Macht euch nicht verrückt!

Andrea Fischer Schulthess am Freitag, den 28. November 2014
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Bleibt sich selber treu und eitel: Schauspielerin und Mutter Penélope Cruz.

Blogs und Artikel darüber, dass wir Mütter uns gehen liessen nach der Geburt, gibt es ja zuhauf, ein sehr lustiges und böses Beispiel stammt aus der TAZ, ein anderes von Claudia Marinka, um nur zwei zu nennen.

Und auch Beautytipps für Mamas sind hoch im Kurs. Das ist schön. Offenbar sehen wir aus, als hätten wir es nötig und gern, wenn man uns sagt, wie wir rumlaufen sollen, was wir falsch machen und was unsere Männer von uns denken, weil die offenbar selbst den Schnabel nicht aufbringen. Nun. Ich kann nur für mich selbst sprechen. Ich finde diese Diskussionen schlicht anmassend. Nur weil ich Mutter bin, brauche ich nicht plötzlich eine Stylingberatung.

Darum möchte ich hier mal ein Plädoyer halten für etwas, was mir viel wichtiger scheint als solche pauschalen Verurteilungen und Beratungen zum Äusseren von Müttern. (Welches natürlich die Hobbypsychologen reflexartig dazu bringt, auch gleich noch über unser Inneres und unsere Qualitäten als Mütter Bescheid zu wissen. Sollen sie. Jedem seine Freude.)

Ich habe nur eine einzige Forderung: Mütter, bleibt euch selber treu!

Ja, Kinder verändern uns. Ja, sie machen uns reicher, wenigstens wenn alles so läuft, wie wir es uns erträumt haben. Und ja, sie machen uns wabbeliger, älter und da und dort gelassener oder nervöser. Aber das ist noch lange kein Grund, uns dabei zu verlieren.

Es geht weder darum, ob wir unsere Haare kurz schneiden oder sie wachsen lassen, ob wir uns schminken oder eben nicht, ob wir Sport treiben oder lieber bei einer trashigen Serie chillen. Es geht nur darum, dass wir immer noch wir selbst sind. Einfach jetzt mit Kindern.

Wenn das für uns bedeutet, dass wir fortan keinen Bock mehr haben auf lange Locken, rote Lippen und enge Jeans, dann ist das okay. Vielleicht hatten wir das eh noch nie. Aber es ist eben genauso okay, wenn wir weiterhin von der knappen Zeit noch einen Schnipsel abknapsen, um uns zu bemalen, zu föhnen, zu ondulieren, einzucremen, zu stählen oder schlicht an einem Glas Roten festzuhalten.

Warum es so verbreitet ist, Müttern diesbezüglich Vorschriften oder zumindest hochverbindliche Empfehlungen zu machen, weiss ich nicht. Die einen nerven sich darüber, dass wir zu wenig eitel seien, die anderen darüber, dass wir es in unziemlicher Weise zu sehr seien. Pfeifen Sie drauf. Und pfeifen Sie bitte auch drauf, was andere Mütter tun. Es geht uns nämlich nichts an.

Und nun noch ein bisschen was für alle Frauen, die wie ich eitel geboren wurden, eitel schwanger waren, gern eitle Mütter bleiben und mit grösster Wahrscheinlichkeit auch eitel begraben werden dereinst:

  • Zeit zum Schminken gibts immer. Seis auf dem Klo, beim Kochen oder im Tram.
  • Halten Sie sich beim Styling getrost an Dolly Partons Leitspruch: « It costs a lot of money to look this cheap.» Die einen brauchen das Geld für eine Jack-Wolfskin-Jacke, die ist auch nicht grad günstig, die anderen haben halt lieber einen Bling-Bling-Kunstpelz. Kostet beides etwa gleich viel und gibt warm. Also, wo ist das Problem?
  • Wenn Sie Lust haben auf Absätze im Sandkasten und Seidenkleider im Zoo: Anziehen! Denn wo sonst sollen wir unsere schicken Sachen zeigen? Allenfalls bei der Arbeit, das stimmt. Aber das kanns ja auch nicht sein, dass wir uns nur dann gefallen, wenn wir nicht mit unserer Familie zusammen sind… Die Ärmsten.
  • Lassen Sie sich nicht einreden, konsequentes Erziehen und Eitelkeit liessen sich nicht miteinander vereinbaren. Natürlich geht das. Notfalls halt mit Hilfsmitteln. Ein Beispiel: Wie vermutlich fast alle anderen Kinder dürfen meine nur mit Helm Velo fahren. Nun bin ich aber viel zu eitel, um einen Helm zu tragen, abgesehen davon, dass das Ding oft nicht auf meine Frisurtürme passt. Trotzdem muss ich Vorbild sein. Blöd. Aber machbar. Ich hab jetzt einen Airbag für den Kopf, den man schick um den Hals trägt (siehe Foto). Na bitte, geht doch.
  • ffff

