Den achten Beitrag unserer Best-of-Sammlung, der von Michèle Binswanger verfasste Artikel «Die Faust des Kosmos», haben wir ausgewählt, weil jede Geburt einzigartig ist – und das Eingangstor zum Leben als Mutter.

Und jetzt pressen, pressen, pressen!
Dieser Blog-Eintrag ist für meine Freundin, die bald gebären muss und mich fragte, ob es wirklich so schlimm sei. Nun, nicht jede Geburt dauert 72 Stunden, ist eine Taxi-Sturzgeburt oder eine Plazenta-zieht-sich-nicht-zusammen-und-ich-wäre-fast-verblutet-Geburt. Leider aber, muss ich zugeben, sind auch konventionelle Geburten nichts für Weicheier.
Was mich bei meiner Schwangerschaft am meisten überraschte, war, wie ein positiver Urintest so viele negative Folgen haben kann. Womit ich nicht mal die Stützstrümpfe, das saure Aufstossen und die allgemeine Schlappheit meine, sondern die Myriaden von Gefahren, die Schwangeren plötzlich zu drohen scheinen und die mit allerlei Tests eingedämmt werden sollen. Ich kam mir vor wie der Einkaufswagen einer fröhlichen WG. Jeder darf etwas hineinwerfen. Kaufen Sie jetzt! Bezahlen Sie in neun Monaten! Und dann kam die schockierendste aller Fragen: «Wo wollen Sie gebären?» Gebären? Ist das nicht so eine Art Urban Legend? Dauert das nicht sowieso noch neun Monate? 40 Wochen? Andererseits hatte ich auch keine Lust, auf dem Schragen zu enden wie die Gebärende bei Monty Python, die den Muttermund auf und die Klappe zuzumachen hat, damit die Maschine mit dem «Ping» besser zur Geltung kommt. Nein danke, sagte ich mir und meldete mich in einem Geburtshaus an.
Die 40 Wochen erspare ich Ihnen. Nur so viel: Sie fühlten sich an wie eine Extended-Rückführung in eine frühere Existenz als Walross. Als der Geburtstermin näher rückte, gewannen gewisse Fragen an Dringlichkeit. Wie schlecht gemachte Untertitel legten sie sich über ganz alltägliche Tätigkeiten. Man fährt beispielsweise gerade seinen Bauch mit dem Velo spazieren, und da reihen sich auf der Strasse plötzlich Buchstaben zu Sätzen: Wie zum Teufel werd ich das schaffen? Sind all diese Menschen, die hier so arglos herumspazieren, tatsächlich einmal geboren worden? Wie sehr wird es schmerzen? Und vor allem: WAR DAS DA NICHT GERADE EINE WEHE?
Und dann kam er, der Tag aller Tage, der Geburtstermin. Ich war ganz der aufgeräumte Pfadfinder, hängte mein Ohr an meinen Uterus, um allfällige scheue Wehen in freier Wildbahn zu ertappen. Inzwischen ging die Sonne auf. Dann ging sie wieder unter. Geschehen war nichts. Der Tag war vorüber gezogen wie ein Schiff am Horizont und hatte mein verzweifeltes Winken ignoriert. Mein Kopf begann zu meutern. Weigerte sich, auch nur eine einzige Minute weiter auf diese blöden Wehen zu lauschen. Und der Körper eilte ihm zur Seite, trompetete seinerseits heraus, er sei des Wartens müde und werde erst mal keinen Schritt mehr tun, wenn es nun nicht endlich losgehe. Sagt er mir, der Verräter? Dabei ist doch alles seine Schuld.
