
Wer nicht hat, was die anderen haben, fühlt sich schnell ausgeschlossen: Mädchen ohne und mit iPad. (Bild: Brad Flickinger)
Im Schulhaus unserer Kinder haben neunundneunzig Prozent der Kids ein iPhone. Ein 4s, versteht sich. Das behaupten zumindest meine Kinder. Und beim anderen einen Prozent, das keines hat, handelt es sich – logisch! – um meine Tochter und meinen Sohn. Das ist natürlich masslos übertrieben. Ich habe mich mal etwas umgehört und festgestellt, dass zufällig alle Kinder, die ich persönlich kenne, auch kein Smartphone haben. Trotzdem: Für meine Kinder zählt die gefühlte Zahl. Oder besser die Sorge, andere könnten etwas haben, was sie nicht haben und die Angst, deswegen nicht dazuzugehören. Das Problem vom Wollen, was andere haben, scheint eine menschliche Urknacknuss zu sein. Immerhin verlangen schon die zehn Gebote, dass man nichts begehren soll, was dem Nächsten gehört. Weder Frau, noch Haus, noch Esel, noch sonst nichts.

Und ein iPhone braucht heute auch jedes Kind: Gebet am Smartphone-Altar.
Bei uns drehen sich die Fragen natürlich nicht um Esel oder Frauen und auch nicht nur ums reine Besitzen. Vielmehr geht es unter anderem darum, warum ALLE anderen Kinder bis spät abends im Dunkeln unterwegs sein dürfen, ausser meine, warum ALLE ohne Helm mit dem Tretroller rumbrettern dürfen, ausser meine oder warum ALLE anderen Familien einen Flachbildschirm haben, statt ein Röhren-Monster vom Flohmarkt, wie wir. (Ja, warum eigentlich?). All diese Fragen kann ich nachvollziehen. Aber ich denke trotzdem nicht daran, die Familie auf Budgetspaghetti-Diät zu setzen, um iPhones und Fernseher zu kaufen. Auch halte ich an der Forderung nach Helm auf dem Velo, Schal im Winter und anderen langweiligen mütterlichen Vernünftigkeiten fest.
Was ich jedoch sehr ernst nehme, sind die Sorgen der Kids, was den Kampf ums Dazugehören angeht. Denn letztlich geht es ja nicht um das Telefon oder die falsche Winterjacke, sondern vor allem darum, was andere von einem denken. Sich damit auseinanderzusetzen, dass andere anders sind, tun und denken, ist eine grosse Herausforderung. Und weil das Thema wohl ebenso alt ist, wie der aufrechte Gang, haben wir die gängigen elterlichen Sprüche dazu schon als Kinder selbst verpasst gekriegt und geben sie weiter:
- Wir sind eben nicht die anderen.
- Jede Familie ist anders.
- Es gibt nun mal verschiedene richtige Arten, Dinge zu tun. Und wir tun sie so, wie wir sie tun.
- Und wenn alle von der Brücke springen, würdest du das dann auch machen, nur weil es alle tun?
- Wer schon als Kind alles hat, kann sich ja auf gar nichts mehr freuen.
Ich finde eigentlich alle ziemlich o. k. Und so drängt sich eine andere Frage auf: Wenn wir glauben, was wir unseren Kindern da sagen, warum ist es uns als Eltern dann nicht auch Wurst, was andere haben, tun und denken? Gerade in Erziehungsfragen ertappe ich mich durchaus bei Zweifeln, ob ich nicht doch zu bemutternd bin, zu streng, zu lasch, zu chaotisch zu wasweissichwas. Und das, obwohl ich im Grossen und Ganzen durchaus dahinter stehe, wie wir es machen. Die Antwort ist eigentlich simpel: weil wir soziale Wesen sind. Solange wir eingebunden sind in ein Netz aus Familie, Freunden und Nachbarn, wird es immer Momente geben, in denen uns eben nicht egal ist, was andere denken. Ich finde es daher durchaus sinnvoll, den Kindern gegenüber einzugestehen, dass die Meinung der andern auch für uns Erwachsene nicht immer leicht wegzustecken ist. Darum haben wir der obigen Liste noch ein Lied angefügt, das mir in dieser Frage oft mehr hilft, als alle Erziehungsweisheiten zusammen. Es ist von Mani Matter. Hier die gekürzte Fassung: «Dr eint het Angscht, dr ander chönnt lache. Dr ander het Angscht, dass dr eint chönnt lache. Und alli mache si alls wo si mache us Angscht dervor, dass öpper chönnt lache. Es isch im Grund ja grad das zum lache, dass si geng Angscht hei, das öpper chönnt lache. Und was si o mache, dass niemer söll lache: Es nützt ne drum alles nüt.»



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub. 