    Also, liebe Frauen, egal wie ihr ausseht und aussehen wollt, wie ihr seid und sein wollt, tut es. Bleibt euch selber treu. Das Maul über euch zerreissen wird sich eh jemand. Darum seid einfach zufrieden! Das interessiert eure Kinder und eure Männer hundertmal mehr als die Frage, ob ihr eure Nägel bemalt oder eben nicht.

Je mehr Eltern, desto mehr Liebe

Mamablog-Redaktion am Donnerstag, den 27. November 2014

Ein Gastbeitrag von Meike Büttner*

Mehr ist mehr: Famile in einem Skatepark. Foto: D. Sharon Pruitt (Flickr)

Halten auf Verlangen: Kinder in einem Skatepark in Massachusetts. Foto: D. Sharon Pruitt (Flickr)

In meiner Familie ist alles ein bisschen anders als bei den meisten. Wenn ich jemandem erzähle, dass der Vater meiner Tochter inzwischen seit vielen Jahren mit meiner jüngeren Schwester zusammen ist, ernte ich dafür immer eine Menge Kopfschütteln. Früher war ich ebenso entsetzt wie alle anderen. Inzwischen habe ich mich – wie könnte ich auch anders? – damit arrangiert.

«Ist die Swantje (Name geändert) jetzt eigentlich meine Tante oder meine Stiefmutter?», hat mich meine Tochter gefragt, als alles noch ganz frisch war. In mir zog ein Gewitter auf. «Die Swantje ist und bleibt deine Tante!», antwortete ich und spürte deutlich, wie sehr sie mich mit dieser Frage traf. «Und wenn sie ein Kind bekommt?», hakte die Tochter erbarmungslos weiter nach. «Ist das dann mein Geschwisterchen oder mein Vetter?» «Beides», antwortete ich knapp und flüchtete mich in emsige Hausarbeit, um ja nicht weiter behelligt zu werden.

Selbstverständlich litt ich unter der Verbindung dieser beiden. Ich hatte das Gefühl, gleichzeitig meine Schwester und meinen Partner zu verlieren, und ich war überzeugt, dass ihre Beziehung unmoralisch sei. Auch heute bin ich noch dieser Meinung und ich weiss, dass ich persönlich diesen Weg niemals gehen würde, aber sie waren ihn nun einmal gegangen und ich hatte darauf eben einfach keinen Einfluss. Und wie das so ist mit den Dingen, die man nicht ändern kann: Ich musste lernen, es zu akzeptieren. Meiner Tochter zuliebe und aber eben auch mir selbst zuliebe.

Ein Kind, dessen Eltern sich getrennt haben, lebt immer mit Verlustängsten. Trennungskinder klammern gerne mal und tun sich schwer mit der Entnabelung. Sie müssen stets wachsam sein, dass alle bleiben, wo sie sind, und niemand einfach so aus heiterem Himmel verschwindet. Vielleicht sollten wir unseren Kindern zuliebe genau deshalb damit aufhören, Familien in festen Rollen zu denken. Letztlich ist es gar nicht entscheidend, ob meine Tochter ihre Tante nun vielleicht auch mal Mutti nennt oder wie sie zukünftige Halbgeschwister nennen könnte. Ich sollte froh sein, dass da noch jemand ist, der sie in ihrem Wachsen unterstützt und der ihr seine Liebe und Aufmerksamkeit schenkt. Mein Kind kann jede Liebe gut gebrauchen.