Ein Tag über Termin. Sengende Sonne. Nichts zu trinken. Und die Crew im Generalstreik. Was kommt nach Tag eins? Leere. Ein vertrocknetes Tal. Aber dann stellte ich fest, dass es eine Weltverschwörung geben muss. Denn jenseits des Tages eins nach Termin kam – Achtung: Tag zwei. Zwei? Nie gehört. Ich hatte mich längst in mein Schicksal, immerwährende Schwangerschaft, gefügt. Und ich hiess mein neues Selbst willkommen, 20 Kilo schwerer, mit einer Neigung zu Wassereinlagerungen und unkontrollierbarer Flatulenz. Dann kam Tag drei. Es war der 11.9.2001, in New York wurden die Zwillingstürme wegrasiert. Vor Schreck überhörte ich den ersten kleinen Krampf in meinem Bauch. Und auch den zweiten, dritten, vierten. Alle weiteren Krämpfe der folgenden Stunden.
Irgendwann begann ich zu hecheln. Mein Mann verzichtete auf eine Befragung des Orakels von Delphi und packte die Geburt bei den Eiern. Er rief ein Taxi. Der Fahrer war Inder und beobachtete mich so furchtsam im Rückspiegel, dass ich so zu tun versuchte, als sei alles in bester Ordnung. In den Wehenpausen stellte ich mich tot. Und die Wehen beatmete ich, indem ich die Idioten verfluchte, die den Verkehr verstopften. Was den Fahrer nicht merklich besänftigte. «Bloss nicht im Taxi gebären!» betete ich während der ganzen Fahrt. Und wurde erhört. Im Geburtshaus zog man mich aus, hängte mich an den Wehenschreiber und hievte mich dann in die Wanne. Jetzt waren die Wehen stark. Als würde man gehäutet und dann einen Hang heruntergerollt. Aber das Gute dran: es gab Pausen. Sie reichten zwar nicht, um eine Zigarette zu rauchen, aber ich rauchte sowieso nicht mehr. Dafür liess ich mir von meinem Mann die Stirn tupfen.
Irgendwann sagte die Hebamme: pressen! Ich kannte das aus Filmen und hatte trotzdem keine Ahnung, was sie meinte. Aber das machte nichts. Denn im selben Moment stiess von oben die eiserne Faust des Kosmos durch meinen Schädel in den Uterus und presste. Ich schrie. Noch ein Mal, sagte die Hebamme, gleich ist es soweit. Bevor ich mich fragen konnte, warum meine Foltermagd mich freundlich wie ein Käsebrot anschaute, kam wieder die Faust. Und noch mal. Und noch mal. Und dann war es vorbei.
Ich dümpelte friedlich im Nirvana herum, als die Stimme meiner Peinigerin mich zurückholte. Gratuliere, es ist ein Mädchen, sagte sie und legte mir ein Bündel auf die Brust. Das Bündel hatte Augen. Und blickte mich argwöhnisch an. Ein Kind, wer hätte das gedacht? Mein Kind. Dies war der erste Tag meines neuen Lebens als Mutter. Ich habe ihn noch nie bereut.
(Erstpublikation 26.August 2009)




Nicole Althaus ist Autorin und freie Journalistin in Zürich. Seit beinahe zehn Jahren betreibt Nicole Althaus Feldforschung in der eigenen Familie: Die Autorin ist verheiratet und Mutter zweier Mädchen im Alter von 10 und 6 Jahren.
Michèle Binswanger hat Philosophie und Germanistik studiert, war als Künstlerin und Kletterin tätig und ist heute Redakteurin bei Tagesanzeiger/Newsnetz. Sie lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter (8) und ihrem Sohn (5) in Basel. 































































Wenn ich das lese, bestätigt es mich wieder einmal in meiner Überzeugung, dass ein Kaiserschnitt die einzig zumutbare Art der Geburt ist. Wir fliegen auf den Mond, nur Kinder sollen noch so zur Welt kommen wie zu Zeiten der Höhlenbewohner. Ich werde nie verstehen, wie frau sich freiwillig einer solchen Tortur aussetzt, wahrscheinlich fehlt mir das entscheidende Masochismusgen.
