in der verwöhnten Wohlstandsjugend. Dazu überall Porno um die Ohren geschlagen. Nicht förderlich. Dann lieber reflexhaft Gebote und Regeln. Glaube aber, das wird sich wieder einpendeln.
      Nicht dazuzählen würde ich das Engagement gegen kruden Sexismus, das sollte man trennen und nicht Prüderie nennen.

      • fabian sagt:

        es ist kein leistungsdruck, sondern der druck politisch korrekt zu sein. wer nicht mit dem kopf denkt, sondern mit dem bauch fühlt (oder gar noch mit dem penis, bewahre), hat in unserer feministisch indoktrinierten welt schon verloren.

      • Regina Probst sagt:

        Wenn mann nur immer die Feministinnen Schuld geben kann… wie langweilig langsam. Fast so langweilig wie das SVP-SP-Ping-Pong. Gehen Sie doch mal zum Aritlkel über die Dok -Sendung zu Alleinerziehnden Männer von heute in der gleichen Zeitung und schauen Sie, was ich alles dort zugunsten von Männern geschrieben habe.

      • Sabine sagt:

        Prüde sind beide Seiten: Die frustrierten Feministinnen links und die konservativen Bünzlis rechts. Sowas braucht eine offene, freie und solidarische Gesellschaft nicht.

  • Zufferey Marcel sagt:

    1) Vom Viktorianismus bis heute ist es nur ein vergleichsweise kurzer Weg. Dazwischen kam in Deutschland die FKK-Bewegung, in den frühen Sechzigern die Pille- der eigentliche Ursprung der sexuellen Revolution, was immer wieder vergessen wird- und dann noch das Internet, dass den Porno bis weit hinein in die elterlichen Wohnung (und in die Klassenzimmer vom Nachwuchs) gebracht hat.

    • Zufferey Marcel sagt:

      2) Porno ist heute Mainstream, das ist eigentlich die zweite, sexuelle Revolution: Musste man in jungen Jahren noch mühsam hinüber zum Kiosk schielen, bevor man mal ein Sexheftli gekauft hat (die Verkäuferin durfte auf gar keinen Fall zu jung und schon gar nicht zu attraktiv sein, weil man sich sonst noch mit hochrotem Kopf auch noch der Frage stellen musste, obs Heftli gerollt werden soll oder nicht ), so kann man sich heute den Sex live und anonym auf’s Handy streamen- oder Terrabiteweise am Desktop, Tablet oder Laptop Gratisfilmli- und Föteli anschauen.

      Ich denke, die Allgegenwart der sexualisierten Ästhetik bis hin zur Kunst ist das Problem. Nicht der Sex an und für sich. Wobei diese Perspektive wahrscheinlich auch altersbedingt ist.

  • Lia sagt:

    wieso wird jeder, der seine Sexualität Privatsache sein lassen und nicht jeden Gugus ausprobieren will, als prüde und verklemmt bezeichnet?

    • Marc Winter sagt:

      Genau das ist das Problem dieser Art von Diskussionen, dass viele hier nicht verstehen, dass Sexualität Privatsache ist. Sie ist nicht für die Augen Dritter bestimmt.

      • Christoph Bögli sagt:

        Wie so oft etwas schwarz und weiss. Zwischen es ungehemmt in der Öffentlichkeit treiben und alles sexuelle und körperliche krampfhaft totschweigen liegt zum Glück sehr viel. Nämlich so etwas wie ein gesundes Mittelmass. Aber eben das kommt vielen anscheinend mehr und mehr abhanden, aufgerieben irgendwo zwischen Youporn und Facebook-Nippel-Zensur, „Belfie“ (sic) und Burka..

      • tststs sagt:

        Hmmmm, der Sonntagsspaziergang ist auch Privatsache und wird trotzdem in der Öffentlichkeit gemacht… 😉
        Nein, jetzt ernsthaft, es ist ok, wenn Sie Ihre Sexualität im Verborgenen ausleben; aber dies ist nicht jedermans Sache…

    • fabian sagt:

      lia, eine liberale nicht prüde gesellschaft charakterisiert sich eben gerade durch das gegenteil: dass ich auch in der öffentlichkeit zu meinen sexuellen neigungen stehen kann. freiheit gibt es nur im öffentlichen raum, in der öffentlichkeit.

  • fabian sagt:

    „Diese «Neo-Verklemmtheit» mag unter anderem Folge des Verbotes sein, sich gegenseitig als Sexualobjekt betrachten zu dürfen. Dies wiederum scheint die Folge der als Norm gesetzten sexuellen Toleranz und Akzeptanz. Sexuelle Anziehung und sexuelle Objektifizierung sind dabei Schlüsselbegriffe: Alles ist erlaubt, nur scharf darf man nicht auf jemand anderen sein, denn das erniedrigt ihn ja zum Sexualobjekt.“

    Auf den Punkt gebracht, danke.
    Sehe ich genauso.

    • Hotel Papa sagt:

      Bingo! Den Eindruck habe ich eben auch. Wenn irgendwo jeMand einen Blick riskiert gibt es gleich einen #Aufschrei.

      • tststs sagt:

        Nein, gäbe es bei jedem Blick einen Aufschrei, könnte man Twitter bodigen…

      • Hotel Papa sagt:

        Übertreibung veranschaulicht. Es ist doch dieser Geist, der das schönst Spiel der Welt zu einem Minenfeld gemacht hat.

    • Anh Toàn sagt:

      Berühren ist verboten, Schauen erlaubt, aber auch ein noch so grosszügiger Ausschnitt rechtfertigt kein sabberndes Starren und auch kein verlogenes Schielen, darauf.

      • fabian sagt:

        anh, schauen ist in unserer freiheitlichen gesellschaft erlaubt. es gibt kein verbot, auch nicht für ’sabberndes starren‘ und ‚verlogenes schielen‘. das ist eine neo-prüde erfindung, mit dem vor allem die feministinnen hausieren gehen. damit outen sie, anh, sich als einer dieser moralapostel.

        ps. in monarchien hatte man den blick zu senken, wenn der herrscher vorbeischritt oder ritt.

      • Alpöhi sagt:

        Guter Punkt: Immer den Blick senken, wegschauen, wenn ein Rock vorbeigeht. Schöne neue Welt.

      • fabian sagt:

        vor allem versuchen die verfechter prüder moral mit so ausdrücken wie ’sabberndes starren‘ zu etablieren, dass anschauen nicht erlaubt sei, wenn der/die angeschaute es als sabberndes starren empfindet. völlig absurd für einen rechtsstaat.
        das war genau das thema der letztwöchigen feministischen aufschrei-propaganda. den freiheitlichen rechtsstaat zu beugen und anstattdessen eine prüd-feministische moral zu installieren.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Es geht vor allem darum, Misstrauen und Zwietracht (zwischen den Geschlechtern) zu säen. Alles, was auch nur schon im Entferntesten nach Identität riecht (Nationalität, Ethnie, Geschlecht, Sprache, Symbole, Zeichen, Rituale, Sitten, Gebräuche, etc.) muss konsequent beseitigt werden. Der Autoritarismus der Zukunft kommt auf leisen Sohlen daher und spricht mit gespaltener Zunge, auf das ihn niemand sofort erkennt…

  • Anh Toàn sagt:

    Eigentlich ist nicht nur die sexuelle Prüderie zurück, ich sehe eine Rückkehr des ganzen spiessigen Miefs der vor 68er. Man lebt gesund, ist gepflegt und macht Sport, was wurde aus „live fast, love hard, die Young?“. Habe mir gestern ein neues Tattoo stechen lassen, was bin ich ein wilder Revoluzzer. Es muss ja nicht mehr die Matratze auf dem Fussboden sein, aber die Wohnungen junger Erwachsener (Zukunftstraum: Ratenzahlungsvertrag für Wohnungseinrichtung und jedes Jahr neuestes Top Smartphone, vielleicht mal eine Hypo für eine Einfamilienschachtel im Grünen) erinnern mich in ihrer Spiessigkeit an das Wohnzimmer Alfred Tetzlaffs in „Ein Herz und eine Seele“. Heute ist vegan und monogam, Sex&Drugs&R’nR ist tot.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das hat effektiv was. Gerade bei jüngeren breitet sich ein seltsamer Retro-Konservatismus aus, der nicht selten schrecklich kleinbürgerlich und -geistig wirkt. Aber vermutlich ist das einfach die logische Antwort auf das überfordernde Mass an Freiheit plus die Angst vor Wohlstandsverlust. Das kleine Eigenheim und der durchtrainierte, gesunde Body als Schutzpanzer gegen die zu komplizierte Welt, gewissermassen..

    • Christoph Mathis sagt:

      Na ja, das mit dem „Live fast, love hard, die young“ ist so eine Sache. Nicht jeder ist James Dean.
      Und das „die young“ sieht auch nicht so schön aus, wenn es Wirklichkeit wird. Oder finden Sie, dass Amy Winehouse ein Vorbild ist?

    • Lichtblau sagt:

      Ach, was bin ich froh, habe ich meine Sex&Drugs&Rock’n’Roll-Phase so richtig genossen, wenn auch immer in einer Beziehung. Heute, das erste Mal im Leben in einem schüchternen Suchmodus, wünsche ich mir die Draufgänger zurück. Ich bemerke die Blicke und das Interesse, aber man(n) traut sich nicht – was natürlich auch frau verunsichert. Und so gehen womöglich Jahre ins Land …

    • Gundel sagt:

      Der Witz des Tages: Alter Hippie plädiert für „die young“.
      So sieht der wahre Spiesser aus.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Kleingeistig und kleinbürgerlich ist für mich gerade Anh Toin, der in seiner Bubble lebt. Er zitiert beständig seine alte Musik, glorifiziert die gute alte Zeit und kann die heutige Generation weder verstehen, noch ihr etwas gutes abgewinnen.
      Die konservative Seele in Reinkultur.

      Jetzt hat er mit seinem „die young“ Statement wirklich den Vogel abgeschossen. Er selbst ist alt geworden und will bestimmt nicht, dass seine Kinder mit 25 an einer Überdosis oder Alkoholvergiftung sterben. Wie nennt man das doch gleich? „Wasser predigen und selbst Wein trinken“? Er wer tut das nochmals? Beginnen die nicht mit einem H gefolgt von einem e u und dann ein ch und zum Schluss ein ler?

    • Anh Toàn sagt:

      Ich sehe eine Rückkehr des Konservatismus, ich werde versuchen, die in unserem Kind vorhandene Neugier und Gestaltungswillen und Vertrauen zu fördern, statt Angst und Anpassertum in dieses zu pflanzen. Wenn er trotzt, freue ich mich, dass er Persönlichkeit entwickelt, wenn er lügt, zeigt er Kreativität. Damit er nicht endet wie Amy Winehouse, werde ich versuchen, ihm aufzuhelfen, wenn er auf die Nase fällt, ihn zu trösten.

      Die Jugend von heute sampelt ja noch immer die Musik meiner Generation, (Sugar Hill Gang, Rappers Delight oder Clash Magnificient 7) oder landet wieder bei Lederhose und Helene Fischer.

      Ich hatte Glück, habe es verpasst, jung zu sterben, aber mich aufgespart fürs Alter, habe ich mich noch nie. Sonst hätte ich schon lange mit Rauchen aufgehört.

    • Anh Toàn sagt:

      Die gute alte Hippiezeit, gab es nie. Hippie oder Beatle waren Schimpfwort für die grosse Mehrheit. Du kannst sagen, ich sei ein Träumer, aber der Einzige bin ich nicht, beschrieb John Lennon. Und vielleicht war ja die ganze gesellschaftliche Revolution immer nur Attitüde (Wir sind nur dabei wegen dem Geld), endet doch die Revolutionshymne der Stones mit:

      Was kann ein armer Junge tun,
      ausser in einer R’n’R Band singen
      In einer Schlafvorstadt ist kein Platz
      für einen Strassenkämpfer.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sie rauchen! Jes es – nei aber auch. Das ist ja extem revolutionär. Nur, die „Spiesser“ der 50er die haben ja auch schon geraucht. Also was unterscheidet sie von diesen?
        Sie sind so konservativ wie man nur sein kann Anh Toin, sie hören nur ihre alte Musik und können mit der neuen nichts mehr anfangen, eben gerade wie die Spiesser von damals.
        Allein ihre Lebensweise und Weltschau halten sie für die richtige, eben gerade wie die Spiesser von damals.
        Heute wimmelt es von Neugier und Gestaltungswillen. Noch nie wurde die Welt so stark verändert wie gerade heute. Junge Menschen verwirklichen mit ihren Erfindungen heute, wovon andere geträumt haben. Aber sie können das nicht sehen, weil sie in ihrer kleinen Bubble leben.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Und sehen sie: sie wollen nicht dass ihr Kind young stirbt, wie Janis und Jimmie (oder Curt und Amy) Also was soll dann diese Parole? Ein Kind das getröstet ist, wird es dann eben auch nicht mehr nötig haben, sich diese Parole auf die Fahne zu schreiben. Sind wir doch froh, dass die Kinder heute nicht mehr mit dieser selbstzerstörerischen Wut im Bauch aufwachsen.

