«Maya… ähh… Frau Müller»

«Sie» schafft Distanz: Hortmitarbeiter sind gerade für Kleinkinder wichtige Bezugspersonen. (iStock)

«Sie» schafft Distanz: Hortmitarbeiter sind gerade für Kleinkinder wichtige Bezugspersonen. (iStock)

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich letzte Woche gelesen habe, dass in Zürcher Horten neuerdings das «Sie» Einzug hält. Ab sofort müssen die Eltern von Kindern, die neu eintreten, gesiezt werden, so die Vorgabe an die Betreuer. Und entsprechend sollen auch die Kinder die Hortmitarbeiter mit Sie ansprechen. Wer den Hort schon länger besucht und sich ans Du gewöhnt hat, profitiert von einer Übergangsfrist: Betreuerin Maya darf weiterhin Maya genannt werden. Ab dem Schuljahr 2018/19 aber muss sie endgültig für alle Kinder zu Frau Müller werden.

Die sprachliche Umstellung sei eine Folge davon, dass Schule und Hort immer näher zusammenrückten, sagen die Verantwortlichen. Tatsächlich waren Horte und Mittagstische früher eigenständige Organisationen, heute sind sie meist den Schulen angegliedert. Und weil die Kinder an den Schulen ihre Lehrer siezen, müsse dies jetzt auch in den Schulhorten entsprechend gehandhabt werden. «Es braucht eine gemeinsame Kultur» lautet die Devise.

Bei vielen Lesern des «Tages-Anzeigers» kommt der Wechsel gut an: In einer Onlineumfrage haben sich 64,8 Prozent dafür ausgesprochen, weil das Sie «von Anstand und Kultur zeugt». Ich bin trotzdem dagegen. Weil die Änderung auch Distanz erzeugt.

Wie die nette Tante

Denn gerade für jüngere Kinder nehmen die Hortmitarbeitenden eine ganz andere Rolle ein als die Lehrer. Der Lehrer steht allein vor der Klasse, zuweilen immer noch frontal, bringt Wissen bei, erteilt Aufgaben. Auch wenn er dies auf eine liebenswürdige Art und Weise tut, kommt er den Kindern vermutlich emotional nie so nahe wie die Mitarbeiter im Hort.

Diese spielen mit den Kindern an freien Nachmittagen, basteln mit ihnen, helfen bei den Hausaufgaben und trösten, wenn es mal Tränen gibt. Sie sind Bezugspersonen für die Kinder. Nicht so nahe wie die Grossmutter, aber ein bisschen wie die nette Tante, die regelmässig zu Besuch kommt. Dieser Unterschied zwischen Lehrperson und Hortmitarbeitendem darf sich ruhig auch in der Sprache widerspiegeln, weshalb ich das Du im Hort viel passender finde.

Den Respekt der Kinder hat das Hortpersonal trotzdem. In unserem Hort zumindest gehorcht die Meute, wenn eine der Frauen eine Ansage macht. Auch wenn sie von den Kindern ganz salopp Irene genannt wird.

100 Kommentare zu ««Maya… ähh… Frau Müller»»

  • Mina Peter sagt:

    Der städtische Hort in unserem Quartier ist mit seinen vielen Kindern, mittelalterlichen Essensregeln und der emotionalen Distanz der Hortnerinnen sowieso eine Zumutung für Kindergartenkinder und Erstklässler vielleicht auch noch. Darüber sollte das zuständige Amt mal dringend nachdenken. Es gibt nicht mal eine Probezeit sondern nur eine mehrmonatige Kündigungsfrist, so dass sich sicher schon manche Eltern dumm bezahlt haben, weil sich ihr Kindergartenkind in diesem gefühlskalten Hört nicht Wohlgefühl hat.

  • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

    Also ich finde immer noch, dass das jede Institution je nachdem für sich selber definieren sollte. Weshalb mischt sich die ED da in die innerbetriebliche Organisation ein?

    • Astrid Meier sagt:

      Weil die städtischen Horte Institutionen des Schulamtes sind, in die jeweiligen Schulen eingegliedert, und weil das Betreuungspersonal durch Lehrpersonen unterstützt wird und die Schulhauskultur gleichwertig mitträgt.

  • berger sagt:

    Ich bin beides, Hortleiterin und Lehrperson und kann bestätigen, dass ich als Lehrperson nie Autoritätsprobleme hatte, als Hortleitung hingegen schon. Bei den „Kleinen“ (1. Klässler, die gehören zu Beginn sehr wohl zu den Kleinen) zeigt sich dieser Unteschied (Sie oder Du) noch nicht, aber ab der zweiten Klasse spüre ich sehr wohl, dass mein Wort nicht so viel gilt wie als Lehrperson. Dieser Unterschied kommt vor allem zutage, seit die Kinderzahlen extrem angestiegen sind, der zur Verfügung stehende Platz aber quasi gleich geblieben ist – somit ist „die Beziehung“ gar nicht so tief wie erwünscht, da man kaum zu allen Kinder eine tiefe und gesunde Bindung aufbauen kann.
    Auch bin ich froh, wenn ich persönlich froh in einem schwierigen Elterngespräch Siezen kann.