Sich freiwillig ein Loch in den Bauch schneiden lassen?? Was ist daran besser?
schlisse mich Athina an, ich hatte einen KS und auch der war alles andere als schön und schmerzfrei, lieber hätte ich auf natürlichem Wege mein Kind auf die Welt gepresst (ich weiss wie sich wehen anfühlen), alls diese Schmerzen zu spühren wie sie einem den Bauch zunähen (sowas passiert leider immer wieder). Jede Geburt ist anders, mal schön, mal wehniger und sehr oft ist sie grausam. Ob natürliche oder KS.
Ich habe habe meinen Sohn innert 12 Stunden auf die Welt gebracht, ich war 23, unaufgeklärt total naiv, zur Schmerzlinderung wurde mir Lachgas verabreicht, die Geburt war äusserst schmerzhaft trotz Lachgas, es war so, als ob mein Rücken mit einem Beil erschlagen wird. Das Schlimmste war für mich die Fachidioten. Ständig wurde ich auf ein Wägeli verfrachtet und zum Röntgen gebracht, weil die Geburt nicht vorwärts ging. Diese Chirurgen haben sich über mein
Leid amuesiert. Der Sadismus lässt grüssen. brrrrrr. Mein Sohn kam knütsch blau auf die Welt, vermutlich hatte er die Nabelschnur um den Hals in diesem Geburtsprozess hat er vermutlich unter diesen Umständen sehr gelitten.
Warum sich eine Operation zumuten, wenn es Periduralanästhesie gibt? Man ist die ganze Zeit dabei, kann pressen und kriegt alles mit. Einfach ohne die Presswehen. Mir fehlt das Masogen auch für eine Steinzeitgeburt
Mira, das klappt unter Periduralanästhesie nicht immer, und dann kommen die Zange oder andere Folterwerkzeuge zum Einsatz, nein vielen Dank, da bin ich lieber von Anfang an wehleidig.
der Witz ist ja, dass die Spritze in die Wirbelsäule auch nicht sehr angenehm ist, wie man munkelt.
Vom Regen in die Traufe sozusagen
Also mir hat der Stich nicht sonderlich weh getan. Würde ich jederzeit wieder machen. Da hätte ich vor den Schmerzen und Risiken nach dem KS viel mehr Respekt. Aber jedem das Seine!! Zum Glück herrscht in der CH ja Wahlfreiheit.
Für mich war die Periduralanästhesie auch nicht sonderlich schmerzhaft, vor der grossen Spritze wird mit der kleinen betäubt, kein Problem. Auch Komplikationen beim KS gab es keine und die Apgarwerte der Kinder waren top. Ich habe an die Geburten nur positive Erinnerungen, alle waren rücksichtsvoll und echte Profis, so ein Erlebnis wünsche ich jeder Frau. Es war übrigens in Olten, mein Arzt war Prof. Gigon, dem ich hiermit ein Kränzchen winde.
Ich finde das wirklich überaus peinlich solch eine Aussage, das muss ich schon sagen.
Woran es hier definitiv mangelt ist Aufklärung!
Als ob die Natur wirklich vor lauter Hass auf uns Frauen den Wehenschmerz und die Geburt auf vaginalem Weg erfunden hätte!!!
Wenn der Kaiserschnitt das Mittel der Wahl wäre um ein Kind auf die Welt zu bringen hätten wir wohl einen Reissverschluss im Bauch, den man nach 9 Monaten bequem öffnen kann.
Der ganze Hormonkreislauf, der durch die Wehen in Gang gebracht wird, hilft uns und unseren Kindern beim Gebären/geboren werden, bei der ersten Kontaktaufnahme und dem kompletten weiteren Verlauf im Wochenbett mit Stillen, Rückbildung u.s.w. Per Kaiserschnitt geborene Kinder erkranken nachweislich gehäuft an Asthma und Diabetes, ausserdem sind sie anfälliger für sonstige Krankheiten und leiden vermehrt an Lungenproblemen nach der Geburt.