        Hören sie endlich mal neue Musik. Von Menschen die in der jetzigen Zeit leben. RnR ist überhaupt nicht tot. Er hat sich weiterentwickelt. Wir haben dazu gelernt, seit damals. Und einiges ist besser geworden. Viel besser sogar.

      • Anh Toàn sagt:

        „Man soll sich korrekt ernähren/benehmen/bewegen, weil das mutmasslich das Leben verlängere, egal welche Qualität ein solcherart extendiertes Dasein dann (noch) aufweist. “ schreibt dr Philipp Tingler im Blog Mag unter Gesundheit als moralische Aufgabe. Er erkennt in den Kalorien- und Schrittzählern Instrumente der guten alten protestantischen Tradition der Selbstoptimierung. Was Raucher heute zu Rauchern der 50-70er unterscheidet: Heute ist Rauchen unmoralisch, Gesundheit ist eine moralische Aufgabe.

  • Jane Bissig sagt:

    Also ich war damals noch nicht dabei. Aber bon, ich übernehme die Sippenhaft mit Stolz und Ehre!

  • dr house sagt:

    gottseidank, liebe autorin, geben sie selber zu, dass sie die woodstock-zeiten nicht selber erlebt haben! denn sie erzählen schon im ersten satz einen blödsinn. wegen ein paar wenigen personen, die unter hunderttausenden nackt waren, rannten noch lange nicht alle nackt rum.
    man war damals freizügiger, im blick auf das was vorher war, doch was nachher kam und was heute ist, kann man es schon als kinderkram bezeichnen. schöne grüsse von einer, die dabei war (leider nicht in woodstock), aber in jener sagenhaften zeit!

  • 13 sagt:

    /2 Lohn offenlegen? Grosses Tabu. Schwangerschaft ja nicht vor der 12. Woche preisgeben und auch dann keinesfalls das Geschlecht oder gar Namen verraten. Mit Kindern in den Zug oder das Restaurant? Ja nicht, es könnte jemanden stören. Schwiegermutter, die einen Tipp gibt? Horrorvorstellung. Fremder streicht Kind über den Kopf? Geht gar nicht. Und vor Kurzem ja hier gelesen: unser Familienmodell gebe ich nicht preis.
    Ich will nicht werten, aber das ist nun mal die Grundlage. Und selbstverständlich in eine Gesellschaft, die sehr auf ihre Privatsphäre achtet auch punkto Sexualität nicht super offen. Das wäre ja auch irgendwie komisch. Und darum gilt eine Frau ansprechen oder ihr ein Kompliment machen schon fast als Verbrechen. Nur deshalb, nicht wegen der bösen Feministinnen…

  • Res. W. sagt:

    Sicher spielt auch eine Rolle, dass wie in den USA gewaltige Wirtschaftsinteressen dahinter stehen: je mehr es gelingt, die Sexualität in der Öffentlichkeit zu verdrängen und verpönen, umso mehr Gewinn kann damit gemacht werden, dass die oftmals gleichen Kreise dasselbe (meist noch in gesteigerter/expliziterer Form) gegen teures Geld im Internet, TV, Läden und XXX-Kinos anbieten ! Nichts anderes als die übliche Doppelmoral einer heuchlerischen Clique.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das ist sicher ein wesentlicher Aspekt. Dazu kommt die Vermenschlichung von Politik, wie man am Beispiel Trump sieht.

      In Mangelgesellschaften ist wichtig, was man macht, im Überfluss eher, was man nicht macht. Vermeidungsstrategien stehen im Vordergrund. Richter und Politiker möchten vor allem keine Fehler machen.

      Richtig ist aber auch, was RoXY und tststs u. a. weiter unten sagen. Es gibt lokal auch ganz gegenläufige Tendenzen. Die globale Prüderie ist wirtschaftlich und politisch organisiert, die lokale ist mehr zufällig verteilt.

    • Sven Örensohn sagt:

      Appropos Doppelmoral der Schweizer, Sexualkunde für 4-Jährige Mädchen, aber das Prostituionsalter wurde in der selben Zeit von 16 auf 18 Jahre erhöht. Es sind ja gerade die Linken die Prostitution und andere Sachen verbieten wollen, die selben werfen den US-Bürgern Doppelmoral vor. Den Gutmenschen verdanken wir auch die Kondome in den Pornofilmen. Wer hier Prüde ist frage ich mich wirklich.

      • Christoph Bögli sagt:

        Prostitution wird dort aber nicht wirklich wegen Prüderie kritisch gesehen, sondern aufgrund der oft kriminellen und menschenverachtenden Zustände. So zu tun als ginge es bei Prostitution alleine um fröhliche, selbstbestimmte Sexualität, ist darum auch mehr als naiv.

        Richtig ist allerdings auch, dass sich in der wie auch anderen Fragen oft eine seltsame, unheilige Allianz bildet zwischen prüden Konservativen, gutmeinenden Weltverbesserern und feministischen Ideologen..

  • Lilu sagt:

    Das prüde fängt ja dort an, wo 4 jährige Mädchen nicht mehr oben-ohne in der Badi herumrennen können. Man sieht wirlich praktisch kein nackiges Kleinkind mehr und geschweige kleine Mädels oben ohne. Für mich ist das prüd, nicht das verwerfen eines Bikinioberteil für Kleinkinder.

    • Christoph Bögli sagt:

      Aber ist das wirklich Prüderie (im klassischen Sinne)? Würde man Kleinkindern dann nicht wenn schon einfach ein Kleid (oder ein Burkini..) überstülpen statt ein stark sexualisiertes Kleidungsstück wie das Bikini?

      Darum andere Hypothese: Mir scheinen das eher Auswüchse einer generellen Überbehütung und regelrechten Panik vor allen möglichen (eingebildeten) Gefahren. Die Vorstellung, dass Kinder nicht mehr öffentlich nackt sein sollen, hat jedenfalls ihren Ursprung u.a. darin, dass vermeintlich an jeder Ecke ein böser Pädokrimineller lauert, bewaffnet mit Smartphone-Kamera oder Schlimmerem. Also gleiche Kategorie wie der Umstand, dass Kinder heute oft nicht mal mehr 1km zu Fuss in die Schule gehen können, sondern zwingend das elterliche SUV-Taxi brauchen..

      • Christoph Mathis sagt:

        Es ist schon eine Art der Prüderie: Dass Pädophile Fotos machen könnten, ist der Ausgangspunkt dafür, dass es generell nicht mehr gern gesehen wird, dass Kinder nackt rumlaufen. Die Begründung ist schein-rational, in Wahrheit ist es eine diffuse Ablehnung von Nacktheit.
        Und einen Bikini tragen auch Frauen, die sich nicht als Sexobjekte sehen. Nach Ihrer Logik müssten für alle Frauen Badeanzüge vorgeschrieben sein.

      • Christoph Bögli sagt:

        Was sich Frauen überlegen, wenn sie einen Bikini anziehen, kann ich natürlich nicht beurteilen. Dass der Bikini aber kulturhistorisch wie designtechnisch eine eindeutig sexualisierte Konnotation hat ist hingegen eine banale Tatsache, und daran ändert sich auch nichts, wenn eine bestimmte Person beim Bikini-Tragen nicht explizit solche Motive hat. Im übrigen war ja der Bikini deswegen auch bis in die 60er geradezu skandalös und mancherorts verboten, aber das nur so am Rande.

        Insofern ist es schon paradox, dass man einerseits bei Kindern derart Angst hat vor Nackheit und deren vermeintlich sexuellen Komponente, gleichzeitig ihnen aber ein Kleidungsstück anzieht, das explizit in sexualisierter Weise die weiblichen Merkmale betonen sollen (obwohl gar nicht vorhanden)..

      • Reincarnation of XY sagt:

        das eine schliesst ja das andere nicht aus:
        weil eine Stimmung herrscht, wie das Bögli beschreibt, wirkt sich das auch auf die Sexualität und die Nacktheit aus und resultiert in einer neuen Prüderie – (was das angeht)

  • Jean-Jacques sagt:

    Woodstock war ein einmaliges Ereignis und konnte bekanntlich nicht wiederholt werden. In Bezug Euphorie, Enthusiasmus. (Singularität eben). Ausserdem betraf das diese 300’000-400’000 Personen – und in Bezug auf Sexualität längst nicht alle. Was aber ev. heutzutage abhanden gekommen ist, wäre die Spontanität. Es einfach gehen lassen – Ausgang immer offen. Improvisieren können. Heutzutage will alles geplant, und möglichst noch psychologisch/ soziologisch durchgedacht sein. Dieses Vergeistigte verkrampft nur, und verhindert jede Spontanität.

  • tststs sagt:

    Sorry, in aller Deutlichkeit: Selten so ein Geschwurbel gelesen. Da werden Dinge durcheinander geworfen und vermischt, dass ich bei jedem zweiten Satz die Augen rollen muss und bei jedem fünften die Hände verwerfen.
    1) Wir sind nicht prüder. Der Schweizer neigt per se dazu, seine Sexualität (nein, nicht „sexy Aussehen“, sondern wirklich seine sexuelle Neigungen) nicht waaaahnsinnig offen zu zeigen. Aber wehe, der Vorhang ist gefallen (resp. die Vorhänge gezogen), dann gehts aber sowas von ab…
    2) Toleriert und sogar akzeptiert wird doch einiges mehr als noch vor 50 Jahren.

    • tststs sagt:

      3) „Diese «Neo-Verklemmtheit» mag unter anderem Folge des Verbotes sein, sich gegenseitig als Sexualobjekt betrachten zu dürfen.“ Welches Verbot? Die Gedanken sind immer noch frei (nur das Handeln ist eingeschränkt)
      4) „Alles ist erlaubt, nur scharf darf man nicht auf jemand anderen sein, denn das erniedrigt ihn ja zum Sexualobjekt.“ Ernsthaft? E-R-N-S-T-haft? Ist es wirklich so schwer zu verstehen, dass das was für den eigenen Partner gilt (ja sogar erwünscht ist), nicht für alle Menschen gilt? Ist es wirklich soooo schwer zu verstehen, dass es so etwas wie ein „Situationshandeln“ gibt?!?

    • Urs M. sagt:

      @tsts, die linke partei (JUSO) schon vergessen, die ernsthaft eine begrenzung der stellungswechsel in pornos gefordert hat? ein teil der gesellschaft ist extrem prüde.

      • tststs sagt:

        @Urs
        Da kann ich nur sagen: SORRY.
        Sorry Nr. 1: kann ich nicht mitreden, habe ich nicht mitbekommen
        Sorry Nr. 2: was irgendeine Dorfselektion irgeneiner Partei sagt, muss ich nicht gerade zum in Stein gemeisselten Gotteswort erheben; da hilft die Taktik Göschene-Airolo…

      • tststs sagt:

        Und auch hier, irgendwie doch ein schlechtes Beispiel für Prüderie, oder?
        Prüderie würde doch wohl den Porno gleich ganz verbieten…
        Das ist dann schon eher ein Fall von Verkehrsregelung 🙂 Muhahaha

  • Regina Probst sagt:

    Einiges war bei den 68ern offener, unbefangener, anderes nicht. Ich habe die 70er geschätzt. Wir haben wirklich oft nackt gebadet, „Oben ohne war auch in Freibädern üblich. Das war natürlich unbefangener möglich, weil nicht überall diese Übersexualisiertheit. Sicher haben wir damit auch männliche Gelüste öfters arg in Nöte gebracht. Doch die Offenheit gegenüber Sexualität wie heute war trotzdem noch nicht gleich gross. Warum führt es nun nicht zu mehr Unbefangenheit? Zum Einen ist wirklich bald alles sexualisiert. Zum Anderen sind es aber nicht einfach die Feministinnen, sondern die meisten Mittelschichtsfrauen und -männer, die schlicht nichts mehr riskieren, da noch nie im Leben was riskiert. Neurotisch. Damit ist natürlich nicht riskantes Sexverhalten gemeint, nur lockeres, lustvolles.