    • Astrid Meier sagt:

      Total einverstanden. Es wäre sicher wichtiger, den stetig steigenden Betreuungsschlüssel (Anzahl Kinder pro Betreuungsperson) zu thematisieren, und die Grösse der Kindergruppe, wenn es um die emotionale Nähe geht. Diese Faktoren sind wesentlich wichtiger.

  • Astrid Meier sagt:

    In den Horten hat es keine Kleinkinder, die gehen in die Krippe. Horte betreuen schulpflichtige Kinder ab dem Kindergartenalter bis zur 6. Klasse. Recherchiert denn heute niemand mehr? Anfangs Kindergarten klappt das noch nicht so mit dem siezen, was kein Problem ist. Und wie nah man sich einer Betreuerin fühlt, hängt wesentlich von deren Interesse am Kind, der Zeit die sie für das einzelne Kind aufbringen kann, und ihrem Einfühlungsvermögen ab, nicht davon, ob man sie siezt oder duzt.

  • Andreas K. Heyne sagt:

    Was mich am meisten erstaunt: Warum sagt nicht mal eine oder einer den vorgesetzten Herrschaften, dass sie oder er sich von den Kindern so anreden lässt, wie sie oder er das möchte. Und dass sich daran nichts ändern würde.. Ebenso wie die Lehrerin in Therwil, der ein Schüler nicht die Hand geben will, ihm sagen könnte: Ok, dann will ich Dich nicht unterrichten. Punkt und adieu.
    Aber das Haupt-Unterrichtsfach ist heute der Verzicht auf jegliche Zivilcourage. Auf dass eine Generation von willfährigen Kriechern heranwachse.

  • Philidor sagt:

    Ich überlasse es meinen Schülern an der Musikschule, ob sie mich als Instrumentallehrperson duzen oder siezen wollen. Das ist für mich schlicht nicht zentral. Die Siez-Schüler sind oft eher die frecheren. Das ist meine 25-jährige Erfahrung und widerspricht wohl der Erwartung vieler Kommentarschreibenden hier.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Es ist doch einfach so, dass es für die heutigen Kinder schwieriger ist, siezen zu lernen. Während zu meiner Zeit alle Erwachsene ( ausgenommen Eltern, Grosseltern, Onkel und Tanten) gesiezt werden mussten, ist man unter Nachbarn, Freunden von Eltern und Eltern von Gschpänli per Du. Da kann es für ein Kind ziemlich verwirrend sein, wenn Erwachsene gesiezt werden wollen. Selber habe ich schon mit 4 gesiezt, meine Kinder benötigten dazu einiges länger.

  • Fatma Brägger sagt:

    Bei uns gehört der Hort schon seit einiger Zeit zur Tagesschule und ist somit Teil der Schule. Für alle Kinder ist es selbstverständlich, dass die Hort Damen mit Sie angesprochen werden – ausser von den Kleinen, die sagen „Du Frau XY“.

  • Max Herre sagt:

    Ach jetz mal nicht überreagieren. Es wird wahrscheinlich genauso ernst genommen werden, wie das Hochdeutsch im Schulunterricht. Sprich, man versucht es kurz, alle weigern sich mehr oder weniger und man macht in etwa weiter wie bissher.

  • Luus sagt:

    irritieren tut mich immer noch das Siezen in einem Blog wo anonyme Menschen mit Nicks wie Jänu, tststs, Alphöhi, Sportpapi ect. tagtäglich miteinander diskutieren. Möchtet ihr euch nicht alle mal ENDLICH das DU anbieten?

    • Alpöhi sagt:

      Nö. Das hier ist öffentlicher Raum. ML hat geschrieben, da wird gesietzt. Wissen Sie. 😉

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    mit der „du-kultur“ werden autoritäten untergraben. das ist nicht gut. ein beispiel. ich versuche jeweils auch bei streitigkeiten die form zu wahren und sage „SIE arschl***“.

  • Lia sagt:

    In unserem Hort helfen auch die Lehrer mit, somit macht es Sinn, dass alle gesiezt werden, und nicht plötzlich der Lehrer geduzt wird.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Da keine Krippen/Horterfahrung war ich völlig überrascht dass offenbar zwischen Anbieter/Leistungserbringer und Kunde das „Du“ gängig sein soll.

    Und verstehe die Aufregung nicht wirklich

    Und für Kinder, egal welchen Alters, sind das einfach mal Formulierungen welche mit Inhalt gefüllt werden.
    Man kann eine „unmögliche“ Person im „Du“ haben, wie eine sehr zugewandt/aufmerksame im „Sie“ und umgekehrt,
    aber es von der Anredeform abhängig machen zu wollen, resp dies zu behaupten, naja…

  • 13 sagt:

    Dann stell ich doch mal die Frage…sollen die HortmitarbeiterInnen die Kinder nicht respektieren? Und falls doch, warum müssen sie sie nicht siezen?

    • tststs sagt:

      Respekt zeigt sich nicht nur durch das Sie und Du…

    • Carolina sagt:

      Wenn Sie Siezen automatisch mit Nichtrespekt gleichsetzen, dann muss das wohl so sein.
      Was ist denn so schlimm daran, mit dem Siezen anzufangen und es dann jedem freizustellen, welchen Grad an Vertrautheit es braucht, um zu duzen? Kinder imitieren erst mal ihre Eltern, aber irgendwann wird die anfängliche Förmlichkeit vielleicht/wahrscheinlich ersetzt – auch gut.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Ich bin für den Pluralis Majestatis auf allen schulischen und vorschulischen Ebenen.

