Risotto und Maserati

Roland Fischer am Dienstag, den 28. März 2017 um 13:48 Uhr

So transformiert man eine urbane Leerstelle: Gestern abend machte es sich das Transform-Team auf dem Europaplatz gemütlich. Es wurden improvisierte (und gar nicht mal so unschöne) Möbel gezimmert, es wurden erste Quartiergeschichten ausgetauscht, es wurde gegessen und getrunken. Irgendwann gingen die Säulenlichter an und die Kälte kroch unter das mächtige Betondach. Noch nicht so richtig Sommer, man merkt es vor allem am Abend. Zwei Protagonisten zogen warme Unterwäsche an, die multifunktionalen Möbel dienen ihnen für die nächsten Tage auch als Schlafstatt.

Und dass während des Essens immer wieder neue schwarze Boliden auf den Platz rollten um im Hintergrund poliert, ausgeleuchtet und fotografiert zu werden, war eine site-specific Performance der sehr vertrackten Art. Sehr schön arrangiert, Chapeau! Die Welt ist Bühne. Das heisst in dem Fall: die kleine Welt im Westen, im Holligenquartier. In den nächsten Tagen werden so immer wieder andere öffentliche Orte mit Privatheiten infisziert. Mal sehen, als wie robust sich das Holliger Immunsystem erweist.

Keinzigartiges Lexikon: Folge 13

Gisela Feuz am Dienstag, den 28. März 2017 um 10:43 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Der Ostpol
Der Ostpol ist eine Eisplatte im Indischen Ozean, die in ihrer Größe nur etwa einem Drittel des Schwarzwalds entspricht. Die Eroberung gestaltete sich deshalb äußerst einfach. Vergeblich versuchten die Entdecker der Neuzeit eine Sensation daraus zu machen, indem sie fehlkonstruierte Eisbrecher und Senioren-Schlittenhunde einsetzten, um wenigstens hin und wieder einen abgefrorenen Zeh verbuchen zu können. Wissenschaftler weltweit sind sich einig, dass der Ostpol von allen fünf Polen der tollste ist. Unter anderem, weil die dortigen indigenen Einwohner nicht nur lahme vierzig Wörter für Schnee haben, wie es den Eskimos nachgesagt wird, sondern dreihundertsiebenundsechzig, darunter auch eines für „Schnee, in den ich meinen Namen gepinkelt habe“.


Nur am Ostpol gibt es sowohl Eisbären als auch Pinguine – zumindest war das so, bevor die Pinguine von den Eisbären gefressen wurden.

Nächste Woche: Das Leut

Kulturbeutel 13/17

Mirko Schwab am Montag, den 27. März 2017 um 5:55 Uhr

Mirko Schwab empfiehlt:
Rap am Mittwoch an der Style Bakery im Ross: Zwei Mics und eine fette Band, die Freistilisten werden fliegen. Am Donnerstag dann ab nach dem Mattenhof, Werkhof 102: Das Seltene Orchester ist ein eigenartiger Haufen aus hochkarätigen Instrumentalist_innen unterschiedlichster musikalischer Provenienz und spielt die mal halsbrecherischen, mal feinfühligen Kompositionen aus den eigenen Reihen so, dass einem das Herz aufgeht.

Der Urs empfiehlt:
Diskutieren über Vertrauen im Kairo
. Die Uni mochte selten zu begeistern. Doch es gab auch Lichtblicke, im Philo bei der Metaethik mit Budnik beispielsweise. Der Typ schien zwar immer wenig übrig zu haben für existenzialistisches Kulturpräkariats-Gesülze, dafür umso mehr für die analytische Ausprägung der Liebe zur Weisheit. Mal sehen ob der im Café auch so staubtrocken diskutiert wie im Hörsaal, wär ne Freude! Heute Montag ab 19:30, mit Folgeveranstaltungen im April, Mai und Juni. Undogmatisches Debattieren in Wohnzimmeratmosphäre, so kann die Woche beginnen.
Und dann ein Pflichttermin im Bad zu Bonn am Donnerstag: Woods, Kult-Folk aus notBern Brooklyn, unterstützt von Dj Benedikt Sartorius.

