Eine Carte Blanche von Simone Munsch und Jana Bryjova.

Während den ersten drei Monaten haben Babys manchmal ein ausgeprägtes Schreiverhalten: Ein unzufriedener Säugling. (Foto: Flickr/meddygarnet)
Die Verzweiflung von Samuels Eltern ist gross. Vor allem seine Mutter spürt langsam, dass sie am Ende ihrer Kräfte angelangen ist. Statt sich über ihre Mutterschaft zu freuen und die erste Zeit zu dritt zu geniessen, ist ihr Schlafmangel so gross, dass sie wegen Nichtigkeiten ausrastet und sich ständig bedrückt fühlt.
Warum? Der dreieinhalb Monate alte Samuel schreit schon seit seiner 6. Lebenswoche tagelang fast ununterbrochen. Fast fünf Stunden schreit und weint er pro Tag. Alle Versuche der Eltern, ihn zu beruhigen, scheitern. Die Mutter trägt ihr Kind ständig herum oder singt ihm vor und trotzdem lässt sich das laute Quengeln und Schreien nur selten und nur für ein paar Minuten unterbrechen.
Neulich hat die Mutter Samuel kräftig in die Höhe gehoben und mit ihn mehrmals geschüttelt. Danach ist Samuel plötzlich ganz still geworden. Die Mutter war schockiert, wozu sie im Stande war und hat am nächsten Morgen umgehend mit Samuel die pädiatrische Beratungsstelle aufgesucht.
Ähnlich wie Samuel, zeigen die meisten Säuglinge während den ersten drei Lebensmonaten ein häufiges und ausgeprägtes Schreiverhalten. Bei den meisten Neugeborenen geht das Schreien danach wieder zurück. In seinen ersten Lebensmonaten ist das Schreien für das Baby das einzige Mittel zur Regulation seiner Bedürfnisse und zur Kontaktaufnahme mit der Umwelt, vor allem mit seinen Eltern.
Diese Signale des Neugeborenen dienen dazu, Nahrung, Nähe, Sicherheit und Sauberkeit zu garantieren. Wenn das Schreien des Babys jedoch exzessiv ist und an drei Tagen pro Woche über drei und mehr Stunden pro Tag anhält und das für mindestens drei Wochen, ist es zunächst wichtig, eine medizinische Ursache des Schreiens (wie z. B. verschiedene Infektionen des Innenohres, der Harnwege, sowie des Magen- und Darm Traktes oder Mangelernährung) vom Kinderarzt ausschliessen zu lassen.
Glücklicherweise, finden sich bei solchen Schreibabys in den meisten Fällen keine medizinischen Komplikationen. Jedoch ist das exzessive und andauernde Schreien des Kindes ein Anzeichen dafür, dass es elterliche Unterstützung bei der Regulation von Schlaf und Wachzustand sowie der Erregung und Beruhigung benötigt.
Exzessives Schreien ist häufig mit frühkindlichen Schlafstörungen gekoppelt und kann die Eltern und den Kontakt von Eltern und Kind massiv belasten. Es ist wichtig, dass ohne jegliche Schuldzuweisung rasch und effizient für Entlastung und Unterstützung gesorgt wird. Dazu kann die Hilfe einer Fachperson (Kinder- und Jugendpsychologen, Kinderärzte) erforderlich sein.
Was kann helfen?
1. Das Kind verstehen lernen: Eltern sollten die «Schreisignale» des Kindes besonders aufmerksam beobachten und versuchen, zu unterscheiden, wann es sich bei dem Kind um Müdigkeit, wann um Hunger und wann um Langeweile oder Überforderung handelt.
2. Den Tag regelmässig gestalten: Regelmässige Phasen der Ruhe und Entspannung sowie der Aktivität und Erregung helfen dem Kind, seinen Schlaf-Wachrhythmus zu erlernen und unterstützen es dabei, sich im Alltag besser zu orientieren.
3. Weniger ist manchmal mehr: Ständiges Herumtragen, kräftiges Wiegen des Babys, aber auch dauerndes Reden oder Singen und andere andauernde Reize wie Lärm, Hitze, Licht etc. können das Neugeborene irritieren.