Eine Geburt ist wirklich kein Erlebnis, das man jeden Tag hat und wir Frauen sind dafür gemacht – wir haben die Kraft unsere Kinder zur Welt zu bringen! Die Chance, dieses Gefühl zu erleben würde ich mir nie freiwillig nehmen lassen!
Für mich ist also klar, dass ich die Geburt unseres Kindes auf dem Weg angehen werde, den die Natur vorgibt, ich würde meinem Kind diesen Schreck nie antun wollen ohne Vorwarnung auf die Welt “gerissen” zu werden!
Bewegen Sie sich ja nie anders als auf Ihren Füssen vorwärts, wenn die Natur gewollt hätte, dass wir fahren, hätten wir Rädchen bekommen.
Bravo werdende Mutter, ich sehe das auch so. Bei meinen drei Geburten standen die Kinder im Vordergrund, in erster Linie wollte ich, dass es für sie ein gutes Erlebnis wird, also nahm ich das bisschen Schmerzen gerne in Kauf um ihnen zu ermöglichen, dass sie mit der Zeit, die sie brauchen, mit dem Respekt, denn sie verdienen auf die Welt kommen konnten.
Laura, das heisst also, Kinder, die mit KS geboren werden, kommen ohne den gebührenden Respekt zur Welt und nehmen Schaden, geits no? Weisst du, wieviele Kinder und Mütter elendiglich “verreckten”, weil es den KS nicht gab? Ausserdem werden Risikokinder bevorzugt mit KS geboren, eben gerade weil es für sie schonender ist. Also hör bitte auf, dich hier als Märtyrerin im Interesse der Kinder darzustellen. Du wolltest keinen KS und hast keinen gebraucht, ok. das ist in Ordnung so, aber einen Orden hast du deswegen nicht verdient.
Ach Pippi, Sie sind mir eine, zuerst gross vom Ihrer Meinung nach einzig zumutbarem Weg für eine Geburt reden und dann, wenn Sie Gegenwind kriegen, sofort auf die medizinische Schiene lenken. Nach meiner Auffassung hat das eine wenig mit dem anderen zu tun, aber genau das will ich eigentlich sagen, wenn eine Frau sich, ihre Angst vor Schmerzen und ihre Angst vor Unbekanntem vor das Kind stellt, dann wird sie dem Kind nicht gerecht.
Ich habe übrigens bei keiner der Geburten gelitten, so dass ich mich auch nur annähernd als Märtyrerin sehen könnte, ganz im Gegenteil, ich habe drei lockere schöne für alle stressfreie Geburten ohne irgendwelche Hilfsmittel erlebt, die Kinder kamen gesund und munter zur Welt und haben sich prächtig entwickelt.
Nein nein, meine Liebe, die medizinische Schiene hast du reingebracht, ich habe dann einfach dargelegt, warum das kein Grund für eine vaginale Geburt ist, im Gegenteil. Es wird von interessierten Kreisen immer wieder versucht, den KS als Risiko für das Kind darzustellen, weil mehr KS Kinder nach der Geburt Probleme haben. Das stimmt eben nur, weil die Risikokinder bevorzugt mit KS geboren werden, die hatten also so oder so Probleme, wenn man die rausnimmt, ist der KS für Kinder nicht risikoreicher als die normale Geburt, ganz im Gegenteil. Ausserdem hätten viele Risikokinder eine normale Geburt gar nicht überlebt. Von den Schädigungen unter der Geburt, die in lebenslänglichen Behinderungen münden, ganz zu schweigen.
Ich habe auch kein Problem damit, meine Belange als genau so wichtig zu werten wie die des Kindes, es muss ausgewogen sein. Vermeidbare Schmerzen in Kauf zu nehmen, ist kein Zeichen der Überlegenheit.