Fischer empfiehlt:
Apropos Vertrauen: Am Donnerstag beginnt die tolle Filmreihe zu universalen Monstern im Rex. Es gibt ein Wiedersehen mit so liebenswerten Unwesen wie Dracula, dem Wolfmann und natürlich der unverwüstlichen Creature From The Black Lagoon.

#BernNotBrooklyn

Urs Rihs am Sonntag, den 26. März 2017 um 15:51 Uhr

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.
Zum Beispiel gestern im Garten der Spezies mit den montrealer Ornithologen HELIODROME und ihrem psych-spattered neo-dreamy avant-rap-rock. Der Raum zersetzte sich mal wieder, zerrieben zwischen Klängen einer bazookaähnlichen E-Posaune, polytheistischen Sprechgesang-Halluzinationen und analogen Effektschaltkreisen. Glücklich, wer sich dort selbst verfeinstofflichte – who needs Bushwick if we got Terrassenweg – one love!

we got weird wired

0 Erkenntnis, 3 Stadträte und 1 stinkfauler Bericht

Mirko Schwab am Samstag, den 25. März 2017 um 15:25 Uhr

Was tun, damit der cäsarische Daumen von Herr und Frau Schweizer nicht schon zu Beginn des Beitrags auf die Fernbedienung niedergeht? Lasst die Mattscheibe brennen! In schmissigen zehn Minuten gebarte das SRF in der «Rundschau» neulich zu erklären, «wie die Reithalle funktioniert.»

«Spurensuche im Nahbereich»? Rätselraten im Graubereich. Fernsehmann Georg Häsler auf investigativer Mission. (Bild: SRF)

Und so beginnt auch dieses Geschichtlein vom Kulturzentrum mit entflammten Autos und verletzten Polizisten. Der elektronische Stubenkamin lodert warm und wohlig gruselfreut sich das Publikum ob der gebotenen Action am offenen Herzen der Sandsteinstadt. Dass auf dem selben Bitz Asphalt an den restlichen 360 Tagen im Jahr entweder geskatet, gesoffen, getanzt und an die Wand gepinkelt oder aber eine hässliche Hetzjagd auf die Kleinen und Schwachen im Drogenhandel gespielt wird von der neuerdings sehr verletzlichen Polizei – es scheint gerade nicht von Interesse. Und Kolleg Georg Häsler, der Namen, Gesicht und Schrieb hinhält für diesen, nun ja, nennen wir es «Content», zum Schutz des Journalismus, hat noch keinen Schritt in die Räumlichkeiten der Reithalle gesetzt.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Von den Rollen

Roland Fischer am Freitag, den 24. März 2017 um 11:00 Uhr

Achtung, Nostalgie. Man gehört ja wohl zum älteren Eisen, wenn man mit Kino das angenehme leise Rattern der Projektoren verbindet. Tatsächlich ist dieses besondere – und kaum mehr zu hörende – Geräusch ein persönliches Real-World-ASMR, das sich irgendwie direkt in tiefere Hirnschichten schleicht und da genau die richtigen Neuronen streichelt. Gestern abend gab es im Rex-Foyer eine gute Portion Streicheleinheiten fürs Kino-Gemüt, an einer Super8-Vorführung der eher seltsameren Art.

Zwei Künstlerinnen und ein Haufen kleiner Projektoren, die laufend andere improvisierte Leinwände fanden. Und dazu Filme, Filme, Filme, mit mal seltsamen, mal fernwehen, mal intimen, mal voyeuristischen Bildern in allen möglichen Farbtönen. So erzählten die beiden Analog-VJs immer neue visuelle Parallelgeschichten, während die kleinen Kisten leise ratterten und knackten und surrten.

Frisch gepresst #5 «To Do Without»

Urs Rihs am Donnerstag, den 23. März 2017 um 10:55 Uhr

«Frisch gepresst» die Serie auf KSB. Bringt zum Vorschein, was in feuchten Kellerstudios und synthesizerbestückten Dachböden unserer Stadt an Mukke produziert wird – vornehmlich Elektronisches, aber grundsätzlich alles was direkt ab Presswerk in meinem MK landet.