4. Time-out: Viele Eltern vergessen sich ob der Sorge über das Kind selbst und kommen nur selten zur Ruhe. Hier kann beispielsweise eine einfache Time-out-Technik angewandt werden: Bei exzessivem Schreien des Babys kann es hilfreich sein, wenn die Eltern den Raum für einige Minuten verlassen.
5. Hilfe holen: Manchmal sind die äusseren Umstände wie finanzielle, gesundheitliche oder psychosoziale Faktoren für zusätzliche Belastung verantwortlich. In solchen Situationen kann es angezeigt sein, den Säugling für einige Zeit stationär in einer Klinik zu behandeln.
Eltern können aufgrund ihrer massiven Überlastung und Verzweiflung manchmal eigene Impulse nicht mehr kontrollieren. So kommt es immer wieder vor, dass Eltern ihr Baby aus lauter Verzweiflung schütteln. Dies ist besonders gefährlich, da es bei dem Säugling zu Blutungen im Gehirn führen kann, was zu einer verzögerten Entwicklung oder sogar bis zum Tod des Säuglings führen kann. Darum ist es wichtig, möglichst rechtzeitig Hilfe zu holen, wenn Sie sich überfordert fühlen. Z. B. beim Elternnotruf: 0848 354555.
Prof. Dr. Simone Munsch ist Ordinaria am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Fribourg und forscht im Bereich der Essstörungen, Schlafstörungen Emotions- und Impulsregulation. Zudem ist sie Kognitive Verhaltenstherapeutin und bildet selbst Psychologinnen und Ärtze aus. Sie ist verheiratet und hat 3 Kinder.
Jana Bryjova ist Assistentin am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie am Department für Psychologie der Universität Fribourg, das unter Anderem auch Hilfe für überforderte Eltern anbietet.



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 



































































Einer meiner Söhne schrie auch jede Nacht, hörte aber auf, sobald man ihn hochnahm. War er wieder eingeschlafen, konnte man ihn hinlegen, bis er wieder erwachte – und schrie. Es ging (aus meiner Sicht) viel zu lange, bis der Kinderarzt bemerkte, dass das Kind an Reflux litt (”Magenbrennen”): Sobald man ihn hinlegte, floss Säure in die schmerzempfindliche Speiseröhre. Die Lösung war einfach: Bettchen am Kopfende höher stellen und das Kind in einer Art “Gstältli” festmachen, so dass es nicht runterrutschen konnte. Von da an hatten wir Ruhe und Schlaf; und das Kind auch!
Aus langjähriger Hebammen-Erfahrung kann ich bestätigen, dass dies sehr oft der Grund fürs nächtliche Schreien ist und nicht, weil das Kind “verwöhnt” ist. Am Tag ist das Kind ja meistens auf dem Arm oder in einer Wippe, MaxiCosi usw. Am Abend liegt es dann flach, auf dem Rücken im Bett und wird nach ca. 15 Min wach und schreit bis man es hoch nimmt. Mit Hochlagern (sollte etwa die Schräglage wie auf Arm oder Brust haben) bessert sich die Situation fast augenblicklich… Tipp: Bundesordner unter die Matratze
schade habe ich das vor 25 jahren nicht erfahren ??!!! wäre super toll gewesen ! viel efolg beim ausprobieren.
Warum ein Baby schreit, ist und bleibt wohl noch lange ein Rätsel.
Ich möchte einfach alle Nachbarn und Verwandten ermuntern, sprechen Sie mit den Eltern, helfen sie, wenn Sie sehen, dass die Eltern nicht mehr können. Und an alle Eltern eines Schreibabys: Wenn es nicht mehr geht, aus dem Zimmer gehen, Nachbarn oder Ehepartner informieren. Wenn man alleine ist, einfach raus, das Kind wird keinen Schaden davontragen, mal eine halbe Stunde allein zu schreien. Im absoluten Notfall den Kinderarzt, Notfall oder Polizei anrufen. Ich weiss, das hört sich “overdosed” an. NIE schütteln. NIE, NIE, NIE!