  • Frank sagt:

    Feminismus und Prüderie gehen Hand in Hand.
    Bild einer nackten Frau in der Öffentlichkeit: Aufschrei, weil sexistisch.
    Pornographie mit nackten Frauen: Aufschrei.
    Sogar: Mann schaut Frau auf der Strasse nach: Aufschrei, Sexismus.
    etc.
    Da haben sich die Konservativen und die Feministinnen gefunden und gehen Hand in Hand. Political Correctness at its best.
    Lesenswert dazu:
    http://www.nzz.ch/meinung/political-correctness-in-den-usa-hexenjagd-auf-dem-campus-ld.90416

    • Urs M. sagt:

      sehe das genauso: die verklemmtheit und moralische bevormundung kommt von rechts und links aussen. man musste nur diese hysterischen medienbeiträge kürzlich von feministischen journalistinnen lesen, die sich echauffierten, dass männer beim anblick einer frau überhaupt an sex denken zu wagen.

    • tststs sagt:

      @Frank: Sie würden besser einmal zuhören, anstatt sich blindlings zu echauffieren, dann würden Sie gewisse Begriffe/Zusammenhänge auch korrekt erkennen.

      @Urs: Können Sie besagte Artikel verlinken, bitte? (Ich lese nur die Standartmedien, dort finden sich solche Artikel leider nicht)

      • Urs M. sagt:

        @tsts, wenn sie tagi online lesen, dann sind das auf der titelseite jeweils die artikeI ‚analysen und kommentare‘. lesen die paar artikel von binswange r der letzten wochen.

      • tststs sagt:

        Ich habe sicherlich nicht alle Artikel von Fr. B. gelesen (aber die meisten). Dementsprechend ist mir auch entgangen, dass „sich echauffierten, dass männer beim anblick einer frau überhaupt an sex denken zu wagen.“
        Ganz allgemein finde ich Fr. B. eh ein schlechtes Beispiel für eine männerhassende Feministin. Ja, sie schreibt zu Frauenthemen, ja sie zeigt Nachwehen des Patriarchats auf, aber sie nimmt auch die Frauen in die Pflicht!

      • Malena sagt:

        m bins wanger kann denken und schreiben. ihre artikel sind deswegen aber nicht ausgewogener oder konstruktiver. die meisten ihrer texte befeuern gezielt den geschlechterkampf, manchmal subtil tendenziös und manchmal plump („hört auf zu flennen ihr memmen“). andere standpunkte runterputzen oder lächerlich machen ist kein guter stil, sondern geht in richtung bullying und zerstört wohlwollen. ich wünschte mir sie würde ihr schreibtalent für konstruktivere beiträge und weniger zur eigenen frustbewältigung und befriedigung ihrer angriffslust (?) einsetzen.

      • Martin Frey sagt:

        @Malena: Bin nicht sicher ob ich mich richtig erinnere, aber hat nicht besagte Fr. Binswanger sich erst neulich in einem Beitrag über Qualitätskriterien im Journalismus ausgelassen, und sich dabei beklagt, dass dieser zuwenig Würdigung findet? 🙂

    • Sven Örensohn sagt:

      Wobei das ganze doch nicht bei den Konservativen liegt, viel eher das sich die Gesellschaft Ideologisch verrant hat und es Hauptsächlich die Linke ist, welche die Themen anprangert. Das Pornographie und Prostitution verboten werden soll, liegt doch an der Sache, alle Politikerinnen die Feministinnen sind, sind nicht wirklich schön. Was tut Frau/Feministin folglich um sich ins Zentrum zurücken, richtig Pornos/Prostituion verbieten. Und Männer die hübschen Frauen nach Pfeiffen müssen bestraft werden. Passend dazu gab es den Aufschrei in Bern kürzlich wo uns Politikerinnen ihre übergriffe schilderten. Da merkte man schnell, das sich Männer nicht für diese Art Frauen interessieren.

  • linus sagt:

    Die Autorin, ich und alle anderen in diesem Alter gehören zur Generation AIDS.
    An den Schulen, im Fernsehen und zuhause hat man tagtäglich mitbekommen, wie gefährlich Sex sei. Ansteckungsgefahren lauerten überall. Intime Szenen wurden zuerst nach Übertragungsrisiko durchleuchtet. Schreckliche Bilder von Berühmten und von Unbekannten wurden durch die Medienlandschaften gereicht.
    Diese Hirnwäsche hat sicher viele Menschen vor Aids bewahrt. Zum Glück. Aber die Kombination Sex=Krankheit=Tod geistert noch immer in den Köpfen dieser Generation. So wie in früheren Zeiten Sex=Sünde=Tod.
    Wahrlich keine gute Voraussetzung, sich frei den sexuellen Lüsten hinzugeben.

    • Susi sagt:

      Sehr interessante Überlegung! Das hat schon was, ich glaube auch, dass mich diese Angst ein Stück weit geprägt hat. Unsere Generation hat auch heute noch riesigen Respekt vor HIV, obwohl die Zahl der Ansteckungen in der Schweiz sehr klein geworden ist.
      Anscheinend gehen jüngere Menschen sehr viel lockerer mit (Selbst-)Schutz vor HIV um.

    • Ladybird sagt:

      Bestens auf den Punkt gebracht!
      Genauso empfinde ich es als zu dieser Generation gehörend ebenfalls. Deshalb der damalige Fokus auf Exklusivität bzw. Treue zum Partner und damit einhergehend logischerweise keine Ausschweifung mit sexuellen Abenteuern.

      • tststs sagt:

        Ähhhh, ich habe es genau andersrum erlebt:
        Es wurde offen über Sex und die verschiedenen Praktiken geredet, wertungsfrei.
        Aber man solle dabei bitte einen Gummi benutzen, besonders bei wechselnden Partnern…

    • Martin Frey sagt:

      Absolut richtige Ueberlegung, linus. Es war wohl eine ganze Generation die damals in sexuelle Schockstarre verfiel. Die damalige HIV-Kampagne war gut, aber die unzähligen Bilder der mehr und weniger prominenten Leute die mitten unter uns plötzlich wegstarben, haben mehr geprägt als jede Präventionskampagne das je tun kann. Diese Assoziation ist kaum aus den damals jungen Köpfen zu kriegen, obwohl heutzutage in Subkulturen eher wieder ein gegenläufiger Trend herrscht.

    • Urs M. sagt:

      linus, dafür gibts präservative.
      eine etwas einfache ausrede, prüderie schönzureden.

    • Hansli sagt:

      @tststs & Urs. M
      Es gab eine Zeit ein bisschen früher, da wusste man nur lückenhaft den Übertragungsweg. Man hatte keine Ahnung ob Präservative genügen. Die Angst hat da effektiv eine Generation geprägt.

      • tststs sagt:

        @Hansli

        Sie meinen so, wie vorher hunderte (!) Generationen gepägt waren von der Angst, ungewollt schwanger zu werden…
        Hat die Menschheit auch nicht abgehalten… 😉

      • Hansli sagt:

        @tststs Nur starb man dabei. Im Umfeld meiner Eltern starben daran mehrere Personen. Bei mir hat das als Jugendlicher real erlebte sterben Spuren hinterlassen.

      • tststs sagt:

        Ähm, Hansli; es ist absolut i.O. wenn das Ganze einen bei Ihnen einen negativen Geschmack hatte;
        meine Erfahrung (und Prägung) war und bleibt aber: Sex ist eine tolle Sache; tu‘, was Du willst; aber tu‘ es verantwortungsvoll!

      • Susi sagt:

        @tststs: „tu, was du willst“ wurde eben damals noch nicht so locker dahergesagt. Man wusste Mitte der 80er noch nicht genau, ob man sich z.B. über Sperma an den Fingern (aufgrund kleiner Hautverletzungen) anstecken konnte. Man fragte sich, wie gefährlich Oralsex war; (waren Lusttropfen schon ansteckend?). Es herrschte eine sehr grosse Verunsicherung . Ich gehe mal davon aus, dass Sie dann noch nicht sexuell aktiv waren, wahrscheinlich sind Sie 10-15 Jahre jünger als ich. Und das ist ein gewaltiger Unterschied bezüglich der HIV-Aufklärung.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Susi, Mitte der 80’er war ich Mitglied der ersten gesamtdeutschen AIDS- Kommission. Da kannten wir längst alle Übertragungswege von AIDS. Die HI- Virologie war in groben Zügen fertig.

        Die Teilepidemie durch Blutkonserven war beendet, der Ursprung des Virus eingekreist. Entweder hat sich das in der Bevölkerung nicht herum gesprochen oder die ist den Boulevardmedien auf den Leim gegangen.

      • tststs sagt:

        Natürlich spreche ich nicht von den Anfangszeiten, als HIV entdeckt wurde (Stichwort: GRID und andere Fehlleistungen).
        Ich denke dabei vor allem an die STOP-AIDS Kampagne (die auch bei uns in der Schule vorbeikam). Und in diesen Kampagnen war Sex immer positiv besetzt. Als Schwule noch ein Thema waren (1994) wurde es in der Kampagne bereits als Usus umgesetzt (http://www.aids.ch/de/bildstrecken/stop-aids-plakate.php)
        Aber wie gesagt, ist/war meine Wahrnehmung der Dinge!

      • Susi sagt:

        @ML: „Mitte der 80’er war ich Mitglied der ersten gesamtdeutschen AIDS- Kommission. Da kannten wir längst alle Übertragungswege von AIDS.“

        Ich bekam aber nie klare Antworten auf meine Fragen, auch nicht von Ärzten. Höchstens ein „Ansteckungsrisiko bei Sperma auf Händen sehr gering“, oder „Wenn eine Verletzung brennt, wenn man mit Zitronensaft drüber geht, ist theoretisch auch eine Ansteckung möglich“.

    • Regina Probst sagt:

      Nein, das allein macht es nicht aus. Bis in die 60er gab es die ständige Angst, schwanger zu werden, und natürlich jede Menge andere Geschlechtskrankheiten als HIV. Die um die 40 Jährigen und jünger sind einfach extrem ängstlich und haben auch eine gewisse Erdung im Physischen, auch im nicht so ästhetischen, nicht so wohlriechenden Teil verloren. Körperlich ist nur noch reine Ästhetik, alles andere muss weg, sogar die Schamhaare. Langsam alles ein Bisschen zu virtuell;-)) eben neurotisch.

      • Susi sagt:

        „Sogar die Schamhaare“.
        „sogar“??
        Das gehört doch einfach zur Körperpflege! (Oder aber man will ein politisches Statement machen, indem man sich als Wurzelfreddy präsentiert.)
        😀

      • tststs sagt:

        Haha!
        Neo-Erotik=Neurotik?
        🙂

      • tststs sagt:

        Also Susi, „Pflege“ würde heissen, den Höörli eine wöchentliche Haarkur zu verpassen.
        Manicure heisst ja auch, die Nägel „verschönern“ und nicht die Nägel ausreissen 😉

      • Regina Probst sagt:

        Tja, bis vor 25 Jahren waren dann praktisch alle Frauen noch „Wurzelfreddys“… Damals galten diejenigen, die sich die Schamhaare ganz rasierten noch als gestörte Freaks.
        Bis ich gut 40 Jahre alt war, gehörte in der öffentlichen Diskussion zur Schamhaarpflege die Bikinizone und sonst nichts. Und wir rochen genauso gut und pflegten uns genug. Hatten aber kaum Allergien und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Schamlippen zu gross sein könnten, oder sonst dort was falsch sein könnte.

      • Susi sagt:

        tststs: Aber ich rede ja nicht von Schamhaarpflege, sondern von Körperpflege, hahaha! (Genau, Conditioner unter die Arme und dann in die Sauna, damit er gut wirken kann…)

        @Regina: Ja, aus heutiger Sicht schon! Ich bin übrigens bald 46, ich habe also beides miterlebt. Rasieren finde ich soooo viel besser, aus ganz vielen verschiedenen Gründen. 😉

      • dres sagt:

        Keine Panik, Regina. Eine rasierte Frau würde mir nie ins Haus kommen. Es haben durchaus nicht alle Männer Lust auf Geschlechtsteile, die – vielleicht abgesehen von der Grösse – aussehen wie jene einer Vierjährigen…

      • Susi sagt:

        @dres: „Eine rasierte Frau würde mir nie ins Haus kommen.“

        Ich stelle mir Sie grad so zu Single-Zeiten vor: „Ok, bevor wir zu mir gehen, noch eine Frage: Bist du rasiert? Eine Rasierte kommt mir eben nie ins Haus, da müssten wir zu dir…“
        🙂

        P.S. Niemand hat Panik, alles ist gut!