Wenn meine Tochter von mir und meinem Partner spricht, irgendwo, dann sagt sie «meine Eltern». Und jedes Mal wenn wir das mitbekommen, öffnet sich unser Herz um mehrere Zentimeter und wir lächeln einander selig an. Sie fühlt sich bei uns zu Hause. Sie fühlt den Zusammenhalt der Familie. Genau das ist es, was wir uns für sie wünschen. Wir wären ungerecht, wenn wir das auf der Seite des Kindsvaters nicht gelten lassen würden. Auch meine Schwester kann mein Kind lieben.

Darum ist mir heute auch völlig egal, wie Swantjes Rolle in dieser Konstellation genannt werden darf und wie Swantje selbst das alles sieht. Stiefmutter, soziale Mutter, bessere Mutter als ich, Ersatzmutter, Tante... das sind alles nur krude Bezeichnungen für ein Mehr an Liebe, das meiner Tochter absolut zusteht. Ich wandle nicht in ihren Schuhen. Ich habe kein Recht, mich in ihre Beziehung einzumischen, und hüte mich inzwischen auch, das zu tun.

Wenn wir uns wehren gegen dieses Mehr an Liebe für unsere Kinder, treffen wir nie die Neuen an der Seite unserer Ex-Partner. Wir schiessen damit nur immer wieder auf die Souveränität unserer eigenen Kinder, die sich ständig mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob ihre Liebe «legal» ist. Reissen wir uns zusammen und beten wir gemeinsam ein Mantra: Mein Kind hat das Recht, geliebt zu werden. Je mehr Liebe, desto besser. Gönnen wir das unseren Kindern!

buettner_150x150*Meike Büttner lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Autorin, Referentin, Musikerin und Mutter einer Tochter. Sie war lange Zeit alleinerziehend und lebt heute in einer kleinen, ausbaufähigen Patchworkfamilie. Im Juli hat sie den Smart Hero Award für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten für Alleinerziehende erhalten.

Darum haben wir Kinder

Mamablog-Redaktion am Mittwoch, den 26. November 2014

Ein Papablog von Nils Pickert*

Vater und Tochter auf dem Velo in Honolulu. Foto: Chris Hunkeler (Flickr)

Eine der persönlichsten Entscheidungen, die Menschen treffen können: Vater und Tochter auf dem Velo in Honolulu. Foto: Chris Hunkeler (Flickr)

Man kann aus mehreren Gründen darüber nachdenken, warum Menschen überhaupt Kinder bekommen. Ecopop ist zum Beispiel so ein Anlass. Immerhin heisst die dafür verantwortliche Volksinitiative, welche die Zuwanderung in der Schweiz begrenzen will, «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» und hat sich auf die Fahnen geschrieben, mit externer (oder wie ich sie nenne: realitätsfern-paternalistischer) Familienpolitik Flüchtlingsströme zu begrenzen.

Wobei man fair bleiben muss: Angesichts der fortschreitenden Überpopulation unseres Planeten und der begrenzten Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, kann man schon fragen, ob wir uns nicht mit anderen Dingen als Fortpflanzung beschäftigen sollten. Weltfrieden, Marsbesiedelung, Trinkwasserqualität – es steht schon genug an, ohne dass wir unsere kurzen Aufmerksamkeitsspannen an unseren Nachwuchs hängen.

Man kann aber auch die eigene Situation reflektieren, um sich der Frage zu nähern: Wie kommen wir eigentlich dazu, (noch) Kinder in diese Welt zu setzen? Kultur-Redaktor Philippe Zweifel ist in einem Essay beiden Ansätzen gefolgt und hat einige interessante Punkte für und gegen Kinder aufgezeigt.