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Am besten kuriert frau dem Smartphone Wunsch des Kindes wohl damit, auf die Arbeitsbedingungen in der Fabrik, wo diese Geräte hergestellt werden, hinzuweisen. Kinder in sklaven-ähnlichen Verhältnissen:
http://www.youtube.com/watch?v=2gOu50HaEvs
Und welch traurige Rolle der als Halbgott verehrte Steve Jobs dabei spielte.
Schau Dir die Kommentare unter dem Film an. Dabei vergeht Dir die ganze Hoffnung auf intelligente Konsumenten.
Ja sowas würde 10-järige sicher davon abhalten ein Smartphone zu wollen.
Ich habe gerade die posts der letzten zwei Tage nachgelesen.
Wo ist Gabi?
Hat sich erledigt.
Wer Stimmen hört….ist nie alleine !
Aber Amanda…
Bin ich denn nicht in Ihnen?
Neeiin …ich bin in Ihh-hnen !
Nicht Sie! Sondern sie!
Ich war mir nicht sicher, ob Ihr Schweigen eher passiv oder doch als aktive Stellungnahme …. ähm …….
Nein – ich wollte wissen ob Sie gesperrt wurden und als “unaussprechlicher” Asylant unterwegs sind.
Habe gestern Abend, im Bett (!) übrigens kurz an Sie gedacht.
Sie hatten sich doch kürzlich über meine momentane Lektüre lustig gemacht.
Doch die ist wirklich gut. Grad in Bezug auf unsere gemeinsamen Freundinnen hier. Mir kommen da wirklich stets sehr schräge Bezüge rein. Assoziationen, wo ich mir denke, dass wahrlich bedeutende Ideologien alle etwas Gemeinsames verbindet.
Jedenfalls scheint die Volksrepublik Nordkorea durchaus keine Berührungsängste in Sachen Genderrechtsprech zu kennen:
“Die Politfunktionäre sind sozusagen die Mütter der Truppen.”!
Finde ich doch eine positive Entwicklung,… wenn man im Bett an mich denkt ..entstehen kristallklare Gedanken…!
Im BETT??? Sie Scheusal !!!
Natürlich haben alle Ideologien Gemeinsamkeiten. Sie alle fordern den Verzicht auf unabhängiges, selbständiges Denken, dulden keinen Widerspruch und drohen mit Sanktionen, um nur einige Parallelen zu nennen. So gesehen, ist jede Ideologie
diktatorisch. Gleichgültig ob in Nordkorea oder im MB.
Bin wohl mehr ein “scheuer Aal”…
@Reto
Und? Wie lief’s heute für Sie im MB. Haben Sie alle Quellen geliefert?
@Gabi
Mein post von 22:34h war für Sie, nicht für Reto!
@Gabi
Würden Sie bitte bei Gelegenheit auf der ersten Seite von “Ledig mit ….” etwas nachlesen und mir sagen, was Sie davon halten? Post von Kath. 29. Januar 23:29. Ich habe sie danach gefragt aber keine Antwort erhalten.
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@Amanda
aha..ok..zum Glück
Gute Nacht noch…Mandy ( …dies sage ich nur Abends spät )
Gabi, darf ich mich einmischen? Welche Lektüre? Und Amanda: der Unaussprechliche ist aussprechbar geworden……
Ja doch: Wird das sein, was Sie vermuten.
… Wieso sollte Sie Ihnen (also mir!) darauf antworten? Habe mich schliesslich erdreistet, nicht mal unter dem Namen Gabi zu schreiben! Auf die Frage “Amanda” zu antworten, dazu muss sie sich gewiss nicht herunter lassen…
– Was ja in sich tatsächlich nur konsequent ist!
Ich vermute, Sie unterschätzen das noch immer, Amanda:
Katharina macht das nicht aus irgendwelchen Empörtheitsspielchen oder purem Geblödel heraus (wozu ihr sowieso jeder Humor fehlte), sondern die glaubt das, was sie hier schreibt, wirklich. Inkl. “Musteranalyse”.
Gopf… Sie denken sich das S im jeweiligen SIE schon in der richtigen Grössenproportion; ja?’!
Sorry. Ärgert mich schon selber.
“Schlaflos in Nordkorea”, liebe Astrid.
Purer Zufall das Buch (und musste erst Recht lachen, als ich dort drüben irgend was von ner PjönjangBar mitkriegte). Ein Treppenhausfund. Aber hat es in sich.
Autor ein linker Wiener Uniassi (damals), der zu Lebzeiten Kim Il Jungs zu einem lehrreichen Ausflug in die Volksrepublik eingeladen wird und dort in absurdester Weise mit der grossen Lehre zwangsbeglückt wird. Und am Anfang (als hier im MB grad die blau/rot-Dialoge eröffnet wurden) habe ich ständig gemeint, von den Pasdaran hier zu lesen.
Ist echt der Hammer.
… Und gestern übrigens auch!