      • dres sagt:

        @Susi. Genau so ging das zu meinen Singlezeiten. Diese Frage wurde vor dem ersten Drink geklärt. Bzw. in den 80ern und 90ern musste man diese Frage zum Glück kaum stellen… Dieses Phänomen tauchte erst mit der neuen Prüderie auf 😉

      • Susi sagt:

        Vor dem ersten Drink, hahaha! (Genau, ich dann auch gleich die Präferenzen klären: „Ok no ä zweiti Frag, bisch du lieber obä oder unä? Will weisch, Frauä wo lieber obä/unä sind, chömedmer nöd is Huus!“)

        Ach, was Sie nicht alles verpassen mit dieser Selektion! 😉

      • Regina Probst sagt:

        Ich überlege und überlege, was soooo viel besser sein könnte an rasierten Schamhaaren. Der Sex? Die Hygiene??
        Es ist wahrscheinlicher, dass Sie es sich einfach so gewohnt sind, dass Sie es sich nicht mehr anders vorstellen können.
        Das kann ich nachvollziehen, z.B. ging es wohl den meisten Frauen so mit der Achselhöhlebehaarung. Bis anfangs 80er tat das kaum jemand. Aber seither hat es sich so machtvoll etabliert, dass ich es mir auch bei mir nicht mehr anders vorstellen kann. Kultur prägt uns halt schon bis ins Innerste. Übrigens den Sex auch und dessen Rituale. Hab z.B. nie begriffen, warum ich unweiblich sein soll, wenn ich die Initiative ergriffen habe. Ich wollte doch nur zeigen, was ich möchte. Heute dürften das die jungen Frauen, bestehen aber wieder auf „Man first“.

      • dres sagt:

        Genau so geht das im richtigen Leben, Susi. Haben Sie etwa keine solchen Kriterien? So, Zeit fürs Apéro…

      • Susi sagt:

        @Rahel: Ja, ich finde den Sex besser. (Probieren Sie’s aus!)

        @dres: Auf jeden Fall keine solchen Kriterien, welche einen Grossteil betreffen. Präferenzen hat wohl jede/r (ich mag z.B. Muskeln, Wuschelhaare, Bartstoppeln, Grübchen), aber Killerkriterien, nein, das finde ich sehr rigide.

      • Regina Probst sagt:

        Danke für den Tipp, ist mir zuviel Arbeit und stachelig nach kurzer Zeit und die Haut dort zu empfindlich. Gibt genug gute andere Mittelchen und Tricks. Und das wirkungsvollste ist sowieso eine gute Phantasie (wissen, was einen antörnt) und manchmal ein Mann;-))

      • Susi sagt:

        Das eine schliesst das andere ja nicht aus.
        „Und manchmal ein Mann“, jaaa, und was die Präferenzen betrifft, gibt es ja auch Männer, die diesbezüglich flexibel sind!

      • Regina Probst sagt:

        Es gibt auch noch eine dritte Möglichkeit. Locker und praktisch.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Denke, die Frage wurde gut beantwortet
    Wie fast immer, sind die, die von den „guten alten Zeiten“ (Woodstock) reden, damals selbst gar nicht dabei gewesen. Und meistens hat jede Zeit und Sache mindestens 2 Gesichter.
    Wo mir diese neue „nur nicht nackt“-Einstellung auffällt, ist im Hallenbad. Wir lernten noch in der Schule, dass man selbstverständlich nackt duscht. Heute duschen alle mit Badehosen. Kleine Kinder waren früher öfters mal nackt in der Badi, heute ist das unmöglich.
    Und ja, es gibt eine unheilige Allianz zwischen religiös konservativen und den politisch-korrekten-„Progressiven“, welche ein verklemmtes Klima fördern. Allerdings wird vieles wohl auch in den Medien aufgebauscht. Im Alltag erlebt man vieles weit entspannter.

    • Susi sagt:

      Ich erlebe es anders: Sowohl im Hallenbad City als auch im Hallenbad Oerlikon wird nackt geduscht, in Oerlikon zieht man sich in der gemischten Familiengardeobe um. Auch die Saunas in den Fitnessclubs sind gemischt. Empfinde alles immer als sehr entspannt!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Danke für den Hinweis, Susi. In unserer Region ist es nicht so. Das wiederum zeigt, dass jede Zeit und Sache wohl immer mindestens 2 Gesichter hat.
        Wenn schon in der kleinen Schweiz, im gleichen Jahr es in 2 Städten ganz unterschiedlich läuft… dann ist es immer gefährlich, wenn man behauptet „früher war es so“ und „heute ist es so“.

      • Christoph Bögli sagt:

        Da gibts effektiv grosse regionale bzw. örtliche Unterschiede. Teilweise wohl auch aufgrund unmittelbarer Gruppendynamik. Wenn alle in Badehose unter der Dusche stehen, wollen wohl die wenigsten nackt aus der Reihe tanzen.

        So oder so muss ich sagen, dass die Schweiz diesbezüglich überraschend locker ist. Fast überall – ausser ein paar Ausnahmen wie den nordischen Ländern oder Japan – ist man in der Frage wesentlich verklemmter. Erzähle ich englischen oder amerikanischen Freunden etwa, dass man in der Schweiz nach dem Sport gemeinsam nackt duscht oder nackt in die Sauna geht, kriegen die meist einen halben Herzinfarkt..

      • tststs sagt:

        Wobei man, Hr. Bögli, nicht unbedingt so weit gehen muss. Ich benutze jeweils auch die Familiengarderobe in den Citybädern, und wir ziehen uns dort vor den anderen um. Man kann aber immer wieder beobachten, wenn jemand zum ersten Mal in der Familiengarderobe ist und realisiert, dass dort geblüttelt wird. Die meisten machen dann mit, einige gehen lieber in die Kabinen… 🙂

    • Michael sagt:

      So habe ich das auch noch gelernt ! Aber die Welt hat sich in dieser Beziehung leider zum Schlechten entwickelt ! Auch früher wurden wir vor den sog. Mitschnackern gewarnt, die sich gerne mal an kleinen Kindern vergangen haben. Aber das war viel viel seltener als es heute der Fall zu sein scheint. So sollten Urlaubsfotos mit nackten Kleinkindern tunlichst nicht auf der FB Seite gepostet werden. Dank meiner frühen Geburt habe ich – make love not war – voll auskosten können. Das würde ich der heutigen Jugend auch gönnen.

    • Petra Vonlanthen sagt:

      Apropos Hallenbad:
      Bei uns ist es üblich, dass Mütter/Frauen in die Jungengarderobe gehen, um nach dem Schwimmunterricht (2. Kindergarten bis 6. Klasse) beim anziehen oder was auch immer zu helfen – war selber noch nie in der Jungengarderobe dabei.
      Wir haben uns gerade gestern gefragt: Frauen bei den Jungen scheint völlig in Ordnung. Was wäre aber wenn ein Vater/Mann in die Mädchengarderobe helfen ginge?
      Ist das Prüderie oder Angstmacherei?

      • tststs sagt:

        Der männliche Klassenlehrer eines meiner Göttikinder (8jährig) geht in die gemischte Kabine um zu helfen.
        Geht also…

      • Martin Frey sagt:

        Die Antwort ist ganz klar, Fr. Vonlanthen. Mütter/Frauen in Jungengarderoben, das ist nicht ok. Eigentlich genauso wenig wie Frauen auf Männerklos. Auch wenn sich dies viele Frauen mit grösster Selbstverständlichkeit herausnehmen, und etwaige Einwände gerne ungnädig vom Tisch wischen.
        Auch da, das hat mit Prüderei nichts zu tun, lediglich mit dem Respekt vor der Privat- und Intimsphäre, den man für sich auch einfordert.

      • tststs sagt:

        @M.F. Ich glaube Fr. Vonlanthen ging es um die Fälle, wo die Kinder noch Unterstützung brauchen (und nicht der giggelnde Hühnerhaufen, der an der Fasnacht das Männerklo besetzt und sich dabei waaahnsinnig emanzipiert vorkommt…)

      • tststs sagt:

        Aber ansonsten bin ich bei Ihnen; solange die Jungs noch Hilfe brauchen, kommen sie mit mir aufs Damenklo; gehts selbstständig warte ich vor dem Herrenklo.

        Was halten Sie von der Idee, nur noch Unisex-Toiletten zu machen? Zu befürwortende Entprüderisierungsmassnahme oder wieder so ein Gender-Sch****?

      • Susi sagt:

        An unserer Schule (inkl. Kindergarten) haben Erwachsene generell nichts in Kindergarderoben zu suchen. Die Kinder können sich allein umziehen, wenn man sie lässt; sie helfen einander dann gegenseitig.

      • Martin Frey sagt:

        „solange die Jungs noch Hilfe brauchen, kommen sie mit mir aufs Damenklo; gehts selbstständig warte ich vor dem Herrenklo.“

        Genau. Soll so es sein, dito für Mädchen im umgekehrten Fall. Damit ist eigentlich alles gesagt, tststs. Nur wird es oft nicht so gehandhabt. Seitens der Mütter. Machen Sie als Vater das umgekehrte, werden Sie geteert und gefedert, von denselben Leuten notabene.
        Wenn Lehrpersonen mit gemischten Klassen ins Turnen oder Schwimmen gehen, dann ist das etwas anderes. Aber auch da erwarte ich, dass man mit der nötigen Rücksichtsnahme vorgeht.

      • Jane Bissig sagt:

        Ich würde mich schon weigern, aufs Männerklo zu gehen, weils bei den Frauen meistens sauberer ist.

      • Martin Frey sagt:

        „Ich würde mich schon weigern, aufs Männerklo zu gehen, weils bei den Frauen meistens sauberer ist.“
        Ist es nicht, Fr. Bissig. Zumindest gemäss Aussagen der Personen, die das wissen müssen.

      • Petra Vonlanthen sagt:

        Zu den Kommentaren:
        1. Ich finde, dass ein Kind ab dem 2. Kindergartenjahr allgemein in der Lage ist sich alleine umzuziehen.
        Manchmal geht es lang (die warme Dusche am Schluss wiederholt geniessen), manchmal zu kurz (nicht getrocknete Haare). Dies ist für mich aber kein Grund in der Garderobe nachzusehen, so lernt das Kind nie Selbständigkeit.
        Wenn sie mit der Kindergarten- oder Schulklasse schwimmen gehen, finde ich es iO, wenn der Klassenlehrer/in nachschaut wenn es noch junge Kinder sind.
        2. Toiletten mit unselbständigen Kindern da wo das begleitende Elternteil hingehört, danach allein, wo das Kind hingehört.
        Aber: Wickeltische gibt es häufig nur auf der Damentoilette und da wurde mein Mann auch durch Blicke gefedert und geteert.

      • Sven Örensohn sagt:

        Ab 8Jahren entwickeln Mädchen die Scham, welches Mädchen möchte schon das der Klassenlehrer beim Duschen neben ihr steht. Also Bitte.

      • Martin Frey sagt:

        Ich habe ihre Frage nach unisex- Klos vorhin übersehen, tststs:
        Ja, Gender-Sch****. Oder anständiger formuliert, Dinge die die Welt weder weiterbringen noch irgendwie gebraucht werden.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Jane Bissig: Ein gängiges Klischee, allerdings meist falsch. Fragen Sie ruhig mal das Reinigungspersonal öffentlicher Toiletten. Was man so hört sind die Frauen-WCs meist genau so schlimm oder sogar wesentlich versauter. Ich habe sogar schon offizielle Standpauken an die weibliche Belegschaft zum Umgang mit deren WCs erlebt und das an einer Uni notabene. Aber ja, die Realität ist manchmal unangenehm, da glauben wir doch lieber weiterhin, dass Frauen nur zum Schminken aufs WC gehen und garantiert nicht furzen müssen. Oder wenn dann riechts nach Rosen und lila Einhörnern..;)

      • tststs sagt:

        Puh, Hr. Örensohn, da tun Sie aber ein riesiges neues Diskussionsfeld auf, nämlich: natürlich oder anerzogene Scham?

      • Jane Bissig sagt:

        @MF und CG: Stimmt. An der Uni war ich auch schon sehr schockiert. Mag sein, dass meine Erfahrung nicht repräsentativ ist, kann auch sein, dass sich das in den letzten Jahren verändert hat (habe vor 15 Jahren definitiv mehr öffentliche WCs besucht als heute). Mag auch sein, dass mein Urteil durch den Pissoir-Geruch beeinflusst wird. Und dann kommt es natürlich darauf an, welches mehr benutzt wird. ein weites Feld.

      • Susi sagt:

        M.F.: „Ja, Gender-Sch****. Oder anständiger formuliert, Dinge die die Welt weder weiterbringen noch irgendwie gebraucht werden.“

        Martin, Sie enttäuschen mich hier! Für Transgender-Personen ist das ein sehr grosses Thema: Und ich kenne doch einige solche Menschen, so selten ist das auch nicht. Die Gesellschaft sollte endlich anerkennen,(oder in einem ersten Schritt realisieren), dass es nicht nur zweierlei Geschlechter gibt, die mit und die ohne Schnäbeli. Im Übrigen hatte es hier unlängst sogar einen Blog zu diesem Thema!
        Unisex-WCs würde viele Probleme lösen.