Vilelleicht ist es ein Zeichen der Überlegenheit, wenn man vermeidbare Schmerzen aushält, man denke da an all diejenigen, die sich Hochleistungssport antun, die bis an die Grenze ihres Körpers gehen für dieses Gefühl des “es geschafft zu haben” Wieso soll das eine Frau nicht auch dürfen, wenn sie ein Kind gebärt? Wieso muss sich eine Frau davor drücken, etwas zum Wohl eines anderen auszuhalten, wieso darf eine Frau sich nicht auch mal HINTEN anstellen, nicht vorne mitmischen sondern zurückstehen?
Laura, das darfst du alles, du darfst auch Mutter Theresa Konkurrenz machen, nur eine moralische Überlegenheit daraus ableiten, das darfst du nicht. Genau deshalb sind dann aber wohl alle diese Anstrengungen auch nicht mehr interessant, nicht wahr?
wenn ich immer und überall den Weg des geringsten Widerstandes gehe, dann lerne ich meine Grenzen nie kennen, oder anders ausgedrückt, ich denke dann, dass meine Grenzen viel enger gesteckt sind sie es eigentlich wären. Es ist keine Frau moralisch überlegen, wenn sie sich entscheidet der Natur ihren Lauf zu lassen, aber ebenso wenig ist eine Frau überlegen, wenn sie sich aus egoistischen Gründen dem nicht stellt.
Pippi Ihre Art Menschen abzustempeln, bloss weil sie anders denken, ist wieder einmal schön zur Geltung gekommen. Sie erinnern mich stark an eine Bekannte, die auch Jahre nach dem KS ihres Kindes das als einzigen Weg für eine Frau angesehen hat, in Wirklichkeit aber extrem darunter gelitten hat, dass sie ihr Kind nicht auf natürliche Art gebären konnte.
Ein Kind gebären, um seine Grenzen kennen zu lernen??
Ich hatte andere Motive, Mutter zu werden. Wenn hier jemand intolerant ist und andern seinen Stempel aufzudrücken versucht, bist du das, Laura. Du machst aus allem einen Wettbewerb und musst dabei immer die Beste sein, komm runter, entspann dich und hör auf, Vergleiche anzustellen zwischen Leuten, die du nicht kennst.
Sie verdrehen Tatsachen, aber klar meine Kinder haben mir sicher meine Grenzen aufgezeigt, vor allem, als mein Grosser überfahren wurde, da fragt man sich schon, wozu das Ganze, wenn es innerhalb eines kurzen Augenblicks wieder ausgelöscht wird. Wozu all der Stress alll die Mühe all die Sorgen?
Jetzt muss ich mich doch nochmal kurz einmischen, obwohl ich mich nach deiner absurden Antwort auf meinen Eintrag, liebe Pippi, eigentlich gar nicht mehr äussern wollte… Ich finde es doch etwas auffällig, wie extrem reizbar Du bei diesem Thema bist! Auch ich denke wie Laura, dass das wohl tiefergehende Gründe hat. Aber das ist allein Deine Sache. Du wirst aber leider wirklich etwas ausfallend bei dem Thema, was ich sehr schade finde. Was Laura glaube ich sagen wollte und ich an dieser Stelle auch nochmal betonen möchte, ist, dass es bei der Geburt nicht nur um uns, sondern auch um das Erlebnis vom Kind geht. Natürlich nehme auch ich Schmerzmittel wenn ich Schmerzen habe, aber mache ich das jetzt in der Schwangerschaft auch so leicht? Ich mache keinen Hochleistungssport, verzichte auf Alkohol und Niktoin. Warum mache ich das? Nicht, weil es mir Spass macht – nein, weil ich eben mein Kind nicht gefährden möchte und weil ich Rücksicht auf das Ungeborene nehme! – und das geht wohl den meisten Müttern so. Warum also fragen wir uns beim Thema Geburt nicht auch nach dem Wohlergehen des Kindes, sondern nur nach unserem eigenen Interesse? Es ist einfach dieser Egoismus, den Laura wohl auch angesprochen hat. Und ein