  • Susan sagt:

    Ach, kommen Sie! Kleinkinder besuchen keine Schulhorte! Die besuchen eine Krippe, die wird in der Regel privat geführt und darf das handhaben, wie sie will. Ich kenne jedenfalls keine, wo die Kinder nicht Du sagen dürfen. Aber ein Schulhort ist schon was anderes, und da kommen viele Kinder mit wenigen Betreuern zusammen, d.h. der Kontakt wird automatisch distanzierter. Und ich, als Mutter mit ehemals Krippen-, nun Hortkindern, finde das ganz in Ordnung so. Das verleiht dem Personal einen zusätzlichen Anstrich von Autorität.

    • Jeanette Kuster sagt:

      Liebe Susan, ich schreibe im Text nichts von Kleinkindern. Für die Bildlegende kann ich nichts. Und wie erwähnt, bei uns wird geduzt im Hort und das Personal wirkt dennoch autoritär genug.

      • maia sagt:

        @Jeanette Kuster: Jetzt im Ernst, wirklich nicht? Mit anderen Worten: es schreibt jemand eine Bildlegende zu einem Artikel, der den Artikel gar nicht gelesen hat? Nimt man Sie da so wenig ernst?

  • tststs sagt:

    Aaaalso, früher™ war es doch einfach so, dass alle Erwachsenen gesiezt werden (ausser sie bieten das Du an…).

  • Tony sagt:

    Ich verstehe beim besten Willen nicht wo hier das Problem liegt. Respekt oder Nähe zu den Betreuern können sowohl beim Siezen als auch beim Duzen vermittelt werden.
    Interessant finde ich, dass z.B. im Tessin die Primarlehrer von den Schülern geduzt werden (ohne Respektverlust seitens der Schüler), es ist wohl also eher eine Frage der gesellschaftlichen Konventionen.

  • Jänu sagt:

    Die haben vorher einfach du zu den Eltern gesagt? So à la „mein Kumpel im Hort“? Ich bin über 40, der*die Betreuer*in um die 18 (Stage) und sagt einfach du zu mir? Und nun sollten sie das Sie benutzen?
    Wo ist denn hier das Problem? Man kann sich auch beim Sie nahe sein. – Ach, ich vergass, das ist wieder eines der künstlichen und nicht existenten Probleme von Blogmüttern, die aus jeder Mücke einen Elefanten basteln.

    • 13 sagt:

      @ Jänu
      Mit Hort habe ich keine Erfahrungen, aber in der Kita war das genau so. Die Betreuerinnen und die Eltern waren alle per Du, ob 20 oder 50. Es wurde auch so kommuniziert und angemerkt, man solle sich melden, wenn es einen stört und er/sie lieber das Sie hätten. Ich glaube nicht, dass irgendjemand mal davon Gebrauch gemacht hat.

      • Jänu sagt:

        Meine Kinder sind seit sie 6 Mte alt waren, betreut, KITA, Tagesschule. Nie hat eine*r du zu mir oder zu anderen Eltern gesagt. Trotzdem war es immer freundlich, vertraut.
        Diese Gruppendruckdu empfinde ich hingegen als leichte Übertretung persönlicher Grenzen. Persönlich kann ich damit leben.

      • 13 sagt:

        Wer nicht in der Lage ist, seine Grenzen abzustecken und zu kommunizieren, soll sich nicht beklagen, wenn sie verletzt werden. Ich fühlte mich nie dadurch irgendwie nicht respektiert, im Gegensatz gefiel es mir, meine Kinder an einen Ort zu bringen, bei dem es so familiär ist. Und ich denke, dass gerade viele Eltern eher ihre Wünsche oder Vorstellungen anbringen werden, wenn sie das in einem vertrauten Du tun können. Ich erlebe es auch im Beruf immer wieder, dass mir jemand das Du anbietet, weil er dann offener mit mir über eher delikate Dinge sprechen kann. Aber ich kann nur für die zwei Kitas sprechen, die ich kenne. Wie es in anderen ist, weiss ich nicht.

      • Carolina sagt:

        Na ja, aber das ist es ja genau, 13. Wie gross ist denn die persönliche Freiheit, das angebotene Du auszuschlagen, besonders wenn es sich um Chef/Angestellter bzw Klient/Berater handelt. Nur weil man von jemandem geduzt wird, ist das Verhältnis noch lange nicht familiär, sondern vielleicht ein falscher Freund. Und ich kann von so mancher Situation berichten, in der sich ein Chef/Praxisleiterin/Lehrperson gewünscht hat, er/sie wäre mal vorsichtiger mit den Duz-Angeboten umgegangen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Wer nicht in der Lage ist, seine Grenzen abzustecken und zu kommunizieren, soll sich nicht beklagen, wenn sie verletzt werden.