      • Martin Frey sagt:

        „Unisex-WCs würde viele Probleme lösen.“
        Hauptsächlich würden Unisex-WCs viele neue Probleme schaffen, meine ich. Und für die relativ wenigen echten Transgender (wieviele kennen Sie wirklich?) ist dies wahrscheinlich eher eines der kleineren Probleme die sich ihnen im Alltag entgegenstellen. Auch wenn es gemäss den entsprechenden politisch Bewegten natürlich anders tönt. Aber wie so oft frage ich mich, wie repräsentativ die immer gleichen, iaR lauten, medienbekannten Gesichter wirklich sind.
        Natürlich gibt es letztendlich mehr als nur zwei Geschlechter. Aber ob Unisex-WCs das verbessern, ich weiss nicht. Die Leute haben soviel andere Probleme, Sorgen und Widrigkeiten im Alltag…. mir kommen derart hochgekochte Zankäpfel immer als Nebenschauplatz vor.
        Aber klar, ich kann mich irren.

      • Alpöhi sagt:

        Ich bin ganz klar für Unisex-Klos. Erstens, weil es in sämtlichen Privathaushalten nix anders hat (es ist also das Normalste der Welt). Und zweitens, weil ich dann in der Firma voller Männer nicht mehr anstehen muss, wenn ich mich aufs Klo_setzen_ will.

      • Ka sagt:

        @ Susi: Unisex-WC würden sehr viele Probleme lösen und erst noch Platz und Geld sparen. Da die Auslastung besser wäre, bräuchte es nicht so viele WC Anlagen.
        zu den Frauen in den Männergarderoben: die haben da nichts verloren, so wie wir die Männer aus den Frauengarderoben werfen, so müsst ihr Männer das halt mit diesen unsensiblen Frauen tun!

      • Martin Frey sagt:

        @ka: klar am ökonomischsten und platzsparendsten wären Pissoirs, wenn schon. Aber ich bin mir nicht sicher, ob Sie mit einer kleinen Tochter in ein öffentliches unisex-wc mit 50+ urinals gehen möchten und sich dabei wahnsinnig wohl fühlen würden. Ich für meinen Teil würde mich bei dem Gedanken auch nicht sehr wohl fühlen.

      • Ka sagt:

        ne, die unisex-WC’s sind natürlich ohne Pissoir, da müsst ihr Männer halt auch auf ein normales WC. Das mit dem Platz stimmt nicht, Anzahlmässig hat es in den Männer Anlagen immer mehr Apparate als in den Frauen Anlagen, ihr braucht ja doch auch noch WC’s. Deshalb muss man bei euch nämlich auch nicht so oft Schlange stehen. Für ein, zwei Pissoirs hätte es ja ev. zu Hinterst doch auch noch Platz, ohne dass alle daran vorbei laufen müssen.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Für Transgender-Personen ist das ein sehr grosses Thema: Und ich kenne doch einige solche Menschen, so selten ist das auch nicht.

        Ich bin sehr für Rücksichtnahme, schliesslich kennt die Schweiz einen gesetzlich verankerten Minderheitenschutz. Aber was das Modethema Transgender angeht, sollten wir das Kind nicht mit dem Bad ausschütten: Der Anteil der Transmenschen bewegt sich z. T. weit unterhalb des tiefen, einstelligen Promillebereichs, je nach Definition der jeweiligen Kategorie:

        http://www.isna.org/faq/frequency

        Mehr Toleranz und Verständnis erreicht man nicht dadurch, Mehrheitsverhältnisse postmodern zu verklären. In unserer hoch politisierten (und in sexuellen Dingen ausgesprochen neurotischen) westlichen Kultur lässt sich mehr Toleranz politisch nicht herstellen.

      • Katharina sagt:

        MZ: Intersex und Transgender sind nicht das selbe. Die Inters haben Aspekte beider biologischen Ausprägungen, während Transmenschen im zweipoligen Denkmodell im falschen Körper leben. Aber die Evidenz weisst ja immer deutlicher darauf hin dass das Ganze fluider ist als das zweipolige Denkmodell.

        Unisex Toiletten sind mMn nur dort ein Nebenschauplatz, wo keine Militia auftauchen. Aber wir leben in einer Post Orlando Zeit.

      • Susi sagt:

        @M.Z.: Ich rede aber nicht von biologischen Intersex-Menschen, sondern von Geschlechter-Identitäten, von Transsexuellen, die ein anderes Geschlecht leben (auch rechtlich), als das bei Geburt gegebene. (Transmann = als Frau geboren, fühlt sich aber als Mann und ist das – meist nach langem und steinigem Weg – auch im Ausweis). Ihr Geschlecht wird von der Gesellschaft aber häufig auch später falsch gelesen, was sehr belastend ist.

        Mein Kommentar oben wartet noch auf Freischaltung.

      • Susi sagt:

        Danke, Kat, genau.
        In meinem wartenden Kommentar spreche ich nebst Transsexuellen auch von einer Intersex-Person, bei der es sich aber auch um einen Menschen handelt, der als Mann geboren wurde, sich in seiner Identität aber keinem Geschlecht zuordnen kann; dort wird es dann noch komplexer.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Susi / Katharina: Mir ist der Unterschied zwischen Inter- und Transsexuellen als in dieser Beziehung stark asiatisch geprägtem Mann schon klar. Irgendwo habe ich noch einen Link, in dem die Zahl jener Menschen ausgewiesen wird, die sich in Deutschland jährlich einer operativen Geschlechtsumwandlung unterziehen. Aber den finde ich gerade nicht, item: Auch da sprechen wir von bestenfalls einem Promille aller Menschen.

        Wie bereits gesagt: Ich halte unsere westliche Niedergangskultur sowieso für ausserstande, sich dieser Menschen so anzunehmen, dass sie bei offiziellen Anlässen aller Arten als völlig normal angesehen werden und keiner besonderen Erwähnung mehr bedürfen. In ganz Südostasien gibt es keine Unisex-Toiletten. Doch das stört dort bezeichnenderweise niemanden…

      • Martin Frey sagt:

        @ka, tststs, Vonlanthen: habe heute in Sachen duschen/Garderoben die Probe aufs Exempel gemacht. War mit dem sechsjährigen Sohn im Schwimmkurs als eine Mutter wieder mal mit einer Selbstverständlichkeit mit ihrem Sohn zum umziehen reinkam. Habe sie freundliche darauf hingewiesen dass das die Herrenumkleidekabine sei. Die Antwort war lapidar, das interessiere sie nicht. Habe ihr dann ruhig die gestern diskutierte Regel erklärt, worauf ich nur ein Achselzucken erntete. Auf meine abschliessende rhetorische Frage, wie sie sich im umgekehrten Fall verhalten würde, meinte sie, dass ich dann mein blaues Wunder erleben würde.
        Meine ganz offene Frage an Sie, wie soll man sich da als Vater verhalten?

      • Ka sagt:

        über soviel Ignoranz lässt sich nur den Kopf schütteln. Vielleicht lässt sie sich zum Nachdenken bringen, wenn man ihr erklärt, dass es nicht um sie geht, sondern um die Jungs, die auch ein recht auf Intimsphäre haben. Aber vielleicht gehört sie ja auch zu den Frauen, die glauben, Jungs und Männer hätten kein Schamgefühl und fänden es immer toll, wenn eine Frau sie nackt sehen. Aber hoffen sie mal, dass ihre Bemerkung vielleicht doch noch eine Wirkung zeigt.

      • Regina Probst sagt:

        @Zufferey: Ich kann Ihre Ratlosigkeit völlig nachvollziehen! Ich bin zwar nicht gefragt, aber durch die vielen Diskussionen der letzten Wochen, auch die über die TV-Sendung alleinerziehender Väter, komme ich langsam zur Meinung, dass da gerade etwas zünftig schief läuft und zwar auf Frauenseite. Immer mehr ärgere ich mich über die Unverfrorenheit der Verhaltensweisen von Frauen, speziell Mütter. Es ist doch viel zu billig und vor allem sowas von unerwachsen, sich überall und ständig im Recht zu fühlen gegenüber Männern/Väter! Viele Frauen missbrauchen offensichtlich die feministische Unterstützung dafür, dass sie selber immer als Opfer dastehen können. Als psychologische Fachfrau finde ich das sehr bedenklich! Was für Vorbilder für deren Kinder sind die denn??

      • Martin Frey sagt:

        @ka:
        Die Frau war sich völlig bewusst, dass sie eigentlich am längeren Hebel sitzt, und dass wir Väter eigentlich sehr wenig unternehmen können wenn wir nicht Contenance und Anstand vermissen lassen wollen. Das hat sie sehr klar, sehr herablassend zu spüren gegeben. Die Intimsphäre von uns Vätern, unserer Kinder, der Jungen und der Mädchen, war ihr völlig egal, es ging ihr nur um ihr eigenes Kind. Insofern glaube ich nicht dass sie etwas ändern wird.
        Das mag Sie als Frau überraschen, aber sowas passiert alle paar Wochen. Heute habe ich es wieder einmal argumentativ versucht, aber normalerweise schluckt man das stillschweigend runter. Doch wenn jemand so reagiert, war das vergebliche Liebesmüh, und der Frust dementsprechend.
        Aber ich danke Ihnen für Ihre Worte und das Verständnis.

      • Petra Vonlanthen sagt:

        Martin Frey
        5. November 2016 um 11:12

        Vielen Dank für diesen mitgeteilten Selbstversuch und das sehr ernüchternde Ergebnis.
        Ich finde das Verhalten dieser Frau äusserst unangebracht, unfair, schubladisierend und einseitig. Jeder hat ein Recht auf seine Intimspähre, egal ob Junge oder Mädchen. Wieso darf Frau sich herausnehmen, diese zu missachten obwohl ihr klar bewusst ist, dass sie gleichzeitig in der Mädchengarderobe keinen Vater/Mann dulden würde?

      • Petra Vonlanthen sagt:

        5. November 2016 um 18:20
        Martin Frey
        Sorry, zu Ihrer Frage, wie man sich als Vater verhalten soll:
        Nach den Erklärungen gemäss ihrem Post, welche nicht fruchten.
        Wenn es eine Familiengarderobe gibt, die Frau und ihr Kind(er) darauf hinweisen.
        Mehr konstruktives fällt mir gerade auch nicht ein.

      • Martin Frey sagt:

        „Wenn es eine Familiengarderobe gibt, die Frau und ihr Kind(er) darauf hinweisen.“
        Gibt es da nicht, ein klassisches Schulschwimmbad halt.
        Aber so komisch es für Sie tönen, irgendwie tröstet es mich auf eine Art, dass Ihnen spontan auch nichts konstruktiveres einfällt. Und andererseits dann doch wieder nicht, denn man kommt sich da schon etwas machtlos vor, wie ich zugeben muss. Denn für mich war das heute eine Grenzüberschreitung. Dabei geht es mir nicht primär um mich, sondern um die Kinder, und was wir ihnen vorleben.
        Aber trotzdem, auch Ihnen, Frau Vonlanthen, ganz herzlichen Dank für Ihre klaren Worte!

      • Zufferey Marcel sagt:

        Ich war neulich an einem mittelgrossen Wettschwimmen am See. Als ich mich danach in der Herrengarderobe umzog, stand da plötzlich eine Mutter mit ihrem Sohn. Ich blickte mein männliches Gegenüber ratlos an. Er blickte ratlos zurück. Hinter uns war noch eine ganze Reihe Männer, ebenfalls füdliblutt, nota bene. Nachdem die Mutter unverrichteter Dinge wieder abgezogen war, sprach ich mein Gegenüber darauf an. Wir waren beide konsterniert. Ähnliches passiert übrigens in jeder öffentlichen Toilette: Plötzlich steht da eine Putzfrau mitten im Pissoir..! Und wir sollen dann einfach weiter brünzeln, als ob nix wäre? Ich bin ja beileibe nicht prüde oder verklemmt- aber im hysterischen #aufschrei-Zeitalter erwarte ich von Frauen denselben Respekt, den sie von mir erwarten!

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Dass Frauen/Lehrerinnen in die Männer-/Jungengarderobe kommen, weil die Kinder nicht vorwärts machen, habe ich auch schon erlebt. Ein vorgängiges Klopfen wäre sicher angebracht… (und klar – ein Mann würde nie einfach bei den Frauen reinplatzen!)
        Und ich ärgere mich immer noch über die Kindergärtnerin, die Begleitpersonen für das Hallenbad suchte – „aber natürlich nur Mütter – die Kinder ziehen sich eben alle im gleichen Raum um…“ Da ist man manchmal sprachlos.
        Allerdings finde ich es nicht richtig, als Mann auch gleich einen „Aufschrei“ zu lancieren, nur weil mal eine Frau in die Garderobe geplatzt ist. Man muss nicht aus jedem Übergriff gleich eine Tragödie machen, und ein Trauma bleibt sicher auch nicht zurück. Aber ansprechen darf man es gerne.