Lasst uns mit Labels beginnen, mit Majors und Indies. Majors: lassen wir bleiben. Indies: folgendermassen. Es gibt die sich unabhängig schimpfenden und trotzdem eben abhängigen Indies. Nach Auflage, Publizität und Erfolg dürstende, sich alle trotzdem an Anlässen wie m4notmusic treffende. Sich da mit günstigem Sekt und Billigbier abfüllende und danach networkende, provisionsfilzende.

Unweigerlich wichtig für die Musiklandschaft, unweigerlich unwichtiger sonst Kommentare bitte unten.

Dann gibt es verbissen alternative Indies – die Sturköpfe, die Stoikerinnen. Die abgehalfterten, die richtig kompromisslosen, optional mit street cred und Persönlichkeitsstörungen. Den Ethos des Scheiterns Echten leidenschaftlich hegend und pflegend, egal ob in Hi- oder Lo-Fi. Hauptsache kommerzielle Aspiration egal null – to do without.

Sie sind hart zu finden, zwischen wuchernden Mülldeponien auf Bandcamp und Soundcloud, schwer aufzuspüren ohne Agenten im Untergrund – denn auch dort gibt es viel Schrott. Doch sie sind da. Unsichtbar für den Hauptstrom, nur jenen bekannt, die tiefer schürfen oder selber produzieren – Dateien Goldgräber oder Tonträger Alchemisten.
Höchste Zeit den Lichtkegel mal wieder zu richten, auf genau ein solches Label. Etwas Bauchpinselei kann denen nicht schaden.

MISM Records, zu gleichen Teilen in Züri wie Bern zuhaus, fiftyfifty. Seit 2009 Vinyl und Tapes raushauend – nur Rohdiamanten versteht sich – nichts Geschliffenes, sondern harter, unverschnittener Stoff. Abstract rap, psychedelic Hip-Hop, prekäre Beats, experimentelle Arrangements – von Bastlern, verstreut über die ganze Kugel: James Reindeer, Bleubird, Bit Tuner u.v.a – noch Fragen? MISM, ein Haufen Aufmerksamkeitsgestörter, dem Versuch der sonoren Selbstmedikation erlegen – was ein Glück.

Aktuell mit einem Release aus dem nordamerikanischen Niemandsland: «To Do Without» vom rap-sorcerer «Babelfishh» – let’s talk it through.

Gefangen im Netz von Abhängigkeiten wäre der fishh fast verendet. Das Trockene hat ihn gerettet, komischerweise – und der Wald, doch dazu später. Sein neues 7 Track Minialbum, eine nicht nur wutgeladene Abhandlung aus der Abgeschiedenheit seines Bauwagens. Selbstversorgend, der Reizüberflutung trotzend, ein Leben im Diminutiv führend, und vielleicht gerade darum – ein Album auf seven inches Singleformat!

Sein Rap mehr Lyrik als Sprechgesang, die Versmasse in allen Regeln der Kunst auslotend, schwer verständlich zuweilen, für die dem Englischen nicht mutterredlich Zugefallenen vor allem. Doch nicht weiter wichtig, denn die Sprache ist hier auch Selbstzweck, geht spielend über den Wortsinn hinaus. Verzweiflung und Leidenschaft, Irrwitz und Virtuosität, universal verständlich.

Babelfishhs Sound gleicht Geistesblitzen, seine Stücke sind mehr Fetzen als Stücke. Ein Mantra auf die willkürlichen Auffassungsspanne des Geistes vielleicht. Das Gehirn folgt keinem Plan, brauchts auch nicht – to do without.

Ein Stromschlag in einer Fabrikhalle, wo er zu entfremden pflegte, bewegte Babelfishh zum drop-out. Er kehrte einfach nicht zurück, klingt romantisch – ist es nicht. Obwohl er danach mit Hund, Freundin und rudimentärem Mobilheim unter Bäume flüchtete. Kein Geld, keine Motivation und zu viel Teufel Alkohol. Er musste grundsätzlich umkrempeln. Lange Zeit hatte er die Musik und Mystik verbannt, sein Zurückfinden katalysierten vor allem die Heads bei MISM. Es gibt keinen tieferen Sinn in dieser Anekdote. Schlicht schön ist er nicht ganz gestrandet, ein Danke in den Kosmos an dieser Stelle.

