
Der Kinderwagen für hinten ans Velo – nicht ohne Tücken: Velofahrerin mit Kind in Chur. (Bild: Keystone)
Das wurde langsam auch Zeit: Der Aktionsradius unserer Familie hat sich erweitert. Und das nicht zu knapp. Dank eines Veloanhängers. Waren wir in den letzten acht Monaten auf Spazieren und Autofahren beschränkt, können wir nun endlich wieder mit dem Bike in die Natur. Ein Hochgenuss sondergleichen für Bewegungsmenschen! Und auch der Junior zeigt sich begeistert, juchzt er doch da hinten froh vor sich hin und kann sich gar nicht genug satt sehen an der Landschaft.
Für uns war schnell klar, wofür wir den Anhänger vor allem brauchen: Für den Weg in die Krippe und unsere Outdoor-Unternehmungen. Im Stadtverkehr, naja, da werden wir wohl auch weiterhin mit Tragvorrichtungen und Kinderwagen unterwegs sein. Denn auf Churs Strassen hat ein Kreiselliebhaber gewirkt. Und eben gerade dieses Rund macht das Fahrradfahren an und für sich schon nicht einfach. Mit dem Anhänger im Schlepptau wird es direkt gefährlich. Denn welcher Autofahrer achtet schon auf das Fähnchen, das wir am Anhänger angemacht hinter uns herziehen? Entnervt lässt er den langsamen Velofahrer ins Rund, um dann endlich selber reinfahren zu können. Dass da noch ein Anhänger dran ist, bemerken die meisten erst in letzter Sekunde. Für das vom Beschützerinstinkt gelenkte Mami keine schöne Sache. Da warte ich lieber noch eine Sekunde länger, und fahre dann in den leeren Kreisel ein. Oder ich benutze den Fussgängerstreifen und verärgere damit die dort laufenden, weil mir jedes Mal absteigen doch zu mühsam ist.
Und mal ganz im Ernst: Wer hat eigentlich die Breite des Velostreifens bestimmt? Klar, wenn ich alleine unterwegs bin, bewege ich mich ohne Probleme in den gelben Linien. Aber mit dem Doppelanhänger besteht dafür keine Möglichkeit. Das Aussenrad des Anhängers touchiert immer wieder den Bordstein, was den Sohn durchrüttelt und die Fahrerin ebenso. Fahre ich genau auf dem äusseren Streifen, dann geht das gerade noch gut mit dem Anhänger. Dann bin ich aber auch wieder ein Verkehrshindernis. Das BfU schreibt dazu: «Die Benützung von Fahrrädern mit Anhängern ist auf Radwegen nur gestattet, wenn der übrige Fahrradverkehr nicht behindert wird.» Also zurück auf die Strasse mit meiner wertvollen Fracht. Nicht wirklich eine gute Lösung.
Denn dort wartet die Statistik mit gar nicht ermutigenden Zahlen auf. Zwar gibt es keine Daten zu Unfällen mit Veloanhängern, aber 3218 Unfälle mit Fahrradfahrern im Jahr 2010, wovon 34 tödlich ausgingen und 830 mit schweren Verletzungen endeten, verunsichern doch etwas. Der «Tagesanzeiger» schrieb am 8. März: «So gibt es in der Schweiz bis heute fast keine Meldungen über schwere Unfälle mit Veloanhängern.» Eigentlich verwunderlich, finde ich.
Genau aus diesem Grund eben fahre ich hier in Chur nur wenig befahrene Strassen und freue mich, sobald ich die Stadtgrenze verlassen habe, an der neugewonnenen Freiheit.
Susanne Taverna ist Dienstchefin beim «Bündner Tagblatt» und Mutter eines neun Monate alten Sohnes. Sie lebt mit ihrer Familie in Chur.



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 


































































Zitat:
“Wer hat eigentlich die Breite des Velostreifens bestimmt? Klar, wenn ich alleine unterwegs bin, bewege ich mich ohne Probleme in den gelben Linien. Aber mit dem Doppelanhänger besteht dafür keine Möglichkeit. ”
Hach, die uralte Frage:
Was war zuerst? Das Huhn oder der Gockel?
Aber ehrlich gesagt, beim Thema Velo(sic!)-Streifen war der Streifen halt glaub schon VOR dem Doppelanhänger?
Ich habe meinen Chariot-Anhänger nur als Kinderwagen gebraucht für meinen verunfallten Kleinen, da er schon zu gross war für den Kinderwagen und der Rollstuhl nicht so Geländetauglich war. So sitze ich nun auf einem neuwertigem Anhänger und weiss nicht wie ich diesen loswerden soll.
Haben Aie’s schon mit ricardo.ch versucht? Sehr praktisch.