Das klingt, als hätten Sie da Erfahrung?
Entschuldigung Sie diese Frage, weil wenn das so wär, wär das höchst unfeinfühlig von mir…
Kompliziert wird die Sache dadurch, dass betroffene Eltern sich teils sehr schnell angegriffen fühlen und Ratschläge sofort abtun, bzw noch schlechtmachen. Einer stillenden Mutter das Frischgeborene “abzunehmen” ist auch eher schwierig. Ich hatte mal so eine Nachbarin und mir hat das Baby unendlich leid getan.
Du sagst es!
Na logisch fühlen sie sich angegriffen: sie sind unter Dauerstress, durchaus vergleichbar mit Folter, wissen nicht aus noch ein, da fühlt man sich schnell betupft, wenn alle möglichen Ratschläge auf einen niederprasseln, wenn vielleicht einfach nur eine Stunde Babysitten gefragt wäre. Gehen Sie davon aus, dass die Eltern keine Ratschläge (mehr) brauchen, weil sie längst alles mögliche ausprobiert haben, bieten Sie tatkräftige Hilfe an. Und wenn man selber Erfahrung mit einem Schreibaby hat, kann man doch verstehen, wie irrational man auf Belehrungen von aussen reagiert.
@Carolina
Ich hatte nur einen einzigen Ratschlag, genau einmal vorgebracht: Das Kind nicht hinlegen, sondern rumtragen. Die Antwort war: ich will doch kein Trage-Baby. Und dann wurde hinter meinem Rücken über mich gelästert. Daraufhin habe ich mich zurückgezogen.
@ plop:
Erfahrung ja, aber beruflich. Leider. Privat gottseidank nicht.
Zur Gefährlichkeit des Schütteltraumas: Eine Studie aus Kanada untersuchte Kleinkinder mit Schütteltraumata, welche in Kliniken eingeliefert wurden. Jedes fünfte starb, über die Hälfte trug bleibende Schäden davon. Wenn man bedenkt, wegen was für Banalitäten die Polizei teilweise rausfahren muss, dann rechtfertigt das m.E. definitiv einen Einsatz.
wunderbar – dann lassen wir das baby einfach mal 30 minuten weinen, damit sich in ihm verfestigt: ich kann schreien so viel ich will, es kommt niemand und nimmt mich hoch – ich bin nicht richitg – nicht willkommen. in den späteren jahren fragen sich solche kinder: warum habe ich kein urvertrauen?
baby sollten im ersten jahr so viel wie möglich getragen werden – egal von wem! und von wegen “weniger ist mehr”: ich beweg mich ja nicht die ganze zeit, so hat das kind immer auch wieder ruhige – unbewegte momente, auch beim tragen.
Buchtipp: Jean Liedloff – Auf der Suche nach dem verlorenen Glück
Diese Kinder schreien auch, wenn man sie trägt, kuschelt, wiegt, im Arm hält…weiter! Unser traueiger rekord liegt bei 8 durchgebrüllten Stunden, in denen wir das Baby ständig getragen, gekuschelt, und mit anderen sanften Techniken zu beruhigen versucht haben (inklusive Tragetuch) . Und ja, da ist es besser, wenn man am Ende seiner Kräfte ist, das Kind an einem sicheren Ort abzulegen und selbst fünf Minuten oder so lange man braucht, um sich selbst wieder in den Griff zu bekommen, und wenns eine halbe Stunde ist, dann ist es eben so lange, woandershin zu gehen. Bevor was passiert.
Und unser Kind wird nur im Tragetuch getragen, schläft mit Körperkontakt der Mutter und wird nie alleine schreien gelassen – nur dann, wenn nach stundenlangem Gebrüll die Mutter nicht mehr kann. Keiner findet eine Ursache, alle sind ratlos, auch der Osteopath.
Ich würde es mit Osteopathie versuchen, da werden erstaunliche Ergebnisse erzielt, insbesondere bei Babys!
Wir haben auch gute Erfahrungen mit der Osteopathie gemacht!
Ich hab den Artikel nochmal gelesen und stiess auf diesen Satz:
“Ähnlich wie Samuel, zeigen die meisten Säuglinge während den ersten drei Lebensmonaten ein häufiges und ausgeprägtes Schreiverhalten.”