Aus der Periode am Fliessband bleibt etwas Bemerkenswertes, etwas Konstruktives – etwas was zu hören ist. Aus den sonst hochverdichteten, industriell-knisternden, drumdominierten Instrumentals, scheint plötzlich fleckenweise Erdiges durch – Organisches. Gitarre, Harmonien, Roots. Während dem Schichtbetrieb schepperte Country aus dem Fabrikradio, vom Vorarbeiter eingestellt. Babbelfishh entwickelte eine Faszination für die banal durchschlagenden Texte und für die Eindringlichkeit der Melodien. Babelfishh, der gebeutelte streetpoet im Wald, inspiriert vom Folk, would have been sad – to do without.

Get that 7 inch folks, ihr habt schon dümmer Geld verprasst!

 

Friedli ist ein Sauhund

Gisela Feuz am Mittwoch, den 22. März 2017 um 6:14 Uhr

Am Freitag spannen die beiden Kinos Cinématte und cineBubenberg zusammen und laden zur 15. langen Nacht der kurzen Filme. Nebst divesen aktuellen Kurzfilm-Produktionen aus der Schweiz und Europa gibt es auch eine Berner Premiere zu begutachten, nämlich «In a Nutshell» von Fabio Friedli. Besagter Herr Friedli hat uns ja vor rund sechs Jahren schon mit dem wunderbaren Stop-Motion-Kurzfilm «Heimatland» beglückt, der zwischenzeitlich keinesfalls an Aktualität verloren hat.

Die titelgebende Redewendung von Friedlis neuem Animationsfilm «In a Nutshell» bedeutet so viel wie «komprimiert», wobei der Berner Filmemacher gemäss Pressetext denn auch die richtig grossen Themen wie Konsum, Sex, Gewalt, Migration und Krieg bis hin zu Facebook und Tinder in gerade mal fünf Minuten abhandelt. Die ganze Welt in einer Nussschale eben. Regisseur Friedli wird bei der Première übrigens mit seiner Crew persönlich vor Ort sein, um dem Publikum Rede und Antwort zu stehen. Ihnen sagt der Name Fabio Friedli nichts? Dann vielleicht Pablo Nouvelle? Ja genau, der Pablo Nouvelle, welcher als Musiker in elektronischen Gefielden internationale Erfolge feiert. Das ist ebenfalls der Friedli. Offenbar haben wir es hier mit einem Kerl zu tun, der so ziemlich alles kann. Sauhund.

Die Kurzfilmnacht findet diesen Freitag 24. März in Cinématte und cineBubenberg statt, gezeigt werden vier Themenblöcke. SWISS SHORTS  bietet neue Kurzfilme aus der Schweiz, wie zum Beispiel «Digital Immigrants» von Dennis Stauffer und Norbert Kottmann, «Analysis Paralysis» von Anete Melece sowie internationale Festivalhits wie «Bon Voyage» von Marc Wilkins mit Tatort-Kommissar Stefan Gubser, über den KSB hier bereits berichtet haben. Im Block FAMILY TIES  werden Kurzfilme gezeigt, welche beleuchten, wie mühselig die eigene Familie doch manchmal sein kann – sehr zu empfehlen: «Die Badewanne» von Tim Ellrich. «C’EST LA VIE – Kleine Geschichten aus Frankreich» zeigt aktuelle französische Kurzfilme einer neuen Generation von jungen Filmemachenden und in der Nocturne «THIS GIRL IS ON FIRE – Sex bleibt Nebensache» werfen drei junge Regisseurinnen einen frischen Blick auf die weibliche Sexualität.