        Woah, harter Tobak! Im Endeffekt heisst das: Der Stärkere hat recht. – Wenn die Ukraine ihre Grenzen nicht schützen kann, so muss sie sich nicht beklagen, wenn der Russe einmarschiert.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13

        Ihrem Persönlichkeitsstil kommt das entgegen, und dem der Klienten welche Sie darum bitten; andere sind vielleicht gerade dankbar dass ein „Sie“ eine schützende Distanz vermittelt.

        Wo man dann sehr privat werden kann, und doch eine gewisse Distanz gewahrt bleibt.

      • 13 sagt:

        @ FV
        Nicht übertreiben, es war auf diese klare Situation gedacht.

        @ BS
        Ich würde nie einem Mandanten das Du anbieten. Arbeitskollen und Berufskollegen ja, Mandanten nein. Wenn sie es anbieten, dann lehne ich es nicht ab. Aber es geht ja um ihre persönlichen Dinge, nicht meibe, daher müssen sie entscheiden, was ihnen lieber ist. Ich kann schon verstehen, dass es jemandem angenehmer ist. Das werte ich auch gar nicht und ich habe kein Problem damit jemanden zu sietzen, meinem Empfinden nach findet einfach eine Zunahme des Duzens statt.

  • 13 sagt:

    Ja, im Geschäftsleben verschwindet das Sie immer mehr. Im Privatleben sowieso, die Nachbarn duzt man schnell mal direkt, am Elternabend sowieso. 30jährige siezen einander praktisch nie mehr, ausser vielleicht Kunden in manchen Wirtschaftsbranchen. Nie im Leben käme es mir in den Sinn, mich von Freunden meiner Kinder siezen zu lassen oder mit Frau… vorzustellen. Aber Kinder sollen mit 4 Jahren lernen, dass man alle mit Sie anspricht? Wieder einmal frage ich mich, warum wir ein System haben, die unsere Kinder auf die Welt von gestern anstatt die von morgen vorbereitet…

    • Jänu sagt:

      Ach, das verdammte System! Diese armen Kinder werden alle neurotisiert durch den kalten und unpersönlichen Gebrauch des Sie.
      Ich hatte gerade Elternabend (3. Klasse). Die meisten Eltern kenne ich (seit KG-Zeiten). Wir duzen uns. Der junge Lehrer, unter 30 wird aber gesiezt. Warum bloss? Ist doch von gestern. Das nächste Mal duze ich ihn und haue im gleich noch auf die Schulter: Toll gemacht, weiter so!

    • Franz Vontobel sagt:

      Wieder einmal frage ich mich, warum wir ein System haben, die unsere Kinder auf die Welt von gestern anstatt die von morgen vorbereitet…

      Echt jetzt, 13? Zu diesem Thema, diesen Satz..?

      Falls es sowas wie „hysterischen Alarmismus“ gibt – das wäre wohl ein Fall von…

    • Martin Frey sagt:

      „Aber Kinder sollen mit 4 Jahren lernen, dass man alle mit Sie anspricht? Wieder einmal frage ich mich, warum wir ein System haben, die unsere Kinder auf die Welt von gestern anstatt die von morgen vorbereitet…“
      Das mag mit disziplinarischen Problemen oder auch Komplexen zu tun haben, das kann ich zuwenig beurteilen. Es erinnert mich aber etwas daran, wie vor Jahren im Pflegeberuf mit aller Macht und unter allen Mitteln alles daran gesetzt wurde, von „Schwester Trudi“ wegzukommen. Wehe dem 90jährigen, der dannzumal noch aus Versehen Pflegefachfrau Rüdisüli mit Schwester Trudi anzusprechen gewagt hat.
      Man hat sich davon mehr Respekt, mehr Akzeptanz und wohl auch eine Besserstellung erhofft. Die Motivation der Horte dürfte ähnlich gelagert sein. Aber ob das wirklich damit zu tun hat?

    • 13 sagt:

      @ FV
      Das war nicht als Panikmache oder Hysterie gemeint. Nur ein kleiner Tropfen, der zusammen mit allen anderen den Stein höhlt resp. meine Meinung bestätigt. Ich verstehe es nicht, ist für mich aber jetzt kein Grund für übersteigernden Aktivismus. Ich übernehme die Erziehung immer noch selber und sehe die Schule als eine schöne Ergänzung in Sachen Bildung und Erfahrung an. Daran, dass es die Schule ist, die Ihnen das Wissenswerte für das weitere Leben vermittelt, glaube ich nicht mehr. Daher kann ich das ziemlich gelassen sehen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Daran, dass es die Schule ist, die Ihnen das Wissenswerte für das weitere Leben vermittelt, glaube ich nicht mehr.

        Lesen, Schreiben, Rechnen – bringen sie ihren Kindern das alles selber bei? Oder halten sie diese Fertigkeiten nicht für wichtig für „das weitere Leben“? Bzw. für etwas aus “ der Welt von gestern“, da es für die Welt von morgen ja reicht, Siri zu kennen.