Ich möchte diese Punkte gern um einige persönliche Überlegungen ergänzen. Und zwar ausschliesslich persönliche, denn ich bin davon überzeugt, dass man mit der Zitierung von gesellschaftspolitisch motivierten Gründen zur Kinderzeugung am Thema vorbeiredet. Kinder für den Führer, den real existierenden Sozialismus oder die völkischen Ideale der seltsamen Damen und Herren von der AFD erzählen Ihnen genauso wenig wie Chinas Ein-Kind-Politik von den wirklichen Motiven der Menschen, Kinder zu bekommen. Schlimmer noch: In der entsprechenden Gesellschaft delegitimieren solche Gründe den jeweils nicht opportunen Wunsch von Menschen, Kinder oder eben bewusst keine Kinder zu haben, obwohl beidem die gleiche Bedeutung zukommt. Denn Kinder in die Welt zu setzen, macht erst einmal gar nichts besser. Und keine Kinder zu haben, ist auch keine Lösung. Stattdessen markiert beides eine der persönlichsten Entscheidungen, die Menschen treffen können, und sollte dementsprechend behandelt werden. Nicht mit staatstragender Übergriffigkeit, sondern mit Interesse und Respekt.

Warum also bekommen Menschen Kinder, wenn nicht für Volk und Vaterland? Es gibt unzählige Gründe. Aus Langeweile zum Beispiel. Oder weil man beim Vögeln so schön den Kopf ausschalten kann, und «es dann passiert». Manche bekommen Kinder, weil sie ihre kaputten Familienerfahrungen mit eigenen positiv besetzen wollen. Um es einfach besser zu machen. Einige bekommen Kinder, weil sie sich nach bedingungsloser Liebe und einer Aufgabe sehnen. Andere vertiefen oder flicken damit ihre Beziehung. (Vielleicht kennen Sie ja folgenden Satz oder haben ihn sogar schon einmal selbst gebraucht: «Entweder trennen wir uns jetzt, oder wir bekommen ein Kind!») Manch einer zeugt sogenannte Rettungsgeschwisterkinder, deren Organe dann für ein bereits vorhandenes Kind gespendet werden sollen.

Wieder andere fühlen sich nur mit eigenen Kindern vollständig und empfinden durch ihren Nachwuchs eine Verbindung zu einer Zukunft, in der sie nicht mehr stattfinden werden. Ich zähle mich ein bisschen zu Letzteren – als Vater dreier Kinder bin ich Wiederholungstäter und erlebe an mir auch diesen (un-)heimlichen Versuch, die Begrenztheit meines eigenen Lebens in meinen Kindern zu überwinden. Wir können uns für unsterblich halten oder Bücher schreiben und sie wie Schiffe auf den Ozean der Zeit setzen, um fortzudauern – nichts davon lässt sich für mich mit dem Zusammenleben und der Verantwortung für Kinder vergleichen, an deren völlig fremder Art, die Welt zu sehen, man teilhaben darf. Denn auch wenn Erziehung eigentlich das Bemühen von Erwachsenen beschreibt, Kindern die Welt und deren Regeln begreiflich zu machen, sind es doch sie, die uns darin erziehen, die Welt neu und mit ihren Augen zu sehen. Und deshalb fühlt es sich nicht nur unsäglich schmerzvoll und traurig an, ein Kind zu verlieren, sondern immer auch falsch. Selbst mir als Atheisten geht es so. Es ist einfach nicht richtig, seine Kinder zu überleben.

Ich habe allerdings noch aus einem anderen Grund Kinder bekommen. Und zwar weil ich mich damit auch dafür entschieden habe, Vater zu sein. Das mag spitzfindig wirken, macht aber einen grossen Unterschied. Das eine beschreibt eine Entscheidung für jemand anderen. Das andere ist eine Entscheidung für sich selbst. Vatersein heisst für mich, bedingungslos Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen, hinter die ich nicht zurücktrete. Nicht wenn wir getrennt sind, es mir schlecht geht oder es mir leichter fallen würde, entweder gar keine oder für andere Verantwortung zu übernehmen. Mein drittes Kind ist jetzt 3 Wochen alt. Und wenn es 85 Jahre alt ist und ich stolze 120, wird es immer noch genau das sein: mein drittes Kind.