 

Keinzigartiges Lexikon: Folge 12

Gisela Feuz am Dienstag, den 21. März 2017 um 6:37 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Das Rumbastilzchen
Dass das Rumpelstilzchen ursprünglich Rumbastilzchen heißen sollte und, statt auf einem Bein zu hüpfen, mit leidenschaftlichem Hüftschwung ums Feuer tanzte, offenbaren kürzlich entdeckte Handschriften von Wilhelm Grimm aus dem Jahr 1808. Zur Zeit der deutschen Romantik, als Alexander von Humboldt unter anderem Kuba erforschte, hatte in den Künstlerzirkeln um Goethe und Schiller der sogenannte hessische Rumba – im Unterschied zum kubanischen Paartanz ein gepflegter Einzeltanz – Hochkultur. Ob das Rumbastilzchen den Gebrüdern Grimm nicht deutsch genug schien oder ob es die effeminierten und verweichlichten Tanzbewegungen waren, die sich nicht mit einer bedrohlichen Figur zusammenbringen ließen, ist umstritten.


Allein das nächtliche Tanzen am Feuer weist in späteren Fassungen noch auf die heißblütigen Ursprünge des Rumpelstilzchens hin.

Nächste Woche: Der Ostpol

Kulturbeutel 12/17

Milena Krstic am Montag, den 20. März 2017 um 5:08 Uhr

Die Krstic empfiehlt:
Unplush,
Berns internationale zusammengepuzzelte Tanzkompanie, zeigt am Samstag in der Turnhalle das Stück «Fried Air». Das wird so, wie Sie sich ein Tanzstück eigentlich nicht vorstellen würden. Was tatsächlich dahintersteckt, steht am Donnerstag in der Berner Woche. 

Mirko Domingo empfiehlt:
Sie sind auch wütend? Heraus zum «Headbangersball» an der Scheibenstrasse 64. Dort wird gemurrt, gegurgelt und gebrüllt und mit beiden Doppelbass-Füssen das letzte Restchen Selbstmitleid aus Ihnen herausgeknüppelt. Klingt sympathisch? Oral Fistfuck, Cremation, Carnal Decay und natürlich meine liebsten Brutalo-Mathematiker von Sulphur Sun sorgen am Samstag für … nun ja, «Aural Fistfuck» triffts wohl recht gut. Einstimmen sollte man sich indes schon morgen im Ross: Brutus aus dem rauen Belgien nisten sich ein zwischen Indie-informiertem Selbstmitleid und besagtem Fistfuck. Ein schönes Wort: Fistfuck Fistfuck Fistfuck.

Frau Feuz empfiehlt:
……………………. Sie verzeihen, Grossmutter Feuz musste erst mal «Fistfuck» googeln. Die heutige Jugend. Ich bin erschüttert. Herr Domingo, Sie schreiben jetzt auf der Stelle 100x «ich soll nicht so wüste Wörter wie ‘Fistfuck’ gebrauchen» in Ihr Aufgabenbüchlen. Sie, werte Leserschaft, dürften was anderes schreiben: Angenda aufmachen und am Mittwoch die 80. Ausgabe von Pixmix in der Dampfzentrale eintragen. Dann blättern Sie ein paar Seiten vor und schreiben am Samstag Kino Reitschule rein, dort wird nämlich Girl Power gezeigt, ein Dokumentarfilm, welcher Ladies porträtiert, die sich in der nomaleweise männlich dominierten Grafittiszene tummeln.

Der Urs empfiehlt:
Lago mio – pornism Slang in der Gang! Dagegen hilft nur die volle Kelle Kontrastprogramm, etwas Abgehobenes am besten, hmm – schon mal was vom «Spatial turn» gehört vielleicht? Von der topologischen Wende? Nein? Raumtheorie und so, gibts spannende Bücher zu, war ein wichtiger  sozialwissenschaftlicher Paradigmenwechsel. Weniger Raum der Zeit, dafür mehr Zeit dem Raum, vereinfacht. Zu abstrakt? Nun denn, ab zum Praxisunterricht im Raum am Terrassenweg – eine der besten Lehrstuben für Abstraktes sowieso – diesen Samstag, ab zweiundzwanzighundert , mit Héliodrome. Experimenteller Rap mit psychoaktiven Beats, aus Kanada, Geheimtipp, mit besten Grüssen.

Prof.«Brötlifresser» der Urs