Aufwachsen ganz ohne Windeln

Eltern müssen windelfreie Kinder gut unterstützen: Ein Baby auf dem WC. Foto: Getty Images

Eltern müssen windelfreie Kinder gut unterstützen: Ein Baby auf dem WC. Foto: Getty Images

Ein Neugeborenes, das ohne Windeln auskommt? Das erst dann pinkelt, wenn man es über die Toilette oder einen Eimer hält? Klingt absurd, wäre aber laut der Autorin («Ihr Baby kann’s!») und Arztgehilfin Rita Messmer eigentlich die Normalität. Und tatsächlich ziehen nicht nur Naturvölker ihre Kinder windelfrei gross. Auch in China ist das seit jeher Usus und in den USA und Deutschland entscheiden sich seit ein paar Jahren immer mehr Eltern erfolgreich dazu, aufs Wickeln zu verzichten.

Signale des windelfreien Babys lesen

Doch wie funktioniert das überhaupt? «Muss das Baby ausscheiden, sendet es Signale wie Unruhigwerden, leichtes Weinen oder Absetzen beim Stillen und sucht Augenkontakt», sagt Messmer, «die Eltern sollten auf diese Zeichen entsprechend reagieren und das Baby abhalten, es also so über die Toilette oder einen Plastikeimer halten, dass es seine Notdurft verrichten kann.» Die Eltern können aber auch selber die Initiative ergreifen und das Baby über der Toilette oder dem Waschbecken zum Ausscheiden animieren. «Schon bald sollte man jedoch dem Baby die Initiative überlassen: Man fragt regelmässig nach, ob es muss und versucht, seine Körpersprache zu lesen.»

Ein Rat, der frischgebackene Eltern schnell überfordern kann. Als Mama oder Papa steht man zu Beginn sowieso häufig ziemlich ahnungslos vor dem kleinen Bündel: Hat es Hunger? Bauchweh? Ist es einfach nur müde? Es braucht Zeit, sein Baby kennen- und die Signale deuten zu lernen. Setzt es einen da nicht zusätzlich unter Druck, auch noch jedes Bisi-Signal rechtzeitig erkennen zu müssen? «Es gibt in unserer Kultur keine entsprechenden Vorbilder, das macht es sicher nicht ganz einfach», gibt Messmer zu. Aber man lerne das mit dem Baby zusammen. «Ich empfehle den Eltern, sich keinen Stress zu machen und es einfach mal zu probieren.»

Hinters Gebüsch pinkeln lassen

Womöglich klappt es nach einer Weile ganz gut zu Hause. Doch was tun, wenn das Baby unterwegs plötzlich muss? Die Kleinen pinkeln schliesslich noch ziemlich oft. «Man sollte sich ruhig die Freiheit nehmen, ein Kind in der Öffentlichkeit pinkeln zu lassen – auf einer Grünfläche oder im Gebüsch. Das darf für die Gesellschaft kein Problem sein», findet Messmer. Zudem könnten windelfreie Kinder oft erstaunlich lange warten, sagt sie, und erzählt von einer Mutter, die mit dem Auto unterwegs war, als der Kleine entsprechende Signale von sich gab. «Die Mutter sagte ihm, dass sie jetzt nicht anhalten könne. Er hätte aber Windeln an und könne es einfach laufen lassen. Als die Mutter zu Hause ankam, war ihr Sohn immer noch trocken.»

Also stört die gelegentliche Windel den Lernprozess nicht? Messmer verneint: «Oft ist das sogar nicht die schlechteste Lösung, denn diese Eltern sind entspannter und setzen sich nicht unnötig unter Druck: Wann immer sie die Signale erkennen oder das Gefühl haben, es wäre jetzt an der Zeit, halten sie das Kind ab. Dennoch ziehen sie ihm für den Fall der Fälle eine Windel an.» Empfehlenswert sind Stoffwindeln, spezielle Windelfrei-Unterhosen oder Hosen mit Einlagen. Hauptsache, das Kind spürt bei einer Panne, dass die Hose nass wird. Bei normalen Windeln passiert nämlich genau das nicht, da diese enorm saugfähig sind. Laut Kritikern ist das mit ein Grund, dass Kinder das Gespür für ihre Ausscheidungen verlieren und dadurch immer später trocken werden. «In den Verkaufsregalen stehen heute schon Windelhöschen für Acht- bis Zwölfjährige. Das zeigt deutlich, dass es einen Markt dafür gibt.»

Würden Kinder ab Geburt windelfrei leben, wäre das nicht nur besser für die Umwelt (lesen Sie dazu auch das Posting zum Thema «Windelberge»), sondern würde Eltern und Kindern auch viel Frust ersparen, ist Messmer überzeugt. Zudem sei es einfach absurd, dass gerade der hoch entwickelte Mensch jahrelang in seinem eigenen Dreck sitze. «Nicht einmal Vögel tun das, die Altvögel nehmen den Kot nämlich direkt vom Hintern des Kleinen und fliegen ihn aus dem Nest weg. Das sollte uns doch zu denken geben!»

Ist die seit den Siebzigern erhältliche Plastikwindel also mehr Fluch als Segen? Was denken Sie?

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152 Kommentare zu «Aufwachsen ganz ohne Windeln»

  • Danny Holzer sagt:

    Hört doch bitte auf mit 1 Milliarde Asiaten machen das auch so. Jeder der sich mit Asien auskennt weiss, dass dies einfach gelogen ist.
    In Asien praktizieren das nur Eltern aus den untersten Bevölkerungsschichten und das meistens einfach aus ökonomischen Gründen. Und eben diese Kinder leben dann auch meistens auf der Strasse, bzw. mit ihren Eltern im Geschäft und verrichten ihr Geschäft auf dem Boden, dem Trottoir, der Strasse, dem Innenhof etc. und werden nicht alle 30 Minuten über das Töpfchen geschwenkt.
    Alle anderen Asiaten, die der Mittel- und Oberschicht, und auch viele aus ärmeren Schichten haben sehr wohl Windeln. Moderen Windeln, aber auch waschbare Windeln.
    Das sieht man alleine an dem riesigen ökologischen Disaster, welches durch die Windeln in diesen Ländern entsteht.

  • Sandra sagt:

    Wenn man bedenkt, wieviel giftige Chemie und Chlorbleichmittel stecken, die man einem Baby mit Wegwerfwindeln tagtäglich fast ununterbrochen am Po befestigt, sollte man sich schon überlegen wie gesund das ist (abgesehen von den Chemiabfällen bei der Produktion und der Entsorgung nach Gebrauch).
    Der zweite Gedanke ist: wenn ein Kind ein Zeichen gibt, dass es „muss“, es dann abgehalten wird und einem nachher anlächelt- was will man mehr? Es vertieft die Kommunikation ohne Worte und das macht das Begleiten viel einfacher..
    Ein Stress oder ein Wettbewerb sollte es allerdings nicht sein. Zudem leben wir auch nicht im warmen Urwalt bei Minimaltemperaturen von 25Grad!!

  • Christina sagt:

    wir praktizieren windelfrei auch bei unserem 3. Kind seit es 2 Wochen alt ist. Er trägt zwar noch Stoffwindeln (und Nachts auch mal Plastikwindeln), aber wir halten ihn immer nach dem Aufwachen und bei den erwähnten Zeichen ab. Ist keine grosse Sache. Im Vordergrund stehen bei mir eindeutig die Würde und der Respekt, die ich meinem Sohn entgegenbringe indem ich auf ALLE seine Bedürfnisse eingehe. Das Resultat (bei 3 Kindern nicht repräsentativ, aber dennoch…): 3 gesunde, selbstständige, glückliche Kinder, die uns vertrauen und mit denen ich seit ganz klein eine erfüllende Beziehung und Kommunikation pflege. All das geht auch neben einer herausfordernder Teilzeitarbeit. Denn die Kinder können gut unterscheiden, bei wem es wie läuft! Einfach mal versuchen und staunen!

  • Erika Gisler sagt:

    Meine Tochter war mit zwölf Monaten trocken. Dies passierte eher zufällig. Lange Zeit glaubte ich nicht, dass dies anhält, weshalb sie noch einige Monate Windeln trug. Doch diese blieben stets trocken. Dass sie trocken wurde, kam so: Sie beobachtete mich mal auf der Toilette und brachte den Hafen. Ich wollte ihr die Möglichkeit geben, es Mama gleichtzutun, weshalb ich sie ganz angezogen auf den Hafen setzte. Daraufhin machte sie in die Windel. Tags darauf passierte das gleiche, worauf ich ihr die Windel abnahm und sie auf den Hafen setzte. Sie machte in den Hafen und freute sich. Von dem Moment an war sie trocken. Sie ist unser zweites Kind. Ich hätte dies nicht für möglich gehalten und hätte dies nie anvisiert. Aufgrund unserer persönlichen Erfahrung weiss ich, dass dies möglich ist.

  • Bea sagt:

    Es hat bei unseren drei Kindern sehr gut funktioniert.
    Vielen Dank an Rita Messmer für das wiederaufleben lassen sinnvoller und kinderfreundlicher Erziehungsmethoden.

  • Katharina sagt:

    Die neueste zuerst sortierung ist nicht sehr praktisch.

    • Katharina sagt:

      Und die wortlisten wieder….

      • Carolina sagt:

        Gebe Ihnen Recht, Katharina! Merkwürdigerweise muss anscheinend immer herumgefummelt werden – auch an Dingen, die jetzt eine Zeitlang gut funktioniert haben. Nicht nur diese neue Sortierung, sondern plötzlich sind auch die Warteschlaufen wieder da….. Bloss weil ich den Vornamen eines Mitbloggenden ausschreibe, gerate ich in den Filter.
        Funktionierendes könnte man doch einfach in Ruhe lassen!

  • Peter Kant sagt:

    Sie können das Leben der Naturvölker auch emulieren, gehen sie im Garten zelten und machen sie alles zu Fuss. Da merken sie schnell ob ein Kind auf die Toilette muss und sie haben auch viel Zeit dafür. Sobald aber das Leben komplexer wird ob der grossen Distanzen und der vielen unterschiedlichen Tätigkeiten, da sind Windeln auf einmal sehr willkommen.
    In diesem Sinne haben sie wenig zu tun dann können keine Windeln den Alltag abwechslungsreicher gestalten.

  • DontJustStandThereAndNodTamely sagt:

    >Du, mis Baby isch im Fall Windel frei! Weisch, wägem Umwältschutz!
    >>Oh, cool!
    > Aso. Ich muess jetzt hei gah, ich gsehn, dass de Shila-Blue grad gaggi muess.