Ich will und wollte genau diese Verantwortung. Eine, die mich nachts nicht schlafen lässt, mich sorgt und ängstigt. Eine, die meine jugendlichen Mutproben mühelos in den Schatten stellt. Eine, bei der es nicht hauptsächlich darum geht, ohne Vorbehalte und mit aller Konsequenz geliebt zu werden, sondern genauso zu lieben. Egal, was kommt. Wieder und wieder und wieder. Das machen Kinder mit einem. Als meine Tochter sieben Jahre alt war, wurde sie vor einer Urlaubsreise nach Italien von einem sehr unfreundlichen Verwandten gefragt, ob sie denn keine Angst vor dem Fliegen hätte. «Nein!», meinte meine Tochter. «Meine Familie fliegt ja mit mir. Wenn das Flugzeug abstürzt, sterben wir alle gemeinsam.»

Dass ich es nicht so hätte formulieren können, wäre schon ein guter Grund für mich, Kinder in die Welt zu setzen. Dass ich es wegen meiner Tochter so empfinden kann, wie sie es gesagt hat, ist ein noch besserer.

pickert150x150*Nils Pickert lebt mit seiner Familie in Süddeutschland. Er hat eine monatliche Kolumne auf Standard.at, in der er sich mit den männlichen Seiten der weiblichen Emanzipation beschäftigt.

Zehn Basteltipps für Weihnachten

Jeanette Kuster am Dienstag, den 25. November 2014
Ein Fall für Näherinnen: Diese Farbstiftrolle hat es in sich, weiter unten finden Sie schnellere Geschenke zum Selbermachen. Foto: Mamablog

Ein Fall für Näherinnen: Diese Farbstiftrolle hat es in sich, weiter unten finden Sie schnellere Geschenke zum Selbermachen. Foto: Mamablog

In einem Monat ist Weihnachten. Es ist also langsam an der Zeit, sich mit dem Thema Geschenke auseinanderzusetzen. Vor allem wenn man selber etwas kreieren will, um den Liebsten etwas ganz Persönliches zu schenken.

Damit Sie Ihre wertvolle Zeit nicht mit der Ideensuche vergeuden, liefere ich Ihnen heute bereits eine ganze Liste an Do-it-yourself-Geschenktipps: fünf Näh- und fünf Bastelanleitungen. Warum ich das Nähen so betone? Weil Nähen ein richtiger Mama-Trend ist. Immer mehr Frauen fangen an zu nähen, kaum haben sie Kinder. Und ich gebs zu, ich bin eine dieser Nähverrückten, weshalb das Thema in meiner Liste fast Pflicht ist.

Da aber das Arbeiten mit Nadel und Faden nicht jedermanns Sache ist, beinhaltet die Liste noch fünf andere tolle Bastelprojekte. Einfach sind sie alle, wobei etwa die Salzteiganhänger in der Herstellung deutlich aufwendiger sind als die Fotobuchzeichen. Suchen Sie sich Ihr Lieblingsprojekt aus, und legen Sie los. Und vielleicht mögen Sie uns später sogar mitteilen, wie die Geschenke geworden sind?

Farbstiftrolle. Foto: Mamablog

Für viele Stifte. Foto: Mamablog

Farbstiftrolle
Ein simples Nähprojekt (man muss zwar einige Nähte nähen, aber immer nur geradeaus), über das sich Kleinkinder genauso freuen wie Studenten. Eine detaillierte Anleitung für die Rolle gibts im Blog Aprilkind. Ich habe meine Sternestiftrolle zusätzlich aussen abgesteppt, weil sie dann noch etwas stabiler ist. Und bei der Stiftblende kein Saumband verwendet, sondern den Stoff einfach doppelt genommen – so hat man oben automatisch einen schönen Abschluss und erspart sich diesen Arbeitsschritt. Kleiner Tipp: Anstelle von Volumenvlies kann man auch billige Allzweckschwammtücher aus dem Supermarkt zwischen den Innen- und Aussenstoff legen.