      • 13 sagt:

        Das Lesen, Schreiben, Rechnen lernen sie überall, nicht nur in der Schule. Auch da, aber eben nicht nur. Oder lesen Ihre Kinder zu Hause nichts? Und zählen auch nie? V.a. seit erwartet wird, dass ein Kindergartenkind am ersten Kindergartentag seinen Namen lesen und schreiben kann, bleibt mir zudem sowieso nichts anderes übrig. Und natürlich sind diese Fertigkeiten wichtig, aber anders als früher. Erinnern Sie sich an den Blog über die Handschrift vor ein paar Tagen? Tja, diese ist heute tatsächlich sekundär. Dass die Kinder irgendwann schwierigere Rechnungen ohne Hilfsmittel werden machen müssen, ist auch unrealistisch. Es hat ja jeder einen Rechner in der Hosentasche. Sie müssen lernen, damit umzugehen, was Grundlagekenntnisse erfordert, aber es ist nicht das Gleiche wie vor 20 j.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Da bin ich keineswegs einverstanden. Zum Beispiel: Mein Mittlerer konnte bis zum Schuleintritt vor 10 Tagen gar nicht lesen, bestenfalls seinen Namen. Jetzt ist er schon mehrere Schritte weiter… Es gibt viele Kinder, die könnten ohne Schule genauso wenig Lesen, Schreiben, Rechnen, wie sie beispielsweise Schwimmen lernen zu Hause.
        Und auch bei der Mathe sollte man auch heute noch mehr drauf haben, als einfach den Rechner bedienen. Nur schon um zu merken, dass man um eine Nullstelle verrutscht ist…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        „Da bin ich keineswegs einverstanden.“
        Schon klar 😉

        Aber keine Sorge: Ich habe von MEINEN Kindern gesprochen. Und diese hätten ein Umfeld, dass auch ohne Schule ihnen das beibringen könnte, gleich wie ich überzeugt bin, ohne Sie persönlich zu kennen, dass es Ihr Sohn das Lesen auch ohne Schule gelernt hätte. Dass das nicht für alle Kinder gilt ist richtig und auch eines der grössten Errungenschaften der Volksschule. Ich schicke ja meine Kinder auch hin, ich habe nur meine Erwartungen an die Schule etwas revidiert. Sie lernen dort gute Sache und Wissen ist nicht verkehrt.
        Und ja, zum Rechner bedienen gilt für mich durchaus zu merken, wenn eine Kommastelle verrutscht. Ich schrieb ja, es braucht die Grundlagen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das ‚Sie‘ ist die Ansprache im öffentlichen, das ‚Du‘ die im privaten Raum. Wenn sich die Ansprachen so deutlich wie in den letzten 30 Jahren verschieben, allerdings mit grosser territorialer Variabilität, liegt das an Uminterpretationen von Öffentlich vs. Privat.

      Die junge Avantgarde negiert Privatheit vollständig, was zu einer Privatisierung allen öffentlichen Raumes führt. Die andere Seite versucht Arbeits- und Konsumwelt einen privaten Touch zu geben, weil man sich davon mehr Engagement erhofft.

      In Kindereinrichtungen kann man geteilter Meinung sein, ob öffentlich, oder privat. Vor Gericht, im Spital, in der Schule sind die Verhältnisse klar. Es ist öffentlicher Raum und damit Siez- Zone.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @13
      wo im Geschäftsleben stellen Sie das fest?
      So richtig flächendeckend?

      • 13 sagt:

        @ BS
        In erster Linie firmenintern. Wer siezt noch seine Arbeitskollegen oder den Chef? Das kenne ich praktisch gar nicht mehr. Vor 20 Jahren war das ganz normal. Viele grössere Firmen (z. Bsp. Swisscom) haben das ja bereits als Firmenpolitik festgelegt. Da werden bereits Inserate im Du verfasst. Auch bei Berufskollegen (also gleicher Beruf, andere Firma): Trifft man sich bei einer Weiterbildung oder so, wird einem direkt das Du angeboten. Resp. die älteren Herren warten, bis die Frau das anbietet, wie ich vor Kurzem gelernt habe, aber es wird erwartet, dass man es tut. Im Bereich Kundenkontakt weniger.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13

        eine Branche sind nicht alle Branchen, und Branchen mit Mulitmediahintergrund/englischer-Sprachraum-Vernetzung nochmal was anderes.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13/2
        zumal ich fast vermuten würde dass sich dann „der Respekt“, oder das „unterschiedliche-Niveau-klarstellen“ vielleicht an anderen Details zeigen könnte. Man ist zwar mit allen per Du, und dennoch gibt es Abgrenzungen, einfach woanders und nicht bei der Anrede?

      • Carolina sagt:

        13, finden Sie es nicht ein klein wenig übertrieben, an dieser Frage Systemkritik festmachen zu wollen? Für meine Begriffe ein Sturm im Wasserglas. Entscheidend scheint mir, dass die sozialen Codes auch von sehr kleinen Kindern spielerisch begriffen werden – ob da mal wieder zeitgeistige Trendänderungen propagiert werden oder nicht.
        In der Erwachsenenwelt beobachte ich allerdings das Gegenteil von Ihnen: es wird vermehrt vorsichtiger agiert, bevor man duzt (mit dem Angelsächsischen kann man das sowieso nicht vergleichen, denn die verschiedenen hierarchischen Abstufungen sind sehr viel subtiler und erschliessen sich meistens erst im Kontext, sind aber mindestens so strikt wie in unserem Sprachraum).