    Bezahlte ihre 3 Chai-Latte im „Sterntaler“, stieg in den X5 mit 400 PS und düste nach Zumikon ab.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Herrlicher Kommentar! Da gab es mal die Debatte um die Latte Machiato-Mütter vom gentrifizierten Prenzlauer Berg zu Berlin, 2011 oder so. Die wurden schnell zum Gespött des gesamten Feuilletons, landauf- landab. Heute ist die Latte Machiato-Mutter zu einer festen Grösse im para-soziologischen Bereich geworden. Allerdings ist der Debattenlack langsam ab und ein geeigneter Ersatz wurde noch nicht gefunden, so viel ich weiss.. Aus der taz, schnell hin gegoogelt:

      http://www.taz.de/!5110280/

      • Zufferey Marcel sagt:

        Der Artikel ist zum Schreien, den habe ich noch nicht mal selber gelesen: Aber wer einen Schuss Berliner-Blut in seinen Adern hat, der wird sich köstlich amüsieren, ehrlich! Ja, und ich glaube, Anja Meier hat damals diesen ganzen Latte Machiato-Mutter-……………………. (das passende Wort vergessen) mit ihrem Buch auch ausgelöst.

  • Roas X sagt:

    „In den Verkaufsregalen stehen heute schon Windelhöschen für Acht- bis Zwölfjährige. Das zeigt deutlich, dass es einen Markt dafür gibt.“ Echt aber jetzt? Gesunde Zwölfjährige mit Windeln? Wie es da wohl um die Erziehungskompetenz der Eltern steht? Es gibt doch in den Kinderspitälern diese Abteilungen fürs Blasentraining von Bettnässern, da sollte man auch älteren Kindern mit Einnässungsproblemen helfen können.

    • ABCDEFG sagt:

      Es gibt auch Kinder mit Krankheiten und Behinderungen. Als pflegender Angehöriger ist man da dankbar, wenn es Hilfsmittel gibt.

  • soswald sagt:

    Ich finde windelfrei „in der Schweiz“ ein interessanter Ansatz. Hätten wir davon gewusst, hätten wir dies wohl aus rein ökonomischen Gründen ausprobiert.

    Übrigens es müssen keine Naturvölker sein. Kinder in Indonesien wachsen hauptsächlich ohne Windeln auf. Das sind Kinder aus allen Gesellschaftsschichten und Wohnstandards.

    • Danny Holzer sagt:

      Also eins muss jetzt einmal gesagt werden.
      Kinder in Asien machen dann ihr Geschäft auch sehr oft einfach auf die Strasse. Natürlich funktioniert dann Windelfrei. Ich habe Jahre in Asien, auch China verbracht und bin nicht nur einmal in Kinder-Kacka getrampt.
      die Kinder verbringen den ganzen Tag mit ihren Eltern am Stand auf der Strasse wo Sachen verkauft werden, oder direkt auf der Strasse. Es sind also ganz andere Gegebenheiten und es ist total eklig.
      Windelfrei ist sicher ökologisch ein Gedanke wert, aber in einem modernen Haushalt unmöglich.
      Ausser man hat 24h Zeit um das Kindli zu beobachte und zu warten bis es dann mal muss.
      Diese Kinder haben wir dann in der Gesellschaft, die vom Umfeld erwarten, dass man all ihre Bedürfnisse erkennt, da die Eltern alles hinterher tragen.

  • tststs sagt:

    Vorab: Ich finde Windeln nichts Verwerfliches und würdes es wohl auch so machen.
    Und nun, noch mehr meines Senfes zu einigen Kommentaren/Argumenten:
    -„Naturvölker“/frühere Zeiten: Selbstverständlich gilt diese Argument. Man muss nicht alle Lebensbereiche gleich mitvergleichen. Und dass Windeln halt schon ein wenig widernatürlich sind, beweist die ganze Wundsalbe-für-Babyfüdeli-Industrie.
    – Zeichengeben/ständig auf Abruf bereit sein: Nicht vergessen, auch Windelkinder geben Zeichen, wenn die Windel voll ist 😉 (oft schon mit olfaktorischer Vorankündigung). Leider geht der Blog zu wenig auf dies ein. Wer sich einmal ausführlich damit beschäftigt (evtl. inkl. Thematik der Zeichensprache bei Babies), dem werden evtl. auch die Vorbehalte gegen windelfreie Erziehung genommen.

    • Sportpapi sagt:

      „Nicht vergessen, auch Windelkinder geben Zeichen, wenn die Windel voll ist.“
      Stimmt. Und dann geht man in aller Ruhe einen guten Wickelplatz suchen. Und das nicht alle halbe Stunde, sondern erst, wenn es wirklich nötig ist.

  • Markus Schneider sagt:

    Eine Mutter, die den Namen verdient (nämlich eine mit Einfühlungsvermögen), die kann ihr (gesundes) Kind tatsächlich so stubenrein bekommen. Eine aber, die ihr Kind bloss eben mal gebärt und möglichst rasch wieder an die Arbeit und abendliche Parties abrauscht und ihr Kind an Fremde bei der „Kita“ abgibt, die kann es nicht. Ein bisschen anwesend sollte man halt schon sein, wenn man Kinder hat. Nur wenn man Komsomolzen als Kinder hat, dann braucht man das nicht. Die schei… dann aber dafür in Reih und Glied.

    • soswald sagt:

      und Väter?

    • tststs sagt:

      Nicht, dass ich Ihre Meinung teile, aber danke für das Stichwort „stubenrein“… Was man mit einem Welpen schafft, dürft doch wohl auch bei einem Menschenkind gelingen, oder? 😉

      • Danny Holzer sagt:

        Krippenkinder sind definitiv die Kinder die sozialer für unsere Gesellschaft sind und natürlich aufwachsen.
        Oder meinen sie, dass bei Naturvölkern alle Kinder alleine im Zelt der Mutter gelegen hat?
        So ein quatsch, befassen sie sich doch einfach einmal mit der Historie der Menschheit.
        Denn gerade Naturvölker haben meist ein sehr reges Gruppenleben, nicht nur Familienleben.
        Bei den indigenen Völkern z.B. war und ist es normal, dass sich eine Amme um die Schar Kinder kümmert, während die Mütter Essen besorgen (Sammeln und Zubereiten) und die Väter Jagen oder sonstige Tätigkeiten verrichten.
        In vielen Stämmen ist dieses System normal. Die Eltern haben da gar keine Zeit sich um ihre Kinder zu kümmern. Das Motto heisst überleben. Genau so wie bei uns die Menschen halt arbeiten müssen.

  • Lia sagt:

    nett für Hausfrauen, aber nicht für Eltern, die arbeiten müssen.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Wow – da sind wir schon seit Jahren aus der Windelzeit und diskutieren nun eifrig über eine Theorie, die wir nicht ausprobiert haben.

    Aber ja, die Argumente von Vogelkacke und Naturvölkern – die sind wirklich echt daneben. Als Argumente zählen nur Geld, Ökologie, und Erfolg (= Familiäres Wohlbefinden). Andere Argumente fördern unsachliches Denken, deshalb muss ihnen widersprochen werden.

    Geld und Ökologie spricht Für ein windelfreies Aufwachsen.
    Aber ob es auch erfolgreich ist? Falls nein, könnten sich auch die Punkte Geld und Ökologie ins Gegenteil verkehren. (Kleider, Bettwäsche und sonstiger Verschleiss + Verschleiss von Zeit, Energie und Nerven.)
    Aber eigentlich ist mir das völlig egal. Muss jeder selbst wissen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich denke inzwischen auch eher über Altwerden ohne Windeln nach. Wenn man es von der Position bedenkt, lässt man es besser beim Windeln.

      Es gehört schon viel Mut oder Dummheit dazu, über Jahrhunderte gewachsene Traditionen in Frage zu stellen. Die Frauen des Mittelalters hätten sich nicht stundenlang an den Fluss gestellt, um schweisstreibend Windeln zu schrubben, wenn es so bequem auch ginge. Die haben das bestimmt mal ausprobiert und festgestellt, das Kinderkacke und -pisse potentiell giftig sind.

  • maja sagt:

    Naturvölker haben keine Bücher über Kindererziehung. Ach muss das schön sein.

  • Susi sagt:

    Die Hebamme damals im Geburtsvorbereitungskurs erwähnte die Windellos-Methode und ich sah mich im Geiste schon, wie ich mein Baby zum Kacken über den kleinen Tram-Abfalleimer halte. (Ob darum jetzt die Zürchertrams abfalleimerlos sind, wegen den Zürcherhipstern und ihren windellosen Kindern?)
    Auf jeden Fall war mein zweiter Gedanke: „Schön, das ist ja richtig nah am Kind!“ und der dritte: „Aber das kann ich ja nicht, weil ich nach vier Monaten wieder mit der Arbeit beginne…“

    Ich denke schon, dass durch eine solche (tendenziös eingefärbte) Info bei unerfahrenen Eltern Verunsicherung und Unzulänglichkeitsgefühle ausgelöst werden können. Man will ja alles möglichst gut machen, und das Konkurrenzverhalten ist wohl selten so gross wie beim Umgang mit den eigenen Kindern…

    • Susi sagt:

      P.S. Zum Glück ging ich wieder arbeiten, sonst hätte ich einen solchen Blödsinn vielleicht sogar mitgemacht. Reichte ja schon, 7 Monate voll zu stillen und beim Pendeln abgepumpte Milch zu transportieren, um eine ganze Tiefkühltruhe damit zu füllen. Eben, man will halt immer alles richtig machen und damals hiess es, mindestens 6 Monate voll stillen.

  • ROMAMI sagt:

    In der Kita wird das kaum unterstützt… Also in der Praxis für die meisten Familien nicht umsetzbar. Viel eher kann man die Kinder wieder früh, jedoch ohne Druck, wieder motivieren, trocken zu werden. Wir haben dann keine teueren Windeln mehr gekauft und das Kind vermehrt blütteln lassen, um die Aussscheidung zu spüren. Mit 2 war sie trocken.

    • Ein Papi sagt:

      Wir haben 3 Kids so aufwachsen lassen. Allerdings mit Tagesmami. Es geht. Man muss es nicht so machen, der Vorteil ist allerdings: Mehr Arbeit zu Beginn, danach weniger… U.E. fühlen sich die Kinder auch besser dabei. Aber diese Aussage wage ich hier nicht mehr, sonst gelte ich als Ideologe ;o) Finde übrigens spannend, wie heute alle Kinderthemen unglaublich heftig diskutiert werden. Das Kind als Lebensprojekt, als Lebenssinn. Ratgeber, Tipps eine ganze Industrie lebt davon. Machen Sie es doch, wie ihr Bauch sagt. Das ist aber auch schon ideologisch ;o)

  • tststs sagt:

    Danke, 13 und Dieter Neth, dass Sie nicht auch ins allgemeine Hysteriegeheule (ja, HYSTERIE und GEHEULE) hier einsteigen…
    Ehrlich, niemand MUSS es so machen, aber das Ganze dermassen zu verschreien – wie in diesem Blog – … ehrlich, sagt doch am Ende mehr über den Schreier als das angeschriiene Objekt aus!
    1 Milliarde Asiaten können sich nicht irren…
    Aber ja, wenn ich den Beschreibungen hier drin folge, ist das europäische Durchschnittsbaby eh ein Sonderfall: Bisi alle halbe Stunde, Gaggi im 2-Stunden-Rhytmus und min. 5h pro Tag in den ÖVs unterwegs… 😉

    • Susi sagt:

      „1 Milliarde Asiaten können sich nicht irren…“

      Haha, voll lustig! (Oder ernst gemeint??)