Ja diese Velos sind sehr praktisch, gesund und auch umweltschonend, schade gibt es nicht mehr und bessere Velowege, so wie in Holland. Und wenn’s schwer wird für den Papa oder die Mama gibt’s elektrische Unterstützung, auch sehr praktisch. Auch wenn’s gefährlich aussieht oder manchmal auch ist, aber die Autofahrer sollten Rücksicht nehmen müssen! Irgendwann ist sowieso das Erdöl alle oder die Luft verpestet von den Abgasen.
Das Foto finde ich lustig. Wenn ich beim BfU arbeiten würde, würde ich jedoch einiges bemängeln:
-Das Kind ist nicht angeschnallt und trägt keinen Helm
-Das Fähnchen ist im Blog erwähnt, auf dem Bild ist es aber nicht sichtbar
Selber fahre ich viel in der Stadt Luzern mit Anhänger rum und hatte bis anhin wenig Probleme.
Tja, und wenn ich bei der SUVA arbeiten täte, würde ich meinen:
Mutti fährt ohne Helm!
Und Velofahren in Flip-Flops/Sandaletten?
Scho fasch gruusig!
PS: Aber sich über die Breite der Velostreifen beklagen?
PPS: Bin/war langjähriger Velofahrer Stadtvelo/Mountainbike/Rennrad.
Bin IMMER mit Helm gefahren, aber NIE auf dem Trottoir.
Und hab mich an die Verkehrsregeln gehalten.
Klar gibt es keine Meldungen von schweren Unfällen mit Velo-Anhängern. Es gibt nämlich keine!
Velo-Anhänger sind ein besserer Schutz als Velohelme! Zum einen muss selbst der ambitionerte Radler seinen Fahrstil mässigen und kann nicht mehr durch wartende Autoschlangen oder bei “Spät-Gelb” über die Kreuzung rasen; wenn schon nicht mit Rücksicht auf den Nachwuchs so doch dem zusätzlichen Ballast geschuldet.
Zum anderen machen auch Velo-Hasser mit ihrem geliebten Auto lieber einen Bogen um den Anhänger, bevor sie sich den teuren Lack ruinieren.
Also her mit dem Velo-Hänger-Moratorium!!!
Genau!
http://www.youtube.com/watch?v=EUkAHWPSjA4&feature=related
Städteplanung….
http://www.youtube.com/watch?v=7SNc41zyLJ0&feature=related
(12 teilige Doku)
Also wenn ich ein Velo sehe wird mir schon Angst und Bang (Verkehrsregeln), aber wenn ich ein Velo mit Anhänger sehe wird mir noch “banger”. Mir tun die Kinder leid. Sie sitzen total ungeschützt in diesen Wägelchen, auf Höhe der Abgase, gar nicht zu denken was die kleinen Rücken und die kleinen Köpfchen da mitmachen bei diesem Geholper auf der Strasse. Aber vermutlich lieben diese Eltern ihre Kinder sehr!! Sonst würden sie ihren Sprösslingen dieses Märtyrium nicht zumuten. Für mich ein absolutes NO GO!! Dass so etwas überhaupt erlaubt ist. Unbegreiflich!
Also wenn ich Kinder in einem Auto sehe. Sitzen da, manchmal stundenlang, festgeschnallt auf dem Rückbank. Fahren mit 120km/h und mehr durch die Gegend, sind bei der kleinsten Unachtsamkeit der Eltern tod. Wenn man dann noch denkt, wie viele Kinder im Autoverkehr umkommen, wie viele Kinder nicht mehr im Freien spielen dürfen, weil Autos Ihnen ihren Spiel- und Bewegungsraum wegnehmen. Für mcih ein absolutes NO GO! Das so etwas überhaupt erlaubt ist. Unbegreiflich!
Way to GO Sportpapi.
Tja, mir tut jedes einzelne Kind Leid, das in einem Veloanhänger nachgezogen wird. Wir befördern unsere Kleinen im e-Bakfiets – da habe ich die Kleinen in Gesprächsnähe, sehe was abgeht und die kostbare Fracht lernt ganz nebenbei noch viel viel mehr vom Verkehr als wenn ich sie in einem ungebremsten Wägelchen nachschleppen würde … Bakfiets und Urban Arrow will rule the world – vielleicht ja auch die Schweiz
–> http://www.doubledutch.ch
Barbara: aha, Sie vergasen Kinder also lieber, als dass Sie sie vergasen lassen? Fällt niemandem ausser Sportpapi auf, wie schizophren solches “dass so etwas überhaupt erlaubt ist”-Ausrufen ist? Allen Platz den Autos, die andern dürfen nicht, weil zu gefährlich, also verantwortungslos? Aw, come ON. Fahren Sie einen SUV? Würde passen; dass Frauen diese gefährlich fetten Kisten aus Angst fahren, ist gut belegt. – Andererseits könnte man Posts wie Ihren vielleicht an die Fachstelle Veloverkehr einsenden, als Argumentarium dafür, dass es Verbesserungen braucht…
“dass Frauen diese gefährlich fetten Kisten aus Angst fahren” – so ein Quatsch. ich besitze ein SUV und kaufte das Ding nicht aus einer Angst heraus. Sondern aus diversen ganz praktischen Überlegungen heraus.