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina

        exakt, es sind soziale Codes,
        und meiner Ansicht nach eine Utopie diesbezüglich alles einebnen zu können- was ich den „Du-Verfechtern“ ein klein wenig unterstelle, alles gleichreden wollen, resp die Hoffnung haben, durch dieselbe Anrede seien auch dieselben Bedingungen gegeben, oder liessen sich so schneller bewirken.

        Soziale Gerechtigkeit hängt nicht an der Anrede, und gerade der angelsächsische Raum zeigt doch sehr schön, dass es manchmal unter den schönsten Fassaden am schlimmsten schimmelt… .
        Aber wenigstens sind alle per Vornamen! 😉

      • Muttis Liebling sagt:

        In China hat sich das jetzt so eingespielt, dass im öffentlichen Raum, im TV, grossen Veranstaltungen das ‚Sie‘ benutzt wird. Privat findet das nur noch im dünn besiedeltem Nordchina statt. Man könnte meinen, mit wirtschaftlichen und kulturellem Fortschritt verschwindet das Siezen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Wobei man noch unterscheiden muss. Im Mandarin ist das Mehrzahl- Sie von der Anrede Sie getrennt. Im Deutschen scheint es ja eher so, dass der Pluralis Majesteticum von der 2. auf die 3. Person gewechselt hat.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        besteht da nicht noch die viel höhere Bedeutung des Vornamens/persönlichen Namens, der, egal ob per Du/per Sie nur vertrauten Personen angeboten wird?

      • 13 sagt:

        @ BS
        Ich arbeite nicht im multimedial-angelsächsisch-abgehauten Bereich. Im Gegenteil eher in einem eher konservativem. Ich spreche da aber auch von Verwaltungen, wo ich Erfahrung habe. Ich arbeite in einem Kleinunternehmen (8 Personen), da käme keiner auf die Idee zu siezen. Aber eine Freundin bei einer grösseren Versicherung erzählt das Gleiche. Gerade sitze ich mit 30 anderen Anwälten in einer Weiterbildung. Vorgestellt hat man sich mit dem Vornamen.

        @ carolina
        Lesen Sie, meine Antwort an Franz. Ich betreibe doch nicht deshalb Systemkritik. Es ist nur ein Detail von vielen 😉

  • Urs M. sagt:

    Wer rot-grün-feministische Politik wählt, kriegt diese. Voilà, jetzt nicht maulen.

    • Franz Vontobel sagt:

      Genau! Typisch rot-grün, diese Idee!

      (wie auch die Sommerzeit, Brunch, und, nicht zu vergessen, Rollkragenpullover!)

  • Alpöhi sagt:

    Im Geschäftsleben ist das Sie am verschwinden.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … sagt und praktiziert wer?

      • Alpöhi sagt:

        ….sagt die Zeitung mit dem 20 im Logo. Und ich habe schon seit 20 Jahren keinem Chef mehr „Sie“ gesagt, und seit 15 Jahren auch keinem Kunden.

        Gut, bei der Bank und beim Arzt, da gibt es das „Sie“ noch eine Weile.

      • Martin Frey sagt:

        „Und ich habe schon seit 20 Jahren keinem Chef mehr „Sie“ gesagt, und seit 15 Jahren auch keinem Kunden.“
        In welcher Branche arbeiten Sie denn, wenn ich fragen darf?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Alpöhi

        das mit der Branche würde mich ebenfalls interessieren, und welche Kunden Sie da ungefragt duzen können.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Alpöhi 2

        und ja, „weils in der Zeitung steht“ überzeugt mich nun wirklich…, ne, gerne bisschen mehr Fleisch am Knochen wenn möglich, danke.

      • Carolina sagt:

        Alpöhi arbeitet wahrscheinlich bei Ikea! Die ‚Zeitung‘ mit der 20 im Logo hat Unrecht: mir scheint, es findet eher ein Umdenken in Richtung mehr Siezen statt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina

        :-))

      • Alpöhi sagt:

        Ich arbeite im Maschinenengineering. Lieferanten und Kunden verstehen sich als Team, und das Du wird mir von den Kunden angeboten, „sei einfacher“. Ich bin der Sprödeste von allen und würde nicht von mir aus duzen.

    • Laurence sagt:

      Ich denke, das Sie wäre immer gleich verbreitet, wenn man es den Leuten selbst überlassen würde. Ist ja üblicherweise an einen zeitlichen Prozess gekoppelt. Mit Firmen, wo jedoch das Du topdown verordnet wird oder Geschäfte, die Kunden von sich aus duzen, sieht es so aus, als verschwände es oder verschwindet so gesehen.

      • Lichtblau sagt:

        Und ich arbeite in der Werbung – da gibt’s die Sie-Anrede zwischen uns und den Kunden (auch aus konservativen Branchen) schon länger nicht mehr. Dazu werden zwischen eigentlich Fremden zur Begrüssung und zum Abschied Wangenküsschen verteilt, als würde man sich ewig kennen. Ich selber finde das seltsam und versuche mich davor zu drücken. Kommt manchmal nicht gut an.