      • Martin Frey sagt:

        1 Milliarde Asiaten sind auch scharf auf Tigerknochen, aber dies nur nebenbei… 😉

    • Brunhild Steiner sagt:

      @tststs

      Sie waren also auch schon bodenverhafteter…,
      1 Milliarde Asiaten können sich nicht irren?
      Auf welche Asiaten nehmen Sie da Bezug, und in was können die sich nicht irren?

      Nochmal, sauberes Trinkwasser (nicht bloss für den Menschen, das betrifft auch Tierhaltung, Landwirtschaft resp die Produkte davon etc etc und Gesundheitsvorsorge ist ua auch deswegen in jenen hochgelobten „Natur!!!“-Gegenden ein ziemliches Problem… .

      Und wer genau „schreit“ hier rum?
      Könnte es nicht auch sein, dass es etwas über Sie aussagt, wie Sie die Kommentare empfinden, resp da ebenfalls ein bisschen selektiv vorgehen?

      • Carolina sagt:

        Also wissen Sie, 13, unten werfen Sie uns Vorurteile vor und dass junge Eltern gefälligst für mündig gehalten werden sollen (was Sie Ihrer Meinung nach nicht werden, wenn ich eine klare Meinung zu Nicht-Windeln habe) und hier (und nochmal irgendwo) kommen Sie dann mit der Oekologie-Keule. Was ist denn das anderes als schlechtes-Gewissen-einreden bzw Unsicherheit ausnutzen – und genau das ist es, was mir so auf den Geist geht: machen Sie es selbst, wie Sie wollen, aber bitte lassen Sie die ideologischen und moralischen Keulen weg.

      • tststs sagt:

        @B. Steiner:
        1) 1 Mia.: come on… Sie kennen mein Hang zur Übertreibung 😉 (und ich meinte: Sie können sich nicht irren was die „Windelfrage“ betrifft)
        2) Securo gilt es auch für mich: Mein Kommentar sagt mindestens so viel über mich aus, wie über das von mir beschriebene Objekt

      • 13 sagt:

        Oh, liebe Carolina
        Ab jetzt werde ich mich selbstverständlich bemühen, Beiträge zu schreiben, die Sie nicht nerven. Geben Sie mir eine Liste, was erlaubt ist?
        Ich sprach hier in erster Linie von China und Asien. Und ja, ich halte es für moralisch verwerflich, Menschen in einem überbevölkerten Land ohne funktionierendes Abfallentsorgungssystem oder genug Geld, um Essen zu kaufen, einzureden, dass sie ihre jahrhundertlange Tradition aufgeben sollen und gefälligst das knappe Geld, das sie haben, in Windeln stecken sollen, damit man selber schön Geld verdient, unabhängig der Tatsache, dass dann die Leute dort in Abfall ertrinken. Die ökologische Moralkeule gegen Windeln in den westlichen Staaten habe ich nie hervorgeholt. Da halte ich Wahlfreiheit für wichtiger, was Mündigkeit voraussetzt.

      • Carolina sagt:

        Bitte lesen Sie meine Antwort an ts unten, gestern 18:04.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich glaube nicht, dass man den Asiaten einreden muss, dass gute Windeln bequemer sind als Schlitzhosen. Es gibt einen guten Grund, weshalb bereits heute in den Städten praktisch nur noch Windelkinder herumlaufen.
        Und es ist auch nicht in Ordnung zu erwarten, dass aufstrebende Länder auf unseren Lebensstandard verzichten aus ökologischen Gründen.
        Eigentlich ist es ja vielmehr seltsam, dass es bei uns Trends gibt, Fortschritte und Produktivitätsgewinne z.B. im Haushalt wieder herzuschenken. Zurück zur Natur, zu mehr Sinn? Oder hat man einfach Angst vor Bedeutungsverlust, wenn Haushalt/Kinder nicht mehr so viel Zeit brauchen wie früher? Ist das die Chance, die unser Wohlstand bietet, oder Wohlstandsdegeneration?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        „Und es ist auch nicht in Ordnung zu erwarten, dass aufstrebende Länder auf unseren Lebensstandard verzichten aus ökologischen Gründen.“

        Das habe ich so auch nicht gesagt. Wenn es aber keine vernünftige Abfallentsorgung gibt, dann bin ich der Meinung, dass man sich zuerst darum kümmern muss, bevor man noch mehr Abfall produziert.
        Natürlich ist jede Wahlfreiheit ein Luxusproblem. Nur sehe ich nicht, was daran falsch sein sollte, Errungenschaften auch mal zu überdenken und zu hinterfragen. Und sich dabei zu fragen, ob sie wirklich den gewünschten Erfolg gebracht haben. Wer bis 4 wickelt anstatt das Kind bis max. 2 auf die Toilette zu begleiten, darf sich schon die Frage stellen, ob das nicht schlussendlich ein Mehraufwand bedeutet. Auch finanziell.

    • 13 sagt:

      @ tststs
      Der dank geht zurück. Leider sind die Asiaten offenbar auch nur Menschen, die sich von sehr gutem Marketing der Grosskonzerne einwickeln lassen, so dass die Wegwerfwindel im Aufkommen ist…

      http://www.nido.de/artikel/eingewickelt/

      Ich will mir die ökologischen Folgen davon nicht einmal ausmalen.

    • Carolina sagt:

      ts: Sie sind doch sonst die Erste, die sich darüber beklagt, dass Eltern Erzieher, Lehrer etc für Ihre Erziehungsmethoden und Erwartungen verantwortlich machen – sind Sie wirklich der Meinung, dass Windeltraining (bzw Nicht-Training – und nochmal: über die Folgen für die Mütter, denen noch eine Erwartung mehr aufgehalst wird, die Bedeutung für die, die nicht unbedingt in ihrem Alltag mit dem Potty-Training fremder Kinder konfrontiert werden wollen und anscheinend neu Kita-Mitarbeiterinnen, die diese Eltern bei dieser Art von Erziehung unterstützen sollen/müssen/dürfen, ist ja gar nicht gesprochen worden) ein Diskussionsthema sein sollte? Oder habe ich Ihre Ironie nicht verstanden?

      • tststs sagt:

        Sorry, Carolina, den ersten Teil verstehe ich mich nicht…Meinen Sie, dass mein Post nicht der gängigen Einstellung meiner sonstigen Posts entspricht (wobei ich mich ja eeextrem durch meine homogene Meinung auszeichne *gg*)
        Zu Ihrer Frage: „…sind Sie wirklich der Meinung, dass Windeltraining […] ein Diskussionsthema sein sollte?“
        Ja, bin ich, und ich finde es sehr schade, dass hier bei den meisten der Abwehrreflex greift (und man sich nicht auf eine neue Idee einlässt).

      • Carolina sagt:

        Ts, nur noch kurz: Ich habe mich blöderweise in dieses Thema hineinziehen lassen, obwohl es mich eigentlich null interessiert, wie andere Leute es mit dem Windeltraining handhaben (blöd deshalb, weil meine ‚Argumente‘ natürlich widerlegbar sind).
        Mir geht es, eigentlich wie immer, eher darum, dass Neu-Eltern heutzutage mit sovielen Erwartungen, Diskussionen und angeblich fachmännischem ‚Rat‘ bombardiert werden, dass die Verunsicherung in aller Regel noch grösser ist als sie bei mir und meinem Jahrgang schon war. Und oft genug spielt eben der erhobene Zeigefinger mindestens eine Mitrolle: da wird dann mit der ökologischen bzw moralischen Ueberlegenheits-Keule gearbeitet. In unserer Praxis sehen wir Eltern, die ein Coaching brauchen, weil sie völlig verunsichert und ängstlich sind.

      • Carolina sagt:

        /2 Ich setze mich seit Jahren hier dafür ein, dass man mit diesem Blog jungen Eltern vermittelt, dass auch ihre Kinder gross werden, dass sie, wenn sie authentische Eltern sind, nicht nach (sowieso ständig wechselnden) Handbüchern arbeiten müssen, sondern mit sich selber die Geduld haben, in diese Rolle hineinzuwachsen.
        Daher: eine Diskussion darüber, wie man das Kind ’stubenrein‘ bekommt – kein Problem. Aber dieses unterschwellige ‚ich-bin-ein-besserer-Mensch-als-Du‘ – das stösst mir immer wieder auf.

      • 13 sagt:

        „Aber dieses unterschwellige ‚ich-bin-ein-besserer-Mensch-als-Du‘ – das stösst mir immer wieder auf.“

        Aber wo steht das?

  • Dieter Neth sagt:

    Jetzt werden bestimmt wieder die Schweizer Bedenkenträger in Massen hier aufkreuzen und ihr „aber das geht doch nicht“ loslassen. Natürlich geht so etwas. Sonst gelten doch die Asiaten auch immer als Vorbilder. Die ersten 6 Monate vielleicht nicht, aber so ein kleines Kind muss auch nicht immer im Zug oder Tram fahren. Hätte ich nochmals Kinder, ich würde es bestimmt ausprobieren. Schon alleine das ganze Geld, das man da spart. Und das Kind bekommt die Aufmerksamkeit, das es braucht und entwickelt ein gesundes Körperbewusstsein. Heutzutage ist die ganze Gesellschaft viel zu verkopft. Unsere wurden übrigens mit 15-18 Monaten windelfrei. Sobald es nach „Grossem Kind“ duftet, ist es Zeit, aufs WC zu gehen. Nach ein paar Tagen wussten die, worum es ging.

  • Sven Örensohn sagt:

    Mir fehlt hier auch ein Steament der SBB oder des ÖV im allgemeinen wenn ein Kind im Bus uriniert oder einen Gagi macht. Am Ende macht man sich selber keinen Gefallen und den Kindern auch keinen, ich bezweifle das Kinder freude haben wenn sie angeglotz werden nur weil sie Pipi machen und dann noch die agressiven Menschen die auf die Mutter verbal oder tätlich losgehen und das noch vor den Kindern. Man stelle sich vor ihr seit im Restaurant am essen und eine Mutter neben an hebt ihr Kind damit es auf den Boden scheisst. Als Vater von Kleinkindern drehen sich mir die Augen.

    • 13 sagt:

      Ähhhmmm, soviel ich weiss haben sowohl die Züge wie auch die Restaurants Toiletten. Und auch naturbezogene Hippies benutzen diese. Warum auch nicht für die Kinder.

      Apropos SBB: Mein Kind hat am Freitagabend im Zug plötzlich und ohne irgendwelche Anzeichen quer über den Sitz gekotzt. Selten habe ich soviel Anteilnahme und Hilfe der Zugbegleiterin wie auch der anderen Mitreisenden erhalten. Es gibt also auch noch nette Menschen, wofür ich sehr dankbar bin.