Nach meiner Erfahrung muss das nicht sein, wenn wir das als ‘üblich’ akzeptieren, können wir auch nicht wirksam etwas dagegen tun. Schreien ist nicht normal, es ist ein Ausdruck dafür, dass dem Kind etwas fehlt, es schreit nicht aus Freude. Es ist nicht sooo schwierig, herauszufinden, was es sein könnte, wenn körperliche Schmerzen mal ausgeschlossen wurden.
Danke für Ihren Beitrag. Ich fand das Buch “Kinder Verstehen” (Renz-Polster) noch hilfreich für meinen Mann — der meinte wir verwöhnen unser Baby mit herumtragen.
Wurden die schreienden Babies geimpft? Möglich dass sie Höllenqualen durchleiden und das im Falle von Mehrfachimpfungen typische schrille Schreien haben. Gar kein Wunder, denn es entstehen Löcher im Hirn.
Oder Sie schreien, weil sie nicht geimpft wurden. Vor Angst…
Oder weil sie beschnitten wurden, ein echtes Trauma für kleine Buben, die haben wochenlang Schmerzen. Gerade hab ich den Bericht eines erwachsenen Mannes gelesen, der sich mit 18 beschneiden liess, er schrieb, er könne nie verstehen, dass solche starken Schmerzen einem Neugeborenen zugemutet werden könne
Oh ja, die Kinder schreien noch wochenlang, und haben ihre ganzes Leben lang ein Trauma. Und niemals guten Sex.
Wieder mal zu faul zum Lesen und zum Denken, Pippi?
Dass es bei einem Kleinkind eben noch keine vergleichbaren Schmerzen wie bei einem 18jährigen verursacht, ist ja gerader ein Grund, weshalb es so früh gemacht wird
…Aber ich wollte Sie ja nicht ablenken. Im Gegenteil – ich hoffte ja, Se würden den nochmal bringen mit “Kontrolle der Sexualität” oder was Sie da an ähnlich klingendem Stuss geäussert hatten.
Wie geht das genau über Beschneidung?
“Dass es bei einem Kleinkind eben noch keine vergleichbaren Schmerzen wie bei einem 18jährigen verursacht, ist ja gerader ein Grund, weshalb es so früh gemacht wird” that is just plain bull.
und Sportler, als Gojim solltest du dich aus diesem thema rauslassen..
http://www.taz.de/Beschneidung-mit-18/!101655/
Sicher, Katharina? Was du alles weisst. Ausserdem: wäre das die Regel, gäbe es kaum eine grössere Diskussion, oder? (und schon gar nicht würde sie von Pippi angefangen)
Hihi… Ich entsinne mich amüsiert, wie oft hier anfänglich von jener Seite noch derart stumpfe Versuche gestartet wurden, um jede Diskussion abzuwürgen, deren wichtigstes “Argument” war, dass Männer sich aus einem Mamablog rauszuhalten hätten, weil sie sowieso keine Ahnung hätten.
Wie schön zu sehen, dass sich was bewegt hat.
Die Hemmungen über Themen zu sprechen, die man rein vom Geschlecht her schlechter nachvollziehen kann als das Betreffende, sind ganz offensichtlich überwunden…
Und Argumente von Katharinas Seite, die geradezu eines Stürmers würdig sind.
Ich würd sie ja gerne sehen, wenn es uns einfiele (und nichts ist mir ferner!) bei einem Thema wie, sagen wir, Schweinemast und Tierquälerei, zu finden: Da hast Du Dich als Jiedin gefälligst raus zu halten!
Sensationell.
Freedom of speach!
Competition of ideas!
Da sind dann wohl wieder mal ein paar Medis fällig.
Bei dir nützen wohl auch Medis nichts mehr, nicht alles ist heilbar, vor allem, wenn mal eine gewisse Stufe des Wahns erreicht wurde. Deine Destruktivität ist unglaublich.