  • Selina sagt:

    Es geht im Artikel ja um den (Schüler-) Hort und nicht um die Kita wie das Foto fälschlicherweise suggeriert. Kein 2-jähriges Kleinkind wird also gezwungen, seine Betreuerin zu siezen.
    Ich finde es gut, wenn die Kinder im Kiga-Alter mit dem Siezen konfrontiert werden. Vorher lernen sie es ja kaum. Wir Mütter sind ja untereinander sowieso sehr schnell per Du und die Kinder duzen die Eltern der Kameraden genauso selbstverständlich. Meine 84-jährige Mutter fand des bei ihrem letzten Besuch befremdlich, dass die Nachbarskinder mich duzten. Als ich Kind war, wäre es uns nicht in den Sinn gekommen, die anderen Eltern zu duzen. Nicht mal meine Mutter war mit diesen per Du.
    So, ist es ganz gut, dass heute die Kinder im Schulalter lernen, dass wir im Deutsch die Höflichkeitsform haben.

    • Lichtblau sagt:

      Als ich meine Kindergartenlehrerin fragte: „Sie, Fräulein Wehrli. Wie heissen Sie eigentlich mit Vornamen?“, hat sie diesen in Blockbuchstaben auf einen Zettel geschrieben. „Eva-Maria“, las ich vor. Ab da teilten wir Kinder ein Geheimnis und nannten Eva-Maria weiterhin „Fröli Wehrli“.

  • Susi sagt:

    Kommentar zum Titelbild: „«Sie» schafft Distanz: Hortmitarbeiter sind gerade für Kleinkinder wichtige Bezugspersonen.“

    Nur: Kleinkinder gehen gar nicht in den Hort, sondern allenfalls in die Krippe.
    Hortkinder sind schulpflichtig und ein paar Jahre älter als das arme Meiteli auf dem herzzerreissenden Bild.
    Viel Lärm um wenig…

    • Jeanette Kuster sagt:

      Das Bild ist tatsächlich verwirrend. Es gehen aber schon 4-jährige Kindergartenschüler in den Hort. Ob diese noch zu den Kleinkindern zählen oder nicht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Einige reden vom „Kleinkind“, andere vom „Vorschulkind“.

      • Susi sagt:

        Dann zitiere ich halt aus dem Wikipedia-Evangelium: „Der Begriff Kleinkind bezeichnet die Lebensphase des Menschen des zweiten und dritten Lebensjahres […] Bei Kindern im fünften und sechsten Lebensjahr spricht man von Vorschulkindern. Das vierte Lebensjahr wird von einigen Autoren noch dem Kleinkindalter, von den meisten aber schon dem Vorschulalter zugerechnet.“
        Ein vierjähriger Kindergartenschüler ist im fünften Lebensjahr, nicht im vierten, gehört also definitiv zu den Vorschulkindern. Zudem ist das Mädchen auf dem Bild ganz sicher kein Kindergartenkind.

        Sorry, Frau Kuster, sie treffen grad den rechthaberischen Nerv in mir…

      • Muttis Liebling sagt:

        Um den 3. Geburtstag findet der erste Gestaltwandel (die kleine Pubertät) statt und das Kind lernt, dass die Mutter ein eigener Mensch und nicht Teil des Kindes ist. Deshalb ist es sinnvoll, da das Kleinkindalter enden zu lassen.

        Aber wo wir beim Begriffliche sind. Was versteht man in der Schweiz unter ‚Hort? Offensichtlich etwas anderes als den ursprünglichen Inhalt (die Nachmittagsgestaltung für Schulkinder, welche nach dem Unterricht nicht nach Hause gehen).

      • Sportpapi sagt:

        Wenn wir schon beim rechthaberischen sind – seit Einführung des Kindergartenobligatoriums in Zürich und dessen Integration in die Volksschule inklusive der Jahrgangsübergreifenden Versuche Basisstufe etc. irritiert mich der Begriff Vorschule immer mehr…

      • Susi sagt:

        @SP: Wikipedia ist ja keine CH-Plattform…

        @ML: Doch, Ihre Definition von „Hort“ ist m.E. richtig.

      • Sportpapi sagt:

        Susi: Genau genommen sagt man dem Alter üblicherweise frühe Kindheit. Und die Vorschule ist nicht nur in der Schweiz im Wandel… https://de.wikipedia.org/wiki/Vorschule

      • Susi sagt:

        @SP: „Genau genommen sagt man dem Alter üblicherweise frühe Kindheit.“

        Ich zitiere aus Wikipedia (wie du ja auch). Dort steht es halt anders, nämlich so, wie im Zitat, das habe ich ja nicht aus dem Ärmel gezaubert. Wikipedia wird die Info sicher wieder anpassen, sobald die Begriffe offiziell verschoben werden.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich finde es toll, wenn man etwas zu diskutieren hat, selbst wenn man in der Sache selbst einer Meinung ist

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Vorschulalter ist nun mal per Definition das Alter, bevor die Kinder schulpflichtig sind. Da irritiert mich der Begriff für 5/6jährige, die im deutschsprachigen Raum nach meiner Kenntnis mehrheitlich schulpflichtig sind – weil der Kindergarten eben obligatorisch und Teil der Schule ist. Aber das war ja nur eine persönliche, keineswegs wichtige Anmerkung – nur aus Freude an der Diskussion, wie RoXY bemerkt hat…

      • Reincarnation of XY sagt:

        …und ja, da die Vorschulkinder heute offiziell Schüler sind, müssen wir natürlich diesen seit Menschengedenken etablierten Begriff überdenken, da hat SP schon recht.
        Wir leben in komplizierten Zeiten des Wandels. seufz

        Mein einziges Problem in der Sie und DU Angelegenheit ist die, dass ich oft nicht weiss, wer denn nun Frau Schneider und Frau Vogelherd ist, da ich sämtliche Lehrer nur mit Vornamen kennengelernt habe. Ich per Du, die Kinder per Sie. Auch das sorgt manchmal für Konfusion.