      • Carolina sagt:

        Ich würde jeder Mutter, deren Kind im Zug kotzt oder sonst einen ‚Unfall‘ hat, auch helfen – wir alle haben das wohl mal erlebt und (ich auf jeden Fall), dass man mit einem gewissen Verständnis rechnen darf. Aber wenn ein Kleinkind ohne Windel mit mir im Zug reist, Unfälle hat und dann die Eltern von mir Verständnis dafür erwarten, dass wir alle sozusagen in Geisel-Stinke-Haft dafür gehalten werden – nein, da hört mein Verständnis auf. Das hat mit einem Unfall überhaupt nichts zu tun, sondern ist eine ziemliche Zumutung.

      • Susi sagt:

        @Caro: „Geisel-Stinke-Haft“

        😀

      • 13 sagt:

        @ Carolina
        Nun gibt es ja bei Kindern bekanntlich die Zwischenphase, wo das Kind eigentlich trocken ist, aber trotzdem mal etwas daneben gehen kann. Was tun Sie da? Windelhaft bis zum 10. Geburtstag?
        Ich bin ja für einiges offen, aber doch erscheint mir die Aussicht neben einer Mama zu sitzen, die wenn das Kleinkind muss, aufsteht, es über die Toilette hält und dann wieder zurückkommt (ich hüte auch sehr gerne den Koffer oder das ältere Kind, wenn es sein muss), einiges angenehmer, als neben derjenigen, die mit einem Kind mit voller Gaggi-Windel da sitzt. Mal davon abgesehen, dass gerade Pampers schon beim ersten Bisi einen ekelhaften Geruch absondern, den man jedoch nicht wahrnimmt, wenn man an Wegwerfwindel und parfümierte Waschmittel/Weichspüler gewöhnt ist.

  • Sven Örensohn sagt:

    Ökologisch, wer ökologisch sein will, kauft seinen Kindern keine Spielsachen und keine Kleider. Naturvölker tragen auch keine Kleidung und ihre Kinder haben kein Velo und keine Spielsachen. Sollte man Kindern nicht den Schutzhelm beim Velofahren verbieten, es ist ökologischer und Urvölker tragen auch keinen Velohelm. *Ironie aus* Was die Autorin unter ökologisch versteht würde mich gerne wunder nehmen und welchen Schaden entsteht der Umwelt duch Windeln? Ich bezweifle, dass unsere Polizei gegen Illegale-Einwanderer vorgeht, aber urinieren in der öffentlichkeit ist Strafbar, ich traue denen und unseren Politikern zu das solche Mütter und ihre Kinder bestraft werden. Im weiteren ruft die Autorin zu einer Straftat auf, was rechtlich verfolgt werden kann.

  • Peter Kuster sagt:

    Hmm, das gewählte Bild ist aber nicht ideal…oder kann das Bébé sein Geschäft etwa reinlich durch den Body durch verrichten. Wow, das wäre dann mal was Neues!

  • Ruth w. sagt:

    Bei der Geburt sauber ohne Windeln. Mit 6 Monaten sprechen können und schreiben mit einem Jahr. Dann die 2. und 3. Fremdsprache und mit 5 ab in die Wirtschaft. Man kann ja alles und muss überhaupt keine Kindheit mehr haben. Gruss von einem omi, das Windeln noch gewaschen hat und pampers nicht kannte

  • 13 sagt:

    Ich finde es ja wieder einmal ganz amüsant, wie energisch der Widerspruch kommt, wenn sich jemand wirklich die Freiheit nimmt vom 0-8-15 abzuweichen. Und man wirft einfach mal mit Vorurteilen und Kritik um sich. Steht denn im Text, dass nun ein Windelfrei-Gesetz kommt und Windeln verboten werden? Man könnte auch einfach nur sagen: „Interessant, aber nichts für mich“ und gut ist. Warum diese Vehemenz?

    • Laura Blau sagt:

      @13: Bei mir erwacht da gleich der Beschützerinstinkt. Ich möchte werdende und junge Eltern vor solchen Ideen (Ideologien?) bewahren. Es gibt schon genug Ratschläge, die sich easy anhören, im Alltag dann aber nicht funktionieren und nur Stress produzieren.

      • 13 sagt:

        Frau Blau, ich halte nun mal junge Eltern für urteilsfähige Menschen, die man nicht vor irgendwelchen Informationen und das ist es doch in erster Linie, bewahren muss, sondern man kann ihnen durchaus zutrauen, verschiedenes zu hören und daraus zu filtern, was für sie passt. So kann für den einen ein Ratschlag Stress bedeuten und für den anderen eine Erkenntnis. Ich kenne auch sehr ökologisch bewusste Eltern, die der Gedanke an die Windelberge stresst. Oder die mit einem wunden Po kämpfen. Oder sich fragen, warum ihre Kinder beim stillen plötzlich so unruhig sind oder nachts aufwachen. Für diese können solche Tipps eine Hilfe sein. Dass es irgendjemand als „so muss es sein“ verkauft hätte ich bisher sehr selten gehört. Ja, gibt es auch, ist aber nicht das „Normale“.

      • Martin Frey sagt:

        Ich denke, Sie unterschätzen etwas die allgemeine Verunsicherung, die Ueberforderung vieler grad junger Erstgebärender, 13. Das hat primär nichts mit fehlender Urteilsfähigkeit zu tun, sondern mit dem Umstand, dass man sich auf Schwangerschaft und Geburt eben nur bedingt vorbereiten kann. Dafür wird man von allen Seiten mit (Halb-)Wahrheiten, Ratschlägen und Weisheiten überzogen, welches in seiner Summe nicht zwingend zu mehr Klarheit führt. Es ist die Erfahrung, die fehlt, und die man bei aller guter Vorbereitung einfach nicht haben kann. Daher stützen sich viele junge Mütter instinktiv auf die Erfahrungen anderer, meist älterer Frauen, seien es Hebammen, Arztgehilfinnen, Ratgeberinnen oder was auch immer.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Ja ok, aber was heisst das jetzt? Dass die „Erfahrenen“ sich für eine Linie, diese möglichst angepasst an den Mainstream entscheiden müssen (Stillen max. 6-12 Monate, ab 4 Monate Brei, Windeln, Kinderwagen mit zwischendurch Ergänzung durchs tragen, Beistellbett für 4 Monate und danach ins eigene Zimmer?) und dann auch nur das weitergeben dürfen, weil alles andere die Eltern überfordern könnte? Und wenn es sich für jemanden falsch anfühlt, dann das unterdrücken? Ich halte es für falsch unsichere und unerfahrene Eltern für unmündig zu erklären. Wertfreies aber vollständiges Aufklären würde dazu führen, dass sie eine echte Entscheidungsfreiheit hätten. Dafür dürfen aber Informationen nicht unter den Tisch gefegt werden. Weil nun mal nicht alle Menschen gleich sind.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das heisst für mich in erster Linie, dass junge Eltern ausgewogene, umfassende Informationen erhalten sollten. Und keine einseitigen Werbetexte.

      • Martin Frey sagt:

        Heute verdrehen Sie für meinen Geschmack etwas viele Dinge, 13.
        „Und wenn es sich für jemanden falsch anfühlt, dann das unterdrücken?“
        Hat niemand behauptet. Ich habe lediglich andeuten wollen, dass Erstgebärende teils einem „Indoktrinationsoverkill“ ausgesetzt sind, was es für diese noch schwieriger macht, sich eine klare Meinung zu bilden.
        „Ich halte es für falsch unsichere und unerfahrene Eltern für unmündig zu erklären.“
        Auch das wurde mit keiner Silbe erwähnt, im Gegenteil. Auch von „Unterdrückung“ ist wohl nirgends die Rede. Ansonsten müssen Sie mich anhand von Beispielen korrigieren.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ok, einverstanden. Aber dann hätte ich auch gerne, dass auf der Pampers-Probepackung, die man ja schon im Babykoffer erhält, auch erwähnt wird, dass man diese auch weglassen und das Kind windelfrei erziehen kann. Solange sich aber Einzelne Firmen mit Marketingbudgets in Milliardenhöhe gegenüber sehen, finde ich die Forderung, dass diese gefälligst neutral sein sollen, etwas zynisch. Zeigen Sie mir in der Schweiz einen Menschen, der nicht weiss, dass man Babys mit Wegwerfwindeln wickeln kann. Diese Information ist doch mehr als bekannt. Und Neutralität wird dann dadurch gewonnen, dass auch Alternativen aufgezeigt werden.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Wenn Sie aber direkt Informationen filtern, um Jungeeltern vor diesen zu „bewahren“ (Zitat Frau Blau), dann trauen Sie Ihnen ja die Filterung nicht zu. Das nenne ich für unmündig erklären. Und damit lassen Sie es eben nicht zu, dass diejenigen, die mit dem 0-8-15 Tipp nicht umgehen können, weil es sich irgendwie nicht richtig anfühlt, Alternativen erhalten. Es ist nicht einfach, Entscheidungen zu treffen, wenn man keine Erfahrung hat. Noch schwieriger ist es aber, wenn man gegen ein „alle machen das so“ ankämpft.

      • Martin Frey sagt:

        @13: Dann richtete sich aber Ihr Post an Frau Blau, richtig? Da kann ich mit Vorbehalten Ihren Argumenten zustimmen.
        Sie haben aber micht direkt adressiert.

    • Sportpapi sagt:

      Wenn sich jemand einfach die Freiheit nimmt, vom 0-8-15 abzuweichen, wird das ja sicher noch niemanden kümmern. Wenn er/sie dies allerdings auf einem Blog verbreitet – und viele dieser Eltern, die etwas Spezielles tun, scheinen ein grosses Sendungsbewusstsein zu haben und gerne darüber berichten zu wollen (und damit auch Geld verdienen?) – dann ist das etwas anderes. Und wenn man so etwas missionarisch auf einem Elternblog zur Diskussion stellt, sind die entsprechenden Reaktionen zu erwarten. Ja, sie sind ja erwünscht.
      Ausserdem kann man hier nicht ständig über die armen Mütter jammern, die wegen Kinderbetreuung nicht wie gewünscht ausser Haus arbeiten können, und dann verherrlichen, wenn sie sich zusätzlich Steine in den Weg legen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Warum zusätzliche Steine? Ich wurde bei der Kitaanmeldung meines dritten Kindes direkt gefragt, ob mein Kind Windeln trägt. Es war da 3 Monate alt. Ich war überrascht, fand es aber ganz schön, dass man da so offen ist. Und genau darum geht es doch: Man verbreitet Informationen, dass es auch anders geht, als gewohnt. Weil das „normale“ kennt ja jeder, das andere nicht. Also machen diese Informationen Sinn.