“Sicher, Katharina? Was du alles weisst.” – beruht nur auf Deinen eigenen Statements über juedische Verwandtschaft/Wurzeln Deiner selbst.
und dass du sämtliche Argumente gegen diesen barbarisches Ritual und dass die medizinischen ‘benefits’ ein hoax sind und umgekehrt die Risiken den Eingriff aus medizinischer Sicht nicht rechtfertigen, – und das zusätzlich zum Menschenrecht der körperlichen Integrität und Selbstbestimmung, das nun mal der Religionsfreiheit übergeordnet ist – , einfach ins Reich der Phantasie verfrachtest, wissen wir ja.
@Katharina: Wenn du deine Stellungnahme mit “barbarisches Ritual” beginnst, muss man eigentlich nicht mehr weiterdiskutieren. Zur Selbstbestimmung eines Säuglings habe ich einiges geschrieben. Müsste man das so eng sehen, wie du das hier anführst, dürften wir gar keine Kinder mehr erziehen. Nein, Eltern haben die Pflicht, in einem gewissen Rahmen nach bestem Wissen und Gewissen für ihre Kinder zu entscheiden. Und dies noch zum Abschluss, aus deinem Land: http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/usa-kinderaerzte-sprechen-sich-fuer-beschneidung-aus-a-852502.html
Was hat Erziehung mit Körperverletzung zu tun? Um so eine handelt es sich zweifellos. Würde eine neu entstehende Sekte sowas pflegen, würde es auf der Stelle verboten und das zu recht!
Nur weil es sich um ein altes Ritual handelt, ist es nicht gut. Dieben hat man früher auch die Hand abgehackt, das kam vor allem daher, weil fahrende Völker keine Gefängnisse kannten, deshalb gab es Körperstrafen. Heute sind wir weiter – wir, aber nicht die islamischen Länder. Was Beschneidungen betrifft die Juden leider auch nicht. Die modernen hygienischen Verhältnisse verlangen keine solchen Radikallösungen.
Und die deutschen Kinderärzte sind dagegen:
http://www.fr-online.de/politik/beschneidung-aerzte-sehen-in-tradition-keine-rechtfertigung,1472596,17238330.html
Was hat Erziehung mit Körperverletzung zu tun? Um so eine handelt es sich zweifellos. Würde eine neu entstehende Sekte sowas pflegen, würde es auf der Stelle verboten und das zu recht!
Nur weil es sich um ein altes Ritual handelt, ist es nicht gut. Dieben hat man früher auch die Hand abgehackt, das kam vor allem daher, weil fahrende Völker keine Gefängnisse kannten, deshalb gab es Körperstrafen. Heute sind wir weiter – wir, aber nicht die is lamischen Länder. Was Beschneidungen betrifft die J. leider auch nicht. Die modernen hygienischen Verhältnisse verlangen keine solchen Radikallösungen.
natürlich finde ich es barbarisch. Dass die amerikanische Kinderärztevereinigung erstens eine 180 Grad Drehung machte, weil die juedische Lobby nach dem Kölner Urteil hier Druck machte, zweitens eine von vielen Interessenvertretern ist und in dem Business direkt finanziell profitiert und dass drittens andere Ärztevereinigungen und die Amerikanischen medizinischen Fakultäten alle sagen, dass die prophylaktischen claims der Befürworter fraglich sind und die Risiken überhaupt nicht aufwiegen, scheint dir entgangen zu sein. oder dem Spiegel.
Ganz abgesehen davon, dass du auf die Begründung des Gerichts, nämlich dass es um die Abwägung von Rechtsgütern ging, nicht einmal eingehst. Merkst Du nicht, wie borniert Du da auftrittst, Sportler?
Wir hatten auch einen Schreier und das Schreien hat sich bedeutend länger hingezogen als die genannten drei Monate, wenn auch nicht regelmässig stundenlang.
Kommentare wie “man findet relativ einfach heraus, was einem Kind fehlt” und “man muss halt als Eltern auch ein bisschen zurückstecken können” lassen mir die Galle hochkommen.
Ich wünsche NIEMANDEM, dass er oder sie eine Schreikind-Erfahrung machen muss. Es ist wie eine Folter, die man nicht abstellen kann, und es bringt Eltern dermassen an den Rand, wie sich das “Verschonte” nicht im Entferntesten vorstellen können.
@Clemens: Meine Worte!!! …darum bitte keine gutgemeinten Ratschläge; lieber eine Stunde Babysitten!