      • Sportpapi sagt:

        @tstststs: „Der männliche Klassenlehrer eines meiner Göttikinder (8jährig) geht in die gemischte Kabine um zu helfen.“
        Da ist er aber sehr mutig. Warten Sie mal, was passiert, wenn irgendjemand dieses Thema am Elternabend aufbringt oder sonst wo anmeldet. Dabei geht es nicht einmal darum, was wirklich passiert. „Das kann man heute doch nicht mehr machen…“ Letztlich geht es um den Ruf einer Institution, um Absicherung nach allen Seiten. Obwohl es doch eigentlich sehr vernünftig und sinnvoll ist, was der Klassenlehrer hier tut.

      • Sportpapi sagt:

        @Zufferey: Doch, betreffend Pissoir-Geschichte halte ich Sie für etwas verklemmt…
        Und wenn wir etwas schon als Hysterie erkennen, müssen wir doch keineswegs diesen Trend noch mitmachen.

  • Malena sagt:

    „das Verbot, sich gegenseitig als Sexualobjekt betrachten zu dürfen“ Wo steht dieses Verbot eigentlich? Wenn wir ehrlich sind, sind für uns Menschen oft Objekte irgendeiner Art: Aufmerksamkeitsobjekte, Statusobjekte, Vergleichsobjekte, Geldautomaten, soziale Leitern, Fussabtreter. Das Sexualobjekt ist nur das Objekt mit dem „Sex“ im Namen, deshalb verpönter als die andern Formen der Reduzierung eines Menschen auf einen Zweck. Dabei ist bei dieser Form die Transparenz oft höher: „ich will nur Sex von Dir“ schafft Klarheit und erlaubt dem Gegenüber eine entsprechende Reaktion. „Ich brauche Dich um vor meinen Freundinnen besser auszusehen“ oder „dich zu demütigen lässt mich dir überlegen fühlen“ hört man seltener, ist aber ebenso real.

    • tommaso sagt:

      Sehr, sehr guter Post, danke!

      • Regina Probst sagt:

        nix Schnäbineid, noch nie, warum auch? An dem Ding hängt nur ein Mann, nicht die Welt;-)). Hab ich wegen Wortwitz geschrieben, nicht dass mich jetzt alle wieder eine männerhassende Feministin finden… Trotzdem: nix Schnäbineid! Ist etwa der grösste Irrtum von Freud.

    • Dani sagt:

      Da stimme ich ihnen zu. Das Problem bei den vielen Themen ist aber mehr sich bewusst zu machen, dass es vollkommen in Ordnung ist, ach wenn man gerne eben unterdrückt wird, oder eben gerne dominant ist. Es spielt keine Rolle, es muss nur Spass machen. Meine letzte Freundin war eine wunderschöne Frau, sie war sich dessen bewusst, aber ebenso dass sie für Ehe oder Kinder komplett ungeeignet war. So verkam sie zu einem „Schauobjekt“ dass sie aber auch selber bewusst gepusht hat, weil es eben an den anderen Orten gefehlt hat. Heute brauche ich mehr Substanz in der Ehe, für damals war sie aber genau richtig, da war auch die offene Aussage „Wir haben uns nur für den Sex“ vollkommen ehrlich und passend. Das Problem ist: 90% der Gesellschaft ist nicht ehrlich, sondern in einer Rolle gefangen.

      • Michael sagt:

        Das finde ich aber eine heftige Aussage – sie verkam zu einem Schauobjekt ! Nur weil sie das Mutter- und Familiengen wie 90% der anderen Frauen nicht hatte ist sie verkommen ? Hatten Sie doch damals auch nicht, sonst wäre Sie ja wohl nicht mit ihr zusammengewesen – und bei Ihnen war das okay ? Typische Ansichten aus dem letzten Jahrhundert. Vermutlich wollten Sie noch eine Jungfrau als Ehefrau…

    • Martin Frey sagt:

      Es ist weniger ein explizites Verbot als vielmehr ein Gebot, Malena, implizit aufgestellt im Rahmen der Political Correctness der letzten Jahre, die ja bekanntermassen unentwegt versucht, über die Sprache unser Denken und damit auch unsere Gesellschaft zu beeinflussen. Nach meiner Erfahrung haben v.a. viele Frauen vordergründig ein Problem mit dem Begriff „Objekt“, welches sie meist verbunden mit dem der Formulierung „keine Frau will…“ kategorisch von sich weisen.
      Dass der Begriff derart auf dem Index gelangte, ist sicher ein Stück weit feministischen Bestrebungen zu verdanken. Dabei scheint mir der Umstand, als Objekt des Begehrens wahrgenommen zu werden, nicht per se etwas Schlimmes, Verachtenswertes zu sein, im Ggt. Dies gehört zum integralen Bestandteil der menschlichen Erotik.

      • Martin Frey sagt:

        /Nur wenn man in noch so unpassenden Lebenslagen auf ein Objekt reduziert wird, um eben nicht als Person wahrgenommen werden zu müssen, dann ist dies unter aufgeklärten Menschen natürlich etwas anderes, ein komplettes no-go.
        Trotzdem, ab und an als Objekt des Begehrens wahrgenommen zu werden tut uns gut, meine ich. Auf jeden Fall besser als als Objekt der Missachtung, Belustigung, des Hintergehens o.ä .
        Denn man kann m. E. gar nicht durchs Leben schreiten ohne jemals Objekt im Sinne einer Projektionsfläche zu sein. Das gilt für Frauen wie für Männer.
        Dass diese Ambivalenz in Sachen der geschilderten Neo-Verklemmtheit, trotz offensiver, übersexualisierter, omnipräsenter Selbstdarstellung, das Spiel zwischen den Geschlechtern aber nicht einfacher macht, scheint mir nachvollziehbar.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja schon, aber ist das im Alltag wirklich so, wie die Medien das täglich aufbauschen?
        Frauen möchten durchaus Aufmerksamkeit bewirken und begehrt sein. Sie selbst „scannen“ Männer ebenfalls punkto sexuelle Attraktivität. Da sie das tun, können sie auch unterscheiden, zwischen betrachten als Objekt und betrachten als Person.

        Natürlich will man aber mit Respekt behandelt und auch als Person wahrgenommen werden. Das geht mir auch so.
        Ich denke, die Medien prägen unser Weltbild extrem. Ich bin überzeugt, würden wir alle mal 6 Monate Medienabstinent, würden diese „Trends“ ganz anders wahrnehmen.

      • Martin Frey sagt:

        Weitgehend einverstanden, Roxy. Vieles was uns bewegt, egal ob zu recht oder zu unrecht, haben wir den Medien zu verdanken. Und natürlich, Frauen möchten durchaus Aufmerksamkeit bewirken und begehrt sein, viele von ihnen permanent. Nochmals, daran sehe ich per se nichts schlimmes. Männern geht es teils auch nicht anders, nur ist bei ihnen alles weniger augenfällig (buchstäblich). Aber als Objekt begehrt zu werden und sich dementsprechend zu präsentieren, und gleichzeitig als Person und Persönlichkeit mit entsprechendem Respekt wahrgenommen zu werden ist und bleibt für viele Frauen und Männer ein Spagat. Ob diese Unterscheidung den Frauen besser gelingt, ich weiss nicht…. In Sachen Sexobjekt möglicherweise schon, in anderen Bereichen dann vielleicht eher weniger, meine ich.

      • tststs sagt:

        @RoXY:
        „aber ist das im Alltag wirklich so“ Als Freudianer sag ich Ihnen: Ja, so ist es, und noch viiiiil schlimmer. Unser ganzes Handeln ist von einem Trieb motiviert: Sexualität ausleben. Im Endeffekt geht es nur um Männlein und Weiblein und wie der eine den anderen besexen kann!

      • tststs sagt:

        „…Frauen möchten durchaus Aufmerksamkeit bewirken …Männern geht es teils auch nicht anders…“ Ähm, IMHO sind es nicht viele Frauen und einige Männer, es sind alle! Es ist menschliches, allzumenschliches, Verhalten!
        „…nur ist bei ihnen alles weniger augenfällig…“ Hüstelhüstel, kommen Sie mal am Samstag nach Züri, setzen sich im Kreis 1 in ein Cafe und beobachten mal, was da so alles vorbeifährt… 😉

        „…viele Frauen und Männer ein Spagat…“ Das Problem ist doch, dass nicht das Objekt diesen Spagat machen muss, sondern der Betrachter! Der Betrachter muss sich bewusst sein, wer/was jetzt da vor ihm ist! („Leider“ ist es doch sogar oft so, dass das Objekt machen kann, was es will; der Betrachter beharrt darauf, WIE er es wahrnimmt.)

      • Reincarnation of XY sagt:

        tsts – sie haben mein Post falsch verstanden
        ich sagte nicht „viele“ Frauen und „einige“ Männer. Ich redete nur von Frauen – und sagte, dann dass mir (als Mann) das auch so geht.
        2. Wollte ich damit aussagen, dass es im Alltag eben im Alltag nicht so ist, wie die Aufschrei/Anti-Aufschrei Leute medial verbreiten, von wegen total Prüderie und jeder Blick und jedes Kompliment verboten etc.
        Im Alltag verstehen die meisten doch sich relativ gut in diesem Spannungsfeld zu bewegen.
        Natürlich nicht alle. Aber die Medien stürzen sich immer auf die Ausnahmen und dann werden aus den Ausnahmen ein Gesellschafttrend. Aus dem Streit zweier Extrempole ein Streit zwischen allen Männern und allen Frauen, etc.
        So ungefähr das wollte ich sagen…

      • tststs sagt:

        @RoXY: Bitte mein Post eher als Ergänzung, denn als Kritik an M.F. verstehen.
        Zu Ihrem Punkt der medialen Aufbauschung. Da haben Sie sicherlich recht; die allermeisen wissen immer noch, wie man sich im Alltag zu verhalten hat, resp. der Alltag läuft reibungslos
        ABER (und dieses aber muss ich nachschieben) der Alltag läuft auch deshalb reibungslos, weil die Frauen (und auch Männer) vieles einfach schlucken! Würden die betroffenen Frauen (und Männer) jedes Mal ein Handzeichen geben, wenn etwas Sexistisches passiert, dann kämen wir nicht vorwärts!

      • Reincarnation of XY sagt:

        MF – ich denke, unsere Bedürfnisse sind immer etwas widersprüchlich. das macht den Menschen so interessant.
        Aber ich meinte das in Bezug auf „sexuelle Belästigung“. Wir registrieren gerne einen Blick und das tut unserem Ego gut, da müssen wir auch nicht gleich als Person wahrgenommen werden. Aber in der persönlichen Interaktion soll dennoch Respekt vorhanden sein. Ich persönlich finde das, das einfachste von der Welt. Etwas Kultur, etwas Anstand, etwas Fingerspitzengefühl.
        Ich lebe mit einer Frau zusammen. Sie hat gerne Beachtung und Komplimente, aber sicher nicht, dass ein Wildfremder sie im Ausgang einfach ungefragt küsst, oder gleich anzüglich wird.
        Ich finde, das sollte auch für jeden Mann nicht so schwer sein auseinanderzuhalten.

      • tststs sagt:

        Und mit schlucken meine ich jetzt nicht, dass man etwas bewusst wahrnimmt und sich dann damit arrangiert. Dieser Alltagsexismus ist so tief verankert, dass er (mir) in der Situation gar nicht bewusst ist.
        Im Zuge der laufenden Diskussion hat mich mein Partner zu meinen Erfahrungen befragt; je länger wir darüber gesprochen haben, desto mehr Beispielen wurde ich mir bewusst (Und gelled Sie, mit Sexismus meine ich nicht irgendwelche tumben Flirtversuche, sondern Vorkommnisse, während derer ich aufgrund meines Geschlechtes anders/nachteilig behandelt wurde)

      • tststs sagt:

        „Ich finde, das sollte auch für jeden Mann nicht so schwer sein auseinanderzuhalten.“
        Bin absolut bei Ihnen! Und ich verstehe echt nicht, weshalb sich manche Menschen so darüber echauffieren, dass sie diese Auseinanderhaltung jetzt machen müssen! Noch schlimmer wird es nur noch, wenn man das dann unter dem Deckmäntelchen der unnötigen „p.c.“ laufen lässt (und mit p.c. ein Schimpfwort meint)

      • Martin Frey sagt:

        Sie haben das besser formuliert als ich, Roxy.
        Und wie Sie (und tststs) richtig sagen: „Ich finde, das sollte auch für jeden Mann nicht so schwer sein auseinanderzuhalten.“
        Das hat für mich auch nichts mit p.c. zu tun, sondern eben mit Respekt, Anstand, Fingerspitzengefühl. Und das sollte unter zivilisierten Menschen einfach erwartet werden können.
        @tststs: „Ähm, IMHO sind es nicht viele Frauen und einige Männer, es sind alle!“
        Dies mag Ihrer Freudianischen Begeisterung geschuldet sein. Aber es gibt doch auch noch andere (sorry Sigi) Motive im Leben, meine ich. Notabene, die Leute, die am Kafi im Kreis 1 alle 5 min. vorbeifahren, präsentieren sich auch als Objekte. Nur anders geartet. Aber auch Objekte, die sich derart bewusst inszenieren, müssen oft einen Spagat wagen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        volle Übereinstimmung MF

        auch mit dem was sie über Freud sage – ein Arbeitskollege von mir ist auch so ein Freudianer und sieht alles nur durch diese Brille.
        Aber das ist einfach übertrieben. Es gibt noch ganz andere Bedürfnisse (Triebe), die dem Menschen wichtig sind.