      • Carolina sagt:

        Wie bitte, 13? Sie wurden gefragt, ob Ihr Kind mit 3 Monaten (!!!!) Windeln trägt? Ja, was denn sonst? Gibt es tatsächlich Kitas, die akzeptieren würden, dass sie die keine-Windel-Politik der ach-so-coolen Eltern in der Kita fortsetzen müssen? Für meine Begriffe hat eine solche Frage nichts mit Offenheit für Neues zu tun (es sei denn, bei der Antwort ’nein‘ würden sie das Kleinkind freudig aufnehmen), sondern damit, ca 99% der Eltern ein latent schlechtes Gewissen einzureden – Eltern, die in der Regel gerade bei Kleinkindern noch unsicher und anfällig für alle möglichen kuriosen Erwartungen sind.
        Da gebe ich SP absolut recht: das sind eben nicht nur Informationen, sondern mit diesen ist eine Botschaft verbunden an Eltern: optimiert Euch, Ihr genügt nicht!

      • Laura Blau sagt:

        @ 13: Natürlich dürfen solche Informationen verbreitet werden. Ich denke nur, das Bild wäre ein bisschen verzerrt, wenn sich niemand negativ darüber äussern dürfte.

      • 13 sagt:

        @ Caro
        ??? Echt jetzt? Warum so aggressiv? Also, ich fühlte mich nicht als Rabenmutter, weil ich das Kästchen bei „ja“ angekreuzt habe. Im Gegenteil ging ich sogar davon aus, dass es der Kita lieber ist, wenn das 3-monatige Windeln trägt. Sorry, aber wer so empfindlich ist, der hat echt ein Problem.

        @ Frau Blau
        Natürlich, ich bin der Meinung, dass jeder, der sich in die Materie eingelesen hat oder sie sogar probiert hat, sich negativ äussern darf. Den anderen (und damit auch mir selber, was das Probieren anbelangt) gewähre ich persönlich höchstens ein „Das wäre also nicht für mich. Ist mir zu kompliziert.“ o.ä. zu. Aber bestimmt keine Beschimpfung derjenigen, die es versuchen und davon erzählen. Toleranz ist nicht verhandelbar.

      • Martin Frey sagt:

        @13: „Den anderen (und damit auch mir selber, was das Probieren anbelangt) gewähre ich persönlich höchstens ein „Das wäre also nicht für mich. Ist mir zu kompliziert.“ o.ä. zu.“
        Das nehme ich Ihnen nicht ganz ab. Man muss nicht jeden Humbug selber ausprobiert haben um zu wissen, dass es nichts taugt. Ausser Sie würden das für Alkohol (und andere Drogen) in Schoppen von Neugeborenen auch so handhaben 😉 („Das wäre also nicht für mich. Ist mir zu kompliziert.“)
        Das hat irgendwann nichts mehr mit mangelnder Offenheit zu tun, sondern mit gesundem Menschenverstand und einer klaren, darauf basierenden Haltung. Dies ist jeder Person unbenommen, genauso wie die Haltung der Leute, die das aus irgendeinem Grund gut finden. Beides ist ok, solange niemand zu Schaden kommt. Das ist Toleranz.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Haben Sie heute irgendwelche Beschimpfungen gesehen? Von mir nicht. Obwohl ich die Leute schon ein bisschen für Spinner halte. Was ich auf der anderen Seite keineswegs ausschliesslich negativ verstanden wissen will.

      • Carolina sagt:

        13, wenn Sie meinen Post als aggressiv verstehen, entschuldige ich mich. Dachte aber, ich hätte mir einfach das Recht genommen – wie alle anderen auch – eine dezidierte Meinung von mur zu geben, ohne dass ich mich in die Materie ‚hineingearbeitet‘ hätte. Es hat mich wirklich sehr gewundert, dass Ihnen diese Frage gestellt wurde – zugegeben, das letzte Mal, dass eines meiner Kinder in die Kita ging, ist 6 Jahre her. Aber sollten sich die Zeiten so geändert haben? Oder war die Frage nicht doch etwa als Absicherung gemeint, um bei einem ‚Nein‘ umgehend die Ablehnung zu äussern?

      • 13 sagt:

        @ MF
        Sie vergleichen windelfrei mit Körperverletzung? Und sprechen den Menschen einen gesunden Menschenverstand ab (scheinbar ja nicht nur den windelfrei erziehenden sondern grundsätzlich allen Jungeltern -> siehe oben)? Nein, das ist keine Toleranz.

        @ Sp
        Zusammenfassend: Blödsinn, unmöglich, alltagsuntauglich, sie binden sich zu Hause an, stinken, überfordern sich selber und das Kind etc. etc. Ja, das halte ich alles für völlig überflüssige Vorurteile von Menschen, die sich nie mit der Materie beschäftigt haben.

        @ Caro
        Da ich die Kita seit längerem kenne und sie mich auch, habe ich nachgefragt und sie meinten, das sei eben neue Politik, offen zu sein, für verschiedene Lebensmodelle. Da brauchte ich es nicht, beim Tragen und Muttermilch war ich froh drum.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich wiederhole mich: Doch, ich habe mich mit der Materie beschäftigt. Indem ich verschiedenen Erfahrungsberichte gelesen habe. Die „Studie“ von Rita Mess mer zum Thema. Die häufige Einbettung in „Attachment Parenting“, dich ich inhaltlich auch bei Ihnen sehe.
        Aber ich wundere mich nicht, dass Sie ausser dem Vorwurf der Intoleranz heute wenig zu bieten haben, schon gar nicht argumentative Entkräftigung der Bedenken, die ich noch einmal wiederhole: Fokussierung auf Mutter-Kindbeziehung, Probleme bei Fremdbetreuung (wer macht da mit?) und damit Probleme bei Erwerbstätigkeit der Mutter, grosser Aufwand.
        Von den „Unfällen“ habe ich noch gar nicht gesprochen – die werden in all diesen Seiten eher nicht erwähnt.

      • Sportpapi sagt:

        Ausserdem wundere ich mich, dass ausgerechnet Sie, die mir immer wieder erklären, dass wir Kinder nicht erziehen können, dass wir ihre Entwicklungsschritte nicht beschleunigen können, hier das Gegenteil unterstützen.

      • Martin Frey sagt:

        Ich habe Sie nur bei Ihren eigenen Worten genommen, 13, das ist alles. Mit einem aus Ihrer Sicht wohl absurden Beispiel, welches aber für andere nicht ganz so absurd tönen mag, denn das wird häufiger gemacht als Sie sich wohl vorstellen können.
        Es waren Sie, die anderen implizit das Recht auf eine klare Meinung absprechen wollten (O-Ton: „Den anderen (und damit auch mir selber, was das Probieren anbelangt) gewähre ich persönlich höchstens ein „Das wäre also nicht für mich. Ist mir zu kompliziert.“)
        Nochmals, meine Haltung ist Leben und Leben lassen. Solange niemand zu Schaden kommt. Trotzdem erlaube ich mir eine klare Meinung wie Sie es auch tun.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich sprach doch alle Kritiker an, nicht Sie persönlich.
        Und welchen Schritt überspringe ich da? Einen, der den Kindern zuerst antrainiert wird, um sie dann entwöhnen zu können?
        Ich argumentiere hier und heute für Toleranz, für Offenheit gegenüber anderen Ansichten/Lebensformen und auch für eine Information, die sehr wichtig ist. Da ich selber keine Erfahrungen habe, traue ich mir das Pro-windelfrei-Plädoyer nicht zu und lasse es. Es wäre eh kaum glaubwürdig, da ich mich ja dagegen entschieden habe. Ich verstehe nur nicht, warum man Menschen, die eben nicht das Gewöhnliche tun, derart runtermachen muss. Und das ist es, was in den entsprechenden Kreisen (Sie haben da recht) immer wieder zum Thema wird. Leider.

  • Anh Toàn sagt:

    Bei Naturvölkern war ich noch nie, die gibt es noch auf Papua Neu Guinea und tief im Amazonas. In Vietnam laufen bei den Bauern auf dem Land die Kinder ohne Windeln rum, warum sollte man sich bemühen, die Hunde und Katzen pissen und kacken auch das ganze Haus und dessen Umgebung voll. Der Boden ist ohnehin nur Stein, kann leicht mit viel Wasser abgespritzt werden. Umweltmässig ist auch besser, wenn nur die Fäkalien und nicht auch noch Windeln dazu irgendwo in den Fluss geworfen werden.

    • Brunhild Steiner sagt:


      und genau weil überall rumgekackt, auch in Trinkwasserbezugsquellnähe, wird, verbreiten sich dann Durchfallerkrankungen- da ist die mitschwimmende Windel zwar ein Problem, aber da kleinere….

      • Anh Toàn sagt:

        Für die grösseren und die Erwachsenen wird ein Loch gegraben, dieses mit Wasser und kleine Fische einer Art, welche sich von Fäkalien ernähren kann. Sind die Fische gross, werden diese sorgfältig geputzt und dann gekocht. Ob das sehr gesund ist, bezweifle ich.

      • 13 sagt:

        Ist das Ihr Ernst, Frau Steiner? Bei uns hier ist es klar ein Luxusproblem, wie wir es handhaben, aber in anderen Gegenden nicht. Gerade an Orten, wo ganze Städte in Müllbergen verschwinden und wo sich die Menschen das Essen kaum leisten können, aber dank den tollen Marketingstrategien von Nestle und Pampers nun das Geld lieber in Milchpulver und Wegwerfwindeln stecken, ist die „mitschwimmende Windel“ eine Katastrophe. Zumal auch dadurch Fäkalien ins Trinkwasser geraten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        tut mir leid, aber Sie scheinen mir auf diese Problematik nun wirklich nicht grad die allergrösste Kenntnis zu haben, siehe Bsp von AT, diese Fische bspw empfehlen sich tatsächlich nicht unbedingt zum Verzehr (und so wird das tatsächlich oft gehandhabt), und warum denken Sie heisst es in jenen Gegenden für die Touristen „cook it, boil it, peel it or forget it“, und zwar schon lange vor Plastikwindeleroberungszug!
        Und ja, das ist mein Ernst, für die dort Lebenden sogar tod-ernst.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        es ist eben gerade diese Nähe von Ausscheidung und unmittelbare Umgebung welche grosse gesundheitliche Risiken mit sich bringt.
        Es wurde schon immer so gemacht, und dementsprechend wurden auch nie alle so alt wie sie hätten werden können.

        Die Slums welche Sie ansprechen haben mit dem jetzigen Thema keinen Zusammenhang, Zugang zu sauberem Wasser, Grundwasservorsorge etc hingegen schon.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        Es ist die ungesunde Nähe von Ausscheidungen und nicht sachgerechter Umgang mit ihnen, welche die Grundwasservorkommen zu Bakterienschleudern verkommen lassen, ein riesen Problem in Gebieten wo Wasser ohnehin nicht grad reichlich vorhanden ist, regelmässige Überschwemmungen die Systeme lahmlegen/zusätzlich verschmutzen etc

      • tststs sagt:

        Aber Sie sehen doch auch hier, B. Steiner, dass ein grundsätzliches Hygieneproblem besteht, egal ob das Gaggi jetzt mit oder ohne Windel daher kommt.