      • Jeanette Kuster sagt:

        Echt, Sie sind mit den Lehrern per Du @ROXY? Spannend. Bei uns siezt man die. Die Hortmitarbeiter und Eltern hingegen duzen sich (bei uns gilt generell immer noch das Du im Hort).

      • Reincarnation of XY sagt:

        ja Frau Kuster – ist tatsächlich so
        von der Hauptlehrerin kenne ich natürlich Vor- und Nachnamen, aber es gibt ja noch viele andere…

      • Nala sagt:

        Spannend Frau Kuster. Wir waren auch mit allen Lehrern unserer Kinder per Du. Ah nein, Sekundarlehrer dann nicht mehr. Vielleicht waren die deshalb so komisch 😉

  • paul real sagt:

    Mit Sie hat man früher nur Herrschende angesprochen (Höf-lichkeitsform). Nun, da der Bürger sich selbst als Herrschenden sieht, will er auch so angesprochen werden.

    • ABCDEFG sagt:

      So einfach war das nicht. Schiller (wie damals üblich) siezte seine Eltern, alles andere wäre respektlos gewesen. Das „du“ galt den Freunden. Trotzdem war die Beziehung zu seiner Mutter eng.

  • Gerald sagt:

    Ich frage mich noch immer um welche Altersgruppe es wirklich geht. Von einem Schulkind erwarte ich, dass es die LehrerInnen mit „Sie“ anredet. Im Kindergarten erwarte ich es nicht. Auch wenn es bei mir schon länger her ist, ich kann mich nicht erinnern die „Tanten“ im Kindergarten mit „Sie“ angesprochen zu haben. Aber jede Lehrerin und jeden Lehrer. Und bei den Eltern ist davon auszugehen, dass sie die Lehrer und Betreuer in jeder Einrichtung mit „Sie“ anreden. In Hort und Kindergarten vielleicht noch mit Vorname und „Sie“ aber auf keinen Fall mit „Du“. Umgekehrt gilt das selbstverständlich auch.

  • Franz Vontobel sagt:

    … ein bisschen wie die nette Tante, die regelmässig zu Besuch kommt.

    Naja… oder wie die ungeliebte, schnauzbärtige Tante, die man immer wieder besuchen muss.

  • Laurence sagt:

    Ich glaube nicht, dass es eine Frage des Respekt ist, sondern der Rolle und insofern stimmig. Du bleibt Familie, Verwandten und Freunden vorbehalten.

  • Hupfer sagt:

    Die Umstellung ist nur in den Köpfen der Erwachsenen gross. Meine Tochter geht neu seit zwei Wochen in den Kindergarten, davor 3 Jahre in die Krippe. Die Umstellung von du auf sie hat sie einfach gemacht, dies war bis jetzt überhaupt kein Thema.

    • Stevens sagt:

      Wieder mal so ein Null-Thema. Hauptsache, man hat was zum diskutieren.

      Es ist doch für die Kinder völlig irrelevant, ob die Kinder „du“ oder „sie“ sagen.
      Schlau ist es, wenn es überall gleich gemacht wird, also muss doch jemand die Entscheidung fällen, wie es gemacht wird.
      Und dieser „jemand“ wird wohl seine Gründe gehabt haben.
      Also, was bringt das diskutieren?

  • Rahel S sagt:

    Tatsaechlich eine komische Regelung. Kinder koennen sehr wohl zwischen Schule und Hort unterscheiden- sie unterscheiden ja auch sonst im Alltag zwischen Leuten, die sie mit „Sie“ ansprechen und solchen, die sie mit „Du“ ansprechen. Auch Leute, die man mit „Du“ anspricht kann man respektieren (oder sind Eltern nur noch die „besten Freunde“, weil wir ihnen „du“ sagen?).

  • tina sagt:

    ich dachte, das gilt nur für den hort, also ab kindergartenalter. für kleinkinder gilt das nicht, die gehen in die krippe

  • Rüdisühli sagt:

    Würden Blogbeiträge in der BaZ ohne Entschädigung an die Blogschreiber gewürdigt….ja dann hätte es nicht so viele davon. Die Qualität deren würde steigen. Auch ein Punkt den man einmal beachten sollte.
    Oder, bekommt der schreibende Blogger pro Kommentar eine so sollten die Kommentierenden einen angemessenen Teil erhalten.

    • Dorli Knüsli sagt:

      Stimmt. Bei den exorbitanten, geradezu unanständig hohen Blog-Honoraren reicht es mit gerade mal 3 bis 4 Blogs pro Jahr locker für ein Leben in Saus und Braus. Ironie off.

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