        Aber sonst volle Übereinstimmung mit tsts und ihnen.

      • tststs sagt:

        Hihi, der Freudianer würde Ihnen jetzt anworten:
        Das sind nur Pseudo-Motive, sie gründen schlussendlich auch im Sexualtrieb 😉

      • Regina Probst sagt:

        @tststs: Als Psychologische Fachperson sage ich Ihnen: Der Freud ist an den Unis in den meisten Theorien nicht mehr aktuelle undnwiderlegt, auch in der Triebtheorie. Ich finde Freud war ein Jahrhundertgenie was die moderne Psychologie in den Grundzügen angeht, aber wie er selbst zugestanden hat, wusste er von vielem nicht, wie es genau vonstatten geht. Da war er weitsichtig. Das Primat des Sexualtriebs ist ein Kind aus Freuds Zeiten. Die waren allerdings sehr prüde und deswegen der provokative Gegenentwurf. Sex ist nur während der homonellen Höchstproduktion um die 20 herum von der Biologie gesteuert extrem präsent.

      • tststs sagt:

        Alsoooo (Achtungachtung: Verteidigungsmodus) nur damit es klar ist: Ich bin eigentlich gleicher Meinung wie Sie zum Thema Freud (wichtiger Beitrag, aber dann doch auch Kind seiner Zeit).

        Nur in einem hat er selbstverständlich Recht: Frauen und der Schnäbineid
        😉

      • Adina sagt:

        @tststs und Regina Probst:
        Freud war wohl mit manche seiner genialen Ideen selbst überfordert, wie er offenbar selber zugab.
        Ich könnte mir vorstellen dass es Frauen gibt (vor allem welche, die selber auf Frauen stehen) die Penisneid empfinden. Aber viele Frauen kennen dieses Neid einfach nicht.
        Vieles was Freud für Theorien in der Welt gesetzt hat wird noch lange Zeit Recherche unsererseits brauchen bis wir es verstanden und die richtigen Antworten gefunden haben.

      • Regina Probst sagt:

        @Adina: Der Penisneid ist widerlegt, es gibt auch keinen Vaginaneid per se. Heutige Psychologie arbeitet mit Empirie und kontrollierten Methoden Stück für Stück die Phänomene durch. DAs hat auch Grenzen, weil oft nur ganz kleine Stücke sauber operationalisiert (also für eine Experiment zweifelsfrei aufbereitet) werden können, die dann wenig über das Ganze aussagen. Aber wenn das oft genug gemacht wird, entsteht eine zuverlässigere Aussage. DAs Interesse am Penis ist ev kurz vorhanden, wenn das Mädchen das TEil nicht kennt. Danach wird es in „Bub oder Mädchen“-Kategorie zugeteilt. Fertig.
        Zu Freuds Zeiten bedeutete die „Bub-Kategorie“ eben Freiheiten und Privilegien, darauf konnte ein ambitioniertes Mädchen schon neidisch werden.
        Heute sind wir vieeel weiter, zum Glück.

    • Frank sagt:

      Malena, hast den Aufschrei der Feministinnen und aller Politikerinnen des linken Spektrums letzte Woche nicht mitgekriegt? Das war genau deshalb, wenn Menschen (Männer) irgendwie dran denken, Frauen als Sexobjekt zu sehen. Also bitte jetzt nicht so scheinheilig tun. Sondern Verantwortung übernehmen.

      • Martin Frey sagt:

        Weshalb soll Malena das tun, Frank? Haben Sie ihren Beitrag überhaupt gelesen? Und was stellen Sie sich unter „Verantwortung übernehmen“ in dem Kontext grad vor?

      • Hansli sagt:

        @Frank Sie haben nicht einmal Ansatzweise um was es dabei geht. Ich habe gerade ein aktuelles Beispiel von meinem Arbeitsort: Wir haben gerade einen Auftrag verloren, weil der Kunde eine Frau als Fachexpertin nicht akzeptiert.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Die Poststrukturalisten spielen hier, wieder einmal mehr, eine ganz entscheidende Rolle, vor allem dieser Herr hier, der im Vorwort zu „Schriften zur Medientheorie“ unumwunden zugibt, zu Vergnügungen aller Arten (ergo auch Sex, wie befürchtet werden muss) gar nicht fähig zu sein (!):

      Foucault, Michel 1978: Dispositive der Macht. Über Sexualität, Wissen und Wahrheit

      Foucault, Michel 1979: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit

      Diesen ganzen, verklemmten Subjekt-Objekt-Diskurs im Zusammenhang mit der Sexualität kann man sich langsam wirklich sparen!

      • Elodie sagt:

        @Frank: Bitte nicht alle in den gleichen Topf werfen. Ich bin auch eine empanzipierte Frau, lebe mein Leben wie ICH es will, NIEMAND hat mir zu sagen, was ich machen darf oder nicht. Ich übernehme die Vertantwortung für mein Leben und meine Taten, nehmen keinen Mann aus, also sehen Sie, nicht alle Frauen sind gleich. So wie bei den Männern auch. Habe aber etliche Male erlebt, wie die Männer KEINE Verantwortung übernehmen und sich hinter dem Vorhang verstecken. Also, es gibt von beiden Geschlechtern beides. Jedoch ist die Realität so, dass das Geschlecht Mann seltener Verantwortung übernimmt, das sieht man auch anhand dem, was auf der Welt abgeht. Wer regiert nämlich die Welt? Hauptsächlich das Geschlecht Mann. Die Verantwortung wird abeschoben anstatt sie selber zu übernehmen.

      • tststs sagt:

        Elodie: Aufpassen, dass Sie nicht denselben Fehler machen, den Sie in Ihrem Post anprangern:
        „Hauptsächlich das Geschlecht Mann.“ Nein, es ist eben nicht „das Geschlecht Mann“; es sind einzelne Männer! (Also es sind Individuen mit dem Geschlecht „Männlich“)

  • Sven Örensohn sagt:

    Typisch 68er Generation, ihre Meinung, ihre Einstellung ist richtig und alles andere ist falsch. Warum laufen sie den nicht nackt rum? Kaum lauft Frau nackt rum gaffen doch alle und alle zücken ihr Handy. Wer will Nackbilder/Filme auf Youtube und sich morgen bei einem Managerjob bewerben. Ihre Meinung über Sexualität ist politisch und ihre politische Einstellung am Niedergang und sie konnte sich Gesellschaftlich nie etablieren.

    • Matthias sagt:

      Wer schreibt „da ich die Woodstock-Zeiten nicht persönlich miterlebt habe“ gehört wohl kaum zur 68-er-Generation, oder? (Frau Burri sieht auf dem Bildchen auch nicht aus, als ob sie schon weit im Pensionsalter wäre. 😉 )

      • Sven Örensohn sagt:

        Die Ideologie ist aber zweifellos aus den 68er Jahren des letzten Jahrhunderts und jeder der ihre Vorstellungen von Sex nicht teil ist Prüde (Schlechter Mensch), sie ist ja die Gute, die Weltoffene.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Man sollte das Kind beim Namen nennen: Die neue Prüderie ist v. a. das Produkt einer unheiligen Allianz: Ein immer gouvernantenhafter auftretender (wissenschaftlicher) Feminismus und religiöse Eiferer aller Arten im Verband mit entsprechenden Politikern aus dem rotgrünen Spektrum schaffen zusammen eine Atmosphäre, in der sich der Gedanke an die freie Liebe („Wer zwei mal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“ / Kommune 2) und die politische Überkorrektheit der dauerempörten Moralpolizisten in ihrer Wirkung gegenseitig aufheben. Das Resultat ist eine völlig schizophrene Haltung gegenüber der Sexualität.

    • Jan Holler sagt:

      Das spiegelt sich beispielsweise im Mamablog in einem Beitrag, der Bikinis für kleine Mädchen ablehnt, weil diese (zu) sexualisierend seien. Überall wird Sex gesehen, ein neuer Dämon, der bekämpft werden will, ansonsten Moral und Anstand vor die Hunde geht.

    • tommaso sagt:

      Wenn sich zwei Wirkungen gegenseitig aufheben, entsteht eine schizophrene Haltung. Das ist mir zu hoch…

    • Reincarnation of XY sagt:

      guter Punkt herr Holler – aber auch hier wieder die Diskrepanz zwischen virtueller und realer Welt. in der virtuellen waren praktisch alle Mütter gegen Bikinis. In der realen Welt sehe ich praktisch alle Mädchen mit Oberteilen durch die Badi rennen.
      (Gebe aber zu, dass ich mir nie Gedanken über Schnittmuster gemacht habe und von dem her nicht unterscheiden konnte, was hier gewisse Mütter als „Bikini“ betitelten und was für sie an anderes genehmes Oberteil war.)
      Trotzdem, ich bleib dabei: in den Medien/virtuelle Welt entsteht ein verzerrtes/überzeichnetes Bild der Realität.

    • tststs sagt:

      „Ein immer gouvernantenhafter auftretender (wissenschaftlicher) Feminismus“
      Können Sie mir ein Beispiel hierfür nennen?
      Ich lese immer wieder von diesem immer grösser werdenden, männerhassenden, allesvereinnahmende Feminismus (resp. Beschwerden darüber), erlebe es aber nicht.
      (Bitte lesen Sie das jetzt nicht als Vorwurf: Kritik an etwas, was es gar nicht gibt; sondern als ehrliche Nachfrage, evtl. bin ich ja da auf einem Auge blind…)

    • Urs M. sagt:

      @ marcel, auf den punkte gebracht, danke.
      bin gespannt, wie jetzt dann die hier auftauchenden feministinnen sich rausleugnen wollen.

    • tststs sagt:

      „… eine völlig schizophrene Haltung gegenüber der Sexualität.“
      War so, ist so, wird hoffentlich immer so bleiben; ist es nicht diese – ich nenne es jetzt mal abgeschwächt – ambivalente Eigenschaft, die Sexualität/Erotik zu dem macht, was sie ist?

      Good ol‘ Siggi hätte einiges dazu zu sagen…

      • Zufferey Marcel sagt:

        @tststs: Freud fabulierte u. a. etwas vom frühkindlichen Pinkeln im Stehen als identitätsstiftendem Schlüsselerlebnis für jeden Mann. Und von zuviel Nähe zur Mutter als verstörendem Dauerkonflikt im tiefstem Innern aller Männer.

        Undsoweiter.

    • Jane Bissig sagt:

      Schuld ist ganz sicher nicht der Feminismus. Die sogenannte sexuelle Revolution in den 60ern befreite nämlich nicht „alle“, wie es im Artkel heisst. Die männlich definierte und normierte Vorstellung von Freiheit hat mit dazu geführt, dass der 70er-Jahre-Feminismus überhaupt entstehen konnte. Und ohne diese Schwestern (oder Mütter) würden wir wohl heute noch alle meinen, wir müssten beim „Koitus“ kommen. Dass die Feminstinnen sich zu Sex äusserten und z.B. die Klitoris „propagierten“ kommt nicht nur den Frauen, sondern auch den (heterosexuellen) Männern zugute. Zu dem Sex davor möchte hoffentlich niemand zurück.

      • tststs sagt:

        Doch, Frau Bissig, die Emanzipation(!) der 60er und die männerhassenden Feministinnen (sprich, alle Frauen und Männer, die sich auch nur ein wenig für Frauen und ihre Probleme einsetzen) sind schuld! An allem! Jetzt stehen Sie endlich dazu!