        Ausserdem möchte ich mal gesagt haben, dass diese ganze Kausalkette windellose Babies –> Verbreitung von Cholera etc. auf ziemlich schwachen Beinen steht…

      • 13 sagt:

        @ BS
        Ich streite das Problem nicht ab. Aber dass man dieses mit einer Plastikwindel lösen soll, die noch irgendwo entsorgt werden muss, ist mehr als naiv. Diese schafft in diesen Gegenden extreme Probleme und diese kann man nicht einfach wegdiskutieren, weil es gerade passt. Wie gesagt haben wir hier die Wahl und das ist auch gut so. Aber in diesen Gegenden geht es, wie Sie richtig sagen, um Leben und Tod.

      • Anh Toàn sagt:

        Brunhild Steiner “ Trinkwasserbezugsquellnähe“

        Nun Trinkwasser kommt in Flaschen aus der Wasser- und Eisfabrik (Eis zum Getränke kühlen). Dort wird das Wasser entsprechend aufbereitet, was die als Ausgangsprodukt nehmen, weiss ich nicht. Aus den Leitungen kommt „Brauchwasser“. Aber der Verbrauch an Trinkwasser ist verschwindend klein verglichen mit unserem, wir duschen und waschen unsere Hintern, die Wäsche und auch Autos, sprengen den Rasen und giessen Blumen mit Trinkwasser: Anscheinend gibt es noch genug Trinkwasser auf der Welt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tststs

        die Ausgangslage im Text suggeriert: windelfrei ist gesund, weil, das machen ja auch die Naturvölker, wie konnten wir uns nur so weit von dieser gesunden Natürlichkeit wegentwickeln!

        Und das ist, ganz freundlich, nicht korrekt, nicht den tatsächlichen Lebensumständen entsprechend. Unwahr.
        Wahr ist, diese Praxis verursacht gerade in jenen Gegenden welche uns hier als Beispiel zur Nachahmung schmackhaft gemacht werden, massive Probleme.
        Wenn man windelfrei promoten will soll man deshalb auf Naturvolkhinweise einfach verzichten!
        Das ist alles worum es mir vor allem gegangen ist, wir könnten nun natürlich auch den Kreis öffnen, ist es so viel schlimmer, wenn die nun Windeln konsumieren und, im Idealfall, verbrennen?

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        Wären Windeln, auf der langen Liste aller Begehrlichkeiten die uns nämlich vielleicht noch viel mehr zu schaffen machen werden, nicht eines der sinnvolleren Produkte welche durchaus zugestanden werden könnte?
        Wo man auch Hand zu entsprechend vernünftigen Entsorgungslösungen bieten könnte?
        Was bei Industrie- und Autoabgasen schon schwieriger sein wird?
        Ich finde es einfach ziemlich weltfremd wie sich hier bequem zurückgelehnt wird und gesagt: ist doch gut brauchen die keine Windeln! Stellt euch mal vor wenn die auch noch!
        Ja, stellen „Sie alle“ sich doch mal vor wie viel weniger Parasiten, Durchfall und bessere Ausgangslage was Gesundheit von Mensch&Tier&Pflanzen diesen Menschen geboten werden könnten!

      • Brunhild Steiner sagt:

        test

      • Brunhild Steiner sagt:

        also, letzter Versuch, dass dort jeder sein eigenes Auto will ist weit beängstigender als erhöhter Windelverbrauch mit einem vernünftigen Entsorgunskonzept, welches ganz viele Probleme lösen könnte.
        Aber ist ja ziemlich bequem aus unsrer Infrastrukturwelt denen das Windeln-haben-wollen schlechtzureden.
        Sind ja nicht unsre Hütten die nach Pisse (ua) stinken…

      • Brunhild Steiner sagt:

        … oder es auch den „hiesigen“ mit Hinweis: und jetzt stell dir mal vor wenn das noch jeder in Asien machen würde, diese Müllberge, kannst du doch im Leben nie wollen, oder??!!! madig machen, womit wir wieder beim schlechten Gewissen, von Carolina eingebracht, ständen.

        Ja, dieser Zusammenschluss nervt mich echt gewaltig, das ist wohl unübersehbar, und ich nehme mich jetzt deshalb auch raus 😉

  • Hanspeter Müller sagt:

    Eine weitere Methode der Mutter ein schlechtes Gewissen einzureden wenn sie nicht 24h bei ihrem Kind zu Hause ist. Nimmt mich nur Wunder, wie das bei den angeblichen „Naturvölkern“ funktionieren soll mit dem Augenkontakt wenn das Kind auf den Rücken gebunden ist und die Mutter auf dem Feld arbeitet. Ausgerechnet bei den „Naturvölkern“ kann sich nämlich keine Mutter leisten 24h am Tag nur das Kind zu hüten, dann gibts nämlich nichts zu Essen am nächsten Tag. Es lebe die Sozialromantik.

    • Christian Gnos sagt:

      Wenn das Kind körpernah am Rücken getragen wird, bemerkt man sehr viel früher, ob das Kind am Aufwachen ist und unruhig wird – lange bevor es die Augen für den Augenkontakt öffnet!
      Ausserdem machen die Kleinen sehr ungern Pipi, wenn sie im Tuch sind. Sie erleichtern sich aber mit grosser Zuverlässigkeit, sobald sie aus dem Tuch genommen werden.

      • Stevens sagt:

        @Christian: Ojee. Und wofür das Ganze?

        Das Baby kann ja auch ganz gemütlich im Kinderwagen pfusen und in die Windeln Pipi machen.
        Wo ist das Problem?
        Ich beobachte Diskussionen zu „windelfrei“ und „Tragebaby“ (weil du das erwähnst) ein bisschen und staune immer wieder: Viele machen hier mit und versuchen andere mit aller Vehemenz davon zu überzeugen.
        Können aber auf die einfache Frage, was es denn bringt, was man dem Baby damit Gutes tut, keine Antwort bringen.

        Also: Wofür das Ganze?

      • tststs sagt:

        „Können aber auf die einfache Frage, was es denn bringt, was man dem Baby damit Gutes tut, keine Antwort bringen.“
        Doch gerne: Der grösste Vorteil für das Baby ist sicherlich die hygienischen Umstände, sprich: kein Windelausschlag (und Schlimmeres).
        Ein weiterer Grund ist tatsächlich – auch wenn sich IMHO niemand in unseren Breitengraden deswegen ein schlechtes Gewissen machen muss – die Ökologie. Man stelle sich wirklich (den Windelberg) vor, der gesamte asiatische Raum würde Wegwerfwindeln wie wir benutzen.
        Wer mag, darf auch gerne noch ein wenig good ol‘ Siggi (und dies Auswirkungen auf die Psyche) auf die Pro-Liste schreiben… aber wirklich nur wer mag 😉
        Wahrscheinlich käme noch eine kleine Zeitersparnis dazu, bin aber nicht ganz sicher.

      • Stevens sagt:

        @tststs:
        – Windelausschlag: Ist bei uns ja nicht wirklich ein Problem und gut behandelbar.
        – Was meinen sie mit „Auswirkungen auf die Psyche“?
        Sie stellen einfach Dinge in den Raum, ohne diese irgendwie zu belegen. Als ob windelfreie Kinder irgendwie kluger, ruhiger, ausgeglichener oder was auch immer sein sollen. Purer Quatsch.
        Mit anderen Worten: Es ist Religion.

        – Das einzige Argument, was zumindest teilweise zieht, ist das der Ökologie. Wobei sich dieses bei uns auch relativiert. Bei uns ist der Abfall nicht einfach verloren, sondern sorgt für Energie und heizt die Häuser.
        Ob man also mit Erdöl heizt oder mit Windeln (die letztlich auch aus Erdöl sind), ist also quasi dasselbe.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Ich versuche gerade die hygienischen Umstände von Windelkindern zu vergleichen mit Kindern, die einfach einen Schlitz in der Hose haben, so dass ihr Gesäss teilweise frei bleibt. Hm.
        Auch sonst sind die Argumente etwas an den Haaren herbeigezogen, angefangen beim Windelausschlag bei modernen Windeln (das mag bei Stoffwindeln noch etwas anders sein).

  • Barbara Grohé sagt:

    Ich halte das für einen ausgemachten Blödsinn und denke, dass in der heutigen Zeit dieser „Aufwand“ von jungen beruftätigen oder studierenden Müttern garnicht bewältigt werden kann. Dann noch der doofe Hinweis auf die Naturvölker. Gehts noch. Die hatten noch ganz andere tolle Ideen die wir umsetzen könnten aber es nicht tun. Warum man z.B. eine Still-App „braucht“ ist mir auch schleierhaft. Schaut doch mal nach wie es die Natur-Völker gemacht haben.

    • Ka sagt:

      Oh super die Idee mit der App. Man könnte ja eine Body entwickeln mit integrierter Messfunktion der Darmtätigkeit (genaue Lage und Konsistenz) inkl. Füllgrad der Blase, gibt dann einen rechtzeitigen Alarm auf das Handy des Betreuers und schon sind alle Probleme erledigt 😉

      • Carolina sagt:

        Haha, die Kack-App – so cool. Ich wette, die hätte bei Apple eine richtig gute Chance. Einfach das Kind von Geburt an an eine A-Watch anschliessen….. 🙂

      • 13 sagt:

        Für die Windeln gibt es das anscheinend ja bereits. Einfach ranmachen und es gibt eine Anzeige, wann man wickeln muss….

        https://www.arktis.de/ipups-der-app-gesteuerte-windelsensor/

      • Katharina sagt:

        es werden schon nano-bots gebaut. (als ergänzung zu kleidung). die sollten eigentlich das entsorgunsproblem von alleine lösen können. keine windelwechslerei mehr.

        nebenbei via iApp (IoT) nebenbei ein bisschen ddos auf dyndns. da kann noch stutz verdient werden. 1’500 für eine kleine attacke.

  • Laura Blau sagt:

    Und wie macht man das unterwegs im Winter?
    Kleinkind gibt Gaggi-Zeichen → sofortiges Aufsuchen einer Grünfläche (Stadtpark, privater Garten) oder einer gepflegten öffentlichen Toilette → Hose und Strumpfhose bei wohligen 0 Grad herunterziehen, Bodi aufknöpfen, Hockhaltung einnehmen. → Sofort wird sich das Kind entleeren. → Mit der 3. Hand Bio-Nastüechli zücken und Popo des Kleinkindes säubern. → Kind wieder anziehen. → Robidog-Säckli…
    Jetzt mal ehrlich. Ohne Windeln, das geht in unseren Breitengraden nur, wenn man sehr viel Zeit zu Hause verbringt und kein Problem damit hat, dass Wohnung und Kleidung immer ein klein wenig nach Pipi riechen.

  • Reto sagt:

    Kompletter Blödsinn!
    Das soll man machen, wenn man irgendwo alleine lebt, wo das dann niemanden nervt oder mit beeinträchtig.
    Schon die Eltern, die überehrgeizig ihr Kinder allzu früh von der Windel loshaben möchten (natürlich verständlich), merken wohl nicht, dass das für alle anderen, die mit dem Kind zu tun haben nicht so wahnsinnig lustig ist, wenn man mehrmals täglich die Hosen vollgeschifft hat und sie wechseln muss.
    Glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass das allzu gut für das Selbstbewusstsein des jeweiligen Kindes ist.
    Und übrigens: Naturvölker machen noch ganz andere Sachen. Einige davon könnte man von mir aus auch einführen – machen wir aber trotzdem nicht!