Ungeborenes würde sich definitiv nicht für den geplanten Kaiserschnitt entscheiden! Kinder, die unter der Geburt wie Du sagst „elendich verreckten“ weil es den Kaiserschnitt nicht gab, ja, das ist furchtbar, und genau dafür ist der Kaiserschnitt eine wunderbare Sache und wir sind alle froh, dass es diese Möglichkeiten im Falle eines medizinischen Notfalls gibt. Ich möchte aber auch noch kurz darauf eingehen was du gesagt hast wegen den Risikogeburten, die per Kaiserschnitt erfolgen und dass das quasi die Statistik verfälscht. Das ist falsch geschlussfolgert, denn diese Risikogruppen werden für die Studien zu Kaiserschnittentbindungen vs. Spontangeburt gar nicht mit einbezogen. Es geht lediglich um den Vergleich bei termingerechten, gesunden Neugeborenen. Denn dass z.B. Frühgeborene viel öfter Probleme aufweisen, das ist wohl allen klar. Und der Grund warum Frühgeborene meist per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden ist der, dass das kleine Gehirn dem hohen Druck bei einer vaginalen Geburt nicht standhalten könnte, natürlich ist der Weg der Kaiserschnittentbindung deshalb der „Schonendere“, aber dabei fragt ja dann auch niemand mehr nach einem erhöhten Risiko für irgendwas im späteren Leben, in dem Moment geht es ums „Über“-leben. Du kannst das also nicht in eine Schublade werfen, tut mir sehr leid. Die Gründe für den Wunschkaiserschnitt bei eigentlich guten Voraussetzungen für eine normale Geburt sind in den allermeisten Fällen einzig und allein Ängste, die von verschiedenen Seiten in unserer Gesellschaft geschürt werden – und deshalb ist Aufklärung so wichtig! Letztendlich ist doch aber nur wichtig, dass es Mutter und Kind am Ende gut geht und alle glücklich und zufrieden sind oder? Du, Pippi, machst es halt auf dem Weg, ich auf einem anderen. Liebe Grüsse und allen ein schönes Wochenende!
Also ich hab die geburt in jeglicher art miterlebt, seis mit peridural, wunderschön normal oder mit notkaiserschnitt… muss aber sagen, dass ich die normalgeburt mit diesen furchtbaren, nicht endenwollenden schmerzen jeder art vorziehen würde! da hören die schmerzen wenigstens gleich nach dem rauspressen auf, was frau ja nach dem kaiserschnitt nicht behaupten kann! ich habe auch dieses wunderschöne glücksgefühl nach dem ks vermisst… trotzdem würde ich sagen, dass jede frau ihren weg der geburt selber wählen sollte da ja die geburt in allen teilen ein wunderschönes erlebnis sein sollte! dies ist bei mir zum glück der fall, sogar bei meinen zwei engelchengeburten, und das wünsche ich jeder frau, und natürlich auch jedem mann!
pippi langstrumpf sieht gerade uralt aus…
hmm…, à propos, die faust des kosmos. buzz lightyear und seine toy-freunde sind mit teil 3 im kino. falls die entbindung schon mindestens fünf oder mehr jahre zurückliegt und das wetter weiterhin so feucht bleibt, ist das eine gelegenheit für einen unvergesslichen kinobesuch mit den knirpsen. und wenn sie glück haben, liegt das nächste kino etwas näher als: “bis zur unendlichkeit und noch viel weiter…”
Auguste, ich komme mit
Meine Jungs gehen schon allein ins Kino, d.h. nicht allein, aber ohne Mami, “schluchz”
Krusty der Psychoklown und Pippi, der Emanzinator am Fummeln im Dunkeln — uäk, Eltern geht nicht in “Toy Story 3″ im Raum Basel/Olten/Aargau mit euren Kleinen und erspart euch selber einen wirklich ekligen Anblick!
hmm…, toys und fummeln – ich dachte, das hätten wir hinter uns, piero.