Gestern drüben in dieser komischen Lounge, das war auch ziemlich hammermässig.
Leute wie ich, die dort “ihre Kotze ausbreiten”… werden im selben Atemzug freundlich gebeten, ob sie nicht bitte was für den Blog schreiben möchten.
Kam mir recht schräg rein.
Sodeli.
vergiss Koreakrieg und Hass, gang ins Edelweiss und Jass!
Gute Nacht, die Damen.
Gabi: ich glaube, hier gab es eine etwas missverständliche Kommunikation. Selektives Vergessen (oder Verdrängen) ist manchmal eine gute Option. Lesen Sie weiter!
Wow… Stimmt. Hab´s nun gesehen und bin noch mal in unaussprechlicher Weise aufgetaucht.
Danke, Astrid.
Was mir übrigens während des Schreibens auffiel, ist, dass der Grad der Wut, die mir entgegen schlägt, tatsächlich genau mit dem Spruch “Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern” zu tun hat.
Achten Sie sich mal drauf; bzw. vergleichen Sie: Die Parallele ist frappant. Wirklich sauer, so scheint mir, sind auf mich genau die!
… Proportional angemessen zur Intensität ihrer Angewohnheit, eigene Äusserungen (sprich: Standards) im passenden Moment vollkommen vergessen zu können.
Ich bin selbst eigentlich ein junger Vater( 25) und meine Tochder besucht den ersten Kindi, aber sogar hier auf dem LAnde drausen ist mir aufgefallen das sehr viele Kinder bereits im Besitz eines Smartphons sind. Jedoch ist mir aufgefallen (nicht rassistisch gemeint), das sehr viele der Smartphonbesitzer Ausländer sind.
Ich selbst werde meinen Kindern vor der Oberstufe kein Smartphon besorgen, den ich wil auch das meine Kidner so gut wie ohne TV und Pc aufwachsen, damit sie wirklich einfach nur Kinder sein können…
Hm… Das interessiert mich jetzt aber noch:
“Jedoch ist mir aufgefallen (nicht rassistisch gemeint), das sehr viele der Smartphonbesitzer Ausländer sind.”
Falls Sie Zeit und Lust hätten: wieso meinten Sie das “nicht rassistisch gemeint” einflicken zu müssen?
Wir sind eine sehr technophile Familie und haben aus beruflichen Gründen immer die neusten technischen Geräte und sogar Prototypen zuhause. Ich möchte mich jetzt schon bei den zukünftigen Klassenkameraden von unserem Junior entschuldigen, dass dieser mit komplexer Technologie spielen darf. Ein neues iPhone würde ich ihm übrigens wegen den happigen Telefongebühren nie kaufen. Er kann mein Altes haben und die Apps per WLAN nutzen und fürs Telefonieren reicht ein günstiges Android-Phone mit Prepaid Karte, wo er sich die Telefonminuten mit Abwaschdienst abstottern kann.
Ja, wenn alle von der brücke sprängen täte ich das auch. was sollte ich denn
anfangen ganz allein mit meinem iphone?
Ein Smartphone kostet um die Fr. 500.– , dazu kommt die Sim-Card Fr. 40.– plus Betriebskosten (prepaid) Oder man macht ein Abo, von Fr. 30… aufwärts, dann gibts das Phone praktisch gratis. Taschengeld ist Fr. 20.– pro Monat. Noch Fragen? Nächstes Thema bitte! …. ‘tschuldigung, wollte noch anfügen, dass mein Kind weiss, woher das Geld kommt. Nämlich nicht aus der Mauer durch den Bancomat.
doch von dort kommt es, und hinter der Mauer ist ein chinesisches Kind, dass dafür ausgepresst wird bis zum tot umfallen. Damit das smartphone in der Herstellung nur ein paar müde Dollars kostet und elitäre Ärsche wie ein Jobs noch mehr Geld einheimsen für noch mehr ekletische Wixereien, damit sie als Halbgötter in die analen Annalen eingehen
Alle aufgeführten Argumente in Ehren – vom Röhrenfernseher solltet Ihr Euch aber wirklich trennen:
- gigantischer Stromverbrauch
- Brandgefahr
- Augenschäden
Besser also ein halbes Jahr mal keinen – die Stromersparnis dürfte für einen LED reichen…
Irgendwie bekomme ich immer mehr das Gefühl, dass die meisten Eltern sich weigern ihren Kinder die heutigen Technologien zur Verfügung zu stellen, weil sie selber nicht wissen, wie sie ihre Kinder kontrollieren bzw. schützen können, oder besser gesagt, unfähig sind, sich mit dem auseinander zu setzen.
Jetzt haben wir 2012 und nicht 1960!
Meine Kinder wachsen mit der neusten Technologien auf und sind gebildeter als manche Erwachsene.
Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir Schweizer solche ängstliche Hinterwäldler sind.