Für einen Stift. Foto: littlebitfunky.com

Für einen Stift. Foto: Littlebitfunky.com

Labello-Halter
Sie haben vereinbart, sich gegenseitig nur etwas Klitzekleines zu schenken? Dann wäre dieser Halter für die Lippenpomade vielleicht eine Idee. Zwei Stoffstücke (ca. 5 x 23 cm), einen Aufhänger (noch besser mit Karabinerhaken), ein paar Nadelstiche – mehr brauchts nicht dafür. Und die Beschenkte wird sich freuen, dass der Pomadenstift endlich nicht mehr in den Weiten der Handtasche verschwindet. Ein ideales Nähprojekt auch für grössere Kinder, die ihrer besten Freundin etwas schenken wollen.

Beisst nicht. Foto: monochrome-diy.de

Stubenrein. Foto: Monochrome-diy.de

Kissen für Hundefans
Ein einfaches Kissen ist schnell genäht und auch für Anfänger kein Problem: Zwei Quadrate an drei Seiten links auf links aufeinandernähen, wenden, mit waschbarer Kissenfüllung stopfen, zunähen. Aufhübschen kann man das Ganze, indem man Paspeln oder kleine Bommelbänder mit einnäht, die dann die Kissenkante zieren. Etwas aufwendiger ist die abgebildete Variante. Wie das Hundekissen gemacht wird, ist hier genau erklärt. Das Tolle daran: Jede Kissenform (Eiffelturm, Urgrossmama, Lieblingskatze) ist machbar, solange man ein entsprechendes Foto und Transferfolie besitzt.

Für Töchter. Foto: swellmayde.com

Strassentauglich. Foto: Swellmayde.com

Kunstleder-Clutch
Die Teenietochter hat kein Interesse mehr an Mamas selbst genähten Sachen? Bei dieser Envelope Clutch ändert sie vermutlich ihre Meinung. Und ihren Freundinnen kann sie im neuen Jahr gleich selber ein paar solche Exemplare nähen, so einfach sind die gemacht.

Für Sonnenseiten. Foto: Mamablog

Für Sonnenseiten. Foto: Mamablog

Filzbuchzeichen
Die Buchzeichen können mit der Maschine (wie in meinem Sonnenbeispiel) oder von Hand genäht werden und sind ein schönes Bastelprojekt für Kinder. Obwohl nur über die Ecke gestülpt, rutschen sie dank dem Filz nicht von der Seite. Die wandelbare Idee stammt von Wake & Whimsy.

Für Heisses. Foto: goodandmessy.com

Für Nebelsuppen. Foto: Goodandmessy.com

Personalisierte Tassen
Kleiner Aufwand, grosse Wirkung: Die Anleitung für diese Tassen ist so simpel, dass schon Kleinkinder sie ohne Probleme hinkriegen. Vorausgesetzt, sie halten sich an die Vorgabe und malen brav Pünktchen über die Klebebuchstaben. Wie das genau geht und welche Resultate herauskommen, wenn die lieben Kleinen doch anderes im Sinn haben, ist im Blog Good and Messy wunderbar ehrlich abgebildet.

Glitter-Thermobecher. Foto über http://fitnessista.com

Gold im Mund. Foto: Fitnessista.com

Glitzerthermobecher
Ob mit Kaffee oder Tee gefüllt, fast jede Frau schleppt bisweilen so einen Getränkebecher durch die Gegend. Seit einer Weile gibt es die Teile auch als Bastelversion: Man kann die Aussenhülle abnehmen und mit einer Kinderzeichnung oder einem Foto verzieren. Oder eben mit Glitzer. Die Kinder werden das klebrige, funkelnde Gebastel lieben. (Sie vielleicht weniger, wenn Sie danach putzen müssen, also unbedingt eine Kartonschachtel unterlegen!)

Foto-Aufhänger. Foto über kiludo.ch

Bild am Baum. Foto: Kiludo.ch

Fotoanhänger
Bei Salzteig denkt man an schiefe Kinderkreationen und hässliche Staubfänger. Diese mit Fotos verzierten Anhänger haben damit zum Glück nichts gemein. Allerdings sind sie auch etwas aufwendiger herzustellen – die genaue Anleitung können Sie sich als PDF herunterladen. Die Bildkreationen nach einer Idee des Kreativmagazins Kiludo eignen sich je nach Motiv als Christbaumanhänger, Wand- oder Fensterdeko.

