Nimm mich: Hauskatzen müssen sich an neue Mitbewohner gewöhnen. (Bild: Keystone)
Schon als der Bauch sich zu Wölben begann, wurden die ersten kritischen Voten an mich herangetragen. Seit zwölf Jahren begleiten mich meine zwei Stubenkater durchs Leben. Wechseln mit mir die Wohnung, nehmen mit mir Gäste auf und ruhen sich mit mir gemeinsam aus. Was nun, wenn plötzlich ein Baby da ist? Ein menschlicher Bruder, der fast die ganze Zeit in Anspruch nimmt (zumindest zu Beginn) und auch noch anfängt, das katzeneigene Refugium zu erobern?
Ich selber hatte mir da weniger Sorgen gemacht. War mir sicher, wenn mein Partner und ich den Katern auch nach der Geburt genügend Zuwendung zukommen lassen, dann werden sie auch den neuen Mitbewohner akzeptieren. Doch ganz so reibungslos ist es dann doch nicht abgelaufen. Den letzten Monat meiner Schwangerschaft war ich 50 Prozent zum Rumliegen verdammt, das Baby war bereits weit unten. Schlaraffenland für die Kater, meine Präsenz so hoch wie noch nie, und es kuschelte sich ausnehmend gut mit dem dicken Bauch. Dann einige Tage plötzlich fast keiner zu Hause und schliesslich die Rückkehr aus dem Spital mit dem kleinen Schreihals.
Besonders der dominante Kater bekundete grosse Mühe mit dem Neuzugang. Das Babygeschrei erinnerte ihn zu sehr an Konkurrenz, er konnte fast nicht mehr essen, wurde immer nervöser. Wechselte das Zimmer, sobald ich mit dem Sohnemann auftauchte. Zum Glück änderte sich die Baby-Stimmlage bald in eine für Kater erträglichere. Und beide Kater konnten sich noch immer ihre Streicheleinheiten abholen, wann immer sie es für nötig hielten.
War diese Klippe endlich umschifft, kamen plötzlich die Befürchtungen von aussen ganz auf den Tisch. Einige gingen gar so weit, dass sie dachten, ich müsste meine Kater weggeben wegen des Babys. Zum Glück haben sich diese Ängste nicht bewahrheitet, ich glaube kaum, dass ich das übers Herz gebracht hätte. Mittlerweile sind die Kater gar zu Unterhaltern geworden. Mit immer genug Sicherheitsabstand lassen sie sich gerne zubrabbeln und bestaunen.
Für den Sohnemann hat so das Leben mit wenig Respekt vor Tieren begonnen. Bei einem kürzlich erlebten Spaziergang mit einem Labradorwelpen zeigte sich das ganz deutlich: Der junge Rüde, von klein auf an Kinder gewöhnt, leckte meinem Sohn über das Gesicht und knabberte mit seinen Hundebabyzähnchen am Patschhändchen. Zuerst hielt ich etwas die Luft an, befürchtete, der Sohn würde losbrüllen. Doch er kicherte stattdessen darauf los, konnte gar nicht genug von diesem lustigen Gesellen bekommen.
Es ist mir schon klar, dass auch der Respekt vor Haustieren gelernt werden muss, und welche ich wie nahe an meinen Kleinen ranlasse, bestimme ja immer noch ich. Vorerst freu ich mich einfach daran, dass ein angstloses Aufeinanderzugehen möglich ist. Und natürlich bleibe ich immer vorsichtig, dass nichts passiert. Denn die Geduld meiner Kater ist bestimmt auch irgendwann versiegt, und ich möchte nicht ein Auge meines Sohnes dem Traum opfern, Kind und Tier als Bruder aufwachsen zu sehen.
Susanne Taverna ist Dienstchefin beim «Bündner Tagblatt» und Mutter eines acht Monate alten Sohnes. Sie lebt mit ihrer Familie in Chur.



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 




































































@ml
tut mir leid wenn ihnen marie antwortet und nicht xy – und heute ist tag der arbeit und da wird in zürich demonstriert und nicht gearbeitet, deshalb ist der kater immer noch “online”.
habe früher sehr viel demonstriert, heute ist das nur noch freizeitbeschäftigung, mir fehlt da des öfteren idealismus. schade um die sache. aber vllt wird’s wieder. ich habe übrigens xy auch versucht aufzumuntern, dass er bitte doch auch weiterbloggen soll; sonst nehmen karis (die posts sind gottseidank verschwunden) hier überhand.