  • Sportpapi sagt:

    Wenn man sich krampfhaft zusätzliche Probleme aufhalsen will, bitte. In einem Beispiel, das ich hier mal in einem anderen Zusammenhang gelesen habe, berichtete eine Frau, dass ihr Kind bei der Geburt des zweiten dabei sein musste, weil sie bis da – über zwei Jahre – noch nie länger aus zwei Stunden von der Mutter getrennt lebte. Grund unter anderem: windelfreie Erziehung. Dazu mehrfach in der Nacht das Kind auf den Topf halten, zwingend Familienbett, usw.

  • Brunhild Steiner sagt:

    dritter Versuch…
    Klar, unsre Babies sitzen j a h r e l a n g im eigenen Dreck
    (drum sind die Windelberge ja so hoch…),

    waren die Beschreibenden schon mal länger mit Naturvölkern oder abseits chinesischer Innen-High-Städte unterwegs?
    Wo es keine Lavabos und Wc-schüsseln hat?
    Oder Squat-toilets (selbst auf Uni-gelände) äusserst desolat aussehen können?

    Dafür jede Menge an hygienischer Probleme, Durchfallerkrankungen, Parasiten im Darmsystem?

    Und verschmutzter Kleidung des tragenden Elternteils weils eben auch dort nicht ganz so einfach mit der Signalik-rechtzeitig-erkennen geht?

    Schön wenn sich jemand in unsrer super Westwelt für dieses Konzept Zeit nehmen kann&will, die anderen sollen sich einfach KEIN schlechtes Gewissen einreden lassen!

    • Brunhild Steiner sagt:

      und vor allem, die Befürworter sollen bitte bitte bitte auf diese unsäglich-doofen „die Naturvölker tuns auch!-Hinweise zwecks Argumentuntermauerung verzichten da ich ihnen nicht abnehme wirklich an echtem Leib&Leben erfahren zu haben, wie es sich so als Naturvolkangehöriger mit all den naturverbundenen Traditionen anfühlt…

      • Corinne sagt:

        Danke! Als Zwillingsmami 100% Ihrer Meinung!

      • Carolina sagt:

        Danke Brunhild! Mir scheint das eine Erweiterung des Helicopter-Eltern-Prinzips: wirklich dann auf jeden Pieps, jedes Zucken, jede Bewegung achten und säckeln, säckeln, säckeln. Klar kann man das Kommunikation nennen, aber ganz ehrlich: meine Zeit ist mir zu kostbar, um auf jede Darm- und Blasenbewegung von Babies zu lauern. Wer hat denn die Zeit dafür und könnte man sie nicht wirklich anders verbringen?
        Und bevor der Einwand kommt: es soll wirklich jeder halten, wie er will, aber jede noch so bizarre Idee in Blogs verbreiten zu wollen und damit wieder dieses ‚es-gibt-viel-bessere/ökologischere/coolere-Eltern-als-Dich-Zeugs‘ zu bedienen, nervt mich.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina

        also einfach zu meiner Ruf-Rettung ;-), ich bin nicht vom Grundsatz her dagegen, aber vehement und entschieden gegen dieses Naturvolkuntermischen/damit Argumentverstärken weil es einfach kilometerweit an deren Lebensrealität vorbeigeht und sich das niemand hier wünschen würde!

      • Carolina sagt:

        Hab schon verstanden, Brunhild. Ich habe auch nichts dagegen, neue Konzepte vorzustellen, aber mir gehen nicht nur die Naturvölker-Analogien auf den Keks, sondern vor allem dieser Eltern-Optimierungswahn, der vornehmlich aus den Mittelklassen kommt und den Eltern, die sich mit sehr viel existentielleren Problemen herumschlagen müssen, einfach ständig Signale schickt wie: Ihr genügt nicht, Ihr könntet das ‚besser‘ machen! Eben dieser moralische Zeigefinger, der bei Themen wie Essen, Kindern und Familie heutzutage fast schon obligatorisch zu sein scheint.

    • 13 sagt:

      Schlechtes Gewissen? Wieso?
      Ausser der Frage der Ökobilanz, die man aber sehr schnell beseitigen kann, wenn man etwas schaut, welche Windeln man kauft, gibt es doch kein Grund dazu. Meine Erfahrung ist eher, dass sich diejenigen angegriffen fühlen, die eh unsicher sind, ob ihre Wahl die Beste ist. Ansonsten kann man doch solche Texte doch gelassen sehen.
      Liebe Grüsse von einer Mami, die das Konzept sehr spannend findet, aber aus reiner Bequemlichkeit darauf verzichtet hat, es auch nur zu probieren.

      • Sportpapi sagt:

        Wenn man irgendwie Mütter zu Hause „anbinden“ möchte, ist dies sicher einer der besten Vorschläge: Windelfrei.

      • 13 sagt:

        Ach, ist das so? Komisch. Diejenigen Familien, die ich kenne, sind aber ziemlich viel unterwegs.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Da wir den Bekanntenkreis nicht teilen, können wir hier nur begrenzt diskutieren.
        Aber ich weiss nicht, ob Grosseltern windelfreie Kinder betreuen werden. Ob man die Kinder einfach mal dem Babysitter überlassen kann. Wie es mit Krippe, Hort etc. steht.
        Und ob der Vater das alles auch übernimmt, oder ob es nicht doch im Wesentlichen Aufgabe der Mutter bleibt, die Signale zu lesen – in Verbindung zu überlangem Stillen, selbstverständlich.
        Vorurteile? Ja klar – dürfen Sie gerne widerlegen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        falls Ihre Zeilen an mich gingen, klar, jeder ist letztendes selber für seine Gefühlslage, und ob er ein schlechtes Gewissen empfindet, sich angegriffen oder nicht fühlt, selbst verantwortlich.

        Dennoch finde ich es nicht statthaft, Vorlagen zu einer „schlechtes Gewissen-Bildung“ zu liefern.

        Und „gelassen zu bleiben“ hab ich keine Lust wenn ich mit Verweis auf die „Naturvolk-Konzepte!“ für doof gehalten werde, weil mir nämlich das ganze Bild (in welches ich dank privater Kontakte tieferen Einblick habe) bewusst oder nicht, vorenthalten wird. Das würde nämlich einiges ad absurdum führen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/

        Ehrlicher wäre es, das als im Westen denkbare Idee, und aufgrund der dennoch vorhandenen vorhandenen Infrastruktur ohne tragische Konsequenzen durchführbar/zu versuchen vorzustellen; aber nicht so.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Eben: Sie Wissen es nicht, ich gehe auch mal nicht davon aus, dass Sie daran interessiert sind, in die entsprechenden Gruppen, Kurse etc. reinzuschauen, aber Sie gehen davon aus. So definiere ich Vorurteile. Warum es aber nicht sein lassen, diese öffentlich als Fakten zu verkaufen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich habe meine Vorurteile als solche bezeichnet. Und oben eine klare Haltung dazu gebracht. Und unten argumentiert. Und ich habe zwar sicherlich keine solche Kurse besucht, noch Selbererfahrung betrieben. Aber doch einige Erfahrungsberichte nachgelesen. Und das hat meine Vorurteile vollständig bestätigt.

      • 13 sagt:

        Die Frage war ja nicht, ob Sie Vorurteile haben. Da sind wir uns einig. Sondern warum Sie das Bedürfnis haben, diese hier als Fakten zu äussern.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Fakt ist, dass bei der Befragung von Rita Messmer 138 Personen teilgenommen haben. Darunter drei Väter. Meine Vermutung, dass vor allem die Mütter involviert sind, wird damit bestätigt. Wiki-Definition: „Unter Attachment Parenting versteht man eine Erziehungslehre, deren Methoden darauf ausgerichtet sind, die Mutter-Kind-Bindung dadurch methodisch zu fördern, dass die Mutter sich dem Kind gegenüber nicht nur maximal responsiv verhält, also möglichst auf die Signale des Säuglings reagiert, sondern auch möglichst viel Zeit in enger körperlicher Nähe mit dem Kind verbringt.
        Auch hier: Es geht um die Mütter. Fakt ist, dass die Kinder zunächst offenbar alle halbe Stunde „abgehalten“ werden müssen. Und auch mehrfach in der Nacht.

      • Sportpapi sagt:

        Fakt ist, dass damit die Frage nach Familienbett eigentlich schon beantwortet ist, da dieses zwingend ist.
        Nach Angaben von Befürwortern ist windelfreie Erziehung in den ersten 2.5 Lebensjahren eine Zusatzbelastung, danach profitieren die Eltern dafür.
        Eine sehr wahrscheinliche Vermutung ist es, dass es nicht viele Krippen, Tagesmütter etc. gibt, die das mitmachen. Ergo bleiben die Mütter für 2-3 Jahre zu Hause angebunden.
        Fakt ist, dass keine der Mütter, von denen ich gelesen habe, in grösserem Umfang ausser Haus arbeitet. Sondern alle sehr umfassend die Kinder zu ihrem Lebensmittelpunkt erklärt haben. Natürlich ist das nicht repräsentativ…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Zunächst einmal: Es gibt nicht unbedingt ein schwarz-weiss. Ich kenne sehr wenige 100%-windelfreie Babys, aber einige Teilzeit-windelfreie, was Ihre Fragen betreffend nachts und Betreuung bereits beantwortet. Attachment Parenting muss nicht zwangsläufig die Mutter betreffen, tut es jedoch meistens. Väter ziehen teilweise mit. Und ja, diese Lehre ist, im Gegensatz zu vielen anderen, die ähnlich gelagert sind, darauf aus, dass eine feste Bezugsperson mehrheitlich, wenn nicht immer beim Kind ist. Meiner Meinung nach, ist es ein Widerspruch zum Dorf, das gebraucht wird und das Zentrum anderer bedürfnisorientierter Lehren bildet. Aber das ist eben eine der Haupt-Streitfragen, nämlich der Unterschied zwischen bedürfnis- und bindungsorientiert und wo es zusammen- wo eher auseinanderfällt.