Prinzessinnen-Outfit. Foto über livingwellspendingless.com

Tüll ist toll. Foto: Living-wellspendingless.com

Prinzessinnen-Outfit
Haben Sie auch eine kleine Prinzessin zu Hause, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein passendes Outfit? Lassen Sie die grässlichen Plastikprinzessinnenkleider links liegen, und basteln Sie selber einen Tülljupe. Jawohl, basteln, Sie müssen dazu nämlich nur schneiden und knüpfen, wie die Anleitung auf Living Well Spending Less beweist. Und das passende Krönchen kriegen Sie mit etwas Spitzenband und Modelierkleber auch noch hin.

Auf Wiedersehen. Foto: nearlycrafty.com

Auf Wiedersehen. Foto: Nearlycrafty.com

Fotobuchzeichen
Zum Schluss ein Tipp für alle Bastler, die eigentlich lieber keine wären. Viel zu tun gibts hier nämlich nicht. Man muss nur das Kind in Buchzeichen-gerechter Form knipsen, das Foto im Kopiergeschäft laminieren lassen, ausschneiden und eine Kordel oder ein Baumwollband daran befestigen – fertig.

Leben in der Kommentarspalte

Gabriela Braun am Sonntag, den 23. November 2014


Sportpapi, tststs und Brunhild Steiner kennen sich seit Jahren. Täglich diskutieren, lamentieren, witzeln sie miteinander – und ist der eine mal nicht da, wundern sich die anderen, weshalb er nichts von sich hören lässt.

Getroffen haben sich die drei noch nie. Dennoch wissen sie viel voneinander, sie kennen ihre Haltung zu Erziehung, Glaube, Schule, Abtreibung, Prostitution und vielem mehr. Sie gehören zur Gruppe der Stammleser des Mamablogs: Tausende Kommentare haben sie seit seiner Lancierung im März 2009 abgegeben, Tausende andere haben darauf reagiert. Sportpapi allein schrieb bis dato über 15'700 Mal seine Meinung. Brunhild Steiner und tststs kratzen an der 10'000er-Marke.

Was ist es, das sie derart rege am Leben in der Kommentarspalte teilhaben lässt? Wer sind die drei? Die Anonymität verlassen möchte keiner von ihnen, doch Brunhild Steiner und tststs sind durchaus bereit, etwas von sich preiszugeben. Steiner engagiert sich ehrenamtlich und ist Hausfrau. Mit ihrem Mann und den drei Kindern (12, 14, 16) lebt sie in einer 5-Zimmer-Wohnung. Die täglichen Diskussionen in den Kommentarspalten empfindet sie als grosse Bereicherung. Es fasziniert sie, wie die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen und sich miteinander austauschen. «Es lässt mich an einem grösseren Etwas teilhaben. Das hat den Mamablog für mich einmalig werden lassen.»

Tststs ist Anfang dreissig, verheiratet, kinderlos, zugewanderte Zürcherin, studierte Lehrerin, zweifaches Gotti, Notfallbabysitter. Die Diskussionen in den Blogs auf Tages-Anzeiger/newsnet.ch begleiten sie durch den Tag. Immer wieder bringt sie sich ein, um anschliessend wieder nachzusehen, ob jemand auf einen ihrer Kommentare reagiert hat. «Ich bin ein offener und kommunikativer Mensch und mag es, mich mit Leuten auszutauschen», schreibt sie. Auch privat drücke sie ihrer Umgebung ihre Meinung oder Wissen aufs Auge – sei aber nicht beleidigt, wenn dies komplett ignoriert werde.

Sportpapi ziert sich. Wie? – so viele Kommentare, das sei doch sehr viel, schreibt er auf die Anfrage lapidar zurück. Und witzelt: Das sei weniger ein Grund zum Feiern, sondern eher für einen Entzug. Den hat er – zu unserem Glück – nicht geschafft. Er ist dem Mamablog noch immer treu. Er kommentiert – mit wenigen Ausnahmen – täglich mehrmals.