Hi marie, …doch ein bisschen schade mit deinem fehlenden Idealismus. Bist du jetzt nur noch ein Schatten deines höheren “Ich`s”…?
mir fehlt er ja nicht. aber der erste mai ist mittlerweile eine partymeile geworden.
kari auf grosser fahrt? oder schon kreuzzug?
wie halten Sie das hier aus Marie? ich glaube, ich muss meine Anwesenheit im MB zurückfahren, gewisse Individuen die sich hier tummeln, schmälern meinen Glauben an die Menschheit, das tut mir nicht gut.
ach xy – mit einem funktionierenden privatem umfeld und ausreichende lust und genuss am essen inkl alkohol und sonst am leben, ist das eigentlich aushaltbar. ausser montagmorgens mit einem kater (ne nicht das tier), ist es schon schwieriger. aber es geht schon, nur ist mein chef heute sehr gehässig. na ich mache heute früh feierabend und gehe dann mal an die winterspeckröllchen, vllt baut das dann meine aggressionen auch ab.
sonst alles ok bei ihnen? bitte nicht runterfahren, es braucht anständige männer hier! karis sind dann sonst in der überzahl…
hmm…, langsam dämmert es bei mir, warum die verantwortlichen unter anderen eine autorin auswählten, die erfahrung vom “gesundheitstipp” mitbringt.
treffender hätte man es kaum ausdrücken können, marie.
youtube: queen – i’m going slightly mad
Also, ich finde es immer wieder toll, wenn Männer wie Karl sich hier so äussern, wie sie sich äussern. Das lässt mich hoffen, dass auch der grosse Teil der Frauen endlich ihre Wahrnehmungsstörungen in Sachen Männer korrigiert. It’s a man’s world – and it’s a dirty game out there!
hmm…, einspruch! ein misthaufen macht noch keine bauernverbandstagung.
Witzig! Wurde Karl jetzt doch tatsächlich gelöscht? Offensichtlich soll niemand erfahren, wie Männer tatsächlich über Frauen denken.
Nein, die sind lieber unwissend, solange sie finanziert werden. Gestern kam auch wieder so ein Exemplar im TV, die kaufte Pelzmäntel für über 100′000 Franken und fand, die Tiere hätten es doch bei ihr zu Hause besser als allein im Wald. Der Tresor stand daneben, zahlte und war stolz auf sein degeneriertes Eigentum. Säuhäfeli Säudecheli……..
…und eine Schwalbe macht noch keinen Sommer!
ja – es geht ganz gut – bin derzeit in einer Doppelbelastung – mein privates Projekt liegt (Klon) liegt beinahe auf Eis und in der Arbeit bin ich so im Hintertreffen, dass ich nicht weiss, wo ich anfangen soll. Aber ich nehms relativ gelassen.
… karis in der überzahl – das ist es ja gerade, was mir manchmal wirklich zu schaffen macht
sind es nur wenige, die hier einfach wie Motten vom Licht angezogen werden
oder tummeln sich da draussen viele von denen und hier im Netz sieht man sie?
solche Vorstellungen verdunkeln meinen Geist
Also marie, ich check das ja gar nicht. Zuerst habe ich den Eindruck, Du seist lebensfreudig und gourmand und entsprechend wohlbeleibt, dann sagst Du, Du seist rank und schlank und jetzt redest Du von Speckröllchen… was ist jetzt? Ich muss das wissen, unbedingt!
Hm, ich weiss nicht, wo Du anfangen sollst, sorry. Aber wo Du nicht anfangen sollst: Beim Mamablogschreiben.
Genau diese Frage stelle ich mir auch, die Annahme fällt je nach Stimmungslage aus. Manchmal regiert das Prinzip Hoffnung, dann wieder ist rabenschwarze Nacht.
Ach du liebes Bisschen !
@alien
…wenn ich mir deine letzten Beiträge so anschaue, muss ich sagen : recht hast du !
hmm…, sie machen uns geheimnisvoller, als wir es tatsächlich sind, wildkatze…
youtube: george strait – you know me better than that
“…she tells her friends i’m perfect and that i love her cat…” – das war schon ein no. 1 hit in den frühen neunzigern.
Männer? Das ist ja, wie wenn ich die verschollene Heidi stellvertretend für “die Frauen” bezeichnen würde. Oder die Wildkatze…
Ist jetzt diese Bemerkung auch wieder am falschen Ort gelandet? Oder wo soll ich sie einordnen?