Ja, du sprichst mir aus der Seele. Ich kann diese Ratschläge/ versteckten Beschuldigungen auch nicht mehr hören. Wer nicht so ein Kind hatte, kann das einfach nicht verstehen- unser erstes war ein zufriedenes, ruhiges Kind, und das Kleine wird genauso getragen, nie im Kinderwagen gefahren, nicht abgelegt, schläft im Körperkontakt mit der Mutter wie das Große – und schreit und schreit. ZumcGlück gibt es wenigstens in unserer Familie und Shwiegerfamilie auch jeweils ein ehemaliges Schreikind, da ist man dann wenigstens innerhalb dervFamilie mit solche nKommentaren verschont…
Mein Grosser war auch ein Schreikind. Schon unmittelbar nach der Geburt hat er über 2 Stunden geschrien, obwohl er Körperkontakt hatte. Auch auf den typischen Erschöpfungschlaf nach der Geburt wartete ich vergebens, er nickte nur jeweils für kurze Zeit ein und weinte viel. In der 2. Nacht ging es dann richtig los, mit hyperventilieren und schreien ohne Ende. Obwohl ich mehrmals nach einer Schwester geklingelt habe dauerte es 2 1/2 Stunden bis endlich jemand kam und ich habe meinen Sohn die ganze Zeit herumgetragen trotz schmerzender Dammnaht (welche nach 1 Woche total gerissen ist).
Als ich aus dem Spital entlassen wurde, war ich schon völlig erschöpft. Und der Alptraum ging weiter. Zwischen 5.15 und 22.00 nur 2 mal 20 min geschlafen während des Tragens. Dazwischen ständiges Herumtragen, ausser ca 1 oder 1 1/2 Std wo er einigermassen zufrieden war und ich den Haushalt machen konnte. Von meinem Partner hatte ich keine Hilfe, nur Vorwürfe. Entweder verschwand dieser nach dem Essen wieder oder schickte mich in ein anderes Zimmer weil er in Ruhe TV schauen wollte und er den schreienden “Scheissgoof” (wortwörtlich) nicht ertragen könne.
Manchmal war ich so erschöpft, dass ich dann das zum herzerweichen schreiende Kind im Arm hatte und selber mitweinen musste und habe damit auch nur Unverständnis und Vorwürfe bekommen.
Ich fühlte mich einfach nur hilflos und unfähig.
@Eni
Schrecklich. Haben sie herausgefunden, warum das Baby so geschrieben hat?
Zum Verhalten ihres Mannes: warum haben sie so einen zum Vater gemacht? So einer gehört in den Stollen, nicht in eine Familie.
Ich glaube, dahin wurde er auch wieder spediert, nach erfolgreicher “Entsorgung” (ich zitiere hier Eni 2010).
danke fuer diesen ehrlichen Bericht. der es einfach so darstellt wie es für dich war.
Liebe Eni, meine Kleine hat auch die ersten 2 Stunden nach der Geburt nonstop geweint, und es ging genau so weiter wie bei dir. Mit dem Unterschied, dass ich mit dem Kind allein war. Aber mit so einem Partner wäre ich wohl komplett durchgedreht. Ich habe auch öfters zusammen mit dem Kind aus purer Verzweiflung geschluchzt, und ich war froh, dass es niemand mitbekam. (Jetzt ist sie 2 Jahre alt und es geht immer besser. Und sie scheint auch kein Trauma o.ä. zu haben).
Ja, ohne “Partner” wäre es vielleicht einfacher gewesen, aber das konnte man ja nicht im Voraus wissen.
@ alien
Ja, ich habe ihn entsorgt, aber er hat dermassen gute Arbeit geleistet, dass ich auch nach 9 Jahren noch immer ein verdammtes Wrack bin.