Dank ihm und vielen anderen Leserinnen und Lesern ist der Austausch im Mama-, Sekten-, Stadt-, Polit-, Datenblog oder Blogmag in der Regel gross. Dank der engagierten Stimmen von Eni, Katharina, Muttis Liebling, der Widerspenstigen und unzähligen mehr entstehen lebendige und kontroverse Diskussionen. Sanfte Töne folgen auf Stammtischvoten. Lustiges auf Kritisches, Lautes auf Lausiges. Gewisse Diskussionen greifen die Autorinnen und Autoren abermals in Blogs auf, andere drehen noch Tage und Wochen im Hintergrund weiter.

Blogs ohne Kommentare wären langweilig und leblos. Die Kommentare machen einen Blog zum Thema und aus einem Thema auch einmal eine Debatte. Kein Wunder, gibt es Kommentare mittlerweile zu kaufen – genauso wie Facebook-Likes oder Friends. Kommentare als Erfolgsfaktor, als Kapital. Ein findiger Publizist versucht damit gar Geld zu machen: Wer im Onlinemagazin Krautreporter die Kommentare lesen und selber welche verfassen will, muss zahlen – die Texte der Autoren dagegen sind kostenlos. Das Magazin glaubt an diese Art Bezahlmodell, weil es die Kommentare höher gewichtet als den eigentlichen Beitrag.

Allerdings ist längst nicht jeder der täglich mehreren Hundert Kommentare, die bei uns eingehen, passabel oder gar Geld wert. Die Rede ist von den Querulanten, Trollen, Primitiven, vom Spam: Ihre Einträge haben nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun. Sie sind aggressiv, diskriminierend und zielen lediglich darauf ab, andere zu beleidigen. Solcher Dreck landet im Müll. ZENSUR! – schreien die Betroffenen deswegen immer wieder – doch dem ist nicht so. Wir publizieren berechtigte und respektvoll formulierte Kritik, doch keine rassistischen, sexistischen oder anderweitig inakzeptablen Inhalte, Punkt.

Die Blogger selbst sowie ein speziell dafür geschaffenes Team verwalten die Kommentare. Sie schalten die meisten einzeln frei. Es ist für Bloggerinnen und Blogger dringend zu empfehlen, die Voten nicht zu nahe an sich herankommen zu lassen. Viele (gute) Reaktionen schmeicheln zwar, doch sind sie gehässig oder gar beleidigend, geht das unter die Haut. Einmal empfand ich es als besonders heftig: Ich hatte am Ende eines Textes gefordert, endlich mit Tierversuchen im Zusammenhang mit Studien aufzuhören. Darauf schlugen mir die Schreiber mit ihren Kommentaren direkt in die Magengegend, stellten mich an den virtuellen Pranger.

Die Tonalität entrüstete mich. Gehts noch! Sollen die Leser einen anderen Dummen suchen, an dem sie ihre Aggressionen auslassen können, klagte ich. Zum Glück habe ich mich damals nicht entmutigen lassen. Heute empfinde ich die Stimmen der Leser, ihre Einschübe und Anstösse als eine Bereicherung.


Happy Birthday, Blogs! 15 verschiedene Blogs, mehrere Tausend Beiträge und weit über eine Million Kommentare: Da stehen wir nach fünf Jahren. Die Blogs gehören heute zum festen Inventar von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Nationale Bekanntheit haben nicht nur die Klassiker wie der Mama- oder der Sweet-Home-Blog erlangt. Auch neuere Blogs, wie etwa Manage Your Boss oder Welttheater, fanden schnell Anklang bei den Leserinnen und Lesern. Grund genug, um nach fünf Jahren Geburtstag zu feiern. In den kommenden zehn Tagen feiern wir unsere Blogs mit speziellen Postings. Und in Videos und weiteren Blogpostings gewähren wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen, porträtieren Autoren – und schreiben über unseren Umgang mit Kommentaren und Kommentarschreibern. Fehlt noch was? Ja! Erst durch die Kommentare von Ihnen, liebe Userinnen und User, entstehen spannende Diskussionen und Debatten. Ein herzliches Dankeschön dafür. Sie finden alle Jubiläumsbeiträge hier.

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