Hm. Du hast das Auto sicher aus mehreren Gründen:
* Weil Du den Status magst, den das Ding Dir gibt
* Weil Du das Geld hast
Ich habe ein ganz kleines Auto. Das ist mein Statussymbol. Es ist so klein, dass es mir grad nützt und braucht sehr wenig Benzin. Der Gedanke, dass ich etwas habe, was für den Alltag grad so ausreicht, aber nicht für den Extremfall ist (Schnellfall auf unseren Hügeln, Ferienreise mit Kind und Kegel, Umzug) ist beruhigend für mich. Einen SUV nutzt man ja praktisch nie aus. Mein Auto habe ich schon überlastet, was mir von der Idee her sehr gefällt.
lebe mal hier… dann reden wir weiter über dem Zweck solcher Vehikel. übrigens, wenn es Statussymbol wäre, wäre die Marke sicher nicht GM, sondern eines der deutschen oder japanischen Importe.
Was mich stört ist diese beschissene Nomenklatur. Dass ein bestimmtes Fahrzeug per se etwas schlechtes sei, weil die Dimwits allerlei hinein lesen, ohne Kenntnis über die konkreten Kriterien, das Teil zu kaufen. Es steht jenen Leuten einfach nicht zu, ein Urteil zu fällen.
Ach nein, wenige Fahrzeuge sind per se etwas Schlechtes. Nur wenn sie am falschen Ort gebraucht werden, wird es fragwürdig.
wer entscheidet falscher Ort? das Parteikomitee?
Kat: “Critics of the SUV tend to assume that those who drive them would be constitutionally incapable of such selflessness, which would be an annoyingly smug point of view if it weren’t for the fact that market research conducted for the automakers themselves backs it up. The average SUV owner, according to studies cited in Bradsher’s book, is “apt to be self-centred and self-absorbed, with little interest in their neighbours or communities.” In addition, they are “insecure and vain. They are frequently nervous about their marriages and uncomfortable about parenthood. They often lack (…)”
“(…) confidence in their driving skills … they tend to like fine restaurants a lot more than off-road driving, seldom go to church, and have limited interest in doing volunteer work to help others.”
http://www.guardian.co.uk/environment/2008/jun/07/travelandtransport.automotive
Also wenn es die Auto-Marketingfuzzis schon selber sagen…
Kat ff: dass sie gefährlich sind, ist unbestritten. Ein Titelbild des British Medical Journal hat schon vor Jahren einen solchen Karren gezeigt mit dem Text darunter: “SUVs and older pedestrians: a damaging collision.” Das BMJ ist eine Fachzeitschrift ohne politische Agenda. Sogar der ADAC (für Autofahrer politisch unverdächtig) bestätigt das: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,467437,00.html – Schade, dass die jungen Grünen zurückgekrebst sind. Die Dinger sind so breit, dass innerorts kaum an einem Radfahrer vorbeikommen. Die Freiheit hört dort auf, wo die des anderen anfängt.
So what. I don’t do off-roading, I LOVE fine restaurants, I NEVER go to church (except the one time i did a really hot lady in a confession both) and my volunteer work is limited to the causes I see worthwhile and focus on.
You simply proof my point: you are judgementalist and in that out of place. you simply have no right to judge like that and read things into somebody’s live.
Not my problem if they can’t build roads with proper dimensions. Besides: if the vehicle is a bit wider, take a wider turn in order to maintain proper distance to the bicyclist. Anything else is a traffic violation.
Velos mit Anhänger SIND Verkehr. Jedes Velo ist ein Auto weniger. Der Autofahrer hat keinen alleinigen Anspruch auf die Strassen. Das Ei und das Huhn waren ursprünglich sowieso die Fussgänger, dann kamen irgendwann mal Kutschen…
SUV-Fahrerinnen sind offensichtlich endlos egoistisch oder schlichtwegs dumm. Währenddem beim Design normaler Autos darauf geachtet wird, dass bei einem Unfall auch jene eine Überlebenschance haben, die nicht im Auto sitzen, sind die SUVS ganz gut mit Panzern vergleichbar. Sehr sympathisch auch die Panzermamis, welche ihre Sprösslinge damit in den Kindergarten oder zur Schule fahren und dabei die anderen Kinder gefährden.
Ja, wir werden uns einen Veloanhänger kaufen. Ein Auto können und wollen wir uns nicht leisten, der Busfahrplan ist zu dünn und für ein Bakfiets, in dem die Kinder vorne sitzen, haben wir keinen Platz. Bevor also selbst ernannte Fremdangsthasen mir den multifunktionell einsetzbaren Anhänger(geht auch zum Einkaufen) verbieten wollen, sollen sie vielleicht selber mal auf das Auto verzichten oder sich für bessere Velobedingungen auf den Strassen einsetzen – und vor allem: nicht urteilen bevor sie die ganze Sachlage kennen.