Okehokeh, das Bild fand ich einfach zu grotesk um es für mich zu behalten. Sie haben einmal Gummipuppe zugut!
Das einzig Groteske hier sind sie, P.G. Mit Kino verbinden sie offenbar zwangsläufig Fummeleien, kein Wunder, dass sie mit Toys Vorlieb nehmen müssen, schmudlig und armselig.
nein, mit dem Emanzipator und der missglückten Zirkusnummer (”Ich stehe total auf Pippi”) verbinde ich unbeholfene Fummeleien! Und sie sind ja eine ‘adulteress’, nicht wahr? Warum fühlen sie sich also gleich immer so angegriffen? Kommen sie runter, relax, enjoy…
Die Geburten meiner zwei Mädels waren das Schönste. Wenn auch sehr schmerzhaft. Aber ein unglaubliches Erlebnis. Ich wollte es nie und nimmer missen. Soll doch jede so machen, wie es für sie stimmt!
Merkwürdig das sich hier nur Frauen verewigen, dabei ist die Schwangerschaft und Geburt eines Kindes auch für den werdenden Vater alles andere als leicht. Man denk nur an die sprunghaften Stimmungsschwankungen und die meist völlig deplazierten männlichen Versuche die Situation wieder auf ein erträgliches Maas zu bringen. Von den Schäden für das männliche Ego will ich hier gar nicht reden.
Aber wie meine Ex sagte. Die Geburt und der erste Kontakt mit dem neuen Leben macht vieles Schmerzhafte und Mühsame mehr als wett. Sonst gäbe es ja noch viel mehr Einkinderfamilien *gg*
mit Blick über den Tellerrand und der Frage,
wie wichtig ein Vater ist
in einer mehr und mehr “feinen Gesellschaft” , deren Mittelschicht HIER zwangsläufig DICHT macht , weil politisch gewollt (nach unten), deren Bundespräsidenten -Charaktere der fortgesetzten Vorteilsnahme – [http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/wulff-urlaub-unternehmer] auf der GIER-Schiene einer abgehobenen Kaste ihre Schäflein im Trockenen haben (”Volksabstimmung in Hamburg”, “basisdemokratisch” – “Wähler” nur aus den besseren Wohnvierteln)…Kinder flügge machen für eine globalisierte Welt
in einer rückschreitenden Kultur des Vaterrechtes
bei gleichzeitigem Rückgang der Geburtenrate ( “Geburtenrate in Deutschland” war tagelang meistgelesener Block in der ZEIT)
denn: in den letzten dreissig Jahren hätte man es besser machen können, hat so ziemlich alles versagt von Bildungs- bis Familienpolitik..
Eva Herman, Exportartikel wie auch D’lands dümmste Blondine auf Malle, nach wie vor in aller Munde . Wenig beachtet dagegen dies und nun auch schon wieder längst “veraltet”:
“Der Verband der Familienfrauen und -männer e.V. entwickelte sich aus der 1979 gegründeten Deutschen Hausfrauengewerkschaft e.V.. Auf dem Höhepunkt der Emanzipationsbewegung erklärte die Soziologin und Gründerin Dr. Gerhild Heuer, dass es eigentlich eine Hausfrauengewerkschaft geben muss, damit Hausarbeit und Erwerbsarbeit gleichgestellt werden. Hausarbeit und Pflegearbeit dürfen nicht weiterhin zu Altersarmut und Abhängigkeit führen. Dies war die Geburtsstunde der Deutschen Hausfrauengewerkschaft. Tausende Frauen traten spontan dem Verband bei. Noch heute wird der generative Beitrag “Kindererziehung” weitgehend von der Politik als “Nichtleistung” im Sinne der sozialen Sicherungssysteme definiert. Dies ist ein großes Unrecht. Der im Jahr 2000 geänderte Verbandsname entspricht dem heutigen Selbstverständnis der Frauen. Nach wie vor ziehen Mütter und Väter in den Familien Kinder groß, ohne dass die Gesellschaft ihre Leistung honoriert. Der vffm setzt sich für Wahlfreiheit ein. Wahlfreiheit bedeutet, dass Mütter und Väter entweder die Familienarbeit leisten oder erwerbstätig sind und die Erziehungsarbeit delegieren oder beides miteinander vereinbaren, ohne dass sie ins wirtschaftliche und soziale Abseits geraten und ohne dass sie überfordert sind. Erst durch die Bezahlung der Familienarbeit ist die Wahlfreiheit gewährleistet. Familienarbeit ist die Basisarbeit der Gesellschaft.”