Alle Jungen ärgern gerne Mädchen…nur nicht Agathe. Die kann Karate!
Ich fühle mich von der Wildkatze sehr gut vertreten, Komiker. Mehr von ihrer Sorte würde das Leben entschieden vereinfachen, ‘der Mist wäre schnell geführt’.
Neinein, Männer sind wie Katzen: hedonistisch, opportunistisch, liegen den ganzen Tag faul herum, und beschäftigen sich mindestens 1h pro Tag mit dem Bereich zwischen den Beinen…
Sorry, das hätte an Sportlers Kommentar angehängt werden sollen…
oh, gewisse kommentare heute tun meinem kater soooooo gut.
der ging an ts 11:36
Also meiner hat mich gerade verständnislos angeschaut. Ist halt ein bisschen ein blöder Kater, unser Pajo.
was denn?
@tststs 11.41. Was denn? An welchen?
der ist weg. schade!
Mein Kommentar ist wieder nicht wo er sein sollte…darum….”mazzel” für alle…
tigri ist wieder rollig.
Es tut immer gut, bestätigt zu sehen, dass man meist nicht dazu gehört und die Menschheit ist mehr als die Ansammlung von Menschen. Menschen prägen noch nicht einmal das Bild von Menschheit, weil Menschheit die Kultur der Menschen ist. Zu der muss man gehören, an die muss man glauben, nicht an die Menschen.
die alten griechen hatten viel kultur. wir haben heute nur noch viel benzin. (ist nicht von mir der spruch)
ich glaube es ist an der zeit sich endlich wieder gedanken über die richtigen dinge im leben zu machen. sie nennen das kultur der menschheit – ich nenne das menschwerdung. aber in der tat, wir verwenden viel mehr zeit sich mit unkultur auseinander zu setzen, als dass wir uns auf das leben konzentrieren und uns über eine lebenskultur (sprich kultur der menschheit oder menschwerdung) entwickeln. aber wir haben offenbar noch zeit, wir haben ja erst vor kurzem gelernt aufrecht zu gehen.
Das gehört natürlich weiter nach oben und unter xy.. eingerückt, der den Glauben an die Menschheit nicht verlieren will. Was machen die hier? Wahrscheinlich ein Softwareupdate, welches den Blog zerhackt. Deswegen gab es heute kein neues Thema. Dazu sagt Berlioz: ‘Ihre durchaus zu spürende Leidenschaft … wird niemals das fehlende Handwerk ersetzen können, Monsieur.’
Katerweisheit.
Kultur ist, marie, wie wir mit uns selbst und den sog. Anderen umgehen. Da waren wie schon einmal weiter. Menschwerdung ist zu hoch gegriffen, auch Tiere haben Kultur. Sehen Sie sich an, wie Löwen die die Rangfolge regeln, dass ist nicht wie bei Lorenz’s Enten, das hat Kultur.
Aber wozu schreibe ich das, wenn es zusammenhanglos irgendwo im Blog landet, obwohl ich Ihnen antworten wollte. Das hier im Heute hat zu wenig Kultur, nicht nur weil offensichtlich die Software nicht funktioniert. Weil da oberhalb von Kultur akultueller politischer Wille waltet, obw. Politik nicht akulturell sein muss.
ach ich finde ein wenig chaos ganz ok. wir verbringen den tag schon genug eingezwängt in struktur und fremdbestimmten zwängen.
ich gebe ihnen ja recht, aber bevor der löwe seine rangfolge regelt, so muss er doch zuerst feststellen, dass er löwe ist. und wir menschen unterscheiden uns doch von den tieren, wir definieren kultur, um möglichst ein zusammenleben gemeinsam zu gestalten, der löwe nicht. eigentlich hapert es ja immer am gleichen: was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem andern zu. niemand will verarscht werden, aber doch gibt es ganz viele die verarschen.
@marie: wir wissen nicht einmal ob Löwen Selbstbewusstsein haben. Du kannst also nicht sagen “so muss er doch zuerst feststellen, dass er Löwe ist”. Aber es kann aus dem Beobachten des Verhaltens von Löwen geschlossen werden, dass sie ein “zusammenleben gemeinsam gestalten”. Ob dabei Bewusstsein und zielgerichtet Sein vorhanden ist, wissen wir nicht.
selbst für Menschen ist “so muss er/sie doch zuerst feststellen, dass er/sie Mensch ist” schwierig. Was, abgesehen von der Zuordnung zur Spezies, macht Menschsein aus? es gibt wohl 7 Milliarden Antworten dazu.