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Jeanette Kuster am Sonntag den 28. Oktober 2012

Pimp my Kinderwagen

Ach ja, es muss schon hart sein. Da hat man etliche Wochenenden damit verbracht, das Objekt der Begierde auf Hochglanz zu polieren, hat vielleicht sogar selber daran herumgeschraubt und sich wie der König der Strasse gefühlt bei jeder Ausfahrt. Und dann wird man Vater und muss den geliebten Sportwagen aus Platzgründen durch eine langweilige Familienkutsche ersetzen. Verständlich, dass sofort ein Ersatzobjekt hermuss. Naheliegend, dass es der Kinderwagen ist. Die Marken-, Farb- und Modellpalette ist fast ebenso gross wie beim Auto, die technischen Details sind vielfältig und das Teil eignet sich je nach Hersteller sogar als Prestigeobjekt. Und das Beste: Auch den Kinderwagen kann man mit etwas Fantasie und handwerklichem Geschick zum exklusiven Hingucker pimpen.

Beweis gefällig? Voilà: Colin Furze und sein «Mega-Pram». Vier Wochen Arbeit und 450 £ hat der britische Klempner investiert, um den schnellsten Kinderwagen der Welt zu bauen. 86km/h schafft der Dreiräder dank zehn PS starkem Motor. Darum rast der junge Vater bisher alleine auf seinem Turboflitzer durch die Gegend – das Baby lässt die besorgte Mutter nicht mitfahren. «Ich hoffe aber, dass ich meinen Sohn Jake eines Tages auf eine rasante Ausfahrt mitnehmen kann», sagt der Erfinder und Weltrekordhalter in den englischen Medien. Aber sehen Sie selbst:

Kann Mann auch ohne Guinessbuch-Eintrag leben, sollte das Tempo der Vater-Kind-Bindung zuliebe also etwas gedrosselt werden. Gehfaulen Hobbybastlern empfiehlt sich deshalb der Einbau eines normalen Rasenmähermotors anstelle eines Motorradantriebs. Dass das funktioniert, zeigt dieser junge Mann. Kleiner Tipp: Den Baby-Pamir beim Besorgen des Materials gleich mit kaufen.

Deutlich gemächlicher, dafür auch deutlich stylisher unterwegs ist man mit dem Roddler, dem handgefertigten Kinderwagen im «Hot Rod»-Stil. Wirklich praktisch ist das Gefährt nicht – man stelle sich nur mal vor, wie man mit diesem breiten Chassis durch den Supermarkt zu kurven versucht. Aber wieso das Design nicht als Inspiration zur Verzierung des eigenen 0815-Buggys nutzen?

A propos verzieren: In Russland finden alljährlich Kinderwagenparaden statt, an denen sich ein aufgemotzter Buggy an den nächsten reiht. Eine Streetparade mit Kinder- statt Lastwagen sozusagen. Vielleicht eine Idee für Zürich, wenn sich der Techno-Event endgültig totgelaufen hat und Ersatz her muss: Bäh-Bäh statt Bumm-Bumm, kötzeln statt kotzen, ganz viel Jöh statt Yeah – und jedem sein eigenes Lovemobile. Tönt gut? Dann fangen sie am besten schon mal an zu basteln.

7 Kommentare zu „Pimp my Kinderwagen“

  1. Fistik sagt:

    Hier lieber Auguste, hier gehören ihre “greifgernen” Fingerchen hin; bauen sie sich einen Wagen…einer wo ihr Homunkulus-Kopf reinpasst.
    … PS soviel sie wollen,.. als sie nur aus dem Wege sind…

  2. Karl Odermatt sagt:

    Und wenn der Kinderwagen eines Tages altersmässig nicht mehr so ganz passen will, muss man seinem Kind die adäquaten Weiterentwicklungsmöglichkeiten bieten können
    http://www.youtube.com/watch?v=qFfM6GsBaP4

    @Auguste: Das ist gemeint, wenn man von ‘etwas für das Kind tun’ spricht. Nicht das was du darunter verstehst……

  3. annina sagt:

    und für alle die nicht gleich einen motor einbauen möchten gibt es auch kleine accessoires zum pimpen…
    zum beispiel ein kinderwagenschild mit namen und geburtsdatum!

    http://www.kinderwagenschild.ch

  4. Franz Oettli sagt:

    Ja so ein schnelles Ding wäre manchmal schon ganz praktisch gewesen, zumindest das Trottinet-Modell. Gibt’s davon auch Bauanleitungen, die beim Strassenverkehrsamt durchkommen…?

  5. tina sagt:

    genau, ich nannte das kiddyboardsurfen :D aber ich fürchte es verkürzt die lebensdauer eines kinderwagens, weil dafür sind die dinger einfach nicht konzipiert

  6. A Müller sagt:

    Als erstes kommt mir da das Bobby Car in den Sinn, hier wurden auch herumgefeilt damit die Paps Rennen fahren können.
    LG http://homeofficefuermuetter.blogspot.com/

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