Seit dem haben sich Väter allerdings noch RARER gemacht! (Als Erzeuger und als Familienmänner, aber als die, die sich entlasten und profitieren, sind sie wieder auf dem Vormarsch, z.B. neues Scheidungsrecht mit Hilfe der Durchsetzung kinderloser patriarchal assimilierter Justizministerinnen)
ein Abbild der Diskussion m.E. dazu der Dialog zwischen —>Student* (Sexismus-Kritik) und Christa Mulack “Mutterschaftsbetrug”)
[http://www.blogigo.de/Sexismuskritik/Muetter-ueber-alles-Das-Vaeter-Feindbild-der-Christa/41/]
[http://www.blogigo.de/Sexismuskritik/guestbook]
Viel Spaß beim Gebären, Brutpflege und aus dem Nest werfen!
Frei nach Badinter: Kinder aus dem Haus, Mann weg…
und dann?
[http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/selbstmitleid-im-szenecafe/]
Ein aufschlussreiches Buch habe ich vor Jahren von Leboyer gelesen “Die sanfte Geburt”- er zeigt auf dass Neugeborene bereits Schaden nehmen können durch das künstliche Licht im Gebärsaal – . Es gibt Frauen, die ihre Kinder im Meer gebären, scheint mir noch eine natürliche Art zu sein.
lustig, als ich den blog bei seiner ersterscheinung gelesen habe (letzten august) war ich selber im vierten monat schwanger mit unserem ersten söhnchen. der blog ging mir ganz schön unter die haut, ich musste aber auch viel schmunzeln und loslachen. ich hätte mich eigentlich für eine “normale” geburt entschieden, bekam jedoch im letzten drittel komplikationen, so dass es letztendlich ein ks gab. ich hatte keine einzige sekunde das gefühl, keine “richtige” frau zu sein oder das falsche gemacht zu haben, es ging ja auch um das wohl des ungeborenen würmlis. alles hat bestens geklappt, ich war bei vollem bewusstsein und durfte das kleine wesen in den arm nehmen.
es ist schon speziell, wie man sich das leben als mutter/eltern 9 monate vorzustellen versucht und schlussendlich wird man ins kalte wasser geworfen und es kommt völlig anders.
der kleine wächst und gedeiht prächtig und ist ein fröhliches kleines wesen, jedesmal wenn er einem anstrahlt lässt er mein herz sprünge machen – es ist ein wunder und ich möchte um nichts in der welt tauschen!
Ich finde, man sollte sich nicht über eine “Plazenta-zieht-sich-nicht-zusammen-und-ich-wäre-fast-verblutet-Geburt” lustig machen. Zu gut weiss ich, was das bedeutet und was das für Langzeitfolgen hatte.
Dennoch muss ich über die Faust des Kosmos schmunzeln… bei mir fühlte sich das Ganze eher als ein Tritt von hinten an…!
Faust des Kosmos- Eine Assoziation von Worten
Lucifer’s Hammer
Thor’s Hammer
Ceres
Toolmaker Koan
T-Constellation
Consciousness programming
Inception