Sehen Sie, genau das ist Gold wert: Tipps von Experten, Eltern etc. und eine grosse Auswahl an möglichen Ursachen, denen Mami/Papi nachgehen können… und ja: Hilfe holen! Ich schreib’ mir das hinter die Ohren, dickenst…
Sehr oft liegt da auch eine Magenverstimmung zugrunde oder das Kleine hat ständig Blähungen, denn bei Neugeborenen arbeiten Magen oder Darm oft noch nicht optimal. Ein schreiendes Baby mit Kräuteröle sanft massieren ist wohltuend und wirkt oft Wunder. Die Umgebung sollte aber warm und zugfrei sein. Babymassagen sollten einen festen Platz im Zeitplan einnehmen.
dieser gut gemeinte und vielleicht sogar wahre Ratschlag ist einer von etwa 1000 den man als schrei-baby-mami nach spätestens der 4.woche nicht mehr hören kann weil er impliziert dass man nicht alles alles alls schon versucht hat…
der beste war dann von der Mütterberatung: wissen sie, heutzutage spricht man nicht mehr von bauchweh, sondern von fehlendem körperkontakt und nähe (nachdem ich ihr erzählt hab, dass ich mein baby fast non-stop auf mir trage!!)….
no comment.
die rettung: eine Freundin, die für’s wochenende kam und den kleinen rumgetragen hat sodass ich 2 tage schlafen konnte…
Ja, all die “Tipps”, die man erhält, suggerieren, dass man etwas nicht richtig macht – und das in einer Situation, in der man sowieso schon völlig fertig ist mit den Nerven. Das Einzig wirklich hilfreiche ist in der Tat die Freundin / der Götti / die Grossmutter / der Partner, der/die einem das schreiende Bündel abnimmt, und zwar lieber für zwei Tage als eine Stunde. Und dann Schlafen, Schlafen, Schlafen!!!!
Wir hatten auch ein Schreibaby, manchmal bis 12 Stunden am Tag 4 Monate lang. Wir waren am Ende, haben alles probiert, Homöopathie, Osteopathie, Craniosacraltherapie etc…nichts hat genützt. Mas nach 3 Monaten machbar ist zu einem Manualtherapeuten zu gehen, die schauen nach ob etwas mit der Wirbelsäule ist, auch KISS Symdrom genannt. Nach der Manipulation am Hals ging es unserer Tochter rapide besser. In Zürich gibt es einen, Dr. Maggi, der das macht…
Wenn gar nichts mehr geht gibt es eine Schreiambulanz in diversen Spitälern, z.B. am Triemlispital, da klären sie alles ab, behalten die ganze Familie ein paar Tage da, so dass sich alle etwas erholen können. Hab ich gelesen..leider hab ich das auch erst später erfahren. Ich hatte keine Zeit um zu googlen während der Schreizeit. Allen viel Kraft die ein Schreibaby haben.
Unser Juengster schrie ab und zu, und ich stellte fest, dass ich schnell im Panik geriet, waehrend meine Frau ruhig blieb. Das machte mich stutzig und ich dachte darueber nach. Offensichtlich hatten meine Angsreaktionen einen Hintergrund. Ich wuchs in einem Kinderheim auf, wo Kinder oft geschlagen wurden. Offensichtlich hatte ich sehr fruehe Erinnerungen, dass Schreien mit MIsshandlung verbunden war, und reagierte daher mit Panik. Meine Frau hatte viel Verstaendnis dafuer. Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht der Einzige bin, der durch solche eigenen Traumas auf Babyschreien so reagiert.
Oft kann das Schreien von Wirbelfehlstellungen durch die Geburt her kommen. Tipp: Dr. Maggi in Zürich ist ein bekannter, seriöser Spezialist in “manueller Medizin” und hat meinem Kind mit einer einzigen Behandlung enorm geholfen !
Ja, Dr. Maggi ist wirklich ein Könner. Er hat meinem Sohn nach dem Unfall den Halswirbel wieder eingerenkt. Ruck, zuck und fertig. Dauerte nicht einmal 1 Minute
Ich habe tolle Erfahrungen mit der Mütter- und Väterberatung gemacht. Die hören zu, helfen sotieren und können Eltern helfen einen Weg im Nebel zu finden.
Ich hoffe, dass es in der Zwischenzeit etwas Ruhe eingekehrt ist. Falls nicht habe ich selber gute Erfahrungen gemacht mit der Feldenkrais-Methode. Güsse Marie-Antoinette Käser praxis@ma-kaeser.ch – http://www.ma-kaeser.ch