      • 13 sagt:

        Ich persönlich bin eher eine Befürworterin des ersten, bezweifle aber stark, dass es für das windelfrei eine rigorose Anwendung der AT-Doktrin braucht. Die ersten Monate vielleicht, aber danach kennt man doch die Anzeichen und kann sie auch dann erkennen, wenn man nicht 24 Stunden am Tag beim Kind ist.
        Familienbett ist da natürlich kein Thema, das gibt es einfach. Eine Zusatzbelastung wird auch kaum jemand abstreiten. Diese ist ja logisch. Allerdings ist es da wie mit anderen Sachen, wer überzeugt ist, tut es dann halt einfach. Man tut ja auch sonst viele Dinge aus Überzeugung, auch wenn es anders einfacher wäre. Und wem es zu anstrengend ist, der lässt es oder macht etwas dazwischen. Wie gesagt, es gibt hier weder einen Zwang noch nur schwarz und weiss.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Nun gut, insofern haben wir unsere Kinder ja auch windelfrei erzogen. Zumindest hin und wieder, bei schönem Wetter im Garten…
        Ansonsten bin ich nicht sicher, ob man da beliebig hin und her wechseln kann.
        Ansonsten: Ja, da gibt es viele Konzepte, Theorien, Modelle, Ideologien. Und kaum etwas ist bezüglich Wirkung wirklich belegt. Insofern ja, man kann alles machen, wenn man überzeugt ist. Aber der Aufwand ist im Verhältnis zum unsicheren Ertrag nun mal gigantisch.
        Ausserdem glaube ich, dass viele Eltern dieses selbstlose bis hin zur Selbstaufgabe auch zelebrieren, und dass diese Symbiose von Mutter und Kind nicht nur gute Seiten hat – insbesondere als Vater fände ich das nicht wirklich toll. Aber offenbar gibt es solche, die das mehr oder weniger mittragen…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Bei der Symbiose zwischen Mutter und Kind bin ich ganz bei Ihnen. Ansonsten sehe ich von einer Aufwand-Ertragsrechnung bei meinen Kindern ab. Ich tue, was ich kann, nach besten Wissen und Gewissen und hoffe auf das Beste.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ansonsten sehe ich von einer Aufwand-Ertragsrechnung bei meinen Kindern ab. Ich tue, was ich kann, nach besten Wissen und Gewissen und hoffe auf das Beste.“
        Sie haben aus Bequemlichkeit verzichtet. Das ist nicht anderes als eine Aufwand-/Ertragsbetrachtung. Und auch sonst werden Sie wohl kaum aus Überzeugung einen Mehraufwand auf sich nehmen, wenn Sie nicht vom Sinn, der positiven Wirkung überzeugt sind.

      • 13 sagt:

        Es war eher so, dass ich von einer negativen Wirkung der Windeln (ausser der ökologischen) nicht genügend überzeugt war, dass ich mir den Mehraufwand des Abhaltens, aber und insbesondere auch des Überzeugens meines Mannes wert waren. Ich gab da anderen Punkten den Vorrang. Und konnte mit meinem Mann den Kompromiss schliessen, dass er bei den Stoffwindeln mitzieht. Damit war mein ökologisches Gewissen beruhigt.

  • Bernard sagt:

    Wir sind damals zufällig auf das Thema „Windelfrei“ gestossen und haben es aus Neugierde einfach mal ausprobiert – mehr oder weniger von Geburt an. Es war sehr erstaunlich, wie gut es funktioniert hat. Wenn man sich vorstellt, wie viele kg Windeln (und Geld) wir über die Jahre gespart haben… Es braucht ein wenig Mut, ich kann das aber jungen Eltern vorbehaltlos empfehlen.

    • Gerhard Engler sagt:

      Ich bin beeindruckt. Hat das mit einem Kind geklappt oder sogar mit mehreren? Und wie oft ging es schief? Einmal pro Monat? Einmal pro Woche? Einmal pro Tag?

  • Gerhard Engler sagt:

    Ich bin Vater von drei Teenagern. Wir haben das auch einmal versucht, ohne Windeln. Aber nur sehr kurz, es hat nicht funktioniert. Ich habe bis heute noch niemanden kennengelernt, der tatsächlich Erfolg hatte mit dieser Methode. Ich glaube schlicht nicht, dass das funktioniert. Von einer Person, die fest daran glaubt, habe ich dann gehört, dass es regelmässig schief ging und es eine Sauerei in der Wohnung gab. Trotzdem hat sie nicht aufgegeben.

    • BeaTrice sagt:

      Bei Ihrem Kommentar ist mir grad eine Freundin in den Sinn gekommen. Sie war extrem unsicher bei ihrem ersten Kind, hat immer verglichen. Unsere Erstgeborenen sind gleichalt. Und als dann meine Tochter recht früh, von einem Tag auf den anderen TAG und NACHT trocken war, hat sie dann (meine Freundin) ein paar Tage spaeter kundgetan, dass ihre Tochter nun auch keine Windeln mehr trage. Aber eben; keine Windeln mehr zu benutzen, heisst noch lange nicht, auch keine mehr zu benötigen. Das arme Mädchen hatte dann einfach mind. 2 x Tag nasse Hosen und die Mutter hatte einfach immer 3 paar trockene Hosen, Unterhosen und Strumpi mit dabei.. grins…

  • Hans Hintermeier sagt:

    Wir haben es bei unserem Kleinsten auch windelfrei probiert, sind dann jedoch leider im Alltag gescheitert. Als Kompromiss benutzten wir Ökowindeln (latexfrei, gebleicht mit O2 und ohne Chlor). Diese Windeln haben eine hervorragende Ökobilanz und sind aus biologisch nachwachsbaren Rohstoffen hergestellt (FSC).
    Wir haben dazumal den Sommer genützt für die Trockenerziehung, da er praktisch immer nackt rumrennen konnte (plus viele positive Verstärker!). Hat auch wunderbar geklappt. Aber versuchen würde ich es wieder mit dem windelfreien Aufwachsen und habe auch Bewunderung für alle, die es hinkriegen.

    • 13 sagt:

      Darf ich fragen, welche Sie benutzt haben? Meine Kinder vertrugen leider die probierten Ökowindeln nicht. Wir wickeln nun mit Stoff, was super funktioniert.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Aber gerne: couches ecologiques, von biobabby. Wir haben Freunde in DE, die haben sie uns empfohlen und dann jeweils für uns bestellt. Wir hatten nie Probleme mit den Windeln. Auch coop oecoplan ging gut bei uns.
        Evtl. klapp es ja mit diesen, wir drücken die Daumen.

      • 13 sagt:

        Nein, Oekoplan funktionierte eben leider nicht. Zur Zeit sind wir ja mit den Stoffwindeln auch ganz zufrieden und bleiben voraussichtlich dabei. Nur manchmal für Reisen etc. wäre eine Alternative praktisch. Werde Ihren Tipp mal googeln. Danke.

  • Martin Frey sagt:

    Natürlich können Neugeborene windelfrei aufwachsen. Nur mit den Konsequenzen muss man einfach rechnen. Das eigene Mobiliar, die Kirchenmauer, der Boden in Tram und Cafés wird es einem danken. Denn Neugeborene haben keine Schliessmuskelkontrolle. Das geht einfach ab, 6-8-10 x pro Tag, oft auch im Schlaf. Da können die armen Kinder noch so argusmässig 24h durch das mütterliche Augenpaar beobachtet werden, es wird nicht funktionieren wie dargestellt, von einer Alltagstauglichkeit ganz zu schweigen.
    Vögel halten das auch nicht alle gleich, und die es so handhaben müssen das tun. Es gibt auch Tiere die 5′ nach Geburt davonspringen können, und zwar aus dem gleichen Grund: Fressfeinde. Und von denen gibt es bei unserer Spezies wenig. 😉
    Vögel wie Naturvölker taugen nicht gut als Vorbilder.

    • Adrian Rutschi sagt:

      Wieso taugen Naturvölker nicht als Vorbild..? Wieso scheuen Sie der Vergleich mit unserem früheren Verhalten?

      • Sven Örensohn sagt:

        Wenn im Urwald ein Kind auf den Boden scheisst, interessiert es niemanden. Sie wären der erste der ausrufen würde wenn ein Kind im Bus auf die Sitze Kackt.

    • 13 sagt:

      @ Herr Frey
      Haben Sie es versucht? Ich muss zugeben, ich selber habe keine Erfahrungswerte, kenne aber einige, die es so handhaben. Die allermeisten sind sowieso Teilzeit-Windelfrei, also im Tram eben nicht, wobei sie das Gleiche beschreiben, wie im Text. Dass sogar Babys jammern und sich winden, aber die Windel trocken sein. Von einfach laufen lassen kann keine Rede sein. Erst recht nicht im (Tief-)Schlaf. Im Gegensatz ist das häufig der Aufwachgrund. Ich kenne 2 Familie, die ganz ohne sind. Diese Kinder pinkeln aber deshalb nicht einfach frei durch die Gegend, sondern geben sehr schnell der Mutter Bescheid. Es heisst ja Kommunikation und nicht einfach Beobachten.

    • Martin Frey sagt:

      @Rutschi: Es ist in esoterischen Kreisen eine weitverbreitete Haltung, Naturvölker im allgemeinen und oft auch im speziellen mythologisch überhöht zu verklären. Meinerseits teile ich diese Art von Sozialromantik nicht.
      @13: Selbstverständlich habe ich das nicht versucht, ich halte das nicht für praktikabel. Meines Erachtens aber sprechen wir nicht vom selben. Denn einerseits wird im Artikel von Neugeborenen gesprochen, dann wieder anhand von Beispielen dargelegt wie man mit dem Nachwuchs verbal Abmachungen trifft bis man zuhause ist… 😉
      Wie oft hat die Idee einen Kern Wahrheit. Ich denke aber dass man zuerst klären sollte, wovon man überhaupt spricht. Dem Neugeborenenalter? Oder von Kindern ab 1 Jahr die man durchaus langsam entwöhnen und mit denen man Abmachungen treffen kann?

      • Carolina sagt:

        Eben, Martin! Bzw: wie reagiert man, wenn man von der Kita gefragt wird, ob ein 3-Monate-altes Baby Windeln trägt……

      • Martin Frey sagt:

        Da kann es sich nur um vorgedruckte standardisierte, altersunabhängige Fragebogen handeln, Carolina. Gleich danach kommt wohl die Frage nach dem Velohelm… 🙂 Nehme ich zumindest an.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Vorgedrucktes Formular ist richtig. Allerdings wurden die Fragen vom Bogen mündlich gestellt, und da ergab sich eben das Gespräch, wo mir erklärt wurde, das mache man nun so, unabhängig des Alters. Der Velohelm hingegen wird nicht in Frage gestellt, sondern einfach gebraucht 😉

      • Martin Frey sagt:

        „Der Velohelm hingegen wird nicht in Frage gestellt, sondern einfach gebraucht“
        Da bin ich wiederum sehr erleichtert, 13, auch auf das Risiko hin, dass jetzt SP mit mir nicht einig geht…. 🙂

      • 13 sagt:

        Zu Ihrer Frage: Beides. Ich denke jedoch, dass die Chancen mit einem einjährigen Abmachungen diesbezüglich zu treffen einfacher ist, wenn ihm nicht zuerst abtrainiert wurde, sich beim Bedürfnis zu melden. Da sind sich auch die meisten skeptisch, ob es noch funktioniert. Für mich persönlich käme es nicht in Frage. Entweder ziehe ich es durch mit windelfrei oder dann gebe ich dem Kind eine Windel und akzeptiere, dass ich so lange wickeln muss, bis es von sich aus sagt, es reicht. Ich habe mich für das zweite entschieden.

      • Sportpapi sagt:

        Ihr habt recht, mein Dreimonatiger hat beim Velofahren auch immer Helm getragen. Immer!

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