      • Jane Bissig sagt:

        Hier wärs richtig: Also ich war damals noch nicht dabei. Aber bon, ich übernehme die Sippenhaft mit Stolz und Ehre!

      • Regina Probst sagt:

        @tststs: Ich war übrigens eine der vielen NICHT-männerhassenden Feministinnen, die sind bei weitem in der Mehrheit. Es gibt mühsame ideologische dogamtische Feministinnen, prüde Mittelschichtfeministinnen, aber das sind kleine Minderheiten, die aber in den Medien oft mehr Präsenz haben als die, welche nur ab und zu mal ärgerlich auf die Pauke hauen, wie bei zuviel Sexismus kürzlich, und dann wieder konstruktiv und die die meiste Zeit zusammen mit Männern an der Zukunft bauen helfen. Und die im übrigen genauso attraktiv sind, wie der Durchschnitt. Es gibt Studien die besagen, dass sogar eher überdurchschnittlich. Kluge attraktive Frauen ärgern sich nämlich am ehesten darüber, v.a. über das Aussehen definiert zu werden.

      • tststs sagt:

        @ R.Probst: Ich bestehe deshalb darauf, dass man mich Emanze und nicht Feministin nimmt 🙂

        In einem Punkt stimme ich mit Ihnen aber nicht überein: „…die aber in den Medien oft mehr Präsenz haben als die…“
        Das ist genau mein Problem! Ich lese zwar andauernd (medial aufgebauscht?!?), wie Kritik – um es mal nett auszudrücken – an diesen Feministinnen geübt wird, aber diese Feministinnen selber, nehme ich nicht wahr! Dafür muss ich schon gezielt danach suchen!
        Und ehrlich, das regt mich auf! Es verzerrt die Diskussion, resp. würgt sie gleich ab…

    • Regina Probst sagt:

      Die „ganz normale Feministin“ ist für die Medien i.d. Regel nicht interessant genug. Ich hatte in früherer Funktion viel mit Medien zu tun. Man hörte sie oft fast durchs Telefon gähnen, „Ach was wollt ihr denn noch?“ Sie wussten zwar fast nichts vertieft von der Materie und stellten Jahr für Jahr am 8. März die gleiche Frage: „Für was braucht es denn eigentlich noch einen Tag der Frau?“ So wie vorgestern der Moderator in SR1 am Weltmännertag:“ Was ist ein richtiger Mann“? Blödere Fragen stellt heute fast niemand mehr. Genderthemen und Sexualität sind sehr komplexe Themen und die Medien haben das nicht so gerne.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Ich vermute mal zum Einen, dass Gender (ursprünglich ein Begriff aus dem Englischen) einfacher zu fassen ist, als es gewisse, ‚wissenschaftliche‘ Kreise gerne hätten. Und zum Anderen gehorcht die ‚Geschlechterdebatte‘ den simplen Gesetzen der Medienökonomie: Verdichten, Verkürzen, Emotionalisieren, Skandalisieren. Alles in Allem also keine allzu gute Voraussetzungen für eine Debatte mit Tiefenschärfe.

      • Regina Probst sagt:

        Genderthemen sind komplex, das vermute ich nicht nur, das weiss ich. Und wie wir wissen, gibt es für komplexe Situationen keine Lösung, die alles erklärt. Sex macht es noch komplexer. Ich hoffe, da finden wir mal wieder raus aus dem Labyrinth;-)) oder wenigstens jede/r zu sich selber…
        Bei den Gesetzen der Medienökonomie gebe ich Ihnen recht.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Gender nimmt eben oft auch eine ideologische/feministische Wertung der Geschlechter vor. Alles Männliche an den Männern/Jungs ist schlecht.
        Guggenbühl: Aus dem sinnvollen Postulat der schulischen Chancengleichheit der Geschlechter ist de facto ein «Mädchen und Buben sind gleich» geworden. Eine falsche Vorgabe, die bis heute Unheil in Lehrplänen, Unterrichtsmaterialien und Konzepten anrichtet.Ebenso unsinnig dürfte die Behauptung mancher 68er Ideologen sein, typisch männliches und weibliches Verhalten werde ausschliesslich über Sozialisation erworben und hätte mit dem biologischen Geschlecht (Hormone) nichts zu tun. Stattdessen müssen wir den Buben wieder das Vertrauen geben, dass als ‹typisch männlich› verschriene Eigenschaften nicht per se falsch sind», sagt Guggenbühl.

      • Hans Hintermeier sagt:

        genderbewusste Bubenarbeit (d.h. ideologisch fixierte/feministische) ist hingegen ein Betrug an den Buben. Statt die Systemfehler zu korrigieren, verschärfe sie das Problem. Wurde früher fälschlicherweise die Frau als Abweichung vom Standardmass Mann begriffen, werden heute Buben am Standard Mädchen gemessen.“ Genderideologie setzt aufgrund des Gleichheitsfeminismus als ihrem Ursprung das Weibliche als das Gute/Gesunde hin. Alle männlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen wurden in den vergangenen Jahrzehnten verteufelt und dämonisiert, während weibliche Eigenschaften und Verhaltensweisen unkritisch glorifiziert wurden.
        „Der ganze mediale Diskurs ist im Grunde männerfeindlich. Oft tönt es so, als ob Frauen die besseren Menschen wären.“ Koni Rohner, Schweizer Psychologe

      • Hans Hintermeier sagt:

        Der heutige Feminismus/Genderismus verachtet Männer und Jungen und macht es diesen unmöglich, für sich ein positives Rollenbild zu finden. Als Junge, der in unserer Gesellschaft aufwächst ist man ständig mit Kollektivschuld/Erbschuld belastet, dies kann auch als eine Art „Stereotype threat“ angesehen werden: „die denken sicherlich auch, dass ich so ein „Grabscher“ bin“. Mann steht immer unter Generalverdacht und muss zuerst beweisen, dass man „anders“ also ein guter Mann ist (Normalfall ist nicht Mann= guter Mensch). Auch an den Mädchen/Frauen gehen solche Ideologien nicht spurlos vorbei: sind sie doch heute eher geneigt, die Männer als rückständig zu betrachten/belächeln, die es in einer Beziehung zuerst zu erziehen gilt, gemäss ihren selbstverständlichen weiblichen Wertmassstäben

      • Hans Hintermeier sagt:

        1/2 Anders ausgedrückt: sicherlich hat das Geschlechtliche auch eine soziale Komponente (und dies ist auch nicht nur schlecht). Zu behaupten, alles sei eben auf gesellschaftliche Einflüsse zurückzuführen ist hingegen wieder eine extreme Einseitigkeit, die mehr Probleme schafft, als sie löst. Man kann nicht einfach aus ideologischen Gründen biologische Faktoren wie Hormone leugnen (auch nicht, dass sie nicht handlungswirksam sind). Tut man dies eben doch, dann zwingt man vielen Menschen ein Verhalten auf, das mit ihrer Biologie im Widerstreit steht. Sicherlich gibt es auch fliessende Übergänge zwischen den Geschlechtern und dem sollte man im Einzelfall auch Rechnung tragen.

      • Hans Hintermeier sagt:

        2/2 Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass es auf beiden Seiten eine starke Häufung gibt (aufgrund der biologischen Tatsachen), was geschlechterspezifisches Verhalten betrifft. Ich denke deshalb „gendersensibel“ zu sein heisst gerade auch diese biologischen Differenzen anzuerkennen und sozial erlerntes destruktives Verhalten kritisch zu reflektieren. Auch Transgender als natürlich zu akzeptieren gehört für mich hierhin.

        Der Artikel mit Guggenbühl, der auch auf die biologischen Unterschiede näher eingeht: http://www.beobachter.ch/arbeit-bildung/schule/artikel/schule_buben-sind-die-dummen/

      • Hans Hintermeier sagt:

        Der erste Beitrag hängt noch in der Warteschleife

      • Regina Probst sagt:

        @Hintermeier: Ich kann Sie beruhigen, es ist alles in Wirklichkeit nicht so einseitig. Ich bin sowohl aktive Lehrerin und kenne die Situation mit Buben an den Schulen, habe lange in der Genderarbeit gewirkt, inkl. Ausbildung, und habe gerade ein Psychologiestudieum abgeschlossen. Habe also etwas Überblick.
        1. Seriöser Feminismus hatte nie das Ziel, Frauen als bessere Menschen zu installieren.
        2. Die Wechselwirkung zwischen Biologie und Sozialem ist so komplex, dass sie nie ganz aufgedröselt werden kann. Frauen haben z.B. auch Testosteron und sogar manchmal im Einzelfall mehr als ein Mann, ohne dass es ihre biologischen Funktionen beeinträchtigt.
        3. Die Buben müssen sich einfach genau wie die Mädchen an die Welt im Jahre 2016 anpassen. Guggenbühl ist nicht die beste Referenz.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Wissen Sie,ich bin auch noch ab und zu an Hochschulen,kenne den aktuellen Diskurs ebenfalls.Auch habe ich beruflich viel mit Männern und Jungs zu tun.Ich habe mich auch eingehend mit der Genderideologie auseinandergesetzt

        1.da kenne ich andere „Genderwissenschaftlerinnen“. Es ist auch wichtig für die Se!bstbildentwicklung,was für Bilder in den Medien perpetuiert werden und da sind die Feministinnen sicherlivh nicht ganz unschuldig daran

        2. Eben Einzelfall. Ich spreche von der grossen Mehrzahl der Fälle. Das ist eben diese bewusste Unschärfe,der sich Genderleute immer wieder bedienen. Nichts gegen diese Minderheit wohlverstanden

        3. Sicher,da haben Sie Recht.Aber ohne die konstante Abwertung alles Männlichen in den Medien und Hochhalten allen Weib würde dies noch besser gelingen

      • Hans Hintermeier sagt:

        Die Knaben spüren eben auch, dass sie in unserer Gesellschaft eigentlich nicht mehr erwünscht sind. Sie bekommen schnell mit, dass sich heute alles um die Frauen dreht (politische Korrektheit). Das andere Extrem zu früher.

        Sicher ist Guggenbühl eine gute Reverenz, er ist auch Praktiker nicht nur Theoretiker. Wie kommen Die darauf, dass er keine gute Reverenz ist, ein Mann mit seiner Erfahrung und Reputation?

      • Hans Hintermeier sagt:

        Vgl. Z.B. Artikel von Hollstein zu diesem gesellschaftlichen Klima und die Psychologin Helen Smith:

        http://bazonline.ch/leben/gesellschaft/Maennerstreik/story/15489791

      • Regina Probst sagt:

        Guggenbühel verfolge ich seit 25 Jahren, als er noch am Anfang war. Er war schnell ein „Star“, weil medientauglich, das ging auf Kosten seiner Qualifikation. Er hat dann paar Jahre viel pseudowissenschaftlichen Quatsch zu Buben- und Männerthemen verkündet, war aber während der „Eisenhans“-Zeit in guter Gesellschaft. In den letzten Jahren wurde es fundierter, empirischer. Aber er ist immer noch nicht die beste Referenz. Ich sagte nicht er sei „schlecht“. Was sie über die schlechten Wirkungen des Feminismus schreiben, ist eben, wie sie auch schreiben, v.a. die Verkürzung durch Medien. Die haben da nun einiges nachzuholen.
        Sie müssen auch berücksichtigen, dass viele Involvierte halt Partei sind. Ich bin das weniger denn je, verweise immer auf Positives und Negatives bei beiden Seiten.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Nein, nicht nur Medien auch Hochschulen. Ich habe es öfters erlebt, dass männliche und weibliche Studietende die Gendervorlesungen verlassen haben, aus Protest.

      • Regina Probst sagt:

        Da haben Sie schon auch recht. Die Unis sind natürlich auch ein „eigenes Biotop“. Als Bauerntochter aus einfachem Hause bin ich da sehr kritisch, ob die Genderdiskurse breit genug geführt werden. Je mehr diese Leute selber familiär aus akademischen Häusern stammen (wie eben auch Guggenbühl) desto gerne abgehobener. Frau kann sich auch versteigen, aber oft wird zu schnell beurteilt, dass es abgehoben ist. Man muss schon etwas davon verstehen, bevor ein Urteil fällen. Studis haben heute wieder kaum eine Ahnung vom Thema. 25 Jahre Biologismus haben gewirkt. Habs selber nun 7 Jahre als Kommilitonin erlebt.

        Übrigens: Hier geht es um Sex. Der ist am besten, wenn man mit sich im Reinen ist, genug Selbstbewusstsein und ein Gegenüber auf Augenhöhe hat! Das ist das Ziel von Gleichstellung

      • Hans Hintermeier sagt:

        Sehen Sie, da sind wir uns ja einig. Ihnen noch ein schönes Wochenende.

      • Regina Probst sagt:

        Danke, Ihnen auch